19015#Jeremia,1,1#1. DIE Worte Jeremias, des Sohnes Hilkias, eines der Priester, die zu Anathoth im Lande Benjamin wohnten,
19016#Jeremia,1,2#2. an den das Wort des Herrn erging in den Tagen Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, im dreizehnten Jahre seiner Regierung; -2.Kön. 22,1.
19017#Jeremia,1,3#3. und es erging (an ihn auch noch) in den Tagen Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, bis zum Schluss des elften Jahres Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, bis Jerusalem in die Verbannung zog im fünften Monat. -2.Kön. 23,34; 24,17; Jer. 39,9; 52,12-16.
19018#Jeremia,1,4#4. Und es erging an mich das Wort des Herrn:
19019#Jeremia,1,5#5. Noch ehe ich dich bildete im Mutterleibe, habe ich dich erwählt; ehe du aus dem Schosse hervorgingst, habe ich dich geweiht: zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. -Jes. 49,1; Gal. 1,15.
19020#Jeremia,1,6#6. Da sprach ich: Ach, Herr, mein Gott, ich verstehe ja nicht zu reden; ich bin noch zu jung. -2.Mo. 4,10.
19021#Jeremia,1,7#7. Aber der Herr antwortete mir: Sage nicht: «Ich bin noch zu jung», sondern zu allen, zu denen ich dich sende, wirst du gehen, und alles, was ich dir gebiete, wirst du reden.
19022#Jeremia,1,8#8. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir, dich zu erretten, spricht der Herr.
19023#Jeremia,1,9#9. Und der Herr streckte seine Hand aus und berührte meinen Mund. Und er sprach zu mir: Damit lege ich meine Worte in deinen Mund. -5.Mo. 18,18; Jes. 6,7.
19024#Jeremia,1,10#10. Siehe, ich setze dich heute über die Völker und über die Königreiche, auszureissen und niederzureissen, zu verderben und zu zerstören, zu pflanzen und aufzubauen.
19025#Jeremia,1,11#11. Und es erging an mich das Wort des Herrn: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Einen Mandelzweig-1- sehe ich. -1) der Name des Mandelbaums, der sehr früh blüht, klingt im Hebr. an das Wort für «wachen» an, ähnlich wie unser «Wacholder».
19026#Jeremia,1,12#12. Da sprach der Herr zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich wache-1- über meinem Worte, es zu vollstrecken. -1) s. Anm. zu V. 11.
19027#Jeremia,1,13#13. Und das Wort des Herrn erging an mich zum zweiten Male: Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen siedenden Kessel; er erscheint von Norden her.
19028#Jeremia,1,14#14. Da sprach der Herr zu mir: Von Norden her kommt siedend das Unheil über alle Bewohner des Landes. -Jer. 4,6.
19029#Jeremia,1,15#15. Denn siehe, ich rufe alle Königreiche von Norden, spricht der Herr; und sie werden kommen und ein jedes seinen Thron am Eingang der Tore Jerusalems aufstellen und wider alle seine Mauern ringsum und wider alle Städte Judas. -Jer. 6,1.22; 10,22; 50,41.
19030#Jeremia,1,16#16. Dann werde ich über sie-1- mein Urteil sprechen wegen all ihrer Bosheit, dass sie mich verlassen und andern Göttern geopfert und die Machwerke ihrer Hände angebetet haben. -1) d.h. die Judäer.
19031#Jeremia,1,17#17. Du aber gürte deine Lenden, mache dich auf und rede zu ihnen alles, was ich dir gebiete. Erschrick nicht vor ihnen, dass ich dich nicht vor ihnen erschrecken mache!
19032#Jeremia,1,18#18. Ich selbst, ich mache dich heute zur festen Burg, zur eisernen Säule und zu ehernen Mauer wider das ganze Land, wider die Könige Judas und seine Fürsten, wider seine Priester und wider das Volk des Landes. -Jer. 15,20.
19033#Jeremia,1,19#19. Sie werden wider dich streiten, dich aber nicht überwältigen; denn ich bin mit dir, spricht der Herr, dich zu erretten.
19034#Jeremia,2,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
19035#Jeremia,2,2#2. Gehe hin und predige vor den Ohren Jerusalems und sprich: So spricht der Herr: Ich gedenke dir's, wie du mir hold warst in deiner Jugend, wie du mich liebtest in deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der Wüste, im saatlosen Lande.
19036#Jeremia,2,3#3. Heilig war Israel dem Herrn wie ein Erstling der Ernte: wer von dem isst, muss es büssen, Unheil kommt über ihn, spricht der Herr. -2.Mo. 19,6.
19037#Jeremia,2,4#4. Höret das Wort des Herrn, Haus Jakob und all ihr Geschlechter des Hauses Israel!
19038#Jeremia,2,5#5. So spricht der Herr: Was fanden eure Väter Unrechtes an mir, dass sie von mir wichen, dem Nichtigen-1- nachgingen und zunichte wurden -Mi. 6,3.   1) d.h. den Götzen.
19039#Jeremia,2,6#6. und nicht mehr fragten: Wo ist der Herr, der uns hergeführt aus dem Lande Ägypten, der uns geleitet hat in der Wüste, im Lande der Öde und der Schluchten, im Lande der Dürre und des Dunkels, im Land, da keiner wandert und keiner Wohnung macht? -5.Mo. 8,15.
19040#Jeremia,2,7#7. Ich brachte euch ins Gartenland, seine Früchte und Güter zu geniessen. Ihr aber kamt und entweihtet mein Land; mein Eigentum machtet ihr zum Greuel.
19041#Jeremia,2,8#8. Die Priester fragten nicht: «Wo ist der Herr?» Die das Gesetz handhaben, wollten von mir nichts wissen, und die Hirten wurden mir untreu; die Propheten weissagten im Namen Baals und liefen denen nach, die nicht helfen-1-. -1) d.h. den Götzen.
19042#Jeremia,2,9#9. Darum muss ich noch weiter mit euch rechten, spricht der Herr, muss rechten mit euren Kindeskindern.
19043#Jeremia,2,10#10. Denn geht hinüber an die Gestade der Chittäer und schaut, schickt nach Kedar und merkt wohl auf! Seht, ob je dergleichen geschehen:
19044#Jeremia,2,11#11. hat je ein Volk seine Götter vertauscht, die nicht einmal Götter sind? Mein Volk aber hat seinen Ruhm-1- vertauscht gegen das, was nicht hilft. -1) d.h. Gott.
19045#Jeremia,2,12#12. Erstarret darob, ihr Himmel, und schaudert, entsetzt euch über die Massen! spricht der Herr.
19046#Jeremia,2,13#13. Denn zwiefach hat mein Volk gefrevelt: mich hat es verlassen, den Quell lebendigen Wassers, und hat sich Brunnen gegraben, rissige Brunnen, die das Wasser nicht halten. -Jer. 17,13.
19047#Jeremia,2,14#14. Ist Israel Sklave, im Hause geborener Knecht? Warum denn ward er zum Raube, wurden verbrannt seine Städte?
19048#Jeremia,2,15#15. Wider ihn brüllten die Löwen, erhoben laut ihre Stimme und machten sein Land zur Öde, wo niemand wohnt. -Jes. 1,7; 5,29; Jer. 4,7.
19049#Jeremia,2,16#16. Auch die Söhne von Memphis und Daphne werden dir den Scheitel abweiden.
19050#Jeremia,2,17#17. Hast du dir dieses Los nicht selbst bereitet durch deinen Abfall von dem Herrn, deinem Gott? -Jer. 4,18.
19051#Jeremia,2,18#18. Und nun, was frommt es dir, nach Ägypten zu laufen, um Wasser des Sihor zu trinken? und was frommt es dir, nach Assur zu laufen, um Wasser des Euphrat zu trinken? -Hos. 7,11; 12,2.
19052#Jeremia,2,19#19. Belehren wird dich dein Unglück und deine Abkehr dich züchtigen! Erkenne und sieh: böse und bitter ist dein Abfall von dem Herrn, deinem Gott; du hast keine Scheu vor mir, spricht der Herr der Heerscharen.
19053#Jeremia,2,20#20. Denn längst schon hast du dein Joch zerbrochen, deine Bande zerrissen; du sprachst: «Sklavin will ich nicht sein!» Ja, auf jedem hohen Hügel und unter jedem grünen Baum liegst du als Dirne. -Jer. 3,6; Jes. 57,5; Hes. 6,13.
19054#Jeremia,2,21#21. Ich habe dich gepflanzt als edle Rebe, ganz echtes Gewächs; wie bist du mir verwandelt zum faulen, zum entarteten Weinstock! -Ps. 80,9.
19055#Jeremia,2,22#22. Ja, wenn du dich schon wüschest mit Lauge und noch so viel Seife dir nähmest - der Schmutzfleck deiner Schuld bleibt doch vor mir, spricht der Herr.
19056#Jeremia,2,23#23. Wie darfst du sagen: «Ich habe mich nicht besudelt, bin den Baalen nicht nachgelaufen!» Sieh doch dein Treiben im Tale, erkenne, was du getan hast! Die flinke junge Kamelin, die hin und her läuft ihre Wege,
19057#Jeremia,2,24#24. die ausbricht in die Steppe in der Gier ihrer Brunst - sie schnappt nach Luft ob ihrer Brunst -, wer bringt sie zurück? Alle, die sie suchen, müssen sich nicht mühen, sie finden sie in ihrem Monat.
19058#Jeremia,2,25#25. Hemme deinen Fuss, dass er nicht bloss wird, schone deine Kehle, dass sie nicht dürstet! Aber du sagst: Verzweifelt! Nein! denn ich liebe die Fremden, und ihnen muss ich nachlaufen.
19059#Jeremia,2,26#26. Wie der Dieb, wenn er ertappt wird, so wird zuschanden das Haus Israel <das sind ihre Könige, ihre Fürsten, ihre Priester und ihre Propheten>,
19060#Jeremia,2,27#27. die da sagen zum Baum: «Du bist mein Vater!» und zum Stein: «Du hast mich geboren!» Mir kehren sie ja den Rücken zu und nicht das Antlitz, und wenn dann die Not kommt, sagen sie: «Stehe auf und hilf uns!» -Jer. 7,24; 32,33.
19061#Jeremia,2,28#28. Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Sie mögen doch aufstehen und dir helfen in der Zeit deiner Not! Denn so zahlreich wie deine Städte sind deine Götter geworden, Juda, und in allen Strassen Jerusalems hat man dem Baal geopfert. -Jer. 11,13; 5.Mo. 32,37.38; Ri. 10,14; Jes. 2,8.
19062#Jeremia,2,29#29. Warum hadert ihr denn mit mir? Ihr alle seid gottlos, ihr alle habt mir die Treue gebrochen, spricht der Herr.
19063#Jeremia,2,30#30. Umsonst habe ich eure Söhne geschlagen, sie nahmen nicht Zucht an; das Schwert hat eure Propheten gefressen wie ein würgender Löwe. -Jer. 5,3.
19064#Jeremia,2,31#31. Welch ein Geschlecht seid ihr! Sehet das Wort des Herrn! Bin ich eine Wüste geworden für Israel oder ein Land des Dunkels? Warum spricht denn mein Volk: «Wir schweifen frei, kommen nicht mehr zu dir!»
19065#Jeremia,2,32#32. Vergisst wohl eine Jungfrau ihres Schmucks, eine Braut ihres Gürtels? Aber mein Volk hat meiner vergessen so gar lange Zeit.
19066#Jeremia,2,33#33. Wie trefflich richtest du es ein, Liebschaft zu suchen! Darum hast du auch deinen Wandel an jegliche Bosheit gewöhnt.
19067#Jeremia,2,34#34. An deinen Säumen findet sich sogar Blut unschuldiger Wesen. Nicht bei Einbrechern habe ich's gefunden, sondern an diesen allen. -2.Kön. 21,16.
19068#Jeremia,2,35#35. Und da sprichst du: «Ich bin unschuldig! hat sich sein Zorn doch von mir gewandt.» Siehe, ich will mit dir rechten, weil du sagst, du habest nicht gesündigt.
19069#Jeremia,2,36#36. Wie leicht nimmst du es doch, deinen Weg zu ändern! Auch an Ägypten wirst du zuschanden, wie du an Assur zuschanden wurdest. -2.Chr. 28,20; Jes. 30,5.
19070#Jeremia,2,37#37. Auch von dort wirst du abziehen müssen und die Hände über dem Kopfe zusammenschlagen; denn der Herr hat sie verworfen, auf die du vertrautest, und es wird dir mit ihnen nicht glücken.
19071#Jeremia,3,1#1. WENN ein Mann sein Eheweib verstösst und sie geht von ihm und wird einem andern zu eigen, darf sie wieder zu ihm zurück? Ist nicht ein solches Weib gänzlich entweiht? Du aber hast mit vielen Liebhabern gebuhlt; gibt's da eine Rückkehr zu mir? spricht der Herr. -5.Mo. 24,1-4.
19072#Jeremia,3,2#2. Erhebe deine Augen zu den Höhen und schaue: wo bist du nicht geschändet worden? An den Strassen hast du auf sie gewartet wie ein Araber in der Wüste, hast das Land entweiht mit deiner Buhlerei und mit deiner Bosheit. -Hos. 4,13.
19073#Jeremia,3,3#3. Da blieben die Regenschauer aus, und der Frühjahrsregen kam nicht. Aber du hattest die Stirn einer Dirne, wolltest dich nicht schämen.
19074#Jeremia,3,4#4. Riefst du mir nicht eben noch zu: «Mein Vater! der Freund meiner Jugend bist du!
19075#Jeremia,3,5#5. Wird er wohl ewiglich zürnen, für immer nachtragen?» So redetest du und tatest das Böse; das brachtest du über dich.
19076#Jeremia,3,6#6. Und der Herr sprach zu mir in den Tagen des Königs Josia: Hast du gesehen, was Israel, das abtrünnige Weib, getan hat? - Sie ging auf jeden hohen Berg und unter jeden grünen Baum und buhlte daselbst. -Jer. 2,20.
19077#Jeremia,3,7#7. Ich dachte: «Nachdem sie dies alles getan hat, wird sie zu mir zurückkehren»; aber sie kehrte nicht zurück. Wohl sah ihre Schwester Juda, die Treulose, -Hes. 16,46.
19078#Jeremia,3,8#8. dass ich Israel, das abtrünnige Weib, gerade um ihres Ehebruchs willen verstiess und ihr den Scheidebrief gab; doch ihre Schwester Juda, die Treulose, scheute sich nicht, sondern ging hin und buhlte auch. -2.Kön. 17,23.
19079#Jeremia,3,9#9. Und durch ihr leichtfertiges Buhlen entweihte sie das Land und trieb Ehebruch mit Stein und Baum.
19080#Jeremia,3,10#10. Und bei alledem kehrte auch Juda, die treulose Schwester, nicht von ganzem Herzen zu mir zurück, sondern in Heuchelei, spricht der Herr.
