8024#2. Samuel,1,1#1. ES war nun nach dem Tod Schauls, als Dawid von dem Sieg über Amalek zurückgekehrt war. Und Dawid weilte in Zikelag zwei Tage;
8025#2. Samuel,1,2#2. und es war am dritten Tag, sieh, da kam ein Mann aus dem Lager um Schaul mit zerrissenen Kleidern und Erde auf seinem Haupt; und als er zu Dawid gekommen war, fiel er zur Erde nieder und warf sich hin.
8026#2. Samuel,1,3#3. Und Dawid sprach zu ihm: «Woher kommst du?» Und er sprach zu ihm: «Aus dem Lager Jisraëls bin ich entronnen.»
8027#2. Samuel,1,4#4. Da sprach Dawid zu ihm: «Wie war die Sache? Erzähle mirs doch!» Und er sprach: «Geflohen ist das Volk aus der Schlacht, auch ist viel gefallen und gestorben vom Volk, und auch Schaul und sein Sohn Jehonatan sind tot.»
8028#2. Samuel,1,5#5. Da sprach Dawid zu dem Burschen, der ihm berichtete: «Wie weißt du das, daß Schaul tot ist und sein Sohn Jehonatan?»
8029#2. Samuel,1,6#6. Da sprach der Bursche, der ihm berichtete: «Ich kam zufällig auf den Berg ha-Gilboa, und sieh, da war Schaul, auf seinen Speer gestützt, während Wagen und Reiter ihn erreicht hatten.
8030#2. Samuel,1,7#7. Als er sich umwandte und mich sah, rief er mich, und ich sagte: ,Hier bin ich.'
8031#2. Samuel,1,8#8. Da sprach er zu mir: ,Wer bist du?' Und ich sprach zu ihm: ,Ein Amalekiter bin ich.'
8032#2. Samuel,1,9#9. Da sprach er zu mir: ,Tritt doch her zu mir und töte mich, denn der Todeskrampf hat mich erfaßt, denn noch ist Leben in mir.'
8033#2. Samuel,1,10#10. Da trat ich zu ihm hin und tötete ihn, da ich wußte, daß er nicht leben würde nach seinem Fall, und ich nahm das Diadem, das auf seinem Haupt, und die Spange, die an seinem Arm war, und brachte sie meinem Herrn hierher.»
8034#2. Samuel,1,11#11. Da faßte Dawid seine Kleider und zerriß sie, und auch alle Männer, die bei ihm waren.
8035#2. Samuel,1,12#12. Und sie klagten und weinten und fasteten bis zum Abend um Schaul und um seinen Sohn Jehonatan und um das Volk des Ewigen und um das Haus Jisraël, weil sie durchs Schwert gefallen waren.
8036#2. Samuel,1,13#13. Da sprach Dawid zu dem Burschen, der es ihm berichtet hatte: «Woher bist du?» Und er sagte: «Der Sohn eines fremden Mannes, eines Amalekiters bin ich.»
8037#2. Samuel,1,14#14. Da sprach Dawid zu ihm: «Wie hast du dich nicht gescheut, deine Hand auszustrecken, um den Gesalbten des Ewigen umzubringen?»
8038#2. Samuel,1,15#15. Da rief Dawid einen seiner Burschen und sprach: «Tritt heran und schlag ihn!» Und er schlug ihn nieder, daß er starb.
8039#2. Samuel,1,16#16. Und Dawid sprach zu ihm: «Dein Blut auf dein Haupt, denn dein Mund hat wider dich gezeugt, aussagend: ,Ich habe den Gesalbten des Ewigen getötet.'»
8040#2. Samuel,1,17#17. Dann stimmte Dawid dieses Klagelied auf Schaul und seinen Sohn Jehonatan an.
8041#2. Samuel,1,18#18. Und er befahl, die Söhne Jehudas den Bogen zu lehren. Sieh, es ist aufgeschrieben im Buch des Redlichen:
8042#2. Samuel,1,19#19. «Lust Jisraëls, Auf deinen Leichen - tot! Wie fielen die Helden!
8043#2. Samuel,1,20#20. Sagts nicht zu Gat, Verkündets nimmer auf den Straßen Aschkelons, Daß sich nicht freuen der Pelischter Töchter, Daß nicht der Unbeschnittnen Töchter jauchzen.
8044#2. Samuel,1,21#21. Ihr Berge zu Gilboa, Nicht Tau auf euch noch Regen, Gefild der Höhen! Dort ward befleckt der Helden Schild, Schauls Schild, (Und des) der nicht mit Öl gesalbt,
8045#2. Samuel,1,22#22. Vom Blut Erschlagener, Der Helden Fett! Der Bogen des Jehonatan, Der nie zurückwich. Das Schwert Schauls, Das leer nie wiederkehrt!
8046#2. Samuel,1,23#23. Schaul und Jehonatan, Geliebt und gut im Leben, Im Tod auch nicht geschieden! Geschwinder als Adler Und stärker als Löwen.
8047#2. Samuel,1,24#24. Ihr Töchter Jisraëls, Weint um Schaul, Der euch in Purpur kleidete mit Köstlichkeit, Der goldnen Schmuck euch legte aufs Gewand.
8048#2. Samuel,1,25#25. Wie fielen die Helden Im Kampfgedräng! Jehonatan, auf deinen Leichen - tot.
8049#2. Samuel,1,26#26. Bang ist es mir um dich, Jehonatan, mein Bruder, Warst mir sehr lieb! Mir wundersamer dein Lieben Als Frauenliebe.
8050#2. Samuel,1,27#27. Wie sind die Helden gefallen, Dahin des Kampfes Waffen!»
8051#2. Samuel,2,1#1. Und es war nachher; da befragte Dawid den Ewigen und sprach: «Soll ich nach einer der Städte Jehudas hinaufziehn?» Und der Ewige sprach zu ihm: «Zieh hinauf!» Da sagte Dawid: «Wohin soll ich hinaufziehn?» Und er sprach: «Nach Hebron.»
8052#2. Samuel,2,2#2. So zog Dawid dort hinauf und auch seine beiden Frauen, Ahinoam aus Jisraël und Abigail, das Weib Nabals, aus ha-Karmel.
8053#2. Samuel,2,3#3. Und seine Leute, die bei ihm waren, führte Dawid hinauf, einen jeden mit seinem Haus, und sie wohnten in den Städten um Hebron.
8054#2. Samuel,2,4#4. Da kamen die Männer von Jehuda und salbten dort Dawid zum König über das Haus Jehuda. Und man berichtete Dawid und sagte: «Die Männer von Jabesch-Gil'ad, die haben Schaul begraben.»
8055#2. Samuel,2,5#5. Da schickte Dawid Boten zu den Männern von Jabesch-Gil'ad und ließ ihnen sagen: «Gesegnet ihr dem Ewigen, die ihr diese Liebe geübt an eurem Herrn, an Schaul, daß ihr ihn begraben!
8056#2. Samuel,2,6#6. Und nun möge euch der Ewige Liebe und Treue erweisen, und auch ich will euch dies Gute tun, da ihr dieses getan habt.
8057#2. Samuel,2,7#7. Nun aber laßt eure Hand fest sein, werdet tüchtige Männer, denn euer Herr Schaul ist tot; auch hat mich das Haus Jehuda zum König über sich gesalbt.»
8058#2. Samuel,2,8#8. Abner aber, der Sohn Ners, der Heeresoberste Schauls, nahm Isch-Boschet, den Sohn Schauls, und führte ihn nach Mahanaim.
8059#2. Samuel,2,9#9. Und er machte ihn zum König über das Gil'ad, den Aschuräer, über Jisreel, über Efraim und über Binjamin, und über ganz Jisraël.
8060#2. Samuel,2,10#10. Vierzig Jahre war Isch-Boschet, der Sohn Schauls, alt, als er König wurde über Jisraël, und zwei Jahre regierte er. Allein das Haus Jehuda stand hinter Dawid.
8061#2. Samuel,2,11#11. Und es war die Zahl der Tage, die Dawid in Hebron König war über das Haus Jehuda, sieben Jahre und sechs Monate.
8062#2. Samuel,2,12#12. Da zog Abner, der Sohn Ners, mit den Knechten Isch-Boschets, des Sohnes Schauls, von Mahanaim aus nach Gib'on.
8063#2. Samuel,2,13#13. Joab aber, der Sohn der Zeruja, und die Knechte Dawids zogen aus, und sie trafen sie allesamt am Teich von Gib'on; und sie ließen sich nieder, die an dem Teich hüben, und die an dem Teich drüben.
8064#2. Samuel,2,14#14. Da sprach Abner zu Joab: «Mögen doch die Burschen antreten und vor uns spaßen.» Und Joab sprach: «Sie mögen antreten.»
8065#2. Samuel,2,15#15. Da traten sie an und gingen hinüber, abgezählt, zwölf für Binjamin und Isch-Boschet, den Sohn Schauls, und zwölf von den Knechten Dawids.
8066#2. Samuel,2,16#16. Sie faßten aber einer den andern beim Kopf und (gerieten) mit dem Schwert einer dem andern in die Seite, daß sie insgesamt fielen; daher nennt man jenen Ort «Helkat-ha Zurim»-1- bei Gib'on. -1) Feld der Steinklingen.++
8067#2. Samuel,2,17#17. Da war der Kampf ungemein schwer an jenem Tag, und es wurden Abner und die Männer Jisraëls geschlagen vor den Knechten Dawids.
8068#2. Samuel,2,18#18. Es waren aber dort die drei Söhne der Zeruja: Joab, Abischai und Asaël; Asaël aber war leicht zu Fuß wie eine Gazelle auf dem Feld.
8069#2. Samuel,2,19#19. Und Asaël setzte Abner nach und bog nicht ab, von Abners Spur nach rechts oder links zu gehen.
8070#2. Samuel,2,20#20. Da wandte sich Abner um und sprach: «Bist du es, Asaël?» Und er sprach: «Ich.»
8071#2. Samuel,2,21#21. Da sprach Abner zu ihm: «Bieg ab nach rechts oder links und faß dir einen der Burschen und nimm dir seine Rüstung!» Aber Asaël wollte nicht von ihm weichen.
8072#2. Samuel,2,22#22. Da sprach Abner weiter zu Asaël: «Weiche von mir, warum sollte ich dich zu Boden schlagen, und wie könnte ich dann mein Gesicht erheben zu deinem Bruder Joab?»
8073#2. Samuel,2,23#23. Als er aber nicht weichen wollte, stieß ihm Abner mit dem untern Teil des Speers in den Bauch, daß der Speer von hinten wieder herauskam. Und er stürzte dort nieder und starb auf der Stelle. Jeder aber, der nun an die Stelle kam, wo Asaël tot hingestürzt war, blieb stehen.
8074#2. Samuel,2,24#24. Da setzten Joab und Abischai Abner nach. Die Sonne war eben untergegangen, als sie nach Gib'at-Amma kamen, das vor Giah liegt, auf dem Weg nach der Wüste von Gib'on.
8075#2. Samuel,2,25#25. Da sammelten sich die Söhne Binjamins hinter Abner und bildeten einen Haufen und stellten sich auf dem Gipfel einer Höhe auf.
8076#2. Samuel,2,26#26. Da rief Abner Joab zu und sprach: «Soll denn ewig das Schwert fressen? Weißt du nicht, daß es bitter sein wird am Ende? Wie lange noch willst du dem Volk nicht sagen, von ihren Brüdern abzulassen?»
8077#2. Samuel,2,27#27. Da sprach Joab: «Es lebt Gott! Hättest du geredet, so wäre das Volk schon mit Morgenanbruch abgezogen, jeder von seinem Bruder.»
8078#2. Samuel,2,28#28. Darauf stieß Joab in die Posaune; und das ganze Volk machte halt, setzte Jisraël nicht weiter nach und kämpfte fortan nicht mehr.
8079#2. Samuel,2,29#29. Abner aber und seine Leute zogen durch die Niederung während jener ganzen Nacht, durchschritten den Jarden, zogen den ganzen Morgen und kamen nach Mahanaim.
8080#2. Samuel,2,30#30. Und Joab kehrte von der Verfolgung Abners zurück und sammelte das ganze Volk; da wurden von den Knechten Dawids neunzehn Mann vermißt, und Asaël.
8081#2. Samuel,2,31#31. Die Knechte Dawids aber hatten erschlagen von Binjamin und den Leuten Abners: Dreihundertsechzig Mann waren tot.
8082#2. Samuel,2,32#32. Und sie nahmen Asaël und begruben ihn im Grab seines Vaters zu Bet-Lehem. Und sie zogen die ganze Nacht hindurch, Joab und seine Leute, und es tagte ihnen in Hebron.
8083#2. Samuel,3,1#1. Und der Krieg zog sich lange hin zwischen dem Haus Schauls und dem Haus Dawids; und Dawid wurde immer stärker, während das Haus Schauls immer schwächer wurde.
8084#2. Samuel,3,2#2. Und Dawid wurden in Hebron Söhne geboren. Sein Erstgeborener war Amnon, von Ahinoam aus Jisreel.
8085#2. Samuel,3,3#3. Und sein Zweiter war Kil'ab, von Abigail, dem Weib Nabals aus ha-Karmel; und der Dritte war Abschalom, Sohn der Maacha, einer Tochter Talmais, des Königs von Geschur.
8086#2. Samuel,3,4#4. Und der Vierte war Adonija, Sohn der Haggit, und der Fünfte Schefatja, Sohn der Abital.
8087#2. Samuel,3,5#5. Und der Sechste war Jitream, von Egla, dem Weib Dawids. Diese wurden Dawid in Hebron geboren.
8088#2. Samuel,3,6#6. Und es war, als Krieg war zwischen dem Haus Schauls und dem Haus Dawids, da hielt Abner sich fest zum Haus Schauls.
8089#2. Samuel,3,7#7. Nun hatte Schaul eine Kebse gehabt, mit Namen Rizpa, eine Tochter Ajjas. Und er-1- sagte zu Abner: «Warum bist du zur Kebse meines Vaters eingegangen?» -1) Isch-Boschet.++
8090#2. Samuel,3,8#8. Da verdroß es Abner sehr wegen der Worte Isch-Boschets, und er sprach: «Bin ich ein Hundekopf, der zu Jehuda . . .? Heute tue ich da Liebe dem Haus Schauls, deines Vaters, seinen Brüdern und seinen Genossen und habe dich nicht übermittelt in die Hand Dawids, und jetzt rechnest du mir das Vergehen mit dem Weib an?
8091#2. Samuel,3,9#9. So tue Gott Abner an, so und noch mehr! Ja, wie der Ewige Dawid geschworen hat, so werde ich ihm tun:
8092#2. Samuel,3,10#10. Das Königtum vom Haus Schauls fortzunehmen und den Thron Dawids aufzurichten über Jisraël und über Jehuda von Dan bis Beer-Scheba.»
8093#2. Samuel,3,11#11. Da vermochte er Abner nichts mehr zu erwidern, weil er ihn fürchtete.
8094#2. Samuel,3,12#12. Da sandte Abner auf der Stelle Boten an Dawid und ließ sagen: «Wem gehört das Land?» Besagend: «Schließe deinen Bund mit mir, sieh, meine Hand ist mit dir, um ganz Jisraël dir zuzuwenden.»
8095#2. Samuel,3,13#13. Und er sagte: «Gut, ich will einen Bund mit dir schließen, doch eine Sache fordere ich von dir: Du darfst mein Angesicht nicht sehen, es sei denn, wenn du mir Michal, die Tochter Schauls, gebracht hast, wenn du kommst, mich zu sehen.»
8096#2. Samuel,3,14#14. Dann schickte Dawid Boten zu Isch-Boschet, dem Sohn Schauls, und ließ sagen: «Gib mir mein Weib Michal, die ich mir erheiratet habe um hundert Pelischtäervorhäute.»
8097#2. Samuel,3,15#15. Da sandte Isch-Boschet hin und ließ sie holen von dem Mann, von Paltiël, dem Sohn Laischs.
8098#2. Samuel,3,16#16. Und ihr Mann ging mir ihr, im Gehen weinend, hinter ihr her bis Bahurim. Da sprach Abner zu ihm: «Geh, kehr um»; da kehrte er um.
8099#2. Samuel,3,17#17. Und Abners Worte erging an die Ältesten Jisraëls, besagend: «Schon gestern und ehegestern habt ihr Dawid zum König über euch verlangt.
8100#2. Samuel,3,18#18. Nun denn, führt es aus! Denn der Ewige hat zu Dawid gesprochen: ,Durch meinen Knecht Dawid will ich mein Volk Jisraël retten aus der Hand der Pelischtäer und aus der Hand aller ihrer Feinde.'»
8101#2. Samuel,3,19#19. So redete auch Abner vor den Ohren Binjamins; dann ging Abner auch hin, um vor den Ohren Dawids in Hebron zu berichten alles, was recht war in den Augen Jisraëls und in den Augen des Hauses Binjamin.
8102#2. Samuel,3,20#20. Und Abner kam zu Dawid nach Hebron und mit ihm zwanzig Männer; da bereitete Dawid Abner und den Männern, die bei ihm waren, ein Mahl.
8103#2. Samuel,3,21#21. Und Abner sagte zu Dawid: «Ich will mich aufmachen und hingehn und um meinen Herrn, den König, ganz Jisraël sammeln, auf daß sie mit dir einen Bund schließen, damit du regierst, wo immer deine Seele es begehrt.» Darauf entließ Dawid Abner, und er ging in Frieden.
8104#2. Samuel,3,22#22. Und sieh, da kamen die Knechte Dawids mit Joab vom Streifzug heim und brachten viel Beute mit, Abner jedoch war nicht mehr bei Dawid in Hebron, denn der hatte ihn entlassen, und er war in Frieden fortgegangen.
8105#2. Samuel,3,23#23. Sobald nun Joab ankam, mit der ganzen Schar, die bei ihm war, berichtete man Joab und sagte: «Gekommen ist Abner, der Sohn Ners, zum König, der hat ihn entlassen, und er ist in Frieden fortgegangen.»
8106#2. Samuel,3,24#24. Da ging Joab zum König und sagte: «Was hast du getan? Sieh! Abner ist zu dir gekommen; warum hast du ihn entlassen, daß er fortging!
8107#2. Samuel,3,25#25. Du kennst Abner, den Sohn Ners! Denn um dich zu beschwatzen ist er gekommen, um dein Gehen und dein Kommen zu erfahren und zu wissen alles, was du tust!»
8108#2. Samuel,3,26#26. Und Joab ging weg von Dawid und sandte Abner Boten nach, und die brachten ihn von der Zisterne Sira zurück, Dawid aber wußte es nicht.
8109#2. Samuel,3,27#27. Und Abner kehrte nach Hebron zurück. Da zog ihn Joab auf die Seite, ins Tor, um mit ihm ungestört zu reden, und schlug ihn dort in den Unterleib, daß er starb, um des Blutes seines Bruders Asaël willen.
8110#2. Samuel,3,28#28. Und Dawid hörte davon nachher, da sprach er: «Rein bin ich und mein Königtum bei dem Ewigen für immer von dem Blut Abners, des Sohnes Ners!
8111#2. Samuel,3,29#29. Möge es fallen auf das Haupt Joabs und auf das ganze Haus seines Vaters; und möge im Haus Joabs nicht ausgehn, was an Fluß und Aussatz leidet, sich an Krücken hält, durchs Schwert fällt und des Brots ermangelt!»
8112#2. Samuel,3,30#30. Und Joab und sein Bruder Abischai hatten Abner erschlagen, weil er ihren Bruder Asaël bei Gib'on im Kampf getötet hatte.
8113#2. Samuel,3,31#31. Und Dawid sprach zu Joab und zu all dem Volk, das bei ihm war: «Zerreißt eure Kleider, gürtet Sackzeug um und geht klagend vor Abner her!» Auch der König Dawid ging hinter der Bahre.
8114#2. Samuel,3,32#32. Und man begrub Abner in Hebron, und der König hob seine Stimme und weinte am Grab Abners, und auch alles Volk weinte.
8115#2. Samuel,3,33#33. Dann stimmte der König das Klagelied auf Abner an und sprach: «Sollt wie ein Niederträchtger Abner sterben?
8116#2. Samuel,3,34#34. Gebunden waren deine Hände nicht, In Fesseln nicht geschlagen deine Füße; Wie vor Verbrecherbuben bist du gefallen!» Da weinte das ganze Volk noch mehr um ihn.
8117#2. Samuel,3,35#35. Da kam alles Volk, um Dawid Brot zu reichen, da es noch Tag war; aber Dawid schwor und sprach: «So tue mir Gott an, so und noch mehr, wenn ich vor Sonnenuntergang Brot genieße oder sonst etwas!»
8118#2. Samuel,3,36#36. Als das ganze Volk das wahrnahm, war es recht in seinen Augen, wie alles, was der König tat, recht war in den Augen des ganzen Volkes.
8119#2. Samuel,3,37#37. An jenem Tag erkannte alles Volk und ganz Jisraël, daß es nicht vom König ausgegangen war, Abner, den Sohn Ners, zu töten.
8120#2. Samuel,3,38#38. Und der König sagte zu seinen Knechten: «Wißt ihr nicht, daß ein Fürst und ein Großer in Jisraël heute gefallen ist?
8121#2. Samuel,3,39#39. Ich aber bin heute noch schwach, obwohl ich zum König gesalbt, und jene Männer, die Söhne der Zeruja, sind härter als ich; möge der Ewige dem, der das Böse getan, heimzahlen nach seinem Bösen.»
8122#2. Samuel,4,1#1. Als der Sohn Schauls hörte, daß Abner in Hebron gestorben war, da sanken seine Hände, und ganz Jisraël ward bestürzt.
8123#2. Samuel,4,2#2. Nun hatte Schauls Sohn zwei Männer als Führer von Streitscharen, der eine hieß Baana, der andere Rechab, Söhne Rimmons aus Beerot von den Söhnen Binjamins; denn auch Beerot wird zu Binjamin gerechnet.
8124#2. Samuel,4,3#3. Die Beeroter aber waren nach Gittaim geflohen und dort bis auf diesen Tag wohnen geblieben.
8125#2. Samuel,4,4#4. Und Jehonatan, der Sohn Schauls, hatte einen an den Beinen gelähmten Sohn; fünf Jahre war der alt, als die Nachricht von Schaul und Jehonatan aus Jisreel kam. Da nahm ihn seine Wärterin auf und floh; es war aber, als sie hastete zu flüchten, da fiel er herab und ward lahm; und sein Name war Mefiboschet.
8126#2. Samuel,4,5#5. Da gingen die Söhne Rimmons aus Beerot, Rechab und Baana, und kamen in der Hitze des Tages in das Haus Isch-Boschets; der hatte sich eben zur Mittagsruhe hingelegt.
8127#2. Samuel,4,6#6. Sie waren als Weizenhändler bis ins Innere des Hauses gekommen, und sie schlugen ihn in den Unterleib, und Rechab und sein Bruder Baana entkamen.
8128#2. Samuel,4,7#7. Sie waren ins Haus gekommen, als jener auf seinem Bett im Schlafgemach lag, da schlugen sie ihn tot, schnitten ihm den Kopf ab und nahmen seinen Kopf und gingen den Weg durch die Niederung die ganze Nacht.
8129#2. Samuel,4,8#8. Und sie brachten den Kopf Isch-Boschets zu Dawid nach Hebron und sagten zum König: «Da ist der Kopf Isch-Boschets, des Sohnes Schauls, deines Feindes, der dir nach dem Leben trachtete, der Ewige aber hat meinem Herrn, dem König, heute Rache an Schaul und seinem Samen gewährt.»
8130#2. Samuel,4,9#9. Da antwortete Dawid Rechab und seinem Bruder Baana, den Söhnen Rimmons aus Beerot, und sprach zu ihnen: «Es lebt der Ewige, der meine Seele erlöst hat aus aller Not!
8131#2. Samuel,4,10#10. Den, der mir Botschaft brachte und sagte: ,Schaul ist tot', und der sich ein Freudenbote zu sein dünkte, den ergriff ich und tötete ihn in Zikelag, dem ich doch hätte Botenlohn geben sollen!
8132#2. Samuel,4,11#11. Wie gar, wenn ruchlose Männer einen gerechten Mann in seinem Haus auf seinem Lager erschlagen! Sollte ich da nicht sein Blut von euch fordern und euch aus dem Land hinwegtilgen?»
8133#2. Samuel,4,12#12. Darauf gebot Dawid den Burschen; die töteten sie, hieben ihnen Hände und Füße ab, und hängten sie am Teich von Hebron auf. Den Kopf Isch-Boschets aber nahmen sie und begruben ihn im Grab Abners zu Hebron.
8134#2. Samuel,5,1#1. Da kamen alle Stämme Jisraëls zu Dawid nach Hebron und sprachen: «Da sind wir, sind dein Bein und Fleisch.
8135#2. Samuel,5,2#2. Schon gestern wie auch ehegestern, als Schaul König über uns war, warst du es, der Jisraël aus- und einführte, und der Ewige hat zu dir gesprochen: Du sollst mein Volk Jisraël weiden und du sollst Fürst sein über Jisraël!»
8136#2. Samuel,5,3#3. Dann kamen alle Ältesten Jisraëls zum König nach Hebron, und König Dawid schloß mit ihnen einen Bund in Hebron vor dem Ewigen. Und sie salbten Dawid zum König über Jisraël.
8137#2. Samuel,5,4#4. Dreißig Jahre war Dawid alt, als er König wurde, vierzig Jahre regierte er.
8138#2. Samuel,5,5#5. In Hebron regierte er über Jehuda sieben Jahre und sechs Monate, und in Jeruschalaim regierte er dreiunddreißig Jahre über ganz Jisraël und Jehuda.
8139#2. Samuel,5,6#6. Dann zog der König mit seinen Leuten nach Jeruschalaim zu dem Jebusäer, dem Bewohner des Landes; da ließ er Dawid so sagen: «Du wirst nicht hierherkommen, es sei denn, du entfernst die Blinden und Lahmen.» Das besagte: «Dawid wird nicht hierherkommen.»
8140#2. Samuel,5,7#7. Dawid aber eroberte die Veste Zijon, das ist die Dawidsburg.
8141#2. Samuel,5,8#8. An jenem Tag hatte (man) Dawid gesagt: «Wer den Jebusäer schlägt, den trifft es mit dem Donnerkeil!» Und wegen der Lahmen und der Blinden, die (dann) Dawids Seele verhaßt waren, darum sagt man: «Ein Blinder und Lahmer darf nicht ins Haus kommen.»
8142#2. Samuel,5,9#9. Und Dawid wohnte in der Veste und nannte sie «Dawidsburg», und Dawid baute ringsum vom Millo-1- an einwärts. -1) Aufschüttung.++
8143#2. Samuel,5,10#10. Und Dawid wurde immer größer, da der Ewige, der Gott der Scharen, mit ihm war.
8144#2. Samuel,5,11#11. Und Hiram, der König von Zor-1-, sandte Boten an Dawid mit Zedernholz, und Holzbearbeiter und Mauersteinbearbeiter, und sie bauten ein Haus für Dawid. -1) Tyrus.++
8145#2. Samuel,5,12#12. Da erkannte Dawid, daß der Ewige ihn als König über Jisraël festgesetzt und sein Reich erhöht hatte um seines Volkes Jisraël willen.
8146#2. Samuel,5,13#13. Und Dawid nahm noch Kebsen und Frauen aus Jeruschalaim, nachdem er von Hebron gekommen war; und es wurden Dawid noch Söhne und Töchter geboren.
8147#2. Samuel,5,14#14. Und dies sind die Namen derer, die ihm in Jeruschalaim geboren wurden: Schammua, Schobab, Natan und Schelomo;
8148#2. Samuel,5,15#15. und Jibhar, Elischua, Nefeg und Jafia;
8149#2. Samuel,5,16#16. und Elischama, Eljada und Elifelet.
8150#2. Samuel,5,17#17. Als die Pelischtäer hörten, daß man Dawid zum König über Jisraël gesalbt hatte, zogen alle Pelischtäer herauf, um Dawid zu suchen; Dawid aber hörte davon und ging in die Bergveste hinab.
8151#2. Samuel,5,18#18. Als nun die Pelischtäer gekommen waren und sich im Tal Refaim ausgebreitet hatten,
8152#2. Samuel,5,19#19. da befragte Dawid den Ewigen und sprach: «Soll ich gegen die Pelischtäer hinaufziehn? Wirst du sie in meine Hand geben?» Da sprach der Ewige zu Dawid: «Zieh hinauf, denn ich werde die Pelischtäer in deine Hand geben.»
8153#2. Samuel,5,20#20. Da kam Dawid nach Baal-Perazim und Dawid schlug sie dort. Da sagte er: «Durchbrochen-1- hat der Ewige meine Feinde vor mir her wie ein Wasserdurchbruch.» Darum nannte man den Namen jenes Ortes «Baal-Perazim». -1) -+paraz-.++
8154#2. Samuel,5,21#21. Und sie ließen ihre Götzenbilder dort zurück, da schaffte sie Dawid und seine Leute fort.
8155#2. Samuel,5,22#22. Und die Pelischtäer zogen noch einmal herauf und breiteten sich im Tal Refaim aus.
8156#2. Samuel,5,23#23. Und Dawid befragte den Ewigen, und der sprach: «Zieh nicht hinauf, wende dich ihnen in den Rücken, daß du an sie von der Seite der Balsamstauden herankommst.
8157#2. Samuel,5,24#24. Und es soll sein, wenn du Geräusch von Schritten in den Wipfeln der Balsamstauden hörst, dann schlage zu, denn dann ist der Ewige vor dir her ausgezogen, das Lager der Pelischtäer zu schlagen.»
8158#2. Samuel,5,25#25. Da tat Dawid so, wie ihm der Ewige befohlen, und schlug die Pelischtäer von Geba bis gegen Geser hin.
8159#2. Samuel,6,1#1. Und Dawid versammelte wieder alle Auserlesenen in Jisraël: Dreißigtausend.
8160#2. Samuel,6,2#2. Dann machte er sich auf, und Dawid und alles Volk, das bei ihm war, gingen von Baal-Jehuda aus, um von dort die Lade Gottes heraufzuführen, auf welcher der Name, der Name des Ewigen der Scharen, der über den Kerubim thront, genannt war.
8161#2. Samuel,6,3#3. Und sie setzten die Lade Gottes auf einen neuen Wagen und brachten sie aus dem Haus Abinadabs, das auf dem Hügel war; und Usa und Ahjo, die Söhne Abinadabs, leiteten den neuen Wagen.
8162#2. Samuel,6,4#4. Und sie trugen sie aus dem Haus Abinadabs, das auf dem Hügel war: (Usa) neben der Lade Gottes, während Ahjo vor der Lade schritt.
8163#2. Samuel,6,5#5. Und Dawid und das ganze Haus Jisraël ergötzten vor dem Ewigen mit allerlei Gerät aus Zypressenholz, mit Zithern, Harfen, Pauken, Schellen und Zymbeln.
8164#2. Samuel,6,6#6. Als sie aber zur Tenne des Gottesschlags-1- gekommen waren, griff Usa nach der Lade Gottes und faßte sie, weil die Rinder sich losgemacht hatten. -1) -+Nachon-.++
8165#2. Samuel,6,7#7. Da flammte des Ewigen Antlitz auf wider Usa, und Gott schlug ihn dort wegen des Vergehens, so daß er dort starb, neben der Lade Gottes.
8166#2. Samuel,6,8#8. Und es verdroß Dawid, daß der Ewige an Usa einen Riß-1- gerissen hatte; und er nannte jenen Ort «Perez Usa» bis auf diesen Tag. -1) -+Perez-.++
8167#2. Samuel,6,9#9. Nun fürchtete Dawid an jenem Tag den Ewigen und sagte: «Wie sollte die Lade des Ewigen zu mir kommen?»
8168#2. Samuel,6,10#10. Und Dawid wollte die Lade des Ewigen nicht zu sich in die Dawidsburg einkehren lassen; so ließ Dawid sie in das Haus Obed-Edoms aus Gat abbiegen.
8169#2. Samuel,6,11#11. Und die Lade des Ewigen blieb im Haus Obed-Edoms aus Gat drei Monate, und der Ewige segnete Obed-Edom und sein ganzes Haus.
8170#2. Samuel,6,12#12. Und man berichtete dem König Dawid und sagte: «Gesegnet hat der Ewige das Haus Obed-Edoms und alles, was ihm gehört, um der Lade Gottes willen»; da ging Dawid hin und führte die Lade Gottes aus dem Haus Obed-Edoms in die Dawidsburg hinauf in Freuden.
8171#2. Samuel,6,13#13. Und es war, als die Träger der Lade des Ewigen sechs Schritte gemacht hatten, da schlachtete er Ochsen und Stiere.
8172#2. Samuel,6,14#14. Und Dawid tanzte mit aller Macht vor dem Ewigen, und Dawid war mit einem linnenen Efod-1- bekleidet. -1) Schulterkleid.++
8173#2. Samuel,6,15#15. Und Dawid und das ganze Haus Jisraël führten die Lade des Ewigen hinauf unter Jubel und Posaunenschall.
8174#2. Samuel,6,16#16. Als nun die Lade des Ewigen in die Dawidsburg kam, schaute Michal, die Tochter Schauls, durchs Fenster, und als sie den König Dawid vor dem Ewigen hüpfen und tanzen sah, verachtete sie ihn in ihrem Herzen.
8175#2. Samuel,6,17#17. Und sie brachten die Lade des Ewigen und stellten sie an ihren Ort in das Zelt, das Dawid für sie aufgeschlagen hatte. Darauf brachte Dawid Hochopfer vor dem Ewigen dar und Mahlopfer.
8176#2. Samuel,6,18#18. Als Dawid dann geendet hatte, das Hochopfer und die Mahlopfer darzubringen, segnete er das Volk im Namen des Ewigen der Scharen.
8177#2. Samuel,6,19#19. Und er verteilte unter das ganze Volk, unter die ganze Menge Jisraëls, so Mann wie Weib, für den einen Brotkuchen, den einen Ochsen und den einen Breitschaf. Dann ging das ganze Volk weg, ein jeder nach seinem Haus.
8178#2. Samuel,6,20#20. Als Dawid heimkehrte, um sein Haus zu begrüßen, ging Michal, die Tochter Schauls, Dawid entgegen und sprach: «Wie würdevoll war heute der König von Jisraël, da er sich bloßgestellt hat vor den Augen der Mägde seiner Knechte, wie sich einer der Habenichtse bloßstellt.»
8179#2. Samuel,6,21#21. Da sprach Dawid zu Michal: «Vor dem Ewigen, der mich erwählt hat vor deinem Vater und seinem ganzen Haus, mich zum Fürsten über das Volk des Ewigen, über Jisraël zu bestellen, vor dem Ewigen habe ich ergötzt
8180#2. Samuel,6,22#22. und wollte mich noch über dies erniedrigen und war gering in meinen Augen; bei den Mägden aber, von denen du redest, bei ihnen werde ich geehrt werden.»
8181#2. Samuel,6,23#23. Und Michal, die Tochter Schauls, hatte kein Kind bis zum Tag ihres Todes.
8182#2. Samuel,7,1#1. Es war nun, als der König in seinem Haus weilte und der Ewige ihm ringsum Ruhe verschafft hatte von allen seinen Feinden,
8183#2. Samuel,7,2#2. da sprach der König zu Natan, dem Gottbegeisteten: «Sieh doch, ich wohne in einem Haus aus Zedern, während die Lade Gottes im Tuchbehang weilt.»
8184#2. Samuel,7,3#3. Da sprach Natan zum König: «Alles, was du im Sinn hast, geh, tu es, denn der Ewige ist mit dir.»
8185#2. Samuel,7,4#4. Es war aber in jener Nacht, da erging das Wort des Ewigen an Natan, besagend:
8186#2. Samuel,7,5#5. «Geh, und sage zu meinem Knecht Dawid: So spricht der Ewige: Wolltest du mir ein Haus bauen, daß ich darin wohne?
8187#2. Samuel,7,6#6. Hab ich doch in keinem Haus gewohnt seit dem Tag, da ich die Kinder Jisraël aus Mizraim geführt habe, bis auf diesen Tag, sondern bin umhergezogen in Zelt und in Wohnung.
8188#2. Samuel,7,7#7. Habe ich, soviel ich umherzog unter allen Kindern Jisraël, ein Wort geredet zu einem der Stämme Jisraëls, die ich bestellt, mein Volk zu weiden, und gesagt: Warum habt ihr mir kein Haus aus Zedern gebaut?
8189#2. Samuel,7,8#8. Nun aber, sprich so zu meinem Knecht Dawid: So spricht der Ewige der Scharen: Ich habe dich von der Flur, hinter den Schafen, weggeholt, Fürst zu sein über mein Volk Jisraël!
8190#2. Samuel,7,9#9. Und ich war mit dir überall, wohin du gingst, habe alle deine Feinde vor dir hinweggetilgt und dir einen großen Namen gemacht, gleich dem Namen der Großen auf Erden.
8191#2. Samuel,7,10#10. Ich habe meinem Volk Jisraël eine Stätte bereitet und es eingepflanzt, daß es an seiner Stätte wohne und nimmer aufgeschreckt werde, und Söhne der Ruchlosigkeit es nicht mehr bedrücken wie ehedem
8192#2. Samuel,7,11#11. und seit dem Tag, da ich Richter über mein Volk Jisraël bestellte. Und ich habe dir Ruhe verschafft vor allen deinen Feinden, und kundgetan hat dir der Ewige, daß dir der Ewige ein Haus schaffen wird.
8193#2. Samuel,7,12#12. Wenn deine Tage voll sein werden, und du zur Ruhe gehst zu deinen Vätern, dann will ich deinen Samen nach dir, der aus dir hervorgeht, aufrichten und sein Königtum sichern.
8194#2. Samuel,7,13#13. Er soll ein Haus meinem Namen bauen, und ich will seinen Königsthron für immer sichern.
8195#2. Samuel,7,14#14. Ich will ihm Vater, und er soll mir Sohn sein; wenn er sich vergeht, will ich ihn züchtigen mit der Menschen Rute und Schlägen der Menschenkinder.
8196#2. Samuel,7,15#15. Meine Liebe aber soll von ihm nicht weichen, wie ich sie Schaul entzog, den ich fortgetan vor dir;
8197#2. Samuel,7,16#16. sondern bewährt sei dein Haus und deine Herrschaft für immer vor dir, dein Thron wird für immer Bestand haben.»
8198#2. Samuel,7,17#17. Gemäß all diesen Worten und all dieser Schau, so redete Natan zu Dawid.
8199#2. Samuel,7,18#18. Dann kam der König Dawid, saß nieder vor dem Ewigen und sprach: «Wer bin ich, mein Herr, o Gott, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast!
8200#2. Samuel,7,19#19. Aber das war noch zu gering in deinen Augen, mein Herr, o Gott, und du hast auch dem Haus deines Knechtes Verheißungen gemacht für die Ferne. Ist solches Weisung dem Menschen, mein Herr, o Gott?
8201#2. Samuel,7,20#20. Und was soll Dawid noch mehr zu dir reden, da du doch deinen Knecht kennst, mein Herr, o Gott?
8202#2. Samuel,7,21#21. Um deines Wortes willen hast du nach deinem Herzen all dies Große getan, um deinem Knecht es kundzutun.
8203#2. Samuel,7,22#22. Darum bist du groß, Ewiger, o Gott, denn keiner ist dir gleich, und kein Gott außer dir, nach allem, was wir mit unseren Ohren gehört haben.
8204#2. Samuel,7,23#23. Und wer ist wie dein Volk Jisraël, ein Volk auf Erden, daß ein Gott gegangen wäre, es zu erlösen, sich zum Volk, um ihm einen Namen zu schaffen, euch Großes zu erweisen und Furchtbares deinem Land, ob deinem Volk, das du dir aus Mizraim erlöst hast (gegen) Völker und deren Götter?
8205#2. Samuel,7,24#24. Du aber hast dir dein Volk Jisraël zum Volk aufgerichtet für immer, und du, o Ewiger, bist ihnen Gott geworden!
8206#2. Samuel,7,25#25. Und nun, Ewiger, o Gott, das Wort, das du ob deinem Knecht und seinem Haus geredet hast, bewähre es für immer und tu, wie du geredet.
8207#2. Samuel,7,26#26. Dann wird dein Name groß sein für immer, und man wird sagen: ,Der Ewige der Scharen ist Gott über Jisraël, und das Haus deines Knechtes Dawid wird vor dir gesichert sein.'
8208#2. Samuel,7,27#27. Denn du, Ewiger der Scharen, Gott Jisraëls, hast dem Ohr deines Knechtes offenbart und gesprochen: ,Ein Haus will ich dir bauen'; darum fand dein Knecht sich ein Herz, dies Gebet zu dir zu beten.
8209#2. Samuel,7,28#28. Und nun, Ewiger, o Gott, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit. Und du hast deinem Knecht dieses Gute verheißen.
8210#2. Samuel,7,29#29. Und nun, entschließe dich und segne das Haus deines Knechtes, daß es für immer vor dir bestehe; denn du, Ewiger, o Gott, hast gesprochen, und durch deinen Segen wird das Haus deines Knechtes für immer gesegnet sein.»
8211#2. Samuel,8,1#1. Und es war nachher, da schlug Dawid die Pelischtäer und beugte sie und nahm Meteg-ha-Amma aus der Hand der Pelischtäer.
8212#2. Samuel,8,2#2. Dann schlug er Moab und maß sie mit der Schnur ab, indem er sie auf die Erde niederlegen ließ; zwei Schnüre maß er ab, sie zu töten, und eine Schnur voll, sie am Leben zu erhalten. So wurde Moab Dawid zu Knechten, die ihm Abgabe darbrachten.
8213#2. Samuel,8,3#3. Dann schlug Dawid Hadad'eser, den Sohn Rehobs, den König von Zoba, als er hinzog, um seine Hand gegen den Peratstrom zu wenden.
8214#2. Samuel,8,4#4. Und Dawid nahm von ihm eintausendsiebenhundert Reiter und zwanzigtausend Mann Fußvolk, und Dawid verstümmelte alles Wagengespann, nur hundert Wagen ließ er davon übrig.
8215#2. Samuel,8,5#5. Da kam Aram-Dammesek, um Hadad'eser, dem König von Zoba, zu helfen; aber Dawid schlug von Aram zweiundzwanzigtausend Mann.
8216#2. Samuel,8,6#6. Dann setzte Dawid Posten ein in Aram-Dammesek, und Aram wurde Dawid zu Knechten, die Abgabe darbrachten. So half der Ewige Dawid überall, wohin er ging.
8217#2. Samuel,8,7#7. Und Dawid nahm die goldenen Schilde, die die Knechte Hadad'esers hatten, und brachte sie nach Jeruschalaim.
8218#2. Samuel,8,8#8. Und aus Betah und aus Berotai, den Städten Hadad'esers, brachte der König Dawid sehr viel Erz.
8219#2. Samuel,8,9#9. Als aber Toi, der König von Hamat, hörte, daß Dawid das ganze Heer Hadad'esers geschlagen hatte,
8220#2. Samuel,8,10#10. da sandte Toi seinen Sohn Joram zum König Dawid, um ihn nach dem Wohl zu fragen und ihn zu beglückwünschen, weil er mit Hadad'eser gekämpft und ihn geschlagen hatte - denn ein Kriegsgegner Tois war Hadad'eser gewesen - und in seiner Hand waren silberne, goldene und eherne Geräte.
8221#2. Samuel,8,11#11. Auch sie weihte der König Dawid dem Ewigen samt dem Silber und dem Gold, das er geweiht hatte von allen Völkern, die er unterworfen,
8222#2. Samuel,8,12#12. von Aram und von Moab und von den Söhnen Ammons, von den Pelischtäern und von Amalek und von der Beute Hadad'esers, des Sohnes Rehobs, des Königs von Zoba.
8223#2. Samuel,8,13#13. Und Dawid machte (sich) einen Namen, nachdem er zurückgekehrt war vom Sieg über Aram im Salztal: Achtzehntausend.
8224#2. Samuel,8,14#14. Dann setzte er in Edom Posten ein, in ganz Edom setzte er Posten ein. So wurde ganz Edom Dawid dienstbar, und so half der Ewige Dawid überall, wohin er ging.
8225#2. Samuel,8,15#15. Und Dawid war König über ganz Jisraël, und Dawid schaffte Recht und Gerechtigkeit seinem ganzen Volk.
8226#2. Samuel,8,16#16. Und Joab, der Sohn der Zeruja, war über das Heer (gesetzt), und Jehoschafat, der Sohn Ahiluds, war Vortragender.
8227#2. Samuel,8,17#17. Und Zadok, der Sohn Ahitubs, und Ahimelech, der Sohn Ebjatars, waren Priester, und Seraja war Schreiber.
8228#2. Samuel,8,18#18. Und Benajahu, der Sohn Jehojadas, und die Kreter und Peleter; und die Söhne Dawids waren Priester.
8229#2. Samuel,9,1#1. Und Dawid sagte: «Ist es, daß noch jemand da ist, der übrig geblieben vom Haus Schauls, so will ich Liebe an ihm üben um Jehonatans willen.»
8230#2. Samuel,9,2#2. Nun hatte Schauls Haus einen Knecht, namens Ziba, den rief man zu Dawid. Und der König sagte zu ihm: «Bist du Ziba?» Er sprach: «Dein Knecht.»
8231#2. Samuel,9,3#3. Da sprach der König: «Ist niemand mehr da vom Haus Schauls, daß ich ihm Gottes Liebe erweise?» Da sprach Ziba zum König: «Es ist noch ein Sohn da von Jehonatan, an den Beinen gelähmt.»
8232#2. Samuel,9,4#4. Da sagte zu ihm der König: «Wo ist er?» Und Ziba sprach zum König: «Da ist er im Haus Machirs, des Sohnes Amiëls, in Lo-Debar.»
8233#2. Samuel,9,5#5. Da sandte der König hin und ließ ihn holen aus dem Haus Machirs, des Sohnes Amiëls, aus Lo-Debar.
8234#2. Samuel,9,6#6. Da kam Mefiboschet, der Sohn Jehonatans, des Sohnes Schauls, zu David, und er fiel auf sein Angesicht und warf sich hin. Da sprach Dawid: «Mefiboschet!» Und er sprach: «Hier ist dein Knecht!»
8235#2. Samuel,9,7#7. Da sprach Dawid zu ihm: «Fürchte nicht, denn ich will Liebe an dir üben um Jehonatans, deines Vaters, willen, und ich will dir alles Feld deines Vaters Schaul wiedergeben. Du aber sollst allezeit an meinem Tisch speisen.»
8236#2. Samuel,9,8#8. Da warf er sich hin und sagte: «Was ist dein Knecht, daß du dich einem toten Hund zugewandt hast, wie ich es bin?»
8237#2. Samuel,9,9#9. Da rief der König Ziba, den Burschen Schauls, und sprach zu ihm: «Alles, was Schaul und seinem ganzen Haus gehört hat, habe ich dem Sohn deines Herrn gegeben.
8238#2. Samuel,9,10#10. Und du sollst ihm das Land bebauen, du und deine Söhne und deine Knechte, und sollst es einbringen, daß Brot sei für den Sohn deines Herrn, und er es esse, Mefiboschet aber, der Sohn deines Herrn, soll allezeit an meinem Tisch speisen.» Und Ziba hatte fünfzehn Söhne und zwanzig Knechte.
8239#2. Samuel,9,11#11. Da sagte Ziba zum König: «Ganz wie mein Herr König seinem Knecht befiehlt, so wird es dein Knecht tun.» «Mefiboschet aber ißt an meinem Tisch wie einer von den Königssöhnen».
8240#2. Samuel,9,12#12. Mefiboschet aber hatte einen kleinen Sohn, namens Micha. Und alle Bewohnerschaft des Hauses Zibas waren Knechte Mefiboschets.
8241#2. Samuel,9,13#13. So wohnte Mefiboschet in Jeruschalaim, denn am Tisch des Königs speiste er beständig; er war aber lahm an beiden Beinen.
8242#2. Samuel,10,1#1. Und es war nachher, da starb der König der Söhne Ammons, und sein Sohn Hanun wurde König an seiner Statt.
8243#2. Samuel,10,2#2. Da dachte Dawid: «Ich will Hanun, dem Sohn Nahaschs, Liebe erweisen, wie sein Vater mir Liebe erwiesen hat.» So sandte Dawid hin, um ihn durch seine Diener wegen seines Vaters zu trösten. Als nun Dawids Diener in das Land der Söhne Ammons kamen,
8244#2. Samuel,10,3#3. da sprachen die Obersten der Söhne Ammons zu ihrem Herrn Hanun: «Ehrt Dawid deinen Vater in deinen Augen, da er dir Tröster schickt? Gewiß nur, um die Stadt zu erforschen, sie auszuspähen und umzustürzen, hat Dawid seine Diener zu dir geschickt!»
8245#2. Samuel,10,4#4. Da ergriff Hanun die Diener Dawids, ließ ihnen den halben Bart abscheren und ihre Kleider bis zur Hälfte, bis zum Gesäß, abschneiden und entließ sie.
8246#2. Samuel,10,5#5. Und man meldete dies Dawid, da sandte er ihnen entgegen, da die Männer arg beschämt waren; und der König ließ sagen: «Bleibt in Jereho, bis euch der Bart gewachsen ist, dann kehrt heim!»
8247#2. Samuel,10,6#6. Als nun die Söhne Ammons sahen, daß sie bei Dawid anrüchig geworden waren, sandten die Söhne Ammons hin und dangen sich Aram von Bet-Rehob und Aram von Zoba, zwanzigtausend Marschfähige, den König von Maacha mit tausend Mann und die Männer aus Tob, zwölftausend Mann.
8248#2. Samuel,10,7#7. Als Dawid das hörte, sandte er Joab mit dem ganzen Heer, den Helden, aus.
8249#2. Samuel,10,8#8. Da zogen die Söhne Ammons aus und ordneten sich zum Kampf am Eingang des Tores, Aram von Zoba aber und Rehob und die Männer aus Tob und Maacha für sich auf dem Feld.
8250#2. Samuel,10,9#9. Als nun Joab sah, daß die Front des Kampfes sich von vorn und von hinten gegen ihn richtete, da wählte er aus allen Erlesenen Jisraëls und ordnete sie Aram gegenüber.
8251#2. Samuel,10,10#10. Den Rest des Volkes aber gab er in die Hand seines Bruders Abischai, daß er sie den Söhnen Ammons gegenüber aufstellte,
8252#2. Samuel,10,11#11. und sprach: «Wenn Aram stärker ist als ich, so sei du mir zur Hilfe, wenn aber die Söhne Ammons stärker sind als du, so komme ich, um dir zu helfen.
8253#2. Samuel,10,12#12. Sei stark und laß uns stark sein für unser Volk und für die Städte unseres Gottes! Und der Ewige möge tun, was recht ist in seinen Augen.»
8254#2. Samuel,10,13#13. Als nun Joab mit dem Volk, das bei ihm war, zum Kampf gegen Aram heranrückte, flohen die vor ihm.
8255#2. Samuel,10,14#14. Als aber die Söhne Ammons sahen, daß Aram floh, da flohen (auch) sie vor Abischai und kamen in die Stadt. Und Joab zog sich von den Söhnen Ammons zurück und ging nach Jeruschalaim.
8256#2. Samuel,10,15#15. Da nun Aram sah, daß es vor Jisraël geschlagen war, zogen sie sich zusammen.
8257#2. Samuel,10,16#16. Und Hadar'eser sandte hin und ließ Aram, das jenseits des Stromes ist, ausrücken, und sie kamen nach Helam, mit Schobach, dem Heeresobersten Hadar'esers, an ihrer Spitze.
8258#2. Samuel,10,17#17. Als dies Dawid gemeldet wurde, sammelte er ganz Jisraël, durchschritt den Jarden und kam nach Helam. Und Aram ordnete sich Dawid gegenüber und kämpfte mit ihm.
8259#2. Samuel,10,18#18. Aram aber floh vor Jisraël, und Dawid erschlug von Aram siebenhundert Wagen(kämpfer) und viertausend Reiter; auch Schobach, seinen Heeresobersten, schlug er, daß er dort starb.
8260#2. Samuel,10,19#19. Als nun all die Könige, die Diener Hadar'esers, sahen, daß sie vor Jisraël geschlagen waren, machten sie Frieden mit Jisraël und dienten ihnen, und Aram fürchtete fortan, den Söhnen Ammons zu helfen.
8261#2. Samuel,11,1#1. Und es war zur Wiederkehr des Jahres, um die Zeit, da die Könige ausziehen, da schickte Dawid Joab mit seinen Knechten und ganz Jisraël aus; und sie verheerten die Söhne Ammons und belagerten Rabba, während Dawid in Jeruschalaim blieb.
8262#2. Samuel,11,2#2. Es war nun zur Abendzeit, daß Dawid sich von seinem Lager erhob und auf dem Dach des Königshauses sich erging. Da sah er vom Dach herab ein badendes Weib; das Weib aber war sehr schön anzusehn.
8263#2. Samuel,11,3#3. Da sandte Dawid hin und erkundigte sich nach dem Weib, und man sagte: «Das ist ja Bat-Scheba, die Tochter Eliams, das Weib Urijas, des Hittiters.»
8264#2. Samuel,11,4#4. Da schickte Dawid Boten hin und ließ sie holen. Und sie kam zu ihm, und er lag ihr bei - sie aber hatte sich eben von ihrer Unreinheit gereinigt - dann kehrte sie in ihr Haus zurück.
8265#2. Samuel,11,5#5. Da ward das Weib schwanger, und sie sandte hin und ließ Dawid melden und sagen: «Ich bin schwanger.»
8266#2. Samuel,11,6#6. Da schickte Dawid zu Joab: «Schick mir Urija, den Hittiter!» Und Joab schickte Urija zu Dawid.
8267#2. Samuel,11,7#7. Als Urija nun zu ihm kam, fragte Dawid nach dem Wohl Joabs und nach dem Wohl des Volkes und nach dem Stand des Krieges,
8268#2. Samuel,11,8#8. und Dawid sagte zu Urija: «Geh hinunter in dein Haus und wasche deine Füße!» Und Urija ging aus dem Königshaus, und die Gabe des Königs ging hinter ihm.
8269#2. Samuel,11,9#9. Urija aber legte sich am Eingang des Königshauses nieder bei allen Dienern seines Herrn und ging nicht in sein Haus hinab.
8270#2. Samuel,11,10#10. Und man berichtete Dawid und sagte: «Urija ist nicht in sein Haus hinabgegangen.» Da sprach Dawid zu Urija: «Kommst du nicht von einem Marsch, warum gehst du nicht in dein Haus?»
8271#2. Samuel,11,11#11. Da sprach Urija zu Dawid: «Die Lade und Jisraël und Jehuda weilen in Hütten, und mein Herr Joab und die Knechte meines Herrn lagern auf freiem Feld, und ich sollte in mein Haus gehen, zu essen und zu trinken und meinem Weib beizuliegen! Dir Leben und Leben Deiner Seele! Ich werde es nicht tun.»
8272#2. Samuel,11,12#12. Da sprach Dawid zu Urija: «Bleib hier heute noch, und morgen werde ich dich entlassen.» Und Urija blieb in Jeruschalaim an jenem Tag. Und am folgenden,
8273#2. Samuel,11,13#13. da lud Dawid ihn ein, und er aß und trank vor ihm, und er machte ihn trunken. Dann ging er am Abend, um sich auf sein Lager bei den Dienern seines Herrn zu legen, in sein Haus aber ging er nicht hinab.
8274#2. Samuel,11,14#14. Es war aber am Morgen, da schrieb Dawid einen Brief an Joab und schickte ihn durch Urija.
8275#2. Samuel,11,15#15. Und er schrieb in dem Brief, sagend: «Stellt Urija dorthin, wo die Front des Kampfes am heftigsten ist, dann zieht euch von ihm zurück, daß er erschlagen wird und stirbt.»
8276#2. Samuel,11,16#16. Es war nun, als Joab die Stadt belagerte, da stellte er Urija an den Ort, von dem er wußte, daß dort kriegstüchtige Männer waren.
8277#2. Samuel,11,17#17. Als nun die Männer der Stadt ausrückten und mit Joab kämpften, da fiel von dem Volk, von den Knechten Dawids, und da starb auch Urija, der Hittiter.
8278#2. Samuel,11,18#18. Da sandte Joab hin und ließ Dawid alle Begebenheiten des Kampfes melden.
8279#2. Samuel,11,19#19. Und er befahl dem Boten und sprach: «Wenn du die Begebenheiten des Kampfes dem König zuende berichtet hast,
8280#2. Samuel,11,20#20. und wenn dann der Zorn des Königs aufsteigt, und er zu dir sagt: ,Warum seid ihr an die Stadt herangerückt um zu kämpfen? Wußtet ihr nicht, daß sie von der Mauer herabschießen?
8281#2. Samuel,11,21#21. Wer hat Abimelech, den Sohn Jerubbeschets, erschlagen? Hat nicht ein Weib die Scheibe eines Mühlsteins von der Mauer auf ihn geworfen, daß er in Tebez starb? Warum seid ihr an die Mauer herangerückt?' - so sage du: ,Auch dein Knecht Urija, der Hittiter, ist tot.'»
8282#2. Samuel,11,22#22. Und der Bote ging und kam und meldete alles, was Joab ihm aufgetragen hatte.
8283#2. Samuel,11,23#23. Und es sprach der Bote zu Dawid: «Die Männer waren uns überlegen und waren gegen uns aufs freie Feld ausgerückt, wir aber blieben an ihnen bis zum Eingang des Tores.
8284#2. Samuel,11,24#24. Da schossen die Bogenschützen auf deine Knechte von der Mauer herab, und es starben von den Knechten des Königs, und auch dein Knecht Urija, der Hittiter, ist tot.»
8285#2. Samuel,11,25#25. Da sprach Dawid zum Boten: «So sollst du zu Joab sprechen: ,Laß dir dies nicht leid sein in deinen Augen, denn bald hier, bald dort frißt das Schwert. Halt aus in deinem Kampf gegen die Stadt und zerstöre sie!' Und festige ihn.»
8286#2. Samuel,11,26#26. Als nun das Weib Urijas hörte, daß ihr Mann Urija tot war, da trauerte sie um ihren Gatten.
8287#2. Samuel,11,27#27. Als aber die Trauer um war, sandte Dawid hin und nahm sie zu sich in sein Haus, und sie ward ihm zum Weib und gebar ihm einen Sohn. Aber das, was Dawid getan hatte, war böse in den Augen des Ewigen.
8288#2. Samuel,12,1#1. Da sandte der Ewige Natan zu Dawid; und er kam zu ihm und sprach zu ihm: «Zwei Männer waren in einer Stadt, der eine reich, der andere arm.
8289#2. Samuel,12,2#2. Der Reiche hatte der Schafe und Rinder sehr viel,
8290#2. Samuel,12,3#3. der Arme aber hatte nichts als ein kleines Lamm, das er sich erworben; das nährte er, und es wuchs bei ihm mit seinen Kindern zusammen auf; von seinem Bissen aß es, von seinem Becher trank es, in seinem Schoß schlief es; und es war ihm wie eine Tochter.
8291#2. Samuel,12,4#4. Da kam ein Wanderer zu dem reichen Mann. Und da es ihm leid tat, von seinen Schafen und seinen Rindern zu nehmen, um es für den Wandersmann zu bereiten, der zu ihm gekommen war, nahm er das Lamm des armen Mannes und bereitete es für den Mann, der zu ihm gekommen war.»
8292#2. Samuel,12,5#5. Da flammte Dawids Angesicht gewaltig auf wider den Mann, und er sprach zu Natan: «Es lebt der Ewige! Ein Kind des Todes ist der Mann, der solches getan!
8293#2. Samuel,12,6#6. Das Lamm aber soll er vierfach erstatten dafür, daß er solches getan, und weil er kein Mitleid gehabt.»
8294#2. Samuel,12,7#7. Da sprach Natan zu Dawid: «Du bist der Mann! So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Ich habe dich zum König gesalbt über Jisraël, und ich habe dich errettet aus der Hand Schauls.
8295#2. Samuel,12,8#8. Und ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben und die Weiber deines Herrn dir in den Schoß. Ich habe dir das Haus Jisraël und Jehuda gegeben, und ist dir dies zu wenig, gäbe ich dir noch mehr, dergleichen und desgleichen.
8296#2. Samuel,12,9#9. Warum hast du das Wort des Ewigen mißachtet, zu tun, was böse ist in meinen Augen? Urija, den Hittiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und sein Weib hast du dir zur Frau genommen! Ihn hast du getötet durch das Schwert der Söhne Ammons -
8297#2. Samuel,12,10#10. nun denn, so soll das Schwert von deinem Haus nicht weichen bis in Ewigkeit, dafür daß du mich mißachtet und das Weib Urijas, des Hittiters, genommen hast, daß sie dir zur Frau sei!
8298#2. Samuel,12,11#11. So spricht der Ewige: Sieh, ich werde wider dich Unheil erstehen lassen aus deinem Haus und werde deine Weiber vor deinen Augen wegnehmen und deinem Genossen geben, daß er deinen Weibern beiliege angesichts dieser Sonne.
8299#2. Samuel,12,12#12. Denn du hasts im Geheimen getan, ich aber werde dies tun vor ganz Jisraël und angesichts der Sonne.»
8300#2. Samuel,12,13#13. Da sprach Dawid zu Natan: «Ich habe gesündigt gegen den Ewigen.» Und Natan sprach zu Dawid: «So hat denn auch der Ewige deine Sünde beseitigt, daß du nicht stirbst.
8301#2. Samuel,12,14#14. Aber da du ,die Feinde des Ewigen' gelästert hast durch diese Sache, muß denn der Sohn, der dir geboren ist, sterben.»
8302#2. Samuel,12,15#15. Dann ging Natan in sein Haus. Und der Ewige schlug das Kind, das Urijas Weib Dawid geboren hatte, daß es todkrank wurde.
8303#2. Samuel,12,16#16. Und Dawid suchte Gott um des Knaben willen, und Dawid hielt ein Fasten und kam und lag über Nacht auf der Erde.
8304#2. Samuel,12,17#17. Da traten die Ältesten seines Hauses zu ihm hin, um ihn vom Boden aufzurichten, er aber wollte nicht und aß kein Brot mit ihnen.
8305#2. Samuel,12,18#18. Es war aber am siebenten Tag, da starb das Kind. Die Diener Dawids aber fürchteten ihm zu melden, daß das Kind tot war, denn sie dachten: «Schon als das Kind am Leben war, sprachen wir zu ihm, er aber hörte nicht auf unsere Stimme; wie könnten wir ihm sagen, daß das Kind tot ist, er würde Unheil anrichten.»
8306#2. Samuel,12,19#19. Als Dawid sah, daß die Diener miteinander flüsterten, merkte Dawid, daß das Kind tot war, und Dawid sagte zu seinen Dienern: «Ist das Kind tot?» Und sie sprachen: «Es ist tot.»
8307#2. Samuel,12,20#20. Da stand Dawid von der Erde auf, wusch und salbte sich und wechselte seine Kleider; dann kam er in das Haus des Ewigen und warf sich hin und kam dann wieder in sein Haus. Und er verlangte, da setzte man ihm Brot vor, und er aß.
8308#2. Samuel,12,21#21. Da sprachen seine Diener zu ihm: «Was ist dies, das du getan? Solange das Kind noch lebte, fastetest du und weintest; nachdem aber das Kind tot war, standest du auf und aßest Brot?»
8309#2. Samuel,12,22#22. Da sprach er: «Solange das Kind noch lebte, fastete und weinte ich; denn ich dachte: Wer weiß, vielleicht gibt Gott mir Gnade, und das Kind bleibt am Leben.
8310#2. Samuel,12,23#23. Jetzt aber, da es tot ist, wozu soll ich fasten? Kann ich es wieder zurückbringen? Ich gehe zu ihm, es aber kehrt nicht zu mir zurück.»
8311#2. Samuel,12,24#24. Und Dawid tröstete sein Weib Bat-Scheba; er ging zu ihr ein und lag ihr bei. Und sie gebar einen Sohn; und er nannte ihn Schelomo, und der Ewige hatte ihn lieb,
8312#2. Samuel,12,25#25. und er sandte durch Natan, den Begeisteten; der nannte ihn Jedidja-1-, um des Ewigen willen. -1) Gottgeliebt.++
8313#2. Samuel,12,26#26. Und Joab kämpfte gegen Rabba der Söhne Ammons und eroberte die Königsstadt.
8314#2. Samuel,12,27#27. Darauf sandte Joab Boten zu Dawid und ließ ihm sagen: «Ich habe um Rabba gekämpft und auch die Wasserburg erobert.
8315#2. Samuel,12,28#28. Und nun sammle den Rest des Volkes, belagere die Stadt und erobere sie, damit nicht ich die Stadt erobere, und mein Name darüber genannt werde.»
8316#2. Samuel,12,29#29. Da sammelte Dawid alles Volk, zog nach Rabba, bekämpfte und eroberte es.
8317#2. Samuel,12,30#30. Und er nahm ihrem König die Krone von seinem Haupt; ihr Gewicht war eine Scheibe Gold, mit kostbaren Steinen, und sie kam auf Dawids Haupt. Auch die Beute der Stadt führte er, sehr viel, heraus.
8318#2. Samuel,12,31#31. Das Volk aber, das darin war, führte er hinaus und stellte es an die Walzen, an die eisernen Picken und an die eisernen Äxte und ließ sie an die Ziegelform führen. Und so tat Dawid mit allen Städten der Söhne Ammons, dann kehrte Dawid und alles Volk nach Jeruschalaim zurück.
8319#2. Samuel,13,1#1. Und es war nachher. Und Abschalom der Sohn Dawids, hatte eine schöne Schwester, und ihr Name war Tamar. Und Amnon, der Sohn Dawids, liebte sie.
8320#2. Samuel,13,2#2. Und Amnon wurde es weh zum Kranken um seiner Schwester Tamar willen. Denn sie war Jungfrau, und in den Augen Amnons schien es unmöglich, ihr irgend etwas anzutun.
8321#2. Samuel,13,3#3. Amnon aber hatte einen Freund, dessen Name war Jonadab, der Sohn Schim'as, eines Bruders von Dawid. Und Jonadab war ein sehr kluger Mann.
8322#2. Samuel,13,4#4. Der sprach zu ihm: «Warum bist du so elend, Königssohn, Morgen für Morgen? Willst du es mir nicht mitteilen?» Da sagte ihm Amnon: «Tamar, die Schwester meines Bruders Abschalom, liebe ich.»
8323#2. Samuel,13,5#5. Da sprach Jehonadab zu ihm: «Leg dich auf dein Lager und stell dich krank. Kommt dann dein Vater, dich zu sehen, so sag zu ihm: ,Mag doch meine Schwester Tamar kommen und mir Speise zu essen geben! Mag sie die Speise vor meinen Augen zubereiten, daß ich es sehen könnte, dann würde ich aus ihrer Hand essen.»
8324#2. Samuel,13,6#6. Und Amnon legte sich hin und stellte sich krank. Als nun der König kam, nach ihm zu sehen, sprach Amnon zum König: «Mag doch meine Schwester Tamar kommen und vor meinen Augen zwei Füllkuchen füllen, damit ich aus ihrer Hand esse.»
8325#2. Samuel,13,7#7. Da sandte Dawid zu Tamar ins Haus und ließ sagen: «Geh doch in das Haus deines Bruders Amnon und bereite ihm die Speise.»
8326#2. Samuel,13,8#8. Da ging Tamar in das Haus ihrer Bruders Amnon, und er lag da, und sie nahm den Teig, knetete und füllte ein vor seinen Augen und kochte die Füllkuchen.
8327#2. Samuel,13,9#9. Dann nahm sie die Pfanne und goß es ein vor ihm. Er aber weigerte sich zu essen. Da sprach Amnon: «Führt jedermann von mir hinaus!» Und es ging jedermann von ihm hinaus.
8328#2. Samuel,13,10#10. Dann sprach Amnon zu Tamar: «Bring mir die Speise ins Gemach, damit ich aus deiner Hand esse.» Da nahm Tamar die Füllkuchen, die sie bereitet hatte, und brachte sie zu ihrem Bruder ins Gemach.
8329#2. Samuel,13,11#11. Als sie ihm aber zu essen hinreichte, ergriff er sie und sagte zu ihr: «Komm, leg dich zu mir, Schwester!»
8330#2. Samuel,13,12#12. Sie aber sprach zu ihm: «Nicht doch, schände mich nicht, denn so handelt man nicht in Jisraël, tu nicht diese Schandtat!
8331#2. Samuel,13,13#13. Und ich, wohin sollte ich meine Schande tragen! Du aber würdest wie einer der Niederträchtigen in Jisraël sein; und nun rede doch mit dem König, denn er wird mich dir nicht versagen.»
8332#2. Samuel,13,14#14. Er aber wollte nicht auf ihre Stimme hören, überwältigte sie, schändete sie und lag ihr bei.
8333#2. Samuel,13,15#15. Nun aber haßte Amnon sie mit sehr großem Haß, ja, größer war der Haß, mit dem er sie haßte, als die Liebe, mit der er sie geliebt, und Amnon sagte zu ihr: «Auf, geh fort!»
8334#2. Samuel,13,16#16. Sie aber sprach zu ihm: «Nicht doch; ob dieses Unrechts, größer als das andere, das du mir angetan: Mich fortzujagen.» Er aber wollte nicht auf ihre Stimme hören.
8335#2. Samuel,13,17#17. Und er rief seinen Burschen, seinen Diener, und sagte zu ihm: «Schickt doch diese von mir hinaus, und riegelt die Tür hinter ihr zu.»
8336#2. Samuel,13,18#18. Und sie hatte ein Passimkleid an, denn solche Oberkleider tragen die Königstöchter, die Jungfrauen. Als sie nun der Diener hinausgejagt und die Tür hinter ihr zugeriegelt hatte,
8337#2. Samuel,13,19#19. nahm Tamar Asche auf ihr Haupt, zerriß das Passimkleid, das sie anhatte, legte ihre Hand aufs Haupt, lief umher und schrie.
8338#2. Samuel,13,20#20. Da sprach ihr Bruder Abschalom zu ihr: «War etwa dein Bruder Aminon bei dir? Nun denn, meine Schwester, schweig, er ist ja dein Bruder, nimm dir diese Sache nicht zu Herzen!» So blieb Tamar, einsam, im Haus ihres Bruders Abschalom.
8339#2. Samuel,13,21#21. Als König Dawid alle diese Dinge hörte, verdroß es ihn gar sehr.
8340#2. Samuel,13,22#22. Und Abschalom redete nicht mit Amnon, weder im Bösen noch im Guten, denn Abschalom haßte Amnon, weil er seine Schwester Tamar geschändet hatte.
8341#2. Samuel,13,23#23. Und es war nach Verlauf von zwei Jahren, da hielt man Schafschur ab bei Abschalom in Baal-Hazor, das bei Efraim liegt, und Abschalom lud alle Söhne des Königs.
8342#2. Samuel,13,24#24. Und Abschalom kam zum König und sagte: «Sieh, man hält Schafschur bei deinem Knecht, mag doch der König samt seinen Dienern mit deinem Knecht hingehn.»
8343#2. Samuel,13,25#25. Da sprach der König zu Abschalom: «Nicht doch, mein Sohn, wir wollen nicht alle hingehn und dir nicht beschwerlich werden»; da drang er in ihn, aber er wollte nicht mitgehn und er segnete ihn.
8344#2. Samuel,13,26#26. Da sprach Abschalom: «Wo nicht, mag doch wenigstens mein Bruder Amnon mit uns gehen!» Da sagte zu ihm der König: «Wozu soll er mit dir gehen?»
8345#2. Samuel,13,27#27. Aber Abschalom drang in ihn; da schickte er Amnon mit ihm und alle Königssöhne.
8346#2. Samuel,13,28#28. Und Abschalom gebot seinen Burschen und sagte: «Seht doch zu! Wenn Amnons Sinn vom Wein wohl geworden ist, und ich zu euch sage: ,Schlagt Amnon', so tötet ihn, fürchtet nicht, hab ichs doch euch geboten, seid fest und zeigt euch als tapfere Männer!»
8347#2. Samuel,13,29#29. Da taten die Burschen Abschaloms an Amnon so, wie Abschalom befohlen hatte. Alle Königssöhne aber machten sich auf, ritten davon, ein jeder auf seinem Maultier, und entflohen.
8348#2. Samuel,13,30#30. Es war aber, während sie unterwegs waren, da kam das Gerücht zum König, besagend: Erschlagen hat Abschalom alle Söhne des Königs, und auch nicht einer ist von ihnen übrig geblieben.
8349#2. Samuel,13,31#31. Da stand der König auf, zerriß seine Kleider und legte sich auf die Erde, und alle seine Diener standen um ihn, die Kleider zerrissen.
8350#2. Samuel,13,32#32. Da hob Jonadab, der Sohn Schim'as, des Bruders von Dawid, an und sagte: «Mag mein Herr doch nicht denken, alle die Jünglinge, die Königssöhne, habe man getötet, vielmehr Amnon allein ist tot! Denn auf Befehl Abschaloms war es angelegt, seit dem Tag, da jener seine Schwester Tamar geschändet hatte.
8351#2. Samuel,13,33#33. Und nun möge doch mein Herr, der König, sich nicht etwas in den Sinn nehmen, zu denken, alle Königssöhne sind tot, sondern Amnon allein ist tot.
8352#2. Samuel,13,34#34. Und Abschalom entfloh. Da hob der Bursch, der ausspähte, seine Augen und sah, sieh da, viel Volk kam vom Weg hinter ihm, von der Seite des Berges.
8353#2. Samuel,13,35#35. Da sprach Jonadab zum König: «Sieh, da sind die Königssöhne gekommen, wie dein Knecht es gesagt, so ists geschehen.»
8354#2. Samuel,13,36#36. Es war nun, da er zu Ende geredet hatte, sieh, da kamen die Königssöhne und hoben ihre Stimmen und weinten, und auch der König und alle seine Diener brachen in sehr heftiges Weinen aus.
8355#2. Samuel,13,37#37. Abschalom aber entfloh und ging zu Talmai, dem Sohn Ammihuds, dem König von Geschur. Und er-1- trauerte um seinen Sohn allezeit. -1) Dawid.++
8356#2. Samuel,13,38#38. Und Abschalom war entflohen und nach Geschur gegangen. Dort blieb er drei Jahre.
8357#2. Samuel,13,39#39. Da machte es den König Dawid schmachten, nach Abschalom hinauszuziehn, denn er hatte sich über Amnon getröstet, daß er gestorben war.
8358#2. Samuel,14,1#1. Und Joab, der Sohn der Zeruja, erkannte, daß das Herz des Königs nach Abschalom stand.
8359#2. Samuel,14,2#2. Da sandte Joab nach Tekoa und ließ von dort ein kluges Weib holen und sprach zu ihr: «Stell dich doch trauernd und zieh doch Trauerkleider an, salbe dich nicht mit Öl, und stell dich wie ein Weib, das schon lange Zeit um einen Toten trauert.
8360#2. Samuel,14,3#3. Komm dann zum König und rede zu ihm solchermaßen.» Und Joab legte ihr die Worte in den Mund.
8361#2. Samuel,14,4#4. Da sprach das Weib aus Tekoa zum König, fiel auf ihr Angesicht zur Erde nieder, warf sich hin und sagte: «Hilf, o König!»
8362#2. Samuel,14,5#5. Da sprach der König zu ihr: «Was ist dir?» Und sie sagte: «Ach, eine Witwe bin ich, mein Mann ist mir gestorben.
8363#2. Samuel,14,6#6. Und deine Magd hatte zwei Söhne, die gerieten beide auf dem Feld in Streit, und da kein Retter zwischen ihnen war, erschlug der eine den andern und tötete ihn.
8364#2. Samuel,14,7#7. Da erhob sich die ganze Sippe wider deine Magd und sprach: ,Gib den, der seinen Bruder erschlagen hat, heraus, daß wir ihn töten für das Leben seines Bruders, den er umgebracht hat, daß wir auch den Erben vernichten.' So wollen sie meine Kohlenglut, die noch übrig geblieben, auslöschen, um meinem Mann nicht Nam und Nachbleib zu lassen auf der Erde.»
8365#2. Samuel,14,8#8. Da sprach der König zu dem Weib: «Geh in dein Haus, und ich werde deinetwegen Befehl geben.»
8366#2. Samuel,14,9#9. Da sprach das Weib aus Tekoa zum König: «Auf mir, mein Herr König, ruht die Schuld und auf dem Haus meines Vaters, der König aber und sein Thron sind schuldfrei.»
8367#2. Samuel,14,10#10. Da sprach der König: «Wer immer zu dir redet, den bringe zu mir, er soll dich nicht ferner antasten.»
8368#2. Samuel,14,11#11. Und sie sprach: «Gedenke doch, o König, des Ewigen, deines Gottes, daß der Bluträcher nicht noch mehr Verderben anrichte, und man meinen Sohn nicht vertilge.» Da sprach er: «Es lebt der Ewige! Ob ein Haar deines Sohnes zur Erde fallen soll!»
8369#2. Samuel,14,12#12. Da sprach das Weib: «Dürfte doch deine Magd zu meinem Herrn, dem König, ein Wort reden!» Und er sprach: «Rede!»
8370#2. Samuel,14,13#13. Da sprach das Weib: «Und warum sinnst du solches über das Volk Gottes - und indem der König dieses Wort spricht, ist er wie ein Schuldiger -, daß der König seinen Verbannten nicht zurückkehren läßt?
8371#2. Samuel,14,14#14. Denn sterben müssen wir und gleich dem Wasser, das in die Erde verrinnt, und das man nicht wieder aufsammeln kann, aber Gott wird dessen Leben nicht fortnehmen, der seine Gedanken darauf richtet, daß ein Verstoßener von ihm nicht verstoßen bleibe.
8372#2. Samuel,14,15#15. Nun denn, daß ich gekommen bin, zu meinem Herrn, dem König, dieses Wort zu reden, geschah, weil das Volk mir Angst machte. Da dachte deine Magd: Ich will doch mit dem König reden, vielleicht tut der König das Wort seiner Magd.
8373#2. Samuel,14,16#16. Denn der König wird es erhören, seine Magd aus der Hand des Mannes zu retten, der mich samt meinem Sohn aus dem Erbe Gottes vertilgen will.
8374#2. Samuel,14,17#17. Daher dachte deine Magd: Möge das Wort meines Herrn, des Königs, mir Beruhigung sein, denn wie ein Bote Gottes, so ist mein Herr, der König, um das Gute und das Böse anzuhören. Und der Ewige, dein Gott, sei mit dir!»
8375#2. Samuel,14,18#18. Da antwortete der König und sprach zu dem Weib: «Verhehle mir nichts, wonach ich dich frage.» Da sagte das Weib: «Möge doch mein Herr, der König, reden!»
8376#2. Samuel,14,19#19. Da sprach der König: «Ist die Hand Joabs mit dir bei alledem?» Da antwortete das Weib und sprach: «Leben deiner Seele, mein Herr, o König! Ob es möglich ist, rechts oder links abzugehn von allem, was mein Herr, der König redet! Ja, dein Knecht Joab, er hat mir Auftrag gegeben, und er hat in den Mund deiner Magd alle diese Worte gelegt.
8377#2. Samuel,14,20#20. Um das Gesicht der Sache zu wenden, hat dein Knecht Joab dies getan, aber mein Herr ist weise gleich der Weisheit eines Gottesboten, daß er alles weiß, was im Land geschieht.»
8378#2. Samuel,14,21#21. Da sprach der König zu Joab: «Sieh, ich will diese Sache tun, geh und hole den Knaben Abschalom zurück!»
8379#2. Samuel,14,22#22. Da fiel Joab auf sein Angesicht zur Erde, warf sich hin und segnete den König; dann sprach Joab: «Heute weiß dein Knecht, daß ich Gunst gefunden in deinen Augen, mein Herr, o König, da der König das Wort deines Knechtes getan.»
8380#2. Samuel,14,23#23. Da machte sich Joab auf, ging nach Geschur und brachte Abschalom nach Jeruschalaim.
8381#2. Samuel,14,24#24. Der König aber sagte: «Er soll sich nach seinem Haus wenden, mein Antlitz aber soll er nicht sehen.» Da wandte sich Abschalom nach seinem Haus, das Antlitz des Königs aber sah er nicht.
8382#2. Samuel,14,25#25. Und so schön wie Abschalom war kein Mann in ganz Jisraël, sehr zu rühmen, von der Fußsohle bis zum Scheitel war kein Fehl an ihm.
8383#2. Samuel,14,26#26. Und wenn er sein Haupt schor - es geschah immer nach Ablauf eines Jahres, daß er es schor - weil es ihm zu schwer wurde, so schor er es ab -, dann wog man sein Haupthaar: Zweihundert Schekel nach königlichem Gewicht.
8384#2. Samuel,14,27#27. Und es wurden Abschalom drei Söhne geboren und eine Tochter, ihr Name war Tamar, sie war ein Weib von schönem Aussehn.
8385#2. Samuel,14,28#28. Und Abschalom weilte in Jeruschalaim zwei Jahre und hatte das Antlitz des Königs nicht gesehen.
8386#2. Samuel,14,29#29. Da schickte Abschalom zu Joab, um ihn zum König zu senden, aber er wollte nicht zu ihm kommen; da schickte er noch ein zweites Mal, aber er wollte nicht kommen.
8387#2. Samuel,14,30#30. Da sprach er zu seinen Knechten: «Seht, ein Feld Joabs ist zu meiner Seite, er hat dort Gerste; geht und steckt es in Brand.» Da steckten die Knechte Abschaloms das Feld in Brand.
8388#2. Samuel,14,31#31. Da machte sich Joab auf und kam zu Abschalom ins Haus und sprach zu ihm: «Warum haben deine Knechte das Feld, das mir gehört, in Brand gesteckt?»
8389#2. Samuel,14,32#32. Da sprach Abschalom zu Joab: «Sieh, ich habe zu dir geschickt und sagen lassen: Komm hierher, daß ich dich zum König schicke, ihm zu sagen: Wozu bin ich aus Geschur gekommen? Besser wäre es für mich, ich wäre noch dort. Nun will ich das Antlitz des Königs sehen. Und wenn an mir Schuld ist, dann mag er mich töten.»
8390#2. Samuel,14,33#33. Da kam Joab zum König und berichtete es ihm. Der ließ Abschalom rufen, und er kam zum König, warf sich auf sein Angesicht zur Erde hin vor dem König, und der König küßte Abschalom.
8391#2. Samuel,15,1#1. Und es war nachher, da schaffte sich Abschalom Wagen und Pferde an, und fünfzig Mann liefen vor ihm her.
8392#2. Samuel,15,2#2. Und Abschalom stellte sich frühmorgens neben den Weg zum Tor hin. Und es war dann: Jedermann, der eine Streitsache hatte, zum König zu Gericht zu kommen, dem rief Abschalom zu und sprach: «Aus welcher Stadt bist du?» Sagte er dann: «Aus einer der Stämme Jisraëls ist dein Knecht»,
8393#2. Samuel,15,3#3. dann sprach Abschalom zu ihm: «Siehe, deine Worte sind gut und recht, aber keiner ist da, der dir Gehör schenkt von seiten des Königs.»
8394#2. Samuel,15,4#4. Und Abschalom sagte: «O, daß man mich doch zum Richter im Land bestellte, daß an mich käme jeder Mann, der Streit oder Rechtssache hat, ich würde ihm Recht schaffen.»
8395#2. Samuel,15,5#5. Und wenn jemand herantrat, um sich vor ihm hinzuwerfen, dann streckte er seine Hand aus, hielt ihn fest und küßte ihn.
8396#2. Samuel,15,6#6. Und Abschalom tat solcherlei an ganz Jisraël, die zu Gericht zum König kamen. So stahl Abschalom das Herz der Männer Jisraëls.
8397#2. Samuel,15,7#7. Und es war am Ende von vierzig Jahren, da sprach Abschalom zum König: «Ich möchte hingehn und mein Gelöbnis erfüllen, das ich dem Ewigen gelobt habe, in Hebron.
8398#2. Samuel,15,8#8. Denn ein Gelöbnis hat dein Knecht getan, als ich in Geschur in Aram weilte, und gesprochen: Wenn mich der Ewige nach Jeruschalaim zurückbringt, will ich dem Ewigen dienen.»
8399#2. Samuel,15,9#9. Da sagte zu ihm der König: «Geh in Frieden.» Und er machte sich auf und ging nach Hebron.
8400#2. Samuel,15,10#10. Abschalom aber hatte Schleichboten durch alle Stämme Jisraëls geschickt und sagen lassen: «Wenn ihr den Schall der Posaune hört, so sprecht: ,Abschalom ist König geworden in Hebron.'»
8401#2. Samuel,15,11#11. Und mit Abschalom gingen zweihundert Mann aus Jeruschalaim, eingeladen, die gingen in ihrer Einfalt mit, sie wußten aber gar nichts.
8402#2. Samuel,15,12#12. Und Abschalom sandte Ahitofel, den Giloniten, den Ratgeber Dawids, aus seiner Stadt Gilo, während er die Schlachtopfer darbrachte. So wurde die Verschwörung stark, und das Volk um Abschalom nahm immer mehr zu.
8403#2. Samuel,15,13#13. Da kam der Künder zu Dawid und sprach: «Das Herz der Männer Jisraëls hat sich Abschalom zugeneigt.»
8404#2. Samuel,15,14#14. Da sprach Dawid zu allen seinen Dienern, die bei ihm in Jeruschalaim waren: «Auf, laßt uns fliehen, denn es bleibt uns keine Rettung vor Abschalom; geht schnell, daß er nicht eile und uns erreiche und über uns das Unheil hereinbrechen lasse und die Stadt schlage, ins Schwert hinein.»
8405#2. Samuel,15,15#15. Da sprachen die Diener des Königs zum König: «Ganz wie der Herr, der König, es beliebt - hier sind deine Knechte.»
8406#2. Samuel,15,16#16. So zog der König aus und sein ganzes Haus ihm nach; und der König ließ die zehn Kebsen zurück, das Haus zu behüten.
8407#2. Samuel,15,17#17. So zog der König aus und alles Volk ihm nach; sie machten halt am Fernhaus.
8408#2. Samuel,15,18#18. Und alle seine Knechte zogen an seiner Seite vorüber, und alle Kereter und alle Peleter und auch alle Gittäer, sechshundert Mann, die ihm aus Gat nachgekommen waren, zogen an des Königs Angesicht vorüber.
8409#2. Samuel,15,19#19. Da sprach der König zu Ittai, dem Gittäer: «Warum willst auch du mit uns ziehen? Kehr zurück und bleib beim König! Du bist ja ein Fremder! Auch magst du auswandern nach deinem Ort.
8410#2. Samuel,15,20#20. Gestern bist du gekommen, und heute soll ich dich forttreiben, mit uns zu gehen, während ich gehe, wohin ich gehen mag? Kehre um und erstatte deinen Brüdern, die mit dir sind, Liebe und Treue.»
8411#2. Samuel,15,21#21. Da antwortete Ittai dem König und sprach: «Es lebt der Ewige, und Leben meinem Herrn, dem König! - Nur an dem Ort, wo mein Herr, der König, ist, sei es zum Tod oder zum Leben, nur dort will dein Knecht sein.»
8412#2. Samuel,15,22#22. Da sagte der König zu Ittai: «Geh, zieh vorüber!» Da zog Ittai aus Gat vorüber mit allen seinen Männern und allen Kindern, die bei ihm waren.
8413#2. Samuel,15,23#23. Und alles Land weinte mit lauter Stimme, während alles Volk vorüberzog. Der König aber durchschritt das Tal Kidron, und das ganze Volk zog vorüber längs des Wegs bei der Wüste.
8414#2. Samuel,15,24#24. Und da war auch Zadok und mit ihm alle Lewiten; die trugen die Bundeslade Gottes, und als sie die Lade Gottes niedergestellt hatten, ging Ebjatar hinauf, bis das ganze Volk aus der Stadt vollends vorübergezogen war.
8415#2. Samuel,15,25#25. Dann sprach der König zu Zadok: «Bringe die Lade Gottes in die Stadt zurück. Wenn ich Gunst finde in den Augen des Ewigen, wird mich der Ewige heimkehren und mich ihn und seine Stätte schauen lassen.
8416#2. Samuel,15,26#26. Wenn er aber so sagen wird: ,Ich habe kein Gefallen an dir' - hier bin ich, er mag mir tun, wie es recht ist in seinen Augen!»
8417#2. Samuel,15,27#27. Und der König sprach zu Zadok, dem Priester: «Siehst du? Kehre in Frieden in die Stadt zurück, und Ahimaaz, dein Sohn, und Jehonatan, der Sohn Ebjatars, eure beiden Söhne mit euch.
8418#2. Samuel,15,28#28. Seht, ich will mich in den Niederungen der Wüste verweilen, bis Wort von euch kommt, mir Meldung zu tun.»
8419#2. Samuel,15,29#29. Da brachten Zadok und Ebjatar die Lade Gottes nach Jeruschalaim zurück, und sie blieben dort.
8420#2. Samuel,15,30#30. Dawid aber stieg hinauf am Anstieg der Ölbäume, hinaufsteigend und weinend, das Haupt ihm verhüllt und barfuß ging er; und alles Volk, das bei ihm war, die verhüllten jeder sein Haupt und zogen hinauf, im Gehen weinend.
8421#2. Samuel,15,31#31. Und Dawid hatte man berichtet und gesagt: «Ahitofel ist unter den Verschwörern mit Abschalom.» Da sprach Dawid: «Vereitle doch den Rat Ahitofels, Ewiger!»
8422#2. Samuel,15,32#32. Es war nun, als Dawid an dem Gipfel ankam, wo man sich vor Gott hinwirft, da kam ihm Huschai, der Arkite, entgegen, den Rock zerrissen und Erde auf dem Haupt.
8423#2. Samuel,15,33#33. Und Dawid sprach zu ihm: «Wenn du mit mir ziehst, wirst du mir zur Last sein.
8424#2. Samuel,15,34#34. Wenn du aber zur Stadt zurückkehrst und zu Abschalom sprichst: ,Dein Knecht bin ich, o König, deines Vaters Knecht war ich von je, nun aber will ich dein Knecht sein', dann kannst du mir den Rat Ahitofels zunichte machen.
8425#2. Samuel,15,35#35. Dort sind ja auch bei dir Zadok und Ebjatar, die Priester; was du nun aus dem Haus des Königs hörst, berichte es Zadok und Ebjatar, den Priestern.
8426#2. Samuel,15,36#36. Sieh, diese haben dort bei sich ihre beiden Söhne, Zadok den Ahimaaz, und Ebjatar den Jehonatan, durch sie bestellt mir jedes Wort, das ihr hört.»
8427#2. Samuel,15,37#37. So kam Huschai, Dawids Freund, nach der Stadt, und Abschalom kam nach Jeruschalaim.
8428#2. Samuel,16,1#1. Und Dawid war ein wenig über den Gipfel hinausgeschritten, als Ziba, der Diener Mefiboschets, ihm entgegenkam mit einem Paar gesattelter Esel, und auf ihnen zweihundert Brote, hundert Rosinentrauben, hundert Feigenkuchen und ein Schlauch Wein.
8429#2. Samuel,16,2#2. Da sprach der König zu Ziba: «Was soll dir dies?» Da sprach Ziba: «Die Esel sind für das Haus des Königs zum Reiten, und das Brot und die Feigen sind zum Essen für die Burschen, und der Wein ist zum Trinken für die Ermatteten in der Wüste.»
8430#2. Samuel,16,3#3. Da sagte der König: «Und wo ist der Sohn deines Herrn?» Da sprach Ziba zum König: «Sieh, er ist in Jeruschalaim geblieben; denn er hat gesagt: Heute wird das Haus Jisraël mir das Königtum meines Vaters wiedergeben.»
8431#2. Samuel,16,4#4. Da sprach der König zu Ziba: «Sieh, dein ist alles, was Mefiboschet gehört.» Und Ziba sagte: «Ich werfe mich hin. Möchte ich Gunst in deinen Augen finden, mein Herr, o König!»
8432#2. Samuel,16,5#5. Und der König kam bis Bahurim, da kam von dort ein Mann heraus, aus der Familie des Hauses Schauls, sein Name war Schim'i, Sohn Geras; er kam hervor, gehend und fluchend.
8433#2. Samuel,16,6#6. Und er warf mit Steinen nach Dawid, nach allen Dienern des Königs Dawid, während alles Volk und alle Helden ihm zur Rechten und zur Linken waren.
8434#2. Samuel,16,7#7. Und so sprach Schim'i, als er fluchte: «Du Unrat, du Blutmensch, du Ruchloser!
8435#2. Samuel,16,8#8. Gebracht hat über dich der Ewige alles Blut des Hauses Schauls, an dessen Stelle du König geworden, und der Ewige hat das Königtum in die Hand deines Sohnes Abschalom gegeben. Nun bist du im Unglück, denn ein Blutmensch bist du!»
8436#2. Samuel,16,9#9. Da sagte Abischai, der Sohn der Zeruja, zum König: «Warum soll dieser tote Hund meinem Herrn, dem König, fluchen! Laß mich doch hinübergehn und ihm den Kopf abhaun.»
8437#2. Samuel,16,10#10. Da sprach der König: «Was habe ich mit euch, ihr Söhne der Zeruja! Wenn er flucht, und wenn der Ewige ihm gesagt hat: ,Fluche Dawid!', wer darf da sagen: ,Warum tust du so?'»
8438#2. Samuel,16,11#11. Und Dawid sprach zu Abischai und zu allen seinen Dienern: «Seht! Mein Sohn, der aus meinem Innern hervorgegangen, trachtet mir nach dem Leben, und wie gar nun dieser Binjaminite; laßt ihn, mag er fluchen, da der Ewige es ihm geheißen.
8439#2. Samuel,16,12#12. Vielleicht sieht der Ewige meinen Anblick und erstattet mir Gutes an Stelle seines Fluchs am heutigen Tag.»
8440#2. Samuel,16,13#13. Da zog Dawid mit seinen Leuten seines Weges, Schim'i aber an der Berglehne ihm gegenüber, und er fluchte im Gehen und warf mit Steinen nach ihm und überschüttete ihn mit Staub.
8441#2. Samuel,16,14#14. Da kam der König mit allem Volk, das bei ihm war, ermüdet an, und er schöpfte dort Atem.
8442#2. Samuel,16,15#15. Und Abschalom und alles Volk, die Männer Jisraëls, waren nach Jeruschalaim gekommen, und Ahitofel war bei ihm.
8443#2. Samuel,16,16#16. Es war nun, als Huschai, der Arkite, der Freund Dawids, zu Abschalom kam, da sprach Huschai zu Abschalom: «Es lebe der König, es lebe der König!»
8444#2. Samuel,16,17#17. Da sprach Abschalom zu Huschai: «Ist das deine Liebe zu deinem Freund? Warum bist du nicht mit deinem Freund gegangen?»
8445#2. Samuel,16,18#18. Aber Huschai sagte zu Abschalom: «Nein, wen der Ewige erwählt, dieses Volk und alle Männer Jisraëls, dem will ich angehören, und bei dem will ich bleiben.
8446#2. Samuel,16,19#19. Und zweitens: Wem diene ich denn? Doch vor seinem Sohn! Wie ich vor deinem Vater gedient habe, will ich vor dir sein!»
8447#2. Samuel,16,20#20. Da sprach Abschalom zu Ahitofel: «Gebt Rat! Was sollen wir tun?»
8448#2. Samuel,16,21#21. Und Ahitofel sagte zu Abschalom: «Geh ein zu den Kebsen deines Vaters, die er zurückgelassen, das Haus zu behüten, damit ganz Jisraël höre, wie du dich bei deinem Vater anrüchig gemacht hast, und die Hände aller, die bei dir sind, fest werden.»
8449#2. Samuel,16,22#22. Und sie schlugen für Abschalom das Zelt auf dem Dach auf, und Abschalom ging ein zu den Kebsen seines Vaters vor den Augen ganz Jisraëls.
8450#2. Samuel,16,23#23. Der Rat Ahitofels aber, den er gab, war in jenen Tagen so, als ob man Gottes Wort befragte - so war jeder Rat Ahitofels sowohl bei Dawid als auch bei Abschalom.
8451#2. Samuel,17,1#1. Und Ahitofel sprach zu Abschalom: «Ich will zwölftausend Männer auswählen, mich aufmachen und Dawid diese Nacht nachjagen.
8452#2. Samuel,17,2#2. Und ich werde über ihn kommen, während er müde und schlaff ist, und werde ihn in Schrecken setzen, und alles Volk, das bei ihm ist, wird fliehen, so daß ich den König allein schlage.
8453#2. Samuel,17,3#3. Dann will ich das ganze Volk zu dir zurückführen; wie alles sich abkehrt (von) dem Mann, den du suchst, wird das ganze Volk Frieden haben.»
8454#2. Samuel,17,4#4. Da war die Sache recht in den Augen Abschaloms und in den Augen aller Ältesten Jisraëls.
8455#2. Samuel,17,5#5. Da sagte Abschalom: «Ruf doch auch Huschai, den Arkiten, daß wir ihn hören, was auch er zu sagen hat.»
8456#2. Samuel,17,6#6. Da kam Huschai zu Abschalom, und Abschalom sprach zu ihm: «Solches hat Ahitofel geredet! Sollen wir sein Wort ausführen? Wenn nicht, so rede du!»
8457#2. Samuel,17,7#7. Da sagte Huschai zu Abschalom: «Nicht gut ist der Rat, den Ahitofel dieses Mal geraten hat.»
8458#2. Samuel,17,8#8. Und Huschai sprach: «Du kennst deinen Vater und seine Männer, daß sie Helden sind und erbitterten Muts, wie ein der Jungen beraubter Bär auf dem Feld; und dein Vater ist ein Kriegsmann, der das Volk nicht übernachten läßt.
8459#2. Samuel,17,9#9. Sieh, jetzt hält er sich versteckt in einer der Schluchten oder an einem der Orte. Wenn nun gleich am Anfang welche von ihnen fallen, und man hört es, dann wird man sagen: ,Ein Schlag hat das Volk betroffen, das hinter Abschalom ist.'
8460#2. Samuel,17,10#10. Und ist er auch ein Tapferer, dessen Herz wie das Herz des Löwen ist, wird er verzagen, denn ganz Jisraël weiß, daß dein Vater ein Held ist, und tapfere Männer die, die bei ihm sind.
8461#2. Samuel,17,11#11. So rate ich: Laß um dich sich sammeln ganz Jisraël von Dan bis Beer-Scheba, wie der Sand am Meer so zahlreich, und ziehe du selbst in den Kampf.
8462#2. Samuel,17,12#12. Kommen wir nun zu ihm an einem der Orte, wo er sich befinden mag, so fallen wir auf ihn nieder, wie der Tau auf die Erde fällt, daß von ihm und all den Männern, die bei ihm sind, auch nicht einer übrig bleibt.
8463#2. Samuel,17,13#13. Wenn er sich aber in eine Stadt zurückzieht, so soll ganz Jisraël Seile an jene Stadt heranbringen, daß wir sie bis in den Talgrund schleifen, daß auch nicht ein Kiesel dort zu finden ist.»
8464#2. Samuel,17,14#14. Da sprachen Abschalom und alle Männer Jisraëls: «Besser ist der Rat Huschais, des Arkiten, als der Rat Ahitofels.» Und der Ewige hatte es bestimmt, um den guten Rat Ahitofels zu zerstören, damit der Ewige über Abschalom das Unheil bringe.
8465#2. Samuel,17,15#15. Und Huschai sagte zu Zadok und Ebjatar, den Priestern: «So und so hat Ahitofel dem Abschalom und den Ältesten Jisraëls geraten, so und so aber habe ich geraten.
8466#2. Samuel,17,16#16. Und nun, sendet eilends hin, laßt Dawid berichten und sagen: ,Bleib diese Nacht nicht in den Niederungen der Wüste, ja, du mußt hinübersetzen, damit nicht vernichtet werde der König und das ganze Volk, das bei ihm ist.'»
8467#2. Samuel,17,17#17. Jehonatan aber und Ahimaaz standen bei der Rogel-Quelle, und als die Magd hinging und ihnen berichtete, da gingen sie und meldeten es dem König Dawid; denn sie durften sich nicht sehen lassen und in die Stadt kommen.
8468#2. Samuel,17,18#18. Ein Bursche aber sah sie und sagte es Abschalom. Da gingen die beiden eilends und kamen in das Haus eines Mannes in Bahurim, der hatte einen Brunnen auf seinem Hof, dort stiegen sie hinab.
8469#2. Samuel,17,19#19. Da nahm das Weib und breitete die Decke über den Brunnen und legte darauf die Körner aus, daß man nichts merkte.
8470#2. Samuel,17,20#20. Als nun die Diener Abschaloms zu dem Weib ins Haus kamen, da sagten sie: «Wo sind Ahimaaz und Jehonatan?» Da sagte ihnen das Weib: «Sie haben den Wasserlauf durchschritten.» Und sie suchten, fanden aber nichts; da kehrten sie nach Jeruschalaim zurück.
8471#2. Samuel,17,21#21. Es war nun, nachdem sie weggegangen waren, da stiegen sie aus dem Brunnen herauf; und sie gingen und berichteten dem König Dawid und sagten zu Dawid: «Auf, durchschreitet eilends das Wasser, denn so hat Ahitofel euretwegen geraten.»
8472#2. Samuel,17,22#22. Da machte sich Dawid auf und alles Volk, das bei ihm war, und sie durchschritten den Jarden. Bis der Morgen tagte, fehlte auch nicht einer, der den Jarden nicht durchschritten hätte.
8473#2. Samuel,17,23#23. Als aber Ahitofel sah, daß sein Rat nicht ausgeführt wurde, sattelte er seinen Esel, machte sich auf, ging in sein Haus, in seine Stadt, bestellte sein Haus und erwürgte sich. Und er starb und wurde im Grab seines Vaters begraben.
8474#2. Samuel,17,24#24. Und Dawid war nach Mahanaim gekommen, als Abschalom und mit ihm alle Männer Jisraëls den Jarden durchschritten.
8475#2. Samuel,17,25#25. Amasa aber hatte Abschalom an Joabs Stelle über das Heer gesetzt. Und Amasa war der Sohn eines Mannes namens Jitra, des Jisraëliten, der eingegangen war zu Abigail, einer Tochter Nahaschs, einer Schwester Zerujas, der Mutter Joabs.
8476#2. Samuel,17,26#26. Und Jisraël und Abschalom lagerten im Land des Gil'ad.
8477#2. Samuel,17,27#27. Und es war, als Dawid nach Mahanaim gekommen war, waren da Schobi, der Sohn Nahaschs aus Rabba der Söhne Ammons, und Machir, der Sohn Ammiëls aus Lo-Debar, und Barsillai, der Gil'adite aus Rogelim.
8478#2. Samuel,17,28#28. Tragbahren, Becken und irdene Gefäße, auch Weizen, Gerste, Mehl, Röstkorn, Viehbohnen, Linsen und Geröstetes,
8479#2. Samuel,17,29#29. und Honig, Rahm, Schafe und Kuhkäse brachten sie herbei für Dawid und das Volk, das bei ihm war, zum Essen; denn sie sagten: «Das Volk ist hungrig, müde und durstig in der Wüste.»
8480#2. Samuel,18,1#1. Und Dawid musterte das Volk, das bei ihm war, und setzte über sie Oberste über Tausende und Oberste über Hunderte.
8481#2. Samuel,18,2#2. Dann sandte Dawid das Volk aus, ein Drittel unter Joab, ein Drittel unter Abischai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs, und ein Drittel unter Ittai, dem Gittäer. Und der König sagte zu dem Volk: «Auch ich will mit euch ausziehn.»
8482#2. Samuel,18,3#3. Da sagte das Volk: «Du sollst nicht ausziehn, denn wenn wir fliehen müssen, wird man sich um uns nicht bekümmern, auch wenn die Hälfte von uns stürbe, wird man sich um uns nicht bekümmern, denn dann gibt es zehntausend gleich uns. Und nun ist es besser, daß du uns ein Ansporn bist, um zu helfen.»
8483#2. Samuel,18,4#4. Da sprach der König zu ihnen: «Was in euren Augen recht ist, das tue ich.» Und der König stellte sich an das Tor, und das ganze Volk zog aus zu Hunderten und Tausenden.
8484#2. Samuel,18,5#5. Und der König gebot Joab und Abischai und Ittai und sagte: «Gelinde mir mit meinem Knaben, mit Abschalom!» Und alles Volk hörte es, als der König allen Obersten Befehl gab wegen Abschalom.
8485#2. Samuel,18,6#6. So zog das Volk ins Feld, Jisraël entgegen. Und der Kampf war im Wald Efraim.
8486#2. Samuel,18,7#7. Da wurde das Volk von Jisraël geschlagen vor den Dienern Dawids; und der Schlag war dort groß an jenem Tag: Zwanzigtausend.
8487#2. Samuel,18,8#8. Und es breitete sich dort der Kampf aus über das ganze Land hin. Und der Wald fraß mehr vom Volk, als das Schwert gefressen hatte an jenem Tag.
8488#2. Samuel,18,9#9. Abschalom aber geriet vor die Knechte Dawids, und Abschalom ritt auf dem Maultier. Als das Maultier unter das Gezweig der großen Terebinthe kam, da verfing sich sein Kopf an der Terebinthe, so daß er zwischen Himmel und Erde geriet, und das Maultier unter ihm lief weiter.
8489#2. Samuel,18,10#10. Da sah es ein Mann, berichtete es Joab und sagte: «Sieh, ich habe Abschalom an einer Terebinthe hängen sehen.»
8490#2. Samuel,18,11#11. Da sagte Joab zu dem Mann, der es ihm berichtete: «Da du dies gesehen, warum hast du ihn nicht auf der Stelle zu Boden geschlagen? Und an mir wäre es, dir zehn Silberstücke und einen Gürtel zu geben.»
8491#2. Samuel,18,12#12. Der Mann aber sagte zu Joab: «Und ließe ich mir tausend Silberschekel auf die Hände wiegen, würde ich nicht meine Hand gegen den Königssohn ausstrecken, denn vor unseren Ohren hat der König dir, Abischai und Ittai geboten und gesagt: ,Gebt acht - wer es sei, - auf den Knaben, auf Abschalom.'
8492#2. Samuel,18,13#13. Oder hätte ich auf meine Seele Lüge getan, wo doch nichts vor dem König verborgen bleibt, so würdest du dich abseits stellen.»
8493#2. Samuel,18,14#14. Da sagte Joab: «Nicht so. Ich hätte vor dir ausgeharrt.» Und er nahm drei Stäbe in seine Hand und stieß sie Abschalom, der noch lebte, ins Herz, mitten in der Terebinthe.
8494#2. Samuel,18,15#15. Dann traten zehn Burschen, die Waffenträger Joabs, herzu, schlugen Abschalom und töteten ihn.
8495#2. Samuel,18,16#16. Dann stieß Joab in die Posaune. Da kehrte das Volk von der Verfolgung Jisraëls zurück, denn Joab hatte dem Volk gewehrt.
8496#2. Samuel,18,17#17. Dann nahmen sie Abschalom, warfen ihn in die große Grube im Wald und errichteten über ihm einen sehr großen Steinhaufen. Ganz Jisraël aber floh, ein jeder in seine Zelte.
8497#2. Samuel,18,18#18. Und Abschalom hatte es unternommen, und sich schon bei Lebzeiten ein Standmal gesetzt, das im Königstal steht, denn er dachte: Ich habe keinen Sohn, meinen Namen in Erinnerung zu bringen. Und er nannte das Standmal nach seinem Namen; und man nennt es «Abschaloms Handzeichen»-1- bis auf den heutigen Tag. -1) -+Jad-Abschalom-.++
8498#2. Samuel,18,19#19. Und Ahimaaz, der Sohn Zadoks, sagte: «Ich möchte hinlaufen und dem König die Botschaft bringen, daß der Ewige ihm Recht geschafft hat von der Hand seiner Feinde.»
8499#2. Samuel,18,20#20. Joab aber sagte zu ihm: «Sei kein Botschaftsbringer an diesem Tag; bring Botschaft an einem andern Tag. An diesem Tag aber sollst du keine Botschaft bringen, da doch der Königssohn tot ist.»
8500#2. Samuel,18,21#21. Darauf sagte Joab zu dem Kuschiten: «Geh, berichte dem König, was du gesehen hast.» Da warf sich der Kuschite vor Joab hin und lief dann davon.
8501#2. Samuel,18,22#22. Ahimaaz aber, der Sohn Zadoks, sagte noch einmal zu Joab: «Sei was sei, laß auch mich hinter dem Kuschiten laufen!» Joab aber sagte: «Warum denn willst du hinlaufen, mein Sohn, da doch für dich keine Botschaft sich findet.»
8502#2. Samuel,18,23#23. «Sei was sei, ich laufe.» Da sagte er zu ihm: «Lauf.» Und Ahimaaz lief den Weg durch das (Jarden-)Rund und überholte den Kuschiten.
8503#2. Samuel,18,24#24. Und Dawid saß zwischen den beiden Toren, und der Späher ging zum Dach des Tors, zur Mauer. Und er hob seine Augen, da sah er einen Mann, der allein heranlief.
8504#2. Samuel,18,25#25. Da rief der Späher und berichtete es dem König. Da sprach der König: «Wenn er allein ist, ist Botschaft in seinem Mund.» Und er lief und kam immer näher.
8505#2. Samuel,18,26#26. Da sah der Späher einen andern Mann heranlaufen. Und der Späher rief dem Tormann zu und sagte: «Sieh, ein Mann läuft allein heran.» Da sagte der König: «Auch der ist ein Bote.»
8506#2. Samuel,18,27#27. Da sprach der Späher: «Ich sehe das Laufen des Ersten, daß es dem Laufen des Ahimaaz, des Sohnes Zadoks, gleicht.» Da sagte der König: «Der ist ein guter Mann, zu guter Botschaft kommt er.»
8507#2. Samuel,18,28#28. Da rief Ahimaaz und sagte zum König: «Friede!» Und er warf sich vor dem König auf sein Angesicht zur Erde hin und sagte: «Gepriesen sei der Ewige, dein Gott, der die Männer preisgegeben hat, die ihre Hand gegen meinen Herrn, den König, erhoben haben.»
8508#2. Samuel,18,29#29. Da sagte der König: «Ist der Knabe Abschalom heil?» Da sagte Ahimaaz: «Ich sah das große Getümmel, als Joab den Knecht des Königs und deinen Knecht fortschickte, und ich weiß nicht, was (es war).»
8509#2. Samuel,18,30#30. Da sprach der König: «Tritt herum und bleib da stehen.» Und er trat herum und blieb stehen.
8510#2. Samuel,18,31#31. Da kam der Kuschite, und der Kuschite sagte: «Mag sich mein Herr, der König, künden lassen, daß der Ewige dir heute Recht geschafft hat von der Hand aller, die sich gegen dich erhoben haben.»
8511#2. Samuel,18,32#32. Da sprach der König zu dem Kuschiten: «Ist der Knabe Abschalom heil?» Da sprach der Kuschite: «Mögen wie der Knabe sein die Feinde meines Herrn, des Königs, und alle, die sich wider dich erhoben haben zu Bösem!»
8512#2. Samuel,19,1#1. Da erbebte der König, und er ging zum Obergemach des Tores hinauf und weinte, und so rief er im Gehen: «Mein Sohn Abschalom, mein Sohn, mein Sohn Abschalom! Wäre doch ich statt deiner gestorben, Abschalom, mein Sohn, mein Sohn!»
8513#2. Samuel,19,2#2. Da wurde Joab berichtet: «Sieh, der König weint, und er trauert um Abschalom.»
8514#2. Samuel,19,3#3. So wurde der Sieg an jenem Tag zur Trauer für das ganze Volk, denn das Volk hatte es gehört an jenem Tag, daß der König sich gräme um seinen Sohn.
8515#2. Samuel,19,4#4. So stahl sich das Volk an jenem Tag, da es in die Stadt kam, herein, wie sich Volk hereinstiehlt, das durch seine Rucht im Kampf sich mit Schmach bedeckt hat.
8516#2. Samuel,19,5#5. Und der König verhüllte sein Antlitz, und der König schrie mit lauter Stimme: «Mein Sohn Abschalom, Abschalom, mein Sohn, mein Sohn!»
8517#2. Samuel,19,6#6. Da kam Joab zum König ins Haus und sagte: «Beschämt hast du heute das Antlitz aller deiner Knechte, die heute dein Leben gerettet haben und das Leben deiner Söhne und Töchter und das Leben deiner Frauen und das Leben deiner Kebsen,
8518#2. Samuel,19,7#7. daß du liebst, die dich hassen, und haßt, die dich lieben; denn kundgetan hast du heute, daß du nicht Oberste und Diener hast; denn ich habe heute erfahren, wäre Abschalom am Leben und wir alle heute tot, das wäre dann recht gewesen in deinen Augen.
8519#2. Samuel,19,8#8. Nun aber, steh auf, geh hinaus und rede zum Herzen deiner Knechte, denn beim Ewigen schwöre ich: Wenn du nicht herauskommst, ob da ein Mann diese Nacht bei dir verbleiben wird! Und das wird für dich schlimmer sein als alles Schlimme, das über dich gekommen ist von deiner Jugend an bis jetzt.»
8520#2. Samuel,19,9#9. Da stand der König auf und setzte sich ins Tor. und man berichtete allem Volk: «Sieh, der König sitzt im Tor.» Da kam alles Volk vor den König. Jisraël aber war geflohen, ein jeder zu seinen Zelten.
8521#2. Samuel,19,10#10. Nun rechtete das ganze Volk mit sich in allen Stämmen Jisraëls und sprach: «Der König hat uns errettet aus der Hand unserer Feinde, und uns losgemacht aus der Hand der Pelischtäer, und nun ist er aus dem Land geflüchtet vor Abschalom.
8522#2. Samuel,19,11#11. Abschalom aber, den wir über uns gesalbt haben, ist im Kampf gestorben; und nun, warum schweigt ihr, den König zurückzuführen?»
8523#2. Samuel,19,12#12. Der König Dawid aber schickte zu Zadok und Ebjater, den. Priestern, und ließ sagen: «Redet zu den Ältesten Jehudas und sagt: ,Warum wollt ihr die Letzten sein, den König in sein Haus zurückzuführen, wo das Wort von ganz Jisraël an den König in sein Haus gekommen ist?
8524#2. Samuel,19,13#13. Meine Brüder seid ihr, mein Bein und Fleisch seid ihr! Und warum wollt ihr die Letzten sein, den König zurückzuführen?'
8525#2. Samuel,19,14#14. Und zu Amasa sprecht: ,Du bist ja mein Bein und Fleisch! So tue mir Gott an, so und noch mehr, wenn du nicht Heeresoberster vor mir sein wirst allezeit an Stelle Joabs!'»
8526#2. Samuel,19,15#15. So lenkte er das Herz aller Männer Jehudas wie das eines Mannes; und sie sandten zum König: «Kehre zurück, du und alle deine Knechte!»
8527#2. Samuel,19,16#16. So kehrte der König zurück, und er kam an den Jarden. Und Jehuda kam nach dem Gilgal, um dem König entgegenzugehn und den König durch den Jarden zu führen.
8528#2. Samuel,19,17#17. Da eilte Schim'i, der Sohn Geras, der Binjaminite aus Bahurim, herbei und kam mit den Männern von Jehuda herab, dem König Dawid entgegen.
8529#2. Samuel,19,18#18. Und tausend Mann mit ihm aus Binjamin, und Ziba, der Diener des Hauses Schauls, und seine fünfzehn Söhne und seine zwanzig Knechte mit ihm. Die waren am Jarden angelangt vor dem König.
8530#2. Samuel,19,19#19. Dann zog der Zug hindurch, um die Familie des Königs hinüberzuführen und, was in seinen Augen recht war, zu tun. und Schim'i, der Sohn Geras, fiel vor dem König nieder, als der den Jarden durchschreiten wollte.
8531#2. Samuel,19,20#20. Da sprach er zum König: «Es rechne mir mein Herr keine Schuld an, und gedenke du nicht dessen, was dein Knecht gesündigt an dem Tag, da mein Herr, der König, aus Jeruschalaim zog, daß es sich der König zu Herzen nähme.
8532#2. Samuel,19,21#21. Denn dein Knecht weiß, daß ich gesündigt habe. Nun sieh, ich bin heute gekommen, als Erster vom ganzen Haus Josefs hinabzuziehn, meinem Herrn, dem König, entgegen.»
8533#2. Samuel,19,22#22. Da hob Abischai, der Sohn der Zeruja, an und sagte: «Soll Schirm nicht getötet werden dafür, daß er dem Gesalbten des Ewigen geflucht hat?»
8534#2. Samuel,19,23#23. Da sprach Dawid: «Was habe ich mit euch, ihr Söhne der Zeruja, daß ihr mir heute zum Widergeist werden wollt? Heute sollte jemand getötet werden in Jisraël? Weiß ich denn nicht, daß heute ich König bin in Jisraël?»
8535#2. Samuel,19,24#24. Und der König sprach zu Schim'i: «Du sollst nicht sterben.» Und der König schwor es ihm.
8536#2. Samuel,19,25#25. Und Mefiboschet, der Sohn Schauls, kam herab, dem König entgegen, und er hatte seine Füße nicht gepflegt, seinen Lippenbart nicht zurechtgemacht und seine Kleider nicht gewaschen von dem Tag an, da der König gegangen war, bis heute, da er in Frieden kam.
8537#2. Samuel,19,26#26. Es war nun, als er (von) Jeruschalaim dem König entgegenkam, da sprach der König zu ihm: «Warum bist du nicht mit mir gegangen, Mefiboschet?»
8538#2. Samuel,19,27#27. Da sprach er: «Mein Herr, o König! Mein Knecht hat mich betrogen, denn dein Knecht hatte gesagt: ,lch will mir die Eselin satteln und auf ihr reiten und mit dem König gehen, denn dein Knecht ist lahm.'
8539#2. Samuel,19,28#28. Er aber verleumdete deinen Knecht bei meinem Herrn, dem König. Mein Herr, der König, aber ist wie ein Bote Gottes, tu denn, was recht ist in deinen Augen.
8540#2. Samuel,19,29#29. Denn das ganze Haus meines Vaters waren ja nichts als Männer des Todes bei meinem Herrn, dem König, du aber setztest deinen Knecht unter deine Tischgenossen, und was für ein Recht habe ich noch, und was noch zum König zu flehen?»
8541#2. Samuel,19,30#30. Da sprach der König zu ihm: «Was sprichst du noch deine Worte? Ich habe gesagt: Du und Ziba, ihr sollt das Feld teilen.»
8542#2. Samuel,19,31#31. Da sprach Mefiboschet zum König: «Mag er auch alles nehmen, nachdem mein Herr, der König, in Frieden in sein Haus kommt.»
8543#2. Samuel,19,32#32. Auch Barsillai, der Gil'adite, war von Rogelim herabgekommen und hatte mit dem König den Jarden durchschritten, um ihn den Jarden entlang zu geleiten.
8544#2. Samuel,19,33#33. Und Barsillai war sehr alt, achtzig Jahre alt, und er hatte den König verpflegt, als er in Mahanaim weilte, denn er war ein sehr reicher Mann.
8545#2. Samuel,19,34#34. Da sprach der König zu Barsillai: «Zieh du mit mir, und ich will dich bei mir in Jeruschalaim verpflegen.»
8546#2. Samuel,19,35#35. Da sagte Barsillai zum König: «Wieviel sind die Tage meiner Lebensjahre, daß ich mit dem König nach Jeruschalaim hinaufziehn soll?
8547#2. Samuel,19,36#36. Achtzig Jahre bin ich heute alt, weiß ich denn noch (zu unterscheiden) zwischen Gutem und Bösem? Schmeckt denn dein Knecht noch, was ich esse und was ich trinke? Kann ich noch lauschen auf die Stimme der Sänger und Sängerinnen? Und warum soll dein Knecht meinem Herrn, dem König, zur Last werden?
8548#2. Samuel,19,37#37. Kaum kann dein Knecht mit dem König durch den Jarden ziehen, und warum will der König mir diese Wohltat erweisen?
8549#2. Samuel,19,38#38. Laß doch deinen Knecht zurückkehren, daß ich in meiner Stadt sterbe beim Grab meines Vaters und meiner Mutter. Aber sieh, dein Knecht Kimham mag mit meinem Herrn, dem König, ziehen, und tu ihm, was recht ist in deinen Augen.»
8550#2. Samuel,19,39#39. Da sagte der König: «Mag denn Kimham mit mir ziehen, und ich will ihm tun, was recht ist in deinen Augen, und was du von mir wünschst, will ich dir tun.»
8551#2. Samuel,19,40#40. Und alles Volk zog nun durch den Jarden, und auch der König zog hindurch. Und der König küßte Barsillai und segnete ihn, und er kehrte an seinen Ort zurück.
8552#2. Samuel,19,41#41. Da zog der König nach dem Gilgal, und Kimham zog mit ihm, und alles Volk von Jehuda führte den König, und auch die Hälfte vom Volk Jisraëls.
8553#2. Samuel,19,42#42. Da kamen nun alle Männer Jisraëls zum König und sprachen zu dem König: «Warum haben dich unsere Brüder, die Männer von Jehuda, entführt und haben den König und sein Haus über den Jarden gebracht, und alle Leute Dawids mit ihm?»
8554#2. Samuel,19,43#43. Da antworteten alle Männer Jehudas den Männern Jisraëls: «Weil der König mir nahe steht. Warum aber verdrießt es dich deswegen? Haben wir vom König gegessen, oder hat er uns Gastgeschenk auftragen lassen?»
8555#2. Samuel,19,44#44. Darauf antworteten die Männer Jisraëls den Männern Jehudas und sagten: «Zehn Anteile habe ich am König, und auch bei Dawid bin ich dir zuvor, und warum hast du mich herabgesetzt! War nicht auch mein Wort das erste, meinen König zurückzuführen?» Und die Rede der Männer Jehudas war noch heftiger als die Rede der Männer Jisraëls.
8556#2. Samuel,20,1#1. Nun war dort gerade ein ruchloser Mann, namens Scheba, Sohn des Bichri, ein Mann aus Binjamin, der stieß in die Posaune und sagte: «Wir haben keinen Teil an Dawid, kein Erbe am Sohn Jischais, ein jeder zu seinen Zelten, Jisraël.»
8557#2. Samuel,20,2#2. Da zogen alle Männer Jisraëls weg von Dawid und folgten Scheba, dem Sohn Bichris, die Männer von Jehuda aber hielten fest an ihrem König, vom Jarden bis Jeruschalaim.
8558#2. Samuel,20,3#3. Und Dawid kam in sein Haus nach Jeruschalaim, und der König nahm die zehn Frauen, die Kebsen, die er zur Bewachung des Hauses gelassen hatte, tat sie in Gewahrsam und verpflegte sie, aber er ging nicht ein zu ihnen; und sie blieben abgebunden bis zum Tag ihres Todes - ein Witwentum bei Lebzeiten (des Mannes).
8559#2. Samuel,20,4#4. Und der König sagte zu Amasa: «Biete mir die Männer Jehudas auf; drei Tage, dann stehe du hier.»
8560#2. Samuel,20,5#5. Da ging Amasa, Jehuda aufzubieten, doch er verzögerte sich über den Ansatz hinaus, den er ihm angesetzt hatte.
8561#2. Samuel,20,6#6. Da sprach Dawid zu Abischai: «Jetzt wird uns Scheba, der Sohn Bichris, schlimmer sein als Abschalom. Nimm du die Knechte deines Herrn, jag ihm nach, daß er sich nicht etwa feste Städte gewinne und unser Aussehn verschatte.»
8562#2. Samuel,20,7#7. Und es zogen hinter ihm aus die Männer Joabs, die Kereter und Peleter und alle Helden; und sie zogen von Jeruschalaim aus, um Scheba, dem Sohn Bichris, nachzusetzen.
8563#2. Samuel,20,8#8. Sie waren bei dem großen Stein, der zu Gib'on ist, da kam Amasa vor sie hin. Joab aber hatte sein Gewand an, seine Kleidung, und darüber einen Gurt mit einem Schwert, das an seiner Hüfte befestigt war, in seiner Scheide; als er hervortrat, fiel diese ab.
8564#2. Samuel,20,9#9. Da sagte Joab zu Amasa: «Geht es dir gut, mein Bruder?» Und Joabs rechte Hand faßte den Kinnbart Amasas, um ihn zu küssen.
8565#2. Samuel,20,10#10. Amasa aber hatte sich nicht in acht genommen vor dem Schwert, das in Joabs Hand war. Da stieß er ihn damit in den Bauch und verschüttete seine Eingeweide zur Erde. Und er wiederholte ihm (den Stoß) nicht, und er starb. Und Joab und sein Bruder Abischai setzten Scheba, dem Sohn Bichris, nach.
8566#2. Samuel,20,11#11. Aber ein Mann stand dabei von den Burschen Joabs und sagte: «Wer Joab wählt und wer da zu Dawid steht, dem Joab nach!»
8567#2. Samuel,20,12#12. Und Amasa wälzte sich im Blut mitten auf der Straße. Da sah der Mann, daß alles Volk stehenblieb, und schaffte Amasa von der Straße aufs Feld und warf ein Kleid über ihn, als er sah, daß jeder, der an ihn kam, stehenblieb.
8568#2. Samuel,20,13#13. Sobald er aber von der Straße weggeschafft war, zogen alle Männer Joab nach, um Scheba, dem Sohn Bichris, nachzusetzen.
8569#2. Samuel,20,14#14. Und er zog durch alle Stämme Jisraëls nach Abela und Bet-Maacha und ganz ha-Berim, und sie sammelten sich und kamen auch hinter ihm her.
8570#2. Samuel,20,15#15. Und sie kamen und belagerten ihn in Abela-Bet-ha-Maacha und schütteten einen Wall gegen die Stadt auf. Und man stand auf der Mauer, und alles Volk, das bei Joab war, zerstörte, um die Mauer zu stürzen.
8571#2. Samuel,20,16#16. Da rief ein kluges Weib von der Stadt: «Hört, hört! Sagt doch zu Joab: Komm hier heran, daß ich mit dir rede!»
8572#2. Samuel,20,17#17. Da trat er zu ihr heran, und das Weib sprach: «Bist du Joab?» Und er sagte: «Ich bins.» Da sprach sie zu ihm: «Höre die Worte deiner Magd!» Und er sagte: «Ich höre.»
8573#2. Samuel,20,18#18. Da sprach sie: «Man spricht doch zuerst, das besagt: Man fragt doch an bei Abel und so hätte man es abgeschlossen.
8574#2. Samuel,20,19#19. Ich bin (eine der) Friedliebenden und Treugesinnten Jisraëls. Du trachtest zu töten Brut und Mutter in Jisraël. Warum vernichtest du das Erbe des Ewigen?»
8575#2. Samuel,20,20#20. Da hob Joab an und sagte: «Schmach, Schmach sei es mir, daß ich vernichtete und zugrunde richtete!
8576#2. Samuel,20,21#21. Nicht so ist die Sache! Sondern ein Mann vom Gebirge Efraim, Scheba, Sohn Bichris, mit Namen, hat seine Hand wider den König Dawid erhoben. Gebt ihn allein heraus, dann will ich von der Stadt abziehn.» Da sagte das Weib zu Joab: «Sieh, sein Haupt wird dir über die Mauer zugeworfen.»
8577#2. Samuel,20,22#22. Da kam das Weib mit ihrer Klugheit zum ganzen Volk; und sie hieben Scheba, dem Sohn Bichris, den Kopf ab und warfen ihn Joab zu. Und er stieß in die Posaune, und sie zerstreuten sich, hinweg von der Stadt, ein jeder zu seinen Zelten. Joab aber kehrte nach Jeruschalaim zum König zurück.
8578#2. Samuel,20,23#23. Und Joab war (gesetzt) über das ganze Heer Jisraëls, und Benaja, der Sohn Jehojadas, über die Kereter und Peleter.
8579#2. Samuel,20,24#24. Und Adoram über den Frondienst; und Jehoschafat, Sohn Ahiluds, war der Vortragende.
8580#2. Samuel,20,25#25. Und Schewa war Schreiber, und Zadok und Ebjatar Priester.
8581#2. Samuel,20,26#26. Und auch Ira, der Jaïrite, war Priester bei Dawid.
8582#2. Samuel,21,1#1. Und es war Hunger in den Tagen Dawids, drei Jahre, Jahr nach Jahr. Da suchte Dawid das Antlitz des Ewigen, und der Ewige sprach: «Wegen Schauls und wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gib'oniter getötet hat.»
8583#2. Samuel,21,2#2. Da berief der König die Gib'oniter und sprach zu ihnen - die Gib'oniter aber sind nicht von den Kindern Jisraël, sondern vom Rest der Emoriter, und die Kinder Jisraël hatten ihnen geschworen, dann aber hatte Schaul sie zu töten gesucht, da er für die Kinder Jisraël und Jehuda eiferte -
8584#2. Samuel,21,3#3. und Dawid sprach zu den Gib'onitern: «Was kann ich euch tun und womit kann ich Sühne schaffen, auf daß ihr das Erbteil des Ewigen segnet?»
8585#2. Samuel,21,4#4. Da sagten ihm die Gib'oniter: «Wir haben nicht Silber und Gold bei Schaul und seinem Haus, und es ist nicht an uns, einen Mann zu töten in Jisraël.» Da sagte er: «Was ihr sagt, das werde ich euch tun.»
8586#2. Samuel,21,5#5. Da sprachen sie zum König: «Der Mann, der uns aufgerieben und uns nachgetrachtet hat, daß wir vernichtet sind, daß wir nicht Bestand haben im ganzen Gebiet Jisraëls,
8587#2. Samuel,21,6#6. mögen uns von dessen Söhnen sieben Männer gegeben werden, daß wir sie fällen vor dem Ewigen in dem Gib'a Schauls, des Erwählten des Ewigen.» Und der König sprach: «Ich werde sie geben.»
8588#2. Samuel,21,7#7. Der König aber schonte Mefiboschet, den Sohn Jehonatans, des Sohnes Schauls, wegen des Schwurs beim Ewigen, der zwischen ihnen war, zwischen Dawid und Jehonatan, dem Sohn Schauls.
8589#2. Samuel,21,8#8. Da nahm der König die beiden Söhne Rizpas, der Tochter Ajjas, die sie Schaul geboren, Armoni und Mefiboschet, und die fünf Söhne Michals, der Tochter Schauls, die sie dem Adriël geboren, dem Sohn Barsillais aus Mehola.
8590#2. Samuel,21,9#9. Und er gab sie in die Hand der Gib'oniter, und die fällten sie auf dem Berg vor dem Ewigen, und sie fielen, alle sieben auf einmal; und sie wurden getötet in den ersten Tagen des Schnittes, am Anfang des Gerstenschnittes.
8591#2. Samuel,21,10#10. Da nahm Rizpa, die Tochter Ajjas, Sackzeug und bettete es sich aus auf dem Felsen, vom Anfang des Schnittes, bis Wasser über jene sich ergoß vom Himmel, und sie ließ nicht das Vogelvolk des Himmels sich auf sie setzen bei Tag und das Getier des Feldes bei Nacht.
8592#2. Samuel,21,11#11. Und Dawid wurde berichtet, was Rizpa, die Tochter Ajjas, die Kebse Schauls, getan hatte.
8593#2. Samuel,21,12#12. Da ging Dawid und holte die Gebeine Schauls und die Gebeine seines Sohnes Jehonatan von den Bürgern Jabesch-Gil'ads, die sie von dem Platz zu Bet-Schan gestohlen hatten, wo sie die Pelischtäer aufgehängt hatten an dem Tag, da die Pelischtäer Schaul schlugen zu Gilboa.
8594#2. Samuel,21,13#13. Und er brachte die Gebeine Schauls und die Gebeine seines Sohnes Jehonatan von dort hinauf. Dann sammelten sie die Gebeine der Gefällten.
8595#2. Samuel,21,14#14. Und sie begruben die Gebeine Schauls und seines Sohnes Jehonatan im Land Binjamin zu Zela im Grab seines Vaters Kisch. Und sie taten alles, was der König befohlen hatte. Danach ließ Gott sich dem Land erbitten.
8596#2. Samuel,21,15#15. Und die Pelischtäer hatten wieder Krieg mit Jisraël. Da zog Dawid und seine Diener mit ihm hinab und kämpften mit den Pelischtäern. Dawid aber wurde matt.
8597#2. Samuel,21,16#16. Und Jischbi zu Nob, der von den Kindern des Rafa war, - und das Gewicht seiner Lanze betrug dreihundert Gewichtsstücke Erz, er war neu gegürtet - der dachte Dawid zu erschlagen.
8598#2. Samuel,21,17#17. Da stand Abischai, der Sohn der Zeruja, ihm bei, schlug den Pelischtäer und tötete ihn. Damals schworen die Leute Dawids ihm und sagten: «Du darfst nicht ferner mit uns in den Kampf ziehen, daß du das Licht Jisraëls nicht auslöschst.»
8599#2. Samuel,21,18#18. Es war aber nachher, da war wieder der Kampf zu Gob mit den Pelischtäern. Damals schlug Sibbechai aus Huscha den Saf, der von den Kindern des Rafa war.
8600#2. Samuel,21,19#19. Dann war abermals der Kampf zu Gob mit den Pelischtäern. Da schlug Elhanan, Sohn des Jaare-Oregim aus Bet-Lehem, den Goljat aus Gat. Und der Schaft seines Speers war wie ein Weberbaum.
8601#2. Samuel,21,20#20. Dann war nochmals ein Kampf in Gat, da war ein Mann von Ausmaß; und die Finger seiner Hände und die Zehen seiner Füße waren je sechs, vierundzwanzig an Zahl. Und auch er war dem Rafa geboren worden.
8602#2. Samuel,21,21#21. Und er beschimpfte Jisraël; da schlug ihn Jehonatan, der Sohn Schim'ais, eines Bruders Dawids.
8603#2. Samuel,21,22#22. Diese vier waren dem Rafa in Gat geboren worden, nun fielen sie durch die Hand Dawids und durch die seiner Diener.
8604#2. Samuel,22,1#1. Und Dawid redete zum Ewigen die Worte dieses Liedes am Tag, da der Ewige ihn gerettet aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Schauls. 2. Und er sprach:
8605#2. Samuel,22,2#«O Ewiger, mein Fels und meine Burg Und mein Erretter mir.
8606#2. Samuel,22,3#3. Gott meines Felsens, bei dem ich mich berge, Mein Schild und meines Heiles Horn; Mir Veste, Zuflucht, Helfer mein,
8607#2. Samuel,22,4#4. Der vor Gewalt du mich schützest. ,Gerühmet' - ruf ich - ,Ewiger', Da ist vor meinen Feinden mir geholfen.
8608#2. Samuel,22,5#5. Denn mich umschwemmen Todesbrandungen, Die Flüsse schreckten mich des Nimmerseins.
8609#2. Samuel,22,6#6. Die Stricke des Scheol umwanden mich, Des Todes Schlingen jagten vor mir hin.
8610#2. Samuel,22,7#7. Da mir so angst, rief aus ich ,Ewiger', Zu meinem Gotte rief ich. Und er erhört' aus seinem Tempel meine Stimme, Mein Schrei - in seinen Ohren.
8611#2. Samuel,22,8#8. Da schwankts, es wankt' die Erde, Des Himmels Gründe bebten; Erzitterten, da er ergrimmt.
8612#2. Samuel,22,9#9. Auf stieg ein Qualm aus seinem Antlitz, Und Lohe fraß aus seinem Mund, Glutkohlen zündeten an ihm.
8613#2. Samuel,22,10#10. Er neigt' den Himmel, fuhr herab, Ein Wolkendunkel unter seinen Füßen.
8614#2. Samuel,22,11#11. Fuhr auf dem Kerub her und flog, Erscheinend auf des Windes Flügeln.
8615#2. Samuel,22,12#12. Macht' Finsternis rings um sich zum Verhang, Des Wassers Sieb, die Wolkenfetzen.
8616#2. Samuel,22,13#13. Vom Glanz vor ihm entflammten Feuerkohlen.
8617#2. Samuel,22,14#14. Erdonnern läßts der Ewige vom Himmel, Der Höchste schlägt mit seiner Stimme an.
8618#2. Samuel,22,15#15. Er sandte Pfeile und verstreut' sie, Den Blitz und grollte.
8619#2. Samuel,22,16#16. Da zeigten sich des Meeres Betten, Bloß legten sich des Festlands Gründe Vom Dräun des Ewigen, Vom Hauch des Odems seines Angesichts.
8620#2. Samuel,22,17#17. Langt aus der Höhe, fasset mich, Zieht mich empor aus vielen Wassern.
8621#2. Samuel,22,18#18. Entreißt dem Feinde mich, der stark, Den Hassern mein, die mächtiger als ich.
8622#2. Samuel,22,19#19. Sie sind vor mir an meines Unglücks Tag, Der Ewge aber ward mir Stütze.
8623#2. Samuel,22,20#20. Er führte mich hinaus ins Weite, Errettet mich, weil er nach mir verlangt.
8624#2. Samuel,22,21#21. Der Ewige zahlt mir nach meiner Rechtlichkeit, Nach meiner Hände Reinheit stattet er mirs ab.
8625#2. Samuel,22,22#22. Ich hab des Ewgen Wege ja gewahrt, Hab nicht an meinem Gott gefrevelt.
8626#2. Samuel,22,23#23. Denn alle seine Rechte stehn vor mir, Und seine Satzungen - nicht geh ich davon ab.
8627#2. Samuel,22,24#24. Untadelig war ich bei ihm Und wahrte mich vor Schuld an mir.
8628#2. Samuel,22,25#25. Und es vergalt der Ewge mir nach meiner Rechtlichkeit, Nach meiner Reinheit, ihm vor Augen.
8629#2. Samuel,22,26#26. Treufrommem zeigst du treu dich, Untadlig Wackerm du untadelig.
8630#2. Samuel,22,27#27. Mit Lauterm bist du lauter, Mit Krummem ungerade.
8631#2. Samuel,22,28#28. Bedrücktem Volke hilfst du, Senkst nieder, kommt dein Blick auf Stolze.
8632#2. Samuel,22,29#29. Denn du bist meine Leuchte, Ewiger, Der Ewige erhellt mein Dunkel.
8633#2. Samuel,22,30#30. Denn mit dir renn ich Scharen an, Mit meinem Gotte setz ich über Mauern.
8634#2. Samuel,22,31#31. Ja Gott, untadlig ist sein Weg, Des Ewgen Spruch geläutert, Ein Schild er allen, die bei ihm sich bergen.
8635#2. Samuel,22,32#32. Denn wer ist Gott, wenn nicht der Ewige, Und wer ein Fels, wär es nicht unser Gott!
8636#2. Samuel,22,33#33. Gott, meine mächtge Veste, Frei macht er, ohne Fehle, meine Bahn.
8637#2. Samuel,22,34#34. Der meine Füße bildet wie der Hinden, Und auf Erschlagene mich stellt.
8638#2. Samuel,22,35#35. Der meine Hände unterweist zum Kampf, Daß erznen Bogen meine Arme spannen.
8639#2. Samuel,22,36#36. Du gabst mir deines Heiles Schild, Und dein Erhören macht mich groß.
8640#2. Samuel,22,37#37. Gabst Weite meinem Schritte unter mir, Nicht wankten meine Knöchel.
8641#2. Samuel,22,38#38. Jag meinen Feinden nach, vernichte sie Und kehr nicht um, bis sie getilgt.
8642#2. Samuel,22,39#39. Vernichte, metzle sie, sie können nimmer auf, Sie sinken unter meine Füße.
8643#2. Samuel,22,40#40. Du gürtetest mit Macht zum Kampf mich, Zwangst meine Gegner nieder unter mich.
8644#2. Samuel,22,41#41. Stellst mir die Feinde mit dem Nacken, Und meine Hasser, daß ich sie vertilge.
8645#2. Samuel,22,42#42. Sie blicken auf, doch keiner hilft, Zum Ewgen, er erhört sie nicht:
8646#2. Samuel,22,43#43. «Ich laß die (Himmel) morschen; wie den Lehm der Erde, Wie Schlamm der Fluren deck' ich (wieder) dünn sie aus.»
8647#2. Samuel,22,44#44. Du rettest mich aus meines Volkes Fehden, Bewahrest mich als der Nationen Haupt, Volk, das ich nicht gekannt, das front mir,
8648#2. Samuel,22,45#45. Der Fremde Söhne, mir verleugnet, Vom Ohrenhören mir erhört,
8649#2. Samuel,22,46#46. Der Fremde Söhne welken hin, Sie schlottern vor aus ihren Kerkern.
8650#2. Samuel,22,47#47. Es lebt der Ewige, gepriesen sei mein Fels, Erhöht der Gott, Fels meines Heils.
8651#2. Samuel,22,48#48. Der Gott, der Rache mir verlieh Und Völker stürzte unter mich.
8652#2. Samuel,22,49#49. Der du den Feinden mich entreißt Und über meine Gegner mich erhöhst, Vom Mann des Raubes mich errettest.
8653#2. Samuel,22,50#50. Drum huldige ich bei den Völkern, Ewger, dir, Und deinem Namen will ich singen.
8654#2. Samuel,22,51#51. Er, seines Königs Siegesturm, Der Liebe hält dem ihm Gesalbten, Dawid und dessen Samen, ewiglich.»
8655#2. Samuel,23,1#1. Und dies sind die letzten Worte Dawids: «Der Spruch Dawids, des Sohns Jischais, Und Spruch des Manns, der hoch erhoben, Dem Gotte Jaakobs gesalbt, Geliebt dem Starken Jisraëls.
8656#2. Samuel,23,2#2. Der Geist des Ewgen hat durch mich geredet, Sein Wort, es ist auf meiner Zunge.
8657#2. Samuel,23,3#3. Es hat Gott Jisraëls gesprochen, Der Fels von Jisraël zu mir geredet: ,Der Herrscher über Menschen, der gerecht, Der herrscht in Gottes Furcht,
8658#2. Samuel,23,4#4. Ist wie des Morgens Licht, der Sonn Erstrahlen, Ein Morgen wolkenlos, Im Glanz - Vom Regen aus der Erde sproßt das Grün.'
8659#2. Samuel,23,5#5. Steht sicher nicht mein Haus bei Gott! Der ewgen Bund mir doch gewährt, In allem wohlgeordnet und verwahrt; Denn all mein Heil und alle Lust - Läßt ers nicht sprießen?
8660#2. Samuel,23,6#6. Doch die Nichtswürdgen - alle wie verwehter Dorn, Die ohne Hand man wegrafft.
8661#2. Samuel,23,7#7. Berührt sie einer, der versieht Mit Eisen sich und Speeresschaft. Im Feuer werden sie verbrannt am Sitz.»
8662#2. Samuel,23,8#8. Dies sind die Namen der Helden Dawids: Joscheb-Baschebet, der Tahkemonite, der Oberste der Wagenkämpfer - das ist Adino der Eznite - über achthundert Erschlagene mit einem Mal.
8663#2. Samuel,23,9#9. Und nach ihm war El'asar, Sohn Dodos, des Sohnes Ahohis, unter den drei Helden bei Dawid. Als diese sich einst unter die Pelischtäer wagten, die sich dort zum Kampf gesammelt hatten, während die Männer Jisraëls fortgezogen waren,
8664#2. Samuel,23,10#10. da hielt er stand und schlug die Pelischtäer, bis seine Hand matt wurde, und seine Hand am Schwert kleben blieb. So schaffte der Ewige einen großen Sieg an jenem Tag. Und das Volk kehrte um, ihm nach, nur um zu plündern.
8665#2. Samuel,23,11#11. Und nach ihm Schamma, Sohn Ages, aus Harar. Und es versammelten sich einst die Pelischtäer zur Streifschar. Dort war der Acker Feldes voller Linsen. Das Volk aber war vor den Pelischtäern geflohen.
8666#2. Samuel,23,12#12. Da stellte er sich hin inmitten des Ackers und rettete es und schlug die Pelischtäer. So schaffte der Ewige einen großen Sieg.
8667#2. Samuel,23,13#13. Und es zogen drei von den dreißig Hauptleuten hinab und kamen nach Kazir zu Dawid in die Höhle Adullam, eine Schar der Pelischtäer aber lagerte im Tal Refaim.
8668#2. Samuel,23,14#14. Und Dawid war damals in der Bergveste, während damals ein Posten der Pelischtäer in Bet-Lehem war.
8669#2. Samuel,23,15#15. Da kam Dawid ein Begehren an, und er sprach: «Wer gibt mir Wasser zu trinken aus der Zisterne von Bet-Lehem, die im Tor ist?»
8670#2. Samuel,23,16#16. Da brachen die drei Helden in das Lager der Pelischtäer ein, schöpften Wasser aus der Zisterne von Bet-Lehem, die im Tor ist, trugen es und brachten es zu Dawid. Er aber wollte es nicht trinken und goß es dem Ewigen dar.
8671#2. Samuel,23,17#17. Und er sprach: «Schmach sei es mir, Ewiger, solches zu tun! Das Blut der Männer, die den Gang um ihr Leben gemacht haben?» Und er wollte es nicht trinken. Dies taten die drei Helden.
8672#2. Samuel,23,18#18. Und Abischai, der Bruder Joabs, der Sohn der Zeruja, er war das Haupt der Drei. Und er schwang seinen Speer über dreihundert Erschlagene, und er hatte einen Namen unter den Dreien.
8673#2. Samuel,23,19#19. Vor den Dreien war er ja geehrt, daß er ihnen zum Anführer wurde, doch an jene Drei reichte er nicht heran.
8674#2. Samuel,23,20#20. Und Benajahu, der Sohn Jehojadas, Sohn eines wackern Mannes, reich an Taten, aus Kabzeel; er schlug die beiden Großlöwen von Moab; und er stieg hinab und schlug den Löwen in der Grube am Schneetag.
8675#2. Samuel,23,21#21. Und er erschlug den mizräischen Mann, einen Mann von Aussehn; und in der Hand des Mizräers war ein Speer. Da stieg er zu ihm herab mit dem Stock, riß den Speer aus der Hand des Mizräers und erschlug ihn mit seinem Speer.
8676#2. Samuel,23,22#22. Dies tat Benajahu, der Sohn Jehojadas. Und er hatte einen Namen unter den drei Helden.
8677#2. Samuel,23,23#23. Vor den Dreißig war er geehrt, aber an die Drei reichte er nicht heran, und Dawid bestellte ihn zu seinem Gehör.
8678#2. Samuel,23,24#24. Asaël, der Bruder Joabs, war unter den Dreißig; Elhanan, der Sohn Dodos, aus Bet-Lehem.
8679#2. Samuel,23,25#25. Schamma aus Harod, Elika aus Harod.
8680#2. Samuel,23,26#26. Helez aus Pelet, Ira, der Sohn Ikkeschs aus Tekoa.
8681#2. Samuel,23,27#27. Abiëser aus Anatot, Mebunnai aus Huscha.
8682#2. Samuel,23,28#28. Zalmon aus Ahoah, Maharai aus Netofa.
8683#2. Samuel,23,29#29. Heleb, Sohn Baanas aus Netofa, Ittai, der Sohn Ribais aus dem Gib'a der Söhne Binjamins.
8684#2. Samuel,23,30#30. Benajahu aus Pir'aton, Hiddai aus Nahale-Gaasch.
8685#2. Samuel,23,31#31. Abi-Albon aus Araba, Asmawet aus Bahurim.
8686#2. Samuel,23,32#32. Eljahba aus Schaalbin, die Söhne Jaschens, Jehonatan.
8687#2. Samuel,23,33#33. Schamma aus Harar, Ahiam, Sohn Scharars, aus Harar.
8688#2. Samuel,23,34#34. Elifelet, der Sohn Ahasbais, Sohn des Maachatiters, Eliam, der Sohn Ahitofels aus Gilo.
8689#2. Samuel,23,35#35. Hezrai aus Karmel, Paarai aus Arab.
8690#2. Samuel,23,36#36. Jig'al, der Sohn Natans aus Zoba, Bani aus Gad.
8691#2. Samuel,23,37#37. Zelek, der Ammonite, Naharai aus Beerot, der Waffenträger Joabs, des Sohns der Zeruja.
8692#2. Samuel,23,38#38. Ira, der Jitrite, Gareb, der Jitrite.
8693#2. Samuel,23,39#39. Urija, der Hittiter; in allem siebenunddreißig.
8694#2. Samuel,24,1#1. Und wieder flammte des Ewigen Antlitz auf wider Jisraël, so daß er Dawid gegen sie verleitete zu sagen: «Geh, zähle Jisraël und Jehuda!»
8695#2. Samuel,24,2#2. Und der König sprach zu Joab, dem Heeresobersten, der bei ihm war: «Durchstreife doch alle Stämme Jisraëls von Dan bis Beer-Scheba und mustert das Volk, daß ich die Zahl des Volkes weiß.»
8696#2. Samuel,24,3#3. Da sprach Joab zum König: «Möge der Ewige, dein Gott, zum Volk, wieviel ihrer sind, hundertmal soviel hinzufügen, und daß die Augen meines Herrn, des Königs, es sehen; aber warum verlangt mein Herr, der König, nach solchem?»
8697#2. Samuel,24,4#4. Doch das Wort des Königs blieb fest an Joab und an die Obersten des Heeres. So zogen Joab und die Heeresobersten vor dem König aus, um das Volk, Jisraël, zu mustern.
8698#2. Samuel,24,5#5. Und sie durchschritten den Jarden und lagerten sich in Aroër, rechts von der Stadt, die mitten im Flußtal von Gad liegt, und nach Ja'ser hin.
8699#2. Samuel,24,6#6. Dann kamen sie nach dem Gil'ad und in die Landschaft Tahtim-Hodschi, und sie kamen nach Dan, Jaan und herum, gegen Zidon hin.
8700#2. Samuel,24,7#7. Und sie kamen zur Veste Zor-1- und zu allen Städten des Hiwwi und des Kenaani, und sie zogen hinaus nach der Südsteppe von Jehuda, nach Beer-Scheba. -1) Tyrus.++
8701#2. Samuel,24,8#8. Und sie durchstreiften das ganze Land und kamen nach Verlauf von neun Monaten und zwanzig Tagen nach Jeruschalaim.
8702#2. Samuel,24,9#9. Dann gab Joab die Zahl des gemusterten Volkes dem König an. Da betrug Jisraël achthunderttausend kriegstüchtige Männer, die das Schwert zücken, und die Mannschaft von Jehuda fünfhunderttausend Mann.
8703#2. Samuel,24,10#10. Da schlug Dawids Herz ihm, nachdem er das Volk gezählt hatte, und Dawid sprach zum Ewigen: «Ich habe sehr gefehlt, daß ich dies getan. Nun aber, Ewiger, nimm doch hinweg die Schuld deines Knechtes, denn ich war sehr töricht.»
8704#2. Samuel,24,11#11. Und als Dawid des Morgens aufgestanden war, da war das Wort des Ewigen ergangen an Gad, den Gottbegeisteten, den Seher Dawids, besagend:
8705#2. Samuel,24,12#12. «Geh und rede zu Dawid: So spricht der Ewige: Dreierlei halte ich über dich, wähle dir eins von ihnen, das ich dir tun soll.»
8706#2. Samuel,24,13#13. Da kam Gad zu Dawid, berichtete es ihm und sprach zu ihm: «Sollen dir sieben Jahre Hunger in dein Land kommen, oder drei Monate, wo du fliehst vor deinem Feind, und er dir nachsetzt, oder soll drei Tage Pest in deinem Land sein? Nun, überlege und sieh zu, was ich Bescheid bringe dem, der mich gesandt!»
8707#2. Samuel,24,14#14. Da sprach Dawid zu Gad: «Mir ist sehr angst! Laß uns doch in des Ewigen Hand fallen, denn groß ist sein Erbarmen; doch in der Menschen Hand will ich nicht fallen.»
8708#2. Samuel,24,15#15. Da gab der Ewige eine Pest in Jisraël vom Morgen bis zur bestimmten Zeit. Und es starben von dem Volk von Dan bis Beer-Scheba siebzigtausend Mann.
8709#2. Samuel,24,16#16. Und der Gottesbote streckte seine Hand nach Jeruschalaim aus, um es zu verderben; da bedachte sich der Ewige ob des Urteils, und er sprach zu dem Boten, der im Volk vernichtete: «Genug! Laß deine Hand nun sinken!» Und der Bote des Ewigen war da bei der Tenne Arawnas, des Jebusäers.
8710#2. Samuel,24,17#17. Da sprach Dawid zum Ewigen, als er den Boten sah, der im Volk dreinschlug, und sagte: «Sieh, ich habe gesündigt, und ich habe mich vergangen, aber diese, die Schafe, was haben sie getan? Sei doch deine Hand an mir und an meines Vaters Haus!»
8711#2. Samuel,24,18#18. Und Gad kam zu Dawid an jenem Tag und sagte zu ihm: «Zieh hinauf, errichte dem Ewigen einen Altar auf der Tenne Arawnas, des Jebusäers.»
8712#2. Samuel,24,19#19. Da zog Dawid hinauf gemäß dem Wort Gads, wie der Ewige es befohlen.
8713#2. Samuel,24,20#20. Und Arawna schaute aus, da sah er den König und seine Diener auf sich zuschreiten; da ging Arawna hinaus und warf sich vor dem König nieder, das Angesicht zur Erde.
8714#2. Samuel,24,21#21. Dann sagte Arawna: «Warum kommt mein Herr, der König, zu seinem Knecht?» Und Dawid sagte: «Um die Tenne von dir zu kaufen und einen Altar dem Ewigen zu bauen, daß der Gottesschlag dem Volk abgewehrt werde.»
8715#2. Samuel,24,22#22. Da sprach Arawna zu Dawid: «Mag mein Herr, der König, nehmen und darbringen, was recht ist in seinen Augen. Sieh, die Rinder sind zum Hochopfer, und die Dreschwalzen und das Geschirr der Rinder zum Holz.
8716#2. Samuel,24,23#23. Alles hat Arawna, o König, dem König gegeben.» Dann sagte Arawna zum König: «Möge der Ewige, dein Gott, dir Huld zeigen.»
8717#2. Samuel,24,24#24. Da sprach der König zu Arawna: «Nein! Kaufen will ich es von dir um den Preis und will dem Ewigen, meinem Gott, nicht unbezahlte Hochopfer darbringen.» So kaufte Dawid die Tenne und die Rinder für fünfzig Schekel Silber.
8718#2. Samuel,24,25#25. Und Dawid baute dort einen Altar dem Ewigen und brachte Hochopfer und Mahlopfer dar. Und der Ewige ließ sich dem Land erbitten und der Gottesschlag wurde von Jisraël abgewehrt.

7213#1.Schemuël,1,1#1. UND es war ein Mann aus ha-Ramataim-Zofim vom Gebirge Efraim, sein Name war Elkana, der Sohn Jerohams, des Sohnes Elihus, des Sohnes Tohus, des Sohnes Zufs, ein Efraimite.
7214#1.Schemuël,1,2#2. Und er hatte zwei Frauen, der Name der einen war Hanna und der Name der zweiten Peninna. Nun hatte Peninna Kinder, Hanna aber hatte keine Kinder.
7215#1.Schemuël,1,3#3. Und jener Mann zog aus seiner Stadt Jahr für Jahr hinauf, um sich niederzuwerfen und dem Ewigen der Scharen zu opfern in Schilo. Dort aber waren die beiden Söhne Elis, Hofni und Pinehas, Priester dem Ewigen.
7216#1.Schemuël,1,4#4. War da nun der Tag, da Elkana schlachtete, so gab er Peninna, seinem Weib, und allen ihren Söhnen und Töchtern Anteile.
7217#1.Schemuël,1,5#5. Hanna aber gab er einen Teil obendrauf, denn er liebte Hanna, obschon der Ewige ihren Schoß verschlossen hatte.
7218#1.Schemuël,1,6#6. Ihr Mitweib aber fügte ihr Kränkung über Kränkung zu, durch ihr Vorwerfen, daß der Ewige ihren Mutterschoß verschlossen hatte.
7219#1.Schemuël,1,7#7. So tat er Jahr für Jahr. So oft sie zum Haus des Ewigen hinaufzog, kränkte sie jene; da weinte sie und aß nicht.
7220#1.Schemuël,1,8#8. Da sprach zu ihr Elkana, ihr Mann: «Hanna, warum weinst du, und warum ißt du nicht, und warum ist dein Herz betrübt? Bin ich dir nicht besser als zehn Söhne?»
7221#1.Schemuël,1,9#9. Hanna aber stand auf, nachdem man gegessen hatte zu Schilo und getrunken, und Eli, der Priester, saß auf dem Stuhl an dem Türpfosten des Tempels des Ewigen,
7222#1.Schemuël,1,10#10. sie aber war verbitterten Gemüts, betete zum Ewigen und weinte sehr.
7223#1.Schemuël,1,11#11. Und sie tat ein Gelöbnis und sprach: «Ewiger der Scharen, wenn du sehen wirst auf das Elend deiner Magd und meiner gedenkst und deine Magd nicht vergißt und deiner Magd männlichen Samen gibst, so will ich ihn dem Ewigen weihen alle Tage seines Lebens, und ein Schermesser soll nicht auf sein Haupt kommen.»
7224#1.Schemuël,1,12#12. Es war aber, als sie lange vor dem Ewigen betete, - Eli aber achtete auf ihren Mund:
7225#1.Schemuël,1,13#13. Hanna, die redete zu ihrem Herzen, nur ihre Lippen bewegten sich, ihre Stimme aber wurde nicht gehört -, da hielt sie Eli für eine Trunkene.
7226#1.Schemuël,1,14#14. Da sagte Eli zu ihr: «Wie lange willst du dich trunken zeigen? Tu deinen Weinrausch von dir!»
7227#1.Schemuël,1,15#15. Hanna aber antwortete und sprach: «Nein, mein Herr, ein Weib schweren Gemüts bin ich, Wein und Rauschtrank habe ich nicht getrunken, meine Seele habe ich vor dem Ewigen ausgeschüttet.
7228#1.Schemuël,1,16#16. Halte deine Magd nicht für ein ruchloses Weib, denn aus großem Kummer und Gram habe ich bisher geredet.»
7229#1.Schemuël,1,17#17. Da antwortete Eli und sprach: «Geh in Frieden, und der Gott Jisraëls gewähre deine Bitte, die du von ihm erbeten hast.»
7230#1.Schemuël,1,18#18. Und sie sprach: «Mag deine Magd Gunst finden in deinen Augen!» Dann ging das Weib ihres Weges und aß, und hatte ihr (betrübtes) Gesicht nicht mehr.
7231#1.Schemuël,1,19#19. Und sie machten sich früh am Morgen auf, warfen sich nieder vor dem Ewigen und kehrten zurück und kamen in ihr Haus nach ha-Rama. Dann erkannte Elkana sein Weib Hanna, und der Ewige gedachte ihrer.
7232#1.Schemuël,1,20#20. Und es war nach dem Umlauf der Tage, da war Hanna schwanger geworden, und sie gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Schemuël, denn: «Vom Ewigen habe ich ihn erbeten.»
7233#1.Schemuël,1,21#21. Da zog der Mann, Elkana, und sein ganzes Haus hinauf, um dem Ewigen das jährliche Opfer und sein Gelöbnis darzubringen,
7234#1.Schemuël,1,22#22. Hanna aber zog nicht hinauf; denn sie sprach zu ihrem Mann: «Bis der Knabe entwöhnt sein wird, dann bringe ich ihn hin, daß er vor dem Antlitz des Ewigen erscheine und dort bleibe für immer.»
7235#1.Schemuël,1,23#23. Da sagte ihr Elkana, ihr Mann: «Tu, was recht ist in deinen Augen, bleib, bis du ihn entwöhnt hast, möge nur der Ewige sein Wort erfüllen!» Und das Weib blieb, und sie säugte ihren Sohn, bis sie ihn entwöhnt hatte.
7236#1.Schemuël,1,24#24. Dann nahm sie ihn mit sich hinauf, sobald sie ihn entwöhnt hatte, mit drei Stieren und einem Efa Mehl und einem Schlauch Wein, und sie brachte ihn in das Haus des Ewigen nach Schilo. - Und der Knabe war noch klein.
7237#1.Schemuël,1,25#25. Und sie schlachteten den Stier und brachten den Knaben zu Eli.
7238#1.Schemuël,1,26#26. Da sprach sie: «Ach, mein Herr, - Leben deiner Seele! Mein Herr, ich bin das Weib, das bei dir hier gestanden, um zum Ewigen zu beten.
7239#1.Schemuël,1,27#27. Um diesen Knaben habe ich gebetet, und der Ewige hat mir meine Bitte gewährt, die ich von ihm erbeten.
7240#1.Schemuël,1,28#28. So erbiete ich ihn dem Ewigen; alle Tage, die er lebt, sei er dem Ewigen erboten.» Dann warf er sich dort nieder vor dem Ewigen.
7241#1.Schemuël,2,1#1. Und Hanna betete und sprach: «Es jubelt mir das Herz im Ewigen, Erhöht ist durch den Ewigen mein Horn, Weit wegen meiner Hasser ist mein Mund, Ich freu mich deiner Hilfe.
7242#1.Schemuël,2,2#2. Ist Keiner heilig wie der Ewge, Ja, Keiner außer dir, Kein Fels wie unser Gott!
7243#1.Schemuël,2,3#3. Häuft nimmer Reden hochmutsvoll, Vermessenes entfahr nicht eurem Mund; Denn Gott des Wissens ist der Ewige, Ihm sind die Taten ausgemessen.
7244#1.Schemuël,2,4#4. Die Bogenhelden schrecken nieder, Und Strauchelnde umgürten sich mit Kraft.
7245#1.Schemuël,2,5#5. Die Satten dingen sich um Brot, Die hungern, müssens nimmermehr. Die unfruchtbar, gebärt noch sieben, Die Kinderreiche welkt dahin.
7246#1.Schemuël,2,6#6. Der Ewge tötet und belebt, Senkt in die Gruft und holt herauf.
7247#1.Schemuël,2,7#7. Der Ewge macht arm, macht reich, Erniedrigt und erhöht auch.
7248#1.Schemuël,2,8#8. Er richtet aus dem Staub empor den Niedern, Und aus dem Kot höht er den Elenden, Um ihn zu setzen mit den Fürsten, Den Thron der Ehre weist er ihnen zu; Sind ja des Ewigen der Erde Säulen, das Festland hat er drauf gestellt.
7249#1.Schemuël,2,9#9. Er hütet seiner Frommen Tritte, Die Ruchlosen im Dunkel stummen, Denn nicht durch Stärke siegt der Mann.
7250#1.Schemuël,2,10#10. Der Ewge - seine Widersacher schrecken nieder, Darob im Himmel donnert er, Der Ewge richtet Weltenenden Und seinem König gibt er Macht, Erhöht das Horn des ihm Gesalbten.»
7251#1.Schemuël,2,11#11. Und Elkana ging nach ha-Rama in sein Haus; der Knabe aber war ein Diener dem Ewigen vor Eli, dem Priester.
7252#1.Schemuël,2,12#12. Elis Söhne jedoch waren ruchlose Menschen, sie kannten den Ewigen nicht.
7253#1.Schemuël,2,13#13. Und das Verhalten der Priester gegenüber dem Volk war: Sooft jemand ein Opfer schlachtete, kam der Bursch des Priesters, wenn man das Fleisch kochte, mit der dreizinkigen Gabel in der Hand
7254#1.Schemuël,2,14#14. und stieß in den Kessel oder Topf oder in die Pfanne oder in den Tiegel; was immer dann die Gabel heraufbrachte, nahm der Priester davon. So taten sie ganz Jisraël, denen, die dorthin nach Schilo kamen.
7255#1.Schemuël,2,15#15. Sogar noch bevor man das Fett in Rauch aufgehn ließ, kam des Priesters Bursch und sagte zu dem Schlachtenden: «Gib Fleisch her für den Priester zu braten, er nimmt von dir kein gekochtes Fleisch, sondern nur rohes.»
7256#1.Schemuël,2,16#16. Wenn nun jener zu ihm sagte: «Sollen sie doch jetzt erst das Fett in Rauch aufgehn lassen, dann nimm dir, wie es deine Seele begehrt», so sprach er: «Nein, jetzt sollst du es geben; wenn nicht, so nehm ichs mit Gewalt.»
7257#1.Schemuël,2,17#17. So war die Sünde der Burschen sehr groß vor dem Ewigen, denn die Leute höhnten die Opfergabe des Ewigen.
7258#1.Schemuël,2,18#18. Schemuël aber tat Dienst vor dem Ewigen - ein Knabe, umgürtet mit einem leinenen Efod-1-. -1) Schulterkleid.++
7259#1.Schemuël,2,19#19. Und ein kleines Oberkleid macht ihm seine Mutter und brachte es ihm hinauf Jahr für Jahr, wenn sie mit ihrem Mann hinaufzog, das jährliche Opfer zu schlachten.
7260#1.Schemuël,2,20#20. Dann segnete Eli Elkana und sein Weib und sprach: «Der Ewige gebe dir Samen von diesem Weib anstatt des Erbietens, das man dem Ewigen erboten.» Und sie gingen an seinen Ort.
7261#1.Schemuël,2,21#21. Denn Gott bedachte Hanna, und sie ward schwanger und gebar drei Söhne und zwei Töchter. Und der Knabe Schemuël wuchs heran bei dem Ewigen.
7262#1.Schemuël,2,22#22. Und Eli war sehr alt, und er hörte alles, was seine Söhne ganz Jisraël taten, und daß sie den Frauen beilagen, die sich am Eingang des Erscheinungszeltes scharten.
7263#1.Schemuël,2,23#23. Und er sprach zu ihnen: «Warum tut ihr dergleichen, wie ich diese eure bösen Dinge höre von dem ganzen Volk?
7264#1.Schemuël,2,24#24. Nicht doch, meine Söhne, denn nicht gut ist das Gerücht, das ich das Volk des Ewigen verbreiten höre.
7265#1.Schemuël,2,25#25. Wenn ein Mann gegen den andern sündigt, so kann Gottheit ihn schützen, wenn aber gegen den Ewigen ein Mann sündigt, wer sollte da für ihn Schutz erwirken?» Sie hörten aber nicht auf die Stimme ihres Vaters; denn der Ewige wollte sie töten.
7266#1.Schemuël,2,26#26. Doch der Knabe Schemuël wurde immer größer und wohlgefälliger, sowohl beim Ewigen als bei den Menschen.
7267#1.Schemuël,2,27#27. Da kam ein Gottesmann zu Eli und sprach zu ihm: «So spricht der Ewige: Habe ich mich offenbart deinem Vaterhause, als sie in Mizraim am Haus Par'os waren,
7268#1.Schemuël,2,28#28. und habe es erwählt von allen Stämmen Jisraëls, mir zum Priester, an meinem Altar hinanzusteigen, um Räucherwerk darzubringen, ein Efod vor mir zu tragen, und gab ich deinem Vaterhaus alle Feueropfer der Kinder Jisraël?
7269#1.Schemuël,2,29#29. Warum gebt ihr meinem Schlacht- und Mehlopfer, das ich geboten, den Fußtritt, (scheel) blickend, und ehrst du deine Söhne mehr als mich, euch zu mästen mit dem Ersten aller Gaben meines Volkes Jisraël?
7270#1.Schemuël,2,30#30. Darum ist der Spruch des Ewigen, des Gottes Jisraël: Ich dachte, dein Haus und das Haus deines Vaters werden vor mir wandeln bis in Ewigkeit. Nun aber ist der Spruch des Ewigen: Schmach sei es mir! Denn die mich ehren, ehre ich; und die mich verachten, werden gering.
7271#1.Schemuël,2,31#31. Sieh, Tage kommen, da haue ich ab deinen Arm und den Arm des Hauses deines Vaters, daß keiner alt werde in deinem Haus.
7272#1.Schemuël,2,32#32. Und du wirst scheeläugig blicken auf alles, was er Gutes an Jisraël tut, und ein Greis soll nimmer sein in deinem Haus, allezeit.
7273#1.Schemuël,2,33#33. Doch einen Mann will ich dir nicht ausgehn lassen an meinem Altar, daß deine Augen vergehen und deine Seele sich verzehre, aller Zuwachs deines Hauses aber wird sterben, (die) Männer.
7274#1.Schemuël,2,34#34. Und dies sei dir das Zeichen, das, was deine beiden Söhne treffen wird, Hofni und Pinehas: An einem Tag werden sie beide sterben.
7275#1.Schemuël,2,35#35. Ich aber will mir einen getreuen Priester bestellen, der nach meinem Sinn und nach meinem Willen handeln wird; ihm will ich ein zuverlässig Haus errichten, und er wird vor meinem Gesalbten wandeln alle Tage.
7276#1.Schemuël,2,36#36. Und es wird sein: Wer von deinem Haus übrig bleibt, der wird kommen, sich vor ihm hinzuwerfen um ein Geldstück oder um ein Flachbrot und sprechen: ,Geselle mich doch einer der Priesterschaften zu, daß ich ein Stück Brot esse.'»
7277#1.Schemuël,3,1#1. Und der Knabe Schemuël diente dem Ewigen vor Eli. Das Wort des Ewigen aber war selten in jenen Tagen, Gesichte waren nicht verbreitet.
7278#1.Schemuël,3,2#2. Es war nun zu jener Zeit - Eli lag an seinem Ort, und seine Augen hatten begonnen trübe zu sein, er konnte nicht sehen,
7279#1.Schemuël,3,3#3. und die Leuchte Gottes war noch nicht erloschen, und Schemuël lag im Tempel des Ewigen, wo die Lade Gottes stand -
7280#1.Schemuël,3,4#4. da rief der Ewige zu Schemuël. Und er sprach: «Hier bin ich!»
7281#1.Schemuël,3,5#5. Und er lief zu Eli und sagte: «Hier bin ich, denn du hast mich gerufen.» Er aber sprach: «Ich habe nicht gerufen, leg dich wieder hin.» Und er ging und legte sich.
7282#1.Schemuël,3,6#6. Und der Ewige fuhr fort und rief nochmals: «Schemuël!» Da stand Schemuël auf, ging zu Eli und sprach: «Hier bin ich, denn du hast mich gerufen»; er aber sprach: «Ich habe nicht gerufen, mein Sohn, leg dich wieder hin.»
7283#1.Schemuël,3,7#7. Schemuël aber kannte den Ewigen noch nicht, noch hatte sich ihm das Wort des Ewigen nicht offenbart.
7284#1.Schemuël,3,8#8. Und der Ewige fuhr fort und rief: «Schemuël», zum drittenmal; und er stand auf und ging zu Eli und sprach: «Hier bin ich, denn du hast mich gerufen!» Da merkte Eli, daß der Ewige den Knaben rief.
7285#1.Schemuël,3,9#9. Da sprach Eli zu Schemuël: «Geh, leg dich hin, und es wird sein, wenn es dir wieder zuruft, so sprich: ,Rede, Ewiger, denn dein Knecht hört.'» Und Schemuël ging und legte sich hin an seinem Ort.
7286#1.Schemuël,3,10#10. Da kam der Ewige, stellte sich hin und rief wie Mal um Mal: «Schemuël, Schemuël!» Und Schemuël sprach: «Rede, denn dein Knecht hört.»
7287#1.Schemuël,3,11#11. Da sprach der Ewige zu Schemuël: «Sieh, ich tue etwas in Jisraël, wovon jedem, der es hört, beide Ohren gellen sollen.
7288#1.Schemuël,3,12#12. An jenem Tag will ich an Eli verwirklichen alles, was ich über sein Haus geredet habe, beginnen und enden.
7289#1.Schemuël,3,13#13. Und ich tue ihm kund, daß ich sein Haus richte bis in Ewigkeit; um die Sünde, daß er gewußt, daß seine Söhne sich verlästern, und er ihnen nicht Einhalt getan.
7290#1.Schemuël,3,14#14. Deshalb habe ich geschworen dem Haus Elis: Ob gesühnt wird die Schuld des Hauses Eli durch Schlachtopfer oder Mehlopfer bis in Ewigkeit!»
7291#1.Schemuël,3,15#15. Und Schemuël lag bis zum Morgen, dann öffnete er die Türen am Haus des Ewigen. Und Schemuël fürchtete, die Schau Eli zu berichten.
7292#1.Schemuël,3,16#16. Eli aber sprach: «Schemuël, mein Sohn!» Und er sprach: «Da bin ich.»
7293#1.Schemuël,3,17#17. Und er sprach: «Was war es, was der Ewige zu dir geredet? Hehle es mir nicht; so tue dir Gott an, so und noch mehr, wenn du mir etwas verhehlst von allem, was er zu dir gesprochen!»
7294#1.Schemuël,3,18#18. Da berichtete ihm Schemuël alles und verhehlte ihm nichts. Und er sprach: «Der Ewige ist es; was recht ist in seinen Augen, tue er.»
7295#1.Schemuël,3,19#19. Und Schemuël wuchs heran, und der Ewige war mit ihm und ließ nichts von all seinen Worten zur Erde fallen.
7296#1.Schemuël,3,20#20. Und ganz Jisraël von Dan bis Beer-Scheba erkannte, daß Schemuël bewährt war als gottbegeistet vom Ewigen.
7297#1.Schemuël,3,21#21. Und der Ewige fuhr fort, sich schauen zu lassen in Schilo, denn der Ewige offenbarte sich Schemuël in Schilo mit dem Wort des Ewigen.
7298#1.Schemuël,4,1#1. Und das Wort Schemuëls erging an ganz Jisraël, und Jisraël zog aus, den Pelischtäern entgegen, zum Krieg, und sie lagerten bei Eben-ha-Eser, und die Pelischtäer lagerten bei Afek.
7299#1.Schemuël,4,2#2. Und die Pelischtäer ordneten sich gegen Jisraël. Und der Kampf griff um sich, und Jisraël wurde geschlagen vor den Pelischtäern, und sie erschlugen auf dem Kampfplatz auf dem Feld an viertausend Mann.
7300#1.Schemuël,4,3#3. Als aber das Volk ins Lager gekommen war, sprachen die Ältesten Jisraëls: «Warum hat uns heute der Ewige vor den Pelischtäern geschlagen? Laßt uns aus Schilo die Bundeslade des Ewigen holen, daß sie in unsere Mitte komme und uns aus der Hand unserer Feinde rette.»
7301#1.Schemuël,4,4#4. Da schickte das Volk nach Schilo, und man brachte von dort die Bundeslade des Ewigen der Scharen, des Kerubimthronenden. Und dort waren die beiden Söhne Elis bei der Bundeslade Gottes, Hofni und Pinehas.
7302#1.Schemuël,4,5#5. Es war nun, als die Bundeslade des Ewigen in das Lager kam, da erhob ganz Jisraël ein großes Lärmgeschrei, daß die Erde erdröhnte.
7303#1.Schemuël,4,6#6. Als nun die Pelischtäer das Lärmgeschrei hörten, sprachen sie: «Was ist dies große Lärmgeschrei im Lager der Hebräer?» Da merkten sie, daß die Lade des Ewigen in das Lager gekommen war.
7304#1.Schemuël,4,7#7. Da fürchteten die Pelischtäer, denn sie sagten: «Gott ist ins Lager gekommen.» Und sie sprachen: «Wehe uns, denn so war es nicht gestern und ehegestern.
7305#1.Schemuël,4,8# 8. Wehe uns! Wer wird uns aus der Hand dieser gewaltigen Götter erretten? Das sind ja jene Götter, die die Mizräer mit allerlei Plagen geschlagen in der Wüste.
7306#1.Schemuël,4,9#9. Seid stark, werdet Männer, Pelischtäer, damit ihr nicht Knechte werdet den Hebräern, wie sie euch Knechte waren; werdet denn Männer und kämpfet!»
7307#1.Schemuël,4,10#10. Da kämpften die Pelischtäer, und Jisraël wurde geschlagen, und sie flohen, ein jeder zu seinem Zelt. Und es ward der Schlag sehr groß, und es fielen von Jisraël dreißigtausend Mann, Marschfähige.
7308#1.Schemuël,4,11#11. Und die Lade Gottes wurde genommen, und die beiden Söhne Elis starben, Hofni und Pinehas.
7309#1.Schemuël,4,12#12. Da lief ein Mann von Binjamin vom Schlachtfeld und kam nach Schilo an jenem Tag; und seine Gewänder waren zerrissen, und Erde war auf seinem Haupt.
7310#1.Schemuël,4,13#13. Und als er ankam, da saß eben Eli auf dem Stuhl an der Seite des Weges, ausschauend; denn sein Herz war unruhig wegen der Lade Gottes. Als nun der Mann kam, um in der Stadt zu berichten, da schrie die ganze Stadt auf.
7311#1.Schemuël,4,14#14. Als Eli das Wehgeschrei hörte, da sprach er: «Was bedeutet dieses lärmende Geschrei?» Und der Mann eilte herzu und berichtete Eli.
7312#1.Schemuël,4,15#15. Eli aber war achtundneunzig Jahre alt, und seine Augen waren starr geworden, und er konnte nicht mehr sehen.
7313#1.Schemuël,4,16#16. Und der Mann sagte zu Eli: «Ich bin es, der da vom Schlachtfeld gekommen ist, und ich bin heute vom Schlachtfeld geflohen.» Da sagte er: «Wie war die Sache, mein Sohn?»
7314#1.Schemuël,4,17#17. Und der Künder antwortete und sprach: «Geflohen ist Jisraël vor den Pelischtäern, ja es war ein großer Gottesschlag im Volk, und auch deine beiden Söhne sind tot, Hofni und Pinehas, und die Lade Gottes ist genommen.»
7315#1.Schemuël,4,18#18. Es war aber, als er die Lade Gottes erwähnte, da fiel er vom Stuhl rücklings über die Seite des Tores hinweg, und sein Genick brach, und er starb. Denn der Mann war alt und gewichtig. Und vierzig Jahre hatte er Jisraël gerichtet.
7316#1.Schemuël,4,19#19. Seine Schwiegertochter aber, das Weib des Pinehas, war schwanger zum Gebären. Als sie nun die Kunde von der Wegnahme der Lade Gottes hörte, und daß ihr Schwiegervater und ihr Mann tot waren, da sank sie nieder und gebar; denn ihre Wehen hatten sie überkommen.
7317#1.Schemuël,4,20#20. Als sie nun am Sterben war, da sprachen die (Frauen), die um sie standen: «Fürchte dich nicht, denn du hast einen Sohn geboren.» Sie aber antwortete nicht und achtete nicht darauf.
7318#1.Schemuël,4,21#21. Und sie nannte den Knaben I-Kabod, was besagt: «Fortgezogen ist die Herrlichkeit-1- von Jisraël», wegen der Wegnahme der Lade Gottes und wegen ihres Schwiegervaters und ihres Mannes. -1) -+kabod-.++
7319#1.Schemuël,4,22#22. Und sie sagte: «Fortgezogen ist die Herrlichkeit von Jisraël, denn genommen ist die Lade Gottes.»
7320#1.Schemuël,5,1#1. Die Pelischtäer aber nahmen die Lade Gottes und brachten sie von Eben-ha-Eser nach Aschdod.
7321#1.Schemuël,5,2#2. Darauf nahmen die Pelischtäer die Lade Gottes und brachten sie in das Haus des Dagon und stellten sie neben Dagon.
7322#1.Schemuël,5,3#3. Als aber die Aschdodäer am andern Morgen aufgestanden waren, da lag Dagon vor ihr auf der Erde, vor der Lade des Ewigen. Da nahmen sie den Dagon und stellten ihn wieder an seine Stelle.
7323#1.Schemuël,5,4#4. Als sie aber am andern Morgen früh aufgestanden waren, sieh, da lag Dagon vor ihr auf der Erde, vor der Lade des Ewigen, der Kopf des Dagon und die beiden Hände abgeschlagen an der Schwelle, nur der Dagon(rumpf) war daran geblieben.
7324#1.Schemuël,5,5#5. Darum treten die Priester des Dagon und alle, die in das Haus des Dagon kommen, nicht auf die Schwelle des Dagon in Aschdod, bis auf diesen Tag.
7325#1.Schemuël,5,6#6. Und die Hand des Ewigen wuchtete auf den Aschdodäern, und er verheerte sie und schlug sie mit Beulen, Aschdod und sein Gebiet.
7326#1.Schemuël,5,7#7. Als nun die Leute von Aschdod sahen, daß es so war, da sagten sie: «Nicht soll die Lade des Gottes Jisraëls bei uns bleiben, denn hart liegt seine Hand auf uns und auf unserm Gott Dagon.»
7327#1.Schemuël,5,8#8. Da schickten sie hin und versammelten alle Fürsten der Pelischtäer zu sich und fragten: «Was sollen wir tun mit der Lade des Gottes Jisraëls?» Und die sprachen: «Nach Gat ziehe die Lade des Gottes Jisraëls hinüber.» Und man führte die Lade des Gottes Jisraëls hinüber.
7328#1.Schemuël,5,9#9. Aber es war, nachdem sie sie hinübergeführt hatten, da war die Hand des Ewigen über der Stadt - eine sehr große Zerrüttung -, und er schlug die Männer der Stadt, klein und groß, und es brachen ihnen Beulen hervor.
7329#1.Schemuël,5,10#10. Da sandten sie die Lade Gottes nach Ekron fort. Es war aber, als die Lade Gottes in Ekron ankam, da schrien die Ekroniter auf und sagten: «Sie haben die Lade des Gottes Jisraëls zu mir herübergebracht, um mich zu töten und mein Volk.»
7330#1.Schemuël,5,11#11. Darauf schickten sie hin und versammelten alle Fürsten der Pelischtäer und sprachen: «Schicke die Lade des Gottes Jisraëls weg, daß sie an ihre Stelle zurückkehre und nicht mich und mein Volk töte», denn eine Todeszerrüttung war über der ganzen Stadt, gar schwer war die Hand Gottes dort.
7331#1.Schemuël,5,12#12. Und die Leute, die nicht umgekommen waren, wurden mit Beulen geschlagen, und das Wehgeschrei der Stadt stieg gegen den Himmel.+
7332#1.Schemuël,6,1#1. Und die Lade des Ewigen war sieben Monate im Gefilde der Pelischtäer.
7333#1.Schemuël,6,2#2. Da beriefen die Pelischtäer die Priester und Wahrsager und sprachen: «Was sollen wir mit der Lade des Ewigen machen? Tut uns kund, womit wir sie an ihren Ort schicken sollen.»
7334#1.Schemuël,6,3#3. Da sprachen sie: «Wenn man die Lade des Gottes Jisraëls wegschickt, so schickt sie nicht leer weg, sondern erstattet ihr ein Bußgeschenk, dann werdet ihr geheilt werden, und ihr werdet erfahren, warum seine Hand nicht von euch abläßt.»
7335#1.Schemuël,6,4#4. Da sprachen sie: «Was für ein Bußgeschenk sollen wir ihr erstatten?» Und sie sprachen: «Nach der Anzahl der Fürsten der Pelischtäer, fünf goldene Beulen und fünf goldene Mäuse; denn einerlei Gottesschlag hat alle und eure Fürsten getroffen.
7336#1.Schemuël,6,5#5. So macht Abbilder eurer Beulen und Abbilder eurer Mäuse, die das Land verderben, und gebt dem Gott Jisraëls Ehre, vielleicht macht er seine Hand leichter über euch, euren Göttern und eurem Land.
7337#1.Schemuël,6,6#6. Und warum wollt ihr euer Herz verstocken, wie die Mizräer und Par'o ihr Herz verstockt haben? Nicht wahr, als er seine Macht wider sie brauchte, da entließen sie sie, daß sie gingen?
7338#1.Schemuël,6,7#7. Und nun nehmt und verfertigt einen neuen Wagen, dazu zwei säugende Kühe, auf die noch kein Joch gekommen ist, dann spannt die Kühe an den Wagen und führt ihre Jungen hinter ihnen zurück nachhause.
7339#1.Schemuël,6,8#8. Dann nehmt die Lade des Ewigen, stellt sie auf den Wagen, und die goldenen Geräte, die ihr als Bußgeschenk erstatten sollt, legt in einen Kasten neben sie, und laßt sie fortziehn.
7340#1.Schemuël,6,9#9. Gebt dann acht: Wenn sie den Weg nach ihrem Gebiet hinaufgeht, nach Bet-Schemesch, so hat er uns dies große Unglück zugefügt, wenn aber nicht, so werden wir wissen, daß nicht seine Hand uns berührt hat, und daß es uns Zufall gewesen ist.»
7341#1.Schemuël,6,10#10. Da taten die Leute so, nahmen zwei säugende Kühe, spannten sie an den Wagen, ihre Jungen aber hielten sie zuhause zurück.
7342#1.Schemuël,6,11#11. Dann stellten sie die Lade des Ewigen auf den Wagen, und den Kasten, die goldenen Mäuse und die Abbilder ihrer Beulen.
7343#1.Schemuël,6,12#12. Da gingen die Kühe geradezu, den Weg nach Bet-Schemesch, auf einer Straße gingen sie brüllend und bogen weder rechts noch links ab. Und die Fürsten der Pelischtäer gingen hinter ihnen her bis zum Gebiet von Bet-Schemesch.
7344#1.Schemuël,6,13#13. In Bet-Schemesch aber hielten sie eben den Weizenschnitt im Tal, da hoben sie ihre Augen, sahen die Lade und freuten sich bei dem Anblick.
7345#1.Schemuël,6,14#14. Und als der Wagen an das Feld Jehoschuas von Bet-Schemesch kam, machte er dort halt. Und dort war ein großer Stein. Und sie spalteten das Holz des Wagens und brachten die Kühe als Hochopfer dem Ewigen dar.
7346#1.Schemuël,6,15#15. Die Lewiten aber nahmen die Lade des Ewigen herab und den Kasten daneben, darin die goldenen Geräte waren, und stellten es auf den großen Stein. Und die Leute von Bet-Schemesch brachten Hochopfer dar und schlachteten dem Ewigen Opfer an jenem Tag.
7347#1.Schemuël,6,16#16. Als die fünf Fürsten der Pelischtäer das sahen, kehrten sie nach Ekron zurück an jenem Tag.
7348#1.Schemuël,6,17#17. Und dies sind die goldenen Beulen, welche die Pelischtäer als Bußgeschenk dem Ewigen erstatteten: Für Aschdod eine, für Asa eine, für Aschkelon eine, für Gat eine, für Ekron eine.
7349#1.Schemuël,6,18#18. Und die goldenen Mäuse waren nach der Anzahl aller Städte der Pelischtäer unter den fünf Fürsten, von der befestigten Stadt bis zum offenen Dorf. Und (sie kamen) nach dem großen Abel-1-, worauf sie die Lade des Ewigen hingesetzt hatten, auf dem Feld Jehoschuas von Bet-Schemesch bis auf diesen Tag. -1) Stein.++
7350#1.Schemuël,6,19#19. Und er schlug von den Leuten von Bet-Schemesch, weil sie die Lade des Ewigen gesehen hatten, er schlug vom Volk siebzig Mann, fünfzigtausend Mann. Da trauerte-1- das Volk, daß der Ewige dem Volk einen schweren Schlag versetzt hatte. -1) -+wajjit'abbelu-.++
7351#1.Schemuël,6,20#20. Und die Leute von Bet-Schemesch riefen aus: «Wer kann vor dem Ewigen bestehen, diesem heiligen Gott? Und zu wem soll er nun von uns hinaufziehen?»
7352#1.Schemuël,6,21#21. Da schickten sie Boten zu den Bewohnern von Kirjat-Jearim und ließen sagen: «Die Pelischtäer haben die Lade des Ewigen zurückgebracht; kommt herab und holt sie zu euch hinauf.»
7353#1.Schemuël,7,1#1. Da kamen die Leute von Kirjat-Jearim und führten die Lade des Ewigen hinauf und brachten sie in das Haus Abinadabs auf der Anhöhe und weihten seinen Sohn El'asar, der Lade des Ewigen zu warten.
7354#1.Schemuël,7,2#2. Und es war von dem Tag an, da die Lade sich in Kirjat-Jearim niederließ, da war es eine lange Zeit, es wurden zwanzig Jahre. Und das ganze Haus Jisraël klagte dem Ewigen nach.
7355#1.Schemuël,7,3#3. Schemuël aber sprach zum ganzen Haus Jisraël: «Wenn ihr mit ganzem Herzen zurückkehren wollt zum Ewigen, so schafft die Götter der Fremde aus eurer Mitte fort und die Astarten und richtet euer Herz zum Ewigen und dient ihm allein; dann wird er euch erretten aus der Hand der Pelischtäer.»
7356#1.Schemuël,7,4#4. Da schafften die Kinder Jisraël die Baale und die Astarten fort und dienten dem Ewigen allein.
7357#1.Schemuël,7,5#5. Darauf sprach Schemuël: «Versammelt ganz Jisraël nach ha-Mizpa, dann will ich für euch zum Ewigen beten.»
7358#1.Schemuël,7,6#6. Da versammelten sie sich nach ha-Mizpa und schöpften Wasser und gossen es vor dem Ewigen aus und fasteten an jenem Tag und sprachen dort: «Wir haben gegen den Ewigen gesündigt.» Und Schemuël richtete die Kinder Jisraël in ha-Mizpa.
7359#1.Schemuël,7,7#7. Als nun die Pelischtäer hörten, daß die Kinder Jisraël sich nach ha-Mizpa versammelt hatten, da zogen die Fürsten der Pelischtäer hinauf gegen Jisraël. Und als die Kinder Jisraël dies hörten, da fürchteten sie vor den Pelischtäern.
7360#1.Schemuël,7,8#8. Und die Kinder Jisraël sprachen zu Schemuël: «Schweige unserthalben nicht, zum Ewigen, unserm Gott, zu rufen, daß er uns rette aus der Hand der Pelischtäer.»
7361#1.Schemuël,7,9#9. Da nahm Schemuël ein Milchlamm und brachte es dem Ewigen als Hochopfer, vollverbrannt, dar; dann rief Schemuël für Jisraël zum Ewigen, und der Ewige erhörte ihn.
7362#1.Schemuël,7,10#10. Es war nun, während Schemuël das Hochopfer darbrachte, da rückten die Pelischtäer zum Kampf mit Jisraël heran; da donnerte der Ewige an jenem Tag mit gewaltigem Getöse wider die Pelischtäer, und er brachte sie in Verwirrung, daß sie geschlagen wurden vor Jisraël.
7363#1.Schemuël,7,11#11. Und die Männer Jisraëls rückten aus von ha-Mizpa, setzten den Pelischtäern nach und schlugen sie bis unterhalb von Bet-Kar.
7364#1.Schemuël,7,12#12. Dann nahm Schemuël einen Stein und setzte ihn zwischen ha-Mizpa und ha-Schen. Und er nannte ihn Eben-ha-Eser-1- und sprach: «Bis hierher hat uns der Ewige geholfen.» -1) Stein der Hilfe.++
7365#1.Schemuël,7,13#13. So waren die Pelischtäer gedemütigt und kamen nicht mehr in das Gebiet Jisraëls; und die Hand des Ewigen war auf den Pelischtäern alle Tage Schemuëls.
7366#1.Schemuël,7,14#14. Und es kamen die Städte, die die Pelischtäer von Jisraël weggenommen hatten, an Jisraël zurück, von Ekron bis Gat, samt ihrem Gebiet, das entriß Jisraël der Hand der Pelischtäer. Und es war Friede zwischen Jisraël und dem Emoriter.
7367#1.Schemuël,7,15#15. Und Schemuël richtete Jisraël alle Tage seines Lebens.
7368#1.Schemuël,7,16#16. Und er ging Jahr für Jahr und machte die Runde nach Bet-El, ha-Gilgal und ha-Mizpa, und er richtete Jisraël, alle diese Orte.
7369#1.Schemuël,7,17#17. Und seine Heimkehr war nach ha-Rama; denn dort war sein Haus, und dort richtete er Jisraël. Und er baute dort dem Ewigen einen Altar.
7370#1.Schemuël,8,1#1. Und es war, als Schemuël alt geworden war, da bestellte er seine Söhne zu Richtern über Jisraël.
7371#1.Schemuël,8,2#2. Und der Name seines erstgeborenen Sohnes war Joël, und der Name seines zweiten Abija: Richter in Beer-Scheba.
7372#1.Schemuël,8,3#3. Seine Söhne wandelten aber nicht in seinen Wegen, sondern wandten sich dem Gewinn nach, nahmen Bestechung und beugten das Recht.
7373#1.Schemuël,8,4#4. Da versammelten sich alle Ältesten Jisraëls und kamen zu Schemuël nach ha-Rama
7374#1.Schemuël,8,5#5. und sagten zu ihm: «Siehe, du bist alt, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen, nun, setze uns einen König, uns zu richten, gleich allen Völkern.»
7375#1.Schemuël,8,6#6. Da war die Sache übel in Schemuëls Augen, als sie sagten: «Gib uns einen König, uns zu richten.» Und Schemuël betete zum Ewigen.
7376#1.Schemuël,8,7#7. Da sprach der Ewige zu Schemuël: «Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie zu dir sagen, denn nicht dich, sondern mich haben sie verworfen, König über sie zu sein.
7377#1.Schemuël,8,8#8. Wie all ihr Tun, das sie getan seit dem Tag, da ich sie aus Mizraim führte, bis auf diesen Tag, indem sie mich verließen und andern Göttern dienten, so tun sie auch dir.
7378#1.Schemuël,8,9#9. Und nun, höre auf ihre Stimme, jedoch verwarne sie und tu ihnen die Weise des Königs kund, der über sie herrschen soll.»
7379#1.Schemuël,8,10#10. Da sagte Schemuël alle Worte des Ewigen dem Volk, das einen König von ihm forderte.
7380#1.Schemuël,8,11#11. Und er sprach: «Dies wird die Weise des Königs sein, der über euch herrschen wird: Eure Söhne wird er nehmen und sie sich bestellen für seinen Wagen und seine Reiterei, daß sie vor seinem Wagen herlaufen;
7381#1.Schemuël,8,12#12. und um sie sich als Obere über Tausende oder Obere über fünfzig zu machen, sein Ackerland zu pflügen, seinen Schnitt zu schneiden, seine Kriegsgeräte und sein Wagengeschirr zu verfertigen.
7382#1.Schemuël,8,13#13. Und eure Töchter wird er nehmen zu Salbenmischerinnen, zu Köchinnen und zu Bäckerinnen.
7383#1.Schemuël,8,14#14. Und eure Felder, eure Weinberge, eure Ölbäume, die besten wird er nehmen und seinen Dienern geben.
7384#1.Schemuël,8,15#15. Und von eurem Saatland und euren Weinbergen wird er den Zehnten nehmen und ihn seinen Höflingen und Dienern geben.
7385#1.Schemuël,8,16#16. Und eure Knechte und Mägde, eure Jünglinge, die besten, und eure Esel wird er nehmen und zu seiner Arbeit verwenden.
7386#1.Schemuël,8,17#17. Eure Schafe wird er zehnten, und ihr werdet ihm Sklaven werden.
7387#1.Schemuël,8,18#18. Wenn ihr dann schreit an jenem Tag wegen eures Königs, den ihr euch erwählt habt, so wird der Ewige euch nicht antworten an jenem Tag.»
7388#1.Schemuël,8,19#19. Aber das Volk weigerte sich, auf Schemuëls Stimme zu hören, und sie sagten: «Nein, ein König soll über uns sein,
7389#1.Schemuël,8,20#20. daß auch wir gleich allen Völkern werden, daß unser König uns richtet, vor uns herzieht und unsere Kriege führt.»
7390#1.Schemuël,8,21#21. Da hörte Schemuël alle Worte des Volkes und redete so vor den Ohren des Ewigen.
7391#1.Schemuël,8,22#22. Der Ewige aber sprach zu Schemuël: «Höre auf ihre Stimme und setze einen König über sie.» Da sagte Schemuël zu den Männern Jisraëls: «Geht, ein jeder nach seiner Stadt.»
7392#1.Schemuël,9,1#1. Und es war ein Mann aus Binjamin, und sein Name war Kisch, ein Sohn Abiëls, des Sohnes Zerors, des Sohnes Bechorats, des Sohnes Afiahs, des Sohnes eines Binjaminiten, ein wackerer Mann.
7393#1.Schemuël,9,2#2. Der hatte einen Sohn, namens Schaul, erlesen und schön. Und es gab keinen schöneren Mann unter den Kindern Jisraël, von seiner Schulter aufwärts das ganze Volk überragend.
7394#1.Schemuël,9,3#3. Nun waren Kisch, dem Vater Schauls, die Eselinnen verloren gegangen. Da sagte Kisch zu seinem Sohn Schaul: «Nimm doch mit dir einen der Burschen und mach dich auf, suche die Eselinnen.»
7395#1.Schemuël,9,4#4. Da durchzog er das Gebirge Efraim und die Landschaft Schalischa, und sie fanden nichts, dann durchwanderten sie die Landschaft Schaalim, doch da war nichts; da durchzog er das Land Binjamins, und sie fanden nichts.
7396#1.Schemuël,9,5#5. Als sie nun in die Landschaft Zuf gekommen waren, sagte Schaul zu seinem Burschen, der mit ihm war: «Komm, wir wollen umkehren, es könnte mein Vater die Eselinnen sein lassen und um uns besorgt sein.»
7397#1.Schemuël,9,6#6. Da sagte er ihm: «Sieh, da ist ein Gottesmann in dieser Stadt, und der Mann ist bedeutend, alles was er sagt, trifft ein. Nun denn, wir wollen dorthin gehen, vielleicht tut er uns den Weg kund, auf dem wir zu gehen hätten.»
7398#1.Schemuël,9,7#7. Da sagte Schaul zu seinem Burschen: «Und wenn wir nun gehen - aber was wollen wir dem Mann mitbringen? Denn das Brot ist aus unseren Geräten ausgegangen, und ein Geschenk ist nicht da, es dem Gottesmann zu bringen; was haben wir bei uns?»
7399#1.Schemuël,9,8#8. Da erwiderte der Bursch Schaul weiter: «Sieh, da hat sich bei mir noch ein Viertelschekel Silber gefunden, den werde ich dem Gottesmann geben, damit er uns unsern Weg kundtut.»
7400#1.Schemuël,9,9#9. - Vormals in Jisraël sprach so der Mann, wenn er Gott befragen ging: «Kommt, wir wollen zum Seher gehen!» Denn den Gottbegeisteten von heute nannte man vormals den Seher. -
7401#1.Schemuël,9,10#10. Da sprach Schaul zu seinem Burschen: «Gut ist deine Rede, komm, wir wollen gehen!» Und sie gingen nach der Stadt, wo der Gottesmann war.
7402#1.Schemuël,9,11#11. Wie sie da den Anstieg zur Stadt hinangingen, da trafen sie Mädchen, die herauskamen, Wasser zu schöpfen. Da sprachen sie zu ihnen: «Ist hier der Seher?»
7403#1.Schemuël,9,12#12. Da antworteten sie ihnen und sagten: «Ja, da ist er vor dir, eile jetzt, denn heute kommt er zur Stadt, denn das Volk hat heute ein Opfermahl in der Kultkammer.
7404#1.Schemuël,9,13#13. Wenn ihr in die Stadt kommt, werdet ihr ihn gerade treffen, bevor er zur Kultkammer hinaufgeht zum Essen; denn das Volk ißt nicht, bis er kommt; denn er segnet das Opfermahl, nachher erst essen die Eingeladenen. Und nun, steigt hinauf, denn ihn - gerade jetzt werdet ihr ihn treffen.»
7405#1.Schemuël,9,14#14. Da stiegen sie zur Stadt hinauf. Sie waren in die Stadt gekommen, sieh, da kam Schemuël heraus, ihnen entgegen, um zur Kultkammer hinaufzugehen.
7406#1.Schemuël,9,15#15. Der Ewige aber hatte das Ohr Schemuëls aufgetan einen Tag vor der Ankunft Schauls und gesprochen:
7407#1.Schemuël,9,16#16. «Morgen um diese Zeit werde ich zu dir einen Mann schicken aus dem Land Binjamin; so salbe ihn zum Fürsten über mein Volk Jisraël, und er wird mein Volk retten aus der Hand der Pelischtäer; denn gesehen habe ich mein Volk, denn sein Geschrei ist zu mir gekommen.»
7408#1.Schemuël,9,17#17. Als nun Schemuël Schaul sah, da redete der Ewige ihn an: «Sieh, da ist der Mann, von dem ich dir gesagt: Der soll mein Volk beherrschen.»
7409#1.Schemuël,9,18#18. Da trat Schaul an Schemuël heran im Tor und sprach: «Sag mir doch, wo ist denn das Haus des Sehers?»
7410#1.Schemuël,9,19#19. Da antwortete Schemuël Schaul und sprach: «Ich bin der Seher! Geh vor mir zur Kultkammer hinauf; heute sollt ihr mit mir essen, und am Morgen will ich dich ziehen lassen, und alles was du im Herzen hast, will ich dir künden.
7411#1.Schemuël,9,20#20. Den Eselinnen aber, die dir heute vor drei Tagen verloren gegangen sind, wende deinen Sinn nicht zu, denn sie haben sich gefunden. Und wessen ist alles Köstliche Jisraëls? Nicht dein und deines ganzen Vaterhauses?»
7412#1.Schemuël,9,21#21. Da antwortete Schaul und sprach: «Bin ich nicht aus Binjamin, dem kleinsten der Stämme Jisraëls, und ist nicht mein Geschlecht das geringste unter allen Geschlechtern der Stämme Binjamins? Und warum redest du solches zu mir?»
7413#1.Schemuël,9,22#22. Schemuël aber nahm Schaul und seinen Burschen und brachte sie in die Halle, und gab ihnen einen Platz an der Spitze der Eingeladenen; und sie waren etwa dreißig Mann.
7414#1.Schemuël,9,23#23. Und Schemuël sagte zum Koch: «Gib den Teil her, den ich dir gegeben, wobei ich dir sagte: Leg ihn bei dir zurück!»
7415#1.Schemuël,9,24#24. Da hob der Koch das Schenkelstück und was daran war und setzte es Schaul vor und sprach: «Da ist das Zurückbehaltene, leg es vor dich und iß, denn zur Bestimmung für dich war es aufbewahrt», was besagt: «Das Volk habe ich (darum) geladen.» Und Schaul aß mit Schemuël an jenem Tag.
7416#1.Schemuël,9,25#25. Dann stiegen sie von der Kultkammer zur Stadt hinab, und er redete mit Schaul auf dem Dach.
7417#1.Schemuël,9,26#26. Und sie standen früh auf. Es war aber, als die Morgendämmerung sich hob, da rief Schemuël aufs Dach zu Schaul und sprach: «Steh auf, ich will dich ziehen lassen.» Und Schaul stand auf, und sie gingen beide, er und Schemuël, hinaus ins Freie.
7418#1.Schemuël,9,27#27. Als sie nun im Abstieg waren, am Ende der Stadt, da sagte Schemuël: «Sprich zu dem Burschen, daß er uns vorausgehe.» - Und er ging voraus. - «Du aber bleibe jetzt stehen, daß ich dich Gottes Wort hören lasse!»
7419#1.Schemuël,10,1#1. Da nahm Schemuël die Ölflasche und übergoß sein Haupt, küßte ihn und sprach: «Ists nicht, daß dich der Ewige zum Fürsten über sein Erbe gesalbt?
7420#1.Schemuël,10,2#2. Wenn du heute von mir gehst, so wirst du zwei Männer treffen beim Grab Rahels, im Gebiet Binjamins, in Zelzah, und sie werden zu dir sagen: ,Gefunden haben sich die Eselinnen, die du zu suchen gegangen. Sieh, dein Vater hat die Sache mit den Eselinnen sein gelassen und sorgt um euch und denkt: Was soll ich wegen meines Sohnes tun?'
7421#1.Schemuël,10,3#3. Wenn du von dort weiter ziehst und zur Eiche Tabor kommst, werden dich dort drei Männer treffen, die zu Gott nach Bet-El hinaufziehn: Der eine trägt drei Böcklein, der eine drei Flachbrote, und der eine einen Schlauch Wein.
7422#1.Schemuël,10,4#4. Und sie werden dich nach dem Wohl fragen und dir zwei Brote geben; die nimm aus ihrer Hand.
7423#1.Schemuël,10,5#5. Nachher wirst du nach dem Gib'a Gottes kommen, woselbst die Posten der Pelischtäer sind. Und es wird sein, wenn du dort in die Stadt kommst, da wirst du auf eine Schar Gottbegeisteter stoßen, die von der Kultkammer herabkommen, vor ihnen Harfe, Pauke, Flöte und Zither; die werden sich begeistet gebärden.
7424#1.Schemuël,10,6#6. Da wird der Geist des Ewigen über dich kommen, und du wirst begeistet werden und dich zu einem andern Mann wandeln.
7425#1.Schemuël,10,7#7. Und dann, wenn diese Zeichen dir eintreffen, dann tu, was deine Hand nur erreicht, denn Gott ist mit dir.
7426#1.Schemuël,10,8#8. Und du sollst vor mir nach dem Gilgal hinabziehn. Sieh, ich werde zu dir hinabkommen, um Hochopfer darzubringen und Mahlopfer zu schlachten. Sieben Tage sollst du warten, bis ich zu dir komme, und dir kundtue, was du tun sollst.»
7427#1.Schemuël,10,9#9. Es war nun, als er seine Schulter wandte, von Schemuël hinwegzugehn, da gab ihm Gott ein anderes Herz, und es trafen alle diese Zeichen ein an jenem Tag.
7428#1.Schemuël,10,10#10. Und als sie dorthin nach ha-Gib'a gekommen waren, sieh, da kam eine Schar Gottbegeisteter ihm entgegen, und der Geist Gottes kam über ihn, daß er in ihrer Mitte begeistet ward.
7429#1.Schemuël,10,11#11. Als aber alle, die ihn seit gestern und ehegestern kannten, sahen, wie er sich mit den Gottbegeisteten begeistete, da sagte das Volk, einer zum andern: «Was ist da dem Sohn des Kisch geschehen? Ist auch Schaul unter den Gottbegeisteten?»
7430#1.Schemuël,10,12#12. Da hob ein Mann von dort an und sagte: «Und wer ist denn ihr Vater?» Darum ist es zum Sprichwort geworden: «Ist auch Schaul unter den Begeisteten?»
7431#1.Schemuël,10,13#13. Und er hörte auf, sich begeistet zu zeigen, und kam zur Kultkammer.
7432#1.Schemuël,10,14#14. Da sprach Schauls Oheim zu ihm und zu seinem Burschen: «Wohin seid ihr gegangen?» Und er sagte: «Die Eselinnen zu suchen; und als wir sahen, daß sie nirgends waren, da kamen wir zu Schemuël.»
7433#1.Schemuël,10,15#15. Da sprach der Oheim Schauls: «Berichte mir doch, was Schemuël euch gesagt hat.»
7434#1.Schemuël,10,16#16. Da sagte Schaul seinem Oheim: «Er hat uns gekündigt, daß sich die Eselinnen gefunden haben.» Aber die Sache mit dem Königtum berichtete er ihm nicht, wovon Schemuël gesprochen hatte.
7435#1.Schemuël,10,17#17. Dann berief Schemuël das Volk zum Ewigen nach ha-Mizpa.
7436#1.Schemuël,10,18#18. Und er sprach zu den Kindern Jisraël: «So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Ich habe Jisraël aus Mizraim heraufgeführt und habe euch errettet aus der Hand Mizraims und aus der Hand aller Königreiche, die euch bedrängten.
7437#1.Schemuël,10,19#19. Ihr aber habt heute euren Gott verworfen, der euch Retter war aus allen euren Leiden und Nöten, und habt zu ihm gesprochen: ,Nein, einen König sollst du über uns setzen!' Nun denn, stellt euch hin vor dem Ewigen nach euren Stämmen und Tausendschaften.»
7438#1.Schemuël,10,20#20. Da ließ Schemuël alle Stämme Jisraëls herantreten, und es wurde gefaßt der Stamm Binjamin.
7439#1.Schemuël,10,21#21. Und er ließ den Stamm Binjamin herantreten nach seinen Geschlechtern, da wurde gefaßt das Geschlecht Matri; dann wurde Schaul gefaßt, der Sohn des Kisch. Und sie suchten ihn, er fand sich aber nicht.
7440#1.Schemuël,10,22#22. Da befragten sie nochmals den Ewigen: «Ist noch jemand hierher gekommen?» Und der Ewige sprach: «Da ist er, versteckt bei den Geräten.»
7441#1.Schemuël,10,23#23. Da liefen sie hin und holten ihn von dort. Und er stellte sich mitten unter das Volk; da ragte er über alles Volk von der Schulter aufwärts.
7442#1.Schemuël,10,24#24. Da sprach Schemuël zum ganzen Volk: «Habt ihr gesehen, wen der Ewige erwählt hat, daß nicht seinesgleichen ist im ganzen Volk.» Da jubelte das ganze Volk und rief: «Es lebe der König!»
7443#1.Schemuël,10,25#25. Dann trug Schemuël dem Volk das Recht des Königtums vor, schrieb es in das Buch und legte es hin vor dem Ewigen. Darauf entließ Schemuël das ganze Volk, jeden nach seinem Haus.
7444#1.Schemuël,10,26#26. Und auch Schaul ging nach seinem Haus, nach Gib'a, und mit ihm ging die Schar, denen Gott ans Herz gerührt hatte.
7445#1.Schemuël,10,27#27. Ruchlose Leute aber sagten: «Was kann uns der helfen?» Und sie verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk. Er aber tat, als ob er schwieg.
7446#1.Schemuël,11,1#1. Da zog Nahasch, der Ammoniter, herauf und belagerte Jabesch-Gil'ad. Da ließen alle Bewohner von Jabesch Nahasch sagen: «Schließe einen Bund mit uns, so wollen wir dir dienen.»
7447#1.Schemuël,11,2#2. Da sprach zu ihnen Nahasch, der Ammoniter: «Auf das hin will ich ihn mit euch schließen, wenn ihr euch jeder das rechte Auge ausstechen laßt, daß ich es zum Schimpf mache an ganz Jisraël.»
7448#1.Schemuël,11,3#3. Da ließen ihm die Ältesten von Jabesch sagen: «Laß von uns sieben Tage, daß wir Boten senden durch das ganze Gebiet Jisraëls. Wenn uns dann niemand hilft, so kommen wir zu dir hinaus.»
7449#1.Schemuël,11,4#4. Da kamen die Boten nach dem Gib'a Schauls und redeten die Worte vor den Ohren des Volkes; da erhob das ganze Volk seine Stimme und weinte.
7450#1.Schemuël,11,5#5. Da kam eben Schaul hinter den Rindern her vom Feld. Da sagte Schaul: «Was hat das Volk, daß sie weinen?» Da erzählten sie ihm die Worte der Männer von Jabesch.
7451#1.Schemuël,11,6#6. Da kam der Geist Gottes über Schaul, als er diese Worte hörte, und sein Antlitz flammte gar sehr.
7452#1.Schemuël,11,7#7. Und er nahm ein Gespann Rinder, zerstückte es und schickte es durch das ganze Gebiet Jisraëls durch Boten aus und ließ sagen: «Wer nicht auszieht hinter Schaul und Schemuël, dessen Rindern soll ebenso geschehen.» Da fiel Schrecken des Ewigen auf das Volk, daß sie auszogen wie ein Mann.
7453#1.Schemuël,11,8#8. Und er musterte sie in Besek, und es waren der Kinder Jisraël dreihunderttausend und der Männer von Jehuda dreißigtausend.
7454#1.Schemuël,11,9#9. Da sagten sie zu den Boten, die gekommen waren: «So sollt ihr sprechen zu den Männern von Jabesch-Gil'ad: Morgen soll euch Rettung werden, wenn die Sonne heiß scheint!» Da kamen die Boten und berichteten den Männern von Jabesch, und sie freuten sich.
7455#1.Schemuël,11,10#10. Und die Männer von Jabesch ließen sagen: «Morgen werden wir zu euch hinauskommen, daß ihr uns tut, ganz wie es recht ist in euren Augen.»
7456#1.Schemuël,11,11#11. Es war nun am andern Morgen, da stellte Schaul das Volk in drei Ausläufen auf; und sie kamen ins Lager um die Morgenwache und schlugen Ammon, bis der Tag heiß ward, die Übriggebliebenen aber zerstreuten sich, daß nicht zwei beisammenblieben.
7457#1.Schemuël,11,12#12. Da sprach das Volk zu Schemuël: «Wer ist's, der gesprochen hat: ,Sollte Schaul über uns König sein?' Gebt die Leute her, daß wir sie töten.»
7458#1.Schemuël,11,13#13. Schaul aber sagte: «Niemand soll getötet werden an diesem Tag, denn heute hat der Ewige Sieg gewirkt in Jisraël.»
7459#1.Schemuël,11,14#14. Dann sagte Schemuël zum Volk: «Kommt, laßt uns nach dem Gilgal gehen, daß wir dort das Königtum erneuern.»
7460#1.Schemuël,11,15#15. Da zog das ganze Volk nach dem Gilgal, und sie setzten dort Schaul vor dem Ewigen in Gilgal zum König ein und schlachteten dort Mahlopfer vor dem Ewigen, und Schaul und alle Männer Jisraëls waren dort sehr fröhlich.
7461#1.Schemuël,12,1#1. Und Schemuël sprach zu ganz Jisraël: «Seht, ich habe auf eure Stimme gehört, in allem, was ihr mir gesagt habt, und habe über euch einen König gesetzt.
7462#1.Schemuël,12,2#2. Und nun, seht, der König geht vor euch her, ich aber bin alt und grau geworden, und meine Söhne, sie sind bei euch, und ich bin vor euch gewandelt von meiner Jugend bis auf diesen Tag.
7463#1.Schemuël,12,3#3. Hier bin ich. Sagt aus wider mich vor dem Ewigen und vor seinem Gesalbten! Wessen Ochsen hab ich genommen und wessen Esel hab ich genommen? Wem hab ich etwas abgepreßt, wen hab ich unterdrückt? Aus wessen Hand hab ich Lösung genommen, daß ich darum meine Augen abwandte? Ich will es euch erstatten.»
7464#1.Schemuël,12,4#4. Und sie sprachen: «Du hast uns nichts abgepreßt, hast uns nicht bedrückt und von keines Hand etwas genommen.»
7465#1.Schemuël,12,5#5. Und er sprach zu ihnen: «Zeuge ist der Ewige gegen euch und Zeuge sein Gesalbter diesen Tag, daß ihr nichts in meiner Hand gefunden.» Und sie sprachen: «Zeuge.»
7466#1.Schemuël,12,6#6. Da sprach Schemuël zum Volk: «Der Ewige ist's, der mit Mosche und Aharon gewirkt und eure Väter aus dem Land Mizraim geführt!
7467#1.Schemuël,12,7#7. Und nun, stellt euch her, ich will mit euch rechten vor dem Ewigen wegen all der Wohltaten des Ewigen, die er euch und euren Vätern getan.
7468#1.Schemuël,12,8#8. Als Jaakob nach Mizraim gekommen war, da schrien eure Väter zum Ewigen, und der Ewige schickte Mosche und Aharon, und sie führten eure Väter aus Mizraim und siedelten sie an an diesem Ort.
7469#1.Schemuël,12,9#9. Sie aber vergaßen den Ewigen, ihren Gott, und er lieferte sie in die Hand Siseras, des Heeresobersten von Hazor, und in die Hand der Pelischtäer und in die Hand des Königs von Moab, und sie kämpften mit ihnen.
7470#1.Schemuël,12,10#10. Und sie schrien zum Ewigen und sprachen: ,Wir haben gesündigt, daß wir den Ewigen verließen und den Baalen und den Astarten dienten, und nun errette uns aus der Hand unserer Feinde, und wir wollen dir dienen.'
7471#1.Schemuël,12,11#11. Da schickte der Ewige Jerubbaal und Bedan und Jiftah und Schemuël, und er errettete euch aus der Hand eurer Feinde ringsum, daß ihr sicher wohntet.
7472#1.Schemuël,12,12#12. Als ihr nun saht, daß Nahasch, der König der Söhne Ammons, über euch gekommen, da spracht ihr zu mir: ,Nein! Ein König soll über uns herrschen!' - Wo doch der Ewige, euer Gott, euer König ist.
7473#1.Schemuël,12,13#13. Und nun seht, das ist der König, den ihr gewählt, den ihr gefordert, seht, der Ewige hat einen König über euch gesetzt.
7474#1.Schemuël,12,14#14. Wenn ihr den Ewigen fürchtet und ihm dient und auf seine Stimme hört und nicht trotzt dem Befehl des Ewigen, und sowohl ihr als euer König, der über euch herrscht, dem Ewigen, eurem Gott, folgt (ist es gut).
7475#1.Schemuël,12,15#15. Gehorcht ihr aber nicht der Stimme des Ewigen und trotzt dem Befehl des Ewigen, so wird die Hand des Ewigen an euch sein wie an euren Vätern.
7476#1.Schemuël,12,16#16. Schon jetzt aber tretet her und schaut dies Große, das der Ewige vor euren Augen tun wird.
7477#1.Schemuël,12,17#17. Ist nicht jetzt Weizenschnitt? Ich werde zum Ewigen rufen, und er wird Donner und Regen geben; erkennt so und seht, wie groß eure Bosheit ist, die ihr begangen in den Augen des Ewigen, euch einen König zu fordern.»
7478#1.Schemuël,12,18#18. Da rief Schemuël zum Ewigen, und der Ewige gab Donner und Regen an jenem Tag, da fürchtete das ganze Volk gar sehr den Ewigen und Schemuël.
7479#1.Schemuël,12,19#19. Und das ganze Volk sprach zu Schemuël: «Bete für deine Knechte zum Ewigen, deinem Gott, daß wir nicht sterben; denn wir haben zu all unseren Sünden noch Böses hinzugefügt, uns einen König zu fordern.»
7480#1.Schemuël,12,20#20. Und Schemuël sprach zum Volk: «Fürchtet nicht! Ihr habt all dieses Böse getan, doch geht nicht hinweg vom Ewigen, sondern dient dem Ewigen mit eurem ganzen Herzen.
7481#1.Schemuël,12,21#21. Geht ja nicht hinweg, denn es wäre nach dem Leeren, nach denen, die nicht nützen und nicht retten, denn Leere sind sie.
7482#1.Schemuël,12,22#22. Der Ewige wird sein Volk nicht verlassen um seines großen Namens willen, weil der Ewige sich entschlossen, euch sich zum Volk zu machen.
7483#1.Schemuël,12,23#23. Auch ich, Schmach sei es mir, gegen den Ewigen zu sündigen, aufzuhören für euch zu beten; und ich werde euch den guten und rechten Weg weisen.
7484#1.Schemuël,12,24#24. Nur fürchtet den Ewigen und dient ihm in Wahrhaftigkeit mit ganzem Herzen, denn seht, was er Großes mit euch getan.
7485#1.Schemuël,12,25#25. Wenn ihr aber Böses tut, so werdet sowohl ihr als euer König hinweggerafft werden.»
7486#1.Schemuël,13,1#1. . . . Jahre war Schaul alt, als er König wurde. Und zwei Jahre hatte er über Jisraël geherrscht,
7487#1.Schemuël,13,2#2. da wählte Schaul sich dreitausend aus Jisraël; davon waren bei Schaul zweitausend in Michmas und auf dem Berg von Bet-El, und tausend waren bei Jonatan im Gib'a Binjamins; und den Rest des Volkes entließ er, jeden zu seinen Zelten.
7488#1.Schemuël,13,3#3. Da schlug Jonatan den Posten der Pelischtäer, der in Geba war, und die Pelischtäer hörten es. Und Schaul ließ in die Posaune stoßen im ganzen Land, anzusagen: «Hören sollen es die Ebräer!»
7489#1.Schemuël,13,4#4. Und als ganz Jisraël sagen hörte: «Schaul hat den Posten der Pelischtäer geschlagen, auch hat Jisraël sich anrüchig gemacht bei den Pelischtäern», da sammelte sich das Volk hinter Schaul nach dem Gilgal.
7490#1.Schemuël,13,5#5. Die Pelischtäer aber sammelten sich, um wider Jisraël zu kämpfen, dreißigtausend Wagen und sechstausend Reiter und Volk wie Sand am Meeresufer in Menge; und sie zogen hinauf und lagerten sich zu Michmas, im Osten von Bet-Awen.
7491#1.Schemuël,13,6#6. Als da der Mann von Jisraël sah, daß er in Not war, daß das Volk bedrängt war, da versteckte sich das Volk in den Höhlen, den Erdlöchern, in den Felsen, den Grabkammern und den Zisternen.
7492#1.Schemuël,13,7#7. Und Ebräer hatten den Jarden durchschritten in das Land von Gad und Gil'ad. Schaul aber war noch im Gilgal, und das ganze Volk war eilig hinter ihm her.
7493#1.Schemuël,13,8#8. Und er wartete sieben Tage bis zu der von Schemuël bestimmten Zeit, aber Schemuël kam nicht nach dem Gilgal. Und das Volk verlief sich von ihm.
7494#1.Schemuël,13,9#9. Da sprach Schaul: «Bringt mir das Hochopfer und die Mahlopfer heran.» Und er brachte das Hochopfer dar.
7495#1.Schemuël,13,10#10. Es war aber, da er die Darbringung des Hochopfers vollendet hatte, sieh, da kam Schemuël! Da ging Schaul ihm entgegen, um ihn zu begrüßen.
7496#1.Schemuël,13,11#11. Schemuël aber sprach: «Was hast du getan?» Da sprach Schaul: «Weil ich sah, daß das Volk sich von mir verlief, und du zur festgesetzten Zeit nicht kamst, und die Pelischtäer sich in Michmas sammelten,
7497#1.Schemuël,13,12#12. da dachte ich: Nun werden die Pelischtäer zu mir nach dem Gilgal herabziehn, ehe ich das Antlitz des Ewigen besänftigt habe; da überwand ich mich und brachte das Hochopfer dar.»
7498#1.Schemuël,13,13#13. Da sprach Schemuël zu Schaul: «Töricht warst du! Hast nicht gewahrt das Gebot des Ewigen, deines Gottes, das er dir geboten; dann hätte doch der Ewige deine Herrschaft über Jisraël für immer errichtet.
7499#1.Schemuël,13,14#14. Jetzt aber wird deine Herrschaft keinen Bestand haben. Gesucht hat sich der Ewige einen Mann nach seinem Herzen, und bestellt hat ihn der Ewige zum Fürsten über sein Volk, weil du nicht gewahrt, was der Ewige dir geboten.»
7500#1.Schemuël,13,15#15. Dann machte sich Schemuël auf und zog vom Gilgal hinauf nach dem Gib'a Binjamins. Da musterte Schaul das Volk, das sich bei ihm befand: Etwa sechshundert Mann.
7501#1.Schemuël,13,16#16. Und Schaul, sein Sohn Jonatan und das Volk, das sich bei ihnen befand, weilten im Geba Binjamins, während die Pelischtäer in Michmas lagerten.
7502#1.Schemuël,13,17#17. Da zog die Vernichtungsschar aus dem Lager der Pelischtäer in drei Ausläufen aus: Der eine Lauf wandte sich auf den Weg nach Ofra, nach der Landschaft Schual,
7503#1.Schemuël,13,18#18. und der eine Lauf wandte sich des Weges von Bet-Horon, und der eine Lauf wandte sich des Weges nach der Grenze, die hinabschaut auf das Tal der Hyänen-1- nach der Wüste hin. -1) -+Zeboim-.++
7504#1.Schemuël,13,19#19. Ein Schmied aber fand sich nicht im ganzen Land Jisraël, denn die Pelischtäer dachten, die Hebräer könnten sich sonst Schwert oder Speer anfertigen.
7505#1.Schemuël,13,20#20. So kam ganz Jisraël zu den Pelischtäern hinab, ein jeder um seine Pflugschar und seinen Karst, seine Axt und sein Werkgerät zu schärfen.
7506#1.Schemuël,13,21#21. So diente der Hartstein als Schneide für die Pflugscharen, die Karste, die Dreizacke und die Äxte, und die Stachelspitze einzusetzen.
7507#1.Schemuël,13,22#22. So war es, daß am Tag des Kampfs sich nicht Schwert noch Speer fand bei dem ganzen Volk, das mit Schaul und Jonatan war, doch fand es sich für Schaul und seinen Sohn Jonatan.
7508#1.Schemuël,13,23#23. Da rückte der Posten der Pelischtäer aus an den Paß von Michmas.
7509#1.Schemuël,14,1#1. Und es war eines Tages, da sagte Jonatan, der Sohn Schauls, zu dem Knappen, seinem Waffenträger: «Komm, wir wollen hinübergehn zum Posten der Pelischtäer, der auf jener Seite steht.» Seinem Vater jedoch sagte er es nicht.
7510#1.Schemuël,14,2#2. Und Schaul weilte am Ende von ha-Gib'a unter dem Granatenbaum, der in Migron war. Und das Volk, das bei ihm war, war an sechshundert Mann,
7511#1.Schemuël,14,3#3. und Ahija, der Sohn Ahitubs, des Bruders Ikabods, des Sohnes des Pinehas, des Sohnes Elis, des Priesters des Ewigen in Schilo, ein Efod tragend. Und das Volk wußte nicht, daß Jonatan fortgegangen war.
7512#1.Schemuël,14,4#4. Zwischen den Pässen aber, durch die Jonatan zu dem Posten der Pelischtäer hindurchwollte, war eine Felszacke auf der einen und eine Felszacke auf der andern Seite; die eine hieß Bozez, die andere Sene;
7513#1.Schemuël,14,5#5. die eine Zacke, ein Pfeiler, im Norden nach Michmas zu, und die eine im Süden nach Geba zu.
7514#1.Schemuël,14,6#6. Und Jehonatan sprach zum Knappen, seinem Waffenträger: «Komm, wir wollen hinübergehn zu dem Posten dieser Unbeschnittenen, vielleicht wird der Ewige für uns handeln, denn es gibt für den Ewigen kein Hindernis, zu helfen durch Viele oder durch Wenige.»
7515#1.Schemuël,14,7#7. Da sprach zu ihm sein Waffenträger: «Tu ganz, wie dir im Sinn ist, geh nur zu, ich bin mit dir, nach deinem Sinn.»
7516#1.Schemuël,14,8#8. Da sagte Jehonatan: «Nun gehen wir da hinüber zu den Männern und zeigen uns ihnen:
7517#1.Schemuël,14,9#9. Wenn sie so zu uns sprechen: ,Haltet still, bis wir zu euch hinkommen', dann bleiben wir an unsrer Stelle und steigen nicht zu ihnen hinauf.
7518#1.Schemuël,14,10#10. Wenn sie aber so sprechen: ,Steigt herauf zu uns', dann steigen wir hinauf, denn gegeben hat sie der Ewige in unsere Hand. Und dies sei uns das Zeichen.»
7519#1.Schemuël,14,11#11. Als sich nun die beiden dem Posten der Pelischtäer zeigten, da sagten die Pelischtäer: «Sieh, Ebräer kommen aus den Löchern hervor, worin sie sich versteckt haben.»
7520#1.Schemuël,14,12#12. Und die Männer des Postens redeten Jonatan und seinem Waffenträger an und sprachen: «Steigt herauf zu uns, wir wollen euch etwas kundtun!» Da sagte Jonatan zu seinem Waffenträger: «Steig mir nach, denn der Ewige hat sie in die Hand Jisraëls gegeben.»
7521#1.Schemuël,14,13#13. Und Jonatan stieg hinauf auf Händen und Füßen, und sein Waffenträger ihm nach, und sie stürzten hin vor Jonatan, und sein Waffenträger tötete, hinter ihm her.
7522#1.Schemuël,14,14#14. Und es betrug der erste Schlag, den Jonatan schlug und sein Waffenträger, an zwanzig Mann, so wie wenn die Pflugbahn mitten das Joch Feld durchteilt.
7523#1.Schemuël,14,15#15. Da war Schrecken im Lager auf dem Feld und unter dem ganzen Volk; der Posten und die Vernichtungsschar, auch sie erschraken, und die Erde erbebte, es ward ein Gottesschrecken.
7524#1.Schemuël,14,16#16. Und die Späher Schauls im Gib'a Binjamins sahen, sieh, da wogte das Getümmel und ging hin und her.
7525#1.Schemuël,14,17#17. Da sprach Schaul zu dem Volk, das bei ihm war: «Haltet doch Musterung und seht, wer von uns gegangen ist!» Da hielten sie Musterung, und sieh, da waren Jonatan und sein Waffenträger nicht da.
7526#1.Schemuël,14,18#18. Da sprach Schaul zu Ahija: «Bring doch die Lade Gottes!» Denn die Lade Gottes war an jenem Tag bei den Kindern Jisraël.
7527#1.Schemuël,14,19#19. Es war nun, während Schaul noch zum Priester redete, da wurde das Getümmel im Lager der Pelischtäer immerzu größer; da sprach Schaul zu dem Priester: «Zieh deine Hand zurück!»
7528#1.Schemuël,14,20#20. Dann sammelten sich Schaul und alles Volk, das bei ihm war, und als sie zum Kampf kamen, sieh, da war das Schwert des einen gegen den andern, eine sehr große Wirrnis.
7529#1.Schemuël,14,21#21. Die Ebräer aber, - die hatten zu den Pelischtäern gehalten gestern und ehegestern, die mit ihnen ins Lager gezogen waren, - (schwenkten herum) auch sie, mit Jisraël zu sein, das bei Schaul und Jonatan war.
7530#1.Schemuël,14,22#22. Und alle die Männer von Jisraël, die sich im Gebirge Efraim versteckt hatten, hörten, daß die Pelischtäer geflohen waren, da setzten auch sie ihnen nach, in den Kampf.
7531#1.Schemuël,14,23#23. So half der Ewige Jisraël an jenem Tag. Und die Schlacht ging über Bet-Awen hinaus.
7532#1.Schemuël,14,24#24. Und die Mannschaft von Jisraël war abgejagt an jenem Tag; da beschwor Schaul das Volk und sprach: «Verflucht der Mann, der Speise ißt bis zum Abend, bis ich mich an meinen Feinden gerächt habe.» Und es kostete das ganze Volk keine Speise.
7533#1.Schemuël,14,25#25. Und das gesamte Landvolk kam ins Gestrüpp, da war Honig auf des Feldes Fläche.
7534#1.Schemuël,14,26#26. Als nun das Volk ins Gestrüpp gekommen war, sieh, da war eine Honigtriefe; niemand aber führte seine Hand zum Mund, denn das Volk fürchtete den Schwurfluch.
7535#1.Schemuël,14,27#27. Jonatan jedoch hatte nicht gehört, wie sein Vater das Volk beschwor, und er streckte das Ende des Stabes in seiner Hand aus und tauchte es in die Honigwabe und führte seine Hand zum Mund. Da wurden seine Augen hell.
7536#1.Schemuël,14,28#28. Da hob einer aus dem Volk an und sprach: «Beschworen hat dein Vater das Volk und gesprochen: ,Verflucht der Mann, der heute Speise ißt'»; doch das Volk war ermattet.
7537#1.Schemuël,14,29#29. Da sagte Jonatan: «Mein Vater hat das Land ins Verderben gestürzt! Seht doch, wie meine Augen hell geworden, da ich ein wenig von diesem Honig gekostet habe.
7538#1.Schemuël,14,30#30. Nun gar, wenn das Volk heute von der Beute seiner Feinde, die es gefunden, gegessen hätte, - wäre dann der Schlag gegen die Pelischtäer nicht größer?»
7539#1.Schemuël,14,31#31. Sie schlugen aber an jenem Tag auf die Pelischtäer los von Michmas bis Ajjalon, und das Volk war sehr ermattet.
7540#1.Schemuël,14,32#32. Da machte sich das Volk über die Beute her, und sie nahmen Schafe, Rinder und Jungrinder und schlachteten es zur Erde hin, und das Volk aß es über dem Blut.
7541#1.Schemuël,14,33#33. Da berichtete man Schaul, sprechend: «Sieh, das Volk sündigt gegen den Ewigen, indem es über dem Blut ißt!» Da sprach er: «Ihr habt treulos gehandelt! Wälzt sogleich einen großen Stein zu mir her!»
7542#1.Schemuël,14,34#34. Und Schaul sprach: «Verstreut euch unter das Volk und sagt ihnen: Bringt her zu mir ein jeder seinen Ochsen und sein Lamm, schlachtet es hier, und dann eßt, damit ihr nicht gegen den Ewigen sündigt, indem ihr bei dem Blut eßt.» Da brachte das ganze Volk ein jeder seinen Ochsen mit sich zur Nacht, und sie schlachteten dort.
7543#1.Schemuël,14,35#35. Und Schaul baute einen Altar dem Ewigen, den baute er als ersten Altar für den Ewigen.
7544#1.Schemuël,14,36#36. Und Schaul sprach: «Ziehen wir hinab hinter den Pelischtäern her, bei Nacht, und plündern unter ihnen, bis der Morgen leuchtet, und lassen wir nicht einen Mann von ihnen übrig.» Und sie sprachen: «Alles, was recht ist in deinen Augen, das tu!» Da sprach der Priester: «Laßt uns hieher vor Gott treten.»
7545#1.Schemuël,14,37#37. Und Schaul befragte Gott: «Soll ich hinabziehn hinter den Pelischtäern her? Wirst du sie in die Hand Jisraëls geben?» Aber er antwortete ihm nicht an jenem Tag.
7546#1.Schemuël,14,38#38. Da sprach Schaul: «Tretet hierher, all ihr Enden des Volkes, erkennt und seht, worin heute diese Sünde geschehen ist!
7547#1.Schemuël,14,39#39. Denn, - es lebt der Ewige, der Retter Jisraëls! - wäre es an meinem Sohn Jonatan, so soll er des Todes sterben.» Aber keiner antwortete ihm vom ganzen Volk.
7548#1.Schemuël,14,40#40. Dann sprach er zu ganz Jisraël: «Ihr sollt zu einer Seite sein, und ich und mein Sohn Jonatan zu einer Seite.» Und das Volk sagte zu Schaul: « Was recht ist in deinen Augen, tu!»
7549#1.Schemuël,14,41#41. Und Schaul sprach zum Ewigen: «Gott Jisraëls: Gib Wahrheit!» Und es wurden Jonatan und Schaul gefaßt, das Volk aber ging frei aus.
7550#1.Schemuël,14,42#42. Und Schaul sprach: «Lost zwischen mir und meinem Sohn Jonatan!» Da wurde Jonatan gefaßt.
7551#1.Schemuël,14,43#43. Da sprach Schaul zu Jonatan: «Sag mir, was du getan hast!» Da berichtete ihm Jonatan und sagte: «Gekostet hab ich mit dem Ende des Stabs in meiner Hand ein wenig Honig. Hier bin ich, ich sterbe.»
7552#1.Schemuël,14,44#44. Da sprach Schaul: «So tue mir Gott an, so und noch mehr! Ja, sterben mußt du, Jonatan!»
7553#1.Schemuël,14,45#45. Aber das Volk sagte zu Schaul: «Sollte Jonatan sterben, der diesen großen Sieg in Jisraël gewirkt hat? Schmach sei das! Es lebt der Ewige! Kein Haar soll von seinem Haupt zur Erde fallen; denn mit Gott hat er geschafft an diesem Tag!» Da löste das Volk Jonatan, und er starb nicht.
7554#1.Schemuël,14,46#46. Nun zog Schaul hinauf, von den Pelischtäern ab, und die Pelischtäer gingen nach ihrem Ort.
7555#1.Schemuël,14,47#47. Und Schaul gewann das Königtum über Jisraël und kämpfte ringsum gegen alle seine Feinde, gegen Moab und die Söhne Ammons, gegen Edom und die Könige von Zoba und gegen die Pelischtäer, und wohin er sich wandte, strafte er.
7556#1.Schemuël,14,48#48. Und er schaffte Sieg und schlug Amalek und rettete Jisraël aus der Hand seines Plünderers.
7557#1.Schemuël,14,49#49. Und es waren die Söhne Schauls: Jonatan, Jischwi und Malkischua; und der Name seiner zwei Töchter war: Der Name der älteren Merab, und der der jüngeren Michal.
7558#1.Schemuël,14,50#50. Und Schauls Weib hieß Ahinoam, die Tochter Ahimaaz'; und sein Heerführer hieß Abiner, der Sohn Ners, des Oheims Schauls.
7559#1.Schemuël,14,51#51. Und Kisch, der Vater Schauls, und Ner, der Vater Abners, waren Söhne Abiëls.
7560#1.Schemuël,14,52#52. Und der Kampf war heftig gegen die Pelischtäer alle Tage Schauls, und sah Schaul irgendeinen starken oder einen kriegstüchtigen Mann, so nahm er ihn zu sich.
7561#1.Schemuël,15,1#1. Und Schemuël sprach zu Schaul: «Mich hat der Ewige gesandt, um dich zum König über sein Volk, über Jisraël, zu salben; und nun höre auf den Laut der Worte des Ewigen.
7562#1.Schemuël,15,2#2. So spricht der Ewige der Scharen: Ich habe bedacht, was Amalek an Jisraël getan, was er ihm in den Weg gelegt, als es aus Mizraim hinaufzog.
7563#1.Schemuël,15,3#3. So geh denn und schlage Amalek, und ihr sollt bannen alles, was sein ist; und schone ihn nicht, sondern töte Mann wie Weib, Kind wie Säugling, Ochs wie Lamm, Kamel wie Esel!»
7564#1.Schemuël,15,4#4. Da bot Schaul das Volk auf und musterte es in ha-Telaim: Zweihunderttausend Marschfähige und zehntausend, mit der Mannschaft von Jehuda.
7565#1.Schemuël,15,5#5. Und Schaul kam zur Stadt Amaleks und legte sich in einen Hinterhalt im Tal.
7566#1.Schemuël,15,6#6. Und Schaul sprach zu den Kenitern: «Auf, entfernt euch und zieht hinab aus der Mitte der Amalekiter, damit ich euch nicht mit ihnen raffe, da ihr doch Liebe geübt an allen Kindern Jisraël, als sie aus Mizraim heraufzogen.» Da zogen die Keniter fort aus der Mitte Amaleks.
7567#1.Schemuël,15,7#7. Und Schaul schlug Amalek von Hawila bis gegen Schur, das vor Mizraim liegt.
7568#1.Schemuël,15,8#8. Und er ergriff Agag, den König Amaleks, lebend; alles Volk aber bannte er, ins Schwert hinein.
7569#1.Schemuël,15,9#9. Doch tat es Schaul und dem Volk leid um Agag und um das Beste der Schafe und Rinder, die Zweitgeworfenen, und die Mastlämmer und um alles Gut, und sie wollten sie nicht bannen, aber allen verächtlichen und schwachen Bestand, den bannten sie.
7570#1.Schemuël,15,10#10. Da erging das Wort des Ewigen an Schemuël, besagend:
7571#1.Schemuël,15,11#11. «Mich reut es, daß ich Schaul zum König eingesetzt, denn er hat sich von mir abgewandt und meine Worte nicht erfüllt.» Das verdroß Schemuël, und er schrie zum Ewigen die ganze Nacht.
7572#1.Schemuël,15,12#12. Und am Morgen machte Schemuël sich früh auf, Schaul entgegen. Da wurde Schemuël berichtet, besagend: «Schaul ist nach dem Karmel gekommen, und sieh, er setzt sich dort ein Handzeichen, dann hat er sich gewandt und ist weiter nach dem Gilgal hinaufgezogen.»
7573#1.Schemuël,15,13#13. Als nun Schemuël zu Schaul kam, da sagte ihm Schaul: «Gesegnet seist du dem Ewigen, ich habe das Wort des Ewigen erfüllt.»
7574#1.Schemuël,15,14#14. Aber Schemuël sprach: «Und was ist das Geschrei der Schafe in meinen Ohren und das der Rinder, das ich höre?»
7575#1.Schemuël,15,15#15. Da sprach Schaul: «Von den Amalekitern haben sie sie gebracht, weil das Volk das Beste der Schafe und der Rinder verschonte, um es dem Ewigen, deinem Gott zu schlachten; das Übrige aber haben wir gebannt.»
7576#1.Schemuël,15,16#16. Da sprach Schemuël zu Schaul: «Laß ab, daß ich dir künde, was der Ewige zu mir in der Nacht geredet.» Und er sprach zu ihm: «Rede!»
7577#1.Schemuël,15,17#17. Und Schemuël sagte: «Nicht so? Bist du dir auch gering in deinen Augen, bist du doch das Haupt der Stämme Jisraëls, und der Ewige hat dich zum König über Jisraël gesalbt!
7578#1.Schemuël,15,18#18. Dann hat der Ewige dich auf den Weg geschickt und gesprochen: ,Geh und banne die Sünder, die Amalekiter, und kämpfe mit ihnen bis zu ihrer Vernichtung!'
7579#1.Schemuël,15,19#19. Und warum hast du nicht gehört auf die Stimme des Ewigen, sondern bist über die Beute hergefallen und hast getan, was böse ist in den Augen des Ewigen?»
7580#1.Schemuël,15,20#20. Da sprach Schaul zu Schemuël: «Ich habe ja auf die Stimme des Ewigen gehört und bin den Weg gegangen, den mich der Ewige geschickt hat, ich habe Agag, den König der Amalekiter mitgebracht und Amalek gebannt,
7581#1.Schemuël,15,21#21. aber das Volk nahm von der Beute Schafe und Rinder, das Beste des Bannguts, um es dem Ewigen, deinem Gott, zu schlachten im Gilgal.»
7582#1.Schemuël,15,22#22. Schemuël aber sprach: «Hat Lust der Ewige an Hochopfer und Schlachtung Wie an dem Hören auf des Ewgen Stimme? Gehorsam, sieh, ist besser als das Opfer, Auflauschen als der Widder Fett.
7583#1.Schemuël,15,23#23. Denn gleich Wahrsagerschuld ist Trotz, Gleich Wahn- und Puppendienst die Dreistigkeit. Weil du des Ewgen Wort verworfen, Verwarf er dich als König.»
7584#1.Schemuël,15,24#24. Da sprach Schaul zu Schemuël: «Ich habe gesündigt, da ich den Befehl des Ewigen übertreten und deine Worte, weil ich das Volk fürchtete und auf seine Stimme hörte.
7585#1.Schemuël,15,25#25. Nun aber, vergib doch meine Sünde und kehre zurück mit mir, daß ich mich hinwerfe vor dem Ewigen.»
7586#1.Schemuël,15,26#26. Schemuël aber sprach zu Schaul: «Ich kehre nicht mit dir zurück. Weil du das Wort des Ewigen verworfen, hat der Ewige dich verworfen, König zu sein über Jisraël.»
7587#1.Schemuël,15,27#27. Nun wandte sich Schemuël zu gehen; da faßte er den Zipfel seines Oberkleids, daß er abriß.
7588#1.Schemuël,15,28#28. Da sprach Schemuël zu ihm: «So hat der Ewige das Königtum Jisraëls heute von dir gerissen und hat es deinem Genossen gegeben, der besser ist als du!
7589#1.Schemuël,15,29#29. Ja, Jisraëls Hort lügt nimmer, noch läßt er sich's gereuen, denn kein Mensch ist er, daß es ihn reue.»
7590#1.Schemuël,15,30#30. Und er sprach: «Ich habe gesündigt, nun aber ehre mich doch vor den Ältesten meines Volks und vor Jisraël und kehre mit mir zurück, daß ich mich hinwerfe vor dem Ewigen, deinem Gott.»
7591#1.Schemuël,15,31#31. Da kehrte Schemuël im Gefolge Schauls zurück, und Schaul warf sich hin vor dem Ewigen.
7592#1.Schemuël,15,32#32. Dann sprach Schemuël: «Bringt Agag zu mir heran, den König Amaleks.» Da ging Agag zu ihm hin in Ketten, und er sprach: «Fürwahr, herb ist des Todes Bitternis.»
7593#1.Schemuël,15,33#33. Schemuël aber sagte: «Wie Fraun dein Schwert der Kinder hat beraubt, So werde kinderlos von Frauen deine Mutter!» Und Schemuël zerhieb Agag vor dem Ewigen in Gilgal.
7594#1.Schemuël,15,34#34. Dann ging Schemuël nach ha-Rama, Schaul aber zog hinauf in sein Haus, nach dem Gib'a Schauls.
7595#1.Schemuël,15,35#35. Und Schemuël sah Schaul nicht wieder bis zum Tag seines Todes, denn Schemuël trauerte um Schaul. Und den Ewigen reute es, daß er Schaul zum König über Jisraël gemacht hatte.
7596#1.Schemuël,16,1#1. Und der Ewige sprach zu Schemuël: «Wie lange trauerst du um Schaul, da ich ihn verworfen, über Jisraël zu herrschen? Fülle dein Horn mit Öl und geh, ich sende dich zu Jischai aus Bet-Lehem, denn ersehen habe ich unter seinen Söhnen mir einen König.»
7597#1.Schemuël,16,2#2. Da sprach Schemuël: «Wie kann ich hingehn? Wenn es Schaul erfährt, so wird er mich töten.» Und der Ewige sprach: «Eine junge Kuh nimm mit dir und sage: ,Um dem Ewigen zu opfern, bin ich gekommen.'
7598#1.Schemuël,16,3#3. Und lade Jischai zum Opfer, und ich will dich wissen lassen, was du tun sollst. Dann salbe mir, wen ich dir ansagen werde.»
7599#1.Schemuël,16,4#4. Da tat Schemuël, was der Ewige geredet hatte, und als er nach Bet-Lehem kam, da eilten die Ältesten der Stadt ihm entgegen, und man sprach: «Kommst du zum Frieden?»
7600#1.Schemuël,16,5#5. Und er sprach: «Frieden! Dem Ewigen zu opfern bin ich gekommen, heiligt euch und kommt mit mir zum Opfermahl.» Da heiligte er Jischai und seine Söhne und lud sie zum Opfermahl.
7601#1.Schemuël,16,6#6. Es war nun, als sie kamen, da sah er Eliab; da dachte er: «Gewiß, vor dem Ewigen ist sein Gesalbter.»
7602#1.Schemuël,16,7#7. Aber der Ewige sprach zu Schemuël: «Blick nicht auf sein Aussehn und seinen hohen Wuchs, denn ich verwerfe ihn. Denn nicht wie der Mensch sieht, (sieht Gott), denn der Mensch sieht auf die Augen, der Ewige aber sieht aufs Herz.»
7603#1.Schemuël,16,8#8. Da rief Jischai Abinadab und führte ihn an Schemuël vorbei, aber der sagte: «Auch diesen hat der Ewige nicht erwählt.»
7604#1.Schemuël,16,9#9. Da führte Jischai Schamma vorbei, aber er sagte: «Auch diesen hat der Ewige nicht erwählt.»
7605#1.Schemuël,16,10#10. So führte Jischai seine sieben Söhne vor Schemuël vorbei, aber Schemuël sagte zu Jischai: «Diese hat der Ewige nicht erwählt.»
7606#1.Schemuël,16,11#11. Dann sprach Schemuël zu Jischai: «Sind das die Burschen alle?» Und er sprach: «Noch ist der Jüngste übrig, sieh, er hütet die Schafe.» Da sprach Schemuël zu Jischai: «Sende hin und laß ihn holen, denn wir setzen uns nicht zum Mahl, bevor er hieher kommt.»
7607#1.Schemuël,16,12#12. Und er schickte hin und ließ ihn bringen. Und er war rötlich, mit schönen Augen und gut von Aussehn. Da sprach der Ewige: «Auf, salbe ihn, denn dieser ist es.»
7608#1.Schemuël,16,13#13. Da nahm Schemuël das Horn mit Öl und salbte ihn inmitten seiner Brüder. Da kam der Geist des Ewigen über Dawid, von jenem Tag an und weiterhin. Schemuël aber machte sich auf und ging nach ha-Rama.
7609#1.Schemuël,16,14#14. Und der Geist des Ewigen wich von Schaul, und es ängstigte ihn ein böser Geist, vom Ewigen her.
7610#1.Schemuël,16,15#15. Da sprachen die Diener Schauls zu ihm: «Sieh doch, ein böser Geist Gottes ängstigt dich:
7611#1.Schemuël,16,16#16. so befehle doch unser Herr, daß deine Knechte vor dir einen Mann suchen, der auf der Zither zu spielen versteht; wenn dann der böse Geist Gottes über dich kommt, so mag er mit seiner Hand spielen, und es wird dir wohl werden.»
7612#1.Schemuël,16,17#17. Da sagte Schaul zu seinen Dienern: «Erseht mir doch einen Mann, der gut spielen kann, und bringt ihn zu mir.»
7613#1.Schemuël,16,18#18. Da antwortete einer von den Burschen und sprach: «Sieh, ich sah einen Sohn bei Jischai aus Bet-Lehem, der zu spielen versteht, ein wackrer Held, ein Kriegsmann, verständig in der Rede, ein Mann von Gestalt, und der Ewige ist mit ihm.»
7614#1.Schemuël,16,19#19. Da schickte Schaul Boten zu Jischai und ließ sagen: «Sende zu mir deinen Sohn Dawid, der bei den Schafen ist.»
7615#1.Schemuël,16,20#20. Da nahm Jischai eine Eselslast Brot, einen Schlauch Wein und ein Ziegenböcklein und schickte es durch seinen Sohn Dawid an Schaul.
7616#1.Schemuël,16,21#21. Und Dawid kam zu Schaul, und er stand vor ihm; und der gewann ihn sehr lieb, und er ward ihm sein Waffenträger.
7617#1.Schemuël,16,22#22. Und Schaul schickte zu Jischai hin und ließ ihm sagen: «Laß doch Dawid vor mir bleiben, denn er hat Gunst in meinen Augen gefunden.»
7618#1.Schemuël,16,23#23. Und es war, sooft der Geist Gottes über Schaul kam, da nahm Dawid die Zither und spielte mit seiner Hand, und es wurde Schaul leichter und ward ihm wohl, und der böse Geist wich von ihm.
7619#1.Schemuël,17,1#1. Und die Pelischtäer zogen ihre Heerlager zum Krieg zusammen, sammelten sich bei Socho, das zu Jehuda gehört, und lagerten zwischen Socho und Aseka, in Efes-Dammim.
7620#1.Schemuël,17,2#2. Schaul aber und die Männer von Jisraël sammelten sich und lagerten sich im Terebinthental und ordneten sich zur Schlacht den Pelischtäern gegenüber.
7621#1.Schemuël,17,3#3. Und die Pelischtäer standen am Berg diesseits, und Jisraël stand am Berg jenseits, und das Tal war zwischen ihnen.
7622#1.Schemuël,17,4#4. Da trat der Mittelsmann aus den Heerlagern der Pelischtäer hervor, Goljat mit Namen, aus Gat; er war sechs Ellen und eine Spanne hoch.
7623#1.Schemuël,17,5#5. Und ein eherner Helm war auf seinem Haupt, und mit einem Schuppenpanzer war er bekleidet, und das Gewicht des Panzers war fünftausend Schekel, Erz.
7624#1.Schemuël,17,6#6. Und eherne Schienen waren an seinen Beinen, und ein eherner Wurfspieß zwischen seinen Schultern.
7625#1.Schemuël,17,7#7. Und der Schaft seines Speers war wie ein Weberbaum, und die Klinge seines Speers wog sechshundert Schekel, Eisen; und der Schildträger ging vor ihm her.
7626#1.Schemuël,17,8#8. So trat er hin und rief den Reihen Jisraëls zu und sprach zu ihnen: «Warum zieht ihr aus, euch zum Kampf zu ordnen? Bin ich nicht der Pelischtäer, und ihr Knechte Schauls? Wählt euch einen Mann, daß er zu mir herabkomme.
7627#1.Schemuël,17,9#9. Wenn er mit mir zu kämpfen vermag und mich schlägt, so wollen wir euch Knechte sein, wenn aber ich ihm beikomme und ihn schlage, so sollt ihr uns Knechte sein und uns dienen.»
7628#1.Schemuël,17,10#10. Und der Pelischtäer sprach: «Ich habe die Reihen Jisraëls verhöhnt an diesem Tag, gebt mir einen Mann, daß wir miteinander kämpfen.»
7629#1.Schemuël,17,11#11. Und Schaul und ganz Jisraël hörten diese Worte des Pelischtäers und erschraken und fürchteten sehr.
7630#1.Schemuël,17,12#12. Und Dawid war der Sohn jenes Efratiters aus Bet-Lehem in Jehuda, und dessen Name war Jischai, und er hatte acht Söhne; und der Mann war zur Zeit Schauls alt und unter die (betagten) Männer gekommen.
7631#1.Schemuël,17,13#13. Da gingen die drei älteren Söhne Jischais und folgten Schaul nach in den Krieg; und die Namen seiner drei Söhne, die in den Krieg gegangen waren: Eliab, der Erstgeborene, der zweite Abinadab und der dritte Schamma.
7632#1.Schemuël,17,14#14. Dawid aber war der Jüngste - die drei älteren waren Schaul gefolgt.
7633#1.Schemuël,17,15#15. Dawid aber ging immer hin und kehrte heim von Schaul, um die Schafe seines Vaters in Bet-Lehem zu weiden.
7634#1.Schemuël,17,16#16. Der Pelischtäer aber trat morgens und abends heran und stellte sich hin, vierzig Tage lang.
7635#1.Schemuël,17,17#17. Da sagte Jischai zu seinem Sohn Dawid: «Nimm doch für deine Brüder dieses Efamaß gerösteter Körner und diese zehn Brote und bringe es schnell ins Lager zu deinen Brüdern.
7636#1.Schemuël,17,18#18. Und diese zehn Milchkäse sollst du bringen für den Obersten der Tausendschaft, sieh dich um nach dem Wohlbefinden deiner Brüder und ihr Tauschgut nimm mit.»
7637#1.Schemuël,17,19#19. Schaul aber und sie und alle Männer Jisraëls waren im Terebinthental, im Kampf mit den Pelischtäern.
7638#1.Schemuël,17,20#20. Und Dawid machte sich früh am Morgen auf, überließ die Schafe einem Hüter, lud auf und ging, wie ihm Jischai befohlen, und als er in den Lagerring kam, da erhob eben das Heer, das in Schlachtordnung ausrückte, ein Kampfgeschrei.
7639#1.Schemuël,17,21#21. Und es ordneten sich Jisraël und die Pelischtäer Reihe gegen Reihe.
7640#1.Schemuël,17,22#22. Und Dawid überließ die Sachen von sich an den Troßhüter, lief in die Reihe und kam und fragte seine Brüder nach dem Wohl.
7641#1.Schemuël,17,23#23. Während er noch mit ihnen redete, sieh, da kam der Mittelsmann, Goljat der Pelischtäer mit Namen, aus Gat, hervor aus den Reihen der Pelischtäer und redete solche Reden, und Dawid hörte es.
7642#1.Schemuël,17,24#24. Alle Mann von Jisraël aber, wie sie den Mann sahen, flohen sie vor ihm und fürchteten sehr.
7643#1.Schemuël,17,25#25. Da sprachen die Männer von Jisraël: «Habt ihr den Mann gesehen, der da hervortritt? Um Jisraël zu beschimpfen tritt er auf! Es soll aber sein: Der Mann, der ihn schlägt, den will der König mit großem Reichtum beschenken und ihm seine Tochter geben und seines Vaters Haus frei machen in Jisraël.»
7644#1.Schemuël,17,26#26. Da sprach Dawid zu den Männern, die neben ihm standen: «Was soll dem Mann geschehen, der den Pelischtäer dort schlägt und den Schimpf abtut von Jisraël? Denn wer ist dieser unbeschnittene Pelischtäer, daß er die Reihen des lebendigen Gottes beschimpft?»
7645#1.Schemuël,17,27#27. Da sprach zu ihm das Volk in solcher Rede: «So soll dem Mann geschehen, der ihn schlägt.»
7646#1.Schemuël,17,28#28. Als aber sein älterer Bruder Eliab hörte, wie er mit den Leuten redete, da flammte Eliabs Angesicht auf über Dawid, und er sagte: «Wozu doch bist du herabgekommen? Und wem hast du jene paar Schafe in der Steppe überlassen? Ich kenne deinen Frevelmut und die Bosheit deines Herzens; denn um den Kampf zu sehen, bist du herabgekommen.»
7647#1.Schemuël,17,29#29. Dawid aber sprach: «Was habe ich denn nun getan? Es ist ja bloß ein Wort.»
7648#1.Schemuël,17,30#30. Dann wandte er sich von ihm weg nach einer andern Seite und sprach desgleichen, und das Volk erwiderte ihm gleich der ersten Rede.
7649#1.Schemuël,17,31#31. Und es wurden die Worte, die Dawid geredet, vernommen, und man meldete sie vor Schaul, und der ließ ihn holen.
7650#1.Schemuël,17,32#32. Und Dawid sprach zu Schaul: «Möge keines Menschen Mut an ihm sinken! Dein Knecht wird hingehn und mit diesem Pelischtäer kämpfen.»
7651#1.Schemuël,17,33#33. Schaul aber sprach zu Dawid: «Du kannst nicht zu diesem Pelischtäer gehen, um mit ihm zu kämpfen, denn ein Knabe bist du, er aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf.»
7652#1.Schemuël,17,34#34. Da sprach Dawid zu Schaul: «Ein Hirt war dein Knecht seinem Vater bei den Schafen; und wenn da ein Löwe oder ein Bär kam und ein Schaf packte aus der Herde,
7653#1.Schemuël,17,35#35. dann zog ich aus, ihm nach, schlug ihn und riß es ihm aus dem Maul; hob er sich aber wider mich, dann faßte ich ihn beim Kinn und schlug ihn tot.
7654#1.Schemuël,17,36#36. Den Löwen sowohl wie den Bären hat dein Knecht erschlagen, und so soll dieser unbeschnittene Pelischtäer sein wie einer von ihnen, weil er die Reihen des lebendigen Gottes beschimpft hat.»
7655#1.Schemuël,17,37#37. Und Dawid sprach: «Der Ewige, der mich errettet hat aus der Pranke des Löwen und des Bären, er wird mich erretten aus der Hand dieses Pelischtäers.» Da sagte Schaul zu Dawid: «Geh, und der Ewige sein mit dir.»
7656#1.Schemuël,17,38#38. Dann bekleidete Schaul Dawid mit seinem Gewand, setzte ihm einen ehernen Helm aufs Haupt und bekleidete ihn mit einem Panzer.
7657#1.Schemuël,17,39#39. Und Dawid gürtete sein Schwert über seine Kleider; aber er war ungeschickt zu gehen, denn er hatte es nicht versucht. Da sagte Dawid zu Schaul: «Ich kann nicht darin gehen, denn ich habe es nie versucht.» Und Dawid legte sie wieder von sich.
7658#1.Schemuël,17,40#40. Und er nahm seinen Stab in seine Hand und suchte sich fünf glatte Steine aus dem Bachtal, legte sie in das Hirtengerät, das er bei sich hatte, und in die Tasche, seine Schleuder in der Hand; und er ging auf den Pelischtäer zu.
7659#1.Schemuël,17,41#41. Und der Pelischtäer ging immer näher hinzu auf Dawid, und der Mann, der den Schild trug, war vor ihm.
7660#1.Schemuël,17,42#42. Da sah der Pelischtäer auf und erblickte Dawid; da verachtete er ihn, denn er war ein Knabe - rötlich und dazu schön von Aussehn.
7661#1.Schemuël,17,43#43. Da sprach der Pelischtäer zu Dawid: «Bin ich ein Hund, daß du mit Stöcken an mich kommst?» Und der Pelischtäer fluchte Dawid bei seinem Gott.
7662#1.Schemuël,17,44#44. Und der Pelischtäer sprach zu Dawid: «Komm her zu mir, daß ich dein Fleisch dem Vogelvolk des Himmels gebe und dem Getier des Feldes!»
7663#1.Schemuël,17,45#45. Dawid aber sprach zu dem Pelischtäer: «Du kommst gegen mich mit Schwert und Speer und Spieß, ich aber komme gegen dich mit dem Namen des Ewigen der Scharen, des Gottes der Reihen Jisraëls, die du beschimpft hast.
7664#1.Schemuël,17,46#46. An diesem Tag wird dich der Ewige in meine Hand liefern, daß ich dich schlage und dir den Kopf abnehme und die Leichen des Lagers der Pelischtäer an diesem Tag dem Vogelvolk des Himmels gebe und dem Getier der Erde, auf daß alle Welt erkenne, daß es einen Gott gibt bei Jisraël,
7665#1.Schemuël,17,47#47. und daß diese ganze Volksschar erkenne, daß nicht durch Schwert und Speer der Ewige hilft. Denn des Ewigen ist der Kampf, und er wird euch in unsere Hand geben.»
7666#1.Schemuël,17,48#48. Und es war, wie sich der Pelischtäer aufmachte und auf Dawid zuging, da eilte Dawid und lief auf die Reihe zu, dem Pelischtäer entgegen.
7667#1.Schemuël,17,49#49. Und Dawid langte mit seiner Hand ins Gerät, nahm daraus einen Stein, schleuderte und traf den Pelischtäer an seine Stirn, und der Stein drang in seine Stirn, und er fiel auf sein Angesicht zur Erde.
7668#1.Schemuël,17,50#50. So überwand Dawid den Pelischtäer mit Schleuder und Stein, und er schlug den Pelischtäer und tötete ihn, ein Schwert aber war nicht in Dawids Hand.
7669#1.Schemuël,17,51#51. Dann lief Dawid hinzu, trat an den Pelischtäer und nahm dessen Schwert, zog es aus der Scheide, tötete ihn und hieb ihm damit den Kopf ab. Als die Pelischtäer sahen, daß ihr Held tot war, da flohen sie.
7670#1.Schemuël,17,52#52. Die Männer Jisraëls und Jehudas aber machten sich auf, und sie lärmten auf und jagten den Pelischtäern nach bis gegen das Tal und bis an die Tore von Ekron. Und es fielen die Erschlagenen der Pelischtäer auf dem Weg von Schaaraim bis nach Gat und bis Ekron.
7671#1.Schemuël,17,53#53. Dann kehrten die Kinder Jisraël zurück von der Verfolgung hinter den Pelischtäern her und plünderten ihr Lager.
7672#1.Schemuël,17,54#54. Dawid aber nahm den Kopf des Pelischtäers, brachte ihn nach Jeruschalaim, seine Waffen aber legte er in sein Zelt.
7673#1.Schemuël,17,55#55. Als aber Schaul Dawid dem Pelischtäer entgegengehn sah, sprach er zu Abner, dem Heeresobersten: «Wessen Sohn ist der Bursch, Abner?» Da sprach Abner: «Leben deiner Seele, o König! Ich weiß es nicht.»
7674#1.Schemuël,17,56#56. Da sprach der König: «Frag du, wessen Sohn dieser Jüngling ist!»
7675#1.Schemuël,17,57#57. Und als Dawid von der Besiegung des Pelischtäers zurückkam, da nahm ihn Abner und brachte ihn vor Schaul, mit dem Kopf des Pelischtäers in seiner Hand.
7676#1.Schemuël,17,58#58. Da sprach zu ihm Schaul: «Wessen Sohn bist du, Bursch?» Und Dawid sprach: «Der Sohn deines Knechtes Jischai aus Bet-Lehem.»
7677#1.Schemuël,18,1#1. Es war nun, als er damit zu Ende war, zu Schaul zu reden. Jehonatans Seele aber war verknüpft mit Dawids Seele und Jehonatan liebte ihn wie sich selbst.
7678#1.Schemuël,18,2#2. Und Schaul nahm ihn an jenem Tag und ließ ihn nicht wieder in das Haus seines Vaters zurückkehren.
7679#1.Schemuël,18,3#3. Und Jehonatan schloß einen Bund mit Dawid, weil er ihn liebte wie sich selbst.
7680#1.Schemuël,18,4#4. Und Jehonatan legte sein Oberkleid ab, das er anhatte, und gab es Dawid, und seinen Rock und auch sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gurt.
7681#1.Schemuël,18,5#5. Und Dawid zog aus; überall, wohin ihn Schaul schickte, hatte er Glück. Da setzte ihn Schaul über die Kriegsleute. Und er war recht in den Augen des ganzen Volkes und auch in den Augen der Knechte Schauls.
7682#1.Schemuël,18,6#6. Es war nun, als sie heimkamen, als Dawid zurückkam von der Besiegung des Pelischtäers, da zogen die Frauen aus allen Städten Jisraëls zu Gesang und Flötenspiel dem König Schaul entgegen mit Pauken, Freudenrufen und Triangeln.
7683#1.Schemuël,18,7#7. Und es hoben die Frauen, die da ergötzten, an und sprachen: «Drein schlug Schaul mit seinen Tausenden, Dawid mit seinen Zehntausenden.»
7684#1.Schemuël,18,8#8. Da verdroß es Schaul sehr, und diese Sache war übel in seinen Augen, und er sagte: «Gegeben haben sie Dawid Zehntausende, mir aber geben sie nur die Tausende! Nun (gebt) ihm nur noch das Königtum.»
7685#1.Schemuël,18,9#9. Und Schaul sah scheel auf Dawid von jenem Tag an und weiterhin.
7686#1.Schemuël,18,10#10. Es war nun am andern Morgen, da brach ein böser Geist Gottes über Schaul herein, und er war geistbesessen im Haus. Dawid aber spielte (Zither) mit seiner Hand wie Tag um Tag, und der Speer war in der Hand Schauls.
7687#1.Schemuël,18,11#11. Da schleuderte Schaul den Speer, und er dachte: «Ich will Dawid schlagen bis in die Wand», Dawid aber bog aus vor ihm, zweimal.
7688#1.Schemuël,18,12#12. Und Schaul fürchtete vor Dawid, denn der Ewige war mit ihm, von Schaul aber war er gewichen.
7689#1.Schemuël,18,13#13. Und Schaul entfernte ihn von sich und machte ihn zum Obersten über tausend; und er zog ein und aus vor dem Volk.
7690#1.Schemuël,18,14#14. Und Dawid war bei allen seinen Wegen glücklich, und der Ewige war mit ihm.
7691#1.Schemuël,18,15#15. Als nun Schaul sah, daß er sehr glücklich war, bekam er Angst vor ihm.
7692#1.Schemuël,18,16#16. Aber ganz Jisraël und Jehuda liebte Dawid, denn er zog aus und ein vor ihnen.
7693#1.Schemuël,18,17#17. Und Schaul sprach zu Dawid: «Da ist meine ältere Tochter Merab, sie will ich dir zum Weib geben; nur sei mir ein Kriegsmann und kämpfe du die Kriege des Ewigen.» Denn Schaul dachte: «Nicht sei meine Hand an ihm, so möge die Hand der Pelischtäer an ihm sein!»
7694#1.Schemuël,18,18#18. Dawid aber sprach zu Schaul: «Wer bin ich, wer ist meine Sippe, das Geschlecht meines Vaters in Jisraël, daß ich Eidam des Königs werden sollte?»
7695#1.Schemuël,18,19#19. Und es war, als die Zeit kam, Merab, die Tochter Schauls, Dawid zu geben, da wurde sie Adriël aus Mehola zum Weibe gegeben.
7696#1.Schemuël,18,20#20. Und Michal, eine Tochter Schauls, liebte Dawid, und man erzählte es Schaul, und die Sache war recht in seinen Augen.
7697#1.Schemuël,18,21#21. Und Schaul dachte: «Ich will sie ihm geben. Das soll ihm aber zum Fallstrick werden, daß die Hand der Pelischtäer ihn treffe.» Und Schaul sprach zu Dawid: «Zum zweiten Mal kannst du mein Eidam werden.»
7698#1.Schemuël,18,22#22. Und Schaul gebot seinen Dienern: «Redet zu Dawid im Geheimen und sagt: ,Sieh, der König hat dich gern, und alle seine Diener lieben dich, nun denn, werde doch Eidam des Königs!»
7699#1.Schemuël,18,23#23. Und die Diener Schauls redeten diese Worte vor Dawids Ohren; da sprach Dawid: «Ist's ein Leichtes in euren Augen, des Königs Eidam zu werden? Bin ich doch ein armer und geringer Mann.»
7700#1.Schemuël,18,24#24. Und die Diener Schauls erzählten es ihm und sagten: «Solche Rede hat Dawid gesprochen.»
7701#1.Schemuël,18,25#25. Da sagte Schaul: «So sollt ihr zu Dawid sagen: ,Der König will keinen Brautpreis, sondern hundert Vorhäute der Pelischtäer, um Rache zu nehmen an den Feinden des Königs.» Schaul dachte nämlich, Dawid in die Hände der Pelischtäer fallen zu lassen.
7702#1.Schemuël,18,26#26. Und seine Diener erzählten Dawid diese Worte; da war es recht in Dawids Augen, des Königs Eidam zu werden. Und noch war die Zeit nicht voll,
7703#1.Schemuël,18,27#27. und Dawid machte sich auf und ging hin, er und seine Leute, und schlug unter den Pelischtäern zweihundert Mann. Und Dawid brachte ihre Vorhäute, und man gab sie vollzählig dem König, daß er des Königs Eidam werde. Da gab ihm Schaul seine Tochter Michal zum Weib.
7704#1.Schemuël,18,28#28. Und Schaul sah es und erkannte, daß der Ewige mit Dawid war; und Michal, seine Tochter, liebte ihn.
7705#1.Schemuël,18,29#29. Da fürchtete Schaul noch mehr vor Dawid, und Schaul war Dawid feind alle Tage.
7706#1.Schemuël,18,30#30. Und die Obersten der Pelischtäer rückten aus, und es war, sooft sie ausrückten, da war Dawid glücklicher als alle Diener Schauls. Und sein Name war sehr in Ehren.
7707#1.Schemuël,19,1#1. Und Schaul redete zu seinem Sohn Jonatan und zu allen seinen Dienern davon, Dawid zu töten. Jehonatan, der Sohn Schauls, aber liebte Dawid sehr.
7708#1.Schemuël,19,2#2. Und Jehonatan erzählte es Dawid und sprach: «Mein Vater Schaul trachtet dich zu töten, und nun, nimm dich in acht am Morgen, halte dich verborgen und verstecke dich.
7709#1.Schemuël,19,3#3. Ich aber will hinausgehn und mich zur Seite meines Vaters stellen auf dem Feld, woselbst du bist, und ich will mit meinem Vater von dir sprechen, und merke ich was, will ich es dir erzählen.»
7710#1.Schemuël,19,4#4. Und Jehonatan redete zu seinem Vater Schaul Gutes über Dawid und sprach zu ihm: «Nicht versündige sich der König an seinem Knecht Dawid, denn er hat sich nicht gegen dich vergangen, ja seine Taten waren sehr gut für dich.
7711#1.Schemuël,19,5#5. Er hat seine Kehle in die Hand getan und hat den Pelischtäer erschlagen, und der Ewige hat so einen großen Sieg gewirkt für ganz Jisraël; du hast es gesehen und dich gefreut; und warum willst du dich versündigen an unschuldigem Blut, Dawid zu töten ohne Schuld?»
7712#1.Schemuël,19,6#6. Und Schaul hörte auf die Stimme Jehonatans, und Schaul schwor: «Es lebt der Ewige! Ob er getötet werden soll!»
7713#1.Schemuël,19,7#7. Da rief Jehonatzan Dawid, und Jehonatan erzählte ihm alle diese Worte. Und Jehonatan brachte Dawid zu Schaul, und er war vor ihm wie gestern und ehegestern.
7714#1.Schemuël,19,8#8. Und der Krieg dauerte fort. Und Dawid zog aus, kämpfte mit den Pelischtäern und brachte ihnen einen großen Schlag bei, und sie flohen vor ihm.
7715#1.Schemuël,19,9#9. Und es kam ein böser Geist vom Ewigen über Schaul, da er in seinem Haus weilte, und der Speer war in seiner Hand, und Dawid spielte (Zither) mit der Hand.
7716#1.Schemuël,19,10#10. Da suchte Schaul Dawid mit dem Speer bis in die Wand zu schlagen; er aber wich Schaul aus, so daß er den Speer in die Wand schlug. Und Dawid entfloh, und er entkam in jener Nacht.
7717#1.Schemuël,19,11#11. Da schickte Schaul Boten zum Haus Dawids, um ihm aufzupassen und ihn am Morgen zu töten. Da meldete Michal, sein Weib, es Dawid und sagte: «Wenn du dein Leben nicht diese Nacht rettest, dann wirst du morgen getötet.»
7718#1.Schemuël,19,12#12. Und Michal ließ Dawid durchs Fenster hinab, und er ging und floh und entkam.
7719#1.Schemuël,19,13#13. Dann nahm Michal die Puppe, legte sie ins Bett und tat das Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Häupten und deckte es mit dem Kleid.
7720#1.Schemuël,19,14#14. Da sandte Schaul Boten, Dawid zu holen; da sagte sie: «Er ist krank.»
7721#1.Schemuël,19,15#15. Schaul aber schickte die Boten hin, um Dawid zu sehen, sprechend: «Bringt ihn zu mir im Bett herauf, ihn zu töten.»
7722#1.Schemuël,19,16#16. Da kamen die Boten, sieh, da lag die Puppe im Bett, und das Geflecht von Ziegenhaaren zu seinen Häupten.
7723#1.Schemuël,19,17#17. Da sagte Schaul zu Michal: «Warum hast du mich so betrogen und hast meinen Feind ziehen lassen, daß er entkam?» Da sprach Michal zu Schaul: «Er sprach zu mir: Laß mich fort, warum soll ich dich töten?»
7724#1.Schemuël,19,18#18. Und Dawid floh und entkam. Und er kam zu Schemuël nach ha-Rama und erzählte ihm alles, was Schaul ihm getan, und er ging, er und Schemuël, und sie blieben in Najot.
7725#1.Schemuël,19,19#19. Und es wurde Schaul also gemeldet: «Sieh, Dawid ist in Najot in ha-Rama.»
7726#1.Schemuël,19,20#20. Da schickte Schaul Boten, Dawid zu holen. Man sah aber den Schwarm der Gottbegeisteten sich begeistet gebärden, und Schemuël stand aufrecht bei ihnen. Da kam über die Boten Schauls der Geist Gottes, daß auch sie begeistet waren.
7727#1.Schemuël,19,21#21. Und man erzählte es Schaul, da schickte er andere Boten; da wurden auch sie begeistet. Da schickte Schaul weiter, zum dritten Mal, Boten, da wurden auch die begeistet.
7728#1.Schemuël,19,22#22. Da ging auch er nach ha-Rama. Als er an die große Zisterne in Sechu kam, fragte er und sprach: «Wo sind Schemuël und Dawid?» Und man sprach: «Da sind sie, zu Najot in ha-Rama.»
7729#1.Schemuël,19,23#23. So ging er von dort nach Najot in ha-Rama. Da kam auch über ihn der Geist Gottes, und er ging weiter, in Begeistung, bis er nach Najot in ha-Rama kam.
7730#1.Schemuël,19,24#24. Und auch er warf seine Kleider ab und war gleichfalls begeistet vor Schemuël, und er lag nackt jenen ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher sagt man: «Ist auch Schaul unter den Begeisteten?»
7731#1.Schemuël,20,1#1. Und Dawid floh von Najot in ha-Rama und kam und sprach vor Jehonatan: «Was habe ich getan, was ist meine Schuld und was meine Sünde vor deinem Vater, daß er mir nach dem Leben trachtet?»
7732#1.Schemuël,20,2#2. Er aber antwortete ihm: «Schmach sei dies! Du sollst nicht sterben! Sieh, mein Vater tut nichts, groß oder gering, daß er mir's nicht zu Ohren brächte, und warum sollte mein Vater mir diese Sache verheimlichen? Das ist nicht so!»
7733#1.Schemuël,20,3#3. Dawid aber beteuerte nochmals und sagte: «Dein Vater weiß es, daß ich Gunst gefunden in deinen Augen, und denkt: ,Jehonatan darf das nicht erfahren, er möchte sich sonst kränken.' Aber: es lebt der Ewige - und Leben deiner Seele! Wie ein Schritt nur ist es zwischen mir und dem Tod.»
7734#1.Schemuël,20,4#4. Da sprach Jehonatan zu Dawid: «Was spricht deine Seele? Ich will es dir tun.»
7735#1.Schemuël,20,5#5. Da sprach Dawid zu Jehonatan: «Sieh, Neumond ist morgen, und ich, ich setze mich da mit dem König zum Mahl; aber laß mich ziehen, ich will mich verborgen halten auf dem Feld bis zum Abend, drittags.
7736#1.Schemuël,20,6#6. Wenn nun dein Vater mich vermissen sollte, so sage: ,Ausgebeten hat es sich Dawid von mir, nach seiner Stadt Bet-Lehem zu eilen, denn dort findet das jährliche Opfer statt für das ganze Geschlecht.'
7737#1.Schemuël,20,7#7. Wenn er so sagt: ,Gut', dann steht es wohl um deinen Knecht, verdrießt es ihn aber, so wisse, daß das Unheil von ihm beschlossen ist.
7738#1.Schemuël,20,8#8. So erweise Treue deinem Knecht, denn in einen Bund des Ewigen hast du deinen Knecht mit dir treten lassen. Ist aber Schuld an mir, so töte du mich, und warum willst du mich zu deinem Vater bringen?»
7739#1.Schemuël,20,9#9. Da sprach Jehonatan: «Schmach sei dir das! Denn wenn ich erfahren sollte, daß das Unheil beschlossen ist von meinem Vater, es über dich zu bringen, sollte ich es dir nicht mitteilen?»
7740#1.Schemuël,20,10#10. Da sprach Dawid zu Jehonatan: «Wer soll mir Nachricht sagen, oder was dir dein Vater Hartes entgegnet?»
7741#1.Schemuël,20,11#11. Und Jehonatan sprach zu Dawid: «Komm, wir wollen aufs Feld gehen.» Und sie gingen beide aufs Feld.
7742#1.Schemuël,20,12#12. Da sprach Jehonatan zu Dawid: «Beim Ewigen, dem Gott Jisraëls! - Ja, ich werde meinen Vater ausforschen, um diese Zeit, morgen (oder) drittags, und sieh, ist er gut gegen Dawid, (dann ist es gut). Wenn aber nicht, schicke ich zu dir und bringe es dir zu Ohren.
7743#1.Schemuël,20,13#13. So tue der Ewige Jehonatan an, so und noch mehr! Wenn meinem Vater das Unheil über dich belieben sollte, so will ich es dir zu Ohren bringen und dich fortgehn lassen, daß du in Frieden ziehst. Und der Ewige sei mit dir, wie er mit meinem Vater gewesen!
7744#1.Schemuël,20,14#14. Und nimmer, wenn ich noch lebe, wirst du an mir Treue des Ewigen nicht üben und nimmer, sterbe ich,
7745#1.Schemuël,20,15#15. deine Treue zu meinem Haus enden lassen für immer, auch nicht, wenn der Ewige die Feinde Dawids vertilgen wird, jeden vom Erdboden hinweg.»
7746#1.Schemuël,20,16#16. So schloß Jehonatan (einen Bund) mit dem Haus Dawids: «Der Ewige fordere es von den Feinden Dawids!»
7747#1.Schemuël,20,17#17. Hierauf beschwor Jehonatan abermals Dawid wegen seiner Liebe zu ihm, denn wie seine Seele liebte er ihn.
7748#1.Schemuël,20,18#18. Und Jehonatan sagte zu ihm: «Morgen ist Neumond, da wirst du vermißt werden, weil dein Sitz leer bleibt.
7749#1.Schemuël,20,19#19. Aber drittags geh sehr tief hinab, bis du an den Ort kommst, an dem du dich versteckt hattest am Tag der Tat, und setze dich neben den Stein Asel.
7750#1.Schemuël,20,20#20. Und ich werde die drei Pfeile seitwärts hin abschießen, als schösse ich sie nach einem Ziel.
7751#1.Schemuël,20,21#21. Und sieh, ich werde den Knappen aussenden: ,Geh, such die Pfeile.' Wenn ich dem Knappen sagen werde: ,Sieh, die Pfeile liegen von dir herwärts, faß es', so komm, denn Friede ist mit dir, es ist nichts. Es lebt der Ewige!
7752#1.Schemuël,20,22#22. Wenn ich aber so zu dem Knappen sagen werde: ,Sieh, die Pfeile liegen von dir hinwärts', so geh, denn der Ewige sendet dich fort.
7753#1.Schemuël,20,23#23. Des Wortes aber, das wir miteinander geredet, ich und du, sieh, des ist der Ewige Zeuge zwischen mir und dir für ewig.»
7754#1.Schemuël,20,24#24. Und David versteckte sich auf dem Feld. Und als der Neumond kam, setzte sich der König zum Mahl, um zu essen.
7755#1.Schemuël,20,25#25. Und der König saß auf seinem Sitz wie Mal um Mal, auf dem Sitz an der Wand; und Jehonatan erhob sich, da setzte sich Abner neben Schaul, Dawids Platz aber blieb leer.
7756#1.Schemuël,20,26#26. Schaul aber redete nichts an jenem Tag, denn er dachte: «Ein Zufall ist's, er ist nicht rein, er ist gewiß nicht rein.»
7757#1.Schemuël,20,27#27. Es war aber am zweiten Folgetag des Neumonds, da Dawids Platz leer blieb, da sagte Schaul zu seinem Sohn Jehonatan: «Warum ist der Sohn Jischais so gestern so heute nicht zum Mahl gekommen?»
7758#1.Schemuël,20,28#28. Da antwortete Jehonatan dem Schaul: «Ausgebeten hat sich Dawid von mir nach Bet-Lehem
7759#1.Schemuël,20,29#29. und gesprochen: ,Laß mich doch fort, denn ein Familienopfer haben wir in der Stadt, und er, mein Bruder, hat es mir entboten. Und nun, wenn ich Gunst gefunden habe in deinen Augen, so will ich mich losreißen, daß ich meine Brüder sehe.' Darum ist er nicht zur Tafel des Königs gekommen.»
7760#1.Schemuël,20,30#30. Da flammte das Angesicht Schauls wider Jehonatan auf, und er sprach zu ihm: «Du Sohn derer von verkehrter Zucht! Weiß ich denn nicht, daß du den Sohn Jischais erwählst zu deiner Schande und zur Schande der Scham deiner Mutter?
7761#1.Schemuël,20,31#31. Denn all die Tage, die der Sohn Jischais auf Erden lebt, wirst du nicht bestehen, du und dein Königtum. Und nun schick hin und bring ihn zu mir, denn ein Kind des Todes ist er.»
7762#1.Schemuël,20,32#32. Da antwortete Jehonatan seinem Vater Schaul und sprach zu ihm: «Warum soll er getötet werden? Was hat er getan?»
7763#1.Schemuël,20,33#33. Da schleuderte Schaul den Speer nach ihm, um ihn zu erschlagen. Da erkannte Jehonatan, daß es von seinem Vater beschlossen war, Dawid zu töten.
7764#1.Schemuël,20,34#34. Da stand Jehonatan von der Tafel auf mit flammendem Antlitz; und er aß kein Brot am zweiten Neumondstag, weil er betrübt war um Dawid, weil sein Vater ihn beschimpft hatte.
7765#1.Schemuël,20,35#35. Es war aber am Morgen, da ging Jehonatan aufs Feld, zur Begegnung mit Dawid; und ein kleiner Knabe war mit ihm.
7766#1.Schemuël,20,36#36. Und er sprach zu seinem Knappen: «Lauf, such die Pfeile auf, die ich abschieße!» Der Knappe lief, er aber schoß den Pfeil über ihn hinaus.
7767#1.Schemuël,20,37#37. Und als der Knappe an die Stelle des Pfeiles kam, den Jehonatan geschossen hatte, rief Jehonatan dem Knappen nach und sprach: «Der Pfeil liegt ja von dir hinwärts.»
7768#1.Schemuël,20,38#38. Und Jehonatan rief dem Knappen nach: «Geschwind, eile, säume nicht!» Und der Knappe Jehonatans sammelte die Pfeile und kam zu seinem Herrn.
7769#1.Schemuël,20,39#39. Der Knappe aber merkte nichts, nur Jehonatan und Dawid wußten um die Sache.
7770#1.Schemuël,20,40#40. Da gab Jehonatan sein Gerät dem Knappen, der mit ihm war, und sagte zu ihm: «Geh, brings in die Stadt.»
7771#1.Schemuël,20,41#41. Und der Knappe ging heim, da machte Dawid sich auf von der Südseite her. Und er fiel auf sein Angesicht zur Erde und warf sich dreimal hin, und sie küßten einander und weinten miteinander. Noch weinte Dawid laut,
7772#1.Schemuël,20,42#42. da sprach Jehonatan zu Dawid: «Zieh in Frieden; was wir beide beschworen im Namen des Ewigen, sprechend: ,Der Ewige sei zwischen dir und mir, zwischen meinem und deinem Samen', ist für die Ewigkeit.»
7773#1.Schemuël,21,1#1. Und er machte sich auf und ging, und Jehonatan kam in die Stadt.
7774#1.Schemuël,21,2#2. Und Dawid kam nach Nob zu Ahimelech, dem Priester. Da eilte Ahimelech Dawid entgegen und sagte zu ihm: «Warum bist du allein und keiner bei dir?»
7775#1.Schemuël,21,3#3. Da sprach Dawid zu Ahimelech, dem Priester: «Der König hat mir etwas befohlen und zu mir gesagt: ,Niemand darf etwas wissen von der Angelegenheit, in der ich dich schicke und die ich dir auftrage.' Und die Burschen habe ich an einen gewissen geheimen Ort bestellt.
7776#1.Schemuël,21,4#4. Und nun, was hast du zur Hand? Fünf Brote gib mir oder was sich findet.»
7777#1.Schemuël,21,5#5. Da antwortete der Priester Dawid und sprach: «Es ist kein ungeheiligtes Brot zu meiner Verfügung, sondern nur geheiligtes Brot vorhanden, wenn sich die Burschen nur des Weibs enthalten haben.»
7778#1.Schemuël,21,6#6. Und Dawid antwortete dem Priester und sagte ihm: «Wo doch ein Weib uns verwehrt ist seit gestern und ehegestern, da ich auszog und die Geräte der Burschen geheiligt waren!» - Das war aber unheiliger Weg, geschweige, daß jenes jetzt geheiligt bliebe im Gerät. -
7779#1.Schemuël,21,7#7. Da gab ihm der Priester Geheiligtes, weil kein Brot da war als das Vorlegebrot, das man vor dem Ewigen weggenommen, um frisches Brot hinzulegen, am Tag, da man es wegnahm.
7780#1.Schemuël,21,8#8. Dort war aber ein Mann von den Knechten Schauls an jenem Tag eingeschlossen vor dem Ewigen, namens Doëg, der Edomiter, der Vogt der Hirten Schauls.
7781#1.Schemuël,21,9#9. Und Dawid sagte zu Ahimelech: «Ist etwa hier, dir zur Hand, Speer oder Schwert? Denn weder mein Schwert noch meine Geräte habe ich mir mitgenommen, weil der Auftrag des Königs dringend war.»
7782#1.Schemuël,21,10#10. Da sprach der Priester: «Das Schwert Goljats, des Pelischtäers, den du im Terebinthental erschlagen, sieh, es liegt eingehüllt im Tuch hinter dem Efod; wenn du das dir nehmen willst, nimms, denn es ist kein andres außer ihm da.» Da sprach Dawid: «Keins wie dies! Gib es mir!»
7783#1.Schemuël,21,11#11. Und Dawid machte sich auf und floh an jenem Tag vor Schaul; und er kam zu Achisch, dem König von Gat.
7784#1.Schemuël,21,12#12. Da sprachen die Diener Achischs zu ihm: «Ist das nicht Dawid, der König des Landes? Hat man nicht diesem gesungen beim Flötenspiel und gesprochen: ,Drein schlug Schaul mit seinen Tausenden, Dawid mit seinen Zehntausenden'?»
7785#1.Schemuël,21,13#13. Da nahm sich Dawid diese Rede zu Herzen, und er fürchtete sich sehr vor Achisch, dem König von Gat.
7786#1.Schemuël,21,14#14. Und er verstellte seinen Verstand vor ihren Augen und gebärdete sich toll bei ihnen, er kritzelte auf die Türen des Tores und ließ seinen Speichel über seinen Bart rinnen.
7787#1.Schemuël,21,15#15. Da sprach Achisch zu seinen Dienern: «Ihr seht ja, (das ist) ein verrückter Mann, warum bringt ihr ihn zu mir?
7788#1.Schemuël,21,16#16. Hab ich Mangel an Verrückten, daß ihr mir diesen bringt, sich vor mir auszutoben? Sollte der in mein Haus kommen?»
7789#1.Schemuël,22,1#1. Und Dawid ging von dort und flüchtete in die Höhle Adullam. Als seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters dies hörten, zogen sie dorthin zu ihm hinab.
7790#1.Schemuël,22,2#2. Und es scharten sich um ihn jeder Bedrängte und jeder, der einen Schuldherrn hatte, und jeder, der erbitterten Gemüts war; und er wurde ihnen zum Anführer; und es waren bei ihm an vierhundert Mann.
7791#1.Schemuël,22,3#3. Und Dawid ging von dort nach Mizpe in Moab. Und er sprach zum König von Moab: «Laß doch meinen Vater und meine Mutter mit euch ausziehn, bis ich weiß, was Gott mit mir tut.»
7792#1.Schemuël,22,4#4. Und er führte sie vor den König von Moab, und sie blieben bei ihm, solange Dawid in der Bergveste war.
7793#1.Schemuël,22,5#5. Da sprach Gad, der Gottbegeistete, zu Dawid: «Bleib nicht auf der Bergveste, geh und komm ins Land Jehuda.» Da ging Dawid und kam nach dem Wald Heret.
7794#1.Schemuël,22,6#6. Und Schaul hörte, daß man Kunde hatte von Dawid und von Leuten, die bei ihm waren. Und Schaul saß gerade in ha-Gib'a unter der Tamariske auf der Höhe mit dem Speer in der Hand, während alle seine Diener um ihn standen.
7795#1.Schemuël,22,7#7. Da sagte Schaul zu seinen Dienern, die ihn umstanden: «Hört doch, ihr Binjaminiter! Wird euch allen Jischais Sohn Äcker und Weinberge schenken, euch alle zu Obersten über Tausende und über Hunderte machen?
7796#1.Schemuël,22,8#8. Daß ihr alle euch wider mich verschworen habt, und keiner mir es zu Ohren bringt, da mein Sohn einen Bund geschlossen mit dem Sohn Jischais, und keiner sich von euch um mich härmt und es mir zu Ohren bringt, daß mein Sohn meinen Knecht zum Lauerer wider mich aufgestellt, wie heute geschieht.»
7797#1.Schemuël,22,9#9. Da antwortete Doëg, der Edomite, der bei den Dienern Schauls stand, und sprach: «Ich habe den Sohn Jischais gesehen, da er nach Nob kam zu Ahimelech, dem Sohn Ahitubs.
7798#1.Schemuël,22,10#10. Der befragte für ihn den Ewigen und gab ihm Wegzehrung, und das Schwert Goljats des Pelischtäers gab er ihm.»
7799#1.Schemuël,22,11#11. Da schickte ihn der König, Ahimelech, den Sohn Ahitubs, den Priester, zu rufen und das ganze Haus seines Vaters, die Priester, die zu Nob waren, und sie kamen alle zum König.
7800#1.Schemuël,22,12#12. Und Schaul sprach: «Höre doch, Sohn Ahitubs!» Und er sprach: «Hier bin ich, mein Herr.»
7801#1.Schemuël,22,13#13. Da sprach zu ihm Schaul: «Warum habt ihr euch wider mich verschworen, du und der Sohn Jischais, daß du ihm Brot und Schwert gabst und für ihn Gott befragtest, daß er wider mich als Lauerer aufsteht, wie heute geschieht?»
7802#1.Schemuël,22,14#14. Da antwortete Ahimelech dem König und sprach: «Und wer ist unter allen deinen Dienern wie Dawid bewährt und Eidam des Königs, der Zutritt hat zu deinem Gehör, und geehrt ist in deinem Haus?
7803#1.Schemuël,22,15#15. Habe ich heute zum ersten Mal Gott für ihn befragt? Schmach sei es mir! Möge doch der König seinem Knecht nichts beilegen, dem ganzen Haus meines Vaters, denn dein Knecht wußte nicht von alledem, Geringes oder Großes.»
7804#1.Schemuël,22,16#16. Da sagte der König: «Sterben mußt du, Ahimelech, du und das ganze Haus deines Vaters.»
7805#1.Schemuël,22,17#17. Da sprach der König zu den Läufern, die um ihn standen: «Heran, und tötet die Priester des Ewigen, denn auch ihre Hand ist mit Dawid, und weil sie wußten, daß er auf der Flucht war, und es mir nicht zu Ohren brachten.» Aber die Diener des Königs wollten nicht Hand anlegen, die Priester des Ewigen zu schlagen.
7806#1.Schemuël,22,18#18. Da sagte der König zu Doëg: «Tritt du heran und schlage die Priester.» Und Doëg, der Edomite, trat hin und erschlug die Priester, und er tötete an jenem Tag fünfundachtzig Mann, die das Linnen-Efod trugen.
7807#1.Schemuël,22,19#19. Und Nob, die Stadt der Priester, schlug er, ins Schwert hinein, Mann wie Weib, Kind wie Säugling, Rinder, Esel und Schafe, ins Schwert hinein.
7808#1.Schemuël,22,20#20. Und es entkam ein Sohn Ahimelechs, des Sohnes Ahitubs, namens Ebjatar, und floh Dawid nach.
7809#1.Schemuël,22,21#21. Und Ebjatar erzählte Dawid, daß Schaul die Priester des Ewigen erschlagen hatte.
7810#1.Schemuël,22,22#22. Da sagte Dawid zu Ebjatar: «Ich ahnte an jenem Tag, weil Doëg, der Edomite, dort war, daß er es Schaul erzählen werde. Ich bin die Wendung geworden für alles Leben deines Vaterhauses.
7811#1.Schemuël,22,23#23. Bleib bei mir, fürchte nicht. Denn, wer dir nach dem Leben trachtet, trachtet mir nach dem Leben, denn in Obhut bist du bei mir.»
7812#1.Schemuël,23,1#1. Und sie meldeten Dawid und sagten: «Sieh, die Pelischtäer bekriegen Këila, und sie plündern die Tennen.»
7813#1.Schemuël,23,2#2. Da befragte Dawid den Ewigen und sprach: «Soll ich hinziehn und diese Pelischtäer schlagen?» Und der Ewige sprach zu Dawid: «Zieh hin, schlage die Pelischtäer und befreie Këila!»
7814#1.Schemuël,23,3#3. Da sprachen die Leute Dawids zu ihm: «Sieh, wir sind schon hier in Jehuda in Furcht, wie erst, wenn wir nach Këila gehen zu den Reihen der Pelischtäer!»
7815#1.Schemuël,23,4#4. Und Dawid befragte nochmals den Ewigen. Und der Ewige antwortete ihm und sprach: «Auf, zieh hinab nach Këila, denn ich gebe die Pelischtäer in deine Hand.»
7816#1.Schemuël,23,5#5. Und Dawid zog mit seinen Leuten nach Këila, kämpfte mit den Pelischtäern, führte ihre Herden fort und brachte ihnen einen großen Schlag bei. So befreite Dawid die Einwohner von Këila.
7817#1.Schemuël,23,6#6. Es war nämlich, als Ebjatar, der Sohn Ahimelechs, zu Dawid nach Këila floh, da kam ein Efod mit ihm herab.
7818#1.Schemuël,23,7#7. Und man berichtete Schaul, daß Dawid nach Këila gekommen war; da sagte Schaul: «Gott hat ihn in meine Hand geliefert, denn er hat sich eingeschlossen, da er in eine Stadt mit Tor und Riegelbalken ging.»
7819#1.Schemuël,23,8#8. Da entbot Schaul das ganze Volk, zum Kampf hinabzuziehen nach Këila und Dawid und seine Leute einzuschließen.
7820#1.Schemuël,23,9#9. Dawid aber erfuhr, daß Schaul gegen ihn Unheil schmiede, und der sprach zu Ebjatar, dem Priester: «Bringe das Efod!»
7821#1.Schemuël,23,10#10. Und Dawid sprach: «Ewiger, Gott Jisraëls! Gehört hat dein Knecht, daß Schaul nach Këila zu kommen trachtet, um die Stadt zu verderben um meinetwillen.
7822#1.Schemuël,23,11#11. Werden mich die Bürger von Këila in seine Hand liefern? Wird Schaul herabkommen, wie dein Knecht gehört hat? Ewiger, Gott Jisraëls, tu es deinem Knecht doch kund!» Und der Ewige sprach: «Er wird herabkommen.»
7823#1.Schemuël,23,12#12. Und Dawid sprach: «Werden die Bürger von Këila mich und meine Leute ausliefern in die Hand Schauls?» Und der Ewige sprach: «Sie werden ausliefern.»
7824#1.Schemuël,23,13#13. Da machte Dawid sich auf und seine Leute, etwa sechshundert Mann, zogen fort aus Këila und streiften umher, wohin sie eben streiften. Schaul aber wurde berichtet, daß Dawid aus Këila entkommen war; da unterließ er den Zug.
7825#1.Schemuël,23,14#14. Und Dawid blieb in der Wüste auf den Berghöhen, und er blieb auf dem Gebirge in der Wüste Sif. Und Schaul suchte ihn allezeit, aber Gott gab ihn nicht in seine Hand.
7826#1.Schemuël,23,15#15. Und Dawid sah, daß Schaul ausgezogen war, um sein Leben zu holen. Und Dawid war in der Wüste Sif zu ha-Horscha.
7827#1.Schemuël,23,16#16. Da machte sich Jehonatan, der Sohn Schauls, auf und ging zu Dawid nach Horscha und festigte seine Hand in Gott.
7828#1.Schemuël,23,17#17. Und er sprach zu ihm: «Fürchte nicht! Denn nimmer wird die Hand meines Vaters Schaul dich erreichen; und du wirst König sein über Jisraël, ich aber möchte der Zweite nach dir sein; und auch mein Vater Schaul weiß es so.»
7829#1.Schemuël,23,18#18. Dann schlossen sie beide einen Bund vor dem Ewigen, und Dawid blieb in ha-Horscha, Jehonatan aber ging nach seinem Haus.
7830#1.Schemuël,23,19#19. Da zogen Sifiter zu Schaul hinauf nach ha-Gib'a und sagten: «Sieh, Dawid hält sich bei uns verborgen auf Berghöhen, in ha-Horscha, auf dem Hügel ha-Hachila, rechts von der Wüste.
7831#1.Schemuël,23,20#20. Und nun, ganz wie deine Seele, o König, begehrt hinabzuziehn, zieh hinab, und an uns ist's, ihn in die Hand des Königs zu liefern.»
7832#1.Schemuël,23,21#21. Und Schaul sprach: «Seid gesegnet dem Ewigen, weil ihr euch meiner erbarmt habt!
7833#1.Schemuël,23,22#22. Geht denn hin, stellt es weiter genau fest, erkundet und merkt den Ort, wo sein Fuß weilt, wer ihn dort gesehen, denn man hat mir gesagt, daß er sehr verschlagen ist.
7834#1.Schemuël,23,23#23. Und seht zu und bringt Kunde von allen Schlupfwinkeln, wo er sich versteckt, und kommt wieder zu mir zu Sicherem; dann will ich mit euch gehen. Und wenn er dann im Land ist, will ich ihn hervorsuchen unter allen Tausendschaften Jehudas.»
7835#1.Schemuël,23,24#24. Da machten sie sich auf und gingen nach Sif, vor Schaul her, Dawid aber und seine Leute waren in der Wüste Maon, in der Niederung, rechts von der Wüste.
7836#1.Schemuël,23,25#25. Da zog Schaul mit seinen Leuten aus, ihn zu suchen, und man berichtete es Dawid; da zog er nach dem Felsen hinab und blieb in der Wüste Maon. Als Schaul dies hörte, setzte er Dawid nach in die Wüste Maon.
7837#1.Schemuël,23,26#26. Und Schaul ging auf der Seite des Berges hüben, und Dawid und seine Leute auf der Seite des Berges drüben. Und Dawid hastete, Schaul zu entgehen, während Schaul und seine Leute zu Dawid und seinen Leuten herumbogen, um sie zu fassen.
7838#1.Schemuël,23,27#27. Da kam ein Bote zu Schaul und sagte: «Schnell, komm, denn die Pelischtäer sind in das Land eingefallen.»
7839#1.Schemuël,23,28#28. Da kehrte Schaul von der Verfolgung Dawids zurück und zog den Pelischtäern entgegen. Daher hat man jenen Ort Fels der Abteilungen-1- genannt. -1) -+Sela ha-Mahlekot-.++
7840#1.Schemuël,24,1#1. Und Dawid zog von dort hinauf und blieb auf den Berghöhen von En-Gedi.
7841#1.Schemuël,24,2#2. Es war nun, als Schaul von der Verfolgung der Pelischtäer zurückgekehrt war, da berichtete man ihm und sagte: «Sieh, Dawid ist in der Wüste En-Gedi.»
7842#1.Schemuël,24,3#3. Da nahm Schaul dreitausend Mann, Auserlesene aus ganz Jisraël, und ging, um Dawid und seine Leute zu suchen längs den Steinbockfelsen.
7843#1.Schemuël,24,4#4. Und er kam zu den Schafhürden am Weg; und dort war eine Höhle. Und Schaul ging hinein, um sich die Beine zu verdecken. Dawid aber und seine Leute saßen hinten in der Höhle.
7844#1.Schemuël,24,5#5. Da sagten Dawids Leute zu ihm: «Sieh, da ist der Tag, von dem der Ewige dir gesagt hat: ,Sieh, ich gebe deinen Feind in deine Hand, daß du ihm tust, wie es recht ist in deinen Augen.'» Und Dawid machte sich auf und schnitt den Zipfel des Oberkleides, das Schaul anhatte, heimlich ab.
7845#1.Schemuël,24,6#6. Es war aber nachher, da schlug Dawid sein Gewissen darob, daß er den Zipfel Schauls abgeschnitten hatte.
7846#1.Schemuël,24,7#7. Und er sprach zu seinen Leuten: «Schmach sei es mir vom Ewigen, wenn ich dies täte meinem Herrn, dem Gesalbten des Ewigen, meine Hand an ihn zu legen! Denn der Gesalbte des Ewigen ist er.»
7847#1.Schemuël,24,8#8. Und Dawid wehrte seinen Leuten mit Reden und ließ sie sich nicht gegen Schaul erheben. Und Schaul machte sich auf aus der Höhle und zog des Weges.
7848#1.Schemuël,24,9#9. Da machte sich Dawid nachher auf, ging aus der Höhle hinaus, rief hinter Schaul her und sprach: «Mein Herr, o König!» Da blickte sich Schaul um, und Dawid neigte sich mit dem Angesicht zur Erde und warf sich hin.
7849#1.Schemuël,24,10#10. Und Dawid sprach zu Schaul: «Warum hörst du auf das Gerede von Menschen, die da sagen: ,Dawid sucht dein Verderben?'
7850#1.Schemuël,24,11#11. Sieh, an diesem Tag haben deine Augen gesehen, wie dich heute der Ewige in meine Hand gegeben in der Höhle, und man sprach, dich zu töten, aber es war (mir) leid um dich, und ich sprach: Ich will meine Hand nicht legen an meinen Herrn, denn der Gesalbte des Ewigen ist er.
7851#1.Schemuël,24,12#12. Mein Vater, sieh, ja sieh den Zipfel deines Oberkleides in meiner Hand. Denn, da ich den Zipfel deines Oberkleides abgeschnitten und dich nicht getötet habe, so wisse und erkenne, daß kein Arg und kein Frevel bei mir ist, und ich gegen dich nicht gesündigt habe, du aber stellst meinem Leben nach, es zu nehmen.
7852#1.Schemuël,24,13#13. Möge der Ewige richten zwischen mir und dir und der Ewige mich an dir rächen, aber meine Hand sei nicht an dir.
7853#1.Schemuël,24,14#14. Wie der Spruch des Östlers sagt: ,Von Frevlern kommt Frevel', aber meine Hand sei nicht an dir.
7854#1.Schemuël,24,15#15. Hinter wem zieht der König von Jisraël her? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh!
7855#1.Schemuël,24,16#16. So sei der Ewige Richter und entscheide zwischen mir und dir, er blicke her und führe meinen Streit und schaffe mir Recht von dir.»
7856#1.Schemuël,24,17#17. Und es war, als Dawid diese Rede an Schaul geendet hatte, da sprach Schaul: «Ist das deine Stimme, mein Sohn Dawid?» Und Schaul hob seine Stimme und weinte.
7857#1.Schemuël,24,18#18. Und er sprach zu Dawid: «Recht hast du gegen mich, denn du hast mir das Gute erwiesen, und ich dir das Böse.
7858#1.Schemuël,24,19#19. Du hast es heute gezeigt, was du mir Gutes getan, daß mich der Ewige in deine Hand gab, du aber hast mich nicht getötet.
7859#1.Schemuël,24,20#20. Denn wenn jemand seinen Feind trifft, wird er ihn guten Weges ziehen lassen? So möge der Ewige dir Gutes vergelten für diesen Tag und was du an mir getan hast.
7860#1.Schemuël,24,21#21. Und nun, sieh, ich weiß, daß du König sein wirst, und in deiner Hand steht das Königtum Jisraëls.
7861#1.Schemuël,24,22#22. So schwöre mir denn nun bei dem Ewigen, daß du meinen Samen nach mir nicht ausrotten und meinen Namen nicht hinwegtilgen wirst aus meinem Vaterhaus.»
7862#1.Schemuël,24,23#23. Und Dawid schwor es Schaul. Dann ging Schaul nachhause. Dawid aber und seine Leute stiegen zur Bergveste.
7863#1.Schemuël,25,1#1. Und Schemuël starb. Da kam Jisraël zusammen, und sie trauerten um ihn und begruben ihn in seinem Haus in ha-Rama. Dawid aber machte sich auf und zog hinab in die Wüste Paran.
7864#1.Schemuël,25,2#2. Und ein Mann war in Maon, und seine Wirtschaft war in ha-Karmel. Und der Mann war sehr reich; er hatte dreitausend Schafe und tausend Ziegen. Und es war zur Schur seiner Schafe in ha-Karmel.
7865#1.Schemuël,25,3#3. Und der Name des Mannes war Nabal und der Name seines Weibes Abigail. Und das Weib war von gutem Blick und schöner Gestalt, der Mann aber war hart und böse in seinem Tun. Und er war ein Kalebiter.
7866#1.Schemuël,25,4#4. Und Dawid hörte in der Wüste, daß Nabal seine Schafe schor.
7867#1.Schemuël,25,5#5. Da schickte Dawid zehn Burschen hin und Dawid sagte den Burschen: «Zieht hinauf nach Karmel und geht zu Nabal und fragt ihn in meinem Namen nach dem Wohl.
7868#1.Schemuël,25,6#6. Und sprecht: So dem, der's erlebt! Und Friede dir, Friede deinem Haus, Friede allem, was dir gehört!
7869#1.Schemuël,25,7#7. Und nun habe ich gehört, daß du Schafschur hältst. Nun aber, deine Hirten waren bei uns, ohne daß wir ihnen etwas zuleide taten und ohne daß bei ihnen irgend etwas vermißt wurde, all die Zeit, die sie in ha-Karmel zubrachten.
7870#1.Schemuël,25,8#8. Frag deine Burschen, sie werden es dir berichten; so mögen die Burschen Gunst finden in deinen Augen, da wir zu einem Festtag gekommen sind. Gib doch, was deine Hand vermag, deinen Knechten und deinem Sohn Dawid.»
7871#1.Schemuël,25,9#9. Und die Burschen Dawids kamen hin und redeten zu Nabal ganz nach diesen Worten im Namen Dawids, und sie warteten.
7872#1.Schemuël,25,10#10. Da antwortete Nabal den Knechten Dawids und sprach: «Wer ist Dawid und wer der Sohn Jischais? Heutzutage gibt es der Knechte viele, die ausreißen, jeder von seinem Herrn.
7873#1.Schemuël,25,11#11. Ich soll wohl mein Brot, mein Wasser, und was ich für meine Scherer geschlachtet habe, nehmen und es Männern geben, von denen ich nicht weiß, woher sie sind!»
7874#1.Schemuël,25,12#12. Da wandten sich die Burschen Dawids ihres Weges, kehrten zurück und kamen an und erzählten es ihm, gemäß allen diesen Reden.
7875#1.Schemuël,25,13#13. Da sagte Dawid zu seinen Leuten: «Gürtet ein jeder sein Schwert um!» Und es gürtete ein jeder sein Schwert um, und auch Dawid gürtete sein Schwert um. So zogen hinter Dawid her an vierhundert Mann hinauf, und zweihundert blieben bei den Geräten.
7876#1.Schemuël,25,14#14. Abigail aber, dem Weib Nabals, erzählte einer der Burschen und sagte: «Dawid hat da Boten aus der Wüste geschickt, um unsern Herrn zu begrüßen, er aber hat sie angefahren.
7877#1.Schemuël,25,15#15. Die Leute jedoch sind uns sehr gut, uns geschah nichts zuleid, und wir vermißten nichts, all die Zeit, da wir mit ihnen umherzogen, als wir auf dem Feld waren.
7878#1.Schemuël,25,16#16. Eine Mauer waren sie uns, bei Nacht wie bei Tag, all die Zeit, da wir bei ihnen waren und die Schafe weideten.
7879#1.Schemuël,25,17#17. Nun aber, überlege und sieh, was du tun kannst, denn fertig ist das Unheil über unsern Herrn und über sein ganzes Haus, er jedoch ist zu ruchlos, um mit ihm zu reden.»
7880#1.Schemuël,25,18#18. Da nahm Abigail eilends zweihundert Brote, zwei Schläuche Wein, fünf zubereitete Schafe, fünf Maß Röstkorn, hundert Rosinentrauben und zweihundert Feigenkuchen und lud sie auf die Esel.
7881#1.Schemuël,25,19#19. Und sie sprach zu ihren Burschen: «Zieht mir voran, ich komme hinter euch.» Ihrem Mann Nabal aber sagte sie nichts.
7882#1.Schemuël,25,20#20. Und es war, während sie auf dem Esel ritt und in die Bergesschlucht hinabstieg, da kamen Dawid und seine Leute ihr entgegen herab, und sie traf sie.
7883#1.Schemuël,25,21#21. Dawid aber hatte gesprochen: «Nein, für Lug habe ich alles, was dem da gehört, in der Wüste bewahrt, so daß von allem, was sein, nichts vermißt wurde; er hat mir Böses für Gutes vergolten.
7884#1.Schemuël,25,22#22. So tue Gott den ,Feinden Dawids' an, so und noch mehr, wenn ich von allem, was er hat, bis zum Morgenlicht übrig lasse, was an die Wand pißt.»
7885#1.Schemuël,25,23#23. Als nun Abigail Dawid sah, stieg sie eilends vom Esel herab, fiel vor Dawid auf ihr Angesicht und warf sich hin zur Erde.
7886#1.Schemuël,25,24#24. Und sie fiel ihm zu Füßen und sprach: «An mir, mein Herr, an mir liegt die Schuld; so mag doch deine Magd vor deinen Ohren reden dürfen, und höre die Worte deiner Magd.
7887#1.Schemuël,25,25#25. Möchte doch mein Herr sein Herz nicht an diesen ruchlosen Mann kehren, an Nabal, denn wie sein Name, so ist er, Nabal - niederträchtig - heißt er, und Niedertracht ist an ihm, und ich, deine Magd, habe die Burschen meines Herrn nicht gesehen, die du abgeschickt hast.
7888#1.Schemuël,25,26#26. Und nun mein Herr: Es lebt der Ewige - und Leben deiner Seele! - da der Ewige dich gehindert, in Blutschuld zu kommen und dir mit deiner Hand zu helfen. Und nun: Mögen wie Nabal sein deine Feinde und die meinem Herrn zu schaden trachten!
7889#1.Schemuël,25,27#27. Und nun: Diese Segengabe, die deine Magd meinem Herrn mitgebracht, mag sie den Burschen gegeben werden, die hinter meinem Herrn herziehn.
7890#1.Schemuël,25,28#28. Vergib doch die Schuld deiner Magd! Denn errichten wird der Ewige meinem Herrn ein währendes Haus, weil mein Herr des Ewigen Kriege führt, und nichts Böses wird sich an dir finden dein Leben lang.
7891#1.Schemuël,25,29#29. Und ist ein Mensch aufgestanden, dich zu verfolgen und dir nach dem Leben zu trachten, so sei das Leben meines Herrn eingebunden in den Schriftbund des Lebens bei dem Ewigen, deinem Gott, das Leben deiner Feinde aber möge er hinwegschleudern in der Schleuderpfanne.
7892#1.Schemuël,25,30#30. Wenn dann der Ewige meinem Herrn alles Gute tut, das er ihm verheißen, und dich zum Fürsten über Jisraël bestellt,
7893#1.Schemuël,25,31#31. so wird dir, meinem Herrn, dies nicht (Anlaß) zum Wanken und zum Straucheln im Herzen gewesen sein, unschuldig Blut zu vergießen und sich selbst, mein Herr, zu helfen. Und läßt es der Ewige meinem Herrn wohlergehen, so mögest du deiner Magd gedenken.»
7894#1.Schemuël,25,32#32. Da sprach Dawid zu Abigail: «Gepriesen sei der Ewige, der Gott Jisraëls, der dich mir an diesem Tag entgegengeschickt hat!
7895#1.Schemuël,25,33#33. Und gesegnet deine Klugheit und gesegnet du, die du mich heute abgehalten, in Blutschuld zu kommen und mir durch eigene Hand zu helfen.
7896#1.Schemuël,25,34#34. Aber es lebt der Ewige, der Gott Jisraëls, der mich gehindert hat, dir Böses zu tun! Wenn du nicht eilends mir entgegen gekommen wärst, so wäre bis zum Morgenlicht von Nabal nicht übrig geblieben, was an die Wand pißt!»
7897#1.Schemuël,25,35#35. Dann nahm Dawid aus ihrer Hand, was sie ihm gebracht hatte. Zu ihr aber sagte er: «Zieh in Frieden nach deinem Haus hinauf; sieh, ich habe auf deine Stimme gehört und dir Vorzug gewährt.»
7898#1.Schemuël,25,36#36. Und Abigail kam zu Nabal, da hatte er gerade ein Mahl in seinem Haus, wie das Mahl des Königs; und dem Nabal war wohl zumut, und er war schwer berauscht. Und sie erzählte ihm weder Geringes noch Großes, bis der Morgen tagte.
7899#1.Schemuël,25,37#37. Es war aber am Morgen, als der Weinrausch von Nabal gewichen war, da erzählte ihm sein Weib diese Dinge. Da erstarb das Herz in ihm, und er ward zu Stein.
7900#1.Schemuël,25,38#38. Und es währte etwa zehn Tage, da schlug der Ewige Nabal, und er starb.
7901#1.Schemuël,25,39#39. Als Dawid hörte, daß Nabal gestorben war, sagte er: «Gepriesen der Ewige, der den Streit meiner Beschimpfung geführt hat gegen Nabal und seinen Knecht zurückgehalten hat vom Bösen, Nabals Schlechtigkeit aber hat der Ewige auf sein Haupt zurückfallen lassen.» Und Dawid schickte hin und warb um Abigail, sie sich zum Weib zu nehmen.
7902#1.Schemuël,25,40#40. Und die Diener Dawids kamen zu Abigail nach ha-Karmel, redeten zu ihr, und sagten: «Dawid hat uns zu dir geschickt, dich ihm zum Weib zu nehmen.»
7903#1.Schemuël,25,41#41. Da erhob sie sich, warf sich mit dem Angesicht zur Erde und sprach: «Hier ist deine Magd als Sklavin, die Füße der Diener meines Herrn zu waschen.»
7904#1.Schemuël,25,42#42. Dann machte sich Abigail eilends auf, setzte sich auf den Esel, mit ihren fünf Mädchen, die ihrem Fuß folgten, zog den Boten Dawids nach und wurde ihm zum Weib.
7905#1.Schemuël,25,43#43. Ahinoam aber nahm Dawid aus Jisreel. So wurden die beiden seine Frauen.
7906#1.Schemuël,25,44#44. Schaul aber hatte seine Tochter Michal, das Weib Dawids, Palti, dem Sohn Laischs, aus Gallim gegeben.
7907#1.Schemuël,26,1#1. Da kamen die Sifiter zu Schaul nach ha-Gib'a und sprachen: «Sieh, Dawid hält sich auf dem Hügel ha-Hachila verborgen, vor der Wüste.»
7908#1.Schemuël,26,2#2. Da machte sich Schaul auf und zog zur Wüste Sif hinab, und mit ihm dreitausend Mann, die Auserlesenen Jisraëls, um Dawid in der Wüste Sif zu suchen.
7909#1.Schemuël,26,3#3. Und Schaul lagerte auf dem Hügel ha-Hachila, der vor der Wüste liegt, am Weg, Dawid aber weilte in der Wüste. Und er sah, daß Schaul ihm in die Wüste gefolgt war.
7910#1.Schemuël,26,4#4. Da schickte Dawid Ausspäher und erfuhr, daß Schaul zu Sicherem gekommen war.
7911#1.Schemuël,26,5#5. Da machte sich Dawid auf und kam an den Ort, wo Schaul sich gelagert hatte. Und Dawid sah den Ort, wo Schaul und Abner, der Sohn Ners, sein Heerführer, lagen. Schaul lag im Lagerring, während das Volk um ihn herum lagerte.
7912#1.Schemuël,26,6#6. Da hob Dawid an und sagte zu Ahimelech, dem Hittiter, und zu Abischai, dem Sohn der Zeruja, dem Bruder Joabs: «Wer steigt mit mir zu Schaul ins Lager hinab?» Da sprach Abischai: «Ich will mit dir hinabsteigen.»
7913#1.Schemuël,26,7#7. Da kam Dawid und Abischai zu dem Volk des Nachts, und sieh, da lag Schaul schlafend im Lagerring, und sein Speer stak zu seinen Häupten in der Erde; und Abner und das Volk lagen um ihn herum.
7914#1.Schemuël,26,8#8. Da sagte Abischai zu Dawid: «Ausgeliefert hat Gott heute deinen Feind in deine Hand; nun denn, laß mich ihn mit dem Speer schlagen bis in den Grund, mit einem Stoß, ich gebe ihm keinen zweiten.»
7915#1.Schemuël,26,9#9. Dawid aber sprach zu Abischai: «Bring ihn nicht um! Denn wer legte seine Hand an den Gesalbten des Ewigen und bliebe ungestraft?
7916#1.Schemuël,26,10#10. Und Dawid sprach: «Es lebt der Ewige! Allein der Ewige soll ihn schlagen, sei es, daß sein Tag kommt und er stirbt, oder er zieht in den Krieg und wird weggerafft.
7917#1.Schemuël,26,11#11. Schmach sei es mir vom Ewigen, meine Hand zu legen an den Gesalbten des Ewigen! Und nun: Nimm den Speer, der zu seinen Häupten ist, und den Wasserkrug, und laß uns gehen.»
7918#1.Schemuël,26,12#12. Da nahm Dawid den Speer und den Wasserkrug zu Häupten Schauls, und sie gingen davon; und keiner sah es, niemand merkte es, niemand erwachte, denn alle schliefen, weil Betäubung vom Ewigen auf sie gekommen war.
7919#1.Schemuël,26,13#13. Und Dawid ging nach der andern Seite hinüber und stellte sich auf die Spitze des Berges von ferne, viel Raum war zwischen ihnen.
7920#1.Schemuël,26,14#14. Da rief Dawid dem Volk zu und Abner, dem Sohn Ners, und sprach: «Antwortest du nicht, Abner!» Und Abner antwortete und sprach: «Wer bist du, der du zum König rufst?»
7921#1.Schemuël,26,15#15. Da sagte Dawid zu Abner: «Bist du nicht ein Mann, und wer ist dir gleich in Jisraël? Und warum hast du nicht gewacht über deinem Herrn, dem König? Denn kommen mag einer aus dem Volk, um den König, deinen Herrn, umzubringen.
7922#1.Schemuël,26,16#16. Nicht gut ist das, was du getan. Es lebt der Ewige! Ihr seid des Todes, weil ihr nicht gewacht habt über eurem Herrn, dem Gesalbten des Ewigen! Und nun, sieh! Wo ist der Speer des Königs und der Wasserkrug zu seinen Häupten?»
7923#1.Schemuël,26,17#17. Da erkannte Schaul die Stimme Dawids und sprach: «Ist das deine Stimme, mein Sohn Dawid?» Und Dawid sprach: «Meine Stimme, mein Herr, o König!»
7924#1.Schemuël,26,18#18. Und er sprach: «Warum doch verfolgt mein Herr seinen Knecht? Denn was habe ich getan? Und was ist in meiner Hand Böses?
7925#1.Schemuël,26,19#19. Und nun, möge doch mein Herr, der König, die Worte seines Knechtes hören: Wenn der Ewige dich gegen mich aufgereizt hat, so möge er Opfergabe riechen, wenn aber Menschen, so seien sie verflucht vor dem Ewigen, weil sie mich jetzt vertrieben haben aus der Gemeinschaft am Erbteil des Ewigen, sagend: ,Geh, diene andern Göttern!'
7926#1.Schemuël,26,20#20. Nun aber möge mein Blut nicht zur Erde sinken aus der Gegenwart des Antlitzes des Ewigen, denn Jisraëls König ist ausgezogen, einen einzelnen Floh zu suchen, wie der Rufer in den Bergen jagt.»
7927#1.Schemuël,26,21#21. Da sprach Schaul: «Ich habe gesündigt, kehr zurück, mein Sohn Dawid! Denn ich werde dir kein Leid mehr tun dafür, daß mein Leben heute teuer gewesen in deinen Augen! Sieh, ich habe töricht gehandelt und sehr schwer geirrt.»
7928#1.Schemuël,26,22#22. Da hob Dawid an und sprach: «Sieh, da ist der Speer des Königs! Mag einer von den Burschen herüberkommen und ihn holen.
7929#1.Schemuël,26,23#23. Und der Ewige vergelte dem Mann seine Gerechtigkeit und seine Treue, da der Ewige dich heute (mir) in die Hand gegeben, aber ich wollte meine Hand nicht legen an den Gesalbten des Ewigen.
7930#1.Schemuël,26,24#24. Und sieh, wie nun heute dein Leben hoch stand in meinen Augen, so möge mein Leben hoch stehen in den Augen des Ewigen, daß er mich errette aus aller Not.»
7931#1.Schemuël,26,25#25. Und Schaul sagte zu Dawid: «Gesegnet du, mein Sohn Dawid, ja, du wirst tun, ja, wirst ersiegen!» Darauf ging Dawid seines Weges, und Schaul kehrte an seinen Ort zurück.
7932#1.Schemuël,27,1#1. Und Dawid sagte sich im Herzen: «Ich werde nun eines Tags in Schauls Hand hingerafft werden. Nichts besser für mich, als in das Land der Pelischtäer zu fliehen; dann wird Schaul mich aufgeben, mich noch ferner im ganzen Gebiet Jisraëls zu suchen, und ich bin seiner Hand entronnen.»
7933#1.Schemuël,27,2#2. Da machte sich Dawid auf und zog, er und sechshundert Mann, die bei ihm waren, zu Achisch, dem Sohn Maochs, dem König von Gat.
7934#1.Schemuël,27,3#3. Und Dawid blieb bei Achisch in Gat, er und seine Leute, ein jeder mit seiner Familie, Dawid mit seinen beiden Frauen, Ahinoam aus Jisreel und Abigail, dem Weib Nabals, aus ha-Karmel.
7935#1.Schemuël,27,4#4. Und es wurde Schaul berichtet, daß Dawid nach Gat geflohen war; da suchte er ihn nicht mehr.
7936#1.Schemuël,27,5#5. Da sprach Dawid zu Achisch: «Wenn ich doch Gunst gefunden in deinen Augen, so möge man mir einen Ort geben in einer der Landstädte, daß ich dort bleibe. Und warum sollte dein Knecht in der Königsstadt bei dir bleiben?»
7937#1.Schemuël,27,6#6. Da gab ihm Achisch an jenem Tag Zikelag. Daher gehört Zikelag den Königen von Jehuda bis auf diesen Tag.
7938#1.Schemuël,27,7#7. Und es war die Zahl der Tage, die Dawid im Gefilde der Pelischtäer blieb, ein Jahr und vier Monate.
7939#1.Schemuël,27,8#8. Und Dawid und seine Leute zogen hinauf und unternahmen Streifzüge gegen die von Geschur, Geser und Amalek, denn das ist die Bewohnerschaft des Landes von jeher, bis gegen Schur und bis zum Land Mizraim hin.
7940#1.Schemuël,27,9#9. Und schlug Dawid das Land und ließ nicht Mann noch Weib leben, nahm Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Kleider, und kehrte dann zurück und kam zu Achisch,
7941#1.Schemuël,27,10#10. und sprach Achisch: «Wohin habt ihr heut den Streifzug gemacht?», so sagte Dawid: «Nach der Südsteppe von Jehuda oder nach der Südsteppe derer von Jerahmeel und nach der Südsteppe der Keniter.»
7942#1.Schemuël,27,11#11. Und nicht Mann noch Weib ließ Dawid leben, sie nach Gat kommen zu lassen. Er dachte: «Sie könnten über uns berichten und sagen: ,So hat Dawid getan'.» Und so war seine Weise all die Zeit, da er im Gefild der Pelischtäer blieb.
7943#1.Schemuël,27,12#12. Achisch aber traute Dawid und dachte: «Er hat sich anrüchig gemacht bei seinem Volk, bei Jisraël, und wird mir ein Knecht für immer bleiben.»
7944#1.Schemuël,28,1#1. Es war nun in jenen Tagen, da sammelten die Pelischtäer ihre Heerlager zum Kriegszug, um mit Jisraël zu kämpfen. Da sprach Achisch zu Dawid: «Wissen sollst du, daß du mit mir ins Lager ziehst, du und deine Leute.»
7945#1.Schemuël,28,2#2. Da sprach Dawid zu Achisch: «So wirst du selbst erfahren, was dein Knecht tun wird.»
7946#1.Schemuël,28,3#3. Und Schemuël war gestorben. Und ganz Jisraël hatte ihn betrauert und ihn in ha-Rama, in seiner Stadt, begraben. Schaul aber hatte die Balgredner und Beschwörer aus dem Land entfernt.
7947#1.Schemuël,28,4#4. Da sammelten sich die Pelischtäer, und kamen und lagerten in Schunem, Schaul aber sammelte ganz Jisraël, und sie lagerten zu ha-Gilboa.
7948#1.Schemuël,28,5#5. Als nun Schaul das Lager der Pelischtäer sah, fürchtete er, und sein Herz bebte sehr.
7949#1.Schemuël,28,6#6. Und Schaul befragte den Ewigen, aber der Ewige antwortete ihm nicht, weder durch Träume noch durch die Urim, noch durch die Gottbegeisteten.
7950#1.Schemuël,28,7#7. Da sprach Schaul zu seinen Dienern: «Sucht mir ein Weib, das einen Zauberbalg besitzt, daß ich zu ihr gehe und durch sie es erfrage.» Da sprachen seine Diener zu ihm: «Sieh, da ist ein Weib, das einen Zauberbalg besitzt in En-Dor.»
7951#1.Schemuël,28,8#8. Darauf machte sich Schaul unkenntlich, zog andere Kleider an und ging, er und zwei Männer mit ihm, und sie kamen zu dem Weib des Nachts und er sagte: «Wahrsage mir doch mit dem Zauberbalg und bring mir herauf, wen ich dir ansagen werde.»
7952#1.Schemuël,28,9#9. Da sprach das Weib zu ihm: «Sieh, du weißt, was Schaul getan, wie er die Balgredner und Beschwörer aus dem Land ausgerottet hat. Und warum legst du meinem Leben Schlingen, mich zu töten?»
7953#1.Schemuël,28,10#10. Da schwor ihr Schaul beim Ewigen und sprach: «Es lebt der Ewige! Ob dich Schuld treffen soll in dieser Sache!»
7954#1.Schemuël,28,11#11. Da sprach das Weib: «Wen soll ich dir heraufbringen?» Und er sprach: «Bring mir Schemuël herauf.»
7955#1.Schemuël,28,12#12. Als das Weib Schemuël sah, da schrie sie laut auf, und das Weib sprach zu Schaul: «Warum hast du mich betrogen, du bist ja Schaul!»
7956#1.Schemuël,28,13#13. Da sprach zu ihr der König: «Fürchte nicht! Doch was hast du gesehen?» Da sprach das Weib zu Schaul: «Ein Gottwesen sah ich heraufsteigen aus der Erde.»
7957#1.Schemuël,28,14#14. Und er sagte ihr: «Wie ist seine Gestalt?» Und sie sprach: «Ein alter Mann steigt herauf, und er ist in ein Oberkleid gehüllt.» Da erkannte Schaul, daß es Schemuël war, neigte sich mit dem Angesicht zur Erde und warf sich nieder.
7958#1.Schemuël,28,15#15. Da sprach Schemuël zu Schaul: «Warum hast du mich aufgeschreckt, daß du mich heraufholen läßt?» Da sprach Schaul: «Mir ist sehr angst, und die Pelischtäer bekriegen mich, Gott aber ist von mir gegangen und antwortet mir nicht mehr, weder durch die Begeisteten noch durch Träume; so habe ich dich gerufen, mir kundzutun, was ich tun soll.»
7959#1.Schemuël,28,16#16. Da sprach Schemuël: «Und warum fragst du mich, da der Ewige von dir gewichen und dein Feind geworden ist?
7960#1.Schemuël,28,17#17. Und der Ewige hat getan, wie er durch mich geredet hat; der Ewige hat das Königtum dir aus der Hand gerissen und es deinem Genossen Dawid gegeben.
7961#1.Schemuël,28,18#18. Weil du nicht gehört hast auf die Stimme des Ewigen und seines Zornes Glut nicht betätigt hast an Amalek, darum hat dir dies der Ewige heute getan.
7962#1.Schemuël,28,19#19. Und der Ewige wird auch Jisraël mit dir in die Hand der Pelischtäer geben; morgen bist du mit deinen Söhnen bei mir, auch das Lager Jisraëls wird der Ewige in die Hand der Pelischtäer geben.»
7963#1.Schemuël,28,20#20. Da warf sich Schaul eilends seiner ganzen Länge nach zu Boden. Und er war sehr erschrocken ob der Worte Schemuëls; auch war keine Kraft in ihm, weil er keine Speise zu sich genommen hatte den ganzen Tag und die ganze Nacht.
7964#1.Schemuël,28,21#21. Da trat das Weib an Schaul heran; da sah sie, daß er ganz bestürzt war, und sagte zu ihm: «Sieh, deine Magd hat auf deine Stimme gehört, und ich habe meine Kehle in die Hand getan und habe auf deine Worte gehört, die du zu mir geredet hast.
7965#1.Schemuël,28,22#22. Und nun hör auch du auf die Stimme deiner Magd, ich will dir ein Stück Brot vorsetzen, iß, damit Kraft in dir sei, wenn du deines Weges ziehst.»
7966#1.Schemuël,28,23#23. Er aber weigerte sich und sagte: «Ich mag nicht essen.» Als aber seine Diener und auch das Weib in ihn drangen, hörte er auf ihre Stimme; und er stand von der Erde auf und setzte sich aufs Bett.
7967#1.Schemuël,28,24#24. Und das Weib hatte ein Mastkalb im Haus, und sie eilte und schlachtete es, nahm Mehl, knetete es und buk es zu ungesäuerten Broten.
7968#1.Schemuël,28,25#25. Und sie setzte es Schaul und seinen Dienern vor, und sie aßen, machten sich auf und gingen weg in jener Nacht.
7969#1.Schemuël,29,1#1. Und die Pelischtäer sammelten alle ihre Heerlager nach Afek, während Jisraël an der Quelle zu Jisreel lagerte.
7970#1.Schemuël,29,2#2. Da zogen die Fürstenschaften der Pelischtäer vorbei nach Hunderten und Tausenden, und Dawid und seine Leute zogen zuletzt vorbei mit Achisch.
7971#1.Schemuël,29,3#3. Da sprachen die Obersten der Pelischtäer: «Was sollen diese Ebräer?» Da sprach Achisch zu den Obersten der Pelischtäer: «Das ist ja Dawid, der Knecht Schauls, des Königs von Jisraël, der schon Jahr und Tag bei mir gewesen ist, ohne daß ich etwas an ihm gefunden habe seit dem Tag seines Überlaufens bis auf diesen Tag.»
7972#1.Schemuël,29,4#4. Da zürnten über ihn die Obersten der Pelischtäer, und es sagten zu ihm die Obersten der Pelischtäer: «Schick den Mann zurück, daß er wieder an seinen Ort geht, wohin du ihn angewiesen hast; und er soll nicht mit uns in den Kampf hinabziehn, damit er uns nicht zum Widergeist wird im Kampf. Denn womit könnte dieser sich bei seinem Herrn beliebt machen? Nicht durch die Köpfe ,jener Leute'?
7973#1.Schemuël,29,5#5. Ist das nicht Dawid, dem man gesungen beim Flötenspiel und gesagt: ,Drein schlug Schaul mit seinen Tausenden, Dawid mit seinen Zehntausenden.'»
7974#1.Schemuël,29,6#6. Da rief Achisch Dawid und sprach zu ihm: «Es lebt der Ewige! Ja, du bist ehrlich, und recht wärs in meinen Augen, daß du mit mir im Lager aus- und einziehst, weil ich an dir nichts Böses gefunden seit dem Tag, da du zu mir gekommen bist, bis auf diesen Tag; aber in den Augen der Fürsten bist du nicht recht.
7975#1.Schemuël,29,7#7. Und nun: Kehr denn zurück und zieh in Frieden, damit du nichts tust, was unrecht ist in den Augen der Pelischtäerfürsten.»
7976#1.Schemuël,29,8#8. Da sprach Dawid zu Achisch: «Was habe ich denn getan, und was hast du an deinem Knecht gefunden, seit dem Tag, da ich vor dir war, bis auf diesen Tag, daß ich nicht mitkommen soll, um gegen die Feinde meines Herrn, des Königs, zu kämpfen?
7977#1.Schemuël,29,9#9. Da hob Achisch an und sagte zu Dawid: «Ich weiß, daß du in meinen Augen recht bist, wie ein Bote Gottes, aber die Obersten der Pelischtäer haben gesagt: ,Er soll nicht mit uns in den Krieg ziehen.'
7978#1.Schemuël,29,10#10. Und nun: Steh morgens früh auf, samt den Knechten deines Herrn, die mit dir gekommen sind, macht euch früh auf, sobald es euch hell wird, und zieht ab.»
7979#1.Schemuël,29,11#11. Da machten sich Dawid und seine Leute früh auf, um am Morgen abzuziehn und ins Land der Pelischtäer zurückzukehren. Die Pelischtäer aber zogen hinauf nach Jisreel.
7980#1.Schemuël,30,1#1. Es war nun, als Dawid mit seinen Leuten am dritten Tag nach Zikelag kam, da waren die Amalekiter in die Südsteppe und in Zikelag eingefallen, hatten Zikelag geschlagen und es im Feuer verbrannt.
7981#1.Schemuël,30,2#2. Und sie hatten die Frauen gefangen geführt, die darin waren, von Klein bis Groß, ohne jemand zu töten, sie hatten sie fortgetrieben und waren ihres Wegs gegangen.
7982#1.Schemuël,30,3#3. Als nun Dawid und seine Leute in die Stadt kamen, sieh, da war sie im Feuer verbrannt, und ihre Frauen, ihre Söhne und ihre Töchter waren gefangen weggeführt.
7983#1.Schemuël,30,4#4. Und Dawid und das Volk, das bei ihm war, hoben ihre Stimmen und weinten, bis daß keine Kraft mehr in ihnen war zum Weinen.
7984#1.Schemuël,30,5#5. Und die beiden Frauen Dawids waren gefangen weggeführt, Ahinoam, die aus Jisreel, und Abigail, das Weib Nabals aus ha-Karmel.
7985#1.Schemuël,30,6#6. Dawid aber wurde sehr angst, weil das Volk ihn zu steinigen dachte; denn erbittert war das Gemüt des ganzen Volkes, eines jeden ob seiner Söhne und seiner Töchter. Dawid aber festigte sich in dem Ewigen, seinem Gott.
7986#1.Schemuël,30,7#7. Und Dawid sprach zu dem Priester Ebjatar, dem Sohn Ahimelechs: «Bring mir doch das Ephod!» Und Ebjatar brachte Dawid das Ephod.
7987#1.Schemuël,30,8#8. Da befragte Dawid den Ewigen und sprach: «Soll ich jener Schar nachsetzen? Werde ich sie einholen?» und er sagte ihm: «Setz nach, denn du wirst einholen und wirst retten.»
7988#1.Schemuël,30,9#9. Da brach Dawid auf, er und sechshundert Mann, die bei ihm waren, und sie kamen an den Bach Besor, und die Übrigen hielten.
7989#1.Schemuël,30,10#10. Da setzte Dawid mit vierhundert Mann nach, und zweihundert Mann hielten, die zu schwach waren, den Bach Besor zu durchschreiten.
7990#1.Schemuël,30,11#11. Und sie fanden einen mizräischen Mann auf dem Feld und brachten ihn zu Dawid; und sie gaben ihm Brot, und er aß, und sie gaben ihm Wasser zu trinken.
7991#1.Schemuël,30,12#12. Und sie gaben ihm eine Scheibe Feigenkuchen und zwei Rosinentrauben; und er aß, da kehrte sein Geist zu ihm zurück; denn er hatte nicht Brot gegessen noch Wasser getrunken drei Tage und drei Nächte.
7992#1.Schemuël,30,13#13. Da sprach zu ihm Dawid: «Wessen bist du und woher bist du?» Und er sprach: «Ein mizräischer Bursche bin ich, Sklave eines Amalekiters, aber mein Herr hat mich zurückgelassen, weil ich heute vor drei Tagen erkrankt bin.
7993#1.Schemuël,30,14#14. Wir haben einen Einfall gemacht in die Südsteppe des Kereters und über das Gebiet Jehudas und in die Südsteppe von Kaleb, und Zikelag haben wir im Feuer verbrannt.»
7994#1.Schemuël,30,15#15. Da sagte Dawid zu ihm: «Willst du mich zu dieser Schar hinabführen?» Und er sprach: «Schwöre mir bei Gott, daß du mich nicht tötest und mich nicht auslieferst in die Hand meines Herrn, dann will ich dich zu dieser Schar hinabführen.»
7995#1.Schemuël,30,16#16. Und er führte ihn hinab, und sieh, sie hatten sich über die ganze Landschaft ausgebreitet, aßen und tranken und feierten über all der großen Beute, die sie aus dem Land der Pelischtäer und dem Land Jehuda gebracht hatten.
7996#1.Schemuël,30,17#17. Und Dawid schlug sie von der Dämmerung bis zum Abend des folgenden Tages, und keiner von ihnen entkam außer vierhundert Mann, junge Burschen, die auf Kamelen ritten und flohen.
7997#1.Schemuël,30,18#18. Und Dawid rettete alles, was die Amalekiter weggenommen hatten, auch seine beiden Frauen rettete Dawid.
7998#1.Schemuël,30,19#19. Und nichts fehlte ihm, vom Kleinsten bis zum Größten, bis zu Söhnen und Töchtern, von der Beute, und bis zu allem, was man ihnen genommen hatte, alles brachte Dawid zurück.
7999#1.Schemuël,30,20#20. Dann nahm Dawid alle Schafe und die Rinder; sie trieben sie vor jener Herde her und sagten: «Das ist die Beute Dawids.»
8000#1.Schemuël,30,21#21. Und Dawid kam zu den zweihundert Mann, die zu schwach gewesen waren, Dawid zu folgen, und die er am Bach Besor zurückgelassen hatte; da zogen sie Dawid und dem ganzen Volk, das bei ihm war, entgegen. Da trat Dawid an die Leute heran und fragte sie nach dem Wohl.
8001#1.Schemuël,30,22#22. Da hoben allerlei böse und ruchlose Männer, die mit Dawid gegangen waren, an und sprachen: «Weil sie nicht mit mir gegangen sind, wollen wir ihnen nichts von der Beute geben, die wir gerettet haben, nur sein Weib und seine Kinder mag ein jeder fortführen und gehen.»
8002#1.Schemuël,30,23#23. Da sprach Dawid: «Tut nicht so, meine Brüder, mit dem, was uns der Ewige geschenkt hat, da er uns behütet und die Schar, die über uns gekommen war, in unsere Hand gegeben hat.
8003#1.Schemuël,30,24#24. Und wer wird auf euch hierin hören? Nein, wie der Anteil dessen, der in den Kampf zieht, so auch der Anteil dessen, der bei den Geräten bleibt; gemeinsam müssen sie teilen.»
8004#1.Schemuël,30,25#25. Und es galt von diesem Tag an und weiterhin; er machte es zur Satzung und zum Recht für Jisraël bis auf diesen Tag.
8005#1.Schemuël,30,26#26. Und Dawid kam nach Zikelag, entsandte von der Beute an die Ältesten Jehudas, an seine Freundschaft, und ließ sagen: «Hier habt ihr eine Segengabe von der Beute der Feinde des Ewigen.»
8006#1.Schemuël,30,27#27. An die in Bet-El, an die in Ramot-Negeb, an die in Jattir;
8007#1.Schemuël,30,28#28. und an die in Aroër, an die in Sifmot und an die in Eschtemoa;
8008#1.Schemuël,30,29#29. und an die in Rachal, an die in den Städten derer von Jerahmeel und an die in den Städten des Keniters;
8009#1.Schemuël,30,30#30. und an die in Horma, an die in Bor-Aschan und an die in Atach;
8010#1.Schemuël,30,31#31. und an die in Hebron und nach all den Orten, in denen Dawid umhergezogen war, er und seine Leute.
8011#1.Schemuël,31,1#1. Und die Pelischtäer kämpften gegen Jisraël. Und die Männer von Jisraël flohen vor den Pelischtäern, und Erschlagene fielen auf dem Berg ha-Gilboa.
8012#1.Schemuël,31,2#2. Und die Pelischtäer hefteten sich an Schaul und seine Söhne, und die Pelischtäer erschlugen Jehonatan, Abinadab und Malkischua, die Söhne Schauls.
8013#1.Schemuël,31,3#3. Und der Kampf war schwer für Schaul. Und es trafen ihn die Schützen, Männer mit dem Bogen, und er zitterte sehr vor den Schützen.
8014#1.Schemuël,31,4#4. Da sprach Schaul zu seinem Waffenträger: «Zieh dein Schwert und erstich mich damit, daß nicht die Unbeschnittenen kommen, mich erstechen und mich mißhandeln»; sein Waffenträger aber wollte es nicht, denn er scheute sich sehr. Da nahm Schaul das Schwert und stürzte sich darauf.
8015#1.Schemuël,31,5#5. Als nun sein Waffenträger sah, daß Schaul tot war, da stürzte auch er sich auf sein Schwert und starb mit ihm.
8016#1.Schemuël,31,6#6. So starben Schaul, seine drei Söhne, sein Waffenträger und auch alle seine Leute an jenem Tag zusammen.
8017#1.Schemuël,31,7#7. Als die Männer von Jisraël jenseits des Tals und jenseits des Jardens sahen, daß die Männer von Jisraël geflohen und daß auch Schaul und seine Söhne tot waren, da verließen sie die Städte und flohen. Da kamen die Pelischtäer und setzten sich darin fest.
8018#1.Schemuël,31,8#8. Es war aber am andern Morgen, da kamen die Pelischtäer, um die Erschlagenen auszuziehn. Da fanden sie Schaul und seine drei Söhne gefallen auf dem Berg ha-Gilboa.
8019#1.Schemuël,31,9#9. Da schnitten sie ihm den Kopf ab, zogen ihm seine Rüstung aus und sandten rings im Land der Pelischtäer umher, um ihrem Götzentempel und dem Volk die Botschaft zu künden.
8020#1.Schemuël,31,10#10. Und sie taten seine Rüstung in den Tempel der Astarten, seinen Leichnam aber hefteten sie an die Mauer von Bet-Schan.
8021#1.Schemuël,31,11#11. Da hörten über ihn die Bewohner von Jabesch-Gil'ad, was die Pelischtäer an Schaul getan hatten,
8022#1.Schemuël,31,12#12. und es machten sich alle kriegstüchtigen Männer auf, gingen die ganze Nacht hindurch und nahmen den Leichnam Schauls und die Leichen seiner Söhne von der Mauer Bet-Schans; und sie kamen nach Jabesch und verbrannten sie dort.
8023#1.Schemuël,31,13#13. Dann nahmen sie ihre Gebeine und begruben sie unter der Tamariske in Jabescha, und sie fasteten sieben Tage.

7128#Ruth,1,1#1. UND es war zur Zeit, als die Richter richteten, da war Hunger im Land. Und es zog ein Mann aus Bet-Lehem in Jehuda aus, um in den Gefilden Moabs zu verweilen, er, sein Weib und seine beiden Söhne.
7129#Ruth,1,2#2. Und der Name des Mannes war Elimelech, der Name seines Weibes Noomi und der Name seiner beiden Söhne Mahlon und Kiljon, Efratiter aus Bet-Lehem in Jehuda. Und sie kamen in die Gefilde Moabs und blieben daselbst.
7130#Ruth,1,3#3. Dann starb Elimelech, der Mann Noomis, und sie blieb zurück mit ihren beiden Söhnen.
7131#Ruth,1,4#4. Und sie nahmen sich moabitische Frauen; der einen Name war Orpa, der der andern Rut. Und sie weilten dort an zehn Jahre.
7132#Ruth,1,5#5. Da starben auch die beiden, Mahlon und Kiljon. So blieb das Weib zurück von ihren zwei Söhnen und ihrem Mann.
7133#Ruth,1,6#6. Da machte sie sich auf mit ihren Schwiegertöchtern und zog heim aus den Gefilden Moabs; denn sie hatte im Gefilde Moabs gehört, daß der Ewige sein Volk bedacht, ihm Brot zu geben.
7134#Ruth,1,7#7. So zog sie aus von dem Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Wie sie nun des Weges zogen, um in das Land Jehuda heimzukehren,
7135#Ruth,1,8#8. da sprach Noomi zu ihren beiden Schwiegertöchtern: «Geht, kehrt um, jede zu ihrer Mutter Haus! Mag der Ewige an euch Liebes tun, so wie ihr an den Verstorbenen und mir getan habt!
7136#Ruth,1,9#9. Möge der Ewige euch gewähren, daß ihr eine Weilstatt findet, jede im Haus ihres Mannes!» Und sie küßte sie. Da hoben sie ihre Stimme und weinten
7137#Ruth,1,10#10. und sprachen zu ihr: «Nein, mit dir wollen wir zu deinem Volk heimkehren!»
7138#Ruth,1,11#11. Aber Noomi sprach: «Kehrt um, meine Töchter, warum wollt ihr mit mir gehen? Trage ich noch Söhne in meinem Leib, daß sie euch zu Männern würden?
7139#Ruth,1,12#12. Kehrt um, meine Töchter, geht! Denn ich bin zu alt, um einem Mann anzugehören. Ja, dächte ich gar, ich hätte Hoffnung und gehörte noch diese Nacht einem Mann an und gebäre Söhne -
7140#Ruth,1,13#13. wolltet ihr daraufhin warten, bis sie groß geworden, und daraufhin euch abschließen, keinem Mann anzugehören? Nicht doch, meine Töchter, denn mir ist weit bitterer als euch, da des Ewigen Hand wider mich ausgefahren ist!»
7141#Ruth,1,14#14. Da hoben sie ihre Stimme und weinten abermals. Dann küßte Orpa ihre Schwiegermutter. Rut aber schloß sich an sie.
7142#Ruth,1,15#15. Da sprach sie: «Sieh, deine Schwägerin ist heimgekehrt zu ihrem Volk und ihrem Gott, kehr um, deiner Schwägerin nach!»
7143#Ruth,1,16#16. Da sprach Rut: «Dringe nicht in mich, dich zu verlassen und von dir mich abzukehren; denn wo du hingehst, will ich hingehn, dort wo du weilst, will ich verweilen, dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott;
7144#Ruth,1,17#17. wo du stirbst, will ich sterben und dort begraben werden! So tue mir der Ewige an, so und noch mehr: Nur der Tod kann scheiden zwischen mir und dir!»
7145#Ruth,1,18#18. Als sie sah, daß sie fest blieb, mit ihr zu gehen, ließ sie ab ihr zuzureden.
7146#Ruth,1,19#19. So gingen sie beide, bis sie nach Bet-Lehem kamen. Es war nun, als sie nach Bet-Lehem kamen, da ward ihretwegen ein Lärmen in der ganzen Stadt, und man rief: «Ist das Noomi?»
7147#Ruth,1,20#20. Sie aber sagte zu ihnen: «Heißt mich nicht Noomi-1-, heißt mich Mara-2-; denn gar sehr verbittert hat mich der Gewaltige! -1) die Holde.   2) die Verbitterte.++
7148#Ruth,1,21#21. Voll bin ich ausgezogen, leer hat der Ewige mich heimkehren lassen; was heißt ihr mich Noomi, da der Ewige mich gebeugt und der Gewaltige mir Böses angetan hat?»
7149#Ruth,1,22#22. So kehrte Noomi und ihre Schwiegertochter Rut, die Moabiterin, mit ihr, heim, da sie heimkam aus den Gefilden Moabs. Und sie kamen nach Bet-Lehem zu Beginn des Gerstenschnittes.
7150#Ruth,2,1#1. Und Noomi hatte einen Verwandten von ihrem Mann her, einen wackern Mann aus der Familie Elimelechs, dessen Name war Boas.
7151#Ruth,2,2#2. Da sagte Rut, die Moabiterin, zu Noomi: «Laß mich doch aufs Feld gehen und von den Ähren auflesen, hinter dem her, in dessen Augen ich Gunst finde.» Da sagte sie ihr: «Geh, meine Tochter!»
7152#Ruth,2,3#3. Da ging sie fort, kam hin und las auf im Feld hinter den Schnittern. Es traf sich ihr aber, daß der Acker des Feldes Boas gehörte, der von Elimelechs Familie war.
7153#Ruth,2,4#4. Und sieh, da kam Boas von Bet-Lehem her und sprach zu den Schnittern: «Der Ewige mit euch!» Und sie sagten ihm: «Segne dich der Ewige!»
7154#Ruth,2,5#5. Da sprach Boas zu seinem Burschen, der über die Schnitter bestellt war: «Wes ist dies Mädchen?»
7155#Ruth,2,6#6. Da antwortete der Bursche, der über die Schnitter bestellt war, und sagte: «Ein moabitisches Mädchen ist es, das mit Noomi aus dem Gefilde Moabs zurückgekommen ist;
7156#Ruth,2,7#7. und sie hat gesagt: ,Laßt mich doch auflesen und zwischen den Garben sammeln hinter den Schnittern.' So kam sie, und sie blieb vom Morgen her bis jetzt, kaum daß sie im Haus ein wenig geruht hat.»
7157#Ruth,2,8#8. Da sprach Boas zu Rut: «Hörst du wohl, meine Tochter, geh auf kein anderes Feld, aufzulesen; ja, geh nicht weg von hier, sondern halte dich hier zu meinen Mägden.
7158#Ruth,2,9#9. Habe deine Augen auf dem Feld, wo sie mähen, und geh ihnen nach. Habe ich ja den Burschen befohlen, dich nicht anzutasten. Wenn du Durst hast, geh zu den Gefäßen und trinke von dem, was die Burschen schöpfen.»
7159#Ruth,2,10#10. Da fiel sie auf ihr Angesicht und warf sich zur Erde nieder und sprach zu ihm: «Weshalb habe ich Gunst in deinen Augen gefunden, daß du mich beachtest, wo ich doch eine Fremde bin?»
7160#Ruth,2,11#11. Boas aber antwortete und sprach zu ihr: «Es ist mir alles erzählt worden, was du an deiner Schwiegermutter nach dem Tod deines Mannes getan hast, wie du Vater und Mutter und Heimatland verlassen hast, um zu einem Volk zu gehen, von dem du gestern und ehegestern nicht gewußt hast!
7161#Ruth,2,12#12. Möge der Ewige dir dein Tun vergelten und dir voller Lohn werden vom Ewigen, dem Gott Jisraëls, unter dessen Fittichen du Zuflucht zu suchen gekommen bist.»
7162#Ruth,2,13#13. Da sagte sie: «O daß ich (weiter) Gunst in deinen Augen fände, da du mich getröstet und deiner Magd zu Herzen geredet hast, wo ich doch nicht einmal wie eine deiner Mägde bin!»
7163#Ruth,2,14#14. Dann sagte ihr Boas zur Essenszeit: «Komm heran, iß vom Brot und tunke deinen Bissen in den Sauertrank!» Da setzte sie sich neben die Schnitter, und man reichte ihr Röstkorn, und sie aß sich satt und ließ noch übrig.
7164#Ruth,2,15#15. Dann stand sie auf, um aufzulesen. Boas aber gebot seinen Burschen und sprach: «Laßt sie auch zwischen den Garben auflesen und tut ihr nichts zuleid;
7165#Ruth,2,16#16. auch sollt ihr für sie aus den Ährenbündeln herausfallen und liegen lassen, damit sie es auflese; und scheltet sie nicht!»
7166#Ruth,2,17#17. So las sie auf dem Feld bis zum Abend auf. Als sie dann ausklopfte, was sie gesammelt hatte, war es an ein Efa Gerste.
7167#Ruth,2,18#18. Und sie nahm es auf und kam so in die Stadt. Da sah ihre Schwiegermutter, was sie aufgelesen hatte. Dann zog sie hervor und gab ihr, was sie übrigbehalten hatte, als sie satt geworden war.
7168#Ruth,2,19#19. Da sagte ihr ihre Schwiegermutter: «Wo hast du heute aufgelesen und wo geschafft? Sei, der dich beachtet hat, gesegnet!» Da erzählte sie ihrer Schwiegermutter, bei wem sie geschafft hatte, und sagte: «Der Name des Mannes, bei dem ich heute geschafft habe, ist Boas.»
7169#Ruth,2,20#20. Da sprach Noomi zu ihrer Schwiegertochter: «Gesegnet sei er vom Ewigen, der nicht von seiner Liebe gelassen zu den Lebenden wie zu den Toten!» Dann sagte ihr Noomi: «Verwandt ist uns der Mann, zu unseren Lösern gehört er.»
7170#Ruth,2,21#21. Da sprach Rut, die Moabiterin: «Hat er doch auch zu mir gesagt: ,Zu meinen Burschen sollst du dich halten, bis sie mit meinem ganzen Schnitt fertig sind.'»
7171#Ruth,2,22#22. Da sagte Noomi zu ihrer Schwiegertochter Rut: «Gut, meine Tochter, daß du mit seinen Mägden ausgehst und man dir nicht auf einem andern Feld übel begegne.»
7172#Ruth,2,23#23. So hielt sie sich zu Boas' Mägden beim Ährenlesen, bis der Gerstenschnitt und der Weizenschnitt zuende waren. Dann blieb sie bei ihrer Schwiegermutter.
7173#Ruth,3,1#1. Da sprach ihre Schwiegermutter Noomi zu ihr: «Meine Tochter, sollte ich dir nicht eine Weilstatt verschaffen, wo du es gut hast?
7174#Ruth,3,2#2. Nun denn, Boas, unser Verwandter, mit dessen Mägden du zusammen warst, sieh, der worfelt heute nacht auf der Gerstentenne.
7175#Ruth,3,3#3. So bade und salbe dich, zieh deine Kleider an und geh zur Tenne hinab; laß dich aber vor dem Mann nicht merken, bis er mit Essen und Trinken fertig ist.
7176#Ruth,3,4#4. Wenn er sich dann aber niederlegt, merke dir den Ort, wo er ruht. Dann geh hin, decke seine Füße auf und leg dich hin; so wird er dir sagen, was du tun sollst.»
7177#Ruth,3,5#5. Da sprach sie zu ihr: «Alles, was du mir sagst, will ich tun.»
7178#Ruth,3,6#6. So ging sie zur Tenne hinab und tat ganz so, wie ihre Schwiegermutter ihr befohlen hatte.
7179#Ruth,3,7#7. Und Boas aß und trank, und sein Herz war froh. Und er ging, um sich hinzulegen am Rand des Getreidehaufens. Da kam sie leise, deckte seine Füße auf und legte sich nieder.
7180#Ruth,3,8#8. Es war aber mitten in der Nacht, da schrak der Mann auf; er griff um sich, sieh, da lag ein Weib zu seinen Füßen.
7181#Ruth,3,9#9. Und er sprach: «Wer bist du?» Da sagte sie: «Ich bin Rut, deine Magd; so breite deinen Kleidzipfel über deine Magd, denn ein Löser bist du!»
7182#Ruth,3,10#10. Da sprach er: «Gesegnet seist du vom Ewigen, meine Tochter; denn schöner noch hast du später deine Liebe gezeigt als vorher, da du nicht den Jünglingen nachgegangen bist, armen oder reichen.
7183#Ruth,3,11#11. Nun denn, meine Tochter, fürchte nichts; alles, was du sagst, will ich für dich tun; weiß ja das ganze Tor meines Volkes, daß du ein wackres Weib bist!
7184#Ruth,3,12#12. Und nun ist es freilich wahr, daß ich Löser bin; nur gibt es auch einen noch nähern Löser, als ich bin.
7185#Ruth,3,13#13. Bleib über Nacht; und morgen dann, wenn er dich löst, wohl, mag er lösen. Will er dich aber nicht lösen, so löse ich dich, es lebt der Ewige! Liege bis zum Morgen!»
7186#Ruth,3,14#14. So blieb sie bis zum Morgen zu seinen Füßen liegen. Dann stand sie auf, eh noch ein Mann den andern erkennen konnte; denn er sprach: «Es darf nicht bekannt werden, daß das Weib auf die Tenne gekommen ist.»
7187#Ruth,3,15#15. Dann sagte er: «Gib das Tuch her, das du anhast, und fasse daran!» Und sie faßte daran, und er maß sechs (Maß) Gerste (hinein) und lud es ihr auf. Dann ging er zur Stadt hinein.
7188#Ruth,3,16#16. Sie aber kam zu ihrer Schwiegermutter; da sprach die: «Woran bist du, meine Tochter?» Da erzählte sie ihr alles, was der Mann ihr getan hatte,
7189#Ruth,3,17#17. und sagte: «Diese sechs (Maß) Gerste hat er mir gegeben; denn er sprach zu mir: ,Du sollst nicht leer zu deiner Schwiegermutter kommen!'»
7190#Ruth,3,18#18. Da sagte die: «Warte, meine Tochter, bis du erfährst, wie die Sache ausgeht. Denn der Mann wird nicht ruhen, ehe er die Sache, heute noch, zuende geführt hat.»
7191#Ruth,4,1#1. Boas aber ging zum Tor hinauf und setzte sich dort hin. Da kam gerade der Löser vorüber, von dem Boas geredet hatte. Da sagte er: «Komm herzu, setz dich hierher, Mann Soundso.» Und er kam herzu und setzte sich.
7192#Ruth,4,2#2. Dann holte er zehn Männer von den Ältesten der Stadt und sagte: «Setzt euch hierher!» Und sie setzten sich.
7193#Ruth,4,3#3. Dann sprach er zum Löser: «Den Acker des Feldes, das unserm Bruder Elimelech gehört hat, hat Noomi, die aus den Gefilden Moabs heimgekehrt ist, verkauft.
7194#Ruth,4,4#4. Und ich meinte: Ich will es dir zu Ohren bringen und sprechen: Kaufe es los in Gegenwart der hier Sitzenden und in Gegenwart der Ältesten meines Volkes! Willst du lösen, löse; löst man es aber nicht, so sage mirs, daß ich es weiß; denn es ist keiner da außer dir einzulösen - und ich komme nach dir!» Da sprach der: «Ich will lösen.»
7195#Ruth,4,5#5. Da sprach Boas: «Des Tages, da du das Feld aus der Hand Noomis loskaufst, hast du es mit Rut, der Moabiterin, dem Weib des Verstorbenen, losgekauft, um den Namen des Toten auf seinem Erbgut zu erhalten.»
7196#Ruth,4,6#6. Da sprach der Löser: «Ich kann es für mich nicht einlösen, sonst würde ich mein Erbgut schädigen; so löse du dirs an meiner Lösung Statt, da ich es nicht einlösen kann.»
7197#Ruth,4,7#7. Und so war es vorzeiten in Jisraël bei Lösung und Tausch: Zur Bestätigung jeglicher Sache zog der Mann seinen Schuh ab und gab ihn dem andern. Und das galt als Bezeugung in Jisraël.
7198#Ruth,4,8#8. Nun sagte der Löser zu Boas: «Kauf es dir los!» und zog seinen Schuh ab.
7199#Ruth,4,9#9. Da sprach Boas zu den Ältesten und allem Volk: «Zeugen seid ihr heute, daß ich alles, was Elimelech und alles, was Kiljon und Mahlon gehört hat, von Noomi losgekauft habe;
7200#Ruth,4,10#10. und auch Rut, die Moabiterin, das Weib Mahlons, habe ich mir zum Weib losgekauft, um den Namen des Toten auf seinem Erbgut zu erhalten, daß des Toten Name nicht ausgehe bei seinen Brüdern und im Tor seines Ortes! Zeugen seid ihr heute!»
7201#Ruth,4,11#11. Da sprach alles Volk, das im Tor war, und die Ältesten: «Zeugen! Möge der Ewige das Weib, das in dein Haus einzieht, werden lassen wie Rahel und Lea, die beide das Haus Jisraël erbaut haben! Und schaffe dir Macht in Efrata und ruf dir einen Namen aus in Bet-Lehem!
7202#Ruth,4,12#12. Und möge dein Haus gleich dem Hause Perez' werden, den Tamar Jehuda geboren hat, durch den Samen, den der Ewige von dieser Maid dir geben wird!»
7203#Ruth,4,13#13. So nahm Boas Rut, und sie ward ihm zum Weib; und er ging zu ihr ein, und der Ewige gab ihr Empfängnis, daß sie einen Sohn gebar.
7204#Ruth,4,14#14. Da sprachen die Frauen zu Noomi: «Gepriesen sei der Ewige, der es dir heute nicht an einem Löser fehlen ließ, und möge sein Name ausgerufen werden in Jisraël!
7205#Ruth,4,15#15. Und möge er dir ein Trost deiner Seele und der Versorger deines Alters werden! Denn deine Schwiegertochter, die dich liebt, hat ihn geboren, die dir mehr wert ist als sieben Söhne.»
7206#Ruth,4,16#16. Da nahm Noomi das Kind, legte es in ihren Schoß und ward ihm Pflegerin.
7207#Ruth,4,17#17. Und die Nachbarinnen gaben ihm einen Namen, der besagte: «Geboren ist der Noomi ein Sohn.» Und sie nannten ihn Obed. Der ist der Vater Jischais, des Vaters Dawids.
7208#Ruth,4,18#18. Dieses aber ist die Nachkommenschaft Perez': Perez zeugte Hezron,
7209#Ruth,4,19#19. Hezron zeugte Ram, und Ram zeugte Amminadab.
7210#Ruth,4,20#20. Und Amminadab zeugte Nahschon, und Nahschon zeugte Salma.
7211#Ruth,4,21#21. Und Salmon zeugte Boas, und Boas zeugte Obed.
7212#Ruth,4,22#22. Und Obed zeugte Jischai, und Jischai zeugte Dawid.