21806#Daniel,1,1#1. IM dritten Jahre der Regierung Jojakims, des Königs von Juda, kam Nebukadnezar, der König von Babel, nach Jerusalem und belagerte es. -2.Kön. 24,1.2.
21807#Daniel,1,2#2. Und der Herr gab Jojakim, den König von Juda, und einen Teil der Geräte des Gotteshauses in seine Gewalt, und er führte sie in das Land Sinear, und die Geräte brachte er in das Schatzhaus seines Gottes.
21808#Daniel,1,3#3. Und der König befahl Aspenas-1-, dem Obersten seiner Kämmerer, er solle von den Israeliten, und zwar aus dem königlichen Geschlechte und aus den vornehmsten Familien, -1) in der grÜs. heisst der Beamte Abiesri.
21809#Daniel,1,4#4. junge Leute an den Hof bringen, die ohne jeden Makel und von schöner Gestalt wären, begabt für jegliche Wissenschaft, von gutem Verstand und rascher Auffassung, und somit befähigt, als Pagen im königlichen Palaste zu dienen; diese solle er in der Schrift und Sprache der Chaldäer unterweisen
21810#Daniel,1,5#5. und sie drei Jahre lang erziehen; hernach sollten sie in den Dienst des Königs treten. Und der König liess ihnen den täglichen Unterhalt von der königlichen Tafel und von dem Weine, den er selber trank, zukommen.
21811#Daniel,1,6#6. Unter ihnen waren auch Judäer: Daniel, Hananja, Misael und Asarja.
21812#Daniel,1,7#7. Diesen gab der oberste Kämmerer andre Namen; den Daniel nannte er Beltsazzar, den Hananja Sadrach, den Misael Mesach und den Asarja Abed-Nego.
21813#Daniel,1,8#8. Daniel aber war entschlossen, sich nicht mit der Speise von der königlichen Tafel und mit dem Weine, den der König trank, zu verunreinigen. Daher bat er den obersten Kämmerer um die Gunst, sich nicht verunreinigen zu müssen. -3.Mo. 11.
21814#Daniel,1,9#9. Und Gott liess Daniel bei dem obersten Kämmerer Huld und Erbarmen finden;
21815#Daniel,1,10#10. doch sprach der oberste Kämmerer zu Daniel: Ich fürchte nur, mein Herr, der König, der euch Speise und Getränk bestimmt hat, könnte finden, dass ihr schlechter aussehet als die andern Knaben, eure Altersgenossen, und dann wäre beim König durch eure Schuld mein Kopf verwirkt.
21816#Daniel,1,11#11. Da sprach Daniel zu Hammelzar, den der oberste Kämmerer über Daniel, Hananja, Misael und Asaria gesetzt hatte-1-: -1) die grÜs. lautet: «Da sprach Daniel zu Abiesri, dem obersten Kämmerer, der über Daniel, Hananja, Misael und Asarja gesetzt war». Auch in V. 16 hat sie statt Hammelzar wieder den Namen Abiesri.
21817#Daniel,1,12#12. Versuche es doch zehn Tage lang mit deinen Knechten; man gebe uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken,
21818#Daniel,1,13#13. und dann besieh dir unser Aussehen und das der Knaben, die von der königlichen Tafel zu essen bekommen, und je nachdem du es dann findest, magst du mit deinen Knechten verfahren.
21819#Daniel,1,14#14. Und er willfahrte dieser ihrer Bitte und versuchte es zehn Tage lang mit ihnen.
21820#Daniel,1,15#15. Nach zehn Tagen aber sahen sie besser und wohlgenährter aus als alle Knaben, die von der königlichen Tafel zu essen bekamen.
21821#Daniel,1,16#16. Von nun an stellte Hammelzar ihre Speise und den Wein, den sie trinken sollten, immer beiseite und gab ihnen Gemüse.
21822#Daniel,1,17#17. Diesen vier Knaben aber gab Gott Wisssen und Verständnis für jegliche Schrift und Wissenschaft, und Daniel verstand sich auch auf Gesichte und Träume aller Art.
21823#Daniel,1,18#18. Als nun die Zeit, nach welcher der König sie bei ihm einzuführen befohlen hatte, verflossen war, führte sie der oberste Kämmerer vor Nebukadnezar,
21824#Daniel,1,19#19. und der König unterhielt sich mit ihnen. Da erwies sich unter allen nicht einer Daniel, Hananja, Misael und Asarja gewachsen. So traten sie denn in den Dienst des Königs.
21825#Daniel,1,20#20. Und in allen Fragen, wo es auf Wissen und Einsicht ankam und in denen er ihren Rat einholte, fand sie der König allen Gelehrten und Beschwörern in seinem ganzen Reiche zehnfach überlegen.
21826#Daniel,1,21#21. Und Daniel blieb bis zum ersten Jahr des Königs Cyrus (am königlichen Hofe). -Dan. 6,28; Esra 1,1.
21827#Daniel,2,1#1. IM zweiten Jahre seiner Regierung hatte Nebukadnezar einen Traum, und sein Geist wurde beunruhigt, und es floh ihn der Schlaf.
21828#Daniel,2,2#2. Da befahl der König, die Gelehrten und Beschwörer, die Zauberer und Chaldäer zu berufen, um dem König kundzutun, was er geträumt. Und sie kamen und traten vor den König.
21829#Daniel,2,3#3. Der König sprach zu ihnen: Ich habe einen Traum gehabt, und nun ist mein Geist beunruhigt, da ich den Traum verstehen möchte.
21830#Daniel,2,4#4. Da erwiderten die Chaldäer dem König <Aramäisch>-1-: O König, mögest du ewiglich leben! Erzähle deinen Knechten den Traum, so wollen wir sagen, was er bedeutet. -1) diese Bemerkung ist ein Hinweis darauf, dass der folgende Abschnitt (bis Dan. 7,28) nicht in hebr., sondern in aram. Sprache geschrieben ist.
21831#Daniel,2,5#5. Der König aber antwortete und sprach zu den Chaldäern: Mein Wort ist unwiderruflich: wenn ihr mir den Traum und seine Deutung nicht angeben könnt, so werdet ihr in Stücke zerhauen und eure Häuser zu Misthaufen gemacht.
21832#Daniel,2,6#6. Wenn ihr mir aber den Traum und seine Deutung kundtun könnt, so werdet ihr Geschenke und Gaben und grosse Ehre von mir empfangen. So tut mir also den Traum und seine Deutung kund.
21833#Daniel,2,7#7. Da erwiderten sie abermals und sprachen: Der König möge seinen Knechten den Traum erzählen, so wollen wir kundtun, was er bedeutet.
21834#Daniel,2,8#8. Der König antwortete und sprach: Ich erkenne nun deutlich, dass ihr nur Zeit zu gewinnen sucht, weil ihr seht, wie unwiderruflich es ist, wenn ich gesagt habe:
21835#Daniel,2,9#9. «Falls ihr mir den Traum nicht angeben könnt, trifft euch ein und dasselbe Urteil» - und dass ihr euch verabredet habt, nur Lug und Trug vor mir zu reden, bis günstigere Zeiten kommen. Darum erzählt mir den Traum, dann weiss ich, dass ihr mir auch kundtun könnt, was er bedeutet.
21836#Daniel,2,10#10. Die Chaldäer antworteten dem König und sprachen: Es ist kein Mensch auf Erden, der kundtun könnte, was der König will; es hat denn auch noch nie ein König, so gross und mächtig er war, solches von irgendeinem Gelehrten oder Beschwörer oder Chaldäer verlangt.
21837#Daniel,2,11#11. Was der König verlangt, ist zu schwer, und niemand anders vermöchte es dem König kundzutun als allein die Götter, und diese wohnen ja nicht bei den Sterblichen.
21838#Daniel,2,12#12. Darob wurde der König sehr aufgebracht und zornig, und er befahl, die Weisen Babels alle umzubringen.
21839#Daniel,2,13#13. Als nun der Befehl ergangen war und die Weisen getötet werden sollten, suchte man auch Daniel und seine Gefährten, um sie zu töten.
21840#Daniel,2,14#14. Da machte Daniel dem Obersten der königlichen Leibwache, Arjoch, der ausgezogen war, die Weisen Babels zu töten, eine kluge und verständige Einwendung.
21841#Daniel,2,15#15. Er hob an und sprach zu Arjoch, dem Bevollmächtigten des Königs: Warum dieser gestrenge Befehl von seiten des Königs? Arjoch teilte Daniel den Sachverhalt mit,
21842#Daniel,2,16#16. und Daniel ging hinein (in den Palast) und bat den König, ihm eine Frist zu gewähren, damit er dem König die Deutung kundtun könne.
21843#Daniel,2,17#17. Darnach ging Daniel heim und teilte seinen Gefährten Hananja, Misael und Asarja die Sache mit,
21844#Daniel,2,18#18. auf dass sie den Gott des Himmels um Erbarmen anflehten wegen dieses Geheimnisses, damit nicht Daniel und seine Gefährten samt den übrigen Weisen Babels umgebracht würden.
21845#Daniel,2,19#19. Da ward dem Daniel das Geheimnis in einem Nachtgesicht geoffenbart. Und Daniel pries den Gott des Himmels,
21846#Daniel,2,20#20. hob an und sprach: Der Name Gottes sei gepriesen von Ewigkeit zu Ewigkeit! denn Weisheit und Macht, sie sind sein.
21847#Daniel,2,21#21. Er ist's, der wechseln lässt Zeiten und Stunden; er setzt Könige ab und setzt Könige ein. Er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand.
21848#Daniel,2,22#22. Er ist's, der das Tiefste und Geheimste enthüllt; er weiss, was in der Finsternis ist, und das Licht wohnt bei ihm.
21849#Daniel,2,23#23. Ich danke dir, Gott meiner Väter, und lobpreise dich, dass du mir Weisheit und Kraft gegeben und mich nun hast wissen lassen, was wir von dir erbeten haben; du hast uns kundgetan, was der König verlangt.
21850#Daniel,2,24#24. Daraufhin ging Daniel hinein zu Arjoch, den der König beauftragt hatte, die Weisen Babels umzubringen, und sprach zu ihm also: Bringe die Weisen Babels nicht um! Führe mich hinein vor den König, so will ich dem König die Deutung kundtun.
21851#Daniel,2,25#25. Da führte Arjoch den Daniel eilends hinein vor den König und sprach zu ihm also: Ich habe unter den verbannten Judäern einen gefunden, der dem König die Deutung kundtun will.
21852#Daniel,2,26#26. Der König antwortete und sprach zu Daniel, der den Namen Beltsazzar führte: Bist du imstande, mir den Traum, den ich gehabt habe, und seine Deutung kundzutun?
21853#Daniel,2,27#27. Daniel antwortete dem König und sprach: Das Geheimnis, nach dem der König fragt, können weder Weise noch Beschwörer, weder Gelehrte noch Sterndeuter dem König kundtun.
21854#Daniel,2,28#28. Aber es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse enthüllt; der hat dem König Nebukadnezar zu wissen getan, was am Ende der Tage geschehen wird. Dein Traum, das, was du auf deinem Lager vor Augen geschaut hast, ist dieses: -Amos 4,13.
21855#Daniel,2,29#29. Dir, o König, sind auf deinem Lager Gedanken aufgestiegen, was wohl künftig geschehen werde. Da hat er, der die Geheimnisse enthüllt, dir zu wissen getan, was geschehen wird.
21856#Daniel,2,30#30. Mir aber ist dieses Geheimnis enthüllt worden nicht durch eine Weisheit, die ich vor allen Lebenden voraus hätte, sondern damit dem König die Deutung kundwürde und du die Dinge erführest, mit denen deine Gedanken beschäftigt waren.
21857#Daniel,2,31#31. Du hattest ein Gesicht, o König, und schautest ein Standbild. Dieses Bild war überaus gross und sein Glanz ausserordentlich; es stand vor dir, und sein Anblick war furchtbar.
21858#Daniel,2,32#32. Das Haupt dieses Bildes war von gediegenem Golde, seine Brust und seine Arme von Silber, sein Bauch und seine Lenden von Erz,
21859#Daniel,2,33#33. seine Schenkel von Eisen, seine Füsse aber teils von Eisen, teils von Ton.
21860#Daniel,2,34#34. Du schautest hin, bis ein Stein ohne Zutun von Menschenhand vom Berge losbrach, auf die eisernen und tönernen Füsse des Bildes aufschlug und sie zermalmte.
21861#Daniel,2,35#35. Da waren im Nu Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold zermalmt und zerstoben wie im Sommer die Spreu von den Tennen, und der Wind trug sie fort, sodass keine Spur mehr von ihnen zu finden war. Der Stein aber, der das Bild zerschlug, ward zu einem grossen Berge und erfüllte die ganze Erde.
21862#Daniel,2,36#36. Das ist der Traum, und nun wollen wir dem König sagen, was er bedeutet.
21863#Daniel,2,37#37. Du, o König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels Königsherrschaft, Macht, Stärke und Ehre verliehen,
21864#Daniel,2,38#38. in dessen Hand er Menschen, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels gegeben, wo immer sie auch wohnen, und den er über sie alle zum Herrscher gemacht hat - du bist das goldene Haupt. -Jer. 27,6; 28,14.
21865#Daniel,2,39#39. Und nach dir wird ein anderes Reich erstehen, geringer als das deine, und dann noch ein drittes Reich, ein ehernes, das über die ganze Erde herrschen wird.
21866#Daniel,2,40#40. Und endlich wird ein viertes Reich sein, stark wie Eisen, wie denn das Eisen alles zermalmt und zerschlägt; wie zerschmetterndes Eisen wird es sie alle zermalmen und zerschmettern.
21867#Daniel,2,41#41. Dass aber die Füsse und Zehen, wie du gesehen hast, teils Töpferton, teils Eisen waren, das bedeutet: es wird ein Reich sein, das zerteilt wird. Wohl wird es etwas von der Festigkeit des Eisens an sich haben, da ja, wie du gesehen, Eisen mit Tonerde vermengt war;
21868#Daniel,2,42#42. dass aber die Zehen teils von Eisen, teils von Ton waren, das bedeutet: das Reich wird zum Teil stark und zum Teil zerbrechlich sein.
21869#Daniel,2,43#43. Dass du Eisen mit Tonerde vermengt gesehen hast, bedeutet: sie werden sich zwar durch Heiraten miteinander verbinden, und doch werden sie nicht fest aneinander halten, wie sich denn Eisen nicht mit Ton vermischen lässt.
21870#Daniel,2,44#44. Und in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Reich erstehen lassen, das ewig unzerstörbar bleibt, und die Herrschaft wird keinem andern Volke überlassen werden. Alle diese Reiche wird es zermalmen und vernichten, selbst aber in alle Ewigkeit bestehen, -Dan. 4,31; 6,26; Mi. 4,7; Lk. 1,33.
21871#Daniel,2,45#45. wie du denn gesehen hast, dass ein Stein ohne Zutun von Menschenhand vom Berge losbrach und Ton, Eisen, Erz, Silber und Gold zermalmte. Ein grosser Gott hat dem König kundgetan, was künftig geschehen wird. Der Traum ist wahr, und zuverlässig seine Deutung.
21872#Daniel,2,46#46. Da fiel der König Nebukadnezar nieder auf sein Angesicht, betete an vor Daniel und befahl, ihm Opfergaben und Räucherwerk darzubringen.
21873#Daniel,2,47#47. Dann hob der König an und sprach zu Daniel: Es ist wahr, euer Gott ist der Gott der Götter und der Herr der Könige und der Offenbarer der Geheimnisse; denn du hast ja dieses Geheimnis zu offenbaren vermocht.
21874#Daniel,2,48#48. Und der König erhöhte Daniel: er gab ihm viele grosse Geschenke und machte ihn zum Herrn über die ganze Provinz Babel und zum obersten Vorsteher über alle Weisen Babels.
21875#Daniel,2,49#49. Sadrach, Mesach und Abed-Nego aber betraute der König auf Daniels Bitte mit der Verwaltung der Provinz Babel, während Daniel am Hofe des Königs blieb.
21876#Daniel,3,1#1. DER König Nebukadnezar liess ein goldenes Standbild machen, sechzig Ellen hoch und sechs Ellen breit, und es in der Ebene von Dura in der Provinz Babel aufrichten.
21877#Daniel,3,2#2. Dann sandte der König Nebukadnezar Boten aus, um die Satrapen, Vorsteher und Statthalter, die Generäle, Schatzmeister, Rechtsgelehrten und hohen Tempelbeamten, kurz, alle Machthaber in den Provinzen, zu versammeln, damit sie der Einweihung des Bildes beiwohnten, das der König Nebukadnezar hatte aufrichten lassen.
21878#Daniel,3,3#3. Also versammelten sich die Satrapen, Vorsteher und Statthalter, die Generäle, Schatzmeister, Rechtsgelehrten und hohen Tempelbeamten, kurz, alle Machthaber in den Provinzen, um das Bild, das der König Nebukadnezar hatte errichten lassen, einzuweihen, und stellten sich dem Bilde gegenüber auf.
21879#Daniel,3,4#4. Dann rief der Herold mit mächtiger Stimme: An euch, ihr Völker aller Nationen und Zungen, ergeht der Befehl:
21880#Daniel,3,5#5. Wenn ihr den Klang der Hörner, Pfeifen, Zithern, Harfen, Hackbretter, Doppelflöten und aller Arten von Musik hört, so sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, das der König Nebukadnezar hat errichten lassen.
21881#Daniel,3,6#6. Und wer nicht niederfällt und anbetet, wird sofort in den brennenden Feuerofen geworfen.
21882#Daniel,3,7#7. Deswegen fielen alsbald, wenn sie den Klang der Hörner, Pfeifen, Zithern, Harfen, Hackbretter und aller Arten von Musik hörten, die Völker aller Nationen und Zungen nieder und beteten das goldene Bild an, das der König Nebukadnezar hatte errichten lassen.
21883#Daniel,3,8#8. Zu derselben Zeit traten etliche Chaldäer auf und verklagten die Juden.
21884#Daniel,3,9#9. Sie hoben an und sprachen zu König Nebukadnezar: O König, mögest du ewiglich leben!
21885#Daniel,3,10#10. Du, o König, hast den Befehl erlassen: «Ein jeder, der den Klang der Hörner, Pfeifen, Zithern, Harfen, Hackbretter, Doppelflöten und aller Arten von Musik hört, soll niederfallen und das goldene Bild anbeten;
21886#Daniel,3,11#11. und wer nicht niederfällt und anbetet, wird in den brennenden Feuerofen geworfen.»
21887#Daniel,3,12#12. Nun sind da etliche Juden, die du mit der Verwaltung der Provinz Babel betraut hast: Sadrach, Mesach und Abed-Nego. Diese Männer kümmern sich nicht um dich, o König; sie dienen deinen Göttern nicht und beten das goldene Bild nicht an, das du hast aufrichten lassen.
21888#Daniel,3,13#13. Da befahl Nebukadnezar in grimmigem Zorn, Sadrach, Mesach und Abed-Nego vorzuführen, und die Männer wurden dem König vorgeführt.
21889#Daniel,3,14#14. Nebukadnezar aber hob an und sprach zu ihnen: Ist es wahr, Sadrach, Mesach und Abed-Nego, dass ihr meinen Göttern nicht dient und das goldene Bild, das ich errichtet habe, nicht anbetet?
21890#Daniel,3,15#15. Nun wohl, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang der Hörner, Pfeifen, Zithern, Harfen, Hackbretter, Doppelflöten und aller Arten von Musik hört, niederzufallen und das Bild anzubeten, das ich habe machen lassen (, so ist es gut); wenn ihr es aber nicht anbetet, so werdet ihr sofort in den brennenden Feuerofen geworfen. Wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand erretten könnte? -Jes. 36,20.
21891#Daniel,3,16#16. Sadrach, Mesach und Abed-Nego antworteten und sprachen zu König Nebukadnezar: O König, wir haben nicht nötig, dir darauf eine Antwort zu geben.
21892#Daniel,3,17#17. Wenn das geschieht, so vermag unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem brennenden Feuerofen zu erretten; ja, er wird uns aus deiner Hand erretten, o König.
21893#Daniel,3,18#18. Tut er es aber nicht, so magst du, o König, wissen, dass wir deinen Göttern doch nicht dienen und das goldene Bild, das du errichtet hast, nicht anbeten werden.
21894#Daniel,3,19#19. Da ward Nebukadnezar voll Grimm, und der Ausdruck seines Gesichtes veränderte sich gegenüber Sadrach, Mesach und Abed-Nego. Alsbald gab er den Befehl, den Ofen siebenmal stärker zu heizen, als man ihn in der Regel zu heizen pflegte.
21895#Daniel,3,20#20. Auch befahl er etlichen starken Männern in seinem Heer, Sadrach, Mesach und Abed-Nego zu binden, um sie in den brennenden Feuerofen zu werfen.
21896#Daniel,3,21#21. Da wurden die Männer in ihren Mänteln, Röcken, Hüten und andern Kleidern gebunden und in den brennenden Feuerofen geworfen.
21897#Daniel,3,22#22. Infolge davon nun, dass der Befehl des Königs streng war und man den Ofen über die Massen stark geheizt hatte, wurden die Männer, die Sadrach, Mesach und Abed-Nego hinaufgetragen hatten, von der Feuerflamme getötet.
21898#Daniel,3,23#23. Jene drei Männer aber, Sadrach, Mesach und Abed-Nego, fielen gebunden mitten in den brennenden Feuerofen. -Jes. 43,2.
21899#Daniel,3,24#24. Da sprang der König Nebukadnezar entsetzt auf, hob an und sprach zu seinen Räten: Haben wir nicht drei Männer gebunden ins Feuer geworfen? Sie antworteten und sprachen zum König: Gewiss, o König!
21900#Daniel,3,25#25. Er erwiderte und sprach: Ich sehe aber vier Männer ohne Fesseln und unversehrt im Feuer umhergehen, und der vierte sieht aus wie ein himmlisches Wesen.
21901#Daniel,3,26#26. Dann trat Nebukadnezar an die Öffnung des brennenden Feuerofens, hob an und sprach: Sadrach, Mesach und Abed-Nego, ihr Diener des höchsten Gottes, tretet heraus und kommet her! Da kamen Sadrach, Mesach und Abed-Nego aus dem Feuer heraus.
21902#Daniel,3,27#27. Und es versammelten sich die Satrapen, Beamten, Statthalter und Räte des Königs, und sie sahen, dass das Feuer keine Macht über den Leib jener Männer gehabt hatte, dass auch das Haar auf ihrem Haupte nicht versengt und ihre Mäntel nicht beschädigt waren und dass auch kein Brandgeruch an ihnen wahrzunehmen war.
21903#Daniel,3,28#28. Da hob Nebukadnezar an und sprach: Gepriesen sei der Gott Sadrachs, Mesachs und Abed-Negos, der seinen Engel gesandt und seine Diener gerettet hat, die auf ihn vertraut, den königlichen Befehl übertreten und ihren Leib dahingegeben haben, damit sie keinen Gott verehren und anbeten müssten ausser ihren Gott.
21904#Daniel,3,29#29. So erlasse ich nun den Befehl: Wer immer - welches Volkes, welcher Nation oder Zunge er auch sei - gegen den Gott Sadrachs, Mesachs und Abed-Negos irgend etwas sagt, der wird in Stücke zerhauen, und sein Haus wird zu einem Misthaufen gemacht; denn es gibt keinen andern Gott, der so zu erretten vermöchte.
21905#Daniel,3,30#30. Und der König setzte hierauf Sadrach, Mesach und Abed-Nego wieder in ihre Würde ein in der Provinz Babel.
21906#Daniel,3,31#31. DER König Nebukadnezar an die Völker aller Nationen und Zungen, die auf der ganzen Erde wohnen: Heil euch in Fülle!
21907#Daniel,3,32#32. Es hat mir gefallen, die Zeichen und Wunder kundzutun, die der höchste Gott an mir getan hat.
21908#Daniel,3,33#33. Wie sind seine Zeichen so gross und seine Wunder so gewaltig! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht. -Dan. 2,44; Ps. 145,13.
21909#Daniel,4,1#1. Ich, Nebukadnezar, lebte ohne Sorgen in meinem Hause und glücklich in meinem Palaste.
21910#Daniel,4,2#2. Da hatte ich einen Traum, der mich erschreckte; Gestalten, die ich auf meinem Lager schaute, und Erscheinungen, die ich vor Augen sah, ängstigten mich.
21911#Daniel,4,3#3. Darum erliess ich den Befehl, alle Weisen Babels vor mich zu führen, damit sie mir kundtäten, was der Traum bedeute.
21912#Daniel,4,4#4. Da erschienen denn die Gelehrten, Beschwörer, Chaldäer und Sterndeuter, und ich erzählte ihnen den Traum; aber was er bedeute, konnten sie mir nicht kundtun, -Dan. 2,2.
21913#Daniel,4,5#5. bis zuletzt Daniel vor mir erschien, der nach dem Namen meines Gottes Beltsazzar heisst und in dem der Geist der heiligen Götter ist. Ich erzählte ihm den Traum:
21914#Daniel,4,6#6. «Beltsazzar, du Oberster der Gelehrten! Ich weiss, dass der Geist der heiligen Götter in dir ist und dass kein Geheimnis für dich zu schwer ist. So höre denn, was ich im Traum geschaut, und sage, was es bedeutet.
21915#Daniel,4,7#7. Was ich auf meinem Lager vor Augen sah, war dies: Ich schaute, und siehe, ein Baum stand mitten auf der Erde; der war sehr hoch.
21916#Daniel,4,8#8. Der Baum wuchs und wurde stark, sein Wipfel reichte bis an den Himmel, seine Krone bis ans Ende der ganzen Erde.
21917#Daniel,4,9#9. Sein Laubwerk war schön, und er trug Früchte die Fülle, Nahrung für alle war an ihm. Unter ihm fanden Schatten die Tiere des Feldes, in seinen Zweigen wohnten die Vögel des Himmels, und von ihm nährte sich alles Lebende.
21918#Daniel,4,10#10. Dann sah ich in den Gesichten, die mir auf meinem Lager vor Augen traten, wie ein Wächter, ein Heiliger, vom Himmel herabstieg;
21919#Daniel,4,11#11. der rief mit mächtiger Stimme und gebot: Hauet den Baum um und schneidet seine Zweige ab, schlagt sein Laub herunter und zerstreut seine Früchte! Das Getier fliehe unter ihm weg und die Vögel aus seinen Zweigen!
21920#Daniel,4,12#12. Doch seinen Wurzelstock lasst in der Erde, in Banden von Eisen und Erz, im Grün des Feldes; vom Tau des Himmels soll er benetzt werden und mit dem Getier teilhaben an den Kräutern der Erde.
21921#Daniel,4,13#13. Sein Menschenherz soll ihm genommen und ein Tierherz soll ihm gegeben werden, und sieben Zeiten sollen über ihn dahingehen.
21922#Daniel,4,14#14. Auf dem Ratschluss der Wächter beruht der Erlass, durch Spruch der Heiligen ist die Sache beschlossen, damit die Lebenden erkennen, dass der Höchste Gewalt hat über das Königtum der Menschen, dass er es gibt, wem er will, und auch den Niedrigsten der Menschen darüber setzen kann.
21923#Daniel,4,15#15. Das ist der Traum, den ich, der König Nebukadnezar, gehabt habe; du aber, Beltsazzar, sage mir, was er bedeutet. Denn alle Weisen in meinem Reiche können mir die Deutung nicht kundtun; du aber vermagst es, denn der Geist der heiligen Götter ist in dir.»
21924#Daniel,4,16#16. Darauf war Daniel, der auch Beltsazzar heisst, eine Zeitlang starr vor Entsetzen, und seine Gedanken ängstigten ihn. Da hob der König an und sprach: Beltsazzar, ängstige dich nicht ob des Traumes und seiner Deutung! Beltsazzar antwortete und sprach: O Herr, der Traum komme über deine Feinde! über deine Widersacher komme, was er bedeutet!
21925#Daniel,4,17#17. Der Baum, den du gesehen, der wuchs und stark wurde, dessen Wipfel bis an den Himmel reichte und dessen Krone bis ans Ende der ganzen Erde,
21926#Daniel,4,18#18. dessen Laubwerk schön war und der Früchte die Fülle trug, an dem Nahrung für alle war, unter dem die Tiere des Feldes weilten und in dessen Zweigen die Vögel des Himmels wohnten -
21927#Daniel,4,19#19. der Baum, o König, bist du, der du gross und stark bist, dessen Grösse gewachsen ist und bis an den Himmel reicht und dessen Herrschaft sich bis ans Ende der Erde erstreckt.
21928#Daniel,4,20#20. Dass aber der König gesehen hat, wie ein Wächter, ein heiliger, vom Himmel herabstieg und gebot: «Hauet den Baum um und verderbet ihn! doch seinen Wurzelstock lasst in der Erde, in Banden von Eisen und Erz, im Grün des Feldes; vom Tau des Himmels soll er benetzt werden und sein Teil haben bei den Tieren des Feldes, bis sieben Zeiten über ihn dahingegangen sind»,
21929#Daniel,4,21#21. das bedeutet, o König - und zwar ist es der Beschluss des Höchsten, der über meinen Herrn, den König, ergangen ist -:
21930#Daniel,4,22#22. man wird dich aus der Gesellschaft der Menschen ausstossen, bei den Tieren des Feldes wird dein Aufenthalt sein, und von Gras wirst du dich nähren wie das Vieh; vom Tau des Himmels wirst du benetzt werden, und sieben Zeiten werden über dich dahingehen, bis du erkennst, dass der Höchste Gewalt hat über das Königtum der Menschen und dass er es gibt, wem er will.
21931#Daniel,4,23#23. Und dass befohlen wurde, den Wurzelstock des Baumes stehen zu lassen, das bedeutet: dein Reich bleibt dir erhalten, sobald du erkennst, dass der Himmel die Macht hat.
21932#Daniel,4,24#24. Darum, o König, lass dir meinen Rat gefallen: mache deine Sünden wieder gut durch Wohltun und deine Missetaten durch Barmherzigkeit gegen die Elenden, ob dann vielleicht dein Glück von Dauer ist.
21933#Daniel,4,25#25. Dies alles ging in Erfüllung an König Nebukadnezar.
21934#Daniel,4,26#26. Zwölf Monate später nämlich erging sich der König einst auf dem königlichen Palaste zu Babel.
21935#Daniel,4,27#27. Da hob er an und sprach: Ist das nicht das grosse Babel, das ich durch meine gewaltige Macht und zum Ruhme meiner Majestät als Herrschersitz gebaut habe?
21936#Daniel,4,28#28. Noch hatte der König nicht ausgeredet, da kam eine Stimme vom Himmel: Dir, König Nebukadnezar, wird gesagt: «Das Königtum ist von dir genommen!
21937#Daniel,4,29#29. Man wird dich aus der Gesellschaft der Menschen ausstossen, bei den Tieren des Feldes wird dein Aufenthalt sein, von Gras wirst du dich nähren wie das Vieh, und sieben Zeiten werden über dich dahingehen, bis du erkennst, dass der Höchste Gewalt hat über das Königtum der Menschen und dass er es gibt, wem er will.»
21938#Daniel,4,30#30. Zur selben Stunde ward das Wort an Nebukadnezar erfüllt: er wurde aus der Gesellschaft der Menschen ausgestossen, nährte sich von Gras wie das Vieh, und sein Leib ward benetzt vom Tau des Himmels, bis sein Haar so lang war wie Adlerfedern und seine Nägel wie Vogelkrallen.
21939#Daniel,4,31#31. Am Ende jener Tage-1- aber erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kam mir wieder. Da dankte ich dem Höchsten und lobte und pries den Ewigen: Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, und sein Königtum währt von Geschlecht zu Geschlecht. -1) d.h. der sieben Zeiten.
21940#Daniel,4,32#32. Alle Erdenbewohner sind wie nichts geachtet, nach seinem Belieben verfährt er mit dem Himmelsheer, und niemand ist, der seiner Hand wehren und zu ihm sagen dürfte: Was tust du da? -Hiob 9,12; Jes. 40,17.
21941#Daniel,4,33#33. Zu derselben Zeit kam mir mein Verstand wieder, und zum Ruhme meiner Herrschaft kehrte auch meine Majestät und mein Glanz wieder. Meine Räte und Grossen suchten mich auf, ich wurde wieder über mein Reich gesetzt, und noch grössere Macht ward mir gegeben.
21942#Daniel,4,34#34. Nun lobe und erhebe und preise ich, Nebukadnezar, den König des Himmels: All sein Tun ist Wahrheit, und sein Walten ist gerecht und die da hochmütig wandeln, die vermag er zu demütigen.
21943#Daniel,5,1#1. DER König Belsazzar veranstaltete für seine tausend Grossen ein glänzendes Mahl, und in Gegenwart der Tausend sprach er dem Weine zu.
21944#Daniel,5,2#2. In der Weinlaune nun befahl Belsazzar, die goldenen und silbernen Gefässe, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggeführt hatte, herbeizubringen, damit der König und seine Grossen, seine Gemahlinnen und Nebenfrauen daraus tränken. -Dan. 1,2; 2.Chr. 36,10.
21945#Daniel,5,3#3. Da brachte man die goldenen und silbernen Gefässe, die aus dem Tempel Gottes in Jerusalem weggenommen worden waren, und der König und seine Grossen, seine Gemahlinnen und Nebenfrauen tranken daraus.
21946#Daniel,5,4#4. Sie tranken Wein und priesen die goldenen und silbernen, ehernen, eisernen, hölzernen und steinernen Götter.
21947#Daniel,5,5#5. Zur selben Stunde kamen Finger einer Menschenhand zum Vorschein, die schrieben dem Leuchter gegenüber auf die getünchte Wand des königlichen Palastes, und der König sah die Hand, die da schrieb.
21948#Daniel,5,6#6. Da verfärbte sich das Antlitz des Königs, und beängstigende Gedanken befielen ihn, seine Hüftgelenke wurden kraftlos, und seine Kniee schlugen aneinander.
21949#Daniel,5,7#7. Und der König schrie, man solle die Beschwörer, die Chaldäer und die Sterndeuter hereinholen. Dann hob der König an und sprach zu den Weisen Babels: Wer diese Schrift lesen kann und mir kundtut, was sie bedeutet, der soll mit Purpur bekleidet werden und um den Hals die goldene Kette tragen, und er soll als einer der drei obersten Beamten im Reiche herrschen.
21950#Daniel,5,8#8. Nun kamen wohl alle die Weisen des Königs herein, aber sie konnten die Schrift nicht lesen noch dem König sagen, was sie bedeute.
21951#Daniel,5,9#9. Da befiel den König Belsazzar grosse Angst, und sein Antlitz verfärbte sich; seine Grossen aber waren bestürzt.
21952#Daniel,5,10#10. Infolge der Rufe des Königs und seiner Grossen kam die Königin(-Mutter) in den Festsaal, hob an und sprach: O König, mögest du ewiglich leben! Lass dich nicht ängstigen von deinen Gedanken, und dein Antlitz braucht sich nicht zu verfärben.
21953#Daniel,5,11#11. Es ist in deinem Reiche ein Mann, in dem der Geist der heiligen Götter ist und bei dem zu deines Vaters Zeiten Erleuchtung und Verstand und göttergleiche Weisheit gefunden ward. Ihn hat der König Nebukadnezar, dein Vater, zum Obersten der Gelehrten, Beschwörer, Chaldäer und Sterndeuter eingesetzt, -Dan. 2,48; 4,6.
21954#Daniel,5,12#12. weil ein ausserordentlicher Geist und Einsicht und Verstand, Träume auszulegen, Rätsel zu deuten und Knoten zu lösen, bei diesem Daniel gefunden ward, dem der König den Namen Beltsazzar gab. Lass nun Daniel rufen, und er wird dir die Deutung kundtun.
21955#Daniel,5,13#13. Da wurde Daniel vor den König geführt. Und der König hob an und sprach zu Daniel: Bist du Daniel, einer von den verbannten Judäern, die mein Vater, der König, aus Juda hergebracht hat?
21956#Daniel,5,14#14. Ich habe von dir gehört, dass der Geist der Götter in dir sei und dass man bei dir Erleuchtung und Verstand und ausserordentliche Weisheit gefunden habe.
21957#Daniel,5,15#15. Nun hat man die Weisen und die Beschwörer vor mich geführt, damit sie die Schrift da lesen und mir kundtun sollten, was sie bedeutet, doch sie sind nicht imstande, mir zu sagen, was die Sache bedeutet.
21958#Daniel,5,16#16. Von dir aber habe ich gehört, dass du Deutungen zu geben und Knoten zu lösen vermögest. Nun denn, wenn du die Schrift da zu lesen und mir zu sagen vermagst, was sie bedeutet, so sollst du mit Purpur bekleidet werden und um den Hals die goldene Kette tragen, und du sollst als einer der drei obersten Beamten im Reiche herrschen.
21959#Daniel,5,17#17. Da antwortete Daniel und sprach vor dem König: Behalte deine Gaben für dich und gib deine Geschenke einem andern; doch die Schrift will ich dem König lesen und ihm kundtun, was sie bedeutet.
21960#Daniel,5,18#18. O König! der höchste Gott hatte deinem Vater Nebukadnezar Königswürde und Grösse, Ehre und Majestät gegeben,
21961#Daniel,5,19#19. und ob der Grösse, die er ihm verliehen, zitterten und bebten vor ihm die Völker aller Nationen und Zungen: er tötete, wen er wollte, und liess am Leben, wen er wollte; er erhöhte, wen er wollte, und erniedrigte, wen er wollte.
21962#Daniel,5,20#20. Doch als sich sein Herz überhob und er hochmütig ward bis zur Vermessenheit, wurde er von seinem königlichen Throne gestürzt, und seine Ehre ward ihm genommen.
21963#Daniel,5,21#21. Er wurde aus der Gesellschaft der Menschen ausgestossen, sein Sinn wurde dem eines Tieres gleich, und er hatte seinen Aufenthalt bei den Wildeseln; er nährte sich von Gras wie das Vieh, und sein Leib ward benetzt vom Tau des Himmels, bis er erkannte, dass der höchste Gott Gewalt hat über das Königtum der Menschen und dass er darüber setzen kann, wen er will. -Dan. 4,22.
21964#Daniel,5,22#22. Du aber, sein Sohn Belsazzar, hast dich nicht gedemütigt, wiewohl du dies alles wusstest,
21965#Daniel,5,23#23. sondern du hast dich über den Herrn des Himmels erhoben; man hat die Gefässe seines Tempels vor dich bringen müssen, und nun trinkst du daraus Wein mit deinen Grossen, deinen Gemahlinnen und Nebenfrauen. Die silbernen und goldenen, ehernen, eisernen, hölzernen und steinernen Götter, die doch nicht sehen und hören und keinen Verstand haben, hast du gepriesen, dem Gott aber, in dessen Hand dein Odem liegt und bei dem dein ganzes Geschick steht, dem hast du die Ehre versagt.
21966#Daniel,5,24#24. Da ist denn von ihm die Hand gesandt und die Schrift dort geschrieben worden.
21967#Daniel,5,25#25. Die Schrift aber, die da geschrieben steht, lautet: Mene, Mene, Thekel, Upharsin.
21968#Daniel,5,26#26. Und dies ist die Deutung der Worte: Mene, Gott hat dein Königtum gezählt und es preisgegeben.
21969#Daniel,5,27#27. Thekel, du bist auf der Waage gewogen und zu leicht erfunden worden.
21970#Daniel,5,28#28. Pheres, dein Reich ist zerteilt und den Medern und Persern gegeben worden.
21971#Daniel,5,29#29. Da gab Belsazzar Befehl, und man bekleidete Daniel mit Purpur und legte ihm die goldene Kette um den Hals; auch rief man öffentlich aus, dass er als einer der drei obersten Beamten im Reiche herrschen solle. -1.Mo. 41,42.43.
21972#Daniel,5,30#30. In derselben Nacht wurde Belsazzar, der chaldäische König, getötet, -Jes. 47,11; Jer. 51,53.
21973#Daniel,5,31#31. -1-und Darius, der Meder, empfing das Königtum im Alter von 62 Jahren. -1) die Lutherbibel hat für Kap. 5,31; 6,1-28 die Zählung 6,1-29.
21974#Daniel,6,1#1. DARIUS fand für gut, über das Reich 120 Satrapen zu setzen, die im ganzen Reiche verteilt sein sollten,
21975#Daniel,6,2#2. über diese aber drei Oberbeamte, deren einer Daniel war, damit jene Satrapen ihnen Rechenschaft ablegten und der König nicht zu Schaden käme.
21976#Daniel,6,3#3. Da tat sich dieser Daniel vor allen Oberbeamten und Satrapen hervor, weil ein ausserordentlicher Geist in ihm war, sodass ihn der König über das ganze Reich zu setzen gedachte.
21977#Daniel,6,4#4. Daher suchten die Oberbeamten und Satrapen an Daniel einen Vorwand zur Anklage in Sachen der Staatsgeschäfte zu finden, aber sie konnten an ihm keinen Vorwand noch irgend etwas Schlechtes ausfindig machen; denn er war treu, und es war an ihm keine Nachlässigkeit noch irgend etwas Schlechtes zu entdecken.
21978#Daniel,6,5#5. Da sprachen jene Männer: Wir werden an diesem Daniel keinen Vorwand zur Anklage finden, es sei denn, wir finden etwas wider ihn in seiner Religion.
21979#Daniel,6,6#6. Darauf stürmten diese Oberbeamten und Satrapen zum König und sprachen also zu ihm: König Darius, mögest du ewiglich leben!
21980#Daniel,6,7#7. Alle Oberbeamten des Reichs, die Vorsteher und Satrapen, die Staatsräte und Statthalter sind miteinander schlüssig geworden, dass der König ein Gesetz erlassen und ein Verbot aufstellen möge, wonach ein jeder, der innert dreissig Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet ausser von dir, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll.
21981#Daniel,6,8#8. So wollest du nun, o König, das Verbot aufstellen und eine Schrift aufsetzen lassen, die nach dem unwiderruflichen Gesetz der Meder und Perser nicht aufgehoben werden darf. -Esth. 1,19.
21982#Daniel,6,9#9. Daraufhin liess der König Darius die Schrift mit dem Verbot aufsetzen.
21983#Daniel,6,10#10. Als Daniel vernahm, dass die Schrift verfasst sei, ging er in sein Haus, wo er in seinem Obergemach Fenster hatte, die nach Jerusalem hin offenstanden, und er kniete dreimal des Tages nieder, betete und lobpries seinen Gott, wie er zuvor getan hatte. -1.Kön. 8,48; Ps. 55,18.
21984#Daniel,6,11#11. Da stürmten jene Männer herein und fanden Daniel im Gebet und Flehen vor seinem Gott.
21985#Daniel,6,12#12. Darnach traten sie vor den König und sprachen: O König, hast du nicht ein Verbot erlassen, wonach ein jeder, der innert dreissig Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen etwas erbittet ausser von dir, o König, in die Löwengrube geworfen werden soll? Der König antwortete und sprach: Die Sache steht fest nach dem unwiderruflichen Gesetz der Meder und Perser.
21986#Daniel,6,13#13. Da hoben sie an und sprachen vor dem König: Jener Daniel, der zu den verbannten Judäern gehört, achtet deiner nicht, o König, noch des Verbotes, das du erlassen hast; dreimal des Tages verrichtet er sein Gebet.
21987#Daniel,6,14#14. Als der König das hörte, ward er sehr betrübt und sann darauf, Daniel zu erretten, und bis zum Sonnenuntergang war er bemüht, ihn am Leben zu erhalten.
21988#Daniel,6,15#15. Da stürmten jene Männer wieder zum König herein und sprachen zu ihm: Bedenke, o König, es ist Gesetz der Meder und Perser, dass jedes Verbot oder Gebot, das der König erlässt, unwiderruflich ist.
21989#Daniel,6,16#16. Nun gab der König Befehl, und man holte Daniel und warf ihn in die Löwengrube. Und der König hob an und sprach zu Daniel: Dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, er errette dich!
21990#Daniel,6,17#17. Dann wurde ein Stein herbeigebracht und über die Öffnung der Grube gelegt, und der König versiegelte ihn mit seinem Ring und mit den Ringen seiner Grossen, damit in betreff Daniels nichts geändert würde.
21991#Daniel,6,18#18. Darnach ging der König in seinen Palast und verbrachte die Nacht unter Fasten; auch liess er keine Frauen zu sich hereinbringen, und es floh ihn der Schlaf.
21992#Daniel,6,19#19. Am Morgen in der Frühe sodann, sobald der Tag anbrach, stand der König auf und ging eilends zu der Löwengrube.
21993#Daniel,6,20#20. Und als er sich der Grube näherte, rief er Daniel mit schmerzlicher Stimme zu: Daniel, du Knecht des lebendigen Gottes! Hat dich dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, vor den Löwen zu erretten vermocht?
21994#Daniel,6,21#21. Da sprach Daniel zum König: O König, mögest du ewiglich leben!
21995#Daniel,6,22#22. Mein Gott hat seinen Engel gesandt, und der hat den Löwen den Rachen verschlossen, sodass sie mir kein Leid antaten, weil ich vor ihm unschuldig erfunden ward; und auch dir gegenüber, o König, habe ich nichts Unrechtes getan. -Dan. 3,28.
21996#Daniel,6,23#23. Da war der König hocherfreut, und er befahl, Daniel aus der Grube heraufzuziehen, und Daniel wurde aus der Grube heraufgezogen, und es war keinerlei Verletzung an ihm zu finden, weil er seinem Gott vertraut hatte.
21997#Daniel,6,24#24. Dann gab der König Befehl, und man holte jene Männer, die Daniel verleumdet hatten, herbei und warf sie samt ihren Kindern und Frauen in die Löwengrube, und noch ehe sie auf den Boden der Grube gekommen waren, hatten sich die Löwen schon ihrer bemächtigt und ihnen alle Gebeine zermalmt.
21998#Daniel,6,25#25. Darauf schrieb der König Darius an die Völker aller Nationen und Zungen, die auf der ganzen Erde wohnten: Heil euch in Fülle! -Dan. 3,31.
21999#Daniel,6,26#26. Hiermit erlasse ich den Befehl, dass man im ganzen Gebiet meines Reiches vor dem Gott Daniels erzittere und sich fürchte. Denn er ist der lebendige Gott, und er bleibt in Ewigkeit; sein Reich ist unzerstörbar, und seine Herrschaft nimmt kein Ende. -Dan. 2,44.
22000#Daniel,6,27#27. Er errettet und er befreit, er tut Zeichen und Wunder am Himmel und auf Erden, er, der Daniel aus der Gewalt der Löwen errettet hat! -
22001#Daniel,6,28#28. Und diesem Daniel erging es wohl unter der Regierung des Darius und unter der Regierung des Persers Cyrus.
22002#Daniel,7,1#1. IM ersten Jahre Belsazzars, des Königs von Babel, hatte Daniel einen Traum, und was er auf seinem Lager vor Augen schaute, ängstigte ihn. Da schrieb er den Traum nieder:
22003#Daniel,7,2#2. Ich, Daniel, schaute bei Nacht ein Gesicht, und siehe, die vier Winde des Himmels erregten das grosse Meer,
22004#Daniel,7,3#3. und es stiegen vier grosse Tiere aus dem Meere herauf, ein jedes verschieden vom andern.
22005#Daniel,7,4#4. Das erste sah aus wie ein Löwe und hatte Adlersflügel. Ich schaute hin, und auf einmal wurden ihm die Flügel ausgerissen, und es wurde von der Erde aufgehoben und wie ein Mensch auf zwei Füsse gestellt, und Menschenverstand ward ihm gegeben.
22006#Daniel,7,5#5. Und siehe, ein anderes Tier erschien, ein zweites, das glich einem Bären; es war nur auf einer Seite aufgerichtet und hatte drei Rippen im Maul zwischen den Zähnen, und es ward ihm geboten: Auf, friss viel Fleisch!
22007#Daniel,7,6#6. Darnach schaute ich, und siehe, ein weiteres Tier erschien, das glich einem Panther und hatte vier Vogelflügel an seinen Seiten; auch vier Köpfe hatte das Tier, und Macht ward ihm gegeben.
22008#Daniel,7,7#7. Darnach schaute ich in den Nachtgesichten, und siehe, ein viertes Tier erschien, furchtbar und schrecklich und überaus stark. Es hatte grosse eiserne Zähne, es frass und zermalmte, und was übrigblieb, zerstampfte es mit den Füssen; es war anders als alle die Tiere vor ihm und hatte zehn Hörner. -Dan. 2,40.
22009#Daniel,7,8#8. Und ich gab acht auf die Hörner: siehe, da wuchs zwischen ihnen noch ein kleineres Horn empor, und drei von den ersten Hörnern wurden vor ihm ausgerissen; und siehe, an diesem Horn waren Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das redete grosse Dinge.
22010#Daniel,7,9#9. Ich schaute: da wurden Throne aufgestellt, und ein Hochbetagter setzte sich nieder. Sein Gewand war weiss wie Schnee, und das Haar seines Hauptes rein wie Wolle; sein Thron war lodernde Flamme und die Räder daran brennendes Feuer.
22011#Daniel,7,10#10. Ein Feuerstrom ergoss sich und ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht setzte sich nieder, und die Bücher wurden aufgetan.
22012#Daniel,7,11#11. Darnach schaute ich hin ob des Lärms der grossen Worte, die das Horn redete. Ich schaute: da wurde das Tier getötet, sein Leib vernichtet und dem Feuerbrand übergeben.
22013#Daniel,7,12#12. Und den andern Tieren ward ihre Macht genommen und ihre Lebensdauer auf Zeit und Stunde bestimmt.
22014#Daniel,7,13#13. Ich schaute in den Nachtgesichten, und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer, der einem Menschensohn glich, und gelangte bis zu dem Hochbetagten, und er wurde vor ihn geführt. -Hes. 1,26; Offb. 1,13; 14,14.
22015#Daniel,7,14#14. Ihm wurde Macht verliehen und Ehre und Reich, dass die Völker aller Nationen und Zungen ihm dienten. Seine Macht ist eine ewige Macht, die niemals vergeht, und nimmer wird sein Reich zerstört. -Dan. 2,44.
22016#Daniel,7,15#15. Darob wurde ich, Daniel, im Geiste bekümmert, und mich ängstigte, was ich vor Augen schaute.
22017#Daniel,7,16#16. Da trat ich zu einem von denen, die dastanden, und erbat mir von ihm über all dies sichere Kunde. Und er antwortete mir und liess mich wissen, was die Dinge bedeuteten:
22018#Daniel,7,17#17. «Diese grossen Tiere, die vier, bedeuten: vier Könige werden erstehen auf Erden,
22019#Daniel,7,18#18. und die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen, und sie werden das Reich behalten auf immer und ewig.»
22020#Daniel,7,19#19. Darauf begehrte ich sichere Kunde über das vierte Tier zu erfahren, das von allen andern verschieden war, überaus furchtbar, das eiserne Zähne und eherne Klauen hatte, das frass und zermalmte und, was übrigblieb, mit den Füssen zerstampfte,
22021#Daniel,7,20#20. und über die zehn Hörner auf seinem Kopf und über das andere, das emporwuchs und vor dem drei Hörner ausfielen, das Augen hatte und ein großsprecherisches Maul und grösser anzusehen war als die andern.
22022#Daniel,7,21#21. Ich schaute: und jenes Horn führte Krieg mit den Heiligen und überwältigte sie, -Offb. 13,7.
22023#Daniel,7,22#22. bis dass der Hochbetagte kam und das Gericht zusammentrat und die Macht den Heiligen des Höchsten verliehen ward und die Zeit da war und die Heiligen das Reich in Besitz nahmen.
22024#Daniel,7,23#23. Er antwortete also: «Das vierte Tier bedeutet: ein viertes Reich wird auf Erden sein, verschieden von allen andern Reichen; das wird die ganze Erde verschlingen, wird sie zerstampfen, zermalmen.
22025#Daniel,7,24#24. Die zehn Hörner bedeuten: aus diesem Reiche werden zehn Könige aufstehen, und ein andrer wird aufstehen nach ihnen; der wird verschieden sein von den frühern, und er wird drei Könige stürzen. -Offb. 17,12.
22026#Daniel,7,25#25. Er wird Reden wider den Höchsten führen, und die Heiligen des Höchsten wird er quälen und wird trachten, Zeiten und Gesetz zu verändern; und sie werden in seine Gewalt gegeben sein bis auf eine Zeit und (zwei) Zeiten und eine halbe Zeit. -Dan. 12,7.
22027#Daniel,7,26#26. Dann aber wird das Gericht zusammentreten, und jenem König wird die Macht genommen werden, endgültig zerstört und vernichtet.
22028#Daniel,7,27#27. Und das Reich und die Herrschaft und die Macht über alle Reiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden. Ihr Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte müssen ihnen dienen und untertan sein.»
22029#Daniel,7,28#28. Hier endet der Bericht. Mich, Daniel, ängstigten meine Gedanken gar sehr, und mein Antlitz verfärbte sich, und ich behielt die Sache in meinem Sinn.
22030#Daniel,8,1#1. IM dritten Jahr der Regierung des Königs Belsazzar erschien mir, Daniel, ein Gesicht, nach jenem, das mir früher erschienen war. -Dan. 7,1.
22031#Daniel,8,2#2. Ich schaute im Gesichte, und es war, da ich schaute, als sei ich in der Burg Susa, die in der Landschaft Elam liegt, und ich sah mich im Gesichte am Flusse Ulai.
22032#Daniel,8,3#3. Da erhob ich meine Augen und schaute, und siehe, an dem Flusse stand ein Widder, der hatte zwei Hörner, und die Hörner waren sehr hoch, das eine aber war höher als das andre, und das höhere wuchs zuletzt empor.
22033#Daniel,8,4#4. Ich sah, wie der Widder gegen Westen und Norden und Süden stiess, und kein Tier vermochte vor ihm zu bestehen, und niemand errettete aus seiner Gewalt; er tat, was er wollte, und wurde gross.
22034#Daniel,8,5#5. Und ich merkte auf, und siehe, ein Ziegenbock kam von Westen daher über die ganze Erde, ohne den Boden zu berühren, und der Bock hatte auf der Stirn ein ansehnliches Horn.
22035#Daniel,8,6#6. Und er kam bis zu dem Widder mit den zwei Hörnern, den ich am Flusse stehen sah, und lief gegen ihn an mit grimmiger Kraft,
22036#Daniel,8,7#7. und ich sah, wie er den Widder erreichte. Er ergrimmte wider den Widder und stiess ihn und zerbrach ihm die beiden Hörner; und der Widder hatte nicht Kraft genug, um ihm standzuhalten. So warf er ihn denn zu Boden und zertrat ihn, und niemand war da, den Widder aus seiner Gewalt zu erretten.
22037#Daniel,8,8#8. Und der Ziegenbock wurde über die Massen gross; doch als er am stärksten war, da brach das grosse Horn ab, und vier andre wuchsen hervor an dessen Statt nach den vier Winden des Himmels.
22038#Daniel,8,9#9. Und aus einem von ihnen ging ein andres, kleines Horn hervor; das wuchs gewaltig gegen Süden und Osten und gegen die Zierde-1-. -Dan. 7,8.   1) d.h. das heilige Land.
22039#Daniel,8,10#10. Und es hob sich bis an das Heer des Himmels hinan, und es warf etliche von dem Heer und den Sternen zur Erde hinab und zertrat sie.
22040#Daniel,8,11#11. Ja, bis zum Fürsten des (Himmels-)Heeres hob es sich empor, und diesem wurde das tägliche Opfer entzogen und die Stätte seines Heiligtums wurde gestürzt.
22041#Daniel,8,12#12. Und auf das tägliche Opfer wurde das Frevelopfer gelegt, und die Wahrheit wurde zu Boden geworfen; und was das Horn unternahm, das gelang ihm.
22042#Daniel,8,13#13. Darauf hörte ich einen Heiligen-1- reden, und ein andrer Heiliger sprach zu dem, der da redete: «Bis wann gilt das Gesicht? bis wann bleibt das tägliche Opfer aufgehoben und wird der verwüstende Frevel aufgelegt und das Heiligtum zertreten?» -Dan. 11,31.   1) d.h. einen Engel.
22043#Daniel,8,14#14. Und er antwortete ihm: «Bis zu 2 300 Abenden und Morgen; alsdann wird das Heiligtum wieder zu seinem Rechte kommen.» -Dan. 7,25.
22044#Daniel,8,15#15. Als ich, Daniel, das Gesicht sah und mich mühte, es zu verstehen, siehe, da stand einer vor mir, der anzusehen war wie ein Mann.
22045#Daniel,8,16#16. Und ich hörte eine Menschenstimme über dem Ulai, die rief und sprach: Gabriel! Erkläre diesem das Gesicht! -Dan. 9,21; Lk. 1,26.
22046#Daniel,8,17#17. Und er kam dahin, wo ich stand. Ich erschrak, als er kam, und fiel auf mein Angesicht. Da sprach er zu mir: Merke auf, Menschensohn! Das Gesicht geht auf die Endzeit.
22047#Daniel,8,18#18. Als er so zu mir redete, ward ich ohnmächtig und lag mit dem Angesicht auf der Erde; und er rührte mich an und stellte mich aufrecht auf meine Füsse.
22048#Daniel,8,19#19. Dann sprach er: Siehe, ich tue dir kund, was in der letzten Zeit des Zornes geschehen wird; denn auf die Endzeit geht das Gesicht.
22049#Daniel,8,20#20. Der Widder mit den zwei Hörnern, den du gesehen hast, das sind die Könige von Medien und Persien.
22050#Daniel,8,21#21. Der Ziegenbock ist der König von Griechenland, und das grosse Horn auf seiner Stirn ist der erste König.
22051#Daniel,8,22#22. Und dass an Stelle des abgebrochenen Hornes vier andre traten, bedeutet: aus seinem Volke werden vier Reiche erstehen, aber nicht so gewaltig, wie er war.
22052#Daniel,8,23#23. Und in der letzten Zeit ihrer Herrschaft, wenn die Frevler das Mass (ihrer Sünden) voll gemacht haben, wird ein König erstehen von grimmem Antlitz und in Ränken erfahren. -Dan. 11,21.
22053#Daniel,8,24#24. Seine Kraft wird gewaltig sein, und ungeheures Unheil wird er anrichten; er wird Erfolg haben in seinem Tun, und Gewaltige wird er verderben. 25. Wider die Heiligen
22054#Daniel,8,25#ist seine Klugheit gerichtet, und seine Ränke gelingen ihm; in seinem Herzen sinnt er auf Grosses, und unversehens bringt er über viele Verderben. Gegen den Fürsten der Fürsten lehnt er sich auf, doch ohne Zutun von Menschenhand wird er zerschmettert. -Dan. 11,24.
22055#Daniel,8,26#26. Und das Gesicht von den Abenden und Morgen, das geoffenbart worden ist, ist Wahrheit. Du aber verwahre das Gesicht; denn es geht auf eine ferne Zeit. -Dan. 12,4.
22056#Daniel,8,27#27. Darauf war ich, Daniel, eine Zeitlang krank; dann aber stand ich wieder auf und besorgte des Königs Geschäfte. Und ich war bestürzt über das Gesicht und verstand es nicht.
22057#Daniel,9,1#1. IM ersten Jahre des Darius, des Sohnes des Ahasveros-1- aus dem Geschlecht der Meder, der zum König über das Reich der Chaldäer gemacht worden war, -1) d.i. Xerxes.
22058#Daniel,9,2#2. im ersten Jahre seiner Regierung achtete ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, die nach dem Wort des Herrn, das an den Propheten Jeremia ergangen war, über den Trümmern Jerusalems dahingehen sollten, nämlich siebzig Jahre. -Jer. 25,11.12; 29,10.
22059#Daniel,9,3#3. Da wandte ich mein Angesicht zu Gott dem Herrn, um unter Fasten in Sack und Asche zu beten und zu flehen.
22060#Daniel,9,4#4. Und ich betete zu dem Herrn, meinem Gott, und legte mein Bekenntnis ab und sprach: Ach Herr, du grosser und furchtbarer Gott, der du denen, die dich lieben und deine Gebote halten, den Bund und die Gnade bewahrst, -5.Mo. 7,9; Neh. 1,5.
22061#Daniel,9,5#5. wir haben gesündigt und uns verschuldet, wir sind gottlos gewesen und abgefallen, wir sind abgewichen von deinen Geboten und deinen Satzungen.
22062#Daniel,9,6#6. Wir haben auch nicht gehört auf deine Knechte, die Propheten, die in deinem Namen zu unsern Königen und Fürsten, zu unsern Vätern und zu dem ganzen Volk des Landes geredet haben.
22063#Daniel,9,7#7. Du, o Herr, bleibst im Rechte, wir aber müssen vor Scham erröten, wie es jetzt am Tage liegt, wir, die Männer Judas und die Bewohner Jerusalems und alle Israeliten, sie seien nah oder fern, in allen Ländern, in welche du sie verstossen hast ob der Untreue, die sie an dir begangen haben.
22064#Daniel,9,8#8. Ja, Herr, vor Scham erröten müssen wir, unsre Könige, unsre Fürsten und unsre Väter, weil wir wider dich gesündigt haben.
22065#Daniel,9,9#9. Bei dem Herrn, unserm Gott, aber ist Erbarmen und Vergebung; denn wir sind von ihm abgefallen -Ps. 130,4.
22066#Daniel,9,10#10. und haben nicht auf die Stimme des Herrn, unsres Gottes, gehört, sodass wir nach den Weisungen gewandelt hätten, die er uns durch seine Knechte, die Propheten, vorgelegt hat.
22067#Daniel,9,11#11. Ganz Israel hat dein Gesetz übertreten und ist abgewichen, indem es nicht auf deine Stimme gehört hat. So hat sich denn der Fluch und Schwur, der im Gesetze Moses, des Knechtes Gottes, geschrieben steht, über uns ergossen, weil wir wider Gott gesündigt haben. -3. Mo. 26,14-39; 5.Mo. 27,15-26; 28,15-68.
22068#Daniel,9,12#12. Und er hat das Wort wahr gemacht, das er wider uns und unsre Herrscher, die über uns regierten, geredet hat, indem er grosses Unheil über uns brachte, desgleichen nirgends unter dem ganzen Himmel geschehen ist wie in Jerusalem.
22069#Daniel,9,13#13. Ja, wie es im Gesetze Moses geschrieben steht, ist all dies Unheil über uns gekommen. Dennoch haben wir den Herrn, unsern Gott, nicht begütigt, indem wir uns von unsern Missetaten bekehrt und auf deine Wahrheit geachtet hätten.
22070#Daniel,9,14#14. Darum war der Herr auf das Unheil bedacht und liess es über uns kommen; denn der Herr, unser Gott, ist gerecht in allen Werken, die er tut. Wir aber hörten nicht auf seine Stimme.
22071#Daniel,9,15#15. Und nun, o Herr, unser Gott, der du dein Volk mit starker Hand aus dem Lande Ägypten geführt und dir bis auf den heutigen Tag einen Namen gemacht hast, wir haben gesündigt, sind gottlos gewesen.
22072#Daniel,9,16#16. O Herr, lass doch, wie du allzeit barmherzig gewesen bist, deinen Zorn und Grimm sich abwenden von deiner Stadt Jerusalem, deinem heiligen Berge! Denn um unsrer Sünden und um der Missetaten unsrer Väter willen ist Jerusalem und dein Volk ein Gegenstand des Hohnes für alle, die um uns her wohnen.
22073#Daniel,9,17#17. Und nun höre, unser Gott, auf das Gebet und Flehen deines Knechtes und lass dein Angesicht über dein verwüstetes Heiligtum leuchten um deinetwillen, Herr! -4.Mo. 6,25.
22074#Daniel,9,18#18. Neige, mein Gott, dein Ohr und höre, öffne deine Augen und schaue unsre Verwüstung und die Stadt, die deinen Namen trägt! Denn nicht im Vertrauen auf unsre Verdienste bringen wir unser Flehen vor dich, sondern im Vertrauen auf deine grosse Barmherzigkeit.
22075#Daniel,9,19#19. O Herr, höre! Herr, vergib! Herr, merke auf und greife ein ohne Zögern um deinetwillen, mein Gott! Denn deinen Namen tragen deine Stadt und dein Volk. -Jer. 14,9.
22076#Daniel,9,20#20. Während ich noch redete und betete und meine und meines Volkes Israel Sünde bekannte und mein Flehen für den heiligen Berg meines Gottes vor den Herrn, meinen Gott, brachte,
22077#Daniel,9,21#21. während ich also noch das Gebet sprach, kam der Mann Gabriel, den ich früher im Gesichte gesehen hatte, in eiligem Fluge zu mir heran, um die Zeit des Abendopfers. -Dan. 8,16.
22078#Daniel,9,22#22. Er kam und redete mit mir. Daniel, sprach er, eben jetzt bin ich ausgegangen, dir klare Auskunft zu geben.
22079#Daniel,9,23#23. Als du zu flehen anhobst, erging ein (Gottes-)Wort, und ich bin gekommen, es kundzutun; denn du bist lieb und wert. So merke denn auf das Wort und achte auf das Gesicht!
22080#Daniel,9,24#24. Siebzig (Jahr-)Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, bis der Frevel vollendet und das Mass der Sünde voll ist, bis die Schuld gesühnt und ewige Gerechtigkeit gebracht, bis Gesicht und Prophet bestätigt und ein Hochheiliges gesalbt wird.
22081#Daniel,9,25#25. Und du sollst wissen und verstehen: Von der Zeit an, da das Wort erging, dass Jerusalem zurückgeführt und wieder aufgebaut werden solle, bis wieder ein Gesalbter, ein Fürst, erscheint, sind sieben Wochen; und 62 Wochen lang wird es wiederum aufgebaut sein mit Plätzen und Strassen. Und am Ende der Zeiten, -Esra 1,2.
22082#Daniel,9,26#26. nach den 62 Wochen, wird ein Gesalbter ohne Richterspruch ausgerottet werden, und die Stadt und das Heiligtum werden vernichtet samt einem Fürsten. Dann kommt das Ende mit Verheerung, und bis zum Ende ist Krieg.
22083#Daniel,9,27#27. Und für die Masse des Volks wird der Gottesdienst eine Woche lang aufgehoben sein; die Hälfte der Woche wird Schlacht- und Speisopfer aufhören, und auf das Heilige-1- kommt ein Greuel der Verwüstung zu stehen, bis Vertilgung und Strafgericht sich über die Verwüstung ergiesst. -Dan. 8,12.13; 11,31; 12,11; Mt. 24,15.  1) d.h. den Altar.
22084#Daniel,10,1#1. IM dritten Jahre des Königs Cyrus von Persien ward dem Daniel, den man Beltsazzar nannte, ein Wort geoffenbart, und das Wort ist Wahrheit und bedeutet grosse Mühsal. Und er hatte acht auf das Wort, und es ward ihm Verständnis des Gesichts verliehen.
22085#Daniel,10,2#2. Zu jener Zeit übte ich, Daniel, drei Wochen lang Kasteiung:
22086#Daniel,10,3#3. wohlschmeckende Speise ass ich nicht, Fleisch und Wein kamen nicht in meinen Mund; ich salbte mich auch niemals, bis volle drei Wochen um waren.
22087#Daniel,10,4#4. Am 24. Tage des ersten Monats, als ich am Gestade des grossen Stromes, des Tigris, weilte,
22088#Daniel,10,5#5. erhob ich meine Augen und schaute mich um: siehe, da stand vor mir ein Mann, in Linnen gekleidet und die Lenden mit feinem Golde von Ophir umgürtet. -Dan. 8,15.
22089#Daniel,10,6#6. Sein Leib war wie Chrysolith, und sein Antlitz leuchtete wie Blitzesschein; seine Augen brannten wie Feuerfackeln, seine Arme und Beine funkelten wie poliertes Erz, und der Schall seiner Worte tönte wie das Tosen einer Volksmenge. -Hes. 1,7.26-28.
22090#Daniel,10,7#7. Nur ich, Daniel, sah die Erscheinung; die Männer, die bei mir waren, sahen die Erscheinung nicht, doch befiel sie ein grosser Schrecken, sodass sie flohen und sich verbargen.
22091#Daniel,10,8#8. So blieb ich allein zurück und sah diese gewaltige Erscheinung. Da entschwand all meine Kraft; mein Antlitz verfärbte sich und ward entstellt, und alle Kraft verliess mich. -Dan. 7,28; 8,18.
22092#Daniel,10,9#9. Ich hörte den Schall seiner Worte, und als ich ihn hörte, sank ich betäubt auf mein Angesicht zur Erde.
22093#Daniel,10,10#10. Und siehe, eine Hand rührte mich an und half mir, mich zitternd auf Kniee und Hände zu stützen.
22094#Daniel,10,11#11. Und er sprach zu mir: Daniel, du liebwerter Mann, merke auf die Worte, die ich zu dir reden werde, und stelle dich aufrecht auf deine Füsse; denn ich bin jetzt zu dir gesandt worden. Und als er so zu mir redete, richtete ich mich zitternd auf.
22095#Daniel,10,12#12. Da sprach er zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel! denn schon am ersten Tage, da dein Herz danach verlangte, zu verstehen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden, und eben ich bin um deiner Worte willen gekommen.
22096#Daniel,10,13#13. Der (Engel-)Fürst des Perserreichs stand 21 Tage lang wider mich; aber siehe, Michael, einer der obersten (Engel-)Fürsten, kam mir zu Hilfe. Ich habe ihn nun daselbst allein gelassen bei dem (Engel-)Fürsten der Perserkönige
22097#Daniel,10,14#14. und bin gekommen, dich erkennen zu lassen, was deinem Volk widerfahren wird am Ende der Tage; denn wiederum geht das Gesicht auf die Tage (der Endzeit).
22098#Daniel,10,15#15. Während er so mit mir redete, blickte ich zur Erde und blieb stumm.
22099#Daniel,10,16#16. Siehe, da rührte etwas wie eine Menschenhand an meine Lippen, und ich konnte den Mund wieder auftun und sprechen; und ich sagte zu dem, der vor mir stand: O Herr, ob der Erscheinung hat jäher Schmerz mich befallen, und alle Kraft hat mich verlassen. -Dan. 8,15.
22100#Daniel,10,17#17. Wie könnte ein so geringer Knecht meines Herrn mit einem so hohen Herrn reden? Vor Schrecken ist keine Kraft mehr in mir, und der Atem ist mir benommen.
22101#Daniel,10,18#18. Und der wie ein Mensch aussah, berührte mich abermals und stärkte mich.
22102#Daniel,10,19#19. Und er sprach: Fürchte dich nicht, du liebwerter Mann, Friede sei mit dir. Sei fest und unentwegt! Als er mit mir redete, fühlte ich mich gestärkt und sprach: Wohlan, Herr, rede, denn du hast mich gestärkt.
22103#Daniel,10,20#20. Da sprach er: Weisst du, warum ich zu dir gekommen bin? Nun will ich zurückkehren, mit dem (Engel-)Fürsten Persiens zu kämpfen. Und sobald ich von ihm loskomme, so erscheint auch schon der (Engel-)Fürst von Griechenland,
22104#Daniel,10,21#21. -1-*(a) Doch ich will dir nun kundtun, was aufgezeichnet ist im Buche der Wahrheit: (b) und nicht einer tritt mir stark zur Seite wider jene, ausser dass Michael, euer (Engel-)Fürst, -1) V. 21 - 11,1: Versreihenfolge in Originalüs: 21b, 1, 21a.
22105#Daniel,11,1#1. mir stärkend und schützend beisteht.-1- -1) s. Anm. zu Dan. 10,21.
22106#Daniel,11,2#2. Siehe, es werden in Persien noch drei Könige aufstehen; der vierte aber wird grössern Reichtum erwerben als alle. Und wenn er durch seinen Reichtum mächtig geworden ist, wird er alles aufbieten wider das Reich der Griechen. -Esra 4,5-7.
22107#Daniel,11,3#3. Alsdann wird ein heldenhafter König aufstehen, der gewaltig herrschen und tun wird, was ihm beliebt.
22108#Daniel,11,4#4. Und wenn er am stärksten ist, wird sein Reich zerbrochen und nach den vier Winden des Himmels zerteilt; nicht an seine Nachkommen wird es fallen und nicht so machtvoll sein wie unter ihm, sondern sein Reich wird zerstört und andern als jenen zuteil.
22109#Daniel,11,5#5. Und der König des Südens wird mächtig werden; aber einer von seinen Feldherrn wird noch mächtiger werden als er und wird herrschen; gewaltig wird seine Herrschaft sein.
22110#Daniel,11,6#6. Und nach Jahren werden sie sich verbünden, und die Tochter des Königs des Südens wird zum König des Nordens ziehen, um Frieden zu schaffen. Aber dieses Mittel wird nichts vermögen, und seine Streitkräfte werden nicht standhalten, sondern sie wird dahingegeben werden samt denen, die sie gebracht haben, samt ihrem Kind und dem, der sie gefreit. Zu der Zeit
22111#Daniel,11,7#7. wird ein Spross aus ihren Wurzeln sich erheben an seiner Statt; der wird gegen die Heeresmacht ziehen und in die Festung des Königs des Nordens eindringen, und er wird sein Werk an ihnen vollbringen und stark sein.
22112#Daniel,11,8#8. Auch ihre Götter samt ihren Gussbildern und ihren kostbaren Geräten, Silber und Gold, wird er als Beute nach Ägypten führen, und dann wird er jahrelang abstehen von dem König des Nordens;
22113#Daniel,11,9#9. der aber wird in das Reich des Königs des Südens ziehen und wieder in sein Land zurückkehren.
22114#Daniel,11,10#10. Und sein Sohn wird zum Kriege rüsten und gewaltige Streitkräfte sammeln, und er wird gegen jenen ziehen, wird überschwemmen und überfluten, und beim zweiten Zuge wird er bis an dessen Festung vordringen.
22115#Daniel,11,11#11. Da wird der König des Südens erbittert werden, er wird ausziehen und mit ihm kämpfen, mit dem König des Nordens. Der wird zwar ein grosses Heer aufstellen, doch dieses Heer wird in seine-1- Hand gegeben. -1) d.h. des Feindes.
22116#Daniel,11,12#12. Das Heer wird vernichtet, und sein Herz wird stolz; Zehntausende wirft er nieder, aber er zeigt sich nicht stark.
22117#Daniel,11,13#13. Und der König des Nordens wird abermals ein Heer aufstellen grösser als das vorige, und nach einigen Jahren wird er gegen jenen heranziehen mit grosser Heeresmacht und gewaltigem Tross.
22118#Daniel,11,14#14. In jenen Zeiten werden viele wider den König des Südens aufstehen, auch aus deinem Volke werden Gewalttätige sich erheben, damit die Weissagung sich erfülle, und werden zu Falle kommen.
22119#Daniel,11,15#15. Und der König des Nordens wird kommen, wird einen Damm aufschütten und eine feste Stadt einnehmen; die Streitkräfte des Südens werden nicht standhalten, und auch seine auserlesene Mannschaft vermag nicht zu widerstehen.
22120#Daniel,11,16#16. Und der, der wider ihn ausgezogen, wird schalten nach seinem Belieben, und niemand wird vor ihm standhalten. So wird er Fuss fassen im Lande der Zierde-1-, und es fällt ganz in seine Hand. -1) d.h. im heiligen Lande.
22121#Daniel,11,17#17. Und er wird seinen Sinn darauf richten, sein ganzes Reich in seine Gewalt zu bekommen; er wird mit ihm Frieden schliessen und ihm eine Frau geben, um es zu verderben. Aber es wird nicht zustande kommen und ihm nicht gelingen.
22122#Daniel,11,18#18. Darnach wird er den Sinn auf die Meeresgestade richten und ihrer viele einnehmen. Aber ein Feldherr wird seinem Hohn ein Ende machen, siebenfach wird er ihm seinen Hohn heimzahlen.
22123#Daniel,11,19#19. Dann wird er den Sinn auf die Festungen seines Landes richten, wird aber dabei zu Falle kommen und stürzen und nicht mehr gefunden werden.
22124#Daniel,11,20#20. Und an seiner Statt wird einer aufstehen, der einen Steuervogt die Zierde des Reiches-1- durchziehen lässt, aber nach kurzer Zeit wird er zerschmettert, weder durch Zorn noch durch Krieg. -1) d.h. das heilige Land.
22125#Daniel,11,21#21. An dessen Statt wird ein verächtlicher Mensch aufstehen, dem die königliche Würde nicht bestimmt war; der wird unversehens kommen und sich des Reiches durch Ränke bemächtigen. -Dan. 8,25.
22126#Daniel,11,22#22. Heere werden vor ihm hinweggeschwemmt, und zerschmettert wird auch der Fürst des Bundes-1-. -1) d.h. der Hohepriester.
22127#Daniel,11,23#23. Nach der Befreundung mit ihm handelt er tückisch; er zieht heran und wird mächtig mit wenig Volk.
22128#Daniel,11,24#24. Unversehens dringt er in die fruchtbarsten Gegenden einer Landschaft ein und tut, was weder seine Väter noch seine Vorväter getan. Raub und Beute und Habe teilt er unter sie aus, und wider Festungen macht er seine Anschläge - eine Zeitlang.
22129#Daniel,11,25#25. Dann rafft er seine Kraft und seinen Mut zusammen, mit grossem Kriegsheer wider den König des Südens zu ziehen, und der König des Südens rüstet zum Kriege mit grosser und überaus starker Streitmacht; doch er wird nicht standhalten, weil man Anschläge wider ihn schmiedet.
22130#Daniel,11,26#26. Die eignen Tischgenossen richten ihn zugrunde; sein Heer wird hinweggeschwemmt, und viele fallen erschlagen.
22131#Daniel,11,27#27. Die beiden Könige aber sinnen auf Arges, und am selben Tische zusammensitzend belügen sie einander. Doch es wird ihnen nicht gelingen; denn das Ende kommt erst zur bestimmten Zeit.
22132#Daniel,11,28#28. Darnach kehrt er mit grossem Gut in sein Land zurück, und sein Sinn ist wider den heiligen Bund gerichtet; und er führt es aus und kehrt dann zurück in sein Land.
22133#Daniel,11,29#29. Zur bestimmten Zeit aber zieht er abermals wider den Süden; doch das zweite Mal wird es nicht gehen wie das erste.
22134#Daniel,11,30#30. Denn Chittäerschiffe werden wider ihn kommen, und er wird verzagen. Dann wird er abermals seinen Grimm auslassen an dem heiligen Bund und wird wiederum achthaben auf die, welche den heiligen Bund verlassen.
22135#Daniel,11,31#31. Streitkräfte von ihm werden dastehen; die werden das Heiligtum, die Burg, entweihen, das tägliche Opfer abschaffen und den Greuel der Verwüstung aufrichten. -Dan. 9,27.
22136#Daniel,11,32#32. Und die am Bunde freveln, wird er durch glatte Worte zum Heidentum verleiten; aber das Volk derer, die ihren Gott kennen, wird stark bleiben und danach handeln.
22137#Daniel,11,33#33. Und die Weisen im Volke werden viele zur Einsicht bringen; doch eine Zeitlang werden sie Unglück haben durch Schwert und durch Feuer, durch Wegführung und durch Beraubung.
22138#Daniel,11,34#34. Und während sie Unglück haben, wird ihnen eine kleine Hilfe zuteil, und viele werden sich heuchlerisch ihnen anschliessen.
22139#Daniel,11,35#35. Von den Weisen werden manche fallen, damit eine Läuterung unter ihnen gewirkt werde, eine Sichtung und Reinigung bis zur Endzeit; denn es währt noch bis zur bestimmten Zeit.
22140#Daniel,11,36#36. Und der König wird schalten nach seinem Belieben; er wird sich überheben und grosstun wider jeden Gott, und wider den höchsten Gott wird er unerhörte Reden führen, und er wird Erfolg haben, bis das Ende des Zornes gekommen ist. Denn was beschlossen ist, wird ausgeführt. -Dan. 7,25; 2.Thes. 2,4.
22141#Daniel,11,37#37. Er kümmert sich nicht um die Götter seiner Väter, kümmert sich nicht um den Liebling der Frauen-1- noch um sonst einen Gott; denn er tut gross wider alle. -1) gemeint ist wohl der Gott Thammus, vgl. Hes. 8,14.
22142#Daniel,11,38#38. Statt dessen ehrt er den Gott der Burgen-1-, ehrt einen Gott, den seine Väter nicht kannten, mit Gold und Silber, mit Edelgestein und Kleinodien. -1) vermutlich der röm. Gott Jupiter.
22143#Daniel,11,39#39. In die festen Burgen legt er Kriegsvolk eines fremden Gottes. Die ihn anerkennen, die ehrt er hoch, er gibt ihnen Gewalt über viele und verteilt ihnen Land zur Belohnung.
22144#Daniel,11,40#40. In der Endzeit aber wird der König des Südens mit ihm zusammenstossen. Der König des Nordens wird mit Wagen und Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen; er wird in die Länder einfallen, wird überschwemmen und überfluten.
22145#Daniel,11,41#41. Er wird auch in das Land der Zierde-1- kommen, und Zehntausende werden fallen; folgende aber werden aus seiner Hand entrinnen: Edom und Moab und der Rest der Ammoniter. -1) d.h. das heilige Land.
22146#Daniel,11,42#42. Und er wird seine Hand nach den Ländern ausstrecken, und das Land Ägypten wird nicht entgehen.
22147#Daniel,11,43#43. Er wird Herr werden über die Schätze von Gold und Silber und über alle Kleinodien Ägyptens; Libyer und Äthiopier werden in seinem Gefolge sein.
22148#Daniel,11,44#44. Aber Gerüchte aus Osten und Norden werden ihn erschrecken, und in grossem Grimm wird er ausziehen, um viele zu verderben und zu vernichten.
22149#Daniel,11,45#45. Und er wird seine Prunkgezelte zwischen dem Meer und dem Berge der heiligen Zierde-1- aufschlagen. Da wird er sein Ende finden, und niemand wird ihm helfen. -Dan. 7,26.   1) d.h. dem Zion.
22150#Daniel,12,1#1. Zu jener Zeit wird sich Michael erheben, der grosse (Engel-)Fürst, der die Söhne deines Volkes beschützt, und es wird eine Zeit der Bedrängnis sein, wie noch keine gewesen ist, seit Völker bestehen, bis auf jene Zeit. Und in jener Zeit wird dein Volk errettet werden, ein jeder, der sich aufgezeichnet findet im Buche (des Lebens). -Dan. 10,21; Offb. 12,7.
22151#Daniel,12,2#2. Und viele von denen, die schlafen im Erdenstaube, werden erwachen, die einen zu ewigem Leben, die andern zu Schmach, zu ewigem Abscheu. -Joh. 5,29.
22152#Daniel,12,3#3. Die Weisen aber werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste und, die viele zur Gerechtigkeit geführt, wie die Sterne immer und ewig. -Spr. 4,18; Mt. 13,43.
22153#Daniel,12,4#4. Du aber, Daniel, verschliesse die Worte und versiegle das Buch bis auf die Endzeit. Viele werden es durchforschen, und die Erkenntnis wird wachsen. -Dan. 8,26.
22154#Daniel,12,5#5. Und ich, Daniel, schaute, und siehe, zwei andre (Engel) standen da, der eine diesseits des Stromes, der andre jenseits des Stromes.
22155#Daniel,12,6#6. Und einer sprach zu dem Mann im Linnengewande, der über den Wassern des Stromes stand: Wann kommt das wunderbare Ende? -Dan. 10,5.
22156#Daniel,12,7#7. Da hörte ich, wie der Mann im Linnengewande, der über den Wassern des Stromes stand, die Rechte und die Linke zum Himmel erhoben, bei dem Ewiglebenden schwur: Nach einer Zeit, (zwei) Zeiten und einer halben Zeit; und wenn die Macht des Zerstörers des heiligen Volkes ein Ende hat, wird sich dies alles erfüllen. -Dan. 7,25.
22157#Daniel,12,8#8. Ich hörte es zwar, aber ich verstand es nicht, und ich sprach: O Herr, was ist das Ende von diesen Dingen?
22158#Daniel,12,9#9. Er antwortete: Geh, Daniel, denn die Worte bleiben verschlossen und versiegelt bis zur Endzeit.
22159#Daniel,12,10#10. Viele werden gesichtet und gereinigt und geläutert werden, aber die Gottlosen werden gottlos handeln; kein Gottloser wird es verstehen, aber die Weisen werden es verstehen.
22160#Daniel,12,11#11. Von der Zeit an, da das tägliche Opfer abgeschafft und der Greuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind es 1 290 Tage. -Dan. 8,11; 9,27; 11,31.
22161#Daniel,12,12#12. Wohl dem, der ausharrt und 1 335 Tage erreicht!
22162#Daniel,12,13#13. Du nun gehe hin und ruhe! Du wirst zu deinem Erbteil erstehen am Ende der Tage.

20533#Hesekiel,1,1#1. ES begab sich im dreissigsten-1-* Jahre, am fünften Tage des vierten Monats, als ich am Flusse Chebar unter den Verbannten war, da tat sich der Himmel auf, und ich sah göttliche Gesichte. -1) es ist das Jahr 593 v.Chr. gemeint.
20534#Hesekiel,1,2#2. <Am fünften Tage des Monats nämlich - es war das fünfte Jahr nach der Verbannung des Königs Jojachin - -2.Kön. 24,15.
20535#Hesekiel,1,3#3. erging das Wort des Herrn an den Priester Ezechiel, den Sohn Busis, im Lande der Chaldäer am Flusse Chebar, und es kam daselbst die Hand des Herrn über ihn.> -Hes. 3,22; 8,1; 33,22.
20536#Hesekiel,1,4#4. Ich sah aber, wie ein Sturmwind daherkam von Norden her und eine grosse Wolke, umgeben von strahlendem Glanz und einem unaufhörlichen Feuer, aus dessen Mitte es blinkte wie Glanzerz.
20537#Hesekiel,1,5#5. Und mitten darin erschienen Gestalten wie von vier lebenden Wesen; die waren anzusehen wie Menschengestalten.
20538#Hesekiel,1,6#6. Und ein jedes hatte vier Gesichter und ein jedes vier Flügel. -Hes. 10,14.
20539#Hesekiel,1,7#7. Ihre Beine waren gerade, und ihre Fußsohle war wie die Fußsohle eines Kalbes, und sie funkelten wie blankes Erz.
20540#Hesekiel,1,8#8. Unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten hatten sie Menschenhände, und die Flügel von allen vieren
20541#Hesekiel,1,9#9. berührten einander, und ihre Gesichter wandten sich nicht um, wenn sie gingen; ein jedes ging gerade vor sich hin.
20542#Hesekiel,1,10#10. Ihre Gesichter aber sahen so aus: ein Menschengesicht nach vorn bei allen vieren, ein Löwengesicht auf der rechten Seite bei allen vieren, ein Stiergesicht auf der linken Seite bei allen vieren und ein Adlergesicht bei allen vieren nach innen.
20543#Hesekiel,1,11#11. Und ihre Flügel waren nach oben hin ausgespannt bei allen vieren; bei einem jeden berührten sich zwei Flügel mit denen der andern, während zweie ihre Leiber bedeckten.
20544#Hesekiel,1,12#12. Ein jedes ging gerade vor sich hin; wohin sie der Geist zu gehen trieb, dahin gingen sie, ohne sich im Gehen zu wenden.
20545#Hesekiel,1,13#13. Und zwischen den lebenden Wesen war es anzusehen, wie wenn feurige Kohlen brennten; es war anzusehen, als würden Fackeln zwischen den lebenden Wesen hin und her fahren, und das Feuer hatte einen strahlenden Glanz, und aus dem Feuer fuhren Blitze.
20546#Hesekiel,1,14#14. Und die lebenden Wesen liefen hin und her, dass es aussah wie Blitze.
20547#Hesekiel,1,15#15. Weiter sah ich neben jedem der vier lebenden Wesen ein Rad auf dem Boden.
20548#Hesekiel,1,16#16. Das Aussehen der Räder war wie der Schimmer eines Chrysoliths, und die vier Räder waren alle von gleicher Gestalt, und sie waren so gearbeitet, als wäre je ein Rad mitten in dem andern. -Hes. 10,9.
20549#Hesekiel,1,17#17. Sie konnten nach allen vier Seiten gehen, ohne sich im Gehen zu wenden.
20550#Hesekiel,1,18#18. Und ich sah, dass sie Felgen hatten, und ihre Felgen waren voll Augen ringsherum an allen vier (Rädern).
20551#Hesekiel,1,19#19. Wenn die lebenden Wesen gingen, so gingen auch die Räder neben ihnen; und wenn sich die lebenden Wesen vom Boden erhoben, so erhoben sich auch die Räder.
20552#Hesekiel,1,20#20. Wohin jene der Geist zu gehen trieb, dahin gingen auch die Räder, und sie erhoben sich zugleich mit jenen; denn der Geist der lebenden Wesen war in den Rädern.
20553#Hesekiel,1,21#21. Wenn jene gingen, gingen auch sie, und wenn jene stillstanden, standen auch sie still, und wenn jene sich vom Boden erhoben, so erhoben sich auch die Räder zugleich mit ihnen; denn der Geist der lebenden Wesen war in den Rädern.
20554#Hesekiel,1,22#22. Und über den Häuptern der lebenden Wesen war etwas wie eine feste Platte-1-, schimmernd wie furchtbarer Kristall, hingebreitet oben über ihren Häuptern. -1) aüs: «Feste» o. «Gewölbe».
20555#Hesekiel,1,23#23. Und unter der festen Platte waren ihre Flügel ausgespannt, je einer an den andern reichend, und ein jedes hatte deren zwei, die ihre Leiber bedeckten.
20556#Hesekiel,1,24#24. Und wenn sie gingen, hörte ich ihre Flügel rauschen gleich dem Rauschen grosser Wasser, gleich der Stimme des Allmächtigen, und ein Getöse wie das eines Heerlagers. Wenn sie aber stillstanden, senkten sie ihre Flügel. -Hes. 10,5.
20557#Hesekiel,1,24#
20558#Hesekiel,1,25#25. Und siehe, über der festen Platte, die über ihrem Haupte lag, 26. war es anzusehen wie Saphirstein mit etwas wie einem Thron darauf; und auf dem, was wie ein Thron aussah, war eine Gestalt wie ein Mensch anzusehen, oben darauf. -Hes. 10,1; 2.Mo. 24,10; Offb. 4,1-3.
20559#Hesekiel,1,27#27. Und ich sah es blinken wie Glanzerz von der Stelle an aufwärts, die aussah, als wären es ihre Hüften; abwärts aber von der Stelle an, die aussah, als wären es ihre Hüften, sah ich einen Schein wie von Feuer, und strahlender Glanz umgab rings die Gestalt.
20560#Hesekiel,1,28#28. Wie der Bogen, der am Regentag in den Wolken erscheint, so war der strahlende Glanz ringsum anzusehen. Das war das Aussehen der Gestalt, in der die Herrlichkeit des Herrn erschien. Als ich sie sah, fiel ich auf mein Angesicht, und ich hörte die Stimme eines, der da redete.
20561#Hesekiel,2,1#1. Der sprach zu mir: Menschensohn, stelle dich auf deine Füsse, ich will mit dir reden.
20562#Hesekiel,2,2#2. Und als er zu mir redete, kam Geist in mich und stellte mich auf meine Füsse, und ich hörte den, der zu mir redete.
20563#Hesekiel,2,3#3. Er sprach zu mir: Menschensohn, ich will dich zu den Kindern Israels senden, den abtrünnigen, die von mir abtrünnig geworden sind, sie wie ihre Väter, bis auf diesen heutigen Tag.
20564#Hesekiel,2,4#4. Zu den Kindern mit frechem Antlitz und verstocktem Herzen will ich dich senden, und du sollst zu ihnen sagen: «So spricht Gott der Herr!»
20565#Hesekiel,2,5#5. Mögen sie dann hören, oder mögen sie es lassen - denn sie sind ein widerspenstiges Geschlecht -, sie sollen erkennen, dass ein Prophet unter ihnen aufgetreten ist. -Hes. 3,11.27.
20566#Hesekiel,2,6#6. Du aber, Menschensohn, fürchte dich nicht vor ihnen und erschrick nicht vor ihren Worten, wenn Disteln und Dornen um dich sind und du unter Skorpionen wohnst. Fürchte dich nicht vor ihren Worten und erschrick nicht vor ihrem Angesicht; denn sie sind ein widerspenstiges Geschlecht. -Jer. 1,8.
20567#Hesekiel,2,7#7. Rede zu ihnen meine Worte, mögen sie nun hören, oder mögen sie es lassen; denn sie sind ein widerspenstiges Geschlecht.
20568#Hesekiel,2,8#8. Du aber, Menschensohn, höre, was ich zu dir rede; sei nicht widerspenstig wie das widerspenstige Geschlecht. Tue deinen Mund auf und iss, was ich dir gebe.
20569#Hesekiel,2,9#9. Und ich sah, wie eine Hand gegen mich ausgestreckt war, und siehe, sie hielt eine Schriftrolle.
20570#Hesekiel,2,10#10. Und er breitete sie vor mir aus, und sie war auf der Vorderseite und auf der Rückseite beschrieben, und es waren darauf geschrieben Klage und Ach und Wehe.
20571#Hesekiel,3,1#1. Und er sprach zu mir: Menschensohn, iss diese Rolle und gehe hin und rede zum Hause Israel. -Offb. 10,9.
20572#Hesekiel,3,2#2. Da öffnete ich meinen Mund, und er gab mir die Rolle zu essen
20573#Hesekiel,3,3#3. und sprach zu mir: Menschensohn, speise deinen Leib und fülle deine Eingeweide mit dieser Rolle, die ich dir gebe. Da ass ich sie, und sie wurde in meinem Munde so süss wie Honig. -Ps. 19,11; Jer. 15,16.
20574#Hesekiel,3,4#4. Dann sprach er zu mir: Menschensohn, auf, gehe zum Hause Israel und rede zu ihnen meine Worte.
20575#Hesekiel,3,5#5. Denn nicht zu einem Volke mit dunkler Sprache oder schwerer Zunge bist du gesandt, sondern zum Hause Israel,
20576#Hesekiel,3,6#6. auch nicht in die Völkerwelt, deren Rede du nicht verstehen könntest. Wenn ich dich zu solchen Leuten sendete, sie würden auf dich hören.
20577#Hesekiel,3,7#7. Aber das Haus Israel wird nicht auf dich hören wollen: denn sie wollen nicht auf mich hören. Das ganze Haus Israel hat eben eine harte Stirn und ein verstocktes Herz.
20578#Hesekiel,3,8#8. Siehe, nun mache ich dein Angesicht hart gleich ihrem Angesicht und deine Stirn hart wie ihre Stirn.
20579#Hesekiel,3,9#9. Wie Diamant, härter als Fels, mache ich deine Stirn. Fürchte dich nicht vor ihnen, und erschrick nicht vor ihrem Angesicht; denn sie sind ein widerspenstiges Geschlecht. -Jes. 50,7; Jer. 1,18.
20580#Hesekiel,3,10#10. Weiter sprach er zu mir: Menschensohn, all meine Worte, die ich zu dir rede, fasse zu Herzen und leihe ihnen dein Ohr!
20581#Hesekiel,3,11#11. Auf, gehe zu den Verbannten, zu den Kindern deines Volkes, rede zu ihnen und sage ihnen, mögen sie es nun hören, oder mögen sie es lassen: «So spricht Gott der Herr!» -Hes. 2,5.7.
20582#Hesekiel,3,12#12. Da hob mich der Geist-1- empor, und ich hörte hinter mir ein gewaltiges Getöse, als sich die Herrlichkeit des Herrn von ihrer Stelle erhob, -Hes. 8,3; 11,1.24.   1) möglich ist auch die Üs: «Wind»; das hebrW. bed. «Wind» und «Geist».
20583#Hesekiel,3,13#13. das Rauschen der Flügel der lebenden Wesen, die einander berührten, und das Rasseln der Räder zugleich mit ihnen, ein gewaltiges Getöse.
20584#Hesekiel,3,14#14. Der Geist aber hob mich empor und entrückte mich, und ich ging dahin voll bitteren Unmuts, und die Hand des Herrn lastete schwer auf mir.
20585#Hesekiel,3,15#15. So kam ich nach Tel-Abib zu den Verbannten, welche am Flusse Chebar wohnten. Dort sass ich sieben Tage lang betäubt unter ihnen.
20586#Hesekiel,3,16#16. Nach sieben Tagen aber erging an mich das Wort des Herrn:
20587#Hesekiel,3,17#17. Menschensohn, zum Wächter habe ich dich bestellt dem Hause Israel: wenn du ein Wort aus meinem Munde vernimmst, so sollst du sie in meinem Namen verwarnen. -Hes. 33,7; Jes. 52,8; 62,6.
20588#Hesekiel,3,18#18. Wenn ich zum Frevler sage: «Du musst sterben!» und du verwarnst ihn nicht und sagst nichts, den Frevler vor seinem frevlen Wandel zu warnen, um ihn am Leben zu erhalten, so wird jener Frevler um seiner Schuld willen sterben, sein Blut aber fordere ich von dir.
20589#Hesekiel,3,19#19. Hast du aber den Frevler verwarnt, und er steht nicht ab von seinem Frevel und seinem Wandel, so wird jener Frevler um seiner Schuld willen sterben, du aber hast deine Seele gerettet.
20590#Hesekiel,3,20#20. Und wenn sich ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit abwendet und Unrecht tut und ich ihn straucheln lasse, so muss er sterben: hast du ihn nicht verwarnt, so stirbt er um seiner Sünde willen, und seiner gerechten Taten, die er getan hat, wird nicht mehr gedacht, sein Blut aber fordere ich von dir. -Hes. 18,24.
20591#Hesekiel,3,21#21. Hast du aber den Gerechten verwarnt, damit er nicht sündige, und er sündigt nicht, so bleibt er am Leben, weil er sich hat warnen lassen, und du hast deine Seele gerettet.
20592#Hesekiel,3,22#22. Und die Hand des Herrn kam über mich, und er sprach zu mir: Stehe auf und gehe hinaus in die Ebene, dort will ich mit dir reden.
20593#Hesekiel,3,23#23. Und ich stand auf und ging hinaus in die Ebene: und siehe da, es stand die Herrlichkeit des Herrn daselbst, wie ich sie am Flusse Chebar geschaut hatte. Da fiel ich auf mein Angesicht, -Hes. 1,3.
20594#Hesekiel,3,24#24. und Geist kam in mich und stellte mich auf die Füsse, und der Herr redete mit mir und sprach zu mir: Gehe heim und schliesse dich in dein Haus ein. -Hes. 2,2.
20595#Hesekiel,3,25#25. Und siehe, Menschensohn, man wird Stricke an dich legen und dich damit binden, sodass du nicht hinausgehen kannst unter die Leute.
20596#Hesekiel,3,26#26. Und ich werde dir die Zunge am Gaumen kleben lassen, dass du stumm bleibest und ihnen nicht ein Strafprediger seiest. Denn sie sind ein widerspenstiges Geschlecht.
20597#Hesekiel,3,27#27. Aber wenn ich mit dir rede, dann will ich deinen Mund auftun, und du sollst zu ihnen sagen: «So spricht Gott der Herr!» Wer dann hören will, der höre, und wer es lassen will, der lasse es! Denn sie sind ein widerspenstiges Geschlecht. -Hes. 2,5.7.
20598#Hesekiel,4,1#1. DU, Menschensohn, nimm dir einen Ziegelstein und lege ihn vor dich hin, dann ritze darauf eine Stadt ein, Jerusalem.
20599#Hesekiel,4,2#2. Erstelle wider sie einen Belagerungswall und baue ein Bollwerk wider sie, schütte einen Damm wider sie auf, errichte Heerlager wider sie und stelle Sturmböcke auf rings um sie her.
20600#Hesekiel,4,3#3. Dann hole dir eine eiserne Platte und stelle sie als eiserne Mauer zwischen dich und die Stadt und richte dein Angesicht wider sie: sie soll belagert sein, und du sollst sie belagern. Ein Zeichen ist dies für das Haus Israel.
20601#Hesekiel,4,4#4. Du, lege dich auf deine linke Seite, und ich will die Schuld des Hauses Israel auf dich legen. So viele Tage du so liegen wirst, so lange sollst du ihre Schuld tragen.
20602#Hesekiel,4,5#5. Ich lege dir die Jahre ihrer Schuld in einer (entsprechenden) Zahl von Tagen auf - 190 Tage -, so lange sollst du die Schuld des Hauses Israel tragen.
20603#Hesekiel,4,6#6. Und wenn du diese Tage vollendet hast, so lege dich auf deine rechte Seite und trage die Schuld des Hauses Juda vierzig Tage lang; je einen Tag für jedes Jahr lege ich dir auf.
20604#Hesekiel,4,7#7. Nun richte dein Angesicht und deinen entblössten Arm auf die Belagerung Jerusalems hin und weissage wider die Stadt.
20605#Hesekiel,4,8#8. Und siehe, ich lege dir Stricke an, dass du dich nicht von einer Seite auf die andre wenden kannst, bis du die Tage deiner Bedrängnis vollendet hast.
20606#Hesekiel,4,9#9. Du, nimm dir Weizen und Gerste, Bohnen und Linsen, Hirse und Spelt und tue das alles zusammen in ein Geschirr und mache dir Brot daraus; so viele Tage, als du auf der Seite liegen musst, iss davon - 190 Tage.
20607#Hesekiel,4,10#10. *Und deine Speise sollst du abgewogen essen, jeden Tag zwanzig Lot; in mehreren Malen sollst du sie essen.
20608#Hesekiel,4,11#11. Auch das Wasser sollst du abgemessen trinken, ein sechstel Hin; in mehreren Malen sollst du es trinken.
20609#Hesekiel,4,12#12. In Form von Gerstenfladen sollst du es essen, auf Menschenkot sollst du es backen vor ihren Augen.
20610#Hesekiel,4,13#13. Und der Herr sprach: So sollen die Israeliten ihr Brot unrein essen unter den Heiden, unter die ich sie verstossen will. -Hos. 9,3.
20611#Hesekiel,4,14#14. Da sprach ich: Ach Herr, mein Gott, siehe, ich bin noch nie verunreinigt gewesen; von meiner Jugend an bis heute habe ich niemals von einem verendeten oder zerrissenen Tier gegessen, und es ist niemals Greuelfleisch in meinen Mund gekommen. -2.Mo. 22,31; Apg. 10,14.
20612#Hesekiel,4,15#15. Da sprach er zu mir: Nun, so gestatte ich dir Kuhmist anstatt Menschenkot; bereite dein Brot darauf.
20613#Hesekiel,4,16#16. Dann sprach er zu mir: Menschensohn, siehe, ich will in Jerusalem die Stütze des Brotes zerbrechen - sie sollen ihr Brot abgewogen essen und in Bekümmernis, und ihr Wasser abgemessen trinken und mit Entsetzen -, -Hes. 5,16; 3.Mo. 26,26.
20614#Hesekiel,4,17#17. damit sie an Brot und Wasser Mangel leiden und sich entsetzen, einer wie der andre, und um ihrer Schuld willen dahinschwinden.
20615#Hesekiel,5,1#1. Du, Menschensohn, nimm dir ein scharfes Schwert! Als Schermesser sollst du es dir nehmen und damit dein Haupthaar und deinen Bart abscheren; darnach nimm dir eine Waage und teile die Haare ab:
20616#Hesekiel,5,2#2. ein Drittel verbrenne inmitten der Stadt, wenn die Tage der Belagerung vollendet sind, ein Drittel zerhaue mit dem Schwert rings um sie her, und ein Drittel streue in den Wind, und ich will das Schwert zücken hinter ihnen her.
20617#Hesekiel,5,3#3. Von dort nimm einige wenige (der Haare) und binde sie in den Zipfel deines Gewandes.
20618#Hesekiel,5,4#4. Und von diesen sollst du abermals einige nehmen und sie ins Feuer werfen und verbrennen. Dann sprich zum ganzen Haus Israel:
20619#Hesekiel,5,5#5. So spricht Gott der Herr: Dies ist Jerusalem! Mitten unter die Heiden habe ich es gesetzt und deren Länder rings um es her.
20620#Hesekiel,5,6#6. Aber es ward widerspenstig und frevelte gegen meine Gesetze mehr als die Heiden und gegen meine Satzungen mehr als die Länder rings um es her; denn sie verachteten meine Gesetze, wandelten nicht in meinen Satzungen.
20621#Hesekiel,5,7#7. Darum spricht Gott der Herr also: Weil ihr widerspenstiger waret als die Heiden rings um euch her, weil ihr nicht in meinen Satzungen gewandelt und meine Gesetze nicht gehalten habt, weil ihr vielmehr getan habt nach den Gesetzen der Heiden rings um euch her,
20622#Hesekiel,5,8#8. darum - so spricht Gott der Herr -, siehe, will ich an dich (Jerusalem)! In deiner Mitte will ich Gericht halten vor den Augen der Heiden,
20623#Hesekiel,5,9#9. will dir antun, dergleichen ich noch nie getan und auch niemals wieder tun werde, um all deiner Greuel willen.
20624#Hesekiel,5,10#10. Darum werden in deiner Mitte Väter ihre Kinder aufessen, und Kinder werden ihre Väter aufessen; ich will in dir Gericht halten und alle, die in dir übrigbleiben, in alle Winde zerstreuen. -Jer. 19,9; 49,36; Kla. 4,10.
20625#Hesekiel,5,11#11. Darum, so wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, weil du mein Heiligtum mit all deinen Scheusalen und mit all deinen Greueln verunreinigt hast, fürwahr, so will auch ich dich verstossen; mein Auge soll nicht gütig blicken, und ich will mich nicht erbarmen. -Hes. 7,4; 8,18; 9,10.
20626#Hesekiel,5,12#12. Ein Drittel von dir soll an der Pest sterben und durch Hunger aufgerieben werden in deiner Mitte, ein Drittel soll durch das Schwert fallen rings um dich her, und ein Drittel will ich in alle Winde zerstreuen und hinter ihnen her das Schwert zücken.
20627#Hesekiel,5,13#13. So wird mein Zorn sich voll auswirken, und ich will meinen Grimm an ihnen stillen; dann werden sie erkennen, dass ich, der Herr, es geredet habe in meinem Eifern, wenn ich meinen Grimm an ihnen auslasse.
20628#Hesekiel,5,14#14. Und ich will dich zur Wüste machen samt deinen Tochterstädten rings um dich her vor den Augen aller, die vorübergehen. -5.Mo. 28,37.
20629#Hesekiel,5,15#15. Zum Schmähwort und zum Hohn, zur Warnung und zum Entsetzen sollst du werden für die Heiden rings um dich her, wenn ich in dir Gericht halte mit meinen grimmigen Strafen - ich, der Herr, habe es geredet -,
20630#Hesekiel,5,16#16. wenn ich die bösen Pfeile des Hungers gegen dich abschiesse, damit sie Verderben bringen - ich werde sie abschiessen, euch zu verderben -, wenn ich dann immer stärkern Hunger über dich bringe und dir die Stütze des Brotes zerbreche, -Hes. 4,16.
20631#Hesekiel,5,17#17. wenn ich Hunger und wilde Tiere wider dich loslasse, damit sie dich der Kinder berauben, wenn Pest und Mord durch dich hinschreiten und ich das Schwert über dich bringe. Ich, der Herr, habe es geredet. -Hes. 14,21; 3.Mo. 26,22.
20632#Hesekiel,6,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn: -Hes. 36,1.
20633#Hesekiel,6,2#2. Menschensohn, richte dein Angesicht gegen die Berge Israels und weissage wider sie!
20634#Hesekiel,6,3#3. Sprich: Ihr Berge Israels, höret das Wort Gottes des Herrn! So spricht Gott der Herr zu den Bergen und Hügeln, zu den Schluchten und Tälern: Wahrlich, ich werde das Schwert über euch bringen und eure Höhenheiligtümer zerstören.
20635#Hesekiel,6,4#4. Eure Altäre sollen verwüstet und eure Sonnensäulen zerbrochen werden, und die unter euch erschlagen werden, lasse ich hinstürzen vor euren Götzen. -3.Mo. 26,30.
20636#Hesekiel,6,5#5. Ich werde die Leichname der Israeliten vor ihre Götzen hinwerfen und eure Gebeine rings um eure Altäre hinstreuen. -2.Kön. 23,14.
20637#Hesekiel,6,6#6. An all euren Wohnsitzen sollen die Städte verödet stehen und die Höhenheiligtümer verwüstet sein, dass eure Altäre öde und wüste liegen, dass eure Götzen zerbrochen und abgetan, eure Sonnensäulen umgehauen und eure Machwerke hinweggetilgt werden.
20638#Hesekiel,6,7#7. Und es sollen Erschlagene mitten unter euch liegen, damit ihr erkennet, dass ich der Herr bin.
20639#Hesekiel,6,8#8. Und wenn dann welche von euch, die dem Schwerte entronnen sind, unter den Völkern sein werden, wenn ihr in die Länder zerstreut werdet,
20640#Hesekiel,6,9#9. so werden eure Entronnenen meiner gedenken unter den Heiden, wohin sie weggeführt worden sind. Und ich werde ihr buhlerisches Herz brechen, das von mir abgewichen ist, und ihre Augen, die buhlerisch nach ihren Götzen schauten; alsdann werden sie sich selbst zum Abscheu werden ob all des Bösen, das sie mit all ihren Greueln verübt haben,
20641#Hesekiel,6,10#10. und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin. Nicht umsonst habe ich gedroht, dieses Unheil über sie zu bringen.
20642#Hesekiel,6,11#11. So spricht Gott der Herr: Klatsche in die Hände und stampfe mit dem Fusse und sprich: Ha! ob all der Greuel des Hauses Israel! Durchs Schwert, durch Hunger und Pest werden sie fallen!
20643#Hesekiel,6,12#12. Wer in der Ferne weilt, wird an der Pest sterben; wer nahe ist, wird durch das Schwert fallen, und wer noch erhalten bleibt, wird Hungers sterben. So will ich meinen Grimm an ihnen auslassen.
20644#Hesekiel,6,13#13. Alsdann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ihre Erschlagenen inmitten ihrer Götzen um ihre Altäre her liegen, auf jedem hohen Hügel, auf allen Gipfeln der Berge, unter jedem grünen Baum und jeder dichtbelaubten Terebinthe, dort, wo sie all ihren Götzen lieblich duftende Opfer darbrachten. -1.Kön. 14,23.
20645#Hesekiel,6,14#14. Und ich will meine Hand wider sie ausrecken und das Land zur Wüste und Einöde machen von der Steppe (Judas) an bis nach Ribla in all ihren Wohnsitzen, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin.
20646#Hesekiel,7,1#1. -1-*Und es erging an mich das Wort des Herrn: -1) der hebrT. ist augenscheinlich besonders in der ersten Hälfte stark verderbt; die altÜs. ermöglichen nur vereinzelt eine Verbesserung. Die gegebene Üs. ist daher vielfach nur ein Notbehelf.
20647#Hesekiel,7,2#2. Du, Menschensohn, sprich: So spricht Gott der Herr zum Lande Israels: Ein Ende kommt! es kommt das Ende über die vier Säume des Landes!
20648#Hesekiel,7,3#3. Jetzt kommt das Ende über dich: ich will meinen Zorn wider dich loslassen und dich richten nach deinem Wandel und dir (die Strafe für) all deine Greuel auflegen.
20649#Hesekiel,7,4#4. Mein Auge soll nicht gütig auf dich blicken, und ich will mich nicht erbarmen, sondern dir (die Strafe für) deinen Wandel auflegen, und deine Greuel sollen in deiner Mitte sich auswirken, und du sollst erkennen, dass ich der Herr bin. -Hes. 8,18.
20650#Hesekiel,7,5#5. So spricht Gott der Herr: Unglück auf Unglück, siehe, es kommt!
20651#Hesekiel,7,6#6. Ein Ende kommt! es kommt das Ende über dich, siehe, es kommt!
20652#Hesekiel,7,7#7. Es kommt die Reihe an dich, du Bewohner des Landes! Es kommt die Zeit, nahe ist der Tag, ein Tag der Bestürzung und nicht des Jauchzens auf den Bergen.
20653#Hesekiel,7,8#8. Nun will ich in kurzem meinen Grimm über dich ausschütten und meinen Zorn an dir auslassen; ich will dich richten nach deinem Wandel und dir (die Strafe für) all deine Greuel auflegen.
20654#Hesekiel,7,9#9. Mein Auge soll nicht gütig blicken, und ich will mich nicht erbarmen; nach deinem Wandel will ich dir (die Strafe) auflegen, und deine Greuel sollen in deiner Mitte sich auswirken, und du sollst erkennen, dass ich, der Herr, es bin, der da schlägt.
20655#Hesekiel,7,10#10. Siehe, der Tag, siehe, er kommt! Hervorgegangen ist die Krone, erblüht ist der Stab, aufgeschossen der Übermut.
20656#Hesekiel,7,11#11. Doch es verwelkt der gottlose Stab; aus ist's mit ihnen, aus ist's mit ihrem Gepränge.
20657#Hesekiel,7,12#12. Es kommt die Zeit, es naht der Tag. Der Käufer freue sich nicht, der Verkäufer gräme sich nicht; denn Zornesglut kommt über all ihr Gepränge.
20658#Hesekiel,7,13#13. Denn der Verkäufer wird nicht zu dem Verkauften zurückkehren, auch wenn sie noch unter den Lebenden am Leben sind; denn Zornesglut kommt über all ihr Gepränge, und keiner wird sein Leben festhalten um seiner Verschuldung willen. -3.Mo. 27,24.
20659#Hesekiel,7,14#14. Stosst nur ins Horn und rüstet nur! Es wird doch niemand in den Kampf ziehen; denn meine Zornesglut kommt über all ihr Gepränge.
20660#Hesekiel,7,15#15. Draussen das Schwert und drinnen die Pest und der Hunger! Wer auf dem Lande ist, wird durch das Schwert umkommen, und wer in der Stadt ist, den werden Hunger und Pest aufreiben.
20661#Hesekiel,7,16#16. Und entrinnen welche von ihnen auf die Berge, so werden sie alle umkommen, ein jeder um seiner Verschuldung willen.
20662#Hesekiel,7,17#17. Alle Hände werden erschlaffen und alle Kniee in Wasser zerfliessen. -Jes. 13,7.
20663#Hesekiel,7,18#18. Sie werden das Trauergewand umlegen, und Zittern wird sie bedecken; auf allen Gesichtern liegt die Scham und auf all ihren Häuptern Kahlheit. -Jes. 15,3; Jer. 48,37.
20664#Hesekiel,7,19#19. Sie werden ihr Silber auf die Gassen werfen, und ihr Gold wird als Unrat gelten. Ihr Silber und Gold vermag sie nicht zu retten am Zornestage des Herrn. Sie werden damit ihre Gier nicht stillen und ihren Leib nicht sättigen können. Denn es ist ihnen ein Anstoss gewesen zur Verschuldung, -Spr. 11,4; Zeph. 1,18.
20665#Hesekiel,7,20#20. und seine schmucke Zier haben sie zur Hoffart verwendet; sie haben daraus ihre greulichen Bilder, ihre Scheusale gefertigt. Darum mache ich es ihnen zum Unrat;
20666#Hesekiel,7,21#21. ich gebe es den Fremden zum Raube preis, den Gottlosesten auf Erden zur Beute,
20667#Hesekiel,7,22#22. und ich wende mein Antlitz von ihnen. Räuber werden mein Kleinod-1- verunreinigen, werden darin eindringen und es entweihen; -1) gemeint ist der Tempel in Jerusalem.
20668#Hesekiel,7,23#23. denn das Land ist voll von Blutschuld und die Stadt voll Gewalttat.
20669#Hesekiel,7,24#24. Ich werde die schlimmsten der Heiden heranführen, und sie werden ihre Häuser in Besitz nehmen. Ich werde ein Ende machen ihrem stolzen Hort, und ihre Heiligtümer sollen entweiht werden.
20670#Hesekiel,7,25#25. Todesangst kommt, und sie werden Rettung suchen, und es gibt keine.
20671#Hesekiel,7,26#26. Schlag kommt auf Schlag, und Schreckenskunde auf Schreckenskunde. Da werden sie beim Propheten (umsonst) Offenbarung suchen; und beim Priester wird keine Belehrung und bei den Ältesten kein Rat mehr sein.
20672#Hesekiel,7,27#27. Der König wird in Trauer sein, der Fürst in Entsetzen sich kleiden, und die Hände des gemeinen Volks werden starr vor Schrecken. Nach ihrem Wandel will ich ihnen tun und über sie urteilen nach ihren eignen Urteilen: sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin.
20673#Hesekiel,8,1#1. UND es begab sich im sechsten Jahre, am fünften Tage des fünften Monats, während ich in meinem Hause sass und die Ältesten Judas vor mir sassen, da kam dort über mich die Hand Gottes des Herrn, -Hes. 1,2; 14,1; 20,1.
20674#Hesekiel,8,2#2. und ich hatte ein Gesicht: Ich sah eine Gestalt, die war anzusehen wie ein Mann; von seinen Hüften abwärts war es anzusehen wie Feuer, und von seinen Hüften aufwärts war es anzusehen wie heller Schein, wie Blinken von Glanzerz. -Hes. 1,4.
20675#Hesekiel,8,3#3. Und er streckte etwas wie eine Hand aus und ergriff mich bei den Haaren meines Hauptes, und der Geist-1- hob mich empor zwischen Himmel und Erde und brachte mich in göttlichen Gesichten nach Jerusalem an den Eingang des Tores zum innern Vorhof, das nach Norden schaut, wo das Eifersuchtsbild sich befindet, das (Gottes) Eifersucht weckt. -Hes. 3,12.   1) vgl. Anm. zu Hes. 3,12.
20676#Hesekiel,8,4#4. Und siehe, dort stand die Herrlichkeit des Gottes Israels, so anzusehen, wie ich sie in der Ebene gesehen hatte. -Hes. 3,23.
20677#Hesekiel,8,5#5. Und er sprach zu mir: Menschensohn, erhebe deine Augen gen Norden! Da erhob ich meine Augen gen Norden; und siehe, nördlich vom Tore stand der Altar jenes Eifersuchtsbildes am Eingang.
20678#Hesekiel,8,6#6. Da sprach er zu mir: Menschensohn, siehst du, was diese treiben? die grossen Greuel, die das Haus Israel hier verübt, indem sie sich von meinem Heiligtum fernhalten? Aber du wirst noch grössere Greuel sehen.
20679#Hesekiel,8,7#7. Und er führte mich an den Eingang des Vorhofs; und ich schaute hin, und siehe, da war ein Loch in der Wand.
20680#Hesekiel,8,8#8. Da sprach er zu mir: Menschensohn, dränge dich durch die Wand! Als ich mich nun durch die Wand drängte, sah ich vor mir eine Tür.
20681#Hesekiel,8,9#9. Und er sprach zu mir: Gehe hinein und schaue die schlimmen Greuel, die sie hier verüben.
20682#Hesekiel,8,10#10. Da ging ich hinein und schaute: siehe, da waren allerlei Bilder von Gewürm und Vieh, Scheusale, auch allerlei Götzen des Hauses Israel ringsherum an der Wand eingegraben,
20683#Hesekiel,8,11#11. und vor ihnen standen siebzig Männer aus den Vornehmen des Hauses Israel, und mitten unter ihnen stand Jaasanja, der Sohn Saphans; ein jeder hatte seine Räucherpfanne in der Hand, und der Duft des Räucherwerks stieg empor.
20684#Hesekiel,8,12#12. Da sprach er zu mir: Menschensohn, hast du gesehen, was die Vornehmen des Hauses Israel im Finstern treiben, indem sich ein jeder sein Bild auswählt? Denn sie sagen: «Der Herr sieht uns nicht; der Herr hat das Land verlassen.» -Hes. 9,9; Hiob 22,13; Ps. 94,7; Jes. 29,15.
20685#Hesekiel,8,13#13. Darnach sprach er zu mir: Du wirst noch grössere Greuel sehen, die sie verüben.
20686#Hesekiel,8,14#14. Und er führte mich an den Eingang des nördlichen Tores zum Tempel des Herrn; dort sah ich Frauen sitzen, die den Thammus beweinten.
20687#Hesekiel,8,15#15. Da sprach er zu mir: Hast du es gesehen, Menschensohn? Du wirst noch grössere Greuel sehen als diese.
20688#Hesekiel,8,16#16. Und er führte mich in den innern Vorhof beim Tempel des Herrn; und siehe, am Eingang des Tempelhauses zwischen der Vorhalle und dem Altar waren etwa 25 Männer, die kehrten dem Tempel des Herrn den Rücken zu und wandten das Angesicht gegen Osten, indem sie die Sonne anbeteten. -5.Mo. 17,3; 2.Kön. 23,5; 2.Chr. 29,6; Jer. 8,2.
20689#Hesekiel,8,17#17. Da sprach er zu mir: Menschensohn, hast du's gesehen? Ist es dem Hause Juda nicht genug, diese Greuel zu tun, die sie hier verüben, dass sie das Land mit Gewalttat erfüllt und mich wieder zum Zorn gereizt haben? Siehe, sie halten sich grüne Zweige an die Nase.
20690#Hesekiel,8,18#18. So will denn auch ich in Zornglut handeln: mein Auge soll nicht gütig blicken, und ich will mich nicht erbarmen! Und wenn sie mir gleich mit lauter Stimme in die Ohren schreien, so werde ich sie doch nicht erhören. -Jes. 1,15.
20691#Hesekiel,9,1#1. Dann hörte ich's mit lauter Stimme rufen: Kommet heran, die ihr das Gericht an der Stadt zu vollstrecken habt, ein jeder sein Zerstörungsgerät in der Hand!
20692#Hesekiel,9,2#2. Und siehe, sechs Männer kamen vom obern Tor her, das gegen Norden gewandt ist, ein jeder sein Zerschmetterungsgerät in der Hand, und mitten unter ihnen ein Mann in Linnen gekleidet, das Schreibzeug an der Seite; die kamen und stellten sich neben den ehernen Altar.
20693#Hesekiel,9,3#3. Die Herrlichkeit des Gottes Israels aber hatte sich von dem Cherub, über dem sie gewesen, zur Schwelle des Tempels hinweggehoben. Und er rief dem Manne, der in Linnen gekleidet war und das Schreibzeug an der Seite hatte,
20694#Hesekiel,9,4#4. und sprach zu ihm: Gehe mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und zeichne ein Kreuz auf die Stirne derer, die seufzen und stöhnen ob all der Greuel, die in der Stadt geschehen. -Offb. 7,3.
20695#Hesekiel,9,5#5. Zu den andern aber hörte ich ihn sagen: Gehet diesem nach durch die Stadt und schlaget drein! Euer Auge soll nicht gütig blicken, und ihr sollt euch nicht erbarmen!
20696#Hesekiel,9,6#6. Greis und Jüngling und Jungfrau, Kind und Weib, sie alle tötet! vernichtet! Doch keinen, der das Kreuzeszeichen trägt, dürft ihr anrühren. Bei meinem Heiligtum sollt ihr anfangen. Und sie fingen bei den Ältesten an, die vor dem Tempel standen. -Jer. 25,29; 1.Petr. 4,17.
20697#Hesekiel,9,7#7. Und er sprach zu ihnen: Verunreinigt den Tempel und füllet die Vorhöfe mit Erschlagenen! Dann gehet hinaus und schlaget drein in der Stadt!
20698#Hesekiel,9,8#8. Als sie nun so dreinschlugen und ich allein zurückblieb, fiel ich auf mein Angesicht, schrie auf und sprach: Ach Herr, mein Gott, willst du den ganzen Rest Israels verderben, dass du deinen Zorn über Jerusalem ausgiessest? -Hes. 11,13.
20699#Hesekiel,9,9#9. Da antwortete er mir: Die Schuld des Hauses Israel und Juda ist über alle Massen gross. Das Land ist voll Blutschuld und die Stadt voll Rechtsbruch. Denn sie sagen: «Der Herr hat das Land verlassen; der Herr sieht es nicht.» -Hes. 8,12.
20700#Hesekiel,9,10#10. So soll denn auch mein Auge nicht gütig blicken, und ich will mich nicht erbarmen; ihren Wandel bringe ich über ihr Haupt. -Hes. 5,11; 8,18.
20701#Hesekiel,9,11#11. Und siehe, der Mann, der in Linnen gekleidet war und das Schreibzeug an der Seite hatte, erstattete Bericht: Ich habe getan, wie du mir befohlen hast.
20702#Hesekiel,10,1#1. Und ich schaute hin, und siehe, über der festen Platte, die sich ob den Häuptern der Cherube befand und anzusehen war wie Saphirstein, war etwas wie ein Thron zu sehen, oben darauf. -Hes. 1,25.26.
20703#Hesekiel,10,2#2. Da sprach er zu dem Manne, der in Linnen gekleidet war: Gehe hinein zwischen die Räder unter den Cheruben und hole zwei Handvoll glühender Kohlen zwischen den Cheruben hervor und streue sie über die Stadt. Und er ging hinein vor meinen Augen. -Hes. 9,2.
20704#Hesekiel,10,3#3. Die Cherube aber standen auf der südlichen Seite des Tempels, als der Mann hineinging, und die Wolke erfüllte den innern Vorhof.
20705#Hesekiel,10,4#4. Da hob sich die Herrlichkeit des Herrn vom Cherub nach der Schwelle des Tempels hinweg, und das Gebäude wurde von der Wolke erfüllt, während der Vorhof voll ward vom Glanze der Herrlichkeit des Herrn. -Hes. 9,3.
20706#Hesekiel,10,5#5. Und das Rauschen der Flügel der Cherube war bis in den äussern Vorhof zu hören gleich der Stimme des allmächtigen Gottes, wenn er redet. -Hes. 1,24.
20707#Hesekiel,10,6#6. Als er nun dem Manne, der in Linnen gekleidet war, befahl: Hole Feuer zwischen den Rädern, zwischen den Cheruben, hervor! ging er hinein und stellte sich neben eines der Räder.
20708#Hesekiel,10,7#7. Dann streckte er seine Hand zwischen den Cheruben hindurch nach dem Feuer, das zwischen den Cheruben war, nahm davon und kam heraus.
20709#Hesekiel,10,8#8. Und es wurde an den Cheruben unter ihren Flügeln etwas wie eine Menschenhand sichtbar.
20710#Hesekiel,10,9#9. Und ich schaute hin, da sah ich vier Räder neben den Cheruben, je ein Rad neben jedem Cherub; und das Aussehen der Räder war wie der Schimmer eines Chrysoliths. -Hes. 1,16.
20711#Hesekiel,10,10#10. Dem Aussehen nach waren sie alle vier von derselben Gestalt, als wäre je ein Rad mitten in dem andern.
20712#Hesekiel,10,11#11. Wenn sie gingen, konnten sie nach allen vier Seiten gehen, ohne sich im Gehen zu wenden; denn in der Richtung, nach der sich das vorderste wandte, gingen sie ihm nach, ohne sich im Gehen zu wenden.
20713#Hesekiel,10,12#12. Ihr ganzer Leib, ihr Rücken, ihre Hände und ihre Flügel, auch die Räder, waren alle ringsum voll Augen, so bei allen vieren.
20714#Hesekiel,10,13#13. Und die Räder an ihnen wurden, wie ich deutlich hörte, «Wirbelwind» genannt.
20715#Hesekiel,10,14#14. Ein jedes hatte vier Gesichter: das erste war ein Stiergesicht, das zweite ein Menschengesicht, das dritte ein Löwengesicht und das vierte ein Adlergesicht. -Hes. 1,10.
20716#Hesekiel,10,15#15. Die Cherube aber erhoben sich. - Das waren die lebenden Wesen, die ich am Flusse Chebar gesehen hatte. -Hes. 1,3-14.
20717#Hesekiel,10,16#16. Wenn die Cherube gingen, so gingen auch die Räder neben ihnen, und wenn die Cherube ihre Flügel schwangen, um sich vom Boden zu erheben, so wichen auch die Räder nicht von ihrer Seite.
20718#Hesekiel,10,17#17. Wenn jene stillstanden, so standen auch sie stille, und wenn jene sich erhoben, so erhoben sie sich mit ihnen; denn der Geist der lebenden Wesen war in ihnen.
20719#Hesekiel,10,18#18. Nun ging die Herrlichkeit des Herrn von der Schwelle des Tempels hinweg und nahm ihren Stand wieder über den Cheruben. -Hes. 9,3.
20720#Hesekiel,10,19#19. Darnach schwangen die Cherube ihre Flügel und erhoben sich bei ihrem Auszug vor meinen Augen vom Boden und die Räder zugleich mit ihnen. Aber am Eingang des östlichen Tores am Tempel des Herrn blieben sie stehen, während die Herrlichkeit des Gottes Israels oben über ihnen stand.
20721#Hesekiel,10,20#20. Das waren die lebenden Wesen, die ich unter dem Gotte Israels am Flusse Chebar gesehen hatte. Und ich erkannte, dass es Cherube waren.
20722#Hesekiel,10,21#21. Ein jeder hatte vier Gesichter und ein jeder vier Flügel, und unter ihren Flügeln war etwas wie Menschenhände.
20723#Hesekiel,10,22#22. Ihre Gesichter aber waren gerade so beschaffen wie die Gesichter, die ich am Flusse Chebar gesehen hatte; und sie gingen ein jeder gerade vor sich hin.
20724#Hesekiel,11,1#1. Da hob mich der Geist-1- empor und führte mich zum östlichen Tor am Tempel des Herrn, das gegen Osten gewandt ist. Und siehe, am Eingang des Tores waren 25 Männer, und ich sah unter ihnen die Volksobersten Jaasanja, den Sohn Assurs, und Pelatja, den Sohn Benajas. -Hes. 3,12; 8,3.   1) vgl. Anm. zu Hes. 3,12.
20725#Hesekiel,11,2#2. Und der Herr sprach zu mir: Menschensohn, das sind die Männer, die auf Frevel sinnen und Böses planen in dieser Stadt,
20726#Hesekiel,11,3#3. die da sprechen: «Sind nicht vor kurzem erst ihre Häuser wieder aufgebaut worden? Sie ist der Topf, und wir sind das Fleisch.»
20727#Hesekiel,11,4#4. Darum weissage wider sie! weissage, Menschensohn!
20728#Hesekiel,11,5#5. Und es fiel auf mich der Geist des Herrn, und er sprach zu mir: Sprich: So spricht der Herr: Das habt ihr gesagt, Haus Israel, und was in eurem Geiste aufgestiegen ist, ich weiss es.
20729#Hesekiel,11,6#6. Ihr habt viele gemordet in dieser Stadt, habt ihre Gassen mit Erschlagenen angefüllt.
20730#Hesekiel,11,7#7. Darum spricht Gott der Herr also: Die Erschlagenen, die ihr in der Stadt hingestreckt habt, die sind das Fleisch, und sie ist der Topf; euch aber werde ich aus ihr herausnehmen.
20731#Hesekiel,11,8#8. Das Schwert fürchtet ihr - und das Schwert will ich über euch bringen, spricht Gott der Herr.
20732#Hesekiel,11,9#9. Ich will euch aus dieser Stadt herausholen und euch Fremden ausliefern und Gerichte an euch vollstrecken.
20733#Hesekiel,11,10#10. Durch das Schwert werdet ihr fallen, an der Grenze Israels will ich euch richten, damit ihr erkennet, dass ich der Herr bin. -2.Kön. 25,21.
20734#Hesekiel,11,11#11. Die Stadt wird nicht euer Topf sein, und ihr werdet nicht das Fleisch darin sein; an der Grenze Israels will ich euch richten,
20735#Hesekiel,11,12#12. damit ihr erkennet, dass ich der Herr bin, nach dessen Geboten ihr nicht gewandelt und dessen Satzungen ihr nicht gehalten habt; vielmehr habt ihr getan nach den Gebräuchen der Heiden rings um euch her.
20736#Hesekiel,11,13#13. Und während ich noch weissagte, starb Pelatja, der Sohn Benajas. Da fiel ich auf mein Angesicht und schrie laut auf und sprach: Ach, Herr mein Gott, willst du denn den Rest Israels völlig vernichten?
20737#Hesekiel,11,14#14. Nun erging an mich das Wort des Herrn:
20738#Hesekiel,11,15#15. Menschensohn, am Leben erhalte ich deine Brüder, deine Verbannungsgenossen und das ganze Haus Israel insgesamt, von denen die Bewohner Jerusalems sagen: «Sie sind fern von dem Herrn; uns ist dieses Land zum Besitz gegeben.»
20739#Hesekiel,11,16#16. Darum sprich: So spricht Gott der Herr: Wohl habe ich sie weit weg unter die Heiden getan und habe sie über die Länder zerstreut, und ich bin ihnen nur wenig zu einem Heiligtum geworden-1- in den Ländern, in die sie gekommen sind. -1) der Sinn dieses Satzes scheint zu sein: ich habe ihnen nur wenig Gelegenheit zur gottesdienstlichen Verehrung gelassen.
20740#Hesekiel,11,17#17. Aber ich werde sie aus den Völkern sammeln und sie aus den Ländern, über die sie zerstreut sind, wieder zusammenbringen und ihnen das Land Israels geben.
20741#Hesekiel,11,18#18. Und wenn sie dorthin gekommen sind, werden sie all seine Scheusale und all seine Greuel daraus hinwegtun.
20742#Hesekiel,11,19#19. Und ich werde ihnen ein andres Herz geben und einen neuen Geist in ihr Inneres legen; ich werde das steinerne Herz aus ihrem Leibe herausnehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben, -Hes. 36,26.27; Jer. 24,7; 32,39.
20743#Hesekiel,11,20#20. damit sie nach meinen Geboten wandeln und meine Satzungen halten und darnach tun. Dann werden sie mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein. -Hes. 14,11; 37,24; Jer. 30,22.
20744#Hesekiel,11,21#21. Diese aber hangen mit ihrem Herzen an ihren Scheusalen und Greueln - ihren Wandel bringe ich über ihr Haupt, spricht Gott der Herr.
20745#Hesekiel,11,22#22. Darnach schwangen die Cherube ihre Flügel, und die Räder (bewegten sich) zugleich mit ihnen, während die Herrlichkeit des Gottes Israels oben über ihnen war. -Hes. 10,19.
20746#Hesekiel,11,23#23. Und die Herrlichkeit des Herrn erhob sich aus der Mitte der Stadt und blieb auf dem Berge stehen, der östlich der Stadt liegt.
20747#Hesekiel,11,24#24. Mich aber hob der Geist-1- empor und brachte mich in einem göttlichen Gesichte wieder zu den Verbannten nach Chaldäa. Dann hob sich das Gesicht, das ich gesehen hatte, von mir hinweg. -1) vgl. Anm. zu Hes. 3,12.
20748#Hesekiel,11,25#25. Und ich erzählte den Verbannten alles, was mich der Herr im Gesichte hatte erleben lassen.
20749#Hesekiel,12,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
20750#Hesekiel,12,2#2. Menschensohn, du wohnst inmitten des widerspenstigen Geschlechts, das Augen hat zu sehen und doch nicht sieht und Ohren zu hören und doch nicht hört; denn sie sind ein widerspenstiges Geschlecht. -Jes. 6,10; Jer. 5,21.
20751#Hesekiel,12,3#3. Du nun, o Menschensohn, rüste dir Wandergeräte bei Tage vor ihren Augen und wandre vor ihren Augen von deinem Wohnort weg an einen andern Ort. Vielleicht sehen sie es; denn sie sind ein widerspenstiges Geschlecht.
20752#Hesekiel,12,4#4. Schaffe deine Geräte wie Wandergeräte hinaus bei Tage vor ihren Augen; du selber aber sollst am Abend vor ihren Augen hinausgehen wie einer, der auswandern muss.
20753#Hesekiel,12,5#5. Vor ihren Augen brich dir ein Loch durch die Wand, und dann gehe dort hinaus.
20754#Hesekiel,12,6#6. Vor ihren Augen sollst du deine Schulter beladen; in finstrer Nacht sollst du von dannen ziehen. Dein Angesicht sollst du verhüllen, damit du das Land nicht siehst; denn ich mache dich zum Wunderzeichen für das Haus Israel. -Hes. 24,24.27.
20755#Hesekiel,12,7#7. Da tat ich, wie mir befohlen war: meine Geräte schaffte ich bei Tage hinaus wie Wandergeräte, und am Abend brach ich mir ein Loch durch die Wand; in finstrer Nacht ging ich hinaus und belud meine Schulter vor ihren Augen.
20756#Hesekiel,12,8#8. Am andern Morgen aber erging an mich das Wort des Herrn:
20757#Hesekiel,12,9#9. Menschensohn, haben nicht die vom Hause Israel, das widerspenstige Geschlecht, zu dir gesagt: «Was machst du da?»
20758#Hesekiel,12,10#10. Sprich denn zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Dieser Ausspruch gilt dem Fürsten zu Jerusalem und allen vom Hause Israel, die dort wohnen.
20759#Hesekiel,12,11#11. Sprich: Ich bin euch ein Wunderzeichen. Wie ich getan habe, so wird ihnen geschehen: in die Verbannung müssen sie wandern als Gefangene.
20760#Hesekiel,12,12#12. Der Fürst aber, der unter ihnen ist, wird seine Schulter beladen und in finstrer Nacht hinausgehen. Durch die Mauer wird er sich ein Loch brechen, um durch dasselbe hinauszukommen; sein Angesicht wird er verhüllen, um das Land nicht zu sehen. -2.Kön. 25,4.7.
20761#Hesekiel,12,13#13. Ich werde mein Fanggarn über ihm ausspannen, und in meinem Netze wird er sich fangen; ich werde ihn nach Babel führen ins Land der Chaldäer, doch sehen wird er es nicht; und dort wird er sterben. -Hes. 17,20; Jer. 39,7.
20762#Hesekiel,12,14#14. Und alle, die um ihn sind, seine Helfer und all seine Heerscharen, werde ich in alle Winde zerstreuen und werde das Schwert hinter ihnen zücken.
20763#Hesekiel,12,15#15. Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich sie unter die Heiden versprenge und über die Länder zerstreue.
20764#Hesekiel,12,16#16. Doch will ich von ihnen einige wenige übriglassen, verschont vom Schwert, von Hunger und Pest, damit sie unter den Heiden, zu denen sie kommen, all ihre Greuel erzählen, auf dass man erkenne, dass ich der Herr bin. -Hes. 6,8.
20765#Hesekiel,12,17#17. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
20766#Hesekiel,12,18#18. Menschensohn, du sollst dein Brot mit Beben essen und dein Wasser mit Zittern und Zagen trinken.
20767#Hesekiel,12,19#19. Und zu dem Volk des Landes sollst du sagen: So spricht Gott der Herr von den Bewohnern Jerusalems im Lande Israels: Sie werden ihr Brot in Bekümmernis essen und ihr Wasser mit Entsetzen trinken - auf dass ihr Land verödet und all seiner Fülle beraubt werde wegen des frevlen Tuns all derer, die darin wohnen.
20768#Hesekiel,12,20#20. Die bewohnten Städte werden veröden, und das Land wird zur Wüste werden, damit ihr erkennet, dass ich der Herr bin.
20769#Hesekiel,12,21#21. Und es erging an mich das Wort des Herrn: -2.Petr. 3,4.
20770#Hesekiel,12,22#22. Menschensohn, was ist das für eine Redensart, die ihr da im Lande Israels braucht: «Die Tage ziehen sich hinaus, und mit allen Gesichten ist es nichts!»
20771#Hesekiel,12,23#23. Darum sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Ich mache dieser Redensart ein Ende, dass man sie in Israel nicht mehr brauchen wird. Nein, sprich zu ihnen: Die Tage sind nahe, und alle Gesichte treffen ein.
20772#Hesekiel,12,24#24. Denn es wird fürder kein Truggesicht und keine gleissnerische Wahrsagung mehr geben im Hause Israel,
20773#Hesekiel,12,25#25. sondern ich, der Herr, werde reden! Was ich rede, das wird geschehen, es wird sich nicht mehr hinausziehen. Ja, in euren Tagen, du widerspenstiges Geschlecht, werde ich ein Wort reden und es auch ausführen, spricht Gott der Herr.
20774#Hesekiel,12,26#26. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
20775#Hesekiel,12,27#27. Menschensohn, siehe, das Haus Israel spricht: «Das Gesicht, das der da schaut, geht auf viel spätere Tage, und von fernen Zeiten weissagt er.»
20776#Hesekiel,12,28#28. Darum sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Alle meine Worte werden sich nicht mehr hinausziehen. Was ich rede, das wird geschehen, spricht Gott der Herr.
20777#Hesekiel,13,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
20778#Hesekiel,13,2#2. Menschensohn, weissage wider die Propheten Israels! Weissage und sprich zu denen, die Propheten ihrer eignen Gedanken sind: Höret das Wort des Herrn!
20779#Hesekiel,13,3#3. So spricht Gott der Herr: Wehe den törichten Propheten, die ihrem eignen Geiste folgen und dem, was sie nicht geschaut haben!
20780#Hesekiel,13,4#4. Gleich Füchsen in Ruinen sind deine Propheten, Israel.
20781#Hesekiel,13,5#5. Sie sind nicht in die Bresche getreten und haben keine Mauer gebaut um das Haus Israel, dass es standhalte im Kampfe am Tage des Herrn. -Hes. 22,30.
20782#Hesekiel,13,6#6. Sie haben Trug geschaut und lügnerische Wahrsagung, sie, die da sprechen: «Der Herr hat geredet», wo doch der Herr sie nicht gesandt hat. Und dann erwarteten sie, dass er das Wort erfülle. -Hes. 22,28.
20783#Hesekiel,13,7#7. Ist nicht Truggesicht, was ihr geschaut, und lügnerische Wahrsagung, was ihr gesprochen habt? Und da sagt ihr: «Der Herr hat geredet», wo ich doch nicht geredet habe.
20784#Hesekiel,13,8#8. Darum spricht Gott der Herr also: Weil ihr Trug redet und Lüge schaut, darum, wahrlich, will ich an euch! spricht Gott der Herr.
20785#Hesekiel,13,9#9. Ich recke meine Hand aus wider die Propheten, die Trug schauen und Lüge wahrsagen. In der Gemeinde meines Volkes sollen sie nicht sein und in dem Verzeichnis des Hauses Israel nicht aufgeschrieben werden, auch sollen sie nicht mehr heimkommen ins Land Israels; dann werdet ihr erkennen, dass ich Gott der Herr bin.
20786#Hesekiel,13,10#10. Darum, ja darum, weil sie mein Volk irreführten, indem sie «Heil!» riefen, wo doch kein Heil war - das Volk baut eine Wand, sie aber streichen Tünche darauf -, -Hes. 22,28; Jer. 6,14.
20787#Hesekiel,13,11#11. sprich zu denen, die Tünche streichen: Siehe, einen überschwemmenden Platzregen will ich senden, Hagelsteine sollen fallen, und ein Sturmwind soll losbrechen!
20788#Hesekiel,13,12#12. Und siehe, die Wand fällt zusammen! Wird man dann nicht zu euch sagen: «Wo ist nun die Tünche, mit der ihr getüncht habt?»
20789#Hesekiel,13,13#13. Darum spricht Gott der Herr also: So lasse ich denn in meinem Grimm einen Sturmwind losbrechen, und ein überschwemmender Platzregen wird kommen durch meinen Zorn und Hagelsteine durch meinen Grimm zur Vernichtung.
20790#Hesekiel,13,14#14. So will ich die Wand niederreissen, die ihr mit Tünche bestrichen habt, und sie zu Boden werfen, dass ihr Fundament blossgelegt wird; sie wird fallen, und ihr werdet darin umkommen, damit ihr erkennet, dass ich der Herr bin.
20791#Hesekiel,13,15#15. Ich will meinen ganzen Grimm auslassen an der Wand und an denen, die sie mit Tünche bestrichen, und man wird zu euch sagen: «Wo ist nun die Wand und wo sind, die sie getüncht haben,
20792#Hesekiel,13,16#16. die Propheten Israels, die über Jerusalem weissagten und für sie Gesichte des Heils schauten, wo doch kein Heil war?» spricht Gott der Herr.
20793#Hesekiel,13,17#17. Du aber, Menschensohn, richte dein Angesicht wider die Töchter deines Volkes, die Prophetinnen ihrer eignen Gedanken sind, und weissage wider sie!
20794#Hesekiel,13,18#18. Sprich: So spricht Gott der Herr: Wehe den Weibern, die (Zauber-)Binden nähen für alle Handgelenke und Kopfüberwürfe machen für Leute jeden Wuchses, um Seelen zu erjagen! Wollt ihr Seelen vernichten, die zu meinem Volke gehören, und Seelen am Leben erhalten zu eurem Vorteil?
20795#Hesekiel,13,19#19. Ihr habt mich bei meinem Volke entweiht um einiger Hände voll Gerste und um etlicher Bissen Brotes willen, um Seelen zu vernichten, die nicht sterben sollten, und Seelen am Leben zu erhalten, die nicht leben sollten, indem ihr mein Volk beloget, das auf Lügen hört.
20796#Hesekiel,13,20#20. Darum spricht Gott der Herr also: Siehe, ich will an eure Binden, mit denen ihr die Seelen erjagt; ich will sie euch von den Armen reissen und die Seelen, die ihr erjagt, freilassen wie Vögel.
20797#Hesekiel,13,21#21. Auch eure Überwürfe will ich zerreissen und mein Volk aus eurer Hand erretten; sie sollen nicht mehr als Fangnetz dienen in eurer Hand, und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin.
20798#Hesekiel,13,22#22. Weil ihr das Herz des Gerechten fälschlich verzagt macht, dem ich nicht wehe tun wollte, dagegen die Hände des Gottlosen stärkt, damit er von seinem bösen Wege nicht umkehre, sodass ich ihn am Leben erhielte, -Jer. 23,14.
20799#Hesekiel,13,23#23. darum sollt ihr nicht mehr Trug schauen und nicht mehr Wahrsagerei treiben; ich will mein Volk aus euren Händen erretten, und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin.
20800#Hesekiel,14,1#1. UND es kamen zu mir etliche von den Ältesten Israels und liessen sich vor mir nieder.
20801#Hesekiel,14,2#2. Da erging an mich das Wort des Herrn:
20802#Hesekiel,14,3#3. Menschensohn, diese Männer haben ihre Götzen in ihr Herz geschlossen, haben diesen Anstoss zur Verschuldung vor sich hingestellt. Soll ich mich da noch von ihnen befragen lassen?
20803#Hesekiel,14,4#4. Darum rede mit ihnen und sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Einen jeden vom Hause Israel, der seine Götzen in sein Herz schliesst und diesen Anstoss zur Verschuldung vor sich hinstellt und dann zum Propheten kommt, dem will ich, der Herr, selbst die Antwort geben wegen seiner vielen Götzen,
20804#Hesekiel,14,5#5. um denen vom Hause Israel ans Herz zu greifen, die sich mir um all ihrer Götzen willen entfremdet haben.
20805#Hesekiel,14,6#6. Darum sprich zum Hause Israel: So spricht Gott der Herr: Kehret um und wendet euer Angesicht ab von euren Götzen, wendet es ab von all euren Greueln!
20806#Hesekiel,14,7#7. Denn wenn immer einer, er sei vom Hause Israel oder von den Fremden, die in Israel wohnen, sich von mir abkehrt und seine Götzen in sein Herz schliesst und diesen Anstoss zur Verschuldung vor sich hinstellt und dann zum Propheten kommt, um mich für sich zu befragen, dem will ich, der Herr, selbst die Antwort geben.
20807#Hesekiel,14,8#8. Ich will mein Angesicht wider diesen Mann richten und ihn zum Zeichen und Sprichwort machen; ich will ihn aus meinem Volke ausrotten, damit ihr erkennet, dass ich der Herr bin. -5.Mo. 28,37.
20808#Hesekiel,14,9#9. Und wenn der Prophet sich betören lässt, einen Spruch zu geben - ich, der Herr, habe diesen Propheten betört -, so recke ich meine Hand wider ihn aus und tilge ihn aus meinem Volke Israel hinweg.
20809#Hesekiel,14,10#10. Sie sollen beide ihre Strafe tragen, der Fragende sowohl wie der Prophet,
20810#Hesekiel,14,11#11. damit das Haus Israel nicht mehr von mir abirre und sie sich nicht mehr verunreinigen mit all ihren Missetaten. Dann werden sie mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein, spricht Gott der Herr.
20811#Hesekiel,14,12#12. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
20812#Hesekiel,14,13#13. Menschensohn, wenn ein Land wider mich sündigt, indem es die Treue bricht, und ich meine Hand wider dasselbe ausrecke und ihm die Stütze des Brotes zerbreche und eine Hungersnot hineinsende und Menschen und Vieh darin ausrotte, -Hes. 4,16.
20813#Hesekiel,14,14#14. und es wären in seiner Mitte diese drei Männer: Noah, Daniel und Hiob, so sollen nur sie gerettet werden um ihrer Gerechtigkeit willen, spricht Gott der Herr. -Jer. 15,1.
20814#Hesekiel,14,15#15. Oder wenn ich wilde Tiere das Land durchziehen lasse, dass sie es entvölkern, und es zur Wüstenei wird, die niemand durchwandert wegen der wilden Tiere,
20815#Hesekiel,14,16#16. und es wären diese drei Männer in seiner Mitte, so wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, sie sollen weder Söhne noch Töchter retten, sie allein sollen gerettet werden, und das Land wird zur Wüstenei.
20816#Hesekiel,14,17#17. Oder wenn ich das Schwert über dieses Land bringe und spreche: «Das Schwert fahre durchs Land!» und ich Menschen und Vieh darin ausrotte,
20817#Hesekiel,14,18#18. und es wären diese drei Männer in seiner Mitte, so wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, sie sollen weder Söhne noch Töchter retten, sondern sie allein sollen gerettet werden.
20818#Hesekiel,14,19#19. Oder wenn ich eine Pest loslasse wider dieses Land und blutig meinen Grimm darüber ausschütte und Menschen und Vieh daraus hinwegtilge,
20819#Hesekiel,14,20#20. und es wären Noah, Daniel und Hiob in seiner Mitte, so wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, sie sollen weder Sohn noch Tochter retten, sondern sie allein sollen ihr Leben retten durch ihre Gerechtigkeit.
20820#Hesekiel,14,21#21. Ja, so spricht Gott der Herr: Und doch, wenn ich meine vier schweren Strafen, Schwert und Hunger und wilde Tiere und Pest, wider Jerusalem loslasse, um Menschen und Vieh darin auszurotten, -Hes. 5,17; Offb. 6,8.
20821#Hesekiel,14,22#22. wahrlich, es bleiben darin Gerettete übrig, die Söhne und Töchter herausführen. Wenn diese dann zu euch herauskommen und ihr ihren Wandel und ihr Tun seht, so werdet ihr euch trösten über das Unheil, das ich über Jerusalem gebracht habe, ja über alles, was ich über die Stadt gebracht habe.
20822#Hesekiel,14,23#23. Sie werden euch trösten; denn ihr werdet ihren Wandel und ihr Tun sehen und werdet erkennen, dass ich alles, was ich an Jerusalem getan, nicht ohne Ursache getan habe, spricht Gott der Herr.
20823#Hesekiel,15,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
20824#Hesekiel,15,2#2. Menschensohn, was hat das Holz der Rebe voraus vor allem Reisigholz, das unter den Bäumen des Waldes ist? -Jer. 2,21.
20825#Hesekiel,15,3#3. Nimmt man wohl Holz davon, es zu einer Arbeit zu verwenden? oder nimmt man davon einen Pflock, allerlei Gerät daran aufzuhängen?
20826#Hesekiel,15,4#4. Siehe, man gab es dem Feuer zum Frass: seine beiden Enden hat das Feuer verzehrt, und seine Mitte ist angebrannt. Taugt es da noch für irgend etwas?
20827#Hesekiel,15,5#5. Siehe, schon als es noch unversehrt war, konnte man nichts daraus machen. Nun gar, da das Feuer es frass und es angebrannt ist, kann man daraus noch etwas machen?
20828#Hesekiel,15,6#6. Darum sprich: So spricht Gott der Herr: Gleich dem Holz der Rebe unter den Bäumen des Waldes, das ich dem Feuer zum Frasse gebe, so mache ich die Bewohner Jerusalems.
20829#Hesekiel,15,7#7. Ich richte mein Angesicht wider sie: aus dem Feuer sind sie herausgekommen, und das Feuer wird sie verzehren, damit ihr erkennet, dass ich der Herr bin, wenn ich mein Angesicht wider sie richte
20830#Hesekiel,15,8#8. und das Land zur Wüstenei mache, weil sie die Treue gebrochen haben, spricht Gott der Herr.
20831#Hesekiel,16,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
20832#Hesekiel,16,2#2. Menschensohn, halte Jerusalem seine Greuel vor
20833#Hesekiel,16,3#3. und sprich: So spricht Gott der Herr zu Jerusalem: Nach Herkunft und Geburt stammst du aus dem Lande der Kanaaniter; dein Vater war ein Amoriter, deine Mutter eine Hethiterin.
20834#Hesekiel,16,4#4. Bei deiner Geburt, am Tage, da du geboren wardst, wurde deine Nabelschnur nicht abgeschnitten; du wurdest nicht mit Wasser gewaschen zur Reinigung, wurdest auch nicht mit Salz eingerieben und nicht in Windeln gewickelt.
20835#Hesekiel,16,5#5. Niemand blickte mitleidig auf dich, etwas derart für dich zu tun, indem er sich deiner erbarmte. Du wurdest aufs offene Feld geworfen, weil man dein Leben nichts achtete an dem Tage, da du geboren wurdest.
20836#Hesekiel,16,6#6. Da ging ich bei dir vorüber und sah dich zappeln in deinem Blute und sprach zu dir, wie du dalagst in deinem Blute: «Bleibe leben
20837#Hesekiel,16,7#7. und wachse heran wie das Gespross des Feldes.» Und du wuchsest heran und wurdest gross und kamst in die Jugendblüte. Deine Brüste wurden straff und dein Haar sprosste; doch du warst nackt und bloss.
20838#Hesekiel,16,8#8. Da ging ich bei dir vorüber und sah dich, und siehe, deine Zeit war da, die Zeit der Liebe. Da breitete ich meinen Mantel über dich und bedeckte deine Blösse. Ich schwur dir und schloss einen Bund mit dir, spricht Gott der Herr, und du wurdest mein.
20839#Hesekiel,16,9#9. Dann wusch ich dich mit Wasser und spülte dein Blut von dir ab und salbte dich mit Öl.
20840#Hesekiel,16,10#10. Ich kleidete dich in buntgewirkte Gewänder und gab dir Sandalen von Seehundsfell, einen Kopfbund von Byssus und einen Schleier von Seide.
20841#Hesekiel,16,11#11. Ich schmückte dich mit Geschmeide, ich legte dir Spangen an die Arme und eine Kette um den Hals.
20842#Hesekiel,16,12#12. Ich tat einen Reif an deine Nase und Ringe an deine Ohren und eine prächtige Krone auf dein Haupt.
20843#Hesekiel,16,13#13. So schmücktest du dich mit Gold und Silber, und dein Gewand war Byssus und Seide und Buntwirkerei. Du assest Feinmehl und Honig und Öl, und du wurdest überaus schön und brachtest es zur Königswürde.
20844#Hesekiel,16,14#14. Und dein Ruhm erscholl unter den Völkern wegen deiner Schönheit; denn sie war vollkommen dank dem Schmuck, den ich dir angelegt hatte, spricht Gott der Herr.
20845#Hesekiel,16,15#15. Du aber verliessest dich auf deine Schönheit und buhltest auf deinen Ruhm hin und verschwendetest deine Buhlerei an jeden Vorübergehenden.
20846#Hesekiel,16,16#16. Du nahmst von deinen Gewändern und machtest dir buntscheckige Höhen(-Zelte) und triebst daselbst deine Buhlerei . . .-1- -1) der Schluss dieses V. ist unverständlich.
20847#Hesekiel,16,17#17. Und du nahmst deine Schmucksachen, gefertigt aus meinem Gold und aus meinem Silber, die ich dir gegeben hatte, und machtest dir Mannsbilder daraus und buhltest mit ihnen. -Hos. 2,8; 8,4.
20848#Hesekiel,16,18#18. Du nahmst auch deine buntgewirkten Gewänder und bekleidetest sie damit, und mein Öl und mein Räucherwerk setztest du ihnen vor.
20849#Hesekiel,16,19#19. Meine Speise, die ich dir gegeben hatte - Feinmehl und Öl und Honig hatte ich dir zu essen gegeben -, das setztest du ihnen vor als lieblich duftendes Opfer, spricht Gott der Herr.
20850#Hesekiel,16,20#20. Und du nahmst deine Söhne und Töchter, die du mir geboren hattest, und schlachtetest sie ihnen zum Frasse. War's nicht genug an deiner Buhlerei, -Hes. 23,37; 3.Mo. 18,21.
20851#Hesekiel,16,21#21. dass du noch meine Kinder schlachtetest und sie dahingabst, indem du sie ihnen verbranntest? -2.Kön. 16,3.
20852#Hesekiel,16,22#22. Und bei all deinen Greueln und deiner Buhlerei gedachtest du nicht der Tage deiner Jugend, da du nackt und bloss warst und zappelnd in deinem Blute lagst.
20853#Hesekiel,16,23#23. Und nach all deiner Bosheit - wehe, wehe dir! spricht Gott der Herr -
20854#Hesekiel,16,24#24. da bautest du dir einen Hügel und machtest dir eine Opferhöhe auf jedem freien Platze.
20855#Hesekiel,16,25#25. An jeder Strassenecke bautest du dir eine Höhe und schändetest du deine Schönheit; du locktest jeden Vorübergehenden an und machtest deiner Buhlerei viel. -Jer. 11,13.
20856#Hesekiel,16,26#26. Du buhltest mit den Söhnen Ägyptens, deinen starkentwickelten Nachbarn, und machtest deiner Buhlerei viel, mich zum Zorne zu reizen.
20857#Hesekiel,16,27#27. Aber siehe, ich reckte meine Hand aus wider dich und entzog dir dein Teil; ich gab dich der Gier deiner Feindinnen preis, der Töchter der Philister, die sich ob deines schändlichen Wandels schämten.
20858#Hesekiel,16,28#28. Du buhltest auch mit den Söhnen Assyriens, weil du noch nicht satt warst; du buhltest mit ihnen und wurdest auch jetzt noch nicht satt. -Hes. 23,12.
20859#Hesekiel,16,29#29. Dann triebst du noch mehr Buhlerei nach dem Krämerlande Chaldäa hin; aber auch damit hattest du noch nicht genug.
20860#Hesekiel,16,30#30. Wie schmachtend war doch dein Herz, spricht Gott der Herr, dass du all diese Dinge tatest nach Art einer hochfahrenden Dirne,
20861#Hesekiel,16,31#31. dass du dir einen Hügel bautest an jeder Strassenecke und dir eine Höhe machtest auf jedem freien Platze. Du warst nicht wie eine gewöhnliche Dirne, du verschmähtest den Buhllohn.
20862#Hesekiel,16,32#32. <Das ehebrecherische Weib nimmt sich Fremde anstatt ihres Ehemannes.>
20863#Hesekiel,16,33#33. Allen Dirnen gibt man sonst Lohn; du aber gabst all deinen Buhlen deine Geschenke und bestachest sie, dass sie von überallher zu dir kämen und mit dir buhlten.
20864#Hesekiel,16,34#34. So geschah bei dir das Widerspiel von dem, was die Weiber sonst treiben, indem du buhltest, während man dir nicht nachlief, und indem du Buhllohn gabst, während dir keiner gegeben wurde.
20865#Hesekiel,16,35#35. Darum, du Dirne, höre das Wort des Herrn!
20866#Hesekiel,16,36#36. So spricht Gott der Herr: Weil deine Unzucht sich ergoss und bei deiner Buhlerei deine Blösse aufgedeckt wurde vor all deinen Buhlen und all deinen greulichen Götzen, und wegen des Blutes deiner Kinder, die du ihnen dahingabst,
20867#Hesekiel,16,37#37. darum, siehe, will ich alle deine Buhlen versammeln, denen du wohlgefielst, und alle, denen du hold, samt allen, denen du feind warst; ich will sie von überallher wider dich versammeln und deine Blösse vor ihnen aufdecken, dass sie all deine Schmach sehen sollen. -Hos. 2,10-13.
20868#Hesekiel,16,38#38. Ich will dich richten, wie man Ehebrecherinnen und Mörderinnen richtet, und Grimm und Eifersucht an dir stillen. -3.Mo. 20,10.
20869#Hesekiel,16,39#39. Und ich will dich in ihre Hand geben, und sie werden deinen Hügel einreissen und deine Höhen zerstören; sie werden dir deine Kleider ausziehen und dir deine Schmucksachen nehmen und dich nackt und bloss liegen lassen.
20870#Hesekiel,16,40#40. Sie werden eine Volksgemeinde wider dich aufbieten, sie werden dich steinigen und dich mit ihren Schwertern in Stücke hauen.
20871#Hesekiel,16,41#41. Sie werden deine Häuser verbrennen und an dir das Gericht vollstrecken vor den Augen vieler Weiber. So will ich deiner Buhlerei ein Ende machen, und du wirst keinen Buhllohn mehr geben. -2.Kön. 25,9.
20872#Hesekiel,16,42#42. Ich will meinen Grimm an dir stillen, dann wird meine Eifersucht von dir weichen; ich will Ruhe haben und mich nicht mehr ärgern. -Hes. 5,13.
20873#Hesekiel,16,43#43. Weil du nicht der Tage deiner Jugend gedacht, sondern mich durch all diese Dinge erzürnt hast, siehe, so bringe auch ich deinen Wandel über dein Haupt, spricht Gott der Herr. Hast du nicht Unzucht getrieben zu all deinen Greueln hinzu? -Hes. 9,10; 11,21.
20874#Hesekiel,16,44#44. Siehe, jeder Spottversdichter wird deiner spotten und sagen: «Wie die Mutter, so die Tochter.»
20875#Hesekiel,16,45#45. Du bist die Tochter deiner Mutter, die ihren Mann und ihre Kinder von sich gestossen hat, und du bist die Schwester deiner Schwestern, die ihre Männer und Kinder von sich gestossen haben. Eure Mutter ist eine Hethiterin, euer Vater ein Amoriter.
20876#Hesekiel,16,46#46. Deine grössere Schwester ist Samaria mit ihren Töchtern, die zu deiner Linken wohnt, und deine kleinere Schwester, die zu deiner Rechten wohnt, ist Sodom mit ihren Töchtern. -Jes. 1,10; Jer. 3,8.
20877#Hesekiel,16,47#47. Bist du nicht auf ihren Wegen gewandelt und hast du nicht nach ihren Greueln getan? Wenig fehlte, so hättest du es ärger getrieben in all deinen Wegen als sie.
20878#Hesekiel,16,48#48. Ja, so wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, deine Schwester Sodom samt ihren Töchtern hat nicht getan, wie du getan hast samt deinen Töchtern! -Mt. 10,15.
20879#Hesekiel,16,49#49. Siehe, das war die Schuld deiner Schwester Sodom: Pracht und Überfluss und sorglose Ruhe wurden ihr und ihren Töchtern zuteil, aber sie taten dem Elenden und Armen nicht Handreichung;
20880#Hesekiel,16,50#50. sondern sie wurden übermütig und verübten Greuel vor mir. Da tilgte ich sie hinweg, wie du gesehen hast. -1.Mo. 19,24.
20881#Hesekiel,16,51#51. Und Samaria hat nicht halb soviel gesündigt wie du. Ja, du hast viel mehr Greuel verübt als sie beide und hast so deine Schwestern gerecht erscheinen lassen durch alle die Greuel, die du verübt hast. -Jer. 3,11.
20882#Hesekiel,16,52#52. So trage nun auch du deine Schande, die du für deine Schwestern eingetreten bist, indem du greulichere Sünden begingst als sie, sodass sie nun gerechter dastehen als du. Darum schäme auch du dich und trage deine Schande, da du ja deine Schwestern gerechtfertigt hast.
20883#Hesekiel,16,53#53. Und ich werde ihr Geschick wenden, das Geschick Sodoms und ihrer Töchter und das Geschick Samarias und ihrer Töchter, und auch dein Geschick werde ich wenden zugleich mit dem ihren,
20884#Hesekiel,16,54#54. damit du deine Schande tragest und dich schämen müssest alles dessen, was du getan hast, indem du ihnen zum Troste wurdest.
20885#Hesekiel,16,55#55. Deine Schwester Sodom und ihre Töchter werden zurückkehren zu ihrem frühern Stande, und Samaria und ihre Töchter werden zurückkehren zu ihrem frühern Stande; auch du und deine Töchter, ihr werdet zu eurem frühern Stande zurückkehren.
20886#Hesekiel,16,56#56. Führtest du nicht deine Schwester Sodom beständig im Munde zur Zeit deines Übermuts,
20887#Hesekiel,16,57#57. ehe deine Blösse aufgedeckt wurde, wie es jetzt ist, ein Gegenstand des Hohnes für die Töchter Edoms und die Töchter der Philister, die dich verachten ringsum?
20888#Hesekiel,16,58#58. Deine Unzucht und deine Greuel, die musst du nun tragen, spricht Gott der Herr.
20889#Hesekiel,16,59#59. Denn so spricht Gott der Herr: Ich tue an dir, wie du getan hast: du hast den Eid missachtet und den Bund gebrochen.
20890#Hesekiel,16,60#60. Dann aber will ich meines Bundes gedenken, den ich mit dir in den Tagen deiner Jugend geschlossen habe, und ich will einen ewigen Bund mit dir aufrichten. -Hes. 37,26; 3.Mo. 26,45; Jer. 31,31-34.
20891#Hesekiel,16,61#61. Und dann wirst du deines Wandels gedenken und dich schämen, wenn ich deine grössern und kleinern Schwestern nehme und sie dir zu Töchtern gebe, aber nicht, weil du den Bund gehalten hättest. -Hes. 20,43; 36,31.32.
20892#Hesekiel,16,62#62. Ich will meinen Bund mit dir aufrichten, und du sollst erkennen, dass ich der Herr bin,
20893#Hesekiel,16,63#63. damit du daran denkest und dich schämest und vor Scham den Mund nicht mehr auftuest, wenn ich dir alles vergebe, was du getan hast, spricht Gott der Herr.
20894#Hesekiel,17,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
20895#Hesekiel,17,2#2. Menschensohn, sprich einen Rätselspruch und rede ein Gleichnis zum Haus Israel
20896#Hesekiel,17,3#3. und sage: So spricht Gott der Herr: Der grosse Adler mit grossen Flügeln und langen Schwingen, mit vollem, buntem Gefieder kam auf den Libanon. Er nahm hinweg den Wipfel der Zeder -Hes. 48,40; 49,22.
20897#Hesekiel,17,4#4. und brach den obersten ihrer Zweige ab; er brachte ihn in das Krämerland und setzte ihn in eine Händlerstadt.
20898#Hesekiel,17,5#5. Er nahm einen Sprössling des Landes und tat ihn auf ein Saatfeld; an reichlichen Wassern setzte er ihn als Ufergewächs.
20899#Hesekiel,17,6#6. Da sollte er sprossen und zum wuchernden Weinstock werden, niedrigen Wuchses; seine Ranken sollten sich ihm zuwenden und seine Wurzeln unter ihm bleiben. Und er ward zum Weinstock und trieb Zweige und streckte Schosse aus. -Hes. 19,10.
20900#Hesekiel,17,7#7. Nun war aber da ein andrer grosser Adler mit grossen Flügeln und dichtem Gefieder. Und siehe, jener Weinstock bog seine Wurzeln nach ihm hin und streckte seine Ranken ihm zu, damit er ihn tränke, besser als die Beete, darein er gepflanzt war.
20901#Hesekiel,17,8#8. Und er war doch auf guten Boden gepflanzt an reichlichen Wassern, um Schosse zu treiben und Frucht zu tragen und ein herrlicher Weinstock zu werden.
20902#Hesekiel,17,9#9. Sprich: So spricht Gott der Herr: Wird er gedeihen? Wird jener nicht seine Wurzeln ausreissen und seine Früchte abschneiden, dass alle seine sprossenden Blätter verdorren? Und nicht wird ihm Hilfe werden durch starken Arm und durch viel Volk an dem Tage, da man ihn aus seinen Wurzeln hebt.
20903#Hesekiel,17,10#10. Siehe, wohl ist er gepflanzt - wird er aber gedeihen? Wird er nicht, sobald ihn der Ostwind berührt, verdorren? verdorren auf den Beeten, darinnen er aufsprosste?
20904#Hesekiel,17,11#11. Und es erging an mich das Wort des Herrn: -2.Kön. 24,15-20.
20905#Hesekiel,17,12#12. Sprich doch zu dem widerspenstigen Geschlechte: Versteht ihr nicht, was dies bedeutet? Sprich: Siehe, es kam der König von Babel nach Jerusalem, nahm seinen König und seine Fürsten und brachte sie zu sich nach Babel.
20906#Hesekiel,17,13#13. Und er nahm einen Sprössling des Königshauses und schloss einen Vertrag mit ihm; er liess sich von ihm einen Eid schwören, und die Grossen des Landes nahm er mit fort,
20907#Hesekiel,17,14#14. damit das Königtum niedrig bleibe und sich nicht wieder erhebe, damit es den Vertrag mit ihm halte, um bestehen zu bleiben.
20908#Hesekiel,17,15#15. Er aber fiel von ihm ab und sandte seine Boten nach Ägypten, dass man ihm Rosse und viel Kriegsvolk gebe. Wird es ihm glücken? wird davonkommen, wer solches tut? Er hat den Vertrag gebrochen, und er sollte davonkommen? -2.Chr. 36,13.
20909#Hesekiel,17,16#16. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, an dem Wohnsitz des Königs, der ihn zum König gemacht und dessen Eid er missachtet und dessen Vertrag er gebrochen hat, bei ihm in Babel wird er sterben.
20910#Hesekiel,17,17#17. Der Pharao wird im Kriege nicht zu ihm stehen mit grosser Streitmacht und mit vielem Volk, wenn man einen Damm aufschüttet und Bollwerke baut, um viele Menschen auszurotten. -Hes. 4,2.
20911#Hesekiel,17,18#18. Er hat ja den Eid missachtet und den Vertrag gebrochen. Wahrlich, er hat seine Hand gegeben und doch dies alles getan - er wird nicht davonkommen.
20912#Hesekiel,17,19#19. Darum spricht Gott der Herr also: So wahr ich lebe, ich werde seinen bei mir geschworenen Eid, den er missachtet, und den vor mir geschlossenen Vertrag, den er gebrochen hat, über sein Haupt bringen.
20913#Hesekiel,17,20#20. Ich werde mein Fanggarn über ihn ausspannen, und in meinem Netze wird er gefangen werden; ich werde ihn nach Babel führen, und dort werde ich mit ihm ins Gericht gehen wegen des Treubruchs, den er an mir begangen hat. -Hes. 12,13.
20914#Hesekiel,17,21#21. Und alle seine Auserlesenen in all seinen Heerscharen werden durchs Schwert fallen, und die Übriggebliebenen werden in alle Winde zerstreut werden, damit ihr erkennet, dass ich, der Herr, geredet habe. -Hes. 5,12.
20915#Hesekiel,17,22#22. So spricht Gott der Herr: Dann will ich selbst nach dem hohen Wipfel der Zeder greifen, ein zartes Reis will ich brechen von dem obersten ihrer Zweige, und ich selbst will es pflanzen auf einem hohen, ragenden Berg, -Jes. 11,1; Jer. 23,5.
20916#Hesekiel,17,23#23. auf dem hohen Berge Israels will ich es pflanzen. Und es wird Zweige treiben und Frucht tragen und zu einer herrlichen Zeder werden. Allerlei Getier wird unter ihr lagern, und allerlei Vögel werden im Schatten ihrer Zweige wohnen.
20917#Hesekiel,17,24#24. Dann werden alle Bäume des Feldes erkennen, dass ich, der Herr, den hohen Baum erniedrigt und den niedrigen Baum erhöht habe, dass ich den grünen Baum dürre gemacht und den dürren Baum zum Blühen gebracht habe. Ich, der Herr, habe es geredet und habe es vollbracht. -Hes. 21,31; 22,14; 24,14; 36,36.
20918#Hesekiel,18,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
20919#Hesekiel,18,2#2. Was soll es, dass ihr im Lande Israels diesen Spruch im Munde führt: «Die Väter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern werden davon die Zähne stumpf»? -Jer. 31,29.
20920#Hesekiel,18,3#3. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, ihr sollt fortan diesen Spruch in Israel nicht mehr im Munde führen.
20921#Hesekiel,18,4#4. Wahrlich, alle Seelen sind mein! Die Seele des Vaters wie die Seele des Sohnes - mein sind sie! Die Seele, die sündigt, die muss sterben.
20922#Hesekiel,18,5#5. Wenn aber einer gerecht ist und Recht und Gerechtigkeit übt,
20923#Hesekiel,18,6#6. nicht auf den Bergen (Opferfleisch) isst und nicht seine Augen erhebt zu den Götzen des Hauses Israel, nicht das Weib seines Nächsten schändet und nicht einem Weibe sich naht, wenn es unrein ist, -Hes. 22,9; 3.Mo. 18,19.20; 20,18; Jes. 57,7.
20924#Hesekiel,18,7#7. wenn einer niemanden bedrückt und, was er gepfändet, dem Schuldner zurückgibt, nichts mit Gewalt an sich reisst, sein Brot dem Hungrigen gibt und den Nackten bekleidet, -2.Mo. 22,26; 3.Mo. 19,13; 5.Mo. 15,7; Jes. 58,7.
20925#Hesekiel,18,8#8. nicht auf Zins leiht und keinen Zuschlag nimmt-1-, seine Hand von Unrecht fernhält und redlichen Spruch fällt zwischen Mann und Mann, -2.Mo. 22,25.   1) vgl. 3.Mo. 25,36.37.
20926#Hesekiel,18,9#9. wenn einer in meinen Satzungen wandelt und meine Gesetze hält, indem er treulich darnach tut - der ist gerecht, der soll am Leben bleiben, spricht Gott der Herr.
20927#Hesekiel,18,10#10. Wenn er nun aber einen gewalttätigen Sohn erzeugt, der Blut vergiesst und Frevel verübt
20928#Hesekiel,18,11#11. und nicht auf dem Wege seines gerechten Vaters wandelt, sondern auf den Bergen (Opferfleisch) isst und das Weib seines Nächsten schändet,
20929#Hesekiel,18,12#12. der den Elenden und Armen bedrückt, Raub an sich reisst und, was er gepfändet, nicht zurückgibt, der seine Augen zu den Götzen erhebt und Greuel verübt,
20930#Hesekiel,18,13#13. der auf Zins leiht und Zuschlag nimmt-1-, sollte der am Leben bleiben? - Er wird nicht am Leben bleiben! Er hat all diese Greuel verübt, er muss sterben! Sein Blut komme über ihn! -1) vgl. 3.Mo. 25,36.37.
20931#Hesekiel,18,14#14. Und siehe, wenn auch er einen Sohn erzeugt, und der sieht all die Sünden, die sein Vater begangen hat, und er fürchtet sich und tut nicht desgleichen:
20932#Hesekiel,18,15#15. er isst nicht (Opferfleisch) auf den Bergen und erhebt seine Augen nicht zu den Götzen des Hauses Israel, er schändet nicht das Weib seines Nächsten,
20933#Hesekiel,18,16#16. er bedrückt niemanden, er nimmt kein Pfand und raubt nicht, er gibt dem Hungrigen sein Brot und bekleidet den Nackten,
20934#Hesekiel,18,17#17. er hält seine Hand von Unrecht fern, er nimmt weder Zins noch Zuschlag, er hält meine Gesetze und wandelt in meinen Satzungen - der wird nicht sterben um der Schuld seines Vaters willen, er wird am Leben bleiben! -3.Mo. 25,37.
20935#Hesekiel,18,18#18. Sein Vater aber, der Erpressung verübt, Raub an sich gerissen und unter seinen Volksgenossen getan hat, was nicht gut ist, fürwahr, der muss um seiner Schuld willen sterben.
20936#Hesekiel,18,19#19. Und nun sagt ihr: «Warum trägt nicht der Sohn die Schuld des Vaters mit?» - wo doch der Sohn Recht und Gerechtigkeit geübt und alle meine Satzungen gehalten und darnach getan hat! Er soll am Leben bleiben!
20937#Hesekiel,18,20#20. Die Seele, die sündigt, die soll sterben! Ein Sohn soll nicht die Schuld des Vaters, noch ein Vater die Schuld des Sohnes mittragen. Nur dem Gerechten kommt seine Gerechtigkeit zugute, und nur über den Gottlosen kommt seine Gottlosigkeit. -5.Mo. 24,16.
20938#Hesekiel,18,21#21. Wenn sich aber der Gottlose bekehrt von all den Sünden, die er begangen hat, und alle meine Satzungen hält und Recht und Gerechtigkeit übt, so soll er am Leben bleiben, er soll nicht sterben.
20939#Hesekiel,18,22#22. Aller der Missetaten, die er begangen hat, wird ihm nicht mehr gedacht; um der Gerechtigkeit willen, die er geübt hat, soll er am Leben bleiben.
20940#Hesekiel,18,23#23. Habe ich etwa Wohlgefallen am Tode des Gottlosen, spricht Gott der Herr, und nicht vielmehr daran, dass er sich von seinem Wandel bekehre und am Leben bleibe? -Hes. 33,11; 2.Petr. 3,9.
20941#Hesekiel,18,24#24. Und wenn sich der Gerechte von seiner Gerechtigkeit abwendet und Unrecht tut, Greuel aller Art, wie sie der Gottlose verübt, so wird all der gerechten Taten, die er getan hat, nicht mehr gedacht; um der Treulosigkeit willen, die er verübt, und um der Sünde willen, die er begangen hat, um ihretwillen muss er sterben. -Hes. 3,20.
20942#Hesekiel,18,25#25. Und da sagt ihr: «Der Weg des Herrn ist nicht richtig!» So höret doch, ihr vom Haus Israel: mein Weg sollte nicht richtig sein? sind nicht vielmehr eure Wege nicht richtig? -Hes. 33,17.
20943#Hesekiel,18,26#26. Wenn der Gerechte sich von seiner Gerechtigkeit abwendet und Unrecht tut, so muss er sterben; wegen des Unrechts, das er getan hat, deswegen muss er sterben.
20944#Hesekiel,18,27#27. Und wenn der Gottlose sich bekehrt von der Gottlosigkeit, die er getan hat, und Recht und Gerechtigkeit übt, so wird er seine Seele am Leben erhalten. -Hes. 33,19.
20945#Hesekiel,18,28#28. Er hat sich bekehrt von all den Missetaten, die er begangen hat; so soll er am Leben bleiben, er soll nicht sterben.
20946#Hesekiel,18,29#29. Aber das Haus Israel sagt: «Der Weg des Herrn ist nicht richtig!» - Mein Weg sollte nicht richtig sein, Haus Israel? sind nicht vielmehr eure Wege nicht richtig?
20947#Hesekiel,18,30#30. Darum will ich einen jeden von euch nach seinem Wandel richten, Haus Israel! spricht Gott der Herr. Kehret um und wendet euch ab von all euren Missetaten, damit sie euch nicht ein Anlass zur Bestrafung werden!
20948#Hesekiel,18,31#31. Werfet von euch all die Missetaten, die ihr gegen mich begangen habt, und schaffet euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Warum wollt ihr denn sterben, Haus Israel? -Hes. 11,19; 33,11; 36,26.
20949#Hesekiel,18,32#32. Habe ich doch kein Wohlgefallen am Tode dessen, der sterben muss, spricht Gott der Herr. So bekehret euch denn, auf dass ihr lebet!
20950#Hesekiel,19,1#1. DU aber, stimme du ein Klagelied an über den Fürsten Israels
20951#Hesekiel,19,2#2. und sprich: Wie war doch deine Mutter eine Löwin zwischen Löwen! Sie lagerte inmitten von Leuen, zog gross ihre Jungen.
20952#Hesekiel,19,3#3. Sie brachte eins ihrer Jungen empor, das ward ein Leu; der lernte rauben und frass Menschen.
20953#Hesekiel,19,4#4. Da machten Völker Alarm gegen ihn, in ihrer Grube ward er gefangen, und sie führten ihn an Ringen ins Land Ägypten. -2.Kön. 23,33.34; Jer. 22,11.
20954#Hesekiel,19,5#5. Als sie aber sah, dass töricht, dass vernichtet war ihre Hoffnung, nahm sie ein andres ihrer Jungen und machte es zum Leuen;
20955#Hesekiel,19,6#6. der schritt einher unter den Löwen und ward ein Leu, er lernte rauben und frass Menschen. -2.Kön. 24,8.9.
20956#Hesekiel,19,7#7. Er hauste übel in den Wohnstätten, machte öde die Städte; es entsetzte sich das Land und was darin war, vor seinem lauten Gebrüll.
20957#Hesekiel,19,8#8. Da taten sich Völker wider ihn zusammen rings aus den Gauen und spannten ihr Netz über ihn; in ihrer Grube ward er gefangen.
20958#Hesekiel,19,9#9. Sie setzten ihn an Ringen in einen Käfig und brachten ihn in Gewahrsam, dass man seine Stimme nicht höre auf den Bergen Israels.
20959#Hesekiel,19,10#10. Deine Mutter war gleich einer Rebe im Weinberg, an Wassern gepflanzt, voller Früchte und Schosse von dem vielen Wasser. -Hes. 17,6.
20960#Hesekiel,19,11#11. Und es wuchs daran ein mächtiger Ast zu Herrscherstäben, und hoch ward sein Wuchs zwischen den Ranken, weithin sichtbar durch seine Höhe, durch die Fülle seiner Schosse.
20961#Hesekiel,19,12#12. Da ward sie im Grimm ausgerissen, zu Boden geworfen; der Ostwind dörrte sie aus, abgerissen ward ihre Frucht; es verdorrte ihr mächtiger Ast, und Feuer frass ihn. -Hes. 15,4; 17,10.
20962#Hesekiel,19,13#13. Und jetzt ist sie in die Wüste gepflanzt, in dürres, durstiges Land.
20963#Hesekiel,19,14#14. Und Feuer ging aus von dem Aste, das frass ihre Ranken; es blieb an ihr kein mächtiger Ast mehr, kein Stab zum Herrschen. - Ein Klagelied ist dies, ein Klagelied ist es geworden.
20964#Hesekiel,20,1#1. UND es begab sich im siebenten Jahre, am zehnten Tage des fünften Monats, da kamen etliche von den Ältesten Israels, um den Herrn zu befragen, und sie liessen sich vor mir nieder.
20965#Hesekiel,20,2#2. Nun erging an mich das Wort des Herrn:
20966#Hesekiel,20,3#3. Menschensohn, rede mit den Ältesten Israels und sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Mich zu befragen kommt ihr? So wahr ich lebe, ich will mich von euch nicht befragen lassen! spricht Gott der Herr.
20967#Hesekiel,20,4#4. Willst du sie richten, Menschensohn? willst du sie richten? So tue ihnen die Greuel ihrer Väter kund -Hes. 22,2; 23,36.
20968#Hesekiel,20,5#5. und sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: An dem Tage, da ich Israel erwählte, schwur ich den Nachkommen des Hauses Jakob mit erhobener Hand und tat mich ihnen kund im Lande Ägypten; ich schwur ihnen mit erhobener Hand: Ich bin der Herr, euer Gott! -2.Mo. 6,2.3.
20969#Hesekiel,20,6#6. An jenem Tage schwur ich ihnen mit erhobener Hand, sie aus dem Lande Ägypten hinauszuführen in ein Land, das ich ihnen bestimmt hatte, das von Milch und Honig fliesst und ein Kleinod ist vor allen Ländern. -2.Mo. 3,8.
20970#Hesekiel,20,7#7. Und ich sprach zu ihnen: Werfet ein jeder die Scheusale weg, an denen eure Augen hangen, und verunreinigt euch nicht mit den Götzen Ägyptens! Ich bin der Herr, euer Gott. -Jos. 24,14.
20971#Hesekiel,20,8#8. Sie aber waren widerspenstig gegen mich und wollten nicht auf mich hören: sie warfen die Scheusale, an denen ihre Augen hingen, nicht weg und gaben die Götzen Ägyptens nicht auf. Da gedachte ich meinen Grimm über sie auszuschütten, meinen Zorn an ihnen auszulassen inmitten des Landes Ägypten.
20972#Hesekiel,20,9#9. Aber ich verfuhr (gnädig mit ihnen) um meines Namens willen, dass er nicht entweiht würde vor den Augen der Heiden, unter denen sie wohnten und vor deren Augen ich mich ihnen kundgetan hatte, indem ich sie aus dem Lande Ägypten herausführte. -2. Mo. 32,12.14.
20973#Hesekiel,20,10#10. Ich führte sie also aus dem Lande Ägypten heraus und brachte sie in die Wüste.
20974#Hesekiel,20,11#11. Dort gab ich ihnen meine Satzungen und tat ihnen meine Gebote kund, die der Mensch halten soll, damit er am Leben bleibe. -3.Mo. 18,5; Lk. 10,28.
20975#Hesekiel,20,12#12. Auch meine Sabbate gab ich ihnen, dass sie ein Zeichen seien zwischen mir und ihnen, damit man erkenne, dass ich, der Herr, es bin, der sie heiligt. -2.Mo. 31,13.
20976#Hesekiel,20,13#13. Aber das Haus Israel war widerspenstig gegen mich in der Wüste: sie wandelten nicht in meinen Satzungen und missachteten meine Gebote, die der Mensch halten soll, damit er durch sie am Leben bleibe, und meine Sabbate entweihten sie sehr. Da gedachte ich meinen Grimm über sie auszuschütten in der Wüste und sie ganz zu vertilgen. -2.Mo. 16,28; 32,10.
20977#Hesekiel,20,14#14. Aber ich verfuhr (gnädig mit ihnen) um meines Namens willen, dass er nicht entweiht würde vor den Augen der Heiden, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte.
20978#Hesekiel,20,15#15. Doch schwur ich ihnen in der Wüste mit erhobener Hand, dass ich sie nicht in das Land führen werde, das ich ihnen bestimmt hatte, das von Milch und Honig fliesst und ein Kleinod ist vor allen Ländern, -4.Mo. 14,30.
20979#Hesekiel,20,16#16. weil sie meine Gebote missachteten und nicht in meinen Satzungen wandelten und meine Sabbate entweihten; denn ihr Herz hing an ihren Götzen.
20980#Hesekiel,20,17#17. Dennoch blickte mein Auge gütig auf sie, sodass ich sie nicht verderbte; und ich vertilgte sie nicht gänzlich in der Wüste.
20981#Hesekiel,20,18#18. Dann sprach ich in der Wüste zu ihren Söhnen: Wandelt nicht in den Satzungen eurer Väter und befolgt nicht ihre Gebote! Verunreinigt euch nicht mit ihren Götzen!
20982#Hesekiel,20,19#19. Ich bin der Herr, euer Gott; in meinen Satzungen sollt ihr wandeln, und meine Gebote sollt ihr getreulich erfüllen!
20983#Hesekiel,20,20#20. Und meine Sabbate sollt ihr heilig halten, dass sie ein Zeichen seien zwischen mir und euch, damit man erkenne, dass ich der Herr, euer Gott, bin.
20984#Hesekiel,20,21#21. Aber auch die Söhne waren widerspenstig gegen mich: sie wandelten nicht in meinen Satzungen, und nicht erfüllten sie getreulich meine Gebote, die der Mensch halten soll, damit er durch sie am Leben bleibe, und meine Sabbate entweihten sie. Da gedachte ich meinen Grimm über sie auszuschütten, meinen Zorn an ihnen auszulassen in der Wüste.
20985#Hesekiel,20,22#22. Aber ich zog meine Hand zurück und verfuhr (gnädig) um meines Namens willen, dass er nicht entweiht würde vor den Augen der Heiden, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte.
20986#Hesekiel,20,23#23. Doch ich schwur ihnen in der Wüste mit erhobener Hand, dass ich sie unter die Heiden zerstreuen und über die Länder versprengen werde, -3.Mo. 26,33.
20987#Hesekiel,20,24#24. weil sie meine Gebote nicht hielten und meine Satzungen missachteten und meine Sabbate entweihten und weil ihre Augen an den Götzen ihrer Väter hingen.
20988#Hesekiel,20,25#25. So habe denn auch ich ihnen Satzungen gegeben, die nicht gut waren, und Gebote, durch die sie nicht am Leben bleiben konnten.
20989#Hesekiel,20,26#26. Ich liess sie unrein werden durch ihre Opfergaben, indem sie alle Erstgeburt durchs Feuer gehen liessen; ich wollte sie mit Grausen erfüllen, auf dass sie erkennten, dass ich der Herr bin. -Hes. 16,20; 3.Mo. 18,21; 5.Mo. 12,31; 2.Kön. 16,3; 17,17.
20990#Hesekiel,20,27#27. Darum, o Menschensohn, rede mit dem Hause Israel und sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Auch dadurch haben mich eure Väter verhöhnt, dass sie mir die Treue brachen.
20991#Hesekiel,20,28#28. Als ich sie in das Land brachte, das ich ihnen zugeschworen hatte mit erhobener Hand, da schlachteten sie, wo immer sie einen hohen Hügel und einen dichtbelaubten Baum sahen, daselbst ihre Opfer und brachten dort ihre widerwärtigen Gaben dar, legten dort ihre lieblich duftenden Spenden nieder und gossen dort ihre Trankopfer aus. -Hes. 6,13; Jes. 57,5.
20992#Hesekiel,20,29#29. Da sprach ich zu ihnen: «Was ist's mit der Höhe, zu der ihr geht?» Daher nennt man sie «Höhe» bis auf den heutigen Tag.
20993#Hesekiel,20,30#30. Darum sprich zum Hause Israel: So spricht Gott, der Herr: Wollt ihr euch auch mit dem Wandel eurer Väter verunreinigen und euch ihren Scheusalen hingeben?
20994#Hesekiel,20,31#31. Ja, dadurch, dass ihr eure Gaben darbringt, dass ihr eure Kinder durchs Feuer gehen lasst, verunreinigt ihr euch für all eure Götzen bis auf den heutigen Tag. Und da sollte ich mich von euch befragen lassen, Haus Israel? So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, ich will mich von euch nicht befragen lassen!
20995#Hesekiel,20,32#32. Und niemals soll geschehen, was da in eurem Geiste aufgestiegen ist, dass ihr sagt: «Wir wollen sein wie die Heiden, wie die Geschlechter der andern Länder, indem wir Holz und Stein verehren.»
20996#Hesekiel,20,33#33. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, mit starker Hand, mit ausgerecktem Arm und mit ausgeschüttetem Grimm will ich über euch herrschen.
20997#Hesekiel,20,34#34. Ich will euch herausführen aus den Heiden und will euch sammeln aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, mit starker Hand, mit ausgerecktem Arm und mit ausgeschüttetem Grimm,
20998#Hesekiel,20,35#35. und ich will euch in die Wüste der Völker bringen und dort mit euch rechten von Angesicht zu Angesicht. -Hos. 2,14.
20999#Hesekiel,20,36#36. Wie ich in der Wüste des Landes Ägypten mit euren Vätern gerechtet habe, so will ich mit euch rechten, spricht Gott der Herr.
21000#Hesekiel,20,37#37. Ich will euch unter dem Stabe hindurchgehen lassen und euch der Züchtigung unterwerfen. -3.Mo. 27,32; Mi. 7,14.
21001#Hesekiel,20,38#38. Ich will die Empörer und Abtrünnigen von euch ausscheiden: aus dem Lande, wo sie als Fremdlinge weilten, will ich sie herausführen, aber ins Land Israels sollen sie nicht kommen, damit ihr erkennet, dass ich der Herr bin.
21002#Hesekiel,20,39#39. So geht nur, spricht Gott der Herr, ihr vom Haus Israel, und dienet ein jeder seinen Götzen! Aber nachher werdet ihr gewiss auf mich hören, und meinen heiligen Namen werdet ihr nicht mehr entweihen mit euren Gaben und euren Götzen.
21003#Hesekiel,20,40#40. Denn auf meinem heiligen Berg, auf dem hohen Berge Israels, spricht Gott der Herr, dort wird mir das ganze Haus Israel dienen im Lande. Dort will ich sie zu Gnaden annehmen, und dort will ich die Hebeopfer und Erstlingsgaben von euch fordern, alles was ihr an heiligen Gaben zu bringen habt.
21004#Hesekiel,20,41#41. Beim lieblichen Opferduft will ich euch zu Gnaden annehmen, wenn ich euch aus den Heiden herausführe und euch sammle aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, und ich will mich an euch als der Heilige erweisen vor den Augen der Heiden.
21005#Hesekiel,20,42#42. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich euch in das Land Israels bringe, in das Land, das ich euren Vätern zugeschworen habe mit erhobener Hand.
21006#Hesekiel,20,43#43. Dort werdet ihr eures Wandels gedenken und all der Taten, mit denen ihr euch verunreinigt habt, und ihr werdet euch selbst zum Abscheu werden ob all der bösen Taten, die ihr begangen habt. -Hes. 6,9.
21007#Hesekiel,20,44#44. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich so an euch handeln werde um meines Namens willen, nicht nach eurem bösen Wandel und nach euren verruchten Taten, Haus Israel, spricht Gott der Herr.
21008#Hesekiel,21,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
21009#Hesekiel,21,2#2. Menschensohn, richte dein Angesicht gen Mittag und rede nach Süden hin und weissage wider den Wald des Gefildes im Südland.
21010#Hesekiel,21,3#3. Sprich zu dem Walde im Südland: Höre das Wort des Herrn! So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will ein Feuer in dir anzünden; das wird alle grünen und alle dürren Bäume in dir verzehren. Die lohende Flamme wird nicht erlöschen; alle Gesichter vom Südland bis in den Norden werden von ihr versengt.
21011#Hesekiel,21,4#4. Dann wird alles Fleisch sehen, dass ich, der Herr, sie entfacht habe; sie soll nicht erlöschen!
21012#Hesekiel,21,5#5. Da sprach ich: Ach Herr, mein Gott! sie sagen von mir: «Spricht der nicht immer in Rätseln?»
21013#Hesekiel,21,6#6. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
21014#Hesekiel,21,7#7. Menschensohn, richte dein Angesicht gegen Jerusalem und rede wider ihr Heiligtum und weissage wider das Land Israels!
21015#Hesekiel,21,8#8. Sprich zu dem Lande Israels: So spricht der Herr: Siehe, ich will an dich! Ich will mein Schwert aus der Scheide ziehen und Gerechte und Ungerechte aus dir hinwegtilgen.
21016#Hesekiel,21,9#9. Weil ich Gerechte und Ungerechte aus dir hinwegtilge, darum soll mein Schwert aus der Scheide fahren wider alles Fleisch vom Südland bis in den Norden.
21017#Hesekiel,21,10#10. Dann wird alles Fleisch erkennen, dass ich, der Herr, mein Schwert aus der Scheide gezogen habe; es soll nicht wieder dahin zurück.
21018#Hesekiel,21,11#11. Du aber, Menschensohn, seufze! Mit brechenden Hüften und in bitterem Leide seufze vor ihren Augen!
21019#Hesekiel,21,12#12. Und wenn sie zu dir sagen: «Worüber seufzest du?» so sprich: «Über eine Kunde! Wenn sie sich erfüllt, verzagt jedes Herz, werden schlaff alle Hände, wird stumpf jeder Geist, zerfliessen alle Kniee in Wasser. Siehe, da kommt es, ist schon da! spricht Gott der Herr.» -Hes. 7,17.
21020#Hesekiel,21,13#13. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
21021#Hesekiel,21,14#14. Menschensohn, weissage und sprich: So spricht der Herr: Ein Schwert, ein Schwert ist geschärft, ist blankgefegt!
21022#Hesekiel,21,15#15. Um zu schlachten, ist es geschärft; um blitzend zu blinken, ist es gefegt . . .-1-* -1) für die oben weggelassene zweite Hälfte des V. bietet die bisherige Zürcher Bibel die freilich unsichere Üs: «Oder sollen wir uns freuen: Die für meinen Sohn bestimmte Rute verachtet alles Holz».
21023#Hesekiel,21,16#16. Ich gab es dem Schlächter, es mit der Faust zu fassen; es ist geschärft, es ist gefegt, dem Würger in die Hand gegeben zu werden.
21024#Hesekiel,21,17#17. Schreie auf und wehklage, Menschensohn! Denn es kommt über mein Volk, kommt über alle Fürsten Israels; dem Schwerte sind sie verfallen samt meinem Volke. Darum schlage an die Hüfte!
21025#Hesekiel,21,18#18. . . .-1- -1) für den hier weggelassenen V. bietet die bisherige Zürcher Bibel die freilich unsichere Üs: «Denn Prüfung kommt, und wie? wenn auch die verachtende Rute nicht wäre? spricht Gott der Herr».
21026#Hesekiel,21,19#19. Und du, Menschensohn, weissage und klatsche in die Hände! Und verdoppeln wird sich das Schwert und verdreifachen; ein Schwert zum Morden ist es, das grosse Mordschwert, das sie umkreist.
21027#Hesekiel,21,20#20. Auf dass ihr Herz verzage und der Stürzenden viele seien an all ihren Toren, habe ich das Morden des Schwertes verordnet. Du Schwert, gemacht zum Blitzen, gefegt zum Morden,
21028#Hesekiel,21,21#21. sei schneidig, fahre nach rechts und fahre nach links, wohin deine Schneide bestellt ist.
21029#Hesekiel,21,22#22. Und auch ich will in die Hände klatschen und meinen Grimm stillen! Ich, der Herr, habe es geredet.
21030#Hesekiel,21,23#23. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
21031#Hesekiel,21,24#24. Du aber, Menschensohn, zeichne dir zwei Wege, auf denen das Schwert des Königs von Babel kommen kann; von einem Lande sollen sie beide ausgehen. Und einen Wegweiser sollst du aufstellen am Anfang des Weges zu einer jeden Stadt,
21032#Hesekiel,21,25#25. damit das Schwert über Rabba (die Hauptstadt) der Ammoniter und über Juda und Jerusalem in seiner Mitte kommen kann.
21033#Hesekiel,21,26#26. Denn der König von Babel steht am Scheidewege, am Anfang der beiden Strassen, um sich wahrsagen zu lassen: er schüttelt die Pfeile, befragt den Theraphim und beschaut die Leber.
21034#Hesekiel,21,27#27. In seiner Rechten ist das Los «Jerusalem», dass er den Mund auftue zum Kriegsgeschrei, die Stimme erhebe zum Schlachtruf, dass er Sturmböcke aufstelle wider die Tore, einen Damm aufschütte und ein Bollwerk baue. -Hes. 4,2.
21035#Hesekiel,21,28#28. Aber sie halten es für ein Trugorakel; doch er bringt ihre Schuld (bei Gott) in Erinnerung, damit sie ergriffen werden.
21036#Hesekiel,21,29#29. Darum spricht Gott der Herr also: Weil an eure Schuld erinnert wird, indem eure Freveltaten offenbar werden, sodass man eure Sünden in all euren Taten sieht - weil an euch erinnert wird, werdet ihr um ihretwillen ergriffen werden.
21037#Hesekiel,21,30#30. Aber du, schändlicher Frevler, Fürst Israels, dessen Tag kommt zur Zeit der Endstrafe,
21038#Hesekiel,21,31#31. so spricht Gott der Herr: Den Kopfbund ab, und weg die Krone! nichts bleibt, wie es ist! Empor das Niedrige, und herunter das Hohe! -Hes. 17,24.
21039#Hesekiel,21,32#32. Trümmer, Trümmer, Trümmer will ich aus der Stadt machen! Wehe ihr! so soll sie bleiben, bis der kommt, dem das Recht zusteht und dem ich sie übergebe.
21040#Hesekiel,21,33#33. Du aber, Menschensohn, weissage und sprich: So spricht Gott der Herr von den Ammonitern und ihrem Höhnen. Sprich: Ein Schwert, ein Schwert ist gezückt zum Morden, blankgefegt, dass es blitzt -
21041#Hesekiel,21,34#34. während man dir Truggesichte verkündete, dir Lügen wahrsagte -, um an den Hals der Frevelentweihten gelegt zu werden, deren Tag kommt zur Zeit der Endstrafe.
21042#Hesekiel,21,35#35. Kehre um, verweile nicht! An dem Orte, wo du erschaffen wurdest, im Lande deines Ursprungs, will ich dich richten.
21043#Hesekiel,21,36#36. Und ich will meinen Grimm über dich ausschütten, das Feuer meines Zornes wider dich anfachen und dich rohen Menschen ausliefern, welche Verderben schmieden.
21044#Hesekiel,21,37#37. Dem Feuer sollst du zum Frasse werden, dein Blut soll tief von der Erde bedeckt sein, man wird deiner nicht mehr gedenken; denn ich, der Herr, habe es geredet.
21045#Hesekiel,22,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
21046#Hesekiel,22,2#2. Und du, Menschensohn, willst du nicht das Urteil sprechen, das Urteil sprechen der blutbefleckten Stadt? - So halte ihr denn all ihre Greuel vor -Hes. 20,4; 23,36; 24,9.
21047#Hesekiel,22,3#3. und sprich: So spricht Gott der Herr: Wehe der Stadt, die Blut vergoss in ihrer Mitte, damit ihre Stunde komme, und die sich Götzen machte - eine schwere Schuld! - um sich zu verunreinigen!
21048#Hesekiel,22,4#4. Durch das Blut, das du vergossen, hast du dich mit Schuld beladen, und durch deine Götzen, die du gemacht hast, bist du unrein geworden. So hast du es dahin gebracht, dass dein Tag nahe ist und dass herankommt das Ende deiner Jahre. Darum mache ich dich zum Hohn für die Heiden und zum Gespött für alle Länder. -2.Kön. 21,16; 5.Mo. 28,37; Hes. 5,15.
21049#Hesekiel,22,5#5. Sie seien dir nahe oder fern von dir, sie werden dich verspotten, die du einen befleckten Ruf hast und voller Tumult bist.
21050#Hesekiel,22,6#6. Siehe, die Fürsten Israels in deiner Mitte trotzen ein jeder auf seine Faust, um Blut zu vergiessen.
21051#Hesekiel,22,7#7. Vater und Mutter verachtet man in dir, dem Fremdling tut man Gewalt an in deiner Mitte, Waise und Witwe bedrückt man in dir.
21052#Hesekiel,22,8#8. Meine Heiligtümer verachtest du, und meine Sabbate entweihst du.
21053#Hesekiel,22,9#9. Verleumder sind in dir darauf aus, Blut zu vergiessen; auf den Bergen hält man bei dir (Opfer-)Mahle, Unzucht treibt man in deiner Mitte.
21054#Hesekiel,22,10#10. Man pflegt in dir Umgang mit dem Weibe des Vaters-1-, man missbraucht in dir Frauen, die ihre monatliche Unreinheit haben. -3.Mo. 18,6-18.   1) d.h. der Stiefmutter.
21055#Hesekiel,22,11#11. Ein jeder treibt in deiner Mitte Greuliches mit dem Weibe seines Nächsten; der eine verunreinigt seine Schwiegertochter durch Unzucht, der andre schändet seine Schwester, seines Vaters Tochter-1-. -1) d.h. die Stiefschwester.
21056#Hesekiel,22,12#12. Bestechung nimmt man in dir, um Blut zu vergiessen; Zins und Zuschlag-1- nimmst du und übervorteilst deinen Nächsten mit Gewalt, und meiner vergissest du, spricht Gott der Herr. -1) vgl. 3.Mo. 25,36.37; Hes. 18,8.13.17.
21057#Hesekiel,22,13#13. Aber, siehe, ich lasse meine Hand kommen über den Gewinn, den du gemacht hast, und über das Blutvergiessen, das in dir geschehen ist.
21058#Hesekiel,22,14#14. Wird dein Mut vorhalten, werden deine Hände stark bleiben in den Tagen, da ich gegen dich vorgehen werde? Ich, der Herr, habe es geredet, und ich führe es aus. -Hes. 17,24; 24,14; 36,36.
21059#Hesekiel,22,15#15. Ich werde dich unter die Heiden zersprengen und über die Länder zerstreuen und so deine Unreinheit gänzlich von dir hinwegtilgen.
21060#Hesekiel,22,16#16. Und du wirst durch dich selbst entweiht sein vor den Augen der Heiden; dann wirst du erkennen, dass ich der Herr bin.
21061#Hesekiel,22,17#17. Und es erging an mich das Wort des Herrn: -Jes. 1,22; Jer. 6,28.
21062#Hesekiel,22,18#18. Menschensohn, das Haus Israel ist für mich zu Schlacken geworden! Sie alle sind Kupfer, Zinn, Eisen und Blei; mitten im Silber sind sie Schlacken geworden.
21063#Hesekiel,22,19#19. Darum sprich: So spricht Gott der Herr: Weil ihr alle zu Schlacken geworden seid, siehe, so will ich euch mitten in Jerusalem zusammentun.
21064#Hesekiel,22,20#20. Wie man Silber, Kupfer, Eisen, Blei und Zinn mitten in einem Schmelzofen zusammentut, um ein Feuer darunter anzufachen, damit es schmelze, so will ich euch in meinem Zorn und Grimm zusammentun, euch anhäufen und schmelzen.
21065#Hesekiel,22,21#21. Ich will das Feuer meines Ingrimms wider euch anfachen, dass ihr darin schmelzen sollt.
21066#Hesekiel,22,22#22. Wie Silber im Schmelzofen geschmolzen wird, so sollt ihr darin geschmolzen werden, damit ihr erkennet, dass ich, der Herr, meinen Grimm über euch ausgegossen habe.
21067#Hesekiel,22,23#23. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
21068#Hesekiel,22,24#24. Menschensohn, sprich zu ihm-1-: Du bist ein Land ohne Regen, das nicht benetzt ward am Tage des Zorns, -1) d.h. zum Lande Juda.
21069#Hesekiel,22,25#25. dessen Fürsten in seiner Mitte dem brüllenden, reissenden Löwen gleichen: sie frassen Menschenleben, rissen Schätze und Kostbarkeiten an sich und machten viele Frauen zu Witwen im Lande.
21070#Hesekiel,22,26#26. Seine Priester vergewaltigten meine Weisung und entweihten meine Heiligtümer; sie machten keinen Unterschied zwischen heilig und unheilig und lehrten nicht unterscheiden zwischen unrein und rein, sie verschlossen die Augen vor meinen Sabbaten. So ward ich unter ihnen entweiht. -Hes. 44,23; Jes. 28,7; Zeph. 3,4.
21071#Hesekiel,22,27#27. Seine Vornehmen in seiner Mitte waren wie reissende Wölfe, nur darauf aus, Blut zu vergiessen, Leben zu vernichten, um Gewinn zu machen. -Zeph. 3,3.
21072#Hesekiel,22,28#28. Und seine Propheten strichen ihnen Tünche darüber, indem sie Truggesichte verkündeten und ihnen Lügen wahrsagten und sprachen: «So spricht Gott der Herr», wo doch der Herr nicht geredet hatte. -Hes. 13,10.
21073#Hesekiel,22,29#29. Das gemeine Volk verübte Gewalttat und trieb Raub, bedrückte den Armen und Dürftigen und tat dem Fremdling widerrechtlich Gewalt an.
21074#Hesekiel,22,30#30. Und ich suchte unter ihnen einen, der eine Mauer baute oder vor mir für das Land in die Bresche träte, dass ich es nicht verderbte; aber ich fand keinen. -Hes. 13,5.
21075#Hesekiel,22,31#31. Da schüttete ich meinen Zorn aus über sie, vertilgte sie durch das Feuer meines Grimms; ich liess ihren Wandel auf ihr Haupt kommen, spricht Gott der Herr. -Hes. 9,10; 11,21; 16,43.
21076#Hesekiel,23,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
21077#Hesekiel,23,2#2. Menschensohn, es waren zwei Frauen, Töchter einer Mutter.
21078#Hesekiel,23,3#3. Die trieben Unzucht in Ägypten, schon in ihrer Jugend trieben sie Unzucht; dort wurden ihre Brüste gedrückt und dort ihr jungfräulicher Busen betastet. -Hes. 20,8.
21079#Hesekiel,23,4#4. Die ältere hiess Ohola, und ihre Schwester hiess Oholiba. Diese wurden mein und gebaren Söhne und Töchter. Ohola aber ist der Name Samarias und Oholiba der Name Jerusalems.
21080#Hesekiel,23,5#5. Und Ohola wurde mir untreu und entbrannte für ihre Buhlen, die Assyrer, die sich ihr nahten, -Hos. 5,13; 7,11; 8,9; 12,2.
21081#Hesekiel,23,6#6. in blauen Purpur gekleidet, Fürsten und Herren, lauter hübsche Burschen, Reiter auf Rossen.
21082#Hesekiel,23,7#7. Ihnen gab sie sich hin zur Unzucht, lauter auserlesenen Assyrern, und bei allen, für die sie entbrannte, verunreinigte sie sich mit ihren Götzen.
21083#Hesekiel,23,8#8. Sie liess auch nicht ab von ihrer Buhlerei mit den Ägyptern, weil diese in ihrer Jugend bei ihr gelegen und ihren jungfräulichen Busen betastet und ihre Unzucht mit ihr getrieben hatten. -2.Kön. 17,4.
21084#Hesekiel,23,9#9. Deswegen habe ich sie in die Hand ihrer Buhlen gegeben, in die Hand der Assyrer, für die sie entbrannt war.
21085#Hesekiel,23,10#10. Die deckten ihre Blösse auf, nahmen ihre Söhne und Töchter weg, töteten sie selbst mit dem Schwerte, sodass sie zum Gerede ward unter den Weibern, und vollstreckten so an ihr das Gericht.
21086#Hesekiel,23,11#11. Wohl sah das ihre Schwester Oholiba, aber sie trieb es noch ärger mit ihrer Brunst als jene, trieb noch schlimmere Unzucht als ihre Schwester. -Hes. 16,51; Jer. 3,11.
21087#Hesekiel,23,12#12. Für die Assyrer entbrannte sie, für die Fürsten und Herren, die sich ihr nahten, prächtig gekleidet, Reiter auf Rossen, lauter hübsche Burschen.
21088#Hesekiel,23,13#13. Da sah ich, dass sie sich verunreinigte; beide trieben es gleich.
21089#Hesekiel,23,14#14. Und sie fuhr fort in ihrer Unzucht: sie sah Männer, auf die Wand gezeichnet, Bildnisse der Chaldäer, mit roter Farbe gemalt,
21090#Hesekiel,23,15#15. einen Gurt um die Hüften und den herabhängenden Turban auf dem Haupte, sie alle anzusehen wie Offiziere, ein Bild der Babylonier, deren Heimat Chaldäa ist.
21091#Hesekiel,23,16#16. Als sie diese sah, entbrannte sie für sie und sandte Boten zu ihnen nach Chaldäa. -Hes. 16,29.
21092#Hesekiel,23,17#17. Und die Babylonier gingen zu ihr ein, um mit ihr der Liebe zu pflegen, und sie verunreinigten sie mit ihrer Buhlerei, und sie ward unrein durch sie; dann wurde sie ihrer überdrüssig.
21093#Hesekiel,23,18#18. So trieb sie offen ihre Buhlerei und deckte ihre Blösse auf. Da ward ich ihrer überdrüssig, wie ich ihrer Schwester überdrüssig geworden.
21094#Hesekiel,23,19#19. Sie aber trieb noch mehr Unzucht: sie gedachte der Tage ihrer Jugend, da sie im Lande Ägypten gebuhlt hatte. -Hes. 16,26.
21095#Hesekiel,23,20#20. Und sie entbrannte für ihre Buhler, deren Glieder waren wie Glieder von Eseln und deren Erguss wie der Erguss von Hengsten.
21096#Hesekiel,23,21#21. So sehntest du dich nach der Unzucht deiner Jugend, da die Ägypter deine Brüste drückten und deinen jungfräulichen Busen betasteten.
21097#Hesekiel,23,22#22. Darum, Oholiba, spricht Gott der Herr also: Siehe, ich will deine Buhlen, deren du überdrüssig geworden, wider dich aufreizen und sie von überallher gegen dich heranführen:
21098#Hesekiel,23,23#23. die Babylonier und alle Chaldäer, die von Pekod, von Soa und Koa, und alle Assyrer mit ihnen, hübsche Burschen, lauter Fürsten und Herren, Offiziere und Hochgestellte, lauter Reiter auf Rossen.
21099#Hesekiel,23,24#24. Die werden über dich kommen, gerüstet mit Wagen und Rädern und mit einem Haufen von Völkern; sie werden sich mit Tartschen, Schilden und Helmen rings wider dich lagern. Und ich will ihnen die Rechtssache vorlegen, damit sie dir das Urteil sprechen nach ihren Rechten.
21100#Hesekiel,23,25#25. Ich will meinen Eifer gegen dich richten, und sie werden grimmig mit dir verfahren: sie werden dir Nase und Ohren abschneiden, und deine Nachkommenschaft wird durch das Schwert fallen; sie werden deine Söhne und Töchter mit fortnehmen, und deine Nachkommenschaft wird im Feuer verbrennen.
21101#Hesekiel,23,26#26. Sie werden dir die Kleider ausziehen und deine Schmucksachen wegnehmen.
21102#Hesekiel,23,27#27. So will ich deiner Unzucht ein Ende machen und deiner Buhlerei von Ägypten her, dass du deine Augen nicht mehr zu ihnen erhebest und der Ägypter nicht mehr gedenkest.
21103#Hesekiel,23,28#28. Denn so spricht Gott der Herr: Siehe, ich will dich in die Hand derer geben, die du hassest, in die Hand derer, deren du überdrüssig bist.
21104#Hesekiel,23,29#29. Und sie werden voll Hass mit dir verfahren: alles, was du erarbeitet hast, werden sie mit fortnehmen und dich nackt und bloss liegenlassen, und deine buhlerische Blösse wird aufgedeckt werden. Deine Unzucht und deine Buhlerei
21105#Hesekiel,23,30#30. haben dir dieses eingetragen, weil du dich den Heiden preisgegeben und dich an ihren Götzen verunreinigt hast.
21106#Hesekiel,23,31#31. Du bist den Weg deiner Schwester gewandelt; darum gebe ich nun dir ihren Becher in die Hand.
21107#Hesekiel,23,32#32. So spricht Gott der Herr: Den Becher deiner Schwester sollst du trinken, den tiefen und weiten, der gar viel fasst. -Jes. 51,17.
21108#Hesekiel,23,33#33. Der Trunkenheit und des Jammers wirst du voll werden; ein Becher des Schauers und Schauders ist der Becher deiner Schwester Samaria.
21109#Hesekiel,23,34#34. Und du sollst ihn austrinken und ausschlürfen und noch an seinen Scherben nagen und dir die Brust aufreissen. Denn ich habe es geredet, spricht Gott der Herr.
21110#Hesekiel,23,35#35. Darum spricht Gott der Herr also: Weil du meiner vergessen und mich hinter deinen Rücken geworfen hast, so trage nun auch du (die Strafe für) deine Unzucht und deine Buhlerei. -Hes. 22,12; 1.Kön. 14,9; Jer. 2,32; 13,25.
21111#Hesekiel,23,36#36. Und der Herr sprach zu mir: Menschensohn, willst du nicht Ohola und Oholiba das Urteil sprechen? - So halte ihnen denn ihre Greuel vor! -Hes. 20,4; 22,2.
21112#Hesekiel,23,37#37. Sie haben Ehebruch getrieben, und Blut ist an ihren Händen; sie haben Ehebruch getrieben mit ihren Götzen und sogar ihre eignen Kinder, die sie mir geboren hatten, ihnen zum Frasse durchs Feuer gehen lassen. -Hes. 16,20.
21113#Hesekiel,23,38#38. Und noch mehr haben sie mir angetan: sie haben an demselben Tage mein Heiligtum verunreinigt, und meine Sabbate haben sie entweiht. -2.Kön. 21,4.
21114#Hesekiel,23,39#39. Und wenn sie ihre Kinder ihren Götzen geschlachtet hatten, so kamen sie noch am selben Tag in mein Heiligtum, es zu entweihen. Siehe, solches haben sie mitten in meinem Hause getan.
21115#Hesekiel,23,40#40. Ja, für Männer, die von fernher kamen, zu denen ein Bote gesandt ward und die alsbald kamen, hast du dich gebadet, deine Augen geschminkt und dich aufs schönste geputzt.
21116#Hesekiel,23,41#41. Und du hast dich auf ein prächtiges Polster gesetzt, mit einer gerüsteten Tafel davor, auf die du meinen Weihrauch und mein Öl stelltest.
21117#Hesekiel,23,42#42. Und mit lärmender Stimme sangen sie, und sie-1- legten ihnen Spangen an die Arme und setzten ihnen eine prächtige Krone aufs Haupt. -1) d.h. die Gäste.
21118#Hesekiel,23,43#43. . . .-1- -1) jeder Versuch einer Üs. des ganz verstümmelten Textes von V. 43 ist willkürlich und unbefriedigend.
21119#Hesekiel,23,44#44. Und sie gingen zu ihnen ein wie zu einer Dirne; so gingen sie zu Ohola und Oholiba, um Unzucht zu treiben.
21120#Hesekiel,23,45#45. Aber gerechte Männer werden ihnen das Urteil sprechen, das man Ehebrecherinnen und Mörderinnen spricht; denn Ehebrecherinnen sind sie, und Blut ist an ihren Händen. -Hes. 16,38.
21121#Hesekiel,23,46#46. Denn so spricht Gott der Herr: Man biete eine Volksgemeinde wider sie auf und gebe sie dem Entsetzen und der Plünderung preis,
21122#Hesekiel,23,47#47. und man steinige sie in der Gemeinde und zerhaue sie mit den Schwertern; man töte ihre Söhne und Töchter, und ihre Häuser verbrenne man.
21123#Hesekiel,23,48#48. So will ich der Unzucht im Lande ein Ende machen, damit alle Weiber sich warnen lassen und nicht Unzucht treiben wie sie.
21124#Hesekiel,23,49#49. Man wird euch (die Strafe für) eure Unzucht auflegen, und die Versündigung mit euren Götzen werdet ihr tragen müssen, damit ihr erkennet, dass ich Gott der Herr bin.
21125#Hesekiel,24,1#1. IM neunten Jahre-1-, im zehnten Monat, am zehnten Tage des Monats, erging an mich das Wort des Herrn: -Jer. 52,4.   1) nämlich der Regierung Zedekias.
21126#Hesekiel,24,2#2. Menschensohn, schreibe dir das Datum dieses Tages auf, ebendiesen heutigen Tag; der König von Babel hat sich an ebendiesem heutigen Tag auf Jerusalem geworfen.
21127#Hesekiel,24,3#3. Und rede zu dem widerspenstigen Geschlecht im Gleichnis und sage zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Stelle den Kessel hin, stelle ihn hin und giesse auch Wasser darein. -Hes. 11,3.
21128#Hesekiel,24,4#4. Tue Fleischstücke hinein, lauter gute Stücke, Lende und Schulter, fülle ihn mit auserlesenen Knochen.
21129#Hesekiel,24,5#5. Nimm eins von den besten Schafen und zünde das Holz an darunter. Lass die Fleischstücke sieden und koche auch die Knochen darin.
21130#Hesekiel,24,6#6. Darum spricht Gott der Herr also: Wehe über die blutbefleckte Stadt, über den Kessel, an dem der Rost sitzt und von dem sein Rost nicht abgegangen ist! Stück für Stück nimm heraus; da wird nicht das Los geworfen.
21131#Hesekiel,24,7#7. Denn das Blut, das sie vergossen, ist noch mitten in ihr; auf den nackten Felsen hat sie es gegossen, hat es nicht auf die Erde geschüttet, sodass diese es zudeckte. -3.Mo. 17,13.
21132#Hesekiel,24,8#8. Um Grimm heraufzuführen, um Rache zu vollstrecken, habe ich das von ihr vergossene Blut auf den nackten Felsen gegossen, dass es nicht bedeckt werde.
21133#Hesekiel,24,9#9. Darum spricht Gott der Herr also: Wehe über die blutbefleckte Stadt! Auch ich will einen grossen Holzstoss machen. -Hes. 22,2; Nah. 3,1.
21134#Hesekiel,24,10#10. Trage viel Holz zusammen, zünde das Feuer an, koche das Fleisch gar, giesse aus die Brühe, dass die Knochen verbrannt werden.
21135#Hesekiel,24,11#11. Stelle den Kessel leer auf die Kohlen, damit er erhitzt und sein Erz glühend werde, dass seine Unreinheit in ihm schmelze und sein Rost verzehrt werde;
21136#Hesekiel,24,12#12. aber der viele Rost geht nicht weg im Feuer.
21137#Hesekiel,24,13#13. Weil du dich durch Unzucht verunreinigtest und weil du, während ich dich reinigen wollte, doch nicht rein wurdest von deiner Unreinheit, so sollst du nicht mehr rein werden, bis ich meinen Grimm an dir gestillt habe.
21138#Hesekiel,24,14#14. Ich, der Herr, habe es geredet, und es kommt, und ich führe es aus; ich erlasse nichts und ich schone nicht, ich lasse mich's nicht gereuen. Nach deinem Wandel und nach deinen Taten will ich dich richten, spricht Gott der Herr. -Hes. 5,11; 22,14; Jer. 13,14.
21139#Hesekiel,24,15#15. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
21140#Hesekiel,24,16#16. Menschensohn, siehe, ich will dir die Lust deiner Augen wegnehmen durch jähen Tod; aber du sollst nicht klagen und weinen und keine Tränen darüber vergiessen.
21141#Hesekiel,24,17#17. Seufze still, halte nicht Totentrauer! Binde den Kopfbund um und lege die Schuhe an deine Füsse; verhülle den Bart nicht und iss kein Trauerbrot,
21142#Hesekiel,24,18#18. und am andern Morgen rede zum Volke! - Und am Abend starb mein Weib. Am andern Morgen tat ich, wie mir befohlen war.
21143#Hesekiel,24,19#19. Da sprachen die Leute zu mir: Willst du uns nicht sagen, was das für uns bedeutet, was du da tust?
21144#Hesekiel,24,20#20. Ich antwortete ihnen: Das Wort des Herrn ist an mich also ergangen:
21145#Hesekiel,24,21#21. Sprich zum Hause Israel: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich entweihe mein Heiligtum, den Hort, auf den ihr stolz seid, die Lust eurer Augen und die Sehnsucht eures Herzens; und eure Söhne und Töchter, die ihr zurückgelassen habt, werden durch das Schwert fallen.
21146#Hesekiel,24,22#22. Da werdet ihr tun, wie ich getan habe: ihr werdet den Bart nicht verhüllen und werdet kein Trauerbrot essen,
21147#Hesekiel,24,23#23. ihr werdet den Kopfbund auf dem Haupte behalten und die Schuhe an den Füssen; ihr werdet nicht klagen und weinen. Und ihr werdet um eurer Schuld willen vergehen und einer den andern anstarren. -3.Mo. 26,39.
21148#Hesekiel,24,24#24. So wird Ezechiel euch zum Zeichen. Ganz wie er getan hat, werdet ihr tun, wenn es eintrifft; und ihr werdet erkennen, dass ich Gott der Herr bin. -Hes. 12,6.
21149#Hesekiel,24,25#25. Du aber, Menschensohn, fürwahr, an dem Tage, da ich ihnen ihren Hort, ihre herrliche Freude, die Lust ihrer Augen, die Sehnsucht ihres Herzens, ihre Söhne und Töchter wegnehme,
21150#Hesekiel,24,26#26. an jenem Tage wird ein Entronnener zu dir kommen, es dir zu melden. -Hes. 33,21.
21151#Hesekiel,24,27#27. An jenem Tage, wenn der Entronnene kommt, wird dir der Mund aufgetan werden, und du wirst reden und nicht mehr stumm sein; und du wirst ihnen zum Zeichen werden, und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.
21152#Hesekiel,25,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn: -V. 1-7: Hes. 21,33-37; Jer. 49,1-6; Amos 1,13-15.
21153#Hesekiel,25,2#2. Menschensohn, richte dein Angesicht wider die Ammoniter und weissage über sie.
21154#Hesekiel,25,3#3. Sprich zu den Ammonitern: Höret das Wort Gottes des Herrn: So spricht Gott der Herr: Weil du «Ha! ha!» rufst über mein Heiligtum, dass es entweiht ward, über das Land Israels, dass es verwüstet wurde, und über das Haus Juda, dass es in die Verbannung wandern musste,
21155#Hesekiel,25,4#4. darum, siehe, will ich dich denen im Osten zum Eigentum geben; sie werden ihre Zeltlager in dir errichten und ihre Wohnungen in dir aufschlagen; sie werden deine Früchte essen und sie deine Milch trinken.
21156#Hesekiel,25,5#5. Ich will Rabba zu einer Trift für Kamele machen und das Ammoniterland zu einer Lagerstätte für Schafe, damit ihr erkennet, dass ich der Herr bin.
21157#Hesekiel,25,6#6. Denn so spricht Gott der Herr: Weil du in die Hände geklatscht und mit den Füssen gestampft, weil du, voll Schadenfreude im Herzen, über Israels Land frohlockt hast,
21158#Hesekiel,25,7#7. darum, siehe, recke ich nun meine Hand aus wider dich und gebe dich den Völkern zum Raub; ich rotte dich aus aus den Völkern und tilge dich hinweg aus den Ländern. Ich vernichte dich, damit du erkennest, dass ich der Herr bin.
21159#Hesekiel,25,8#8. So spricht Gott der Herr: Weil Moab sagt: «Siehe, dem Hause Juda ergeht es wie allen andern Völkern», -V. 8-11: Jes. 15; 16; Jer. 48.
21160#Hesekiel,25,9#9. darum, siehe, will ich die Berglehne Moabs entblössen von den Städten, ja von seinen Städten insgesamt, der Zierde des Landes: Beth-Jesimoth, Baal-Meon und Kirjathaim.
21161#Hesekiel,25,10#10. Denen im Osten gebe ich es nebst den Ammonitern zum Eigentum, damit man seiner nicht mehr gedenke unter den Völkern.
21162#Hesekiel,25,11#11. Und über Moab will ich Gericht halten, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin.
21163#Hesekiel,25,12#12. So spricht Gott der Herr: Weil Edom am Hause Juda rachsüchtig gehandelt und sich schwer verschuldet und sich grausam gerächt hat, -V. 12-14: Hes. 35; Jer. 49,7-22; Amos 1,11.12; Ob.
21164#Hesekiel,25,13#13. darum will ich, spricht Gott der Herr, meine Hand wider Edom ausrecken, will Menschen und Tiere darin ausrotten und es zur Einöde machen; von Theman bis Dedan sollen sie durch das Schwert fallen.
21165#Hesekiel,25,14#14. Ich will meine Rache an Edom durch mein Volk Israel vollstrecken; sie werden mit Edom verfahren nach meinem Zorn und nach meinem Grimm, dass es meine Rache verspüre, spricht Gott der Herr.
21166#Hesekiel,25,15#15. So spricht Gott der Herr: Weil die Philister rachsüchtig gehandelt und sich, voll Schadenfreude im Herzen, gerächt haben, Verderben anzurichten aus alter Feindschaft, -V. 15-17: Jes. 14,29-32; Jer. 47; Amos 1,6-8.
21167#Hesekiel,25,16#16. darum will ich, spricht Gott der Herr, nun meine Hand wider die Philister ausrecken und die Kreter ausrotten und den Überrest am Gestade des Meeres umkommen lassen.
21168#Hesekiel,25,17#17. Ich will grosse Rachetaten an ihnen vollführen mit grimmigen Züchtigungen, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Rache an ihnen vollstrecke.
21169#Hesekiel,26,1#1. IM elften Jahre, am ersten Tage des . . .-1- Monats, erging an mich das Wort des Herrn: -1) die Monatszahl ist ausgefallen.
21170#Hesekiel,26,2#2. Menschensohn, weil Tyrus von Jerusalem gesagt hat: «Ha! ha! zerschmettert ist sie, die Handelsherrin unter den Völkern; nun wendet sich mir zu der Reichtum der Verwüsteten», -Jes. 23; Joel 3,4-8; Amos 1,9.10.
21171#Hesekiel,26,3#3. darum spricht Gott der Herr also: Siehe, nun will ich an dich, Tyrus; ich will viele Völker wider dich heranführen, wie das Meer mit seinen Wogen herandrängt.
21172#Hesekiel,26,4#4. Und sie werden die Mauern von Tyrus zerbrechen und seine Türme einreissen; ich werde sein Erdreich aus ihm wegfegen und es zum nackten Felsen machen.
21173#Hesekiel,26,5#5. Ein Platz, wo man die Netze ausbreitet, soll es werden inmitten des Meeres; denn ich habe es geredet, spricht Gott der Herr, und es soll den Völkern zum Raube werden.
21174#Hesekiel,26,6#6. Und seine Töchter, die auf dem Lande sind, sollen durch das Schwert umkommen, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin.
21175#Hesekiel,26,7#7. Denn so spricht Gott der Herr: Siehe, ich will Nebukadrezar, den König von Babel, den König der Könige, von Norden her wider Tyrus heranführen mit Rossen, Wagen und Reitern und mit einem Haufen vieler Völker.
21176#Hesekiel,26,8#8. Deine Töchter auf dem Lande wird er mit dem Schwert umbringen; wider dich aber wird er ein Bollwerk bauen, wird einen Damm gegen dich aufschütten und ein Schilddach wider dich aufstellen.
21177#Hesekiel,26,9#9. Er wird seinen Sturmbock zum Stoss wider deine Mauern richten und deine Türme niederreissen mit seinen Eisen.
21178#Hesekiel,26,10#10. Seiner Rosse sind so viele, dass dich ihr Staub bedeckt; vor dem Getöse seiner Reiter und der Räder seiner Wagen werden deine Mauern erbeben, wenn er durch deine Tore eindringt, wie man eindringt in eine erstürmte Stadt.
21179#Hesekiel,26,11#11. Mit den Hufen seiner Rosse wird er all deine Strassen zerstampfen; er wird dein Volk mit dem Schwerte töten, und die (heiligen) Säulen, auf die du trotzest, wird er zu Boden stürzen.
21180#Hesekiel,26,12#12. Sie werden deinen Reichtum erbeuten und deine Handelsschätze plündern, werden deine Mauern zerstören und deine kostbaren Häuser einreissen; deine Steine und Balken und dein Erdreich wird man ins Wasser werfen.
21181#Hesekiel,26,13#13. Ich werde dem Lärm deiner Lieder ein Ende machen, und der Klang deiner Lauten soll nicht mehr gehört werden.
21182#Hesekiel,26,14#14. Ich will dich zum nackten Felsen machen; ein Platz, wo man die Netze ausbreitet, sollst du werden, und man wird dich nimmermehr aufbauen. Denn ich habe es geredet, spricht Gott der Herr.
21183#Hesekiel,26,15#15. So spricht Gott der Herr zu Tyrus: Werden nicht von dem Getöse deines Falls, beim Stöhnen der Durchbohrten, beim Morden des Schwertes in deiner Mitte, die Inseln erbeben?
21184#Hesekiel,26,16#16. Alle Fürsten am Meere werden von ihren Thronen herabsteigen; sie werden ihre Mäntel von sich tun und ihre gestickten Gewänder ausziehen. In Trauer werden sie sich kleiden und sich auf den Boden setzen; sie werden alle Augenblicke erzittern und ob dir sich entsetzen.
21185#Hesekiel,26,17#17. Und sie werden ein Klagelied über dich anheben und zu dir sprechen: Wie bist du vom Meere verschwunden, du gepriesene Stadt, die du mächtig warst auf dem Meere, du und deine Bewohner, die du Schrecken einjagtest all denen, die daran wohnten!
21186#Hesekiel,26,18#18. Jetzt werden die Inseln erzittern am Tag deines Falls, erschrecken werden die Inseln im Meer ob deines Ausgangs.
21187#Hesekiel,26,19#19. Denn so spricht Gott der Herr: Wenn ich dich zur verwüsteten Stadt mache, den Städten gleich, die nicht mehr bewohnt sind, wenn ich die Flut über dich heraufführe und dich die grossen Wasser bedecken,
21188#Hesekiel,26,20#20. so stosse ich dich hinab zu denen, die zur Grube gefahren, zu dem Volke der Vorzeit, und lasse dich wohnen im unterirdischen Land gleich uralten Trümmern, bei denen, die zur Grube gefahren, auf dass du nicht mehr bewohnt werdest und nicht mehr erstehest im Lande der Lebenden.
21189#Hesekiel,26,21#21. Ein jähes Ende will ich dir machen, dass du nicht mehr seiest. Man wird dich suchen und wird dich nimmermehr finden, spricht Gott der Herr.
21190#Hesekiel,27,1#1. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
21191#Hesekiel,27,2#2. Du, Menschensohn, hebe ein Klagelied an über Tyrus
21192#Hesekiel,27,3#3. und sprich zu Tyrus: Die du wohnst am Zugang zum Meere, du Handelsherrin der Völker an vielen Gestaden, so spricht Gott der Herr: Tyrus, du hast gesprochen: «Ein Prachtschiff bin ich, vollendet schön.»
21193#Hesekiel,27,4#4. Gross machten dich inmitten des Meeres deine Erbauer, vollendet schön.
21194#Hesekiel,27,5#5. Aus Zypressen vom Senir bauten sie dir all deine Planken, eine Zeder vom Libanon nahmen sie, dir einen Mastbaum zu zimmern.
21195#Hesekiel,27,6#6. Von Eichenholz aus Basan machten sie deine Ruder; dein Verdeck ist Elfenbeinarbeit, eingelegt in Buchsbaumholz von den Gestaden der Chittäer.
21196#Hesekiel,27,7#7. Buntgewirkter Byssus aus Ägypten war dein Wimpel, dass er dir als Abzeichen diene; blauer und roter Purpur von den Gestaden Elisas war deine Bedachung.
21197#Hesekiel,27,8#8. Die Bewohner von Sidon und Arwad dienten dir als Ruderknechte; die Kundigsten von Zamar waren auf dir-1-*, sie waren deine Steuerleute. -1) der hebrT. lautet: «Deine Weisen, o Tyrus, waren in dir».
21198#Hesekiel,27,9#9. Die Ältesten von Gebal und seine Weisen besserten deine Lecke aus. Alle Meerschiffe mit ihren Matrosen waren in dir, Tauschhandel mit dir zu treiben.
21199#Hesekiel,27,10#10. Leute von Paras, Lud und Put waren in deinem Heere als deine Krieger; Schild und Helm hängten sie in dir auf, die bildeten deine Zier.
21200#Hesekiel,27,11#11. Die von Arwad und Hethlon waren auf deinen Mauern ringsum und Zamariter auf deinen Türmen. Sie hängten ihre Schilde auf an deinen Mauern ringsum; die machten deine Schönheit vollkommen.
21201#Hesekiel,27,12#12. Tharsis trieb Handel mit dir wegen der Menge all deiner Güter; Silber, Eisen, Zinn und Blei lieferte es dir als Tauschware.
21202#Hesekiel,27,13#13. Jawan, Thubal und Mesech handelten mit dir: Menschenseelen-1- und kupferne Geräte lieferten sie dir zum Austausch. -1) d.h. Sklaven.
21203#Hesekiel,27,14#14. Die vom Stamme Thogarma lieferten dir Zug- und Reitpferde und Maultiere als Tauschware.
21204#Hesekiel,27,15#15. Die von Rhodus handelten mit dir. Viele Gestade trieben Handel für dich; Elfenbeinzähne und Ebenholz entrichteten sie dir als Tribut.
21205#Hesekiel,27,16#16. Edom trieb Handel mit dir wegen der Menge deiner Waren; Rubine, roten Purpur, Buntwirkereien, Byssus, Korallen und Granaten lieferten sie dir als Tauschware.
21206#Hesekiel,27,17#17. Juda und das Land Israels handelten mit dir; Weizen und Gummi und Wachs, Honig und Öl und Balsam lieferten sie dir zum Austausch.
21207#Hesekiel,27,18#18. Damaskus trieb Handel mit dir wegen der Menge all deiner Güter; Wein von Helbon und Wolle von Zahar
21208#Hesekiel,27,19#19. lieferten sie dir als Tauschware. Aus Usal kamen Eisenbarren, Kassia und Würzrohr für dich zum Austausch.
21209#Hesekiel,27,20#20. Dedan handelte mit dir in Satteldecken zum Reiten.
21210#Hesekiel,27,21#21. Die Araber und alle Fürsten von Kedar trieben Handel für dich mit Lämmern, Widdern und Böcken; damit waren sie deine Händler.
21211#Hesekiel,27,22#22. Saba und Ragma trieben Handel mit dir; die köstlichste Spezerei, allerlei Edelsteine und Gold lieferten sie dir als Tauschware.
21212#Hesekiel,27,23#23. Haran, Kanne und Eden trieben Handel mit dir, ebenso Assur und ganz Medien.
21213#Hesekiel,27,24#24. Handel in Prachtgewändern, in Mänteln von blauem Purpur und Buntwirkereien, in buntfarbenen Teppichen und gedrehten, festen Tauen trieben sie mit dir.
21214#Hesekiel,27,25#25. Tharsisschiffe zogen für dich dahin mit deinen Waren. So wurdest du reich und überaus herrlich inmitten des Meeres;
21215#Hesekiel,27,26#26. über gewaltige Wasser führten dich deine Ruderer. Da zerbricht dich der Oststurm mitten im Meere:
21216#Hesekiel,27,27#27. dein Reichtum und deine Waren, all deine Handelsgüter, deine Matrosen und Steuerleute, deine Schiffszimmerer und deine Handelsherren und all deine Krieger auf dir, ja, dein ganzes Volk auf dir, sie sinken mitten ins Meer am Tag deines Untergangs.
21217#Hesekiel,27,28#28. Ob dem lauten Geschrei deiner Steuerleute erbeben die Flotten,
21218#Hesekiel,27,29#29. und von ihren Schiffen steigen herab alle, die das Ruder führen; die Matrosen und Steuerleute auf dem Meere, sie alle gehen ans Land
21219#Hesekiel,27,30#30. und erheben über dich ihre Stimme und klagen bitterlich, streuen sich Staub auf das Haupt und wälzen sich in der Asche.
21220#Hesekiel,27,31#31. Sie scheren sich eine Glatze um deinetwillen und gürten das Trauergewand um, weinen um dich voll Herzeleid in bitterer Trauer.
21221#Hesekiel,27,32#32. Sie heben ein Klagelied über dich an und singen wehklagend um dich: «Wer ward vernichtet wie Tyrus inmitten des Meeres?
21222#Hesekiel,27,33#33. Als deine Waren dem Meere entstiegen, sättigtest du viele Völker; mit der Fülle deines Reichtums und deiner Handelsgüter machtest du reich die Könige der Erde.
21223#Hesekiel,27,34#34. Nun bist du zerschmettert, vom Meere hinweg in die Tiefen der Wasser verschwunden; deine Waren und all dein Volk sind mitten in dir versunken.
21224#Hesekiel,27,35#35. Alle Bewohner der Meeresgestade sind entsetzt ob deines Geschicks, und all ihre Könige schaudern; verstört ist ihr Antlitz.
21225#Hesekiel,27,36#36. Die Handel treiben unter den Völkern, zischen dich aus; jähem Ende bist du verfallen, bist dahin auf immer!»
21226#Hesekiel,28,1#1. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
21227#Hesekiel,28,2#2. Menschensohn, sprich zum Fürsten von Tyrus: So spricht Gott der Herr: Weil sich dein Herz überhoben hat und du gesagt hast: «Ein Gott bin ich! auf einem Göttersitz throne ich mitten im Meer!» wo du doch nur ein Mensch bist und kein Gott, und weil du dich einem Gotte gleich dünktest -
21228#Hesekiel,28,3#3. ja wahrlich, du bist weiser als Daniel, alle Klugen reichen an dich nicht heran;
21229#Hesekiel,28,4#4. mit deiner Weisheit und deiner Klugheit hast du dir Reichtum erworben, hast Gold und Silber gesammelt in deine Schatzkammern;
21230#Hesekiel,28,5#5. durch deine grosse Klugheit im Handel hast du deinen Reichtum gemehrt, und so hat sich dein Herz überhoben ob deines Reichtums -,
21231#Hesekiel,28,6#6. darum spricht Gott der Herr also: Weil du dich einem Gotte gleich dünktest,
21232#Hesekiel,28,7#7. darum, siehe, lasse ich Fremde über dich kommen, die grimmigsten Völker; die werden ihre Schwerter ziehen wider deine herrliche Weisheit und deinen Glanz entweihen. -Hes. 30,11.
21233#Hesekiel,28,8#8. In die Grube werden sie dich hinabstossen, und du wirst den Tod eines Erschlagenen sterben inmitten des Meeres.
21234#Hesekiel,28,9#9. Wirst du dann auch noch sagen, im Angesicht deiner Mörder: «Ein Gott bin ich!» wo du doch nur ein Mensch bist und kein Gott, in der Gewalt derer, die dich durchbohren?
21235#Hesekiel,28,10#10. Den Tod von Unbeschnittenen wirst du sterben durch die Hand von Fremden. Denn ich habe es geredet, spricht Gott der Herr.
21236#Hesekiel,28,11#11. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
21237#Hesekiel,28,12#12. Menschensohn, hebe ein Klagelied an über den König von Tyrus und sprich zu ihm: So spricht Gott der Herr: Du warst das urbildliche Siegel, voll Weisheit und von vollendeter Schönheit.
21238#Hesekiel,28,13#13. In Eden, dem Gottesgarten, warst du, warst bedeckt von allerlei Edelsteinen: Karneol, Topas und Jaspis, Chrysolith, Soham und Onyx, Saphir, Rubin und Smaragd, und von Gold war die Arbeit der Fassung und der Vertiefungen an dir. An dem Tage, da du geschaffen wurdest, wurden sie eingesetzt. -1.Mo. 2,8.
21239#Hesekiel,28,14#14. Dem schützenden Cherub gesellte ich dich bei auf dem heiligen Gottesberge, du warst inmitten feuriger Steine. -Jes. 14,13.
21240#Hesekiel,28,15#15. Du wandeltest unsträflich in deinen Wegen von dem Tage deiner Erschaffung an, bis Unrecht an dir erfunden ward.
21241#Hesekiel,28,16#16. Bei deinem mächtigen Handel fülltest du dein Inneres mit Frevel und versündigtest dich. Da stiess ich dich aus dem Heiligtum des Gottesberges hinaus, und es trieb dich der schützende Cherub aus der Mitte der feurigen Steine hinweg.
21242#Hesekiel,28,17#17. Dein Herz hatte sich überhoben ob deiner Schönheit, du hattest deine Weisheit um deines Glanzes willen zerstört. Auf die Erde schleuderte ich dich hinab, vor Könige gab ich dich hin, dass sie ihre Lust an dir schauten.
21243#Hesekiel,28,18#18. Durch die Grösse deiner Schuld, durch die Ungerechtigkeit in deinem Handel hattest du mein Heiligtum entweiht; darum liess ich aus seiner Mitte ein Feuer hervorbrechen, das dich verzehrte, und ich machte dich zu Asche auf der Erde vor den Augen aller, die dich sahen.
21244#Hesekiel,28,19#19. Alle, die dich kannten unter den Völkern, sind entsetzt ob deines Geschicks; jähem Ende bist du verfallen, bist dahin auf immer! -Hes. 27,36.
21245#Hesekiel,28,20#20. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
21246#Hesekiel,28,21#21. Menschensohn, richte dein Angesicht wider Sidon und weissage über die Stadt
21247#Hesekiel,28,22#22. und sprich: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an dich, Sidon, will mich verherrlichen in deiner Mitte, damit du erkennest, dass ich der Herr bin, wenn ich an dir Gerichte vollstrecke und mich als den Heiligen erweise an dir.
21248#Hesekiel,28,23#23. Ich will die Pest in dich senden und das Morden auf deine Strassen, und es sollen vom Schwerte Erschlagene liegen in deiner Mitte ringsumher, damit du erkennest, dass ich der Herr bin.
21249#Hesekiel,28,24#24. Dem Hause Israel aber soll forthin kein stechender Dorn noch schmerzender Stachel mehr drohen von all seinen Nachbarn, die es verachten, und sie werden erkennen, dass ich Gott der Herr bin.
21250#Hesekiel,28,25#25. So spricht Gott der Herr: Wenn ich die vom Hause Israel aus den Völkern, unter die sie zerstreut worden sind, wieder sammle, dann will ich mich an ihnen als den Heiligen erweisen vor den Augen der Heiden, und sie sollen in ihrem Lande wohnen, das ich meinem Knechte Jakob gegeben habe.
21251#Hesekiel,28,26#26. In Sicherheit werden sie darin wohnen, werden Häuser bauen und Weinberge pflanzen, ja, in Sicherheit werden sie wohnen, während ich Gerichte vollstrecke an all ihren Nachbarn, die sie verachten; und alsdann werden sie erkennen, dass ich, der Herr, ihr Gott bin.
21252#Hesekiel,29,1#1. IM zehnten Jahre, am zwölften Tage des zehnten Monats, erging an mich das Wort des Herrn:
21253#Hesekiel,29,2#2. Menschensohn, richte dein Angesicht wider den Pharao, den König von Ägypten, und weissage über ihn und über ganz Ägypten -Jes. 19; Jer. 46.
21254#Hesekiel,29,3#3. und sprich: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an dich, Pharao, König von Ägypten, du grosses Krokodil, das da lagert inmitten der Nilarme, das da spricht: «Mein ist der Nil, und ich habe ihn gemacht.» -Hes. 32,2.
21255#Hesekiel,29,4#4. Ich will Haken in deine Kinnbacken legen und die Fische in deinen Flüssen an deine Schuppen hängen, ich will dich aus deinen Flüssen heraufholen samt allen Fischen deiner Flüsse, die an deinen Schuppen hangen.
21256#Hesekiel,29,5#5. Dann werfe ich dich in die Wüste hinaus samt allen Fischen deiner Flüsse. Auf dem offenen Felde wirst du liegen, und man wird dich nicht aufheben noch begraben; dem Getier der Erde und den Vögeln des Himmels gebe ich dich zum Frasse.
21257#Hesekiel,29,6#6. Dann werden alle Bewohner Ägyptens erkennen, dass ich der Herr bin. Weil du nur eine Stütze von Schilfrohr bist für das Haus Israel - -Jes. 36,6.
21258#Hesekiel,29,7#7. wenn sie dich mit der Hand anfassen, so knickst du zusammen und durchstichst ihnen die ganze Hand; und wenn sie sich auf dich stützen, so zerbrichst du und machst ihre ganzen Hüften wanken -,
21259#Hesekiel,29,8#8. darum spricht Gott der Herr also: Siehe, ich lasse das Schwert über dich kommen und tilge Menschen und Vieh aus dir hinweg;
21260#Hesekiel,29,9#9. und das Land Ägypten soll zur Wüste und Einöde werden, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin. Weil du gesagt hast: «Der Nil ist mein, und ich habe ihn gemacht»,
21261#Hesekiel,29,10#10. darum, siehe, will ich an dich und an deinen Nil, will das Land Ägypten zur Einöde und Wüste machen von Migdol bis nach Syene, bis an die Grenze Äthiopiens. -Hes. 30,6.
21262#Hesekiel,29,11#11. Keines Menschen Fuss soll es durchwandern, auch keines Tieres Fuss soll es durchstreifen; unbewohnt soll es bleiben vierzig Jahre lang.
21263#Hesekiel,29,12#12. Ich werde das Land Ägypten zur Wüste machen inmitten verwüsteter Länder, und seine Städte werden öde liegen inmitten verödeter Städte vierzig Jahre lang, und die Ägypter werde ich unter die Heiden versprengen und über die Länder zerstreuen.
21264#Hesekiel,29,13#13. Denn so spricht Gott der Herr: Nach vierzig Jahren werde ich die Ägypter aus den Völkern, unter die sie zerstreut worden sind, wieder sammeln;
21265#Hesekiel,29,14#14. ich werde das Geschick Ägyptens wenden und sie in das Land Pathros, das Land ihres Ursprungs, zurückbringen, und dort sollen sie ein geringes Königreich sein.
21266#Hesekiel,29,15#15. Das geringste unter den Reichen soll es sein, soll sich nicht mehr über die Völker erheben; ihre Zahl will ich vermindern, dass sie nicht herrschen sollen über die Völker.
21267#Hesekiel,29,16#16. Sie werden dem Hause Israel kein Hort des Vertrauens mehr sein, (kein Ankläger,) der Israels Schuld (bei Gott) in Erinnerung bringt, wenn es sich an sie anschliessen wird. Und sie werden erkennen, dass ich Gott der Herr bin.
21268#Hesekiel,29,17#17. Im 27. Jahre aber, am ersten Tage des ersten Monats, erging an mich das Wort des Herrn:
21269#Hesekiel,29,18#18. Menschensohn! Nebukadrezar, der König von Babel, hat sein Kriegsheer schwere Arbeit tun lassen gegen Tyrus. Jeglicher Kopf ist kahl und jegliche Schulter zerschunden; aber Lohn ist von Tyrus weder ihm noch seinem Heere geworden für die Arbeit, die er wider die Stadt getan.
21270#Hesekiel,29,19#19. Darum spricht Gott der Herr also: Siehe, ich will Nebukadrezar, dem König von Babel, das Land Ägypten geben: er wird seinen Reichtum mit fortnehmen, wird es plündern und ausrauben, und es wird seinem Heere als Lohn zufallen.
21271#Hesekiel,29,20#20. Als Entgelt, um das er gearbeitet hat, gebe ich ihm das Land Ägypten, spricht Gott der Herr.
21272#Hesekiel,29,21#21. An jenem Tage will ich dem Hause Israel ein Horn-1- wachsen lassen und dir den Mund wieder auftun in ihrer Mitte, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin. -Ps. 132,17.   1) vgl. Anm. zu 1.Sam. 2,1.
21273#Hesekiel,30,1#1. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
21274#Hesekiel,30,2#2. Menschensohn, weissage und sprich: So spricht Gott der Herr: Wehklaget: «Ach, welch ein Tag!»
21275#Hesekiel,30,3#3. Denn nahe ist ein Tag, ja, nahe der Tag des Herrn; ein Tag finstern Gewölks, die Stunde für die Heiden wird er sein. -Zeph. 1,14.
21276#Hesekiel,30,4#4. Es wird ein Schwert nach Ägypten kommen, und Äthiopien wird ein Zittern befallen, wenn die Erschlagenen in Ägypten umherliegen, wenn ihm sein Reichtum genommen und seine Grundfesten eingerissen werden.
21277#Hesekiel,30,5#5. Die Äthiopier, Putäer und Luditer samt allem Fremdvolk-1- und mit ihnen die Lubiter und die Söhne des Bundeslandes-2- werden durch das Schwert fallen. -Jer. 46,9.   1) aüs: «samt allen Arabern». 2) and. im Anschluss an die grÜs: «und die Kreter».
21278#Hesekiel,30,6#6. So spricht der Herr: Da werden fallen, die Ägypten stützen, und seine stolze Macht bricht zusammen; von Migdol bis nach Syene werden sie darin durch das Schwert fallen, spricht Gott der Herr. -Hes. 29,10.
21279#Hesekiel,30,7#7. Es wird wüste liegen inmitten verwüsteter Länder, und seine Städte werden inmitten verödeter Städte sein.
21280#Hesekiel,30,8#8. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich Feuer lege an Ägypten und all seine Helfer zusammenbrechen.
21281#Hesekiel,30,9#9. An jenem Tage werden Boten ausgehen, Eilboten, die Äthiopier zu erschrecken, und Zittern wird sie befallen am Tage Ägyptens; denn siehe, es kommt!
21282#Hesekiel,30,10#10. So spricht Gott der Herr: Ich werde dem Getue Ägyptens ein Ende machen durch die Hand Nebukadrezars, des Königs von Babel.
21283#Hesekiel,30,11#11. Er und sein Kriegsvolk mit ihm, die grimmigsten unter den Völkern, werden herangeführt werden, das Land zu verheeren. Sie werden ihre Schwerter ziehen wider Ägypten und das Land mit Erschlagenen füllen. -Hes. 28,7.
21284#Hesekiel,30,12#12. Die Nilarme werde ich trockenlegen und das Land in die Gewalt böser Menschen geben; ich werde das Land samt allem, was darin ist, durch die Hand Fremder verwüsten. Ich, der Herr, habe es geredet. -Jes. 19,5.
21285#Hesekiel,30,13#13. So spricht Gott der Herr: Ich werde den Grossen von Memphis ein Ende machen und den Fürsten im Lande Ägypten; sie werden nicht mehr sein, und ich werde Furcht über das Land Ägypten bringen.
21286#Hesekiel,30,14#14. Ich werde Pathros verwüsten und Feuer an Zoan legen und Gerichte vollstrecken an Theben. -Jes. 19,13; Jer. 46,25.
21287#Hesekiel,30,15#15. Ich werde meinen Grimm ausschütten über Sin, das Bollwerk Ägyptens, und die Volksmenge von Theben ausrotten.
21288#Hesekiel,30,16#16. Ich werde Feuer an Ägypten legen, Syene soll zittern und beben, in Theben soll Bresche gelegt und seine Mauern sollen eingerissen werden.
21289#Hesekiel,30,17#17. Die Jungmannschaft von On-1- und Pibeseth-2- wird durch das Schwert fallen, und die Frauen müssen in die Verbannung wandern. -1) d.i. Heliopolis.   2) d.i. Bubastus.
21290#Hesekiel,30,18#18. Zu Daphne wird sich der Tag verfinstern, wenn ich das Szepter Ägyptens daselbst zerbreche und seine stolze Macht dort ein Ende nimmt. Gewölk wird die Stadt selber bedecken, und ihre Töchter müssen in die Verbannung wandern. -Jer. 43,9.
21291#Hesekiel,30,19#19. So werde ich an Ägypten Gerichte vollstrecken, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin.
21292#Hesekiel,30,20#20. Und im elften Jahre, am siebenten Tage des ersten Monats, erging an mich das Wort des Herrn:
21293#Hesekiel,30,21#21. Menschensohn, ich habe den Arm des Pharao, des Königs von Ägypten, zerbrochen; und siehe, er ist nicht verbunden worden, kein Heilmittel ward angewandt, kein Verband angelegt, damit er wieder stark würde, das Schwert zu fassen. -Jer. 37,7.
21294#Hesekiel,30,22#22. Darum spricht Gott der Herr also: Siehe, ich will an den Pharao, den König von Ägypten, will ihm die Arme zerbrechen, den starken und den gebrochenen, dass ihm das Schwert aus der Hand fällt.
21295#Hesekiel,30,23#23. Und die Ägypter werde ich unter die Völker versprengen und über die Länder zerstreuen. -Hes. 29,12.
21296#Hesekiel,30,24#24. Ich werde dem König von Babel die Arme stärken und ihm mein Schwert in die Hand geben; die Arme des Pharao aber werde ich zerbrechen, und er wird vor ihm ächzen wie ein zu Tode Getroffener.
21297#Hesekiel,30,25#25. Ja, die Arme des Königs von Babel werde ich stärken, dem Pharao aber werden die Arme herabsinken. Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich dem König von Babel mein Schwert in die Hand gebe, dass er es recke wider das Land Ägypten.
21298#Hesekiel,30,26#26. Und ich werde die Ägypter unter die Völker versprengen und über die Länder zerstreuen, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin.
21299#Hesekiel,31,1#1. Und im elften Jahre, am ersten Tage des dritten Monats, erging an mich das Wort des Herrn:
21300#Hesekiel,31,2#2. Menschensohn, sprich zum Pharao, dem König von Ägypten, und zu seiner Menge: Wem warst du gleich in deiner Grösse? -
21301#Hesekiel,31,3#3. Siehe, ein Buchsbaum auf dem Libanon mit schönem Geäste und schattigem Gezweig und von hohem Wuchs, dessen Wipfel bis in die Wolken reichte.
21302#Hesekiel,31,4#4. Die Wasser hatten ihn gross gemacht, die Fluten ihn hochwachsen lassen; die liessen ihre Ströme fliessen rings um seinen Standort und sandten ihre Kanäle über das ganze Feld.
21303#Hesekiel,31,5#5. Darum ragte er höher als alle Bäume des Feldes; viel wurden seiner Zweige und lang seine Äste von dem vielen Wasser.
21304#Hesekiel,31,6#6. In seinen Zweigen nisteten allerlei Vögel des Himmels, und unter seinen Ästen warfen allerlei Tiere des Feldes; unter seinem Schatten wohnten grosse Völker.
21305#Hesekiel,31,7#7. So ward er schön in seiner Grösse durch die Länge seiner Zweige; denn seine Wurzel streckte sich an viele Wasser.
21306#Hesekiel,31,8#8. Die Zedern des Gottesgartens reichten nicht an ihn heran, die Zypressen kamen ihm mit ihren Zweigen nicht gleich; die Platanen hatten kein Geäste wie er, kein Baum im Gottesgarten war ihm zu vergleichen in seiner Schönheit.
21307#Hesekiel,31,9#9. Ich hatte ihn schön gemacht durch die Fülle seiner Zweige, und es beneideten ihn alle Bäume Edens im Gottesgarten.
21308#Hesekiel,31,10#10. Darum spricht Gott der Herr also: Weil er hoch war an Wuchs und seinen Wipfel bis in die Wolken reckte und weil er hochmütig wurde ob seiner Höhe,
21309#Hesekiel,31,11#11. gab ich ihn in die Hand eines Starken unter den Völkern, dass er mit ihm verfahre nach seiner Bosheit und ihn vernichte.
21310#Hesekiel,31,12#12. Und Fremde, die grimmigsten unter den Völkern, hieben ihn um und liessen ihn liegen: auf die Berge und in alle Täler fielen seine Zweige, und zerbrochen wurden seine Äste in allen Schluchten des Landes; und alle Völker der Erde entflohen aus seinem Schatten und liessen ihn liegen. -Hes. 28,7.
21311#Hesekiel,31,13#13. Auf seinem gefällten Stamm liessen sich nieder alle Vögel des Himmels, und über seine Äste kam alles Getier des Feldes -
21312#Hesekiel,31,14#14. auf dass kein Baum am Wasser mehr hochwüchse und seinen Wipfel bis in die Wolken reckte und dass nicht stolz dastünden in ihrer Höhe alle die Grossen unter ihnen, die vom Wasser getränkt werden; denn sie alle sind dem Tode geweiht, müssen hinab ins unterirdische Land gleich wie die andern Menschenkinder, zu denen, die zur Grube gefahren sind.
21313#Hesekiel,31,15#15. So spricht Gott der Herr: An dem Tage, da er hinabfuhr ins Totenreich, liess ich die Flut um ihn trauern; ich hemmte ihre Ströme, und die grossen Wasser wurden zurückgehalten. Seinethalben hüllte ich den Libanon ins Trauergewand, und alle Bäume des Feldes sanken ohnmächtig hin.
21314#Hesekiel,31,16#16. Ob dem Getöse seines Falles liess ich erbeben die Völker, da ich ihn hinabstiess ins Totenreich, zu denen, die zur Grube gefahren sind. Und es trösteten sich im unterirdischen Land alle Edenbäume, die auserlesene Zier des Libanon, alle, die vom Wasser getränkt wurden.
21315#Hesekiel,31,17#17. Auch sie fuhren mit ihm hinab ins Totenreich zu den vom Schwerte Erschlagenen, das Geschlecht derer, die in seinem Schatten gewohnt inmitten der Völker.
21316#Hesekiel,31,18#18. Wem warst du gleich an Herrlichkeit und an Grösse unter den Edenbäumen? - Mit den Edenbäumen wirst du hinabgestossen ins unterirdische Land, inmitten von Unbeschnittenen wirst du liegen bei den vom Schwerte Erschlagenen. Das ist der Pharao und all seine Menge, spricht Gott der Herr. -Hes. 28,10.
21317#Hesekiel,32,1#1. Und im elften Jahre, am ersten Tage des zwölften Monats, erging an mich das Wort des Herrn:
21318#Hesekiel,32,2#2. Menschensohn, hebe ein Klagelied an über den Pharao, den König von Ägypten, und sprich zu ihm: Du Jungleu unter den Völkern, du bist vernichtet! Und du warst doch wie das Krokodil im Meere-1- und sprudeltest mit deinen Nüstern, machtest die Wasser trübe mit deinen Füssen und stampftest in ihren Fluten umher. -Hes. 29,3.   1) d.i. im Nil.
21319#Hesekiel,32,3#3. So spricht Gott der Herr: Nun spanne ich mein Netz über dich aus und ziehe dich herauf in meinem Fanggarn. -Hes. 12,13; 17,20.
21320#Hesekiel,32,4#4. Ich werfe dich hin auf das Land und schleudere dich aufs offene Feld; ich mache, dass alle Vögel des Himmels sich auf dich setzen und an dir sich sättigt das Getier der ganzen Erde. -Hes. 29,5.
21321#Hesekiel,32,5#5. Ich lege dein Fleisch auf den Bergen hin und fülle die Täler mit deinem Aas.
21322#Hesekiel,32,6#6. Ich tränke das Land mit deinem Ausfluss, und die Schluchten sollen mit deinem Blute sich füllen.
21323#Hesekiel,32,7#7. Bei deinem Erlöschen bedecke ich den Himmel, verfinstere seine Sterne; die Sonne verhülle ich mit Gewölk, der Mond lässt sein Licht nicht mehr leuchten. -Jes. 13,10.
21324#Hesekiel,32,8#8. Alle leuchtenden Lichter am Himmel kleide ich deinethalben in Schwarz, und Finsternis bringe ich über dein Land, spricht Gott der Herr.
21325#Hesekiel,32,9#9. Ich mache das Herz vieler Nationen voll Unruhe, wenn ich deine Verbannten unter die Völker führe in Länder, die du nicht kennst.
21326#Hesekiel,32,10#10. Und viele Völker erfülle ich mit Entsetzen ob deines Geschicks, und ihre Könige werden erschaudern, wenn ich mein Schwert schwinge vor ihren Augen; jeden Augenblick werden sie erzittern, ein jeder für sein Leben, am Tage deines Falls.
21327#Hesekiel,32,11#11. Denn so spricht Gott der Herr: Das Schwert des Königs von Babel wird über dich kommen!
21328#Hesekiel,32,12#12. Durch die Schwerter von Helden werde ich deine Menge fällen - die grimmigsten unter den Völkern sind sie alle -, und sie werden die Pracht Ägyptens verheeren, und vernichtet wird all seine Menge. -Hes. 28,7.
21329#Hesekiel,32,13#13. Ich tilge alle seine Tiere von den grossen Wassern hinweg: keines Menschen Fuss soll sie mehr trüben, und keines Tieres Huf soll darin umherstampfen.
21330#Hesekiel,32,14#14. Dann will ich ihre Wasser klar werden lassen, will ihre Fluten dahingleiten lassen wie Öl, spricht Gott der Herr,
21331#Hesekiel,32,15#15. wenn ich Ägypten zur Wüste mache und das Land verödet und seiner Fülle beraubt ist, wenn ich alle seine Bewohner schlage, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin.
21332#Hesekiel,32,16#16. Ein Klagelied ist dies, und du sollst es singen, singen sollen es auch die Töchter der Völker; über Ägypten und über all seine Menge sollen sie es singen, spricht Gott der Herr.
21333#Hesekiel,32,17#17. Und im zwölften Jahre, am fünfzehnten Tage des ersten Monats, erging an mich das Wort des Herrn:
21334#Hesekiel,32,18#18. -1-Menschensohn, wehklage über den Pharao und seine Menge und geleite ihn hinab, du und die Töchter der Völker: «Fahre hinab ins unterirdische Land zu denen, die zur Grube gefahren sind! -Hes. 31,14.   1) V. 18-22: der hebrT. dieser V. ist augenscheinlich stark verderbt. Die obige Üs. versucht, zum Teil mit Hilfe der grÜs. und unter Berücksichtigung des Zusammenhangs, den mutmasslichen Sinn wiederzugeben.
21335#Hesekiel,32,19#19. Aus deiner stolzen Macht fahre hinab! Lass dir betten bei den Unbeschnittenen!» -Hes. 28,10; 31,18.
21336#Hesekiel,32,20#20. Inmitten vom Schwerte Erschlagener wird er hinsinken, und neben ihm wird liegen all seine Menge.
21337#Hesekiel,32,21#21. Es werden von ihm sagen die starken Recken aus der Mitte des Totenreichs: «Herabgekommen ist er, liegt hingestreckt bei seinen Helfern, den Unbeschnittenen, vom Schwerte Erschlagenen!»
21338#Hesekiel,32,22#22. Da ist Assur mit seiner ganzen Schar,
21339#Hesekiel,32,23#23. dem das Grab gegeben wurde im tiefsten Grunde der Grube; und rings um seine Grabstätte her liegt seine Schar, lauter Erschlagene, durchs Schwert gefallen, die einst Schrecken verbreiteten im Lande der Lebenden.
21340#Hesekiel,32,24#24. Da ist Elam und all seine Menge rings um seine Grabstätte her, lauter Erschlagene, durchs Schwert gefallen, unbeschnitten hinabgefahren ins Totenreich, die einst Schrecken verbreiteten im Lande der Lebenden und nun ihre Schmach zu tragen haben bei denen, die zur Grube gefahren sind.
21341#Hesekiel,32,25#25. Inmitten Erschlagener gab man ihm ein Lager mit all seiner Menge rings um seine Grabstätte her; allesamt sind es Unbeschnittene, vom Schwerte erschlagen. Weil sich der Schrecken vor ihnen verbreitete im Lande der Lebenden, müssen sie nun ihre Schmach tragen bei denen, die zur Grube gefahren sind; inmitten Erschlagener hat man sie hingelegt.
21342#Hesekiel,32,26#26. Da sind Mesech und Thubal und all ihre Menge rings um ihre Grabstätte her, lauter Unbeschnittene, vom Schwerte erschlagen, die Schrecken verbreiteten im Lande der Lebenden. -Hes. 27,13; 38,2.
21343#Hesekiel,32,27#27. Und sie liegen nicht bei den Recken, den Riesen der Vorzeit, die ins Totenreich hinabstiegen in voller Rüstung und denen man das Schwert unter das Haupt legte und den Schild auf die Gebeine; denn Schrecken vor ihrer Heldenkraft herrschte im Lande der Lebenden.
21344#Hesekiel,32,28#28. Auch du sollst inmitten der Unbeschnittenen liegen bei den vom Schwerte Erschlagenen.
21345#Hesekiel,32,29#29. Da ist Edom mit seinen Königen und all seinen Fürsten, die trotz ihrer Heldenkraft zu den vom Schwerte Erschlagenen gelegt sind; sie müssen bei Unbeschnittenen liegen, bei denen, die zur Grube gefahren sind.
21346#Hesekiel,32,30#30. Da sind die Fürsten des Nordens alle und alle Sidonier, die erschlagen hinabgefahren sind, gebrochen in ihrer Heldenkraft; unbeschnitten müssen sie liegen bei den vom Schwerte Erschlagenen und haben ihre Schmach zu tragen bei denen, die zur Grube gefahren sind.
21347#Hesekiel,32,31#31. Wenn dann der Pharao diese sieht, wird er sich trösten ob (des Geschicks) all seiner Menge. Vom Schwerte Erschlagene sind der Pharao und all seine Heeresmacht, spricht Gott der Herr.
21348#Hesekiel,32,32#32. Denn er hat Schrecken verbreitet im Lande der Lebenden, und so wird der Pharao und seine ganze Menge gebettet werden inmitten von Unbeschnittenen bei den vom Schwerte Erschlagenen, spricht Gott der Herr.
21349#Hesekiel,33,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
21350#Hesekiel,33,2#2. Menschensohn, rede mit den Kindern deines Volkes und sprich zu ihnen: Wenn ich über ein Land das Schwert kommen lasse und die Leute des Landes nehmen aus ihrer Gesamtheit einen einzelnen Mann und bestellen ihn für sich zum Wächter
21351#Hesekiel,33,3#3. und der sieht das Schwert über das Land kommen und stösst in die Posaune und warnt das Volk -
21352#Hesekiel,33,4#4. wenn dann einer den Schall der Posaune hört, lässt sich aber nicht warnen, und es kommt nun das Schwert und rafft ihn hinweg, so kommt sein Blut über sein eignes Haupt.
21353#Hesekiel,33,5#5. Er hat ja den Schall der Posaune gehört, hat sich aber nicht warnen lassen; so kommt denn sein Blut über ihn. Der Wächter aber hat gewarnt und so sein Leben gerettet.
21354#Hesekiel,33,6#6. Wenn aber der Wächter das Schwert kommen sieht und er stösst nicht in die Posaune und das Volk wird so nicht gewarnt und es kommt nun das Schwert und rafft einen aus ihnen hinweg, so wird dieser zwar um seiner Schuld willen weggerafft, sein Blut aber fordere ich von dem Wächter.
21355#Hesekiel,33,7#7. Dich nun, o Menschensohn, dich habe ich zum Wächter bestellt dem Hause Israel: wenn du ein Wort aus meinem Munde vernimmst, so sollst du sie in meinem Namen verwarnen. -Hes. 3,17.
21356#Hesekiel,33,8#8. Wenn ich zum Frevler sage: «Du musst sterben!» und du sagst nichts, den Frevler vor seinem Wandel zu warnen, so wird der Frevler um seiner Schuld willen sterben, sein Blut aber fordere ich von dir.
21357#Hesekiel,33,9#9. Hast du aber den Frevler vor seinem Wandel gewarnt, dass er davon abstehe, und er steht nicht ab von seinem Wandel, so wird er um seiner Schuld willen sterben, du aber hast deine Seele gerettet.
21358#Hesekiel,33,10#10. Du nun, o Menschensohn, sprich zum Hause Israel: Ihr habt gesagt: «Unsre Verfehlungen und unsre Sünden lasten auf uns, und wir vergehen darin; wie könnten wir da am Leben bleiben?» -Hes. 24,23.
21359#Hesekiel,33,11#11. Sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, ich habe nicht Wohlgefallen am Tode des Gottlosen, sondern daran, dass sich der Gottlose von seinem Wandel bekehre und am Leben bleibe. Bekehrt euch, bekehrt euch von eurem bösen Wandel! Warum wollt ihr denn sterben, Haus Israel? -Hes. 18,23.31.32.
21360#Hesekiel,33,12#12. Und du, Menschensohn, sprich zu den Kindern deines Volkes: Den Gerechten wird seine Gerechtigkeit nicht retten an dem Tage, da er sich vergeht, und der Gottlose wird nicht zu Falle kommen durch seine Gottlosigkeit an dem Tage, da er absteht von seiner Gottlosigkeit. -Hes. 3,20; 18,24.
21361#Hesekiel,33,13#13. Wenn ich zu dem Gerechten sage: «Du sollst am Leben bleiben!» und er verlässt sich auf seine Gerechtigkeit und tut Unrecht, so wird all seiner gerechten Taten nicht mehr gedacht; wegen des Unrechts, das er getan hat, um deswillen muss er sterben.
21362#Hesekiel,33,14#14. Und wenn ich zu dem Gottlosen sage: «Du musst sterben!» und er steht ab von seiner Sünde und übt Recht und Gerechtigkeit,
21363#Hesekiel,33,15#15. gibt zurück, was er gepfändet, und erstattet wieder, was er an sich gerissen, und wandelt in den Satzungen des Lebens, indem er kein Unrecht tut, so soll er am Leben bleiben und nicht sterben. -2.Mo. 22,4.26; 3.Mo. 6,2-7.
21364#Hesekiel,33,16#16. Aller der Sünden, die er begangen hat, wird ihm nicht mehr gedacht. Er hat Recht und Gerechtigkeit geübt; drum soll er am Leben bleiben.
21365#Hesekiel,33,17#17. Und da sagen die Kinder deines Volkes: «Der Weg des Herrn ist nicht richtig», wo doch vielmehr ihr eigner Weg nicht richtig ist. -Hes. 18,25.
21366#Hesekiel,33,18#18. Wenn der Gerechte von seiner Gerechtigkeit absteht und Unrecht tut, so muss er um deswillen sterben.
21367#Hesekiel,33,19#19. Und wenn der Gottlose von seiner Gottlosigkeit absteht und Recht und Gerechtigkeit übt, so soll er um deswillen am Leben bleiben.
21368#Hesekiel,33,20#20. Und da sagt ihr: «Der Weg des Herrn ist nicht richtig.» Einen jeden von euch werde ich nach seinem Wandel richten, Haus Israel.
21369#Hesekiel,33,21#21. Im elften Jahre nach unsrer Verbannung, am fünften Tage des zehnten Monats, da kam zu mir ein Entronnener von Jerusalem und sprach: «Die Stadt ist genommen!» -Hes. 24,26.27; 2.Kön. 25,4.
21370#Hesekiel,33,22#22. Am Vorabend des Tages aber, an dem der Entronnene zu mir kam und mir die Sprache wieder gab, war die Hand des Herrn über mich gekommen; am Morgen dann kam jener zu mir, da ward mir die Sprache wieder gegeben, und ich war nicht mehr stumm.
21371#Hesekiel,33,23#23. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
21372#Hesekiel,33,24#24. Menschensohn, die Bewohner jener Trümmer im Lande Israels sagen: «Abraham war nur ein einzelner Mann und bekam doch das Land zu eigen; wir aber sind unser viele, uns ist das Land zum Eigentum gegeben.»
21373#Hesekiel,33,25#25. Darum sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Mitsamt dem Blute esst ihr (Opferfleisch), die Augen erhebt ihr zu euren Götzen, und Blut vergiesst ihr - und ihr wollt das Land in Besitz nehmen? -1.Mo. 9,4; 3.Mo. 19,26.
21374#Hesekiel,33,26#26. Ihr habt auf euer Schwert abgestellt, habt Greuel verübt, habt einer des andern Weib geschändet - und ihr wollt das Land in Besitz nehmen?
21375#Hesekiel,33,27#27. Also sollst du zu ihnen sprechen: So spricht Gott der Herr: So wahr ich lebe, die auf den Trümmern sollen durchs Schwert fallen, die auf dem offenen Felde gebe ich den wilden Tieren zum Frasse, und die auf den Berghöhen und in den Höhlen sollen an der Pest sterben.
21376#Hesekiel,33,28#28. Ich mache das Land zur schaurigen Wüste, aus ist's mit seiner stolzen Macht. Die Berge Israels werden verödet sein, niemand wird sie durchwandern.
21377#Hesekiel,33,29#29. Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich das Land zur schaurigen Wüste mache wegen all der Greuel, die sie verübt haben.
21378#Hesekiel,33,30#30. Über dich aber, Menschensohn, besprechen sich die Kinder deines Volkes an den Mauern und unter den Türen der Häuser, und es sagt einer zum andern: «Kommt doch und hört, was für ein Wort von dem Herrn ausgeht.»
21379#Hesekiel,33,31#31. Und dann kommen sie zu dir, wie eben Volk zusammenläuft, setzen sich vor dich hin und hören deinen Worten zu; aber sie tun nicht darnach. Denn Lügen sind in ihrem Munde, und ihr Herz ist hinter dem Gewinn her.
21380#Hesekiel,33,32#32. Und wahrlich, du bist ihnen wie ein Sänger der Liebe mit schöner Stimme und geschickt im Saitenspiel; sie hören wohl deine Worte, aber sie tun nicht darnach.
21381#Hesekiel,33,33#33. Wenn es dann aber kommt - und wahrlich, es kommt! - so werden sie erkennen, dass ein Prophet unter ihnen gewesen ist.
21382#Hesekiel,34,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn: -Jer. 23,1-4.
21383#Hesekiel,34,2#2. Menschensohn, weissage wider die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst geweidet haben! Sollten die Hirten nicht die Schafe weiden?
21384#Hesekiel,34,3#3. Die Milch geniesst ihr, mit der Wolle bekleidet ihr euch, und das Gemästete schlachtet ihr; die Schafe aber weidet ihr nicht. -Sach. 11,16.
21385#Hesekiel,34,4#4. Das Schwache habt ihr nicht gestärkt, das Kranke nicht geheilt und das Gebrochene nicht verbunden; ihr habt das Versprengte nicht heimgeholt und das Verirrte nicht gesucht, und das Kräftige habt ihr gewalttätig niedergetreten.
21386#Hesekiel,34,5#5. So zerstreuten sich denn meine Schafe, weil kein Hirte da war, und wurden allem Getier des Feldes zum Frasse.
21387#Hesekiel,34,6#6. Auf allen Bergen und auf jedem hohen Hügel irrten meine Schafe umher, über das ganze Land waren meine Schafe zerstreut; doch es war niemand, der nach ihnen fragte, niemand, der sie suchte.
21388#Hesekiel,34,7#7. Darum, ihr Hirten, höret das Wort des Herrn!
21389#Hesekiel,34,8#8. So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, weil meine Schafe zum Raube und allem Getier des Feldes zum Frasse geworden sind, da sie keinen Hirten hatten, und weil meine Hirten nicht nach meinen Schafen fragten und sie nur sich selbst und nicht meine Schafe weideten,
21390#Hesekiel,34,9#9. darum höret, ihr Hirten, das Wort des Herrn!
21391#Hesekiel,34,10#10. So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an die Hirten, will meine Schafe von ihnen fordern; sie sollen - dafür will ich sorgen - meine Schafe nicht mehr weiden. Die Hirten sollen nicht mehr sich selber weiden; ich will ihnen meine Schafe aus dem Rachen reissen, sie sollen ihnen nicht mehr zum Frasse werden.
21392#Hesekiel,34,11#11. Denn so spricht Gott der Herr: Siehe, ich, ich selbst will nach meinen Schafen fragen, will nach ihnen sehen. -Jes. 40,11.
21393#Hesekiel,34,12#12. Wie ein Hirte nach seiner Herde sieht am Tage des Unwetters, wenn seine Schafe versprengt sind, so werde ich nach meinen Schafen sehen und sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind am Tage des Gewölks und des Dunkels.
21394#Hesekiel,34,13#13. Und ich werde sie aus den Völkern herausführen und sie aus den Ländern sammeln; ich werde sie in ihre Heimat führen und werde sie weiden auf den Bergen Israels, in den Talschluchten und an allen Wohnstätten des Landes.
21395#Hesekiel,34,14#14. Auf guter Weide werde ich sie weiden, und auf den hohen Bergen Israels wird ihre Trift sein; dort sollen sie lagern auf schöner Trift und fette Weide haben auf den Bergen Israels.
21396#Hesekiel,34,15#15. Ich selber werde meine Schafe weiden, werde selber sie lagern lassen, spricht Gott der Herr.
21397#Hesekiel,34,16#16. Das Verirrte werde ich suchen, das Versprengte zurückholen und das Gebrochene verbinden, das Schwache werde ich stärken und das Fette und Kräftige behüten; ich werde sie weiden, wie es recht ist.
21398#Hesekiel,34,17#17. Und ihr, meine Schafe, so spricht Gott der Herr: Siehe, nun werde ich Recht schaffen einem Schafe gegen das andre, gegen Widder und Böcke.
21399#Hesekiel,34,18#18. War's euch nicht genug, dass ihr die beste Weide abweiden konntet? musstet ihr auch noch das übrige Weideland mit euren Füssen zertreten? nicht genug, dass ihr das klare Wasser trinken konntet? musstet ihr auch noch in dem, was übrigblieb, mit den Füssen herumstampfen?
21400#Hesekiel,34,19#19. sodass meine Schafe abweiden mussten, was eure Füsse zertreten, und trinken mussten, was eure Füsse zerstampft hatten.
21401#Hesekiel,34,20#20. Darum spricht Gott der Herr also: Siehe, ich selbst will Recht sprechen zwischen den fetten und den magern Schafen:
21402#Hesekiel,34,21#21. weil ihr die schwachen alle mit Seite und Schulter gedrängt und mit euren Hörnern gestossen habt, bis ihr sie hinausgetrieben hattet,
21403#Hesekiel,34,22#22. will ich nun meinen Schafen zu Hilfe kommen; sie sollen nicht mehr zum Raube werden, und ich werde Recht schaffen einem Schafe gegen das andre.
21404#Hesekiel,34,23#23. Ich werde über sie einen einzigen Hirten bestellen, der sie weiden soll, meinen Knecht David; der wird sie weiden, und der wird ihr Hirte sein. -Hes. 37,24; Jer. 23,5.
21405#Hesekiel,34,24#24. Und ich, der Herr, werde ihr Gott sein, und mein Knecht David wird Fürst sein in ihrer Mitte. Ich, der Herr, habe es geredet.
21406#Hesekiel,34,25#25. Ich werde einen Friedensbund mit ihnen schliessen und alle wilden Tiere aus dem Lande vertreiben, dass sie in der Steppe sicher weilen und in den Wäldern schlafen können. -Hes. 37,26; 3.Mo. 26,6; Hos. 2,18.
21407#Hesekiel,34,26#26. Ich werde ihnen Sprühregen geben zur rechten Zeit, werde den (Herbst- und Frühjahrs-)Regen zu seiner Zeit herniedersenden; Wasser des Segens werden es sein. -3.Mo. 26,4.
21408#Hesekiel,34,27#27. Dann werden die Bäume des Feldes ihre Früchte tragen, und das Land wird seinen Ertrag geben. Sie werden sicher sein auf ihrem Boden und werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich die Hölzer ihres Joches zerbreche und sie errette aus der Hand derer, die sie knechten. -Ps. 85,13.
21409#Hesekiel,34,28#28. Sie werden nicht mehr eine Beute der Heiden werden, und das Getier des Landes wird sie nicht mehr fressen, sondern sie werden sicher wohnen, ohne dass jemand sie aufschreckt. -Jer. 30,10; 46,27.
21410#Hesekiel,34,29#29. Ich werde ihnen einen Garten des Heils einrichten, und sie werden nicht mehr vom Hunger dahingerafft werden im Lande und die Schmähung der Heiden nicht mehr zu tragen haben. -Hes. 36,30.
21411#Hesekiel,34,30#30. Dann werden sie erkennen, dass ich, der Herr, ihr Gott bin und dass sie, das Haus Israel, mein Volk sind, spricht Gott der Herr.
21412#Hesekiel,34,31#31. Meine Schafe, die Schafe meiner Weide seid ihr, und ich, der Herr, bin euer Gott, spricht Gott der Herr.
21413#Hesekiel,35,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
21414#Hesekiel,35,2#2. Menschensohn, wende dein Angesicht gegen die Berge von Seir und weissage wider sie -Hes. 25,12-14; Jer. 49,7-22; Amos 1,11.12; Ob.
21415#Hesekiel,35,3#3. und sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an dich, Gebirge Seir! Ich recke meine Hand aus wider dich und mache dich zur schaurigen Wüste.
21416#Hesekiel,35,4#4. Deine Städte lege ich in Trümmer, und du sollst zur Wüste werden, damit du erkennest, dass ich der Herr bin.
21417#Hesekiel,35,5#5. Dieweil du von alters her Feindschaft hegtest und die Söhne Israels der Gewalt des Schwertes preisgabst zur Zeit ihres Verderbens, zur Zeit ihrer Endstrafe,
21418#Hesekiel,35,6#6. darum, spricht Gott der Herr, so wahr ich lebe, durch Blut hast du dich mit Schuld beladen, so soll denn Blut dich verfolgen.
21419#Hesekiel,35,7#7. Ich werde das Gebirge Seir zur schaurigen Wüste machen und aus ihm hinwegtilgen alle, die da hin und her ziehen,
21420#Hesekiel,35,8#8. und seine Berge werde ich mit Erschlagenen füllen. Auf deinen Höhen, in deinen Tälern und in all deinen Schluchten werden vom Schwert Erschlagene liegen.
21421#Hesekiel,35,9#9. Zur Wüstenei auf immer werde ich dich machen, und deine Städte sollen unbewohnt sein, damit du erkennest, dass ich der Herr bin.
21422#Hesekiel,35,10#10. Weil du gesagt hast: «Die beiden Völker und die beiden Länder müssen mein werden, ich will sie in Besitz nehmen», wo doch der Herr dort wohnte,
21423#Hesekiel,35,11#11. darum, spricht Gott der Herr, so wahr ich lebe, werde ich mit dir verfahren nach deinem Zorn und Eifer, den du ob deines Hasses an ihnen ausgelassen hast, und ich werde mich bei dir kundtun, wenn ich dich richte,
21424#Hesekiel,35,12#12. damit du erkennest, dass ich der Herr bin. Ich habe die Lästerungen alle gehört, die du wider die Berge Israels geredet hast, indem du sprachst: «Wüste liegen sie, sind uns zum Frass gegeben!»
21425#Hesekiel,35,13#13. Gross hast du getan wider mich mit deinem Maul und freche Reden wider mich geführt; ich habe es wohl gehört.
21426#Hesekiel,35,14#14. So spricht Gott der Herr:
21427#Hesekiel,35,15#15. Wie du dich freutest über das Erbe des Hauses Israel, weil es verödet ward, so will ich dir tun: zur Einöde sollst du werden, Gebirge Seir, und du, Edom, insgesamt, damit du erkennest, dass ich der Herr bin.
21428#Hesekiel,36,1#1. UND du, Menschensohn, weissage über die Berge Israels und sprich: Ihr Berge Israels, höret das Wort des Herrn!
21429#Hesekiel,36,2#2. So spricht Gott der Herr: Weil der Feind über euch gesprochen hat: «Ha! ha! auf ewig verödet! als Erbe uns zugefallen!»
21430#Hesekiel,36,3#3. so weissage nun und sprich: So spricht Gott der Herr: Darum, ja darum, weil man nach euch schnaubte und schnappte von allen Seiten, sodass ihr dem Reste der Völker als Besitz zugefallen und ins Gerede der Zungen und ins Geschwätz der Leute gekommen seid,
21431#Hesekiel,36,4#4. darum, ihr Berge Israels, höret das Wort Gottes des Herrn! So spricht Gott der Herr zu den Bergen und Hügeln, zu den Schluchten und Tälern, zu den verödeten Trümmern und verlassenen Städten, die dem Rest der umwohnenden Völker zum Raub und zum Gespötte geworden sind -
21432#Hesekiel,36,5#5. darum spricht Gott der Herr: Fürwahr, im Feuer meines Eifers rede ich wider den Rest der Völker und wider ganz Edom, die mein Land zu ihrem Besitz gemacht haben mit inniger Freude und mit Verachtung im Herzen . . .-1-, -1) der Schluss des V. ist unübersetzbar.
21433#Hesekiel,36,6#6. darum weissage über das Land Israels und sprich zu den Bergen und Hügeln, zu den Schluchten und Tälern: So spricht Gott der Herr: Fürwahr, in meinem Zorneseifer und in meinem Grimm rede ich, weil ihr die Schmähung der Völker zu tragen hattet.
21434#Hesekiel,36,7#7. Darum, so spricht Gott der Herr, erhebe ich meine Hand (und schwöre): Die Völker rings um euch her sollen ihre Schmähung selbst tragen müssen.
21435#Hesekiel,36,8#8. Ihr aber, ihr Berge Israels, sollt eure Zweige treiben und eure Frucht tragen für mein Volk Israel; denn in Bälde wird es heimkommen.
21436#Hesekiel,36,9#9. Siehe, ich komme zu euch und wende mich euch wieder zu, und ihr sollt angebaut und besät werden.
21437#Hesekiel,36,10#10. Ich werde die Menschen zahlreich machen auf euch, das ganze Haus Israel insgesamt; die Städte sollen wieder bewohnt sein und die Trümmer aufgebaut werden.
21438#Hesekiel,36,11#11. Menschen und Vieh werde ich zahlreich machen auf euch, und sie werden sich mehren und fruchtbar sein; und ich werde euch wieder bewohnt sein lassen, wie ihr es vordem waret, und werde euch mehr Gutes tun als in der ersten Zeit, und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.
21439#Hesekiel,36,12#12. Und ich werde Menschen auf euch wandeln lassen, mein Volk Israel; die werden euch in Besitz nehmen, und ihr werdet ihr Eigentum sein und werdet sie nicht mehr ihrer Kinder berauben.
21440#Hesekiel,36,13#13. So spricht Gott der Herr (zum Lande): Weil sie zu dir sagen: «Eine Menschenfresserin bist du gewesen und hast dein Volk seiner Kinder beraubt»,
21441#Hesekiel,36,14#14. darum sollst du fortan nicht mehr Menschen fressen und dein Volk nicht mehr seiner Kinder berauben, spricht Gott der Herr.
21442#Hesekiel,36,15#15. Ich werde die Schmähung der Heiden wider dich nicht mehr kundwerden lassen, und den Hohn der Völker wirst du nicht mehr zu tragen haben, spricht Gott der Herr.
21443#Hesekiel,36,16#16. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
21444#Hesekiel,36,17#17. Menschensohn, als die vom Hause Israel noch in ihrem Lande wohnten, da verunreinigten sie es durch ihren Wandel und ihre Taten; wie die monatliche Unreinheit war ihr Wandel vor mir.
21445#Hesekiel,36,18#18. Da schüttete ich meinen Grimm über sie aus wegen des Blutes, das sie im Lande vergossen, und wegen ihrer Götzen, mit denen sie es verunreinigt hatten.
21446#Hesekiel,36,19#19. Und ich versprengte sie unter die Völker, sodass sie über die Länder zerstreut wurden; nach ihrem Wandel und nach ihren Taten habe ich sie gerichtet.
21447#Hesekiel,36,20#20. Als sie nun unter die Völker kamen, unter die sie verbannt wurden, entweihten sie meinen heiligen Namen, indem man von ihnen sagte: «Diese sind das Volk Jahwes-1-, und aus seinem Lande haben sie ausziehen müssen.» -Jes. 52,5.   1) vgl. Anm. zu 1.Mo. 4,26.
21448#Hesekiel,36,21#21. Mir aber tat es leid um meinen heiligen Namen, den das Haus Israel entweihte unter den Völkern, zu denen es gekommen ist.
21449#Hesekiel,36,22#22. Darum sprich nun zum Hause Israel: So spricht Gott der Herr: Nicht um euretwillen schreite ich ein, Haus Israel, sondern für meinen heiligen Namen, den ihr entweiht habt unter den Völkern, zu denen ihr gekommen seid. -Jes. 48,11.
21450#Hesekiel,36,23#23. Und ich werde meinen grossen Namen wieder zu Ehren bringen, der bei den Völkern entweiht ist, den ihr unter ihnen entweiht habt, und die Völker sollen erkennen, dass ich der Herr bin - spricht Gott der Herr -, wenn ich mich an euch als heilig erweise vor ihren Augen.
21451#Hesekiel,36,24#24. Ich werde euch aus den Völkern herausholen und aus allen Ländern sammeln und euch heimbringen in euer Land. -Hes. 11,17.
21452#Hesekiel,36,25#25. Dann werde ich euch mit reinem Wasser besprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von all euren Götzen werde ich euch rein machen. -Sach. 13,1.
21453#Hesekiel,36,26#26. Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich werde das steinerne Herz aus eurem Leibe herausnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. -Hes. 11,19; Jer. 31,33; 32,39.
21454#Hesekiel,36,27#27. Meinen Geist werde ich in euer Inneres legen und machen, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Gesetze getreulich erfüllt.
21455#Hesekiel,36,28#28. Und dann werdet ihr wohnen bleiben in dem Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, und ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.
21456#Hesekiel,36,29#29. Ich werde euch befreien von all eurer Unreinheit, und dann werde ich dem Korn rufen und es mehren und keine Hungersnot mehr über euch kommen lassen.
21457#Hesekiel,36,30#30. Auch die Früchte der Bäume und den Ertrag des Feldes werde ich mehren, dass ihr die Schmach der Hungersnot nicht mehr auf euch nehmen müsst unter den Völkern. -Hes. 34,29.
21458#Hesekiel,36,31#31. Alsdann werdet ihr eures bösen Wandels gedenken und eurer Taten, die nicht gut waren, und ihr werdet vor euch selbst einen Abscheu haben ob eurer Verschuldungen und eurer Greuel. -Hes. 6,9; 20,43.
21459#Hesekiel,36,32#32. Nicht um euretwillen schreite ich ein, spricht Gott der Herr, das sollt ihr wissen! Schämet euch und errötet ob eures Wandels, Haus Israel!
21460#Hesekiel,36,33#33. So spricht Gott der Herr: An dem Tage, da ich euch reinigen werde von all euren Verschuldungen, werde ich die Städte neu bevölkern, und die Trümmer sollen wieder aufgebaut werden.
21461#Hesekiel,36,34#34. Und das verwüstete Land soll neu bestellt werden, nachdem es so wüste gelegen vor den Augen aller, die vorübergingen.
21462#Hesekiel,36,35#35. Und man wird sagen: «Dieses Land, das verwüstet war, ist wie der Garten Eden geworden, und die Städte, die in Trümmern lagen, die verwüstet und niedergerissen waren, sind nun bewohnt und befestigt.»
21463#Hesekiel,36,36#36. Alsdann werden die Völker, die rings um euch her noch übrig sein werden, erkennen, dass ich, der Herr, das Niedergerissene aufgebaut und das Verwüstete wieder bepflanzt habe. Ich, der Herr, habe es geredet, und ich werde es tun. -Hes. 17,24; 22,14; 24,14.
21464#Hesekiel,36,37#37. So spricht Gott der Herr: Ich werde mich vom Hause Israel erbitten lassen, für sie auch das noch zu tun: ich werde sie so zahlreich machen an Menschen wie eine Schafherde.
21465#Hesekiel,36,38#38. Gleich den geweihten Schafen, gleich den Schafen Jerusalems an den hohen Festen, so sollen Menschenherden die verwüsteten Städte bevölkern, damit man erkenne, dass ich der Herr bin.
21466#Hesekiel,37,1#1. DIE Hand des Herrn kam über mich, und der Herr führte mich im Geiste-1- hinaus und liess mich nieder inmitten der Ebene, und diese war voller Gebeine. -Hes. 1,3.  1) dasselbe hebrW., in diesem Kap. meist mit «Odem» üs., hat nebeneinander die Bed. «Wind, Lebensodem, Geist».
21467#Hesekiel,37,2#2. Er führte mich an ihnen vorüber ringsherum, und siehe, es lagen ihrer sehr viele über die Ebene hin, und sie waren ganz dürr.
21468#Hesekiel,37,3#3. Da sprach er zu mir: Menschensohn, können wohl diese Gebeine wieder lebendig werden? Ich aber antwortete: O Herr, mein Gott, du weisst es.
21469#Hesekiel,37,4#4. Nun sprach er zu mir: Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen: Ihr dürren Gebeine, höret das Wort des Herrn!
21470#Hesekiel,37,5#5. So spricht Gott der Herr zu diesen Gebeinen: Siehe, ich bringe Lebensodem-1- in euch, damit ihr wieder lebendig werdet. -1) s. Anm. zu V. 1.
21471#Hesekiel,37,6#6. Ich schaffe Sehnen an euch und lasse Fleisch an euch wachsen, ich überziehe euch mit Haut und lege Odem in euch, dass ihr wieder lebendig werdet, und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.
21472#Hesekiel,37,7#7. Da weissagte ich, wie mir befohlen war; und als ich weissagte, siehe, da entstand ein Rauschen, und die Gebeine rückten eines ans andre.
21473#Hesekiel,37,8#8. Und als ich hinschaute, siehe, da bekamen sie Sehnen, und es wuchs Fleisch an ihnen, und sie wurden mit Haut überzogen; Odem aber war noch nicht in ihnen.
21474#Hesekiel,37,9#9. Da sprach er zu mir: Menschensohn, weissage über den Geist, weissage und sprich zum Geiste: So spricht Gott der Herr: Geist, komme von den vier Winden-1- und hauche diese Erschlagenen an, dass sie wieder lebendig werden. -Joh. 3,8.   1) s. Anm. zu V. 1.
21475#Hesekiel,37,10#10. Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam Odem in sie, und sie wurden lebendig und stellten sich auf die Füsse, ein überaus grosses Heer.
21476#Hesekiel,37,11#11. Dann sprach er zu mir: Menschensohn, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, sie sprechen: «Verdorrt sind unsre Gebeine, und dahin ist unsre Hoffnung! Wir sind verloren!»
21477#Hesekiel,37,12#12. Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Siehe, nun öffne ich eure Gräber und lasse euch aus euren Gräbern steigen und bringe euch heim ins Land Israels.
21478#Hesekiel,37,13#13. Da werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich eure Gräber auftue und euch, mein Volk, aus euren Gräbern steigen lasse.
21479#Hesekiel,37,14#14. Ich werde meinen Odem in euch legen, dass ihr wieder lebendig werdet, und ich werde euch wieder in euer Land versetzen, damit ihr erkennet, dass ich der Herr bin. Ich habe es geredet, und ich werde es tun, spricht der Herr.
21480#Hesekiel,37,15#15. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
21481#Hesekiel,37,16#16. Menschensohn, nimm dir einen Stab und schreibe darauf: «Juda und die mit ihm verbundenen Israeliten». Dann nimm einen andern Stab und schreibe darauf: «Josephs, Ephraims Stab und des ganzen mit ihm verbundenen Hauses Israel».
21482#Hesekiel,37,17#17. Darnach füge sie dir aneinander zu einem Stabe, sodass sie eines werden in deiner Hand.
21483#Hesekiel,37,18#18. Wenn dann die Kinder deines Volkes zu dir sagen: «Willst du uns nicht kundtun, was du mit diesen Dingen meinst?»
21484#Hesekiel,37,19#19. so gib ihnen zur Antwort: «So spricht Gott der Herr: Siehe, ich werde den Stab Josephs und der mit ihm verbundenen Stämme Israels, der in der Hand Ephraims ist, nehmen und den Stab Judas darauflegen und sie zu einem Stabe machen, und sie sollen eines werden in meiner Hand.»
21485#Hesekiel,37,20#20. Wenn so die Stäbe, auf die du schreibst, vor ihren Augen in deiner Hand sind,
21486#Hesekiel,37,21#21. so sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich werde die Söhne Israels herausholen aus den Völkern, unter die sie gegangen sind, und sie von allen Seiten her sammeln und sie heim in ihr Land führen.
21487#Hesekiel,37,22#22. Ich werde sie im Lande, auf den Bergen Israels, zu einem Volke machen, und sie sollen alle nur einen König haben; sie sollen nicht mehr zwei Völker sein und nicht mehr in zwei Reiche sich trennen. -Hes. 34,23; Hos. 1,11.
21488#Hesekiel,37,23#23. Sie sollen sich nicht mehr verunreinigen mit ihren Götzen und Scheusalen und durch all ihre Vergehen; und ich werde ihnen heraushelfen aus all ihrem vielfältigen Abfall, mit dem sie sich versündigt haben, und sie rein machen. Dann werden sie mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein. -Hes. 36,25.
21489#Hesekiel,37,24#24. Und mein Knecht David wird über sie König sein, sie werden alle einen Hirten haben; und sie werden in meinen Ordnungen wandeln und meine Satzungen getreulich erfüllen. -Hes. 11,20; 34,23; Jer. 30,9.
21490#Hesekiel,37,25#25. So werden sie in dem Lande wohnen, das ich meinem Knechte Jakob gegeben und in dem ihre Väter gewohnt haben: darin werden sie allezeit wohnen, sie und ihre Kinder und Kindeskinder, und mein Knecht David wird ihr Fürst sein in Ewigkeit.
21491#Hesekiel,37,26#26. Und ich werde einen Friedensbund mit ihnen schliessen, ein ewiger Bund mit ihnen soll es sein; und ich werde mein Heiligtum in ihrer Mitte bestehen lassen für immer. -Hes. 34,25; Jes. 55,3.
21492#Hesekiel,37,27#27. Meine Wohnung wird über ihnen ragen, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.
21493#Hesekiel,37,28#28. Dann werden die Völker erkennen, dass ich der Herr bin, der Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum in ihrer Mitte sein wird in Ewigkeit.
21494#Hesekiel,38,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
21495#Hesekiel,38,2#2. Menschensohn, richte dein Angesicht nach dem Lande Magog wider Gog, den Fürsten von Ros, Mesech und Thubal; weissage wider ihn -Hes. 39,1.
21496#Hesekiel,38,3#3. und sprich: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an dich, Gog, Fürst von Ros, Mesech und Thubal!
21497#Hesekiel,38,4#4. Ich will dich herumlenken und Haken in deine Kinnbacken legen; ich will dich und all deine Kriegsmacht ausziehen lassen, Rosse und Reiter, alle prächtig gerüstet, ein grosses Volk mit Tartschen und Schildern, mit Schwertern bewehrt allesamt,
21498#Hesekiel,38,5#5. Mannschaften aus Paras, Äthiopien und Put mit ihnen, alle mit Schild und mit Helm,
21499#Hesekiel,38,6#6. Gomer und all seine Heerscharen, die vom Hause Thogarma aus dem äussersten Norden und all ihre Heerscharen, viele Völker mit dir.
21500#Hesekiel,38,7#7. Mache dich bereit und rüste dich mit all deinen Scharen, die sich um dich geschart haben, und halte dich mir zur Verfügung.
21501#Hesekiel,38,8#8. Nach langer Zeit wirst du dann aufgeboten werden - am Ende der Jahre wirst du nach einem Lande kommen, das dem Schwerte wieder entrissen, (zu einem Volke,) das aus vielen Völkern wieder gesammelt ist auf den Bergen Israels, den lange verödeten; nun ist es aus den Völkern herausgeführt, und sie alle wohnen in Sicherheit -
21502#Hesekiel,38,9#9. und du wirst heranziehen wie ein Unwetter, wirst kommen wie eine Wolke, das Land zu bedecken, du und all deine Heerscharen und viele Völker mit dir.
21503#Hesekiel,38,10#10. So spricht Gott der Herr: Zu jener Zeit werden Gedanken in deinem Herzen aufsteigen, und du wirst auf böse Anschläge sinnen.
21504#Hesekiel,38,11#11. Du wirst sagen: «Ich will hinaufziehen wider ein offenes Land, will über die Friedlichen herfallen, die da in Sicherheit leben; sie wohnen ja alle ohne Mauern, haben nicht Riegel noch Tore» - -Sach. 2,4.5.
21505#Hesekiel,38,12#12. um zu plündern und Beute zu machen, um die Hand an wiederbewohnte Trümmer zu legen und an ein Volk, das aus den Völkern gesammelt ist, das sich Vieh und andre Habe erwirbt und auf dem Nabel der Erde wohnt.
21506#Hesekiel,38,13#13. Saba und Dedan und ihre Kaufleute, Tharsis und all seine Händler werden zu dir sagen: «Um Beute zu machen, kommst du? um zu plündern, hast du deine Scharen geschart? um Silber und Gold wegzutragen, um Vieh und Habe zu nehmen und grosse Beute zu machen?»
21507#Hesekiel,38,14#14. Darum weissage, Menschensohn, und sprich zu Gog: So spricht Gott der Herr: Nicht wahr? zu jener Zeit, wenn mein Volk Israel in Sicherheit wohnt, wirst du dich erheben,
21508#Hesekiel,38,15#15. wirst herkommen von deinem Orte, aus dem äussersten Norden, du und viele Völker mit dir, lauter Reiter auf Rossen, ein grosser Haufe, ein mächtiges Heer,
21509#Hesekiel,38,16#16. wirst heranziehen wider mein Volk Israel wie eine Wolke, das Land zu bedecken. Am Ende der Tage wird es geschehen, dass ich dich über mein Land kommen lasse, damit die Völker mich kennenlernen, wenn ich mich an dir als heilig erweise vor ihren Augen.
21510#Hesekiel,38,17#17. So spricht Gott der Herr: Du bist der, von dem ich in früheren Tagen geredet habe durch meine Knechte, die Propheten Israels, die in jenen Tagen immer wieder weissagten, dass ich dich wider sie heranführen werde. -Jer. 1,14; 4,6.
21511#Hesekiel,38,18#18. An jenem Tage aber, an dem Tage, da Gog über das Land Israels kommt, spricht Gott der Herr, da wird mein Grimm auflodern,
21512#Hesekiel,38,19#19. und in meinem Eifern, im Feuer meines Zornes sage ich es: Wahrlich, an jenem Tage wird im Lande Israels ein grosses Erdbeben sein.
21513#Hesekiel,38,20#20. Da werden vor mir erbeben die Fische im Meer und die Vögel des Himmels, die Tiere des Feldes und alles, was auf dem Erdboden kriecht, auch alle Menschen, die auf der Erde sind; die Berge werden zusammenbrechen, die Felswände werden einstürzen und jede Mauer zu Boden sinken.
21514#Hesekiel,38,21#21. Ich werde wider ihn jegliches Schrecknis aufrufen, spricht Gott der Herr; eines jeden Schwert wird wider den andern sein.
21515#Hesekiel,38,22#22. Ich werde mit ihm ins Gericht gehen mit Pest und mit Blutbad; flutenden Regen und Hagelsteine, Feuer und Schwefel werde ich regnen lassen auf ihn und all seine Heerscharen und auf die vielen Völker, die bei ihm sind.
21516#Hesekiel,38,23#23. Gross und heilig werde ich mich erweisen, werde mich kundtun vor den Augen vieler Völker, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin.
21517#Hesekiel,39,1#1. Du aber, Menschensohn, weissage wider Gog und sprich: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an dich, Gog, Fürst von Ros, Mesech und Thubal! -Hes. 38,2.
21518#Hesekiel,39,2#2. Ich will dich herumlenken und dich gängeln, will dich heranführen aus dem äussersten Norden und dich auf die Berge Israels bringen.
21519#Hesekiel,39,3#3. Ich werde dir den Bogen aus der Linken schlagen und deiner Rechten die Pfeile entfallen lassen.
21520#Hesekiel,39,4#4. Auf den Bergen Israels wirst du fallen, du und all deine Heerscharen und die vielen Völker, die bei dir sind; den Raubvögeln, allem, was Flügel hat, und dem Getier des Feldes gebe ich dich zum Frasse. -Hes. 29,5; 32,4.
21521#Hesekiel,39,5#5. Auf offenem Felde wirst du fallen; denn ich habe es geredet, spricht Gott der Herr.
21522#Hesekiel,39,6#6. Ich werde ein Feuer loslassen wider Gog und wider die, welche in Sicherheit an den Gestaden wohnen, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin.
21523#Hesekiel,39,7#7. Meinen heiligen Namen aber werde ich inmitten meines Volkes Israel kundmachen und werde meinen heiligen Namen nicht mehr entweihen lassen. Dann werden die Völker erkennen, dass ich der Herr bin, der Heilige in Israel.
21524#Hesekiel,39,8#8. Wahrlich, es kommt und erfüllt sich! spricht Gott der Herr. Das ist der Tag, von dem ich geredet habe.
21525#Hesekiel,39,9#9. Da werden, die in den Städten Israels wohnen, hinausgehen und feuern und heizen mit dem Rüstzeug, den Schilden und Tartschen, den Bogen und Pfeilen, den Handstöcken und Speeren; sieben Jahre lang werden sie damit feuern.
21526#Hesekiel,39,10#10. Sie brauchen kein Holz mehr vom Felde zu holen oder in den Wäldern zu hauen; denn mit den Waffen werden sie feuern. Sie werden berauben, die sie beraubt, und plündern, die sie geplündert haben, spricht Gott der Herr. -Jer. 30,16.
21527#Hesekiel,39,11#11. An jenem Tage will ich dem Gog eine Grabstätte geben in Israel, das Tal der Wanderer im Osten des (Toten) Meeres, und man wird den Eingang des Tales vermauern. Dort wird man Gog und all seine Scharen begraben und wird es «Tal der Gog-Scharen» nennen.
21528#Hesekiel,39,12#12. Das Haus Israel wird an ihnen sieben Monate lang zu begraben haben, um das Land rein zu machen.
21529#Hesekiel,39,13#13. Das ganze Volk des Landes wird begraben helfen, und das wird ihnen zum Ruhme gereichen an dem Tage, da ich mich verherrlichen werde, spricht Gott der Herr.
21530#Hesekiel,39,14#14. Und man wird Leute aussondern, die beständig das Land durchziehen, um nach denen zu forschen, die über das Land hin noch liegengeblieben sind, damit man es reinige; nach Verlauf von sieben Monaten sollen sie die Nachforschung anstellen.
21531#Hesekiel,39,15#15. Wenn diese nun das Land durchziehen und es sieht einer ein Menschengebein, so soll er daneben ein Mal aufrichten, bis es die Totengräber im Tale der Gog-Scharen begraben haben.
21532#Hesekiel,39,16#16. Und auch der Name einer Stadt ist Hamona.* So sollen sie das Land reinigen.
21533#Hesekiel,39,17#17. Du aber, Menschensohn, sprich zu den Vögeln, zu allem, was Flügel hat, und zu allem Getier des Feldes: So spricht Gott der Herr: Schart euch zusammen und kommt herbei! von allen Seiten versammelt euch zu meinem Opfermahl, das ich für euch herrichten will, zu dem grossen Opfermahl auf den Bergen Israels! Ihr sollt Fleisch zu fressen und Blut zu trinken bekommen. -Jes. 34,6; Offb. 19,17.
21534#Hesekiel,39,18#18. Fleisch von Helden sollt ihr fressen, und das Blut der Fürsten der Erde sollt ihr trinken: Widder und Lämmer, Böcke und Stiere, Mastvieh aus Basan sind sie alle.
21535#Hesekiel,39,19#19. Fett sollt ihr fressen, bis ihr satt seid, und Blut sollt ihr trinken, bis ihr trunken seid von dem Opfermahl das ich für euch herrichte,
21536#Hesekiel,39,20#20. sollt an meinem Tische euch sättigen an Rossen und Reitern, an Helden und Kriegern, spricht Gott der Herr.
21537#Hesekiel,39,21#21. Und ich werde meine Herrlichkeit unter den Völkern zur Geltung bringen, und alle Völker werden mein Gericht sehen, das ich vollstreckt, und meine Hand, die ich an sie gelegt habe,
21538#Hesekiel,39,22#22. und das Haus Israel wird erkennen, dass ich, der Herr, ihr Gott bin, von jenem Tage an und in alle Zukunft.
21539#Hesekiel,39,23#23. Und die Völker werden erkennen, dass das Haus Israel um seiner Schuld willen in die Verbannung hat wandern müssen, darum weil sie treulos an mir gehandelt hatten, also dass ich mein Angesicht vor ihnen verborgen und sie in die Hand ihrer Feinde gegeben habe und sie alle durch das Schwert gefallen sind.
21540#Hesekiel,39,24#24. Nach ihrer Unreinheit und ihren Vergehungen habe ich ihnen getan und habe mein Angesicht vor ihnen verborgen.
21541#Hesekiel,39,25#25. Darum spricht Gott der Herr also: Nunmehr will ich das Geschick Jakobs wenden und mich des ganzen Hauses Israel erbarmen, will eifern für meinen heiligen Namen.
21542#Hesekiel,39,26#26. Dann werden sie ihre Schmach und alle die Untreue vergessen, die sie an mir begangen haben, wenn sie in Sicherheit wieder in ihrem Lande wohnen, ohne dass jemand sie aufschreckt,
21543#Hesekiel,39,27#27. wenn ich sie aus den Völkern zurückbringe und aus den Ländern ihrer Feinde sammle und mich an ihnen als den Heiligen erweise vor den Augen der Völker.
21544#Hesekiel,39,28#28. Alsdann werden sie erkennen, dass ich, der Herr, ihr Gott bin, daran dass ich sie zu den Völkern in die Verbannung geführt, sie aber nun wieder in ihrem Lande versammelt habe, ohne einen von ihnen mehr dort zu lassen.
21545#Hesekiel,39,29#29. Und ich werde mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen, weil ich meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen habe, spricht Gott der Herr. -Hes. 36,26; Joel 2,28.
21546#Hesekiel,40,1#1. *IM 25. Jahre unsrer Verbannung, im Anfang des Jahres, am zehnten Tage des Monats, im vierzehnten Jahre nach der Einnahme der Stadt, an ebendem Tage kam die Hand des Herrn über mich, und er führte mich
21547#Hesekiel,40,2#2. in Gottesgesichten in das Land Israels und liess mich nieder auf einem sehr hohen Berg; auf dem stand mir gegenüber etwas wie der Bau einer Stadt. -Hes. 8,3.
21548#Hesekiel,40,3#3. Dorthin führte er mich. Und siehe, da war ein Mann, der war anzusehen wie Erz, und er hatte eine leinene Schnur in der Hand und eine Messrute; und er stand am Tore.
21549#Hesekiel,40,4#4. Und der Mann sprach zu mir: Menschensohn, schaue mit deinen Augen und höre mit deinen Ohren, und achte auf alles, was ich dir zeigen werde; denn dazu bist du hierher gebracht worden, dass man es dir zeige. Tue alles, was du sehen wirst, dem Hause Israel kund.
21550#Hesekiel,40,5#5. Und siehe, es war eine Mauer ausserhalb um das ganze Gebäude herum; die Messrute aber, die der Mann in der Hand hatte, war sechs Ellen lang, die Elle eine Handbreite länger als die (gewöhnliche) Elle gerechnet. Damit mass er das Bauwerk-1-; die Breite betrug eine Rute, die Höhe auch eine Rute. -1) d.h. die Mauer.
21551#Hesekiel,40,6#6. Darnach trat er in den Torbau, dessen Front gegen Osten gerichtet war, indem er auf seinen sieben Stufen emporstieg, und er mass die Schwelle des Torbaus: eine Rute,
21552#Hesekiel,40,7#7. dann die (erste) Nische: eine Rute lang und eine Rute breit, und den Pfeiler zwischen den Nischen: fünf Ellen; dann die zweite Nische: eine Rute lang und eine Rute breit, und den (zweiten) Pfeiler: fünf Ellen; dann die dritte Nische: eine Rute lang und eine Rute breit, und die Schwelle des Torbaus neben der Halle des Torbaus auf der Innenseite: eine Rute.
21553#Hesekiel,40,8#8. Er mass auch die Halle des Torbaus:
21554#Hesekiel,40,9#9. acht Ellen, und ihre Pfeiler: zwei Ellen. Die Halle des Torbaus aber lag nach innen zu.
21555#Hesekiel,40,10#10. Von den Nischen des Torbaus lagen je zwei einander gegenüber, auf jeder Seite drei, und alle drei waren von einerlei Ausmass; auch die Pfeiler auf beiden Seiten hatten einerlei Mass.
21556#Hesekiel,40,11#11. Darnach mass er die Breite der Toröffnung: zehn Ellen, und die des Torwegs: dreizehn Ellen.
21557#Hesekiel,40,12#12. Und vor den Nischen war je eine Schranke von einer Elle auf der einen Seite, und ebenso je eine Schranke von einer Elle auf der andern Seite; eine jede Nische aber mass sechs Ellen auf der einen wie auf der andern Seite.
21558#Hesekiel,40,13#13. Und er mass den Torbau von der Wand einer Nische bis zur Wand der andern-1-; die Breite betrug 25 Ellen, und es befand sich je eine Türe der andern gegenüber. -1) d.h. der gegenüberliegenden.
21559#Hesekiel,40,14#14. . . .-1- -1) dieser V. ist unübersetzbar. Vlt. enthielt er eine Angabe über die Breite der Halle (V. 8.9).
21560#Hesekiel,40,15#15. Und von der äussern Front des Torbaus bis zur innern Front der Halle des Torbaus waren es fünfzig Ellen.
21561#Hesekiel,40,16#16. Und der Torbau hatte ringsum vergitterte Fenster an den Nischen und an ihren Pfeilern, nach innen hin; und ebenso hatte die Halle ringsum Fenster nach innen hin, und an den Pfeilern auf beiden Seiten waren Palmen.
21562#Hesekiel,40,17#17. Dann führte er mich in den äussern Vorhof hinein, und siehe, der Vorhof hatte Zellen und ein Steinpflaster ringsum, dreissig Zellen auf dem Steinpflaster.
21563#Hesekiel,40,18#18. Dieses Steinpflaster aber schloss sich seitlich an die Tore an und stimmte mit der Länge der Tore überein; das war das untere Steinpflaster.
21564#Hesekiel,40,19#19. Darnach mass er die Breite des Vorhofs von der innern Front des untern Tores bis zur äussern Front des innern Tores: das waren hundert Ellen. 20. Dann führte er mich gegen Norden,
21565#Hesekiel,40,20#und siehe, da war am äussern Vorhof ein Tor, dessen Front gegen Norden gerichtet war; auch dessen Länge und Breite mass er.
21566#Hesekiel,40,21#21. Und seine Nischen, drei auf jeder Seite, seine Pfeiler und seine Halle, die hatten dasselbe Mass wie die des ersten Tores. Seine Länge betrug fünfzig Ellen und die Breite 25 Ellen.
21567#Hesekiel,40,22#22. Auch seine Fenster und die Fenster seiner Halle und seine Palmen waren ebenso wie bei dem Tor, dessen Front gegen Osten gerichtet war. Und auf sieben Stufen stieg man zu ihm hinauf, und seine Halle lag nach innen zu.
21568#Hesekiel,40,23#23. Und der innere Vorhof hatte ein Tor gegenüber dem Tor gegen Norden, wie es beim Tor gegen Osten war; vom einen Tor bis zum andern mass er hundert Ellen.
21569#Hesekiel,40,24#24. Dann führte er mich gegen Süden, und siehe, da war ein Tor gegen Süden gerichtet; und er mass es samt seinen Nischen, seinen Pfeilern und seiner Halle, und sie hatten dieselben Masse (wie die vorigen).
21570#Hesekiel,40,25#25. Auch hatte es, sowie seine Halle, ringsum Fenster, den andern Fenstern gleich. Fünfzig Ellen betrug die Länge, und die Breite 25 Ellen.
21571#Hesekiel,40,26#26. Auf sieben Stufen stieg man zu ihm hinauf, und seine Halle lag nach innen zu. Auch Palmen hatte es an seinen Pfeilern, eine auf jeder Seite.
21572#Hesekiel,40,27#27. Und der innere Vorhof hatte ein Tor gegen Süden, und er mass vom einen Tor zum andern hundert Ellen.
21573#Hesekiel,40,28#28. Dann führte er mich durch das südliche Tor in den innern Vorhof hinein, und er mass das Tor, und es hatte dieselben Masse (wie die andern).
21574#Hesekiel,40,29#29. Auch seine Nischen, seine Pfeiler und seine Halle hatten dieselben Masse, und es selbst sowohl wie seine Halle hatten ringsum Fenster. Die Länge betrug fünfzig Ellen und die Breite 25 Ellen.
21575#Hesekiel,40,30#30. . . .-1-* -1) in ganz altHs. stand V. 30 noch nicht.
21576#Hesekiel,40,31#31. Seine Halle lag nach dem äussern Vorhof hin, und an seinen Pfeilern waren Palmen, und auf acht Stufen stieg man hinauf.
21577#Hesekiel,40,32#32. Dann führte er mich zu dem Tore, das gegen Osten gerichtet war, und er mass das Tor, und es hatte dieselben Masse (wie die andern).
21578#Hesekiel,40,33#33. Auch seine Nischen, seine Pfeiler und seine Halle hatten dieselben Masse, und es selbst sowohl wie seine Halle hatten ringsum Fenster. Die Länge betrug fünfzig Ellen und die Breite 25 Ellen.
21579#Hesekiel,40,34#34. Seine Halle lag nach dem äussern Vorhof hin, und an seinen Pfeilern auf beiden Seiten waren Palmen, und auf acht Stufen stieg man hinauf.
21580#Hesekiel,40,35#35. Dann führte er mich zu dem nördlichen Tore, und er mass das Tor, und es hatte dieselben Masse.
21581#Hesekiel,40,36#36. Auch seine Nischen, seine Pfeiler und seine Halle hatten dieselben Masse, und es selbst sowohl wie seine Halle hatten ringsum Fenster. Die Länge betrug fünfzig Ellen und die Breite 25 Ellen.
21582#Hesekiel,40,37#37. Seine Halle lag nach dem äussern Vorhof hin, und an seinen Pfeilern auf beiden Seiten waren Palmen, und auf acht Stufen stieg man hinauf.
21583#Hesekiel,40,38#38. -1-Dann führte er mich an den Eingang der Halle des östlichen Tores; -1) die V. 38-44 bieten in der überlieferten Gestalt einen besonders stark entstellten Text und bedürfen vielfach, um überhaupt üs. werden zu können, eingreifender Änderungen.
21584#Hesekiel,40,39#39. und in der Halle des Tores standen auf jeder Seite zwei Tische, um darauf die Brandopfer, die Sündopfer und Schuldopfer zu schlachten.
21585#Hesekiel,40,40#40. Auch ausserhalb an der Seitenwand, nördlich vom Aufstieg zum Eingang des Tores, standen zwei Tische; und an der andern Seitenwand der Halle des Tores waren auch zwei Tische.
21586#Hesekiel,40,41#41. Es standen also vier Tische an jeder Seitenwand des Tores; mithin waren es acht Tische, auf denen man die Schlachtopfer schlachten sollte.
21587#Hesekiel,40,42#42. Und es waren da (noch weitere) vier Tische; diese bestanden aus behauenen Steinen, anderthalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit und eine Elle hoch; darauf sollte man die Geräte legen, mit denen man die Brandopfer und Schlachtopfer schlachtete.
21588#Hesekiel,40,43#43. Ihr Rand, eine Hand breit, war ringsherum nach innen geneigt. Über den Tischen aber waren Dächer zum Schutze gegen Regen und Sonnenbrand.
21589#Hesekiel,40,44#44. Dann führte er mich nach dem innern Vorhof, und siehe, da waren zwei Zellen im innern Vorhof: die eine an der Seitenwand des Nordtores, ihre Vorderseite gegen Süden gerichtet, die andre an der Seitenwand des Südtores, ihre Vorderseite gegen Norden gerichtet.
21590#Hesekiel,40,45#45. Da sprach er zu mir: Diese Zelle da, deren Vorderseite gegen Süden liegt, ist für die Priester bestimmt, die den Dienst im Tempelgebäude verrichten;
21591#Hesekiel,40,46#46. die Zelle aber, deren Vorderseite gegen Norden liegt, ist für die Priester bestimmt, die den Dienst am Altar tun. Das sind die Söhne Zadoks, diejenigen von den Leviten, die dem Herrn nahen dürfen, ihm zu dienen. -Hes. 44,15; 1.Kön. 1,8.39.
21592#Hesekiel,40,47#47. Und er mass den Vorhof: der war ein Viereck von hundert Ellen Länge und hundert Ellen Breite. Der Altar aber stand vor dem Tempelgebäude.
21593#Hesekiel,40,48#48. Dann führte er mich zur Vorhalle des Tempelgebäudes und mass die Pfeiler der Vorhalle: sie hatten auf beiden Seiten eine Dicke von fünf Ellen. Die Breite des Toreingangs aber betrug vierzehn Ellen und die der Seitenwände des Toreingangs je drei Ellen. -1.Kön. 6,3.
21594#Hesekiel,40,49#49. Die Länge der Vorhalle betrug zwanzig Ellen und die Tiefe zwölf Ellen; auf zehn Stufen stieg man hinauf, und es standen Säulen an den Pfeilern, auf jeder Seite eine. -1.Kön. 7,21.
21595#Hesekiel,41,1#1. Dann führte er mich zum Tempelraum und mass die Pfeiler; die waren auf jeder Seite sechs Ellen dick.
21596#Hesekiel,41,2#2. Die Breite des Eingangs aber betrug zehn Ellen und die der Seitenwände des Eingangs auf jeder Seite fünf Ellen. Er mass auch die Länge des Tempelraums; die betrug vierzig Ellen, die Breite aber zwanzig Ellen.
21597#Hesekiel,41,3#3. Darnach ging er in den Innenraum hinein und mass die Pfeiler des Eingangs (zu diesem); die waren zwei Ellen dick, der Eingang aber war sechs Ellen breit, und die Seitenwände des Eingangs je sieben Ellen.
21598#Hesekiel,41,4#4. Dann mass er die Länge (des Innenraums): zwanzig Ellen, und die Breite: zwanzig Ellen an der Seite nach dem Tempelraum hin; und er sprach zu mir: Das ist das Allerheiligste.
21599#Hesekiel,41,5#5. Dann mass er die Mauer des Hauses, die war sechs Ellen dick. Und die Breite des Seitenbaus rings um das Haus betrug vier Ellen.
21600#Hesekiel,41,6#6. Die Seitengemächer aber reihten sich eins ans andre, je dreissig in drei Stockwerken, und es waren Absätze an der Mauer des Hauses für die Seitengemächer ringsum, um als Träger zu dienen, sodass sie nicht in die Mauer des Hauses eingriffen.
21601#Hesekiel,41,7#7. So wurden die Seitengemächer von Stockwerk zu Stockwerk weiter, entsprechend der Erweiterung auf der Mauerseite von Stockwerk zu Stockwerk rings um das Tempelhaus her. Und von dem untersten Stockwerk konnte man nach dem mittleren und von dem mittleren nach dem obersten hinaufsteigen.
21602#Hesekiel,41,8#8. Und rings um das Tempelhaus her war ein erhöhtes Pflaster sichtbar. Das Fundament der Seitengemächer war eine volle Rute, also sechs Ellen hoch.
21603#Hesekiel,41,9#9. Die Dicke der äussern Mauer der Seitengemächer betrug fünf Ellen, und es blieb ein freier Raum neben dem Anbau des Tempelhauses;
21604#Hesekiel,41,10#10. Und ein abgesperrter Platz, zwanzig Ellen breit, war rings um das Haus herum. -in der Originalüs. wird V. 11 dem V. 10 vorangestellt.
21605#Hesekiel,41,11#11. und die Türen des Anbaus gingen auf den freien Platz, die eine Türe in der Richtung nach Norden, die andre gegen Süden. Die Breite des freien Platzes aber betrug ringsum fünf Ellen.
21606#Hesekiel,41,12#12. Der Bau aber, der vor dem abgesperrten Platz auf der Seite gegen Westen stand, war siebzig Ellen breit, und die Mauer des Baues war ringsherum fünf Ellen dick, seine Länge aber betrug neunzig Ellen.
21607#Hesekiel,41,13#13. Dann mass er das Tempelhaus; das war hundert Ellen lang. Und der abgesperrte Platz und der Westbau und dessen Mauern waren ebenfalls hundert Ellen lang.
21608#Hesekiel,41,14#14. Auch die Breite der Vorderseite des Tempelhauses samt dem abgesperrten Platz gegen Osten hin betrug hundert Ellen.
21609#Hesekiel,41,15#15. Und er mass die Länge des Westbaus vor dem abgesperrten Platz, auf der Rückseite desselben, samt den Galerien zu beiden Seiten; sie betrug hundert Ellen. Der Tempelraum aber und das Innerste und seine äussere Halle
21610#Hesekiel,41,16#16. waren getäfelt, und alle drei (Räume) hatten vergitterte Fenster und Galerien ringsum. Inwendig waren die Wände ringsum mit Holz verkleidet. Und vom Boden bis an die Fenster, von den Seitenwänden
21611#Hesekiel,41,17#17. des Eingangs bis zum innern Hause und auch draussen (in der Vorhalle) waren an der ganzen Wand ringsum, innen und aussen, Bildwerke
21612#Hesekiel,41,18#18. angebracht: Cherube und Palmbäume, je ein Palmbaum zwischen zwei Cheruben und jeder Cherub mit zwei Gesichtern;
21613#Hesekiel,41,19#19. ein Menschengesicht war dem Palmbaum auf der einen Seite und ein Löwengesicht dem Palmbaum auf der andern Seite zugekehrt. So war es ringsherum am ganzen Hause gemacht.
21614#Hesekiel,41,20#20. Die Cherube und Palmbäume waren vom Boden auf bis über den Eingang an der Wand angebracht.
21615#Hesekiel,41,21#21. Die Türpfosten des Tempelraums waren viereckig, und vor dem Allerheiligsten war etwas, das aussah wie
21616#Hesekiel,41,22#22. ein hölzerner Altar, drei Ellen hoch, zwei Ellen lang und zwei Ellen breit; und er hatte Ecken, und sein Sockel und seine Wände waren von Holz. Und er sprach zu mir: «Das ist der Tisch, der vor dem Herrn steht.» -2.Mo. 30,1-10.
21617#Hesekiel,41,23#23. Und der Tempel hatte zwei Türflügel, 24. und auch das Allerheiligste hatte zwei Türflügel;
21618#Hesekiel,41,24#die Türflügel aber hatten je zwei drehbare Blätter: zwei hatte der eine Flügel, und zwei der andre.
21619#Hesekiel,41,25#25. Auch an ihnen waren Cherube und Palmbäume angebracht, wie sie an den Wänden angebracht waren; und aussen auf der Vorderseite der Halle war ein Schirmdach von Holz.
21620#Hesekiel,41,26#26. Und Cherube und Palmbäume waren hüben und drüben an den Seitenwänden der Halle . . .-1- -1) die drei letzten Worte des V. sind unübersetzbar.
21621#Hesekiel,42,1#1. Darnach führte er mich ostwärts hinaus in den innern Vorhof (und dann) in der Richtung nach Norden und brachte mich zu den Zellen, die teils gegenüber dem abgesperrten Platz, teils gegenüber dem Bau gegen Norden zu lagen; -Hes. 41,10-15.
21622#Hesekiel,42,2#2. die Länge (des Zellenbaus) betrug hundert Ellen und die Breite fünfzig Ellen.
21623#Hesekiel,42,3#3. Gegenüber den zwanzig, die zum innern Vorhof gehörten, und gegenüber dem Steinpflaster, das zum äussern Vorhof gehörte, lief eine Galerie neben der andern her in drei Stockwerken. -Hes. 41,10.
21624#Hesekiel,42,4#4. Vor den Zellen war ein Gang, zehn Ellen breit und hundert Ellen lang, und ihre Türen lagen gegen Norden zu.
21625#Hesekiel,42,5#5. Die obersten Zellen aber waren, weil ihnen die Galerien Raum wegnahmen, im Vergleich mit den untersten und mittleren verkürzt.
21626#Hesekiel,42,6#6. Denn sie waren in drei Stockwerken angelegt, und sie hatten keine Pfeiler wie die des äussern Vorhofs; darum waren sie im Vergleich mit den untersten und mittleren verkürzt. -Hes. 40,17-27.
21627#Hesekiel,42,7#7. Und es war da eine Mauer, die ausserhalb, den Zellen parallel, gegen den äussern Vorhof hin verlief; soweit sie den Zellen entlang lief, war sie fünfzig Ellen lang.
21628#Hesekiel,42,8#8. Denn die Länge der Zellen nach dem äussern Vorhof hin betrug fünfzig Ellen, und diese lagen jenen gegenüber; im ganzen waren es hundert Ellen.
21629#Hesekiel,42,9#9. Unterhalb dieser Zellen aber war der Zugang von Osten her, wenn man vom äussern Vorhof her zu ihnen kam,
21630#Hesekiel,42,10#10. am Anfang der Mauer des Vorhofs. (Dann führte er mich) in der Richtung gegen Süden; da waren auch Zellen gegenüber dem abgesperrten Platz und gegenüber dem Bau. -Hes. 41,10-15.
21631#Hesekiel,42,11#11. Und es war ein Gang vor ihnen, und sie sahen aus wie die Zellen, die nordwärts lagen, von gleicher Länge und gleicher Breite und mit ganz gleichen Ausgängen und Einrichtungen. Ihre Türen aber,
21632#Hesekiel,42,12#12. die Türen der Zellen, die nach Süden zu lagen, waren nach Süden gerichtet . . .-1- -1) der Rest des V. ist unverständlich; vlt. hat hier eine ähnliche Angabe gestanden wie V. 9.
21633#Hesekiel,42,13#13. Und er sprach zu mir: Die Zellen im Norden und die Zellen im Süden, die dem abgesperrten Platz gegenüber liegen, das sind die heiligen Zellen, in denen die Priester, die dem Herrn nahen, die hochheiligen Gaben essen sollen; dort sollen sie die hochheiligen Gaben, das Speisopfer, das Sündopfer und das Schuldopfer niederlegen; denn die Stätte ist heilig. -3.Mo. 21,22.
21634#Hesekiel,42,14#14. Und niemand darf hineingehen ausser den Priestern. Diese aber dürfen nicht aus dem Heiligtum in den äussern Vorhof hinausgehen, sondern sie sollen dort (in den Zellen) ihre Kleider ablegen, in denen sie den Dienst verrichten - denn sie sind heilig - und sollen andre Kleider anziehen, bevor sie sich dem nahen, was des Volkes ist.
21635#Hesekiel,42,15#15. Als er nun die innern Bauten ganz vermessen hatte, führte er mich hinaus durch das Tor, das nach Osten gerichtet war, und mass den ganzen Umfang.
21636#Hesekiel,42,16#16. Er mass die Ostseite mit der Messrute: fünfhundert Ellen nach der Messrute. Dann wandte er sich nach Norden
21637#Hesekiel,42,17#17. und mass die Nordseite: fünfhundert nach der Messrute.
21638#Hesekiel,42,18#18. Und er wandte sich nach Süden und mass die Südseite: fünfhundert nach der Messrute.
21639#Hesekiel,42,19#19. Er wandte sich und mass die Westseite: fünfhundert nach der Messrute.
21640#Hesekiel,42,20#20. Nach allen vier Windrichtungen mass er. Und ringsherum ging eine Mauer, fünfhundert Ellen lang und fünfhundert Ellen breit, um das Heilige von dem Nichtheiligen zu scheiden.
21641#Hesekiel,43,1#1. DANN führte er mich zu dem Tor, das nach Osten gerichtet war,
21642#Hesekiel,43,2#2. und siehe, da kam die Herrlichkeit des Gottes Israels von Osten her, und es rauschte wie das Rauschen grosser Wasser, und das Land leuchtete von seiner Herrlichkeit. -Hes. 1,24; 11,23.
21643#Hesekiel,43,3#3. Und die Erscheinung, die ich schaute, war wie die Erscheinung, die ich geschaut hatte, als er kam, die Stadt zu verderben, und der Anblick des Wagens, den ich sah, war wie der Anblick, den ich am Flusse Chebar gehabt hatte. Da fiel ich nieder auf mein Angesicht. -Hes. 1,3.
21644#Hesekiel,43,4#4. Und die Herrlichkeit des Herrn zog durch das Tor, das nach Osten gerichtet war, in das Heiligtum ein.
21645#Hesekiel,43,5#5. Da hob mich der Geist-1- empor und führte mich in den innern Vorhof, und siehe, der Tempel war erfüllt von der Herrlichkeit des Herrn, -Hes. 44,4; 2.Mo. 40,34; 1.Kön. 8,11. 1) vgl. Anm. zu Hes. 3,12.
21646#Hesekiel,43,6#6. und ich hörte vom Tempel her zu mir reden, während der Mann neben mir stand, -Hes. 40,3.
21647#Hesekiel,43,7#7. und die Stimme sprach zu mir: Menschensohn, hast du gesehen die Stätte meines Thrones und die Stätte meiner Fußsohlen, wo ich für immer inmitten Israels wohnen will? Das Haus Israel wird hinfort meinen heiligen Namen nicht mehr entweihen, weder sie noch ihre Könige, durch ihre Treulosigkeit und durch die Leichname ihrer Könige bei deren Tode, -1.Chr. 28,2; Ps. 99,5.
21648#Hesekiel,43,8#8. (wie sie taten,) indem sie ihre Schwelle an meine Schwelle und ihre Türpfosten neben meine Türpfosten setzten, sodass nur die Mauer zwischen mir und ihnen stand, und mit den Greueln, die sie verübten, meinen heiligen Namen entweihten, sodass ich sie in meinem Zorn vertilgte.
21649#Hesekiel,43,9#9. Nun aber werden sie ihre Treulosigkeit und die Leichname ihrer Könige von mir hinwegtun, und dann will ich für immer unter ihnen wohnen.
21650#Hesekiel,43,10#10. Du aber, Menschensohn, beschreibe dem Hause Israel diesen Tempel, sein Aussehen und sein Modell,
21651#Hesekiel,43,11#11. ob sie sich all dessen schämen, was sie getan haben. Zeichne den Tempel und seine Einrichtung, seine Ausgänge und Eingänge und seine ganze Gestalt; tue ihnen kund alle seine Satzungen und Ordnungen und schreibe es vor ihren Augen nieder, damit sie alle seine Ordnungen und Satzungen getreulich erfüllen.
21652#Hesekiel,43,12#12. Dies ist die Ordnung für den Tempel: auf dem Gipfel des Berges soll sein ganzes Gebiet ringsum hochheilig sein. Siehe, das ist die Ordnung für den Tempel.
21653#Hesekiel,43,13#13. UND dies waren die Masse des Altars nach Ellen, die Elle eine Handbreite länger als die (gewöhnliche) Elle gerechnet: sein Sockel war eine Elle hoch und eine Elle breit, und an seinem Rand lief ringsherum ein Randaufsatz von einer Spanne Höhe. Und folgendes war die Höhe des Altars:
21654#Hesekiel,43,14#14. vom Sockel am Boden bis zum untern Absatz waren es zwei Ellen, und die Breite betrug eine Elle; und vom niedrigern Absatz bis zum höhern waren es vier Ellen, und die Breite betrug eine Elle.
21655#Hesekiel,43,15#15. Der Opferherd war vier Ellen hoch, und vom Opferherd aufwärts standen die Hörner eine Elle hoch.
21656#Hesekiel,43,16#16. Der Opferherd war zwölf Ellen lang bei zwölf Ellen Breite, quadratisch nach seinen vier Seiten.
21657#Hesekiel,43,17#17. Und der höhere Absatz war vierzehn Ellen lang und vierzehn Ellen breit auf seinen vier Seiten,-1-* und der Randaufsatz lief eine halbe Elle breit, der Sockel aber eine ganze Elle breit rings um ihn her. Die Altarstufen waren gegen Osten gerichtet. -1) ws. folgten hier ursprünglich noch die Worte: «und der niedrigere Absatz war sechzehn Ellen lang und sechzehn Ellen breit auf seinen vier Seiten».
21658#Hesekiel,43,18#18. Und er sprach zu mir: Menschensohn, also spricht Gott der Herr: Dies sind die Satzungen für den Altar, wann er errichtet sein wird, dass man Brandopfer darauf darbringe und Blut darauf sprenge:
21659#Hesekiel,43,19#19. du sollst den levitischen Priestern, die vom Geschlechte Zadoks sind, die sich mir nahen dürfen, mir zu dienen, spricht Gott der Herr, einen jungen Stier zum Sündopfer geben, -Hes. 44,15.
21660#Hesekiel,43,20#20. und sie sollen etwas von seinem Blute nehmen und es an die vier Hörner des Altars tun und an die vier Ecken der Absätze und an den Randaufsatz ringsum, und sie sollen ihn entsündigen und entsühnen. -2.Mo. 29,36.
21661#Hesekiel,43,21#21. Dann sollen sie den Sündopferstier nehmen, und man soll ihn ausserhalb des Heiligtums auf dem Musterungsplatz des Tempels verbrennen. -3.Mo. 16,27.
21662#Hesekiel,43,22#22. Am zweiten Tage sollen sie einen fehllosen Ziegenbock als Sündopfer darbringen und damit den Altar entsündigen, wie sie ihn mit dem Stier entsündigt haben.
21663#Hesekiel,43,23#23. Wenn du mit dem Entsündigungsopfer fertig bist, so sollst du einen fehllosen jungen Stier von den Rindern und einen fehllosen Widder von den Schafen darbringen.
21664#Hesekiel,43,24#24. Du sollst sie vor den Herrn bringen, und die Priester sollen Salz darauf streuen und sie dem Herrn als Brandopfer darbringen. -3.Mo. 2,13.
21665#Hesekiel,43,25#25. Sieben Tage lang sollen sie täglich einen Sündopferbock darbringen; auch einen jungen Stier von den Rindern und einen Widder von den Schafen, fehllose Tiere sollen sie darbringen.
21666#Hesekiel,43,26#26. Sieben Tage lang sollen sie den Altar entsühnen und ihn reinigen und ihn so einweihen.
21667#Hesekiel,43,27#27. So soll man diese Tage zu Ende führen; am achten Tage sodann und weiterhin sollen die Priester eure Brandopfer und Heilsopfer auf dem Altar darbringen, und ich werde euch gnädig annehmen, spricht Gott der Herr.
21668#Hesekiel,44,1#1. HIERAUF führte er mich zurück gegen das äussere Tor des Heiligtums, das nach Osten gerichtet war; es war aber verschlossen.
21669#Hesekiel,44,2#2. Da sprach der Herr zu mir: Dieses Tor soll verschlossen bleiben; es darf nicht geöffnet werden, und niemand darf durch dasselbe hineingehen, weil der Herr, der Gott Israels, hier eingezogen ist; darum soll es verschlossen bleiben. -Hes. 43,4.
21670#Hesekiel,44,3#3. Nur der Fürst darf, eben weil er Fürst ist, sich hier niederlassen zum Opfermahl vor dem Herrn; durch die Halle des Torbaus soll er hereinkommen und auf demselben Weg wieder hinausgehen.
21671#Hesekiel,44,4#4. Darnach führte er mich durch das Nordtor an die Vorderseite des Tempels; und als ich hinsah, siehe, da erfüllte die Herrlichkeit des Herrn den Tempel. Da fiel ich nieder auf mein Angesicht.
21672#Hesekiel,44,5#5. Der Herr aber sprach zu mir: Menschensohn, merke wohl auf und sieh mit deinen Augen und höre mit deinen Ohren alles, was ich mit dir reden will betreffend alle Satzungen und alle Ordnungen des Tempels, und merke wohl auf das, was für das Eintreten in den Tempel an allen Ausgängen des Heiligtums gilt.
21673#Hesekiel,44,6#6. Und sage zu dem widerspenstigen Geschlecht, dem Hause Israel: So spricht Gott der Herr: Genug nun all eurer Greuel, Haus Israel!
21674#Hesekiel,44,7#7. Habt ihr doch Fremde, Unbeschnittene an Herz und Leib, hereinkommen lassen, sodass sie in meinem Heiligtum waren und es entweihten, wenn ihr meine Speise, Fett und Blut, darbrachtet, und habt so meinen Bund gebrochen durch all eure Greuel.
21675#Hesekiel,44,8#8. Und ihr habt meines heiligen Dienstes nicht (selber) gewartet, sondern habt sie-1- dazu bestellt, des Dienstes in meinem Heiligtum zu warten. -1) d.h. diese Fremden.
21676#Hesekiel,44,9#9. Darum spricht Gott der Herr also: Kein Fremder, unbeschnitten an Herz und Leib, soll in mein Heiligtum hereinkommen, keiner von all den Fremden, die unter den Israeliten wohnen;
21677#Hesekiel,44,10#10. sondern die Leviten, die mir untreu geworden sind, als die Israeliten von mir abirrten und ihren Götzen nachliefen, sie sollen ihre Verschuldung büssen.
21678#Hesekiel,44,11#11. Sie sollen in meinem Heiligtum Dienst tun als Wachen an den Tempeltoren und im Tempel selber Dienste leisten; sie sollen das Brandopfer und das Schlachtopfer schlachten für die Leute aus dem Volk, und sie sollen ihnen zur Verfügung stehen, um sie zu bedienen.
21679#Hesekiel,44,12#12. Weil sie sie bei ihren Götzen bedient haben und so dem Hause Israel ein Anstoss zur Verschuldung geworden sind, darum habe ich meine Hand (zum Schwure) wider sie erhoben, spricht Gott der Herr, dass sie nun ihre Verschuldung büssen sollen.
21680#Hesekiel,44,13#13. Sie dürfen mir nicht nahen, um mir Priesterdienst zu tun und all dem, was mir heilig ist, und den hochheiligen Gaben zu nahen; sie sollen ihre Schmach tragen für den Abfall, den sie begangen haben.
21681#Hesekiel,44,14#14. Ich bestelle sie dazu, die Dienste im Tempel zu verrichten bei allem, was es da zu besorgen und zu tun gibt.
21682#Hesekiel,44,15#15. Die levitischen Priester aus dem Geschlechte Zadoks aber, die des Dienstes an meinem Heiligtum gewartet haben, als die Israeliten von mir abirrten, sie dürfen mir nahen, mir zu dienen, und dürfen vor mich treten, mir Fett und Blut darzubringen, spricht Gott der Herr. -Hes. 40,46; 48,11.
21683#Hesekiel,44,16#16. Sie dürfen mein Heiligtum betreten und sie dürfen meinem Tische nahen, mir zu dienen, und meines Dienstes warten.
21684#Hesekiel,44,17#17. Wenn sie nun durch die Tore des innern Vorhofs eintreten, sollen sie linnene Kleider anziehen und keine Wolle an sich tragen, während sie innerhalb der Tore des innern Vorhofs und im Tempel Dienst tun. -2.Mo. 28,40-43.
21685#Hesekiel,44,18#18. Sie sollen linnene Kopfbunde auf dem Haupte und linnene Beinkleider an den Lenden tragen; sie sollen sich nicht mit etwas gürten, das den Schweiss fördert.
21686#Hesekiel,44,19#19. Wenn sie dann in den äussern Vorhof zu dem Volk hinausgehen, so sollen sie die Kleider, in denen sie Dienst tun, ausziehen und sie in den heiligen Zellen niederlegen und andre Kleider anziehen, damit sie durch ihre Kleider nicht Heiligkeit auf das Volk übertragen.
21687#Hesekiel,44,20#20. Ihr Haupt sollen sie nicht kahl scheren, aber auch das Haar nicht frei wachsen lassen, sondern das Haupthaar kurz schneiden. -3.Mo. 19,27.
21688#Hesekiel,44,21#21. Wein darf kein Priester trinken, wenn er in den innern Vorhof hineingehen will. -3.Mo. 10,9.
21689#Hesekiel,44,22#22. Eine Witwe oder eine Verstossene dürfen sie nicht heiraten, sondern nur Jungfrauen von israelitischem Geschlecht; eine Witwe jedoch, die Priesterswitwe ist, dürfen sie heiraten. -3.Mo. 21,13.
21690#Hesekiel,44,23#23. Sie sollen mein Volk zwischen heilig und nichtheilig unterscheiden lehren und ihm den Unterschied von unrein und rein kundtun. -Hes. 22,26; 3.Mo. 10,10.
21691#Hesekiel,44,24#24. In Streitsachen sollen sie zu Gerichte sitzen, um sie nach meinen Rechtssatzungen zu entscheiden. Auch sollen sie alle meine Ordnungen und Satzungen an allen meinen Festen beobachten und meine Sabbate heilig halten. -5.Mo. 17,8.9.
21692#Hesekiel,44,25#25. Zur Leiche eines Menschen dürfen sie nicht hineingehen, weil sie unrein würden; nur an (der Leiche von) Vater oder Mutter, Sohn oder Tochter, Bruder oder Schwester, sofern diese unverheiratet geblieben ist, dürfen sie sich verunreinigen. -3.Mo. 21,1; 4.Mo. 19,11.
21693#Hesekiel,44,26#26. Wenn ein solcher dann wieder rein ist, soll er für sich sieben Tage abzählen,
21694#Hesekiel,44,27#27. und an dem Tage, da er wieder in das Heiligtum, in den innern Vorhof hineingeht, im Heiligtum Dienst zu tun, soll er sein Sündopfer darbringen, spricht Gott der Herr.
21695#Hesekiel,44,28#28. Sie sollen keinen Erbbesitz haben; ich bin ihr Erbbesitz. Und Eigentum sollt ihr ihnen in Israel nicht geben; ich bin ihr Eigentum. -5.Mo. 10,9.
21696#Hesekiel,44,29#29. Das Speisopfer und das Sündopfer und das Schuldopfer sollen sie zu essen bekommen, und alles, was in Israel dem Bann verfällt, soll ihnen gehören.
21697#Hesekiel,44,30#30. Auch das Beste von den Erstlingen jedweder Art und jede Weihegabe irgendwelcher Art von allen euren Weihegaben soll den Priestern gehören. Ferner sollt ihr dem Priester das Beste eurer Grütze geben, damit Segen auf euren Häusern ruhe. -2.Mo. 23,19.
21698#Hesekiel,44,31#31. Von irgendwelchen verendeten oder zerrissenen Tieren aber, seien es Vögel oder Vierfüssler, dürfen die Priester nicht essen. -3.Mo. 22,8.
21699#Hesekiel,45,1#1. WENN ihr das Land als Erbbesitz verlost, so sollt ihr dem Herrn eine Weihegabe aussondern, einen heiligen Bezirk von dem Lande, 25 000 Ellen lang und 20 000 Ellen breit. Dies ist heiliges Gebiet in seinem ganzen Umfang.
21700#Hesekiel,45,2#2. -1-Von diesem Gebiet ist für das Heiligtum ein Quadrat von je fünfhundert Ellen Länge und Breite bestimmt und ringsherum (ein Streifen von) fünfzig Ellen (Breite) als unbewohnter Raum. -1) ws. stand V. 2 ursprünglich zwischen V. 4 und 5.
21701#Hesekiel,45,3#3. Von dieser Fläche sollst du ein Stück von 25 000 Ellen Länge und zehntausend Ellen Breite abmessen, und hier soll das Heiligtum als hochheilige Stätte sein.
21702#Hesekiel,45,4#4. Das ist heiliges Gebiet von dem Lande; es soll den Priestern gehören, die im Heiligtum Dienst tun, die herzutreten, um dem Herrn zu dienen, und es soll ihnen Platz zu Häusern bieten . . .-1- -1) der Schluss des V: «und ein Heiligtum für das Heiligtum», ist unverständlich.
21703#Hesekiel,45,5#5. Und ein Stück von 25 000 Ellen Länge und zehntausend Ellen Breite soll den Leviten, den Tempeldienern, als Eigentum gehören, Städte zum Bewohnen.
21704#Hesekiel,45,6#6. Als Eigentum der Stadt aber sollt ihr ein Stück von fünftausend Ellen Breite und 25 000 Ellen Länge bestimmen dem ausgesonderten heiligen Bezirk entlang; das soll dem ganzen Hause Israel gehören.
21705#Hesekiel,45,7#7. Dem Fürsten endlich soll das Land zu beiden Seiten des heiligen Bezirks und des Eigentums der Stadt gehören, ausserhalb des heiligen Bezirks und des Eigentums der Stadt auf der Westseite westwärts und auf der Ostseite ostwärts, und die Länge entspreche einem der Stammesanteile von der Westgrenze bis zur Ostgrenze
21706#Hesekiel,45,8#8. des Landes. Das soll sein Eigentum in Israel sein, damit meine Fürsten mein Volk hinfort nicht mehr bedrücken und damit sie das Land dem Hause Israel nach seinen Stämmen verteilen.
21707#Hesekiel,45,9#9. So spricht Gott der Herr: Nun ist's genug, ihr Fürsten Israels! Machet ein Ende mit Gewalttat und Bedrückung! Übet Recht und Gerechtigkeit! Höret auf, mein Volk von Grund und Boden zu vertreiben! spricht Gott der Herr. -Hes. 46,18; 1.Kön. 21; Jer. 21,12; 22,17.
21708#Hesekiel,45,10#10. Richtige Waage, richtiges Epha und richtiges Bath sollt ihr brauchen. -3.Mo. 19,36.
21709#Hesekiel,45,11#11. Epha und Bath sollen gleiches Mass haben: das Bath soll den zehnten Teil von einem Homer fassen und auch das Epha den zehnten Teil von einem Homer; nach dem Homer soll die Massbestimmung sich richten.
21710#Hesekiel,45,12#12. Das Lot soll gleich zwanzig Gera sein. Fünf Lot sollen fünf, und zehn Lot sollen zehn sein, und fünfzig Lot soll euch die Mine gelten.
21711#Hesekiel,45,13#13. Folgendes ist die Weihegabe, die ihr abgeben sollt: ein sechstel Epha von jedem Homer Weizen und ein sechstel Epha von jedem Homer Gerste;
21712#Hesekiel,45,14#14. und als Gebühr vom Öl: ein zehntel Bath von jedem Kor; das Kor nämlich fasst zehn Bath;
21713#Hesekiel,45,15#15. ferner ein Schaf von der Herde auf je zweihundert Stück, von allen Geschlechtern Israels - alles zum Speisopfer, zum Brandopfer und zum Heilsopfer, um ihnen Sühne zu erwirken, spricht Gott der Herr.
21714#Hesekiel,45,16#16. Das ganze Volk soll diese Weihegabe dem Fürsten in Israel abgeben.
21715#Hesekiel,45,17#17. Dem Fürsten aber liegen ob die Brandopfer, Speisopfer und Trankopfer an den Festen, Neumonden und Sabbaten, an allen Festversammlungen des Hauses Israel. Er ist es, der das Sündopfer, das Speisopfer, das Brandopfer und das Heilsopfer veranstalten soll, um für das Haus Israel Sühne zu erwirken.
21716#Hesekiel,45,18#18. So spricht Gott der Herr: Am ersten Tage des ersten Monats sollt ihr einen fehllosen jungen Stier von den Rindern nehmen, um das Heiligtum zu entsündigen.
21717#Hesekiel,45,19#19. Und der Priester soll von dem Blute des Sündopfers nehmen und an die Türpfosten des Tempels, an die vier Ecken des Altarabsatzes und an die Türpfosten des Tores zum innern Vorhof tun.
21718#Hesekiel,45,20#20. Ebenso sollt ihr tun am ersten Tage des siebenten Monats mit Rücksicht auf solche, die aus Irrtum oder Einfalt gesündigt haben, und so sollt ihr den Tempel entsühnen. -3.Mo. 4.
21719#Hesekiel,45,21#21. Am vierzehnten Tage des ersten Monats sollt ihr das Passafest halten; da soll man sieben Tage lang ungesäuerte Brote essen. -3.Mo. 23,5.
21720#Hesekiel,45,22#22. An demselben Tage soll der Fürst für sich und für das ganze Volk des Landes einen Sündopferstier darbringen lassen.
21721#Hesekiel,45,23#23. Und während der sieben Tage des Festes soll er als Brandopfer für den Herrn täglich, die sieben Tage hindurch, sieben junge Stiere und sieben Widder, fehllose Tiere darbringen lassen und als Sündopfer täglich einen Ziegenbock.
21722#Hesekiel,45,24#24. Als Speisopfer aber soll er je ein Epha auf jeden Stier und je ein Epha auf jeden Widder darbringen lassen und je ein Hin Öl auf jedes Epha.
21723#Hesekiel,45,25#25. Am fünfzehnten Tage des siebenten Monats an dem Fest soll er die sieben Tage hindurch das gleiche darbringen lassen: die gleichen Sündopfer, die gleichen Brandopfer und die gleichen Speisopfer und gleich viel Öl. -3.Mo. 23,34.
21724#Hesekiel,46,1#1. So spricht Gott der Herr: Das Tor des innern Vorhofs, das gegen Osten gerichtet ist, soll während der sechs Werktage geschlossen bleiben; am Sabbattage aber soll es geöffnet werden, und am Neumondtage soll es geöffnet werden.
21725#Hesekiel,46,2#2. Und der Fürst soll von aussen her durch die Halle des Torbaus hineingehen und an der Schwelle des Tores stehenbleiben. Dann sollen die Priester sein Brandopfer und sein Heilsopfer darbringen, er aber soll an der Schwelle des Tores anbeten und dann wieder hinausgehen, und das Tor soll bis zum Abend nicht geschlossen werden.
21726#Hesekiel,46,3#3. Und das Volk soll am Eingang jenes Tores an den Sabbaten und Neumonden vor dem Herrn anbeten.
21727#Hesekiel,46,4#4. Das Brandopfer, das der Fürst dem Herrn darbringen lässt, soll am Sabbattage aus sechs fehllosen Lämmern und einem fehllosen Widder bestehen;
21728#Hesekiel,46,5#5. dazu kommt als Speisopfer ein Epha zu dem Widder, und als Speisopfer zu den Lämmern, so viel er zu geben vermag, und je ein Hin Öl zu jedem Epha.
21729#Hesekiel,46,6#6. Am Neumondtage seien es ein fehlloser junger Stier von den Rindern, sechs Lämmer und ein Widder, fehllose Tiere; -4.Mo. 28,11.
21730#Hesekiel,46,7#7. und als Speisopfer soll er zu dem Stier ein Epha und zu dem Widder auch ein Epha darbringen, zu den Lämmern aber, so viel er zu leisten vermag, und je ein Hin Öl zu jedem Epha.
21731#Hesekiel,46,8#8. Wenn der Fürst hereinkommt, so soll er durch die Halle des Torbaus hereinkommen, und auf demselben Wege soll er wieder hinausgehen.
21732#Hesekiel,46,9#9. Wenn das Volk an den Festen vor den Herrn kommt, so soll, wer durch das Nordtor hereinkommt, um anzubeten, durch das Südtor hinausgehen, und wer durch das Südtor hereinkommt, soll durch das Nordtor hinausgehen; keiner soll durch das Tor zurückkehren, durch das er hereingekommen ist, sondern er soll durch das gegenüberliegende hinausgehen.
21733#Hesekiel,46,10#10. Aber der Fürst in ihrer Mitte soll durch das Tor, durch das er hereingekommen ist, auch hinausgehen.
21734#Hesekiel,46,11#11. Und an den Festen und Feiertagen soll dieses das Speisopfer sein: ein Epha zu dem Stier und ein Epha zu dem Widder, zu den Lämmern aber, so viel er zu geben vermag, und je ein Hin Öl zu jedem Epha.
21735#Hesekiel,46,12#12. Und wenn der Fürst dem Herrn eine freiwillige Gabe, ein Brandopfer oder Heilsopfer, darbringen will, so soll man ihm das Tor, das gegen Osten gerichtet ist, auftun, und er soll sein Brandopfer oder Heilsopfer darbringen, wie er es am Sabbattage zu tun pflegt, und dann wieder hinausgehen; und nachdem er hinausgegangen ist, soll man das Tor wieder schliessen.
21736#Hesekiel,46,13#13. Ferner soll er täglich dem Herrn als Brandopfer ein fehlloses einjähriges Lamm darbringen lassen; jeden Morgen soll er es darbringen lassen.
21737#Hesekiel,46,14#14. Und als Speisopfer soll er dazu jeden Morgen ein sechstel Epha darbringen, und ein drittel Hin Öl, um das Feinmehl zu befeuchten, als Speisopfer für den Herrn; als ewige Satzung gelte dies immerdar.
21738#Hesekiel,46,15#15. Also sollen sie-1- das Lamm, das Speisopfer und das Öl jeden Morgen als regelmässiges Brandopfer darbringen. -1) d.h. die Priester.
21739#Hesekiel,46,16#16. So spricht Gott der Herr: Wenn der Fürst einem seiner Söhne von seinem Erbbesitz ein Geschenk macht, so soll es seinen Söhnen gehören; es ist ihr Eigentum als erblicher Besitz.
21740#Hesekiel,46,17#17. Wenn er aber einem seiner Diener von seinem Erbbesitz ein Geschenk macht, so soll es diesem nur bis zum Freijahr gehören und dann an den Fürsten zurückfallen, nur seinen Söhnen soll ihr Besitz verbleiben. -3.Mo. 25,10; Jer. 34,8.
21741#Hesekiel,46,18#18. Der Fürst darf aber nichts von dem Erbbesitz des Volkes nehmen, indem er sie mit Gewalt von ihrem Eigentum vertreibt; von seinem eignen Besitz soll er seine Söhne erben lassen, damit niemand in meinem Volke von seinem Eigentum verdrängt werde.
21742#Hesekiel,46,19#19. Und er führte mich durch den Eingang an der Seite des Torbaus zu den heiligen Priesterzellen, die gegen Norden gerichtet waren, und siehe, da war ein Raum auf ihrer hintern Seite gegen Westen. -Hes. 40,46.
21743#Hesekiel,46,20#20. Und er sprach zu mir: Dies ist der Ort, wo die Priester das Schuldopfer und das Sündopfer kochen und wo sie das Speisopfer backen sollen, damit sie es nicht in den äussern Vorhof hinausbringen und so Heiligkeit auf das Volk übertragen.
21744#Hesekiel,46,21#21. Dann führte er mich in den äussern Vorhof hinaus und liess mich hindurchgehen zu den vier Ecken des Vorhofs, und siehe, in einer jeden Ecke des Vorhofs war wieder ein Hof,
21745#Hesekiel,46,22#22. in allen vier Ecken des Vorhofs kleine Höfe, vierzig Ellen lang und dreissig Ellen breit; alle vier hatten dasselbe Mass.
21746#Hesekiel,46,23#23. Und es ging eine Steinreihe rings um sie her, rings um alle vier, und unten an den Steinschichten waren ringsherum Kochherde angelegt.
21747#Hesekiel,46,24#24. Da sagte er zu mir: Das sind die Küchen, wo die Tempeldiener das Schlachtopfer des Volkes kochen sollen.
21748#Hesekiel,47,1#1. DARNACH führte er mich wieder an den Eingang des Tempels. Da sah ich Wasser unter der Schwelle des Hauses hervorquellen nach Osten hin; die vordere Seite des Tempels war ja nach Osten gerichtet. Und das Wasser floss unterhalb der südlichen Seitenwand des Tempels hinab, südlich vom Altar. -Joel 3,18.
21749#Hesekiel,47,2#2. Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und liess mich aussen herumgehen zu dem äussern Tor, das gegen Osten gerichtet ist; da sah ich Wasser aus der südlichen Seitenwand hervorrieseln.
21750#Hesekiel,47,3#3. Indem nun der Mann, eine Messrute in der Hand, nach Osten davonging, mass er tausend Ellen und liess mich dann durch das Wasser gehen, und das Wasser ging mir bis an die Knöchel.
21751#Hesekiel,47,4#4. Dann mass er noch tausend Ellen und liess mich durch das Wasser gehen, und das Wasser ging mir bis an die Kniee. Und er mass noch tausend Ellen und liess mich durch das Wasser gehen, und das Wasser ging mir bis an die Hüften.
21752#Hesekiel,47,5#5. Und er mass abermals tausend Ellen, da war es ein Fluss, durch den ich nicht mehr gehen konnte; denn das Wasser war so hoch gestiegen, dass man hätte hindurchschwimmen müssen, ein Fluss, den man nicht durchschreiten konnte.
21753#Hesekiel,47,6#6. Und er sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn? Dann führte er mich am Ufer des Flusses wieder zurück.
21754#Hesekiel,47,7#7. Als ich nun auf dem Rückweg war, sah ich am Ufer des Flusses auf beiden Seiten sehr viele Bäume stehen.
21755#Hesekiel,47,8#8. Da sprach er zu mir: Dieses Wasser fliesst hinaus in den östlichen Landstrich, strömt dann hinab in die Steppe und ergiesst sich ins (Tote) Meer, in die salzige Flut, und die Flut wird gesund. -Sach. 14,8.
21756#Hesekiel,47,9#9. Und alle lebenden Wesen, alles, was dort wimmelt, wohin immer der Fluss kommt, das wird leben, und die Fische werden sehr zahlreich sein. Wenn dieses Wasser dorthin kommt, wird das Wasser (der Salzflut) gesund.
21757#Hesekiel,47,10#10. Und es werden Fischer an ihm stehen; von En-Gedi bis En-Eglaim wird man die Fischernetze ausbreiten. Seine Fische werden sehr zahlreich sein, so zahlreich wie die Fische des grossen Meeres.
21758#Hesekiel,47,11#11. Seine Sümpfe und Tümpel aber werden nicht gesund werden; sie dienen der Salzgewinnung.
21759#Hesekiel,47,12#12. Und an diesem Fluss, auf seinen beiden Ufern, werden allerlei Bäume mit essbaren Früchten wachsen; ihre Blätter werden nicht verwelken, und ihre Früchte werden nicht alle werden. Je in ihrem Monat werden sie frische Früchte bringen; denn ihr Wasser quillt aus dem Heiligtum hervor. Ihre Früchte werden als Speise dienen und ihre Blätter als Heilmittel. -Offb. 22,2.
21760#Hesekiel,47,13#13. SO spricht Gott der Herr: Dies ist die Grenze, innert welcher ihr nach den zwölf Stämmen Israels das Land als Erbbesitz zugeteilt erhalten sollt; Joseph erhält zwei Anteile.
21761#Hesekiel,47,14#14. Und jeder von euch soll davon gleich viel als Erbbesitz erhalten, einer wie der andre; habe ich doch geschworen, es euren Vätern zu geben, und so soll euch denn dieses Land als Erbbesitz zufallen. -1.Mo. 12,7; 17,8.
21762#Hesekiel,47,15#15. Dies ist die Grenze des Landes auf der Nordseite: vom grossen Meer an über Hethlon bis wo es nach Hamath hineingeht, nach Zedada,
21763#Hesekiel,47,16#16. Berotha, Sibraim, das zwischen dem Gebiet von Damaskus und dem Gebiet von Hamath liegt, bis Hazar-Enon, das an der Grenze von Hauran liegt.
21764#Hesekiel,47,17#17. Die Grenze soll also vom Meer an bis Hazar-Enon laufen, sodass das Gebiet von Damaskus nördlich davon liegt, nördlich auch das Gebiet von Hamath; das ist die Nordseite.
21765#Hesekiel,47,18#18. Und die Ostseite: von Hazar-Enon an, das zwischen Hauran und Damaskus liegt, bildet zwischen Gilead und dem Lande Israels der Jordan die Grenze bis zum östlichen Meer, bis nach Thamar; das ist die Ostseite.
21766#Hesekiel,47,19#19. Und die Südseite: von Thamar an bis zum Haderwasser bei Kades (und weiter) nach dem Bach (Ägyptens) bis an das grosse Meer; das ist die Südseite.
21767#Hesekiel,47,20#20. Und die Westseite: das grosse Meer bildet die Grenze bis gegenüber der Stelle, wo es nach Hamath hineingeht; das ist die Westseite.
21768#Hesekiel,47,21#21. Dieses Land sollt ihr nach den Stämmen Israels unter euch verteilen.
21769#Hesekiel,47,22#22. Ihr sollt es als Erbbesitz verlosen unter euch und unter die Fremden, die unter euch weilen und unter euch Söhne gezeugt haben. Sie sollen euch gelten wie eingeborne Israeliten; mit euch sollen sie inmitten der Stämme Israels ihren Erbbesitz durchs Los erhalten.
21770#Hesekiel,47,23#23. In dem Stamme, bei dem der Fremdling weilt, dort sollt ihr ihm seinen Erbbesitz geben, spricht Gott der Herr.
21771#Hesekiel,48,1#1. Und dies sind die Namen der Stämme: Im äussersten Norden vom Meer an über Hethlon bis wo es nach Hamath hineingeht, bis HazarEnan, sodass das Gebiet von Damaskus nördlich davon liegt, an der Seite von Hamath, und längs dieser Grenze von der Ostseite bis zur Westseite erhält Dan seinen Anteil.
21772#Hesekiel,48,2#2. Neben dem Gebiet von Dan, von der Ostseite bis zur Westseite, erhält Asser seinen Anteil.
21773#Hesekiel,48,3#3. Neben dem Gebiet von Asser, von der Ostseite bis zur Westseite, erhält Naphthali seinen Anteil.
21774#Hesekiel,48,4#4. Neben dem Gebiet von Naphthali, von der Ostseite bis zur Westseite, erhält Manasse seinen Anteil.
21775#Hesekiel,48,5#5. Neben dem Gebiet von Manasse, von der Ostseite bis zur Westseite, erhält Ephraim seinen Anteil.
21776#Hesekiel,48,6#6. Neben dem Gebiet von Ephraim, von der Ostseite bis zur Westseite, erhält Ruben seinen Anteil.
21777#Hesekiel,48,7#7. Neben dem Gebiet von Ruben, von der Ostseite bis zur Westseite, erhält Juda seinen Anteil.
21778#Hesekiel,48,8#8. Neben dem Gebiet von Juda, von der Ostseite bis zur Westseite, soll das geweihte Gebiet sein, das ihr abzusondern habt: 25 000 Ellen breit und so lang wie einer der Stammesanteile von der Ostseite bis zur Westseite, und mitten drin soll das Heiligtum sein.
21779#Hesekiel,48,9#9. Das geweihte Gebiet, das ihr für den Herrn abzusondern habt, soll 25 000 Ellen lang und 20 000 Ellen breit sein.
21780#Hesekiel,48,10#10. Und dieses heilige Gebiet soll in folgender Weise zugeteilt werden: den Priestern ein Stück von 25 000 Ellen Länge im Norden, zehntausend Ellen Breite im Westen, zehntausend Ellen Breite im Osten und 25 000 Ellen Länge im Süden, und mitten drin soll das Heiligtum des Herrn sein.
21781#Hesekiel,48,11#11. Den geweihten Priestern, den Söhnen Zadoks, die meines Dienstes gewartet haben, die nicht abgeirrt sind, als die Israeliten wie die Leviten abirrten, -Hes. 44,15.
21782#Hesekiel,48,12#12. ihnen soll es als besonderer Teil von dem geweihten Gebiet des Landes gehören, als Hochheiliges neben dem Gebiet der Leviten;
21783#Hesekiel,48,13#13. und den Leviten, entsprechend dem Gebiet der Priester, ein Stück von 25 000 Ellen Länge und zehntausend Ellen Breite. Das Ganze also 25 000 Ellen lang und 20 000 Ellen breit.
21784#Hesekiel,48,14#14. Von diesem Gebiet dürfen sie nichts verkaufen noch vertauschen, noch das Beste des Landes in andre Hände übergehen lassen; denn es ist dem Herrn heilig.
21785#Hesekiel,48,15#15. Die übrigen fünftausend Ellen der Breitseite aber, längs der 25 000 Ellen der Länge, sind nichtheiliges Gebiet für die Stadt als Wohnstätte und freier Raum, und die Stadt soll mitten drin liegen.
21786#Hesekiel,48,16#16. Und dies sind ihre Ausmasse: die Nordseite 4 500 Ellen, die Südseite 4 500, die Ostseite 4 500 und die Westseite 4 500.
21787#Hesekiel,48,17#17. Und als freier Raum soll zur Stadt gehören (ein Streifen von) 250 Ellen Breite im Norden, 250 im Süden, 250 im Osten und 250 im Westen.
21788#Hesekiel,48,18#18. Was aber an der Länge noch übrig ist längs des abgesonderten heiligen Gebietes, zehntausend Ellen im Osten und zehntausend im Westen, dessen Ertrag soll denen, die in der Stadt arbeiten, zur Speise dienen.
21789#Hesekiel,48,19#19. Und die in der Stadt arbeiten, sollen Leute aus allen Stämmen Israels sein.
21790#Hesekiel,48,20#20. Das ganze abgesonderte Gebiet soll 25 000 Ellen lang und 25 000 Ellen breit sein; in Form eines Quadrates sollt ihr das heilige Gebiet, mit Einschluss des Stadtbesitzes, absondern.
21791#Hesekiel,48,21#21. Das übrige soll dem Fürsten gehören: (das Gebiet) zu beiden Seiten des heiligen Gebietes und des Stadtbesitzes ausserhalb der 25 000 Ellen ostwärts bis zur Ostgrenze und ausserhalb der 25 000 Ellen westwärts bis zur Westgrenze, entsprechend den Stammesanteilen, das soll dem Fürsten gehören. Und das abgesonderte heilige Gebiet und das Tempelheiligtum sollen mitten drin liegen.
21792#Hesekiel,48,22#22. Abgesehen von dem Eigentum der Leviten und dem Eigentum der Stadt, das in der Mitte zwischen den Gebieten des Fürsten liegt, soll das Land zwischen dem Gebiete Judas und dem Gebiete Benjamins dem Fürsten gehören.
21793#Hesekiel,48,23#23. Die übrigen Stämme: Von der Ostseite bis zur Westseite erhält Benjamin seinen Anteil.
21794#Hesekiel,48,24#24. Neben dem Gebiet von Benjamin, von der Ostseite bis zur Westseite, erhält Simeon seinen Anteil.
21795#Hesekiel,48,25#25. Neben dem Gebiet von Simeon, von der Ostseite bis zur Westseite, erhält Issaschar seinen Anteil.
21796#Hesekiel,48,26#26. Neben dem Gebiet von Issaschar, von der Ostseite bis zur Westseite, erhält Sebulon seinen Anteil.
21797#Hesekiel,48,27#27. Neben dem Gebiet von Sebulon, von der Ostseite bis zur Westseite, erhält Gad seinen Anteil.
21798#Hesekiel,48,28#28. Und neben dem Gebiet von Gad, auf der Südseite, soll die Grenze von Thamar an bis zum Haderwasser bei Kades (und weiter) nach dem Bach (Ägyptens) bis an das grosse Meer gehen.
21799#Hesekiel,48,29#29. Das ist das Land, das ihr den Stämmen Israels durchs Los als Erbbesitz verteilen sollt, und das sind ihre Anteile, spricht Gott der Herr.
21800#Hesekiel,48,30#30. (a) Folgendes sind die Ausgänge der Stadt - (b) an der Nordseite, die 4 500 Ellen misst, -V. 30-31: Versreihenfolge in Originalüs: 30a, 31a, 30b, 31b.
21801#Hesekiel,48,31#31. (a) es sollen aber die Stadttore nach den Stämmen Israels benannt werden -: (b) drei Tore: das Ruben-Tor, das Juda-Tor, das LeviTor;
21802#Hesekiel,48,32#32. an der Ostseite, die 4 500 Ellen misst, drei Tore: das Joseph-Tor, das Benjamin-Tor, das Dan-Tor;
21803#Hesekiel,48,33#33. an der Südseite, die 4 500 Ellen misst, drei Tore: das Simeon-Tor, das Issaschar-Tor, das Sebulon-Tor;
21804#Hesekiel,48,34#34. an der Westseite, die 4 500 Ellen misst, drei Tore: das Gad-Tor, das Asser-Tor, das Naphthali-Tor.
21805#Hesekiel,48,35#35. Ringsherum sind es 18 000 Ellen. Und fortan soll der Name der Stadt sein: «Der Herr allhier.»

20379#Klagelieder,1,1#1. ACH, wie sitzt so einsam die Stadt, einst reich an Volk! / wie ist sie zur Witwe geworden, die gross war unter den Völkern! / Die da Fürstin war unter den Städten, ist dienstbar geworden. / -Jer. 51,5.
20380#Klagelieder,1,2#2. Sie weint und weint durch die Nacht, Tränen auf der Wange; / keiner ist da, der sie tröste, von all ihren Liebhabern, / all ihre Freunde sind untreu, sind ihr zu Feinden geworden. /
20381#Klagelieder,1,3#3. Fort aus der Heimat ist Juda vor Elend und harter Knechtschaft; / nun weilt es unter den Heiden, findet keine Ruhstatt. / Alle seine Verfolger holen es ein inmitten der Bedrängnis. /
20382#Klagelieder,1,4#4. Die Wege nach Zion trauern, niemand pilgert zum Feste. / All ihre Tore sind verödet, ihre Priester seufzen, / ihre Jungfrauen sind verhärmt, sie selbst hat bitteres Weh. /
20383#Klagelieder,1,5#5. Ihre Bedränger sind obenauf, ihren Feinden geht es wohl; / denn der Herr hat ihr Trübsal gesandt um all ihrer Sünden willen. / Gefangen sind ihre Kindlein, von dannen gezogen vor dem Bedränger her. /
20384#Klagelieder,1,6#6. Entschwunden ist der Tochter Zion all ihre Herrlichkeit; / ihre Fürsten wurden gleich Hirschen, die keine Weide finden; / sie zogen kraftlos dahin vor dem Verfolger. /
20385#Klagelieder,1,7#7. Jerusalem gedenkt der Tage ihres Elends und ihrer Irrsal, / all ihrer Kostbarkeiten, die sie einstmals besass, / da ihr Volk in Feindeshand fiel, keiner ihr half. / Ihre Feinde schauten sie, lachten ob ihrer Vernichtung. /
20386#Klagelieder,1,8#8. Schwer hat Jerusalem gesündigt, drum ist sie zum Abscheu geworden; / die sie in Ehren hielten, verachten sie, weil sie ihre Blösse gesehen. / Auch sie selber seufzt und wendet sich ab. /
20387#Klagelieder,1,9#9. Besudelt ist ihre Schleppe, sie hat nicht das Ende bedacht. / So ist sie gar tief gefallen; niemand ist, der sie tröste. / «Ach, Herr, siehe an mein Elend, denn gross tut der Feind!» /
20388#Klagelieder,1,10#10. Der Feind hat seine Hand ausgestreckt nach allem, was sie Köstliches hatte; / denn sie hat sehen müssen, wie Heiden in ihr Heiligtum drangen, / denen du doch verboten, in deine Gemeinde zu kommen. / -Jer. 52,17-23.
20389#Klagelieder,1,11#11. All ihre Bewohner seufzen, suchen nach Brot; / was einer Köstliches hat, / das gibt er um Speise, das Leben zu fristen. / «Sieh doch, o Herr, und schaue, wie verachtet ich bin!» / -Kla. 4,9; Jer. 52,6.
20390#Klagelieder,1,12#12. «Kommt, ihr alle, die ihr vorübergeht, schauet und seht, / ob ein Schmerz sei wie der Schmerz, der mir angetan worden, / mit dem der Herr mich geschlagen am Tage seines glühenden Zorns. /
20391#Klagelieder,1,13#13. Aus der Höhe hat er Feuer / in meine Gebeine gesandt, mich gezüchtigt, / meinen Füssen hat er ein Netz gespannt, mich zurückgerissen; / er hat mich verstört, mich krank gemacht allezeit. /
20392#Klagelieder,1,14#14. Er hat gewacht über meine Sünden, sie schlangen sich um meine Hände; / sie lasten als Joch auf meinem Nacken, haben meine Kraft gebrochen. / Der Herr hat mich in die Hand derer gegeben, denen ich nicht widerstehen konnte. /
20393#Klagelieder,1,15#15. Alle Helden in meinem Bereich hat der Herr verworfen, / hat ein Fest wider mich ausgerufen, meine Jungmannschaft zu zerschmettern. / Die Kelter hat der Herr getreten der Jungfrau, der Tochter Juda. / -Jes. 63,3.
20394#Klagelieder,1,16#16. Darob weine ich, mein Auge zerfliesst in Tränen; / denn fern von mir ist der Tröster, der mich erquicken könnte. / Meine Kinder sind verstört; denn der Feind ist übermächtig.» /
20395#Klagelieder,1,17#17. Zion streckt ihre Hände aus, doch niemand ist, der sie tröste. / Der Herr hat wider Jakob entboten die Feinde ringsumher; / Jerusalem ist unter ihnen zum Abscheu geworden. /
20396#Klagelieder,1,18#18. «Der Herr allein ist im Recht; denn seinem Worte habe ich getrotzt. / Hört doch, ihr Völker alle, schaut an meinen Schmerz! / Meine Jungfrauen und Jünglinge sind gefangen von dannen gezogen. /
20397#Klagelieder,1,19#19. Ich rief meinen Liebhabern, doch sie betrogen mich; / meine Priester und Ältesten sind in der Stadt verschmachtet: / sie suchten sich Speise und fanden keine. / -Jer. 30,14.
20398#Klagelieder,1,20#20. O Herr, sieh doch, mir ist so bange, es glüht mir in der Brust; / mein Herz kehrt sich um in mir, weil ich so trotzig war. / Draussen hat mir das Schwert die Kinder geraubt und drinnen die Seuche. /
20399#Klagelieder,1,21#21. Höre doch, wie ich seufze, ohne dass einer mich tröstet! / All meine Feinde kennen mein Unglück, sie freuen sich, dass du es getan, / dass du den Tag herbeigeführt, den du ausgerufen um all meiner Sünden willen. /
20400#Klagelieder,1,22#22. All ihre Bosheit komme vor dein Angesicht! Sie mögen mir gleich werden! / Wie du mir getan hast, so tue auch ihnen! / Denn meiner Seufzer sind viel, und mein Herz ist krank.» -Jer. 8,18.
20401#Klagelieder,2,1#1. ACH, wie umwölkt in seinem Zorn der Herr die Tochter Zion! / Vom Himmel hat er zur Erde geschleudert die Herrlichkeit Israels, / hat des Schemels seiner Füsse nicht gedacht am Tag seines Zorns. /
20402#Klagelieder,2,2#2. Erbarmungslos hat der Herr vernichtet alle Auen Jakobs, / hat niedergerissen in seinem Grimm die Festen der Tochter Juda, / hat zu Boden geworfen, entweiht das Königreich und seine Fürsten. /
20403#Klagelieder,2,3#3. Abgehauen hat er in glühendem Zorn jegliches Horn-1- Israels, / hat seine Rechte zurückgezogen beim Nahen des Feindes, / hat Jakob versengt wie eine feurige Lohe, die um sich frisst. / -1) im AT häufiges Sinnbild der Kraft, vgl. 1.Sam. 2,1.
20404#Klagelieder,2,4#4. Er hat seinen Bogen gespannt wie ein Feind, dastehend wie ein Bedränger, / und alle Augenweide gemordet im Zelt der Tochter Zion; / seinen Grimm hat er ausgeschüttet wie Feuer. /
20405#Klagelieder,2,5#5. Der Herr ist geworden wie ein Feind, hat Israel vernichtet, / vernichtet alle seine Paläste, zerstört seine Festen / und Jammer auf Jammer gehäuft über die Tochter Juda. /
20406#Klagelieder,2,6#6. Er hat seine Hütte verwüstet, hat seinen Festort verheert; / in Vergessenheit gebracht hat der Herr Festtag und Sabbat in Zion, / hat König und Priester verworfen in seinem grimmigen Zorn. /
20407#Klagelieder,2,7#7. Seinen Altar hat der Herr verstossen, verworfen sein Heiligtum, / die Mauern von Zions Palästen in die Hand der Feinde gegeben; / im Hause des Herrn erscholl ihr Geschrei wie am Festtag. /
20408#Klagelieder,2,8#8. Der Herr hat beschlossen, zu verderben die Mauern der Tochter Zion; / er hat die Meßschnur ausgespannt, seiner Hand nicht gewehrt zu zerstören. / Trauern müssen Bollwerk und Mauer, allzumal härmen sie sich. / -2.Kön. 21,13.
20409#Klagelieder,2,9#9. Ihre Tore sind in die Erde versunken, zerschlagen sind ihre Riegel. / Ihr König und ihre Fürsten sind unter den Heiden, der Weisung entbehrend, / auch ihre Propheten empfangen keine Gesichte vom Herrn. /
20410#Klagelieder,2,10#10. Stumm sitzen am Boden die Ältesten der Tochter Zion, / Staub auf das Haupt gestreut, das Trauertuch umgegürtet; / die Jungfrauen Jerusalems senken das Haupt zur Erde. /
20411#Klagelieder,2,11#11. Meine Augen schwanden dahin in Tränen, es glühte mir in der Brust; / mir brach das Herz-1- ob dem Untergang der Tochter meines Volkes, / da Kindlein und Säuglinge verschmachteten auf den Plätzen der Stadt. / -1) w: «es glühten meine Eingeweide, zur Erde ward ausgeschüttet meine Leber».
20412#Klagelieder,2,12#12. Sie sprachen zu ihren Müttern: «Wo ist Brot?» / da sie wie Todwunde verschmachteten auf den Plätzen der Stadt, / da sie ihre Seelen aushauchten an der Brust ihrer Mütter. /
20413#Klagelieder,2,13#13. Was soll ich neben dich stellen, womit dich vergleichen, Tochter Jerusalem? / was dir gleichsetzen, dich zu trösten, Jungfrau, Tochter Zion? / Denn gross wie das Meer ist dein Verderben; wer könnte dich heilen? /
20414#Klagelieder,2,14#14. Deine Propheten haben dir erschaut Trug und Tünche, / haben nicht aufgedeckt deine Schuld, die Verbannung von dir zu wenden, / sie haben dir Aussprüche erschaut der Lüge und der Verführung. / -Jer. 5,31; 14,14; 23,16.
20415#Klagelieder,2,15#15. Alle, die des Weges vorübergingen, klatschten über dich in die Hände, / höhnten und schüttelten den Kopf über die Tochter Jerusalem: / «Ist das die Stadt, die man die schönste nannte, die Wonne der ganzen Erde?» / -Ps. 48,3; 50,2; Hes. 16,14.
20416#Klagelieder,2,16#16. Alle deine Feinde rissen das Maul über dich auf, / höhnten und knirschten mit den Zähnen, sprachen: «Wir haben sie vernichtet! / Ja, das ist der Tag, auf den wir gehofft; wir haben ihn erlebt, geschaut.» / -Kla. 3,46.
20417#Klagelieder,2,17#17. Der Herr hat vollbracht, was er beschlossen, hat ausgeführt, was er gedroht, / was er seit der Vorzeit befohlen, hat niedergerissen ohne Erbarmen, / den Feind über dich frohlocken lassen, das Horn-1- deiner Dränger erhoben. / -1) s. Anm. zu V. 3.
20418#Klagelieder,2,18#18. Schreie laut zum Herren, Jungfrau, Tochter Zion! / Lass strömen die Tränen wie einen Bach bei Tag und bei Nacht! / Gönne dir keine Ruhe, dein Auge raste nicht! /
20419#Klagelieder,2,19#19. Stehe auf, klage in der Nacht, zu Beginn jeder Nachtwache! / Schütte dein Herz aus wie Wasser vor dem Angesichte des Herrn! / Erhebe zu ihm deine Hände für das Leben deiner Kindlein, / die dahinschmachten vor Hunger an allen Enden der Strassen! / -Ps. 62,9.
20420#Klagelieder,2,20#20. Sieh doch, o Herr, und schaue: Wem hast du solches getan? / Sollen Mütter ihre Leibesfrucht essen, die Kinder, die sie gehätschelt? / Sollen im Heiligtum des Herrn gemordet werden Priester und Prophet? / -Jer. 19,9.
20421#Klagelieder,2,21#21. Hingestreckt auf den Strassen liegen Knabe und Greis, / meine Jungfrauen und Jünglinge sind durch das Schwert gefallen; / du hast sie gemordet am Tag deines Zorns, erbarmungslos sie geschlachtet. /
20422#Klagelieder,2,22#22. Du beriefst sie wie am Festtag aus meinen Weilern ringsum; / doch am Tage des Zornes des Herrn ist keiner entronnen, entkommen. / Die ich gehätschelt und grossgezogen, mein Feind hat sie vertilgt.
20423#Klagelieder,3,1#1. ICH bin der Mann, der Elend erfahren durch die Rute seines Grimms. /
20424#Klagelieder,3,2#2. Er hat mich getrieben, mich geführt in lichtloses Dunkel. /
20425#Klagelieder,3,3#3. Nur gegen mich kehrt er immer wieder, den ganzen Tag, seine Hand. /
20426#Klagelieder,3,4#4. Hinschwinden liess er mir Fleisch und Haut, zerbrach mein Gebein. /
20427#Klagelieder,3,5#5. Aufgetürmt hat er rings um mich Bitterkeit und Mühsal, /
20428#Klagelieder,3,6#6. hat mich in Finsternis gelegt gleich ewig Toten. /
20429#Klagelieder,3,7#7. Er hat mir jeden Ausgang versperrt, mich in schwere Fesseln geschlagen. / -Hiob 3,23; 19,8.
20430#Klagelieder,3,8#8. Ob ich gleich schreie und flehe - er verlegt meinem Gebete den Weg. /
20431#Klagelieder,3,9#9. Er hat meine Wege mit Quadern versperrt, hat krumm gemacht meine Pfade. /
20432#Klagelieder,3,10#10. Er lauert auf mich wie ein Bär, wie ein Löwe im Versteck. / -Hiob 10,16.
20433#Klagelieder,3,11#11. Er hat mich Irrwege geführt und mich zerfleischt, mich verstört. /
20434#Klagelieder,3,12#12. Er hat seinen Bogen gespannt und mich dem Pfeil zum Ziele gesetzt, / -Hiob 16,12.
20435#Klagelieder,3,13#13. hat die Söhne seines Köchers mir in die Nieren geschossen. /
20436#Klagelieder,3,14#14. Ich bin meinem ganzen Volk / zum Gelächter geworden, zum Spottlied den ganzen Tag. / -Hiob 30,9.
20437#Klagelieder,3,15#15. Er hat mich gesättigt mit Bitterkeit, mich mit Wermut getränkt. /
20438#Klagelieder,3,16#16. Er liess meine Zähne an Kies sich zerreiben, trat mich in die Asche nieder, /
20439#Klagelieder,3,17#17. verstiess meine Seele aus dem Frieden. Des Glücks vergass ich /
20440#Klagelieder,3,18#18. und dachte: Dahin ist mein Glanz, dahin meine Hoffnung auf den Herrn. /
20441#Klagelieder,3,19#19. Meines Elends und meiner Irrsal zu gedenken, ist Wermut und Gift. /
20442#Klagelieder,3,20#20. Ohne Unterlass denkt meine Seele daran und ist gebeugt in mir. /
20443#Klagelieder,3,21#21. Das will ich zu Herzen nehmen, darum will ich hoffen: /
20444#Klagelieder,3,22#22. Die Guttaten des Herrn sind noch nicht aus, ja, sie sind noch nicht zu Ende. /
20445#Klagelieder,3,23#23. Jeden Morgen neu ist sein Erbarmen, und gross ist seine Treue. /
20446#Klagelieder,3,24#24. Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. / -Ps. 16,5; 73,26.
20447#Klagelieder,3,25#25. Der Herr ist gütig gegen den, der auf ihn hofft, gegen die Seele, die ihn sucht. /
20448#Klagelieder,3,26#26. Es ist gut, in Stille zu harren auf die Hilfe des Herrn. / -Ps. 62,2.
20449#Klagelieder,3,27#27. Es ist dem Manne gut, ein Joch zu tragen in seiner Jugend. /
20450#Klagelieder,3,28#28. Er sitze einsam und schweige, wenn er es ihm auflegt. /
20451#Klagelieder,3,29#29. Er beuge seinen Mund in den Staub, vielleicht ist noch Hoffnung. /
20452#Klagelieder,3,30#30. Er biete dem, der ihn schlägt, den Backen, lasse sich sättigen mit Schmach. / -Jes. 50,6; Mt. 5,39.
20453#Klagelieder,3,31#31. Denn der Herr wird nicht auf ewig verstossen: /
20454#Klagelieder,3,32#32. wenn er betrübt hat, erbarmt er sich wieder nach der Fülle seiner Gnade; /
20455#Klagelieder,3,33#33. denn nicht aus Lust plagt und betrübt er die Menschenkinder. /
20456#Klagelieder,3,34#34. Dass man mit Füssen tritt alle Gefangenen der Erde, /
20457#Klagelieder,3,35#35. dass man das Recht des Mannes beugt vor dem Höchsten, /
20458#Klagelieder,3,36#36. dass man den Menschen bedrückt / in seinem Rechtsstreit, sollte der Herr das nicht sehen? /
20459#Klagelieder,3,37#37. Wer kann so befehlen, dass etwas geschieht, ohne dass der Herr es geboten? /
20460#Klagelieder,3,38#38. Kommt nicht vom Munde des Höchsten so Glück wie Unglück? / -Jes. 45,7; Amos 3,6.
20461#Klagelieder,3,39#39. Worüber soll klagen der Mensch, der da lebt? Ein jeder über seine Sünde! /
20462#Klagelieder,3,40#40. Lasset uns prüfen und erforschen unsre Wege und umkehren zum Herrn! /
20463#Klagelieder,3,41#41. Lasset uns unsre Herzen als Opfer darbringen vor Gott im Himmel! /
20464#Klagelieder,3,42#42. Wir sind abtrünnig und widerspenstig gewesen; darum hast du nicht vergeben, /
20465#Klagelieder,3,43#43. hast dich in Zorn gehüllt und uns verfolgt, hast getötet und nicht geschont, /
20466#Klagelieder,3,44#44. hast dich in Gewölk gehüllt, dass das Gebet nicht hindurchdrang. /
20467#Klagelieder,3,45#45. Du hast uns zum Auswurf gemacht, zum Abscheu unter den Völkern. /
20468#Klagelieder,3,46#46. All unsre Feinde haben über uns das Maul aufgerissen; / -Kla. 2,16.
20469#Klagelieder,3,47#47. Grauen und Grube sind uns geworden, Verwüstung und Verderben. /
20470#Klagelieder,3,48#48. Von Wasserbächen strömt mein Auge ob dem Sturz meines Volkes. /
20471#Klagelieder,3,49#49. Ruhelos fliesst mein Auge und kann nicht aufhören, /
20472#Klagelieder,3,50#50. bis der Herr vom Himmel herabschaut und dareinsieht. /
20473#Klagelieder,3,51#51. Mein Auge schmerzt mich um der Töchter meiner Stadt willen. /
20474#Klagelieder,3,52#52. Gejagt haben mich wie einen Vogel, die mir feind sind ohne Ursache. /
20475#Klagelieder,3,53#53. Sie haben mein Leben in der Grube vernichtet und Steine auf mich geworfen. / -Jer. 38,6.
20476#Klagelieder,3,54#54. Die Wasser gingen über mein Haupt, ich dachte: Nun bin ich verloren. /
20477#Klagelieder,3,55#55. Ich rief deinen Namen an, o Herr, aus der Tiefe der Grube. / -Ps. 130,1.
20478#Klagelieder,3,56#56. Du hast meine Stimme gehört; verschliesse nicht dein Ohr meinem Flehen. /
20479#Klagelieder,3,57#57. Du warst nahe, als ich dich anrief; du hast gesprochen: Fürchte dich nicht! /
20480#Klagelieder,3,58#58. Du hast, o Herr, meine Sache geführt, hast mein Leben errettet. /
20481#Klagelieder,3,59#59. Du hast, o Herr, meine Unbill gesehen; hilf mir zu meinem Rechte! /
20482#Klagelieder,3,60#60. Du hast all ihre Rachgier gesehen, all ihre Anschläge wider mich, /
20483#Klagelieder,3,61#61. hast ihr Schmähen gehört, o Herr, all ihre Anschläge wider mich, /
20484#Klagelieder,3,62#62. das Gerede meiner Widersacher, die (Böses) wider mich sinnen allezeit. /
20485#Klagelieder,3,63#63. Ob sie niedersitzen oder aufstehen, / achte auf sie; ich bin ihr Spottlied. /
20486#Klagelieder,3,64#64. Du wirst ihnen vergelten, o Herr, nach dem Tun ihrer Hände, /
20487#Klagelieder,3,65#65. du wirst ihre Herzen verblenden. Dein Fluch treffe sie! /
20488#Klagelieder,3,66#66. Du wirst sie verfolgen mit Grimm, sie vertilgen unter deinem Himmel.
20489#Klagelieder,4,1#1. ACH, wie schwarz wird das Gold! wie wandelt sich das edle Metall! / Hingeschüttet werden die heiligen Steine an allen Strassenecken. /
20490#Klagelieder,4,2#2. Die Söhne Zions, die kostbaren, mit feinem Golde nur aufzuwiegen, / wie sind sie gleichgeachtet irdenen Geschirren, dem Machwerk von Töpfers Hand! /
20491#Klagelieder,4,3#3. Selbst Schakale reichen die Brust, säugen ihre Jungen; / die Tochter meines Volkes ward grausam wie die Strausse in der Wüste. /
20492#Klagelieder,4,4#4. Dem Säugling klebte die Zunge vor Durst am Gaumen; / die Kindlein verlangten nach Brot, niemand brach es ihnen. /
20493#Klagelieder,4,5#5. Die einst Leckerbissen gegessen, verschmachteten auf den Strassen; / die man auf Purpur hegte, mussten auf Düngerhaufen liegen. /
20494#Klagelieder,4,6#6. So war denn die Schuld meines Volkes grösser als Sodoms Sünde, / das im Nu zerstört ward ohne Zutun von Menschenhand. /
20495#Klagelieder,4,7#7. Seine Fürsten waren reiner als Schnee, weisser als Milch; / ihr Leib war röter als Korallen, wie Saphir ihre Gestalt. /
20496#Klagelieder,4,8#8. Ihr Aussehen ist schwärzer geworden als Russ, man erkennt sie nicht auf den Gassen; / ihre Haut klebt an ihrem Gebein, sie ist trocken geworden wie Holz. /
20497#Klagelieder,4,9#9. Glücklicher waren, die das Schwert erschlug, als die der Hunger erschlug, / die, (vom Hunger) durchbohrt, hinschmachteten, aus Mangel an Früchten des Feldes. /
20498#Klagelieder,4,10#10. Weichherzige Frauen haben mit eignen Händen ihre Kinder gekocht; / sie sind ihre Speise geworden beim Sturz meines Volkes. / -Kla. 2,20; Jer. 19,9.
20499#Klagelieder,4,11#11. Voll ausgewirkt hat der Herr seinen Grimm, ausgeschüttet die Glut seines Zorns, / hat Feuer an Zion gelegt; das hat seine Grundfesten verzehrt. /
20500#Klagelieder,4,12#12. Nicht hätten's geglaubt die Könige der Erde, nicht die Bewohner alle der Welt, / dass ein Dränger und Feind eindringen würde in Jerusalems Tore. /
20501#Klagelieder,4,13#13. Ob der Sünden seiner Propheten ist es geschehen, ob der Schuld seiner Priester, / die das Blut der Gerechten darin vergossen haben. /
20502#Klagelieder,4,14#14. Sie taumelten durch die Strassen wie Blinde, befleckt mit Blut, / sodass man ihre Kleider nicht anrühren durfte. /
20503#Klagelieder,4,15#15. «Weicht aus! ein Unreiner!» rief man vor ihnen, «weicht aus! berührt ihn nicht! / Wenn sie umhertaumeln wollen, so sollen sie nicht ferner hier bleiben!» /
20504#Klagelieder,4,16#16. Der Herr selber hat sie zerstreut, er will sie nimmermehr ansehen. / Der Priester achtete er nicht, erbarmte sich nicht über die Ältesten. /
20505#Klagelieder,4,17#17. Stetsfort schmachteten unsre Augen nach der Hilfe - vergebens! / Auf unsrer Warte spähten wir nach einem Volk, das nicht hilft. /
20506#Klagelieder,4,18#18. Man lauerte auf unsre Schritte, dass wir kaum über einen freien Platz gehen konnten. / Unser Ende war nahe, / unsre Tage hatten sich erfüllt; ja, unser Ende war gekommen. /
20507#Klagelieder,4,19#19. Unsre Verfolger waren schneller als die Adler des Himmels; / auf den Bergen haben sie nach uns gejagt, auf uns gelauert in der Wüste. /
20508#Klagelieder,4,20#20. Unser Lebenshauch, der Gesalbte des Herrn, ward in ihren Gruben gefangen, / er, von dem wir sagten: «In seinem Schatten werden wir leben unter den Völkern.» / -Jer. 52,8.11.
20509#Klagelieder,4,21#21. Freue dich nur und frohlocke, Tochter Edom, die du wohnst im Lande Uz! / Auch an dich wird der Kelch kommen; du wirst trunken werden und dich entblössen. / -Jer. 25,15.21; 49,12.
20510#Klagelieder,4,22#22. Deine Schuld ist getilgt, Tochter Zion; er wird dich nicht mehr in die Verbannung führen. / Deine Schuld, Tochter Edom, sucht er heim, deckt auf deine Sünden. -Jes. 40,2.
20511#Klagelieder,5,1#1. GEDENKE, o Herr, was uns geschehen, schau her und sieh unsre Schmach! /
20512#Klagelieder,5,2#2. Unser Erbe ist Fremden zugefallen, Ausländern unsre Häuser. /
20513#Klagelieder,5,3#3. Wir sind Waisen geworden, vaterlos, unsre Mütter zu Witwen. /
20514#Klagelieder,5,4#4. Das Wasser, das wir trinken, müssen wir bezahlen, nur um Geld bekommen wir Holz. /
20515#Klagelieder,5,5#5. Auf dem Nacken sitzen uns die Verfolger; wir sind ermattet, man gönnt uns nicht Ruhe. /
20516#Klagelieder,5,6#6. Den Ägyptern unterwerfen wir uns, den Assyrern, um uns satt zu essen. /
20517#Klagelieder,5,7#7. Unsre Väter haben gesündigt, sie sind nicht mehr; und wir, wir tragen ihre Schuld. /
20518#Klagelieder,5,8#8. Knechte beherrschen uns, niemand entreisst uns ihrer Hand. /
20519#Klagelieder,5,9#9. Mit Lebensgefahr holen wir unser Brot, in Furcht vor dem Schwert der Wüste. /
20520#Klagelieder,5,10#10. Unsre Haut glüht wie ein Ofen vor den Gluten des Hungers. /
20521#Klagelieder,5,11#11. Frauen wurden in Zion geschändet, Mädchen in den Städten Judas. /
20522#Klagelieder,5,12#12. Die Fürsten wurden durch ihre Hand gehängt, die Ältesten nicht geehrt. /
20523#Klagelieder,5,13#13. Jünglinge mussten die Handmühle tragen, und Knaben strauchelten unter der Holzlast. /
20524#Klagelieder,5,14#14. Die Greise beraten nicht mehr im Tor, die Jünglinge lassen ihr Saitenspiel. /
20525#Klagelieder,5,15#15. Die Freude unsres Herzens hat ein Ende, unser Reigen hat sich in Klage verkehrt. /
20526#Klagelieder,5,16#16. Die Krone unsres Hauptes ist gefallen. Wehe uns, dass wir gesündigt haben! / -Jer. 13,18.
20527#Klagelieder,5,17#17. Darob ist unser Herz krank geworden, darob sind unsre Augen trübe, /
20528#Klagelieder,5,18#18. dass der Berg Zion wüste liegt, dass Füchse darauf streifen. /
20529#Klagelieder,5,19#19. Du, o Herr, thronest in Ewigkeit, dein Thron steht für und für. / -Ps. 9,8; 102,13; 103,19.
20530#Klagelieder,5,20#20. Warum willst du unser auf immer vergessen, uns so lange verlassen? /
20531#Klagelieder,5,21#21. Führe uns zu dir zurück, o Herr, auf dass wir wiederkehren! / Erneuere unsre Tage wie vor alters! / -Jer. 17,14; 31,18.
20532#Klagelieder,5,22#22. Oder hast du uns gänzlich verworfen, zürnest uns gar so sehr?