19081#Jeremia,3,11#11. Und der Herr sprach zu mir: Israel, die Abtrünnige, hat sich gerechter gehalten als Juda, die Treulose. -Hes. 16,51; 23,11.
19082#Jeremia,3,12#12. Geh, rufe diese Worte gen Norden: Kehre wieder, Israel, du Abtrünnige! spricht der Herr. Ich will nicht finster auf euch blicken; denn ich bin gütig, spricht der Herr, ich trage nicht ewiglich nach.
19083#Jeremia,3,13#13. Nur erkenne deine Schuld, dass du dem Herrn, deinem Gott, die Treue gebrochen und den Fremden dich preisgegeben unter jedem grünen Baum, auf meine Stimme aber nicht gehört hast, spricht der Herr.
19084#Jeremia,3,14#14. Kehret wieder, abtrünnige Söhne, spricht der Herr; denn ich bin euer Herr, und ich will euch, je einen aus jeder Stadt und je zwei aus jedem Geschlecht, nehmen und euch nach Zion heimbringen.
19085#Jeremia,3,15#15. Und ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die werden euch weiden mit Einsicht und Klugheit. -Jer. 23,4.
19086#Jeremia,3,16#16. Wenn ihr euch dann mehrt und fruchtbar werdet im Lande in jenen Tagen, spricht der Herr, so wird man nicht mehr sagen: Die Lade des Bundes des Herrn! - Sie wird keinem mehr in den Sinn kommen, und man wird ihrer nicht mehr gedenken; man wird sie nicht vermissen und sie auch nicht wiederherstellen.
19087#Jeremia,3,17#17. Alsdann wird man Jerusalem nennen «Thron des Herrn», und es werden dorthin alle Völker zusammenströmen zu dem Namen des Herrn, nach Jerusalem; und sie werden nicht mehr dem Starrsinn ihres bösen Herzens folgen. -Jer. 16,19; Mi. 4,2.
19088#Jeremia,3,18#18. In jenen Tagen werden die vom Hause Juda zu denen vom Hause Israel gehen, und sie werden zusammen aus dem Lande des Nordens heimkommen in das Land, das ich euren Vätern zu eigen gegeben. -Jes. 11,12.
19089#Jeremia,3,19#19. Ich hatte gedacht: Wie will ich dich setzen an Sohnes Statt und dir ein liebliches Land geben, das allerherrlichste Erbe unter den Völkern! Und ich meinte, du würdest mich Vater nennen, von mir dich nicht abwenden. -5.Mo. 7,6; 8,7.
19090#Jeremia,3,20#20. Aber fürwahr, wie ein Weib seinem Freunde die Treue bricht, so habt ihr mir die Treue gebrochen, Haus Israel, spricht der Herr.
19091#Jeremia,3,21#21. Horch! auf den Höhen hört man flehentliches Weinen der Kinder Israel, dass sie verkehrte Wege gewandelt und des Herrn, ihres Gottes, vergessen haben.
19092#Jeremia,3,22#22. Kehret wieder, abtrünnige Söhne, ich will euren Abfall heilen. - «Da sind wir, wir kommen zu dir; denn du bist der Herr, unser Gott.
19093#Jeremia,3,23#23. Wahrlich, Trug sind die Hügel, der Lärm auf den Bergen! Wahrlich, bei dem Herrn, unserm Gott, steht das Heil Israels!
19094#Jeremia,3,24#24. Der Schandgott hat den Erwerb unsrer Väter verzehrt von unsrer Jugend auf, ihre Schafe und Rinder, ihre Söhne und Töchter.
19095#Jeremia,3,25#25. So wollen wir uns denn in unsre Schande betten, und unsre Schmach bedecke uns! denn gegen den Herrn, unsern Gott, haben wir und unsre Väter gesündigt von Jugend an bis auf diesen Tag; wir haben nicht auf die Stimme des Herrn, unsres Gottes, gehört.»
19096#Jeremia,4,1#1. Willst du, Israel, umkehren, spricht der Herr, so darfst du zu mir zurück; und willst du deine Greuel wegtun, so musst du vor mir nicht fliehen.
19097#Jeremia,4,2#2. Und schwörst du: «So wahr der Herr lebt!» in Wahrheit, in Recht und Gerechtigkeit, so werden Völker mit seinem Namen sich segnen und seiner sich rühmen. -5.Mo. 10,20.
19098#Jeremia,4,3#3. Denn so spricht der Herr zu den Männern von Juda und zu den Bewohnern Jerusalems: Brechet euch einen Neubruch und säet nicht unter die Dornen! -Hos. 10,12.
19099#Jeremia,4,4#4. Beschneidet euch für den Herrn und entfernt die Vorhaut eures Herzens, ihr Männer von Juda und ihr Bewohner Jerusalems, damit nicht wie Feuer losbreche mein Grimm und brenne, dass niemand löschen kann, wegen eurer bösen Taten! -Jer. 9,26; 5.Mo. 10,16; Röm. 2,29; Kol. 2,11.
19100#Jeremia,4,5#5. TUT es kund in Juda, und in Jerusalem lasset es hören: Stosset ins Horn im Lande, rufet mit lauter Stimme: Schart euch zusammen! Auf und hinein in die festen Städte!
19101#Jeremia,4,6#6. Empor das Panier gen Zion, flüchtet, verweilet nicht! Denn Unheil führe ich heran von Norden und grosses Verderben. -Jer. 1,14; 6,1.22; 10,22; 50,41.
19102#Jeremia,4,7#7. Schon steigt aus seinem Dickicht herauf der Löwe, der Würger der Völker, bricht auf und kommt hervor aus seiner Stätte, dein Land zu verwüsten; deine Städte werden zerstört, dass niemand drin wohnt.
19103#Jeremia,4,8#8. Darum gürtet das Trauergewand um, wehklaget und heulet! Nicht hat sich von uns gewendet der glühende Zorn des Herrn. -Jer. 2,35; 6,26.
19104#Jeremia,4,9#9. An jenem Tage, spricht der Herr, da wird der Mut des Königs und der Mut der Fürsten vergehen; die Priester werden erstarren und die Propheten bestürzt sein.
19105#Jeremia,4,10#10. Und sie werden sprechen: Ach Herr, unser Gott, wahrlich, bitter getäuscht hast du dieses Volk und Jerusalem! Du sprachst: «Heil wird euch werden!» und nun geht das Schwert uns ans Leben.
19106#Jeremia,4,11#11. Zu jener Zeit wird man zu diesem Volk und zu Jerusalem sagen: Über heisse Wüstenhöhen kommt der Sturm an die Tochter meines Volkes; nicht zum Worfeln, nicht zum Säubern,
19107#Jeremia,4,12#12. wuchtig fährt mir der Sturm daher. Jetzt will auch ich mein Urteil über sie sprechen.
19108#Jeremia,4,13#13. Siehe, wie Wolken steigt's herauf, wie Windsbraut seine Wagen, schneller als Adler seine Rosse. Wehe uns, wir sind verloren!
19109#Jeremia,4,14#14. Wasche dein Herz rein von Bosheit, Jerusalem, dass dir Rettung werde! Wie lange noch soll wohnen in deinem Innern dein frevles Sinnen? -Jes. 1,16.
19110#Jeremia,4,15#15. Horch! von Dan her kommt Kunde, Unheilsbotschaft vom Gebirge Ephraim!
19111#Jeremia,4,16#16. Lasst die Völker es wissen, verkündet es über Jerusalem: Siehe, Panther kommen aus fernem Lande, laut brüllend wider die Städte Judas!
19112#Jeremia,4,17#17. Wie Feldhüter lagern sie rings um die Stadt her; denn wider mich hat sie sich empört, spricht der Herr.
19113#Jeremia,4,18#18. Dein Wandel und deine Taten haben dir solches bereitet. Das ist die Frucht deiner Bosheit, dass es nun so bitter steht und dir ans Herz greift. -Jer. 2,17.
19114#Jeremia,4,19#19. Ach, meine Brust, meine Brust! ich zittre! ihr Kammern des Herzens! Es stürmt in mir meine Seele, ich kann nicht schweigen. Denn Hörnerschall höre ich und Kriegsgeschrei.
19115#Jeremia,4,20#20. Es kommt Verderben über Verderben, das ganze Land ist verwüstet; jählings sind meine Hütten verheert, im Nu meine Zelte.
19116#Jeremia,4,21#21. Wie lange noch muss ich das Panier sehen, muss ich hören den Hörnerschall?
19117#Jeremia,4,22#22. Denn töricht ist mein Volk, mich kennen sie nicht; einfältige Kinder sind sie und unverständig. Weise sind sie, um Böses zu tun, aber Gutes zu tun verstehen sie nicht.
19118#Jeremia,4,23#23. Ich schaute auf die Erde - siehe da, lauter Öde! schaute auf zum Himmel - dahin war sein Licht!
19119#Jeremia,4,24#24. Ich schaute auf die Berge - siehe da, sie bebten, und die Hügel alle, sie wankten und schwankten!
19120#Jeremia,4,25#25. Ich schaute hin - siehe, da verschwanden die Menschen, und die Vögel des Himmels, sie alle entflohen!
19121#Jeremia,4,26#26. Ich schaute auf das Fruchtland - siehe da, die Wüste, und all seine Städte zerstört vor dem Herrn, vor seinem glühenden Zorn!
19122#Jeremia,4,27#27. Denn so spricht der Herr: Das ganze Land soll eine Wüstenei werden; doch will ich ihm nicht den Garaus machen. -Jer. 5,10.18; 46,28.
19123#Jeremia,4,28#28. Darob wird trauern die Erde, in Schwarz sich hüllen der Himmel droben; denn ich habe gesprochen und bereue nicht, ich habe beschlossen und kehre nicht um.
19124#Jeremia,4,29#29. Vor dem Lärm der Reiter und Bogenschützen flüchtet das ganze Land, sie gehen hinein ins Dickicht, steigen auf die Felsen; jede Stadt ist verlassen, kein Bewohner darin.
19125#Jeremia,4,30#30. Und du, vergewaltigtes Weib, was willst du tun? Magst du dich kleiden in Karmesin, dich schmücken mit Goldschmuck, gross machen die Augen mit Schminke - du machst dich umsonst schön! Dich verschmähen die Buhlen, sie begehren dein Leben.
19126#Jeremia,4,31#31. Denn Geschrei höre ich wie vom kreissenden Weibe, Angstruf wie von der werdenden Mutter, die Stimme der Tochter Zion, die ächzt und die Hände ausstreckt: «Wehe mir, es erliegt mein Leben den Mördern!»
19127#Jeremia,5,1#1. Streifet umher in den Gassen Jerusalems, schauet und merket auf, und suchet auf seinen Plätzen, ob ihr einen findet, der sich der Treue befleisst, ob einer da sei, der Recht übt! - Dann will ich ihnen vergeben. -1.Mo. 18,32.
19128#Jeremia,5,2#2. Und wenn sie sprechen: «So wahr der Herr lebt!» so schwören sie falsch.
19129#Jeremia,5,3#3. Sind denn auf Trug, o Herr, deine Augen gerichtet, nicht vielmehr auf Treue? Du hast sie geschlagen - es tut ihnen nicht wehe; du hast sie zerrieben - sie wollen nicht Zucht annehmen. Sie haben ihre Stirn härter gemacht als Stein, wollen nicht umkehren. -Jer. 2,30; Jes. 9,13; 48,4.
19130#Jeremia,5,4#4. Ich aber dachte: «Nur die Geringen sind's, die sind töricht; denn sie verstehen sich nicht auf den Willen des Herrn, auf das Recht ihres Gottes.
19131#Jeremia,5,5#5. Ich will doch zu den Grossen gehen, will mit ihnen reden; denn die verstehen sich auf den Willen des Herrn, auf das Recht ihres Gottes.» Aber sie alle hatten das Joch zerbrochen, die Stricke zerrissen. -Jer. 2,20.
19132#Jeremia,5,6#6. Darum schlägt sie der Löwe des Waldes, der Steppenwolf wird sie verderben, der Panther lauert vor ihren Städten; wer sie verlässt, wird zerrissen. Denn ihrer Übertretungen sind viele, und gross ist ihr Abfall. -Jer. 4,7.
19133#Jeremia,5,7#7. Weshalb soll ich dir verzeihen? Deine Söhne haben mich verlassen, haben geschworen bei denen, die nicht Gott sind. Ich machte sie satt - da wurden sie Ehebrecher, wurden Gäste im Hause der Dirne.
19134#Jeremia,5,8#8. Wohlgenährte, geile Hengste sind sie geworden, sie wiehern ein jeder nach dem Weibe des Nächsten. -Hes. 22,11.
19135#Jeremia,5,9#9. Sollte ich dergleichen nicht ahnden? spricht der Herr. Sollte ich mich nicht rächen an einem solchen Volke?
19136#Jeremia,5,10#10. Steigt hinauf in ihre Pflanzung und verheert sie, doch macht ihr nicht den Garaus! Entfernt ihre Schosse, sie sind nicht des Herrn. -Jer. 4,27; 46,28.
19137#Jeremia,5,11#11. Denn treulos haben sie mich verlassen, das Haus Israel und das Haus Juda, spricht der Herr. -Jer. 3,20.
19138#Jeremia,5,12#12. Sie haben den Herrn verleugnet, haben gesprochen: «Er tut's nicht! Es wird kein Unheil über uns kommen; Schwert und Hunger werden wir nicht sehen! -Jes. 28,15.
19139#Jeremia,5,13#13. Aus dem, was die Propheten sagen, wird nichts; das Wort (des Herrn) ist ja doch nicht in ihnen.»
19140#Jeremia,5,14#14. Darum spricht der Herr, der Gott der Heerscharen: Weil sie solches reden, wird ihnen also geschehen: Siehe, ich mache meine Worte in deinem Munde zu Feuer und dieses Volk zum Brennholz, und es wird sie verzehren. -Jer. 1,9.
19141#Jeremia,5,15#15. Siehe, ich bringe über euch, Haus Israel, ein Volk aus der Ferne, spricht der Herr; ein uraltes Volk ist es, ein Volk aus der Vorzeit, ein Volk, dessen Sprache du nicht kennst und dessen Rede du nicht verstehst. -5.Mo. 28,49.
19142#Jeremia,5,16#16. Sein Köcher ist wie ein offenes Grab, sie alle sind Helden.
19143#Jeremia,5,17#17. Es frisst deine Ernte und dein Brot, frisst deine Söhne und Töchter; es frisst deine Schafe und deine Rinder, frisst deinen Weinstock und Feigenbaum. Es zerstört mit dem Schwert deine festen Städte, auf welche du dich verlässest.
19144#Jeremia,5,18#18. Doch auch in jenen Tagen, spricht der Herr, will ich euch nicht den Garaus machen. -Amos 9,8.
19145#Jeremia,5,19#19. Und wenn ihr sprecht: Wofür hat der Herr, unser Gott, uns das alles getan? so antworte ihnen: Wie ihr mich verlassen und fremden Göttern gedient habt im eignen Lande, so sollt ihr Fremden dienen in fremdem Lande. -Jer. 16,10-13.
19146#Jeremia,5,20#20. Verkündet es im Hause Jakob und rufet es aus in Juda:
19147#Jeremia,5,21#21. Höre doch dies, du törichtes, unverständiges Volk! die ihr Augen habt und nicht seht, Ohren habt und nicht hört! -Jer. 6,10; Jes. 6,9.10.
19148#Jeremia,5,22#22. Mich wollt ihr nicht fürchten? spricht der Herr, vor mir nicht erzittern? der ich dem Meere den Sand als Grenze gesetzt, als ewige Schranke, die es nicht überschreiten darf: ob es schon stürmt, es bezwingt sie nicht; ob seine Wellen tosen, sie überschreiten sie nicht. -Hiob 38,10.11; Ps. 104,9.
19149#Jeremia,5,23#23. Aber dieses Volk hat ein trotziges, widerspenstiges Herz; sie haben sich abgewandt, sind davongegangen
19150#Jeremia,5,24#24. und haben niemals zu sich gesagt: «Lasst uns doch den Herrn fürchten, unsern Gott, der im Frühjahr wie im Spätjahr den Regen spendet zu seiner Zeit, der die Wochen, die feste Zeit der Ernte, uns einhält.» -5.Mo. 11,14.
19151#Jeremia,5,25#25. Eure Verschuldungen haben diese Ordnung gestört, und eure Sünden haben euch des Segens beraubt.
19152#Jeremia,5,26#26. Denn in meinem Volke finden sich Gottlose; Fallen stellen sie auf, um zu verderben, um Menschen zu fangen.
19153#Jeremia,5,27#27. Wie ein Korb voller Vögel, so sind ihre Häuser voll erlisteten Guts; darum sind sie gross geworden und reich.
19154#Jeremia,5,28#28. Auch übertreten sie das Recht: sie schaffen der Waise nicht ihr Recht und führen nicht die Sache der Witwe. -Jes. 1,23.
19155#Jeremia,5,29#29. Sollte ich dergleichen nicht ahnden? spricht der Herr. Sollte ich mich nicht rächen an einem solchen Volke?
19156#Jeremia,5,30#30. Schreckliche, schaurige Dinge sind im Lande geschehen: -Jer. 27,15; Hes. 13,6.
19157#Jeremia,5,31#31. die Propheten weissagen im Dienst der Lüge, und die Priester stehen ihnen zur Seite mit ihren Weisungen, und meinem Volke gefällt es so - aber was wollt ihr tun, wenn's damit aus ist?
19158#Jeremia,6,1#1. Flüchtet, ihr Söhne Benjamins, hinweg aus Jerusalem, und in Thekoa stosst ins Horn und lasst ein Zeichen aufsteigen über Beth-Kerem! Denn Unheil blickt drohend von Norden her und grosses Verderben. -Jer. 1,14; 4,6; 10,22; 50,41.
19159#Jeremia,6,2#2. Über die Liebliche, die Verzärtelte, über die Höhe der Tochter Zion
19160#Jeremia,6,3#3. kommen Hirten mit ihren Herden, schlagen rings ihre Zelte auf wider sie und weiden ein jeder auf seinem Teil.
19161#Jeremia,6,4#4. «Weiht euch zum Kampfe wider die Stadt! Auf, lasset uns stürmen am Mittag!» - «Wehe uns, schon neigt sich der Tag, schon dehnen sich die Schatten des Abends!» -
19162#Jeremia,6,5#5. «Auf denn, stürmen wir in der Nacht, zerstören wir ihre Paläste!»
19163#Jeremia,6,6#6. Denn so spricht der Herr der Heerscharen: Haut ihre Bäume um und schüttet einen Damm auf wider Jerusalem! Wehe der Stadt voller Lüge, in der die Gewalt herrscht!
19164#Jeremia,6,7#7. Wie ein Brunnen sein Wasser quellen lässt, so lässt sie ihre Bosheit quellen: von Unrecht und Gewalttat hört man in ihr; Wunden und Schläge muss ich beständig schauen.
19165#Jeremia,6,8#8. Lass dich warnen, Jerusalem, dass mein Herz sich dir nicht entfremde, dass ich dich nicht mache zur Wüstenei, zum unbewohnten Lande!
19166#Jeremia,6,9#9. So sprach (zu mir) der Herr der Heerscharen: Halte Nachlese, halte Nachlese, wie am Weinstock, am Rest Israels! Noch einmal suche ab, wie der Winzer, mit deiner Hand seine Schosse! -
19167#Jeremia,6,10#10. Wem soll ich noch zureden, wen beschwören, dass sie darauf achten? Siehe, taub ist ihr Ohr, sie können nicht hören! Siehe, zum Hohn geworden ist ihnen das Wort des Herrn, sie mögen es nicht leiden! -Jer. 5,21.
19168#Jeremia,6,11#11. Ich bin voll der Zornglut des Herrn, ich habe Mühe, sie zurückzuhalten. Ausgiessen muss ich sie über das Kind auf der Gasse, über den Kreis der Jünglinge zumal; ja, ergriffen werden Mann und Weib, der Alte samt dem Hochbetagten.
19169#Jeremia,6,12#12. Ihre Häuser werden andern zuteil, die Felder, die Weiber zumal; ja, ich recke meine Hand aus wider die Bewohner des Landes, spricht der Herr. -Jer. 8,10-12; 5.Mo. 28,30.
19170#Jeremia,6,13#13. Denn sie alle, vom Kleinsten bis zum Grössten, sind auf Gewinn aus, und Betrug üben alle, so Priester wie Prophet.
19171#Jeremia,6,14#14. Und sie heilen den Schaden meines Volkes leichthin, indem sie sagen: «Friede! Friede!» - Doch wo ist Friede? -Hes. 13,10.
19172#Jeremia,6,15#15. In Schanden stehen sie da, denn sie haben Greuel verübt; doch Scham kennen sie nicht; wissen nichts von Beschämung. Darum werden sie unter den Fallenden fallen; zur Zeit, da ich sie heimsuche, werden sie stürzen, spricht der Herr.
19173#Jeremia,6,16#16. So sprach der Herr: Tretet an die Wege und sehet, forschet nach den Pfaden der Vorzeit, welches der Weg des Heils sei; den geht, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Sie aber sprachen: Wir wollen ihn nicht gehen! -Mt. 11,29.
19174#Jeremia,6,17#17. Oft bestellte ich Wächter über sie (, zu rufen): Habt acht, wenn das Horn ertönt! Sie aber sprachen: Das wollen wir nicht! -Hes. 3,17.
19175#Jeremia,6,18#18. Darum höret, ihr Völker und ihr Hirten der Herden!
19176#Jeremia,6,19#19. Höre es, Erde: Siehe, Unheil, die Frucht ihres Abfalls, bringe ich  über dieses Volk; denn auf meine Worte merkten sie nicht, und meine Weisung verachteten sie.
19177#Jeremia,6,20#20. Was soll mir der Weihrauch aus Saba, das Würzrohr aus fernem Lande? Eure Brandopfer gefallen mir nicht, und eure Schlachtopfer sind mir nicht angenehm. -Jer. 14,12; Ps. 40,7; 50,8-13; Jes. 1,11; Mi. 6,6.
19178#Jeremia,6,21#21. Darum spricht der Herr also: Siehe, ich lege diesem Volke Steine in den Weg, dass daran sich stossen und straucheln die Väter mitsamt den Söhnen; ein Nachbar wird mit dem andern umkommen.
19179#Jeremia,6,22#22. So spricht der Herr: Siehe, ein Volk kommt aus dem Lande des Nordens, in gewaltigen Scharen erhebt es sich von den Enden der Erde.
19180#Jeremia,6,23#23. Bogen und Wurfspiess führt es; hart ist es und ohne Erbarmen. Tosend braust es heran wie das Meer und reitet auf Rossen, wie ein Kriegsmann gerüstet wider dich, Tochter Zion. -Jer. 50,42.
19181#Jeremia,6,24#24. Wir vernahmen die Kunde - uns erschlafften die Hände; Angst hat uns ergriffen, Wehen wie die werdende Mutter.
19182#Jeremia,6,25#25. Geht nicht hinaus auf das Feld, wandert nicht auf der Strasse! Denn da wütet das Schwert des Feindes - Entsetzen ringsum!
19183#Jeremia,6,26#26. Gürte das Trauergewand um, Tochter meines Volkes, wälze dich in der Asche! Traure wie um den einzigen Sohn in bitterer Klage! Denn jählings kommt über uns der Verwüster. -Jer. 4,8; Amos 8,10.
19184#Jeremia,6,27#27. Zum Prüfer habe ich dich bestellt in meinem Volke, dass du erkennest und prüfest ihren Wandel.
19185#Jeremia,6,28#28. Allesamt sind sie Aufrührer, gehen umher und verleumden; Erz und Eisen sind sie, Verbrecher sie alle. -Hes. 22,18.
19186#Jeremia,6,29#29. Es schnaubt der Blasebalg, doch aus dem Feuer kommt nichts als Blei; umsonst schmelzt man und schmelzt, die Bösen lassen sich nicht ausscheiden.
19187#Jeremia,6,30#30. Nennt sie verworfenes Silber; denn der Herr hat sie verworfen.
19188#Jeremia,7,1#1. DAS Wort, das vom Herrn an Jeremia erging:
19189#Jeremia,7,2#2. Tritt ins Tor des Hauses des Herrn und predige dort dieses Wort und sprich: Höret das Wort des Herrn, ihr alle aus Juda, die ihr durch diese Tore hineingeht, den Herrn anzubeten!
19190#Jeremia,7,3#3. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Bessert euren Wandel und eure Taten, so will ich euch an diesem Orte wohnen lassen. -Jer. 18,11; 26,13; Jes. 1,16.
19191#Jeremia,7,4#4. Verlasst euch nicht auf täuschende Worte wie diese: «Der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist hier!»
19192#Jeremia,7,5#5. sondern bessert euren Wandel, bessert eure Taten! Wenn ihr wirklich Recht schafft zwischen den Leuten,
19193#Jeremia,7,6#6. wenn ihr Fremdling, Waise und Witwe nicht bedrückt und nicht unschuldiges Blut vergiesst an dieser Stätte und nicht andern Göttern nachlauft, euch selbst zum Unheil,
19194#Jeremia,7,7#7. so will ich euch an diesem Orte wohnen lassen, in dem Lande, das ich euren Vätern gegeben habe von Ewigkeit zu Ewigkeit.
19195#Jeremia,7,8#8. Seht, ihr verlasst euch auf die täuschenden Worte, die nichts nützen.
19196#Jeremia,7,9#9. Wie? da stiehlt man und mordet, bricht die Ehe und schwört Meineide, opfert dem Baal und läuft andern Göttern nach, die man nicht kennt -
19197#Jeremia,7,10#10. und dann kommt ihr und tretet vor mein Angesicht in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, und sprecht: «Wir sind geborgen!» - um all diese Greuel (auch ferner) zu treiben!
19198#Jeremia,7,11#11. Ist denn dieses Haus, das nach meinem Namen genannt ist, in euren Augen eine Räuberhöhle geworden? Auch ich, fürwahr, ich sehe es, spricht der Herr.
19199#Jeremia,7,12#12. Geht doch einmal zu meiner Stätte in Silo, wo ich meinen Namen zuvor habe wohnen lassen, und seht, was ich ihr um der Bosheit meines Volkes Israel willen getan habe! -Jos. 18,1; 1.Sam. 1,3; Ps. 78,60.
19200#Jeremia,7,13#13. Und nun, weil ihr all diese Dinge tut, spricht der Herr, und weil ihr nicht hören wolltet, ob ich auch früh und spät zu euch redete, und nicht antworten wolltet, ob ich auch rief, -Jer. 25,3; Jes. 65,12.
19201#Jeremia,7,14#14. so werde ich dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist und auf das ihr vertraut, und dem Orte, den ich euch und euren Vätern gegeben, ebenso tun, wie ich Silo getan habe. -Jer. 26,6.
19202#Jeremia,7,15#15. Und ich will euch von meinem Angesichte verstossen, wie ich all eure Brüder, das ganze Geschlecht Ephraims, verstossen habe.
19203#Jeremia,7,16#16. Du aber, bete nicht für dieses Volk, erhebe für sie kein Flehen, kein Gebet, und dringe nicht in mich; denn ich erhöre dich nicht. -Jer. 11,14; 14,11; 2.Mo. 32,10.
19204#Jeremia,7,17#17. Siehst du nicht, was sie treiben in den Städten Judas und in den Gassen Jerusalems?
19205#Jeremia,7,18#18. Die Kinder lesen Holz auf, und die Väter zünden das Feuer an; die Frauen kneten den Teig, um der Himmelskönigin Kuchen zu backen, und fremden Göttern spendet man Trankopfer, um mir wehe zu tun. -Jer. 44,19.
19206#Jeremia,7,19#19. Tun sie denn mir wehe, spricht der Herr, nicht vielmehr sich selbst, dass ihr Antlitz erröten muss?
19207#Jeremia,7,20#20. Darum spricht der Herr also: Siehe, mein grimmiger Zorn ergiesst sich über diesen Ort, über die Menschen und über die Tiere, über alle Bäume des Feldes und über alle Früchte des Ackers - ein brennender, nie erlöschender Zorn.
19208#Jeremia,7,21#21. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Häuft nur eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern und esset Fleisch!-1- -1) der Prophet brandmarkt den Wahn, als könnte der Mensch durch das blosse Essen von Opferfleisch bei den üblichen Opfermahlzeiten Gott näher kommen.
19209#Jeremia,7,22#22. Denn ich habe euren Vätern, als ich sie aus dem Lande Ägypten herausführte, nichts von Brandopfern und Schlachtopfern gesagt noch geboten, -Ps. 40,7.
19210#Jeremia,7,23#23. sondern dieses Gebot habe ich ihnen gegeben: Höret auf meine Stimme, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein, und wandelt ganz auf dem Wege, den ich euch gebiete, damit es euch wohl ergehe. -3.Mo. 26,12.
19211#Jeremia,7,24#24. Aber sie gehorchten nicht, schenkten mir kein Gehör, sondern wandelten nach den Ratschlägen ihres bösen Herzens, wandten mir den Rücken zu und nicht das Antlitz. -Jer. 2,27; 11,8; 32,33.
19212#Jeremia,7,25#25. «Von dem Tage an, da eure Väter auszogen aus dem Lande Ägypten, bis auf den heutigen Tag sandte ich zu euch all meine Knechte, die Propheten, Tag für Tag, früh und spät.» -2.Chr. 36,15.
19213#Jeremia,7,26#26. Aber sie gehorchten mir nicht, schenkten mir kein Gehör, sondern waren halsstarrig, trieben es ärger als ihre Väter. -Jer. 16,12.
19214#Jeremia,7,27#27. Du wirst jetzt alle diese Worte zu ihnen reden, aber sie werden nicht auf dich hören; du wirst ihnen rufen, aber sie werden dir nicht antworten.
19215#Jeremia,7,28#28. Darum sollst du zu ihnen sagen: Das ist das Volk, das nicht hören wollte auf die Stimme des Herrn, seines Gottes, das keine Zurechtweisung annahm. Dahin ist die Wahrhaftigkeit, entschwunden ist sie aus ihrem Munde. -Jer. 5,3.
19216#Jeremia,7,29#29. Schere dein Haupthaar und wirf es hin, auf den Höhen erhebe die Klage; denn der Herr hat verworfen, verstossen das Geschlecht seines Grimms.
19217#Jeremia,7,30#30. Denn die Söhne Judas haben getan, was mir missfällt, spricht der Herr. Sie haben in das Haus, das nach meinem Namen genannt ist, ihre Scheusale-1- gestellt, es zu entweihen. -Jer. 32,34; 2.Kön. 21,4.   1) d.h. Götzen.
19218#Jeremia,7,31#31. Sie haben die Höhe des Thopheth im Tal Ben-Hinnom gebaut, um ihre Söhne und Töchter zu verbrennen, was ich ihnen niemals geboten habe und was mir nie in den Sinn gekommen ist. -Jer. 19,5; 2.Kön. 23,10.
19219#Jeremia,7,32#32. Darum siehe, es werden Tage kommen, spricht der Herr, da wird man nicht mehr «Thopheth» und «Tal Ben-Hinnom» sagen, sondern «Mordtal», und man wird im Thopheth begraben müssen, weil sonst kein Raum mehr ist. -Jer. 19,6.
19220#Jeremia,7,33#33. Und die Leichname dieses Volkes werden den Vögeln des Himmels und den Tieren der Erde zum Frasse dienen, und niemand wird sie verscheuchen. -Jer. 19,7; 34,20; 5.Mo. 28,26.
19221#Jeremia,7,34#34. Dann mache ich in den Städten Judas und in den Gassen Jerusalems ein Ende dem Freudenjubel und Jauchzen, dem Jubel des Bräutigams und dem Jubel der Braut; denn das Land wird zur Wüste werden. -Jer. 16,9; 25,10; Jes. 24,8.
19222#Jeremia,8,1#1. Zu jener Zeit, spricht der Herr, wird man die Gebeine der Könige und Fürsten Judas, die Gebeine der Priester und der Propheten und die Gebeine der Bewohner Jerusalems aus ihren Gräbern hervorholen
19223#Jeremia,8,2#2. und wird sie hinstreuen vor der Sonne und dem Mond und dem ganzen Heere des Himmels, die sie geliebt und denen sie gedient haben, denen sie nachgelaufen sind und die sie befragt und angebetet haben; man wird sie nicht sammeln und nicht begraben, zum Dünger auf dem Felde sollen sie werden. -2.Kön. 21,5; 23,5.11.
19224#Jeremia,8,3#3. Sie alle aber, die übrigbleiben von diesem bösen Geschlecht, werden lieber sterben als leben wollen an allen Orten, wohin ich sie verstossen habe, spricht der Herr der Heerscharen.
19225#Jeremia,8,4#4. Und du sollst zu ihnen sagen: So spricht der Herr: Fällt auch einer und steht nicht wieder auf? wendet einer sich ab und nicht wieder her?
19226#Jeremia,8,5#5. Warum wendet dieses Volk sich ab, sich so beharrlich ab? Sie halten fest an ihrem Trug, wollen nicht umkehren.
19227#Jeremia,8,6#6. Ich merkte auf und horchte - sie reden unwahr! Keiner bereut seine Bosheit, dass er dächte: «Was habe ich getan!» Ein jeder stürmt dahin in seinem Lauf, wie das Ross in der Schlacht dahinstürmt.
19228#Jeremia,8,7#7. Selbst der Storch am Himmel kennt seine Zeiten, und Turteltaube, Schwalbe, Kranich, sie halten ein die Zeit ihrer Heimkehr; aber mein Volk will nichts wissen von der Ordnung des Herrn. -Jes. 1,3.
19229#Jeremia,8,8#8. Wie dürft ihr nur sagen: «Weise sind wir, haben wir doch das Gesetz des Herrn!» - Ja, fürwahr, zur Lüge macht es der Lügengriffel der Schriftgelehrten!
19230#Jeremia,8,9#9. Zuschanden werden die Weisen, werden bestürzt und gefangen; denn sie verachten das Wort des Herrn. Was hätten sie da für Weisheit?
19231#Jeremia,8,10#10. Darum will ich ihre Frauen andern geben und ihre Felder Eroberern; denn sie alle, vom Kleinsten bis zum Grössten, sind auf Gewinn aus, und Betrug üben alle, so Priester wie Prophet. -Jer. 6,12-15.
19232#Jeremia,8,11#11. Und sie heilen den Schaden der Tochter meines Volkes leichthin, indem sie sagen: «Friede! Friede!» - Doch wo ist Friede? -Hes. 13,10.
19233#Jeremia,8,12#12. In Schanden stehen sie da, denn sie haben Greuel verübt; doch Scham kennen sie nicht, wissen nichts von Beschämung. Darum werden sie unter den Fallenden fallen, zur Zeit ihrer Heimsuchung werden sie stürzen, spricht der Herr.
19234#Jeremia,8,13#13. Will ich einheimsen ihre Ernte, spricht der Herr, so sind keine Trauben am Weinstock und keine Feigen am Feigenbaum und die Blätter verwelkt! So will ich ihnen geben nach ihrem Ertrag. -Lk. 13,6.
19235#Jeremia,8,14#14. «Was sitzen wir stille? Versammelt euch und lasst uns flüchten in die festen Städte und dort untergehen! Denn der Herr, unser Gott, lässt uns untergehen und tränkt uns mit giftigem Wasser, weil wir wider ihn gesündigt haben. -Jer. 9,15; 23,15.
19236#Jeremia,8,15#15. Wir hofften auf Heil, doch es kommt nichts Gutes - auf eine Zeit der Heilung, aber siehe da, Schrecken!» -Jer. 14,19.
19237#Jeremia,8,16#16. Von Dan her hört man das Schnauben der Rosse, vom lauten Wiehern der Renner erzittert das ganze Land; sie kommen und fressen das Land und sein Gut, die Stadt und die darin wohnen. -Jer. 4,15.
19238#Jeremia,8,17#17. Denn siehe, ich lasse Schlangen wider euch los, giftige Schlangen, die sich nicht beschwören lassen; die sollen euch beissen, spricht der Herr.
19239#Jeremia,8,18#18. Unheilbar ist in mir der Kummer, und mein Herz ist krank.
19240#Jeremia,8,19#19. Horch! wie schreit um Hilfe die Tochter meines Volkes vom weiten Lande: «Ist denn der Herr nicht in Zion? ist er, Zions König, nicht mehr dort?» - «Warum haben sie mich mit ihren Bildern, mit fremden Götzen erzürnt?» -
19241#Jeremia,8,20#20. «Vorbei die Ernte und die Lese fertig - doch uns ist nicht Rettung geworden!»
19242#Jeremia,8,21#21. Gebrochen liegt die Tochter meines Volkes, darob bin auch ich gebrochen, traure, und Entsetzen hat mich ergriffen.
19243#Jeremia,8,22#22. Ist denn kein Balsam mehr in Gilead? ist kein Arzt mehr dort? Warum will nicht heilen die Wunde der Tochter meines Volkes? -Jer. 46,11.
19244#Jeremia,9,1#1. -1-O dass mein Haupt mir zerflösse, mein Auge mir würde zum Tränenquell! Weinen wollte ich Tag und Nacht um die Erschlagenen meines Volkes! -1) die Lutherbibel hat für 9,1-26 die Zählung 8,23; 9,1-25.
19245#Jeremia,9,2#2. O dass ich eine Herberge hätte fern in der Wüste! so wollte ich mein Volk verlassen, wollte von ihnen gehen! Denn alle sind sie Ehebrecher, eine Rotte von Treulosen. -Jer. 5,7.
19246#Jeremia,9,3#3. Sie spannen ihre Zunge wie einen Bogen: die Lüge, nicht die Wahrheit, führt im Lande das Regiment; denn sie schreiten von Frevel zu Frevel, mich aber kennen sie nicht, spricht der Herr.
19247#Jeremia,9,4#4. Ein jeder hüte sich vor dem Freunde, und keiner traue dem Bruder; denn jeder Bruder treibt es wie Jakob, und jeder Freund verleumdet. -Jer. 12,6; Mi. 7,5; 1.Mo. 27,36.
19248#Jeremia,9,5#5. Einer betrügt den andern, und keiner redet ein wahres Wort; ans Lügen gewöhnt ist ihre Zunge, sie freveln und mögen nicht umkehren.
19249#Jeremia,9,6#6. Gewalttat über Gewalttat, Trug über Trug! sie wollen mich nicht kennen, spricht der Herr.
19250#Jeremia,9,7#7. Darum spricht der Herr der Heerscharen also: Siehe, ich will sie schmelzen, will sie prüfen. Ja, ich muss einschreiten ob der Verworfenheit meines Volkes.
19251#Jeremia,9,8#8. Ein tödlicher Pfeil ist ihre Zunge, Trug die Rede ihres Mundes; friedsam redet man mit dem Nächsten, aber im Herzen hegt man gegen ihn Arglist. -Ps. 12,3; 28,3.
19252#Jeremia,9,9#9. Sollte ich dergleichen nicht an ihnen ahnden? spricht der Herr. Sollte ich mich nicht rächen an einem solchen Volke? -Jer. 5,9.29.
19253#Jeremia,9,10#10. Über die Berge muss ich anheben Weinen und Totenklage, über die Auen der Trift das Trauerlied. Wüste liegen sie, da geht kein Wandrer; man hört keinen Laut der Herde. Die Vögel des Himmels und das Wild, fort sind sie alle, entflohen.
19254#Jeremia,9,11#11. «Ich will Jerusalem zum Trümmerhaufen machen, zur Behausung der Schakale, und die Städte Judas wandle ich zur Wüstenei, wo niemand wohnt.» -Jer. 10,22; Jes. 34,13.
19255#Jeremia,9,12#12. Wo ist der Mann, so weise, dass er dies verstehe, so unterrichtet durch den Mund des Herrn, dass er es erkläre, warum das Land zugrunde gegangen, warum es verheert ist wie die Wüste, sodass niemand hindurchzieht?
19256#Jeremia,9,13#13. Und der Herr sprach: Darum, weil sie mein Gesetz verlassen haben, das ich ihnen vorgelegt; weil sie auf meine Stimme nicht hörten und nicht darnach wandelten,
19257#Jeremia,9,14#14. sondern der Verstocktheit ihres Herzens folgten und den Baalen, zu denen ihre Väter sie gewöhnt haben!
19258#Jeremia,9,15#15. Darum spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, also: Siehe, ich will sie mit Wermut speisen, will sie mit Giftwasser tränken. -Jer. 8,14; 23,15.
19259#Jeremia,9,16#16. Ich will sie unter die Völker zerstreuen, die weder ihnen noch ihren Vätern bekannt waren, will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis ich sie aufgerieben habe. -3.Mo. 26,33; 5.Mo. 28,64.
19260#Jeremia,9,17#17. So spricht der Herr der Heerscharen: Rufet die Klagefrauen, sie sollen kommen; nach den weisen Frauen schicket, dass sie wehklagen.
19261#Jeremia,9,18#18. Sie sollen eilen und über uns anheben das Trauerlied, dass unsre Augen von Tränen fliessen, unsre Wimpern von Wasserströmen.
19262#Jeremia,9,19#19. Horch! von Zion her hört man Klage: «Wie sind wir verwüstet! wie sind wir mit Schmach bedeckt! denn wir müssen das Land verlassen, unsre Wohnstätten sind zerstört!»
19263#Jeremia,9,20#20. So hört denn, ihr Frauen, das Wort des Herrn, euer Ohr vernehme das Wort seines Mundes! Lehrt eure Töchter die Klage, eine jede die andre den Trauergesang:
19264#Jeremia,9,21#21. «Der Tod ist uns durchs Fenster gestiegen, ist eingedrungen in unsre Paläste. Er schlägt das spielende Kind auf der Gasse und den jungen Mann auf dem Markte,
19265#Jeremia,9,22#22. und es liegen die Leichen der Menschen wie Mist auf dem Felde, wie Halmbüschel hinter dem Schnitter, die keiner sammelt.» -Jer. 7,33.
19266#Jeremia,9,23#23. So spricht der Herr: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums;
19267#Jeremia,9,24#24. sondern dessen rühme sich, wer sich rühmen will: einsichtig zu sein und mich zu erkennen, zu wissen, dass ich, der Herr, es bin, der Gnade und Recht und Gerechtigkeit auf Erden übt; denn an solchen habe ich Wohlgefallen, spricht der Herr.
19268#Jeremia,9,25#25. Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da suche ich heim alle Beschnittenen, die doch unbeschnitten sind:
19269#Jeremia,9,26#26. die Ägypter, Juden und Edomiter, die Ammoniter und Moabiter und alle, die sich den Haarrand stutzen, die in der Wüste wohnen; denn alle Völker sind unbeschnitten, und das ganze Haus Israel ist unbeschnittenen Herzens.
19270#Jeremia,10,1#1. HÖRET das Wort, das der Herr zu euch redet, Haus Israel!
19271#Jeremia,10,2#2. So spricht der Herr: Gewöhnt euch nicht an die Weise der Heiden, und vor den Zeichen am Himmel erschrecket nicht! Die Heiden erschrecken vor ihnen. -3.Mo. 18,3.
19272#Jeremia,10,3#3. Denn die Satzungen der Heiden sind nichtig.* Ein Holz ist es-1-, das man im Walde gehauen, ein Machwerk, das die Hände des Werkmeisters mit der Axt gefertigt. -Jes. 44,13.14.   1) d.h. das Götzenbild.
19273#Jeremia,10,4#4. Mit Silber und Gold macht man es schön, mit Nagel und Hammer macht man es fest, dass es nicht wackle. -Jes. 41,7.
19274#Jeremia,10,5#5. Der Scheuche im Gurkenfeld gleichen sie und können nicht reden; tragen muss man sie, denn sie können nicht gehen. Fürchtet euch nicht vor ihnen, denn sie tun nichts Böses; aber auch Gutes zu tun vermögen sie nicht. -Ps. 115,4-8; Jes. 46,7.
19275#Jeremia,10,6#6. Dir, o Herr, ist niemand gleich! Gross bist du, und gross ist dein Name durch Macht. -Ps. 86,8.
19276#Jeremia,10,7#7. Wer wollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Denn das gebührt dir; ist doch unter allen Weisen der Heiden und unter all ihren Königen keiner dir gleich.
19277#Jeremia,10,8#8. Allzumal sind sie unvernünftig und töricht, eine nichtige Weisheit. Ein Holz ist es-1-, -1) d.h. das Götzenbild.
19278#Jeremia,10,9#9. Silberblech, das aus Tharsis gebracht wird, und Gold aus Ophir, ein Machwerk des Schnitzers und der Hände des Goldschmieds. Mit blauem und rotem Purpur sind sie bekleidet; ein Werk der Kunstverständigen sind sie alle.
19279#Jeremia,10,10#10. Aber der Herr ist in Wahrheit Gott, er ist ein lebendiger Gott und ewiger König. Vor seinem Zorn erbebt die Erde, und die Völker vermögen nicht seinen Grimm zu ertragen.
19280#Jeremia,10,11#11. <So sollt ihr zu ihnen sprechen: Die Götter, die weder Himmel noch Erde gemacht, sollen von der Erde und unter diesem Himmel verschwinden.>
19281#Jeremia,10,12#12. Der Herr ist's, der die Erde durch seine Kraft erschaffen, der durch seine Weisheit den Erdkreis gegründet und den Himmel ausgespannt hat durch seine Einsicht. -Jer. 51,15-19.
19282#Jeremia,10,13#13. Beim Rollen seines Donners erbrausen die Wasser am Himmel; auf sein Geheiss ziehen Wolken herauf vom Ende der Erde, Blitze schafft er zum Regen und holt den Wind hervor aus seinen Kammern. -Ps. 135,7.
19283#Jeremia,10,14#14. Als Tor steht da jeder Mensch, ohne Einsicht, zuschanden wird jeder Goldschmied an seinen Bildern; denn Trug ist sein Guss, es ist kein Odem in ihnen. -Jes. 44,11; 45,16.
19284#Jeremia,10,15#15. Nichtig sind sie, ein lächerlich Machwerk; zur Zeit ihrer Heimsuchung ist's aus mit ihnen.
19285#Jeremia,10,16#16. Aber er, Jakobs Teil, er ist nicht wie diese; er ist der Bildner des Alls, und Israel ist der Stamm seines Eigentums. «Herr der Heerscharen» ist sein Name.
19286#Jeremia,10,17#17. Raffe dein Bündel auf von der Erde, die du sitzest in der Bedrängnis!
19287#Jeremia,10,18#18. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich schleudere fort die Bewohner dieses Landes und ängstige sie, damit sie sich finden lassen.
19288#Jeremia,10,19#19. Wehe mir ob meines Schadens! wie schmerzt mich meine Wunde! Doch ich sprach: Das ist nun einmal mein Leiden, ich muss es tragen.
19289#Jeremia,10,20#20. Mein Gezelt ist verwüstet, und seine Stricke sind alle zerrissen; meine Kinder, meine Herde, sie sind nicht mehr. Niemand ist, der mein Gezelt aufrichtet und seine Decken ausspannt.
19290#Jeremia,10,21#21. Denn verdummt waren die Hirten, und nach dem Herrn fragten sie nicht; darum hatten sie kein Glück, und ihre ganze Herde hat sich zerstreut. -Jer. 23,1.
19291#Jeremia,10,22#22. Horch! was hört man? - Es kommt ein gewaltiges Tosen vom Lande des Nordens, die Städte Judas zur Wüste zu machen, zur Behausung der Schakale. -Jer. 4,6; 6,22; 9,11.
19292#Jeremia,10,23#23. Ich weiss, o Herr, dass es nicht in des Menschen Gewalt steht, seinen Weg zu bestimmen, nicht bei dem Wandersmann, seinen Schritt zu lenken.
19293#Jeremia,10,24#24. Züchtige mich, o Herr, doch nach Billigkeit und nicht in deinem Zorn, dass du mich nicht gar zunichte machest. -Jer. 30,11; Ps. 6,2; 38,2.
19294#Jeremia,10,25#25. Schütte deinen Grimm aus über die Heiden, die dich nicht kennen, und über die Geschlechter, die deinen Namen nicht anrufen; denn sie haben Jakob gefressen und aufgerieben und seine Wohnstatt verwüstet. -Ps. 79,6.7.
19295#Jeremia,11,1#1. DAS Wort, das vom Herrn an Jeremia erging:
19296#Jeremia,11,2#2. Vernimm die Worte dieses Bundes! Du sollst sie den Männern von Juda und den Bewohnern Jerusalems verkünden
19297#Jeremia,11,3#3. und sollst zu ihnen sagen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Verflucht ist der Mann, der nicht gehorcht den Worten dieses Bundes, -5.Mo. 27,26.
19298#Jeremia,11,4#4. die ich euren Vätern geboten habe zu der Zeit, da ich sie aus dem Lande Ägypten, aus dem Schmelzofen, herausführte, indem ich sprach: Höret auf meine Stimme und tut nach allem, was ich euch gebiete, so sollt ihr mein Volk sein, und ich will euer Gott sein,
19299#Jeremia,11,5#5. dass ich den Eid erfülle, den ich euren Vätern geschworen habe: ihnen ein Land zu geben, das von Milch und Honig fliesst, wie ihr es heute habt. Da antwortete ich und sprach: So sei es, Herr! -2.Mo. 3,8.
19300#Jeremia,11,6#6. Dann sprach der Herr zu mir: Verkünde alle diese Worte in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems und sprich: Höret die Worte dieses Bundes und haltet sie!
19301#Jeremia,11,7#7. Denn hoch und teuer habe ich eure Väter beschworen zu der Zeit, da ich sie aus dem Lande Ägypten heraufführte, bis auf diesen Tag, beschworen früh und spät: Höret auf meine Stimme! -Jer. 7,25.
19302#Jeremia,11,8#8. Aber sie gehorchten nicht und schenkten mir kein Gehör, sondern wandelten alle in der Verstocktheit ihres bösen Herzens, und so brachte ich alles das über sie, was ich in diesem Bunde gesagt, den ich ihnen zu halten befohlen und den sie nicht gehalten haben. -Jer. 3,17; 7,26; 18,12.
19303#Jeremia,11,9#9. Und der Herr sprach zu mir: Es ist, als ob sich verschworen hätten die Männer von Juda und die Bewohner Jerusalems.
19304#Jeremia,11,10#10. Sie sind zu den Sünden ihrer Altvordern zurückgekehrt, die meinen Worten nicht haben gehorchen wollen: auch sie laufen andern Göttern nach, um ihnen zu dienen; das Haus Israel und das Haus Juda haben den Bund gebrochen, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe.
19305#Jeremia,11,11#11. Darum spricht der Herr also: Siehe, ich bringe ein Unheil über sie, dem sie nicht werden entrinnen können, und wenn sie dann zu mir schreien, werde ich sie nicht erhören. -Ps. 18,42; Jes. 1,15; Hes. 8,18.
19306#Jeremia,11,12#12. Dann werden die Städte Judas und die Bewohner Jerusalems hingehen und zu den Göttern schreien, denen sie zu opfern pflegen; aber helfen werden die ihnen nicht zur Zeit ihrer Not. -Jer. 2,28.
19307#Jeremia,11,13#13. Denn so zahlreich wie deine Städte sind deine Götter geworden, Juda, und so viele Gassen Jerusalem hat, so viele Altäre habt ihr errichtet, dem Baal zu opfern.
19308#Jeremia,11,14#14. Du aber bete nicht für dieses Volk, und erhebe für sie kein Flehen, kein Gebet; denn ich erhöre sie nicht, wenn sie mich anrufen zur Zeit ihrer Not. -Jer. 7,16; 14,11.
19309#Jeremia,11,15#15. Was hat mein Liebling in meinem Hause böse Anschläge auszuführen? Werden Fettstücke und heiliges Fleisch dein Unglück von dir abwenden, oder wirst du dich damit retten?
19310#Jeremia,11,16#16. «Grünender Ölbaum, herrlich zu schauen» hat man dich genannt. Unter grossem Getöse versengt ein Feuer seine Blätter, hässlich sind seine Äste.
19311#Jeremia,11,17#17. Denn der Herr der Heerscharen, der dich gepflanzt, hat Unheil über dich beschlossen um der Bosheit willen, die das Haus Israel und das Haus Juda verübt haben, mich zu erzürnen, indem sie dem Baal opferten.
19312#Jeremia,11,18#18. DER Herr hat es mir kundgetan, und so erkannte ich es; da durchschaute ich ihr Treiben.
19313#Jeremia,11,19#19. Ich aber war wie ein zahmes Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; ich ahnte nichts. Sie schmiedeten Pläne wider mich: «Lasst uns den Baum verderben in seiner Blüte, ihn ausrotten aus dem Lande der Lebenden, und seines Namens werde nicht mehr gedacht!» -Ps. 53,7.
19314#Jeremia,11,20#20. Aber der Herr der Heerscharen richtet gerecht, er prüft Nieren und Herz. Noch werde ich deine Rache an ihnen schauen; denn dir habe ich meine Sache anheimgestellt. -Jer. 17,10; 20,12.
19315#Jeremia,11,21#21. Über die Männer von Anathoth, die mir nach dem Leben trachteten und sprachen: «Du darfst nicht mehr weissagen im Namen des Herrn, sonst stirbst du durch unsre Hand!» spricht darum der Herr also:
19316#Jeremia,11,22#22. Siehe, ich suche es heim an ihnen: die jungen Männer sollen durchs Schwert sterben, ihre Söhne und Töchter vor Hunger;
19317#Jeremia,11,23#23. kein Überrest soll ihnen verbleiben. Denn ich bringe Unheil über die Männer von Anathoth im Jahr ihrer Heimsuchung.
19318#Jeremia,12,1#1. O HERR, du bleibst ja im Recht, wenn ich wider dich hadre, und doch muss ich mit dir rechten: warum geht es den Gottlosen so gut und leben so sicher alle, die treulos handeln? -Hiob 12,6; 21,7; Ps. 73,3-12.
19319#Jeremia,12,2#2. Du hast sie gepflanzt, sie haben auch Wurzel geschlagen; sie wachsen und bringen auch Frucht. Du bist wohl nahe in ihrem Munde, doch fern ihrem Herzen.
19320#Jeremia,12,3#3. Du aber, o Herr, kennst mich, du prüfst, wie mein Herz zu dir steht. Reisse sie heraus wie Schafe zur Schlachtbank und weihe sie für den Tag des Würgens. -Ps. 139,1.
19321#Jeremia,12,4#4. Wie lange noch soll trauern das Land und das Grün auf dem ganzen Felde verdorren? Um der Bosheit seiner Bewohner willen ist Vieh und Vogel dahingerafft; denn sie denken: Er sieht unsre Pfade nicht.
19322#Jeremia,12,5#5. «Wenn du mit Fussgängern gelaufen bist, und sie haben dich müde gemacht, wie willst du mit Rossen wettlaufen? Und fühlst du dich in friedlichem Lande nicht sicher, wie willst du es machen im Hochwuchs des Jordan?
19323#Jeremia,12,6#6. Selbst deine Brüder, das Haus deines Vaters, auch sie sind falsch gegen dich; auch sie rufen dir laut nach. Traue ihnen nicht, wenn sie schon freundlich mit dir reden.» -Spr. 26,25.
19324#Jeremia,12,7#7. Ich habe mein Haus verlassen, mein Erbe verstossen, habe den Liebling meiner Seele in die Hand seiner Feinde gegeben.
19325#Jeremia,12,8#8. Mein Erbe ist mir geworden wie ein Löwe im Walde; es erhob wider mich seine Stimme, darum lernte ich's hassen.
19326#Jeremia,12,9#9. Ist mein Erbe zum bunten Geier geworden, dass die Raubvögel sich rings darum scharen? Auf, sammelt alles Getier des Feldes, dass es komme zum Frasse!
19327#Jeremia,12,10#10. Viele Hirten haben meinen Weinberg verwüstet, haben meinen Acker zerstampft, haben den Anger, der meine Lust war, zur öden Steppe gemacht. -Jer. 6,3.
19328#Jeremia,12,11#11. Ja, zur Öde haben sie ihn gewandelt, verödet trauert er vor mir! Öde liegt nun das ganze Land; denn niemand nahm sich's zu Herzen.
19329#Jeremia,12,12#12. Über alle Höhen der Steppe kommen Verwüster; ja, ein Schwert schwingt der Herr, das frisst von einem Ende des Landes zum andern. Friedlos ist alles Fleisch.
19330#Jeremia,12,13#13. Sie haben Weizen gesät und Dornen geerntet, haben sich abgemüht, fruchtlos, sind zuschanden geworden an ihrem Ertrag ob der Zornglut des Herrn.
19331#Jeremia,12,14#14. So spricht der Herr über alle meine bösen Nachbarn, die das Erbe antasten, das ich meinem Volke Israel zu eigen gegeben: Siehe, ich reisse sie weg aus ihrem Lande, und das Haus Juda reisse ich aus ihrer Mitte hinweg.
19332#Jeremia,12,15#15. Aber wenn ich sie weggerissen, werde ich mich ihrer wieder erbarmen und sie zurückführen, einen jeden zu seinem Erbteil und einen jeden in sein Land.
19333#Jeremia,12,16#16. Und wenn sie alsdann wirklich die Wege meines Volkes lernen, sodass sie bei meinem Namen schwören: «So wahr der Herr lebt!» wie sie mein Volk gelehrt haben, beim Baal zu schwören, so sollen sie mitten unter meinem Volke aufgebaut werden. -5.Mo. 6,13.
19334#Jeremia,12,17#17. Wenn sie aber nicht gehorchen wollen, so werde ich ein solches Volk wegreissen, ja wegreissen und verderben, spricht der Herr.
19335#Jeremia,13,1#1. SO sprach der Herr zu mir: Geh, kaufe dir einen linnenen Gürtel und lege ihn dir um die Hüften, bringe ihn aber nicht ins Wasser.
19336#Jeremia,13,2#2. Und ich kaufte den Gürtel nach dem Befehle des Herrn und legte ihn mir um die Hüften.
19337#Jeremia,13,3#3. Darnach erging das Wort des Herrn zum zweiten Male an mich; er sprach:
19338#Jeremia,13,4#4. Nimm den Gürtel, den du gekauft und dir um die Hüften gelegt hast, und mache dich auf: geh zum Euphrat und verbirg ihn daselbst in einer Felsspalte.
19339#Jeremia,13,5#5. Ich ging hin und verbarg ihn am Euphrat, wie der Herr mir befohlen hatte.
19340#Jeremia,13,6#6. Nach geraumer Zeit aber sprach der Herr zu mir: Mache dich auf und geh zum Euphrat und hole daselbst den Gürtel, den ich dir dort zu verbergen befohlen habe.
19341#Jeremia,13,7#7. Ich ging zum Euphrat und grub nach und nahm den Gürtel von der Stelle, wo ich ihn verborgen hatte. Und siehe, der Gürtel war verdorben, zu nichts mehr nütze.
19342#Jeremia,13,8#8. Da erging das Wort des Herrn an mich folgendermassen:
19343#Jeremia,13,9#9. So spricht der Herr: Ebenso will ich den Hochmut Judas verderben und den Hochmut Jerusalems, den grossen.
19344#Jeremia,13,10#10. Dieses böse Volk, das sich weigert, auf meine Worte zu hören, das da wandelt in der Verstocktheit seines Herzens und fremden Göttern nachläuft, ihnen zu dienen und sie anzubeten - es soll werden wie dieser Gürtel, der zu nichts nütze ist. -Jer. 11,8; 18,12.
19345#Jeremia,13,11#11. Denn gleichwie der Gürtel sich anschmiegt an die Hüften des Mannes, so wollte ich, dass das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda sich an mich schmiegen, spricht der Herr, damit sie mein Volk würden, mir zum Ruhm und zum Preis und zur Zierde; aber sie haben nicht gewollt.
19346#Jeremia,13,12#12. Nun sage zu ihnen dieses Wort: So spricht der Herr, der Gott Israels: Jeglicher Krug wird mit Wein gefüllt. Sagen sie dann zu dir: Meinst du, wir wissen das nicht, dass jeglicher Krug mit Wein gefüllt wird?
19347#Jeremia,13,13#13. so sage zu ihnen: So spricht der Herr: Siehe, ich fülle mit Trunkenheit alle Bewohner dieses Landes und die Könige, die auf dem Throne Davids sitzen, auch die Priester und die Propheten samt allen Bewohnern Jerusalems. -Jer. 25,27.
19348#Jeremia,13,14#14. Und ich werde sie aneinander zerschmettern, Väter und Söhne zumal, spricht der Herr. Ohne Mitleid, ohne Schonung, ohne Erbarmen werde ich sie vernichten.
19349#Jeremia,13,15#15. Höret und merket auf, seid nicht hochfahrend, denn der Herr redet.
19350#Jeremia,13,16#16. Gebet dem Herrn, eurem Gott, die Ehre, ehe es finster wird, ehe eure Füsse straucheln an umnachteten Bergen. Da harrt ihr auf Licht, und er macht es zu Finsternis, wandelt's in Wolkendunkel. -Jes. 59,9.
19351#Jeremia,13,17#17. Hört ihr aber nicht darauf, so muss meine Seele im Verborgenen weinen ob des Hochmuts, und in Tränen zerfliesst mein Auge, dass die Herde des Herrn hinweggeführt wird. -Jer. 14,17.
19352#Jeremia,13,18#18. Sagt zum König und zur Gebieterin-1-: Setzet euch tief hinunter! denn vom Haupte gesunken ist euch die prächtige Krone. -2.Kön. 24,10-16.   1) Titel der Mutter des Königs, vgl. 1.Kön. 15,13; 2.Kön. 10,13.
19353#Jeremia,13,19#19. Die Städte im Südland sind verschlossen, und niemand öffnet; ganz Juda muss in die Verbannung, in die Verbannung sie alle.
19354#Jeremia,13,20#20. Erhebe deine Augen und sieh, wie sie kommen von Norden! Wo ist die Herde, die dir gegeben war, deine schmucke Herde?
19355#Jeremia,13,21#21. Was wirst du sagen, wenn sie zu Herren über dich bestellt werden, die du selber als Buhlen an dich gewöhnt hast? Werden nicht Wehen über dich kommen wie über ein Weib, das gebiert?
19356#Jeremia,13,22#22. Und fragst du dich alsdann: «Warum hat mich all das getroffen?» - um all deiner Sünden willen wird dir die Schleppe aufgehoben, wirst du geschändet.
19357#Jeremia,13,23#23. Vermag wohl ein Mohr seine Haut zu ändern oder ein Panther seine Flecken? Dann freilich könnt auch ihr Gutes tun, die ihr des Bösen gewohnt seid!
19358#Jeremia,13,24#24. So will ich sie denn zerstreuen wie Stroh, das zerstiebt vor dem Wüstenwind.
19359#Jeremia,13,25#25. Das ist dein Los, dein Teil, das ich dir zugemessen, spricht der Herr, weil du meiner vergessen, auf Trug vertraut hast.
19360#Jeremia,13,26#26. Ich hebe dir auch die Schleppe hoch bis über das Gesicht, dass man deine Schande sehe, -Jes. 47,2.3; Hes. 16,37; Hos. 2,10.
19361#Jeremia,13,27#27. deinen Ehebruch, dein Wiehern und dein schändliches Buhlen. Auf Hügeln und im Felde habe ich deine Greuel gesehen. Wehe dir, Jerusalem! wie lange soll es noch anstehen, bis du wieder rein wirst? -Jer. 5,8.
19362#Jeremia,14,1#1. DAS Wort des Herrn, das an Jeremia erging wegen der Dürre:
19363#Jeremia,14,2#2. Juda wehklagt, in seinen Toren verschmachtet das Volk, sinkt trauernd zur Erde, und das Geschrei Jerusalems steigt empor.
19364#Jeremia,14,3#3. Ihre Vornehmen schicken die Diener nach Wasser; sie kommen zu den Zisternen, finden kein Wasser, kehren mit leeren Krügen heim.
19365#Jeremia,14,4#4. Die Arbeit im Acker hat aufgehört, weil der Regen nicht kam; enttäuscht ist der Landmann, verhüllt ist sein Haupt.
19366#Jeremia,14,5#5. Ja, auch die Hindin im Felde, kaum dass sie geworfen, verlässt das Junge, weil sie nichts Grünes mehr findet.
19367#Jeremia,14,6#6. Wildesel stehen auf kahlen Höhen und schnappen nach Luft; ihre Augen erlöschen aus Mangel an Weide.
19368#Jeremia,14,7#7. «Wenn unsre Sünden wider uns zeugen, so greife ein, o Herr, um deines Namens willen; ja, oft sind wir treulos gewesen, an dir haben wir gesündigt.
19369#Jeremia,14,8#8. Du Hoffnung Israels, du sein Retter in Not! warum denn bist du wie ein Fremdling im Lande, dem Wanderer gleich, der nur zur Nachtruhe zeltet? -Jer. 17,13.
19370#Jeremia,14,9#9. Warum bist du wie ein erschrockener Mann, wie ein Krieger, der nicht zu helfen vermag? Und du bist doch, o Herr, in unsrer Mitte, und deinen Namen tragen wir. Verlass uns nicht!» -Jes. 43,7.
19371#Jeremia,14,10#10. Also spricht der Herr zu diesem Volke: So lieben sie es, vom einen zum andern zu laufen, ihre Füsse schonen sie nicht; doch der Herr hat kein Gefallen an ihnen, jetzt wird er ihrer Verschuldung gedenken und ihre Sünde heimsuchen.
19372#Jeremia,14,11#11. Und der Herr sprach zu mir: Bete nicht um Wohlergehen für dieses Volk! -Jer. 7,16; 11,14; 2.Mo. 32,10.
19373#Jeremia,14,12#12. Wenn sie fasten, höre ich nicht auf ihr Flehen, und wenn sie Brandopfer und Gaben darbringen, so nehme ich sie nicht an; sondern mit Schwert und Hunger und Pest will ich sie aufreiben. -Jer. 6,20; 7,21; Jes. 1,15.
19374#Jeremia,14,13#13. Da antwortete ich: Ach, Herr! Siehe, die Propheten sagen ihnen: Ihr werdet das Schwert nicht sehen, und der Hunger wird nicht über euch kommen, sondern beständigen Frieden werde ich euch geben an diesem Orte. -Jer. 5,31.
19375#Jeremia,14,14#14. Der Herr aber sprach zu mir: Lüge weissagen die Propheten in meinem Namen! Ich habe sie nicht gesandt, habe sie nicht geheissen, habe nicht zu ihnen geredet; Lügengesichte und nichtige Wahrsagerei und selbstersonnenen Trug weissagen sie euch. -Jer. 23,21; 27,15; 29,8.9; Hes. 13,6.
19376#Jeremia,14,15#15. Darum spricht der Herr also wider sie: Die Propheten, die in meinem Namen weissagen, wo ich sie doch nicht gesandt habe, und die da sprechen: «Schwert und Hunger wird nicht in dieses Land kommen» - durch Schwert und Hunger sollen diese Propheten enden! -5.Mo. 18,20.
19377#Jeremia,14,16#16. Das Volk aber, dem sie weissagen, wird auf den Gassen Jerusalems liegen, hingestreckt von Hunger und Schwert, und niemand wird sie begraben - sie und ihre Frauen, ihre Söhne und Töchter, und so schütte ich ihre Bosheit über sie aus.
19378#Jeremia,14,17#17. Sage zu ihnen dieses Wort: Meine Augen zerfliessen in Tränen Tag und Nacht und dürfen nicht ruhen; denn zerschlagen, zerschmettert liegt die Jungfrau, die Tochter meines Volkes, schwer getroffen. -Jer. 9,1; 13,17; Kla. 1,16.
19379#Jeremia,14,18#18. Gehe ich hinaus aufs Feld, siehe da, vom Schwert Erschlagene! Kehre ich heim zur Stadt, siehe da, Hungersqual! Ja, auch Prophet und Priester ziehen nach einem Lande, das sie nicht kennen.
19380#Jeremia,14,19#19. Hast du denn Juda ganz verworfen? ist deine Seele Zions überdrüssig geworden? Warum hast du uns so geschlagen, dass für uns keine Heilung mehr ist? Wir harren auf Glück, doch es kommt nichts Gutes, auf eine Zeit der Heilung, aber sieh da, Schrecken! -Jer. 8,15.
19381#Jeremia,14,20#20. Wir erkennen, o Herr, unsern Frevel und die Schuld unsrer Väter; ja, wir haben an dir gesündigt. -Ps. 106,6.
19382#Jeremia,14,21#21. Verschmähe uns nicht, um deines Namens willen; schände nicht den Thron deiner Herrlichkeit! Sei eingedenk deines Bundes mit uns, brich ihn nicht!
19383#Jeremia,14,22#22. Sind unter den Götzen der Heiden auch solche, die Regen spenden? oder gibt der Himmel (von selbst) Regenschauer? Bist du es nicht, o Herr, unser Gott? und müssen wir nicht auf dich hoffen? Hast doch du dies alles getan! -Jer. 5,24; Ps. 135,7.
19384#Jeremia,15,1#1. Und der Herr sprach zu mir: Wenn gleich Mose und Samuel vor mich träten, mein Herz würde sich diesem Volke nicht zuwenden. Schicke es hinweg aus meinen Augen, sie sollen gehen! -2.Mo. 32,11; 1.Sam. 7,9; Hes. 14,14.
19385#Jeremia,15,2#2. Und wenn sie dich fragen: Wo sollen wir hingehen? so antworte ihnen: So spricht der Herr: Was der Pest gehört - zur Pest; was dem Schwert - zum Schwerte; was dem Hunger - zum Hunger; was der Gefangenschaft - in die Gefangenschaft! -Jer. 43,11; Sach. 11,9.
19386#Jeremia,15,3#3. Vier Sippen biete ich wider sie auf, spricht der Herr: das Schwert, um zu morden, die Hunde, um fortzuschleppen, die Vögel des Himmels und die Tiere des Feldes, um zu fressen und zu vertilgen. -Jer. 7,33.
19387#Jeremia,15,4#4. So mache ich sie zum Entsetzen für alle Königreiche der Erde, um Manasses willen, des Sohnes Hiskias, des Königs von Juda, wegen dessen, was er in Jerusalem getan hat. -5.Mo. 28,25; 2.Kön. 21,1-18.
19388#Jeremia,15,5#5. Wer wird sich deiner erbarmen, Jerusalem, wer dich beklagen? Wer wird bei dir Einkehr halten, um zu fragen nach deinem Wohlergehen?
19389#Jeremia,15,6#6. Du selbst hast mich verworfen, spricht der Herr, hast mir den Rücken gewandt. Darum reckte ich meine Hand aus und vernichtete dich, war müde der Nachsicht.
19390#Jeremia,15,7#7. Ich worfelte sie mit der Worfel an den Toren des Landes, machte kinderlos mein Volk, liess es untergehen - von ihrem Wandel kehrten sie nicht um. -Mt. 3,12.
19391#Jeremia,15,8#8. Ihrer Witwen wurden mehr als des Sandes am Meere; ich brachte über Mutter und Kind den Verwüster am hellen Mittag. Jählings liess ich Angst und Schrecken auf sie fallen.
19392#Jeremia,15,9#9. Sie, die einst sieben geboren, welkt nun hin, verhaucht ihre Seele; hoch am Tage schon sank ihr die Sonne, sie fiel in Schande und Schmach. Und was übrig ist von ihnen, gebe ich dem Schwert ihrer Feinde preis, spricht der Herr. -Amos 8,9.
19393#Jeremia,15,10#10. WEHE mir, Mutter, dass du mich geboren! einen Mann des Haders und Streites für alle Welt! Ich bin nicht Gläubiger und nicht Schuldner, und doch verfluchen mich alle. -Jer. 20,14; Hiob 3,1.
19394#Jeremia,15,11#11. -1-*Der Herr sprach: Wahrlich, ich erlöse dich, dass es dir wohl ergehe. Wahrlich, ich stehe dir bei zur Zeit des Unheils und zur Zeit der Not; du bist mein Freund. -1) V. 11-12: der überlieferte Grundtext ist stark verdorben. Die gegebene Üs. ist daher nur ein Notbehelf.
19395#Jeremia,15,12#12. Kann man Eisen zerbrechen, Eisen vom Norden und Erz?
19396#Jeremia,15,13#13. «Deine Reichtümer und deine Schätze will ich zum Raube geben ohne Entgelt, um all deiner Sünden willen in all deinen Grenzen. -Jer. 17,3.4.
19397#Jeremia,15,14#14. Und ich mache dich deinen Feinden dienstbar in einem Lande, das du nicht kennst. Denn ein Feuer lodert auf in meinem Zorn, wider euch wird es entzündet.» -5.Mo. 32,22.
19398#Jeremia,15,15#15. Du weisst es, Herr, gedenke meiner und achte auf mich! Räche mich an denen, die mich verfolgen! Übe nicht Langmut, raffe sie hin! Bedenke: um deinetwillen erdulde ich Schmach.
19399#Jeremia,15,16#16. Stellte dein Wort sich ein, so verschlang ich's; zur Wonne ward mir dein Wort. Zur Freude meines Herzens ward es mir, dass ich deinen Namen trage, Herr, Gott der Heerscharen. -Hes. 3,3.
19400#Jeremia,15,17#17. Nie sass ich fröhlich im Kreise der Scherzenden; von deiner Hand gebeugt sass ich einsam; denn mit Grimm hast du mich erfüllt.
19401#Jeremia,15,18#18. Warum ward mein Schmerz denn ewig, ward meine Wunde unheilbar und will nicht gesunden? Wie ein Trugbach wardst du mir, wie ein Wasser, auf das kein Verlass ist!
19402#Jeremia,15,19#19. Darum sprach der Herr also: Wenn du umkehrst, darfst du wieder vor mir stehen, und redest du Edles, nicht Gemeines, so darfst du mein Mund sein. Sie sollen sich zu dir hinwenden; du aber wende dich ihnen nicht zu.
19403#Jeremia,15,20#20. Ich mache dich für dieses Volk zur festen, ehernen Mauer, und sie werden wider dich streiten, dich aber nicht überwältigen; denn ich bin mit dir, dir zu helfen, dich zu retten, spricht der Herr. -Jer. 1,18.
19404#Jeremia,15,21#21. Ich rette dich aus der Hand der Bösen, erlöse dich aus der Faust der Tyrannen.
19405#Jeremia,16,1#1. UND es erging an mich das Wort des Herrn:
19406#Jeremia,16,2#2. Du sollst dir kein Weib nehmen und sollst keine Söhne haben und keine Töchter an diesem Orte.
19407#Jeremia,16,3#3. Denn so spricht der Herr über die Söhne und Töchter, die an diesem Orte geboren werden, und über ihre Mütter, die sie gebären, und über ihre Väter, die sie zeugen in diesem Lande:
19408#Jeremia,16,4#4. Den Seuchentod sollen sie sterben unbeklagt und unbegraben; zum Dünger auf dem Felde sollen sie werden, umkommen durch Schwert und durch Hunger, und ihre Leichen werden zum Frass für die Vögel des Himmels und die Tiere des Feldes. -Jer. 9,22; 14,16; 25,33; Ps. 79,2.
19409#Jeremia,16,5#5. Denn so spricht der Herr: Tritt nicht in ein Haus des Jubels, und gehe nicht hin zur Totenklage und bezeuge ihnen kein Beileid; denn ich habe meinen Frieden von diesem Volke genommen, spricht der Herr, die Gnade und das Erbarmen.
19410#Jeremia,16,6#6. Und sterben werden Grosse und Kleine in diesem Lande und nicht begraben werden, und niemand wird um sie klagen, niemand sich Einschnitte machen noch sich scheren lassen um ihretwillen. -3.Mo. 19,28; 5.Mo. 14,1.
19411#Jeremia,16,7#7. Niemand wird einem Trauernden Brot brechen, ihn zu trösten über einen Toten, niemand ihm den Trostbecher reichen, selbst nicht beim Tode von Vater und Mutter.
19412#Jeremia,16,8#8. Tritt nicht ein in ein Haus des Gelages, dich zu ihnen zu setzen zum Essen und Trinken.
19413#Jeremia,16,9#9. Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich mache allhier, dass ihr es seht und erlebet, ein Ende dem Freudengesang und dem Wonnegesang, dem Gesang des Bräutigams und der Braut. -Jer. 7,34; 25,10; Jes. 24,8.
19414#Jeremia,16,10#10. Wenn du nun diesem Volke alle diese Worte verkündigen wirst und sie dann zu dir sagen: Warum hat der Herr all dieses grosse Unheil uns angedroht? Was ist unsre Schuld und was unsre Sünde, die wir wider den Herrn, unsern Gott, begangen haben? -Jer. 5,19.
19415#Jeremia,16,11#11. so antworte ihnen: Darum, weil mich eure Väter verlassen haben, spricht der Herr, weil sie fremden Göttern nachliefen, ihnen dienten und sie anbeteten, mich aber verliessen und mein Gesetz nicht hielten.
19416#Jeremia,16,12#12. Und ihr, ihr habt es noch ärger getrieben als eure Väter! Seht, ihr folgt ja ein jeder der Verstocktheit seines bösen Herzens und hört nicht auf mich. -Jer. 7,26.
19417#Jeremia,16,13#13. So will ich euch denn aus diesem Lande verstossen in ein Land, das euch unbekannt war, euch und euren Vätern. Dort sollt ihr fremden Göttern dienen Tag und Nacht; denn ich werde euch kein Erbarmen schenken. -5.Mo. 28,64.
19418#Jeremia,16,14#14. Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da wird man nicht mehr sagen: «So wahr der Herr lebt, der Israel heraufgeführt hat aus dem Lande Ägypten!» -Jer. 23,7.8.
19419#Jeremia,16,15#15. sondern: «So wahr der Herr lebt, der Israel heraufgeführt hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstossen hatte!» und ich werde sie zurückbringen in ihr Land, das ich ihren Vätern gegeben habe.
19420#Jeremia,16,16#16. Siehe, ich sende aus nach vielen Fischern, spricht der Herr, die sollen sie fischen; und darnach sende ich aus nach vielen Jägern, die sollen sie jagen, von allen Bergen und allen Hügeln und aus den Felsenklüften.
19421#Jeremia,16,17#17. Denn meine Augen schauen auf all ihre Wege, sie können sich vor meinem Angesichte nicht verstecken, und ihre Schuld bleibt meinen Augen nicht verborgen. -Jer. 32,19; Hiob 34,21.
19422#Jeremia,16,18#18. So vergelte ich ihnen zwiefach ihre Schuld und Sünde, darum dass sie mein Land mit dem Aas ihrer Scheusale entweiht, mein Erbe mit ihren Greueln erfüllt haben. -Jes. 40,2.
19423#Jeremia,16,19#19. O Herr, du meine Stärke, mein Hort, meine Zuflucht am Tage der Not! Zu dir werden Heiden kommen von den Enden der Erde und sprechen: Nur Lüge haben unsre Väter ererbt, Götzen, von denen keiner etwas frommt.
19424#Jeremia,16,20#20. Wie kann ein Mensch sich Götter machen! - Die sind ja nicht Gott!
19425#Jeremia,16,21#21. Darum, siehe, will ich sie diesmal fühlen lassen, sie fühlen lassen meine Hand und meine Macht, und sie sollen erkennen, dass «Herr» mein Name ist. -2.Mo. 3,15.
19426#Jeremia,17,1#1. Die Sünde Judas ist aufgeschrieben mit eisernem Griffel, eingegraben mit diamantener Spitze auf die Tafel ihres Herzens und auf die Hörner ihrer Altäre -Hiob 19,24.
19427#Jeremia,17,2#2. und ihre Ascheren, auf jeden grünen Baum, auf die hohen Hügel,
19428#Jeremia,17,3#3. die Berge im Feld. Deine Reichtümer, all deine Schätze will ich zum Raube geben ohne Entgelt, um der Sünde willen in all deinen Grenzen. -Jer. 15,13.14.
19429#Jeremia,17,4#4. Und du musst deine Hand loslassen von dem Erbe, das ich dir gegeben habe, und ich mache dich deinen Feinden dienstbar in einem Lande, das du nicht kennst; denn ein Feuer lodert auf in meinem Zorn, das ewig fortbrennt.
19430#Jeremia,17,5#5. So spricht der Herr: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und (das schwache) Fleisch zu seinem Arm macht, während sein Herz von dem Herrn weicht! -2.Chr. 32,8.
19431#Jeremia,17,6#6. Er wird sein wie der kahle Strauch in der Steppe, er wird nicht erleben, dass Gutes kommt; im Glutland der Wüste wird er wohnen, im unwirtlichen Salzland.
19432#Jeremia,17,7#7. Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn vertraut und dessen Hoffnung der Herr ist! -Jes. 30,18.
19433#Jeremia,17,8#8. Er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist, der nach dem Bach seine Wurzeln ausstreckt. Er hat nichts zu fürchten, wenn die Hitze kommt, seine Blätter bleiben grün; auch im Jahr der Dürre bangt ihm nicht, er hört nicht auf, Früchte zu bringen. -Ps. 1,3.
19434#Jeremia,17,9#9. Abgründig-1- ist das Herz über alles, und heillos ist es, wer kann es ergründen? -1) so nach der grÜs. Der hebrT. bed. vermutlich: «arglistig, hinterhältig».
19435#Jeremia,17,10#10. Ich, der Herr, erforsche das Herz und prüfe die Nieren, einem jeden zu vergelten nach seinem Wandel, nach der Frucht seiner Taten. -1.Sam. 16,7; Ps. 7,10.
19436#Jeremia,17,11#11. Dem Rebhuhn, das Eier brütet, die es nicht gelegt hat, gleicht der Mensch, der Reichtum erwirbt durch Unrecht. Mitten im Leben muss er ihn verlassen, und an seinem Ende steht er da als Tor. -Lk. 12,20.
19437#Jeremia,17,12#12. Ein Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anbeginn, ist unsres Heiligtums Stätte!
19438#Jeremia,17,13#13. Du Hoffnung Israels, Herr! die dich verlassen, werden alle zuschanden, die Abtrünnigen im Lande werden beschämt; denn sie haben den Quell des Lebens verlassen. -Jer. 2,13; Jes. 1,28.
19439#Jeremia,17,14#14. O Herr, heile mich, so werde ich heil, hilf mir, so ist mir geholfen; denn du bist meine Hoffnung, o Herr! -Ps. 6,3.
19440#Jeremia,17,15#15. Siehe, sie sprechen zu mir: Wo bleibt denn das Wort des Herrn? Es möge doch kommen! -Jes. 5,19; 2.Petr. 3,4.
19441#Jeremia,17,16#16. Ich aber habe dich nie gedrängt wegen des Unheils, nie herbeigesehnt den Unglückstag, du weisst es; was von meinen Lippen gekommen, offen liegt es vor deinen Augen.
19442#Jeremia,17,17#17. Werde mir nicht zum Entsetzen, du meine Zuflucht am Tage des Unheils!
19443#Jeremia,17,18#18. Meine Verfolger sollen zuschanden werden, ich aber nicht; sie sollen sich entsetzen, ich aber nicht! Bringe über sie den Tag des Unheils, zwiefach zerschmettere sie! -Jer. 20,11; Ps. 35,4; 40,15.
19444#Jeremia,17,19#19. So sprach der Herr zu mir: Geh und tritt in das Tor deiner Volksgenossen, wo die Könige Judas ein und aus gehen, und in alle Tore Jerusalems,
19445#Jeremia,17,20#20. und sprich zu ihnen: Höret das Wort des Herrn, ihr Könige Judas und ihr Judäer und ihr Bewohner Jerusalems alle, die ihr zu diesen Toren eingeht!
19446#Jeremia,17,21#21. So spricht der Herr: Hütet euch um eures Lebens willen, am Sabbattag eine Last zu tragen und sie hereinzubringen durch die Tore Jerusalems. -Neh. 13,19.
19447#Jeremia,17,22#22. Tragt am Sabbattage auch keine Last aus euren Häusern hinaus und tut keine Arbeit, sondern haltet den Sabbattag heilig, wie ich euren Vätern geboten habe. -2.Mo. 20,8.
19448#Jeremia,17,23#23. Aber die gehorchten nicht, schenkten mir kein Gehör, sondern waren hartnäckig, sodass sie nicht auf mich hörten und keine Zucht annahmen. -Jer. 11,8.
19449#Jeremia,17,24#24. Wenn ihr aber wirklich auf mich hört, spricht der Herr, und am Sabbattag keine Last durch die Tore dieser Stadt hereintragt und den Sabbattag heilig haltet, sodass ihr an ihm keine Arbeit tut,
19450#Jeremia,17,25#25. so werden durch die Tore dieser Stadt Könige und Fürsten einziehen, die auf dem Throne Davids sitzen, fahrend mit Wagen und Rossen, sie und ihre Fürsten, die Männer Judas und die Bewohner Jerusalems, und diese Stadt wird ewig bewohnt sein. -Jer. 22,4.
19451#Jeremia,17,26#26. Und aus den Städten Judas und dem Umkreis Jerusalems, aus dem Lande Benjamin und aus der Niederung, vom Gebirge und aus dem Südland werden sie kommen, Brandopfer und Schlachtopfer, Speisopfer und Weihrauch zu bringen, Dankopfer zu bringen in das Haus des Herrn.
19452#Jeremia,17,27#27. Wenn ihr aber nicht hört auf mein Gebot, den Sabbattag heilig zu halten und am Sabbattage nicht mit Lasten beladen zu den Toren Jerusalems einzugehen, so werde ich Feuer legen an seine Tore; das wird die Paläste Jerusalems verzehren und wird nicht erlöschen.
19453#Jeremia,18,1#1. DAS Wort, das vom Herrn an Jeremia erging:
19454#Jeremia,18,2#2. Mache dich auf und gehe hinab in das Haus des Töpfers; dort will ich dich meine Worte hören lassen.
19455#Jeremia,18,3#3. Und ich ging hinab in das Haus des Töpfers, und siehe, er arbeitete gerade auf seiner Scheibe.
19456#Jeremia,18,4#4. Wenn nun das Geschirr, das er aus dem Ton machte, ihm unter den Händen missriet, so machte er wieder ein andres Geschirr daraus, wie es ihn gut dünkte.
19457#Jeremia,18,5#5. Da erging an mich das Wort des Herrn:
19458#Jeremia,18,6#6. Kann ich mit euch nicht tun wie dieser Töpfer, Haus Israel? spricht der Herr. Siehe, wie Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel. -Jes. 45,9; 64,8.
19459#Jeremia,18,7#7. Einmal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es auszureissen und niederzureissen und zu verderben; -Jer. 1,10.
19460#Jeremia,18,8#8. bekehrt sich dann aber ein solches Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit, so lasse ich mich das Unheil gereuen, das ich über sie zu bringen gedachte. -Jer. 26,3; Hes. 33,11.
19461#Jeremia,18,9#9. Ein andermal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es zu pflanzen und aufzubauen;
19462#Jeremia,18,10#10. tut es dann aber, was mir missfällt, und hört nicht auf meine Stimme, so lasse ich mich das Gute gereuen, das ich ihm zu tun gedachte.
19463#Jeremia,18,11#11. Und nun, so sage denn zu den Männern Judas und zu den Bewohnern Jerusalems: So spricht der Herr: Siehe, ich bereite wider euch Unheil und schmiede gegen euch einen Plan. Kehret doch um, ein jeder von seinem bösen Wandel, und bessert euren Wandel und eure Taten! -Jer. 7,3; 25,5; 26,13; 2.Kön. 17,13.
19464#Jeremia,18,12#12. Aber sie werden sagen: Verlorne Mühe! Nein, unsern Gedanken wollen wir folgen, wollen ein jeder nach der Verstocktheit seines bösen Herzens handeln! -Jer. 2,25; 3,17; 11,8.
19465#Jeremia,18,13#13. Darum spricht der Herr also: Fraget doch unter den Heiden: Wer hat je dergleichen gehört? Gar Schauriges hat die Jungfrau Israel getan! -Jer. 2,10.
19466#Jeremia,18,14#14. Schwindet wohl je vom Fels des Sirjon der weisse Schnee? oder versiegen die Wasser des Ostens, die kalten, immerströmenden?
19467#Jeremia,18,15#15. Mich aber hat mein Volk vergessen, den Götzen opfern sie. Sie sind gestrauchelt auf ihren Wegen, den Pfaden der Vorzeit, um auf ungebahnten Wegen zu wandeln, -Jer. 3,21; 6,16.
19468#Jeremia,18,16#16. ihr Land zum Entsetzen zu machen, zum ewigen Gespötte; ein jeder, der es durchwandert, entsetzt sich und schüttelt das Haupt. -Jer. 19,8; 49,17.
19469#Jeremia,18,17#17. Wie ein Oststurm will ich sie vor dem Feinde zerstreuen; den Rücken und nicht das Antlitz will ich ihnen zeigen am Tag ihres Verderbens. -Jer. 2,27.
19470#Jeremia,18,18#18. DA sprachen sie: «Auf, lasset uns Pläne schmieden wider Jeremia! denn nie wird die Weisung dem Priester ausgehen, noch der Rat dem Weisen, noch das Wort dem Propheten. Auf, lasset uns ihn mit seinen eignen Worten schlagen und aufpassen auf alle seine Rede!»
19471#Jeremia,18,19#19. Habe du auf mich acht, o Herr, und höre die Rede meiner Widersacher!
19472#Jeremia,18,20#20. Soll denn Gutes mit Bösem vergolten werden? Haben sie doch meinem Leben eine Grube gegraben. Sei eingedenk, wie ich vor dir gestanden habe, ihnen zum besten zu reden, um deinen Zorn von ihnen zu wenden. -Jer. 14,7.19-21.
19473#Jeremia,18,21#21. So gib nun ihre Kinder dem Hunger preis und überliefere sie in des Schwertes Gewalt! Ihre Frauen sollen der Kinder beraubt, sollen Witwen werden! ihre Männer töte die Pest, ihre Jünglinge würge das Schwert in der Schlacht!
19474#Jeremia,18,22#22. Wehruf erschalle aus ihren Häusern, wenn du plötzlich die Raubschar über sie kommen lässt! Denn sie haben eine Grube gegraben, mich zu fangen, und Schlingen gelegt für meine Füsse.
19475#Jeremia,18,23#23. Du aber, Herr, du weisst, was sie planen, um mich zu töten. Verzeihe ihnen ihre Missetat nicht, und ihre Sünde lösche nicht aus vor deinen Augen! Sie sollen ein Anstoss bleiben vor dir; zur Zeit deines Zornes tue es ihnen an!
19476#Jeremia,19,1#1. SO sprach der Herr: Geh und kaufe einen aus Ton gefertigten Krug, dann nimm etliche von den Ältesten des Volkes und den Ältesten der Priester mit dir
19477#Jeremia,19,2#2. und gehe hinaus ins Tal Ben-Hinnom am Eingang des Scherbentors und predige dort die Worte, die ich dir sagen werde.
19478#Jeremia,19,3#3. Sprich: Höret das Wort des Herrn, ihr Könige von Juda und ihr Bewohner Jerusalems! So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich bringe Unheil über diesen Ort, dass jedem, der davon hört, die Ohren gellen sollen, -1.Sam. 3,11; 2.Kön. 21,12.
19479#Jeremia,19,4#4. darum weil sie mich verlassen und diese Stätte missbraucht und an ihr fremden Göttern geopfert haben, die weder sie noch ihre Väter noch die Könige Judas gekannt, und weil sie diese Stätte mit dem Blute Unschuldiger erfüllt -Jer. 2,13; Jes. 65,11.
19480#Jeremia,19,5#5. und dem Baal Höhen gebaut haben, um ihre Kinder dem Baal als Brandopfer zu verbrennen, was ich ihnen niemals geboten und wovon ich ihnen nie etwas gesagt habe und was mir nie in den Sinn gekommen ist. -Jer. 7,31; 3.Mo. 18,21.
19481#Jeremia,19,6#6. Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da wird man diese Stätte nicht mehr «Thopheth» und «Tal Ben-Hinnom» nennen, sondern «Mordtal».
19482#Jeremia,19,7#7. Und ich werde an diesem Orte die Weisheit Judas und Jerusalems ausleeren und sie durch das Schwert fallen lassen vor ihren Feinden und durch die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten; ihre Leichen aber werde ich den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes zum Frasse geben. -Jer. 15,3.
19483#Jeremia,19,8#8. Und diese Stadt werde ich zum Entsetzen und zum Gespötte machen; ein jeder, der daran vorübergeht, wird sich entsetzen und spotten ob all ihrer Plagen. -Jer. 18,16; 49,17; 50,13.
19484#Jeremia,19,9#9. Ich lasse es so weit kommen, dass sie das Fleisch ihrer Söhne und Töchter essen, und einer wird das Fleisch des andern essen in der Drangsal und Angst, mit der ihre Feinde, und die ihnen nach dem Leben trachten, sie bedrängen werden. -3.Mo. 26,29; 5.Mo. 28,53; 2.Kön. 6,28; Kla. 2,20; 4,10.
19485#Jeremia,19,10#10. Und den Krug sollst du vor den Augen der Männer, die mit dir gehen, zerschmettern
19486#Jeremia,19,11#11. und zu ihnen sagen: So spricht der Herr der Heerscharen: Gerade so werde ich dieses Volk und diese Stadt zerschmettern, wie man ein Töpfergeschirr zerschmettert, dass man es nicht mehr ganz machen kann. Und im Thopheth wird man begraben müssen, weil sonst kein Platz zum Begraben ist. -Jes. 30,14; Jer. 7,32.
19487#Jeremia,19,12#12. So werde ich diesem Orte und seinen Bewohnern tun, spricht der Herr, indem ich diese Stadt dem Thopheth gleichmache:
19488#Jeremia,19,13#13. die Häuser Jerusalems und die Häuser der Könige Judas sollen werden wie die Stätte des Thopheth, die unreinen nämlich, alle die Häuser, auf deren Dächern sie dem ganzen Heere des Himmels geopfert und fremden Göttern Trankopfer ausgegossen haben. -Jer. 7,18; 32,29; 2.Kön. 23,12; Zeph. 1,5.
19489#Jeremia,19,14#14. Darnach kam Jeremia vom Thopheth, wohin ihn der Herr gesandt hatte zu weissagen, und trat in den Vorhof beim Hause des Herrn und sprach zu allem Volk:
19490#Jeremia,19,15#15. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich bringe über diese Stadt und all ihre Schwesterstädte all das Unheil, das ich ihr angedroht habe; denn sie sind halsstarrig und hören nicht auf meine Worte.
19491#Jeremia,20,1#1. ALS aber der Priester Pashur, der Sohn Immers, der Oberaufseher im Hause des Herrn, den Jeremia diese Worte weissagen hörte,
19492#Jeremia,20,2#2. da liess er ihn schlagen und in den Block schliessen, der sich am obern Benjamintor beim Hause des Herrn befand. -Jer. 29,26.
19493#Jeremia,20,3#3. Am andern Morgen sodann entliess Pashur den Jeremia wieder aus dem Block. Da sprach Jeremia zu ihm: Nicht Pashur nennt der Herr deinen Namen, sondern «Grauen ringsum».
19494#Jeremia,20,4#4. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich mache dich zum Grauen für dich und all deine Freunde; sie werden durch das Schwert ihrer Feinde fallen, während deine Augen es ansehen müssen. Und ganz Juda gebe ich in die Hand des Königs von Babel; der wird sie nach Babel wegführen und mit dem Schwerte schlagen.
19495#Jeremia,20,5#5. Und alle Vorräte dieser Stadt und all ihren Erwerb, all ihre Kostbarkeiten und alle Schätze der Könige Judas gebe ich in die Hand ihrer Feinde; die werden sie plündern und wegnehmen und nach Babel bringen. -2.Kön. 25; Jes. 39,6.
19496#Jeremia,20,6#6. Du aber, Pashur, und all deine Hausgenossen, ihr werdet in die Verbannung wandern; nach Babel wirst du kommen, und dort wirst du sterben, dort auch begraben werden samt all deinen Freunden, denen du falsch geweissagt hast.
19497#Jeremia,20,7#7. DU hast mich betört, o Herr, und ich habe mich betören lassen; du bist mit Gewalt über mich gekommen und hast obgesiegt. Ich bin zum Gelächter geworden den ganzen Tag, jeder spottet meiner. -Jer. 1,4-8.
19498#Jeremia,20,8#8. Sooft ich rede, muss ich aufschreien; «Unrecht! Gewalttat!» muss ich rufen. Denn das Wort des Herrn ist mir zur Schmach und zum Hohn geworden den ganzen Tag.
19499#Jeremia,20,9#9. Sage ich mir aber: «Ich will seiner nicht mehr gedenken, will nicht mehr reden in seinem Namen», dann wird es in meinem Herzen wie brennendes Feuer, verhalten in meinem Gebein. Ich mühe mich ab, es zu tragen, und vermag es nicht.
19500#Jeremia,20,10#10. Viele schon hörte ich zischeln - welch ein Grauen ringsum! -: «Zeiget ihn an!» - «So wollen wir ihn anzeigen! Ihr seine Vertrauten alle, belauert ihn! Vielleicht lässt er sich betören, dass wir seiner Herr werden und uns an ihm rächen.» -Jer. 18,18; Ps. 31,14.
19501#Jeremia,20,11#11. Aber der Herr ist mit mir wie ein furchtbarer Held; darum werden meine Verfolger zu Falle kommen und nichts vermögen. Sie werden schmählich zuschanden, weil es ihnen nicht glückt, in ewiger, unvergesslicher Schmach. -Jer. 1,8; 15,20; 17,18; 23,40.
19502#Jeremia,20,12#12. Der Herr der Heerscharen prüft den Gerechten, er sieht Nieren und Herz. Noch werde ich deine Rache an ihnen sehen; denn dir habe ich meine Sache anheimgestellt. -Jer. 11,20; 17,10; 1.Sam. 16,7.
19503#Jeremia,20,13#13. Singet dem Herrn, lobpreist den Herrn! denn er hat das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter errettet.
19504#Jeremia,20,14#14. Verflucht der Tag, an dem ich geboren! der Tag, da mich meine Mutter gebar, er sei nicht gesegnet! -Jer. 15,10; Hiob 3,1.10.
19505#Jeremia,20,15#15. Verflucht der Mann, der meinem Vater die Botschaft brachte: «Dir ist ein Knabe geboren!» und ihn hoch erfreute!
19506#Jeremia,20,16#16. Jenem Tage ergehe es wie den Städten, die der Herr zerstört hat ohne Erbarmen! Er höre Wehegeschrei am Morgen und Kriegslärm zur Mittagszeit! -1.Mo. 19,24.
19507#Jeremia,20,17#17. weil er mich nicht gemordet im Mutterleibe, sodass die Mutter mir zum Grabe geworden und ihr Schoss ewig schwanger geblieben wäre.
19508#Jeremia,20,18#18. Warum nur kam ich aus Mutterschoss, dass ich Mühsal und Herzeleid schaute, dass meine Tage in Schande vergingen?
19509#Jeremia,21,1#1. DAS Wort, das vom Herrn an Jeremia erging, als der König Zedekia den Pashur, den Sohn Malchias, und den Priester Zephanja, den Sohn Maasejas, zu ihm sandte und ihm sagen liess:
19510#Jeremia,21,2#2. Befrage doch den Herrn für uns; denn Nebukadrezar-1-, der König von Babel, führt wider uns Krieg. Vielleicht tut der Herr an uns ein Wunder, wie er sonst getan, dass er von uns abziehen muss. -1) dies die genauere Form für das gew. «Nebukadnezar».
19511#Jeremia,21,3#3. Da sprach Jeremia zu ihnen: So sollt ihr Zedekia antworten:
19512#Jeremia,21,4#4. So spricht der Herr, der Gott Israels: Siehe, ich lasse umkehren die Kriegswaffen in eurer Hand, mit denen ihr den König von Babel und die Chaldäer, die euch belagern, ausserhalb der Mauer bekämpft, und bringe sie allesamt in diese Stadt.
19513#Jeremia,21,5#5. Und ich selbst will wider euch streiten mit ausgereckter Hand und starkem Arm, in grimmigem Zorn und grosser Wut.
19514#Jeremia,21,6#6. Ich will die Bewohner dieser Stadt schlagen, Menschen und Tiere; durch eine grosse Pest sollen sie sterben.
19515#Jeremia,21,7#7. Und darnach, spricht der Herr, will ich Zedekia, den König von Juda, und seine Diener und das Volk, so viele ihrer in dieser Stadt von der Pest, vom Schwert und vom Hunger verschont geblieben sind, ausliefern in die Hand Nebukadrezars, des Königs von Babel, und in die Hand ihrer Feinde, derer, die ihnen nach dem Leben trachten; die sollen sie mit der Schärfe des Schwertes schlagen. Ich werde ihnen gegenüber kein Mitleid kennen, keine Schonung, kein Erbarmen. -Jer. 39,1-10.
19516#Jeremia,21,8#8. Zu diesem Volke aber sollst du sagen: So spricht der Herr: Siehe, ich lege euch vor den Weg des Lebens und den Weg des Todes. -5.Mo. 30,15.
19517#Jeremia,21,9#9. Wer in dieser Stadt bleibt, der stirbt durchs Schwert oder am Hunger oder an der Pest; wer aber hinausgeht und zu den Chaldäern überläuft, die euch belagern, der bleibt am Leben, trägt sein Leben als Beute davon. -Jer. 38,2.
19518#Jeremia,21,10#10. Denn zum Bösen und nicht zum Guten habe ich mein Angesicht auf diese Stadt gerichtet, spricht der Herr; in die Hand des Königs von Babel wird sie gegeben, der wird sie verbrennen.
19519#Jeremia,21,11#11. UND zum Hause des Königs von Juda sage: Höret das Wort des Herrn,
19520#Jeremia,21,12#12. Haus Davids! So spricht der Herr: Schaffet Recht, sooft ihr zu Gericht sitzt in der Tagesfrühe, und errettet den Beraubten aus der Hand des Bedrückers, damit nicht wie Feuer losbreche mein Grimm und brenne, dass niemand löschen kann, wegen eurer bösen Taten. -Jer. 7,20; 17,4; 22,3.
19521#Jeremia,21,13#13. Siehe, ich will an dich, die du das Tal bewohnst, du Fels in der Ebene! spricht der Herr. Die ihr sprecht: «Wer will wider uns herniedersteigen? wer eindringen in unsere Schlupfwinkel?» -
19522#Jeremia,21,14#14. ich will euch heimsuchen, spricht der Herr, nach der Frucht eurer Taten, und Feuer legen an ihren Wald; das soll alles verzehren, was um sie her ist. -Hes. 21,3.
19523#Jeremia,22,1#1. So sprach der Herr: Gehe hinab in das Haus des Königs von Juda, und rede dort dieses Wort
19524#Jeremia,22,2#2. und sprich: Höre das Wort des Herrn, König von Juda, der du auf dem Throne Davids sitzest, du und deine Diener und dein Volk, die zu diesen Toren eingehen:
19525#Jeremia,22,3#3. so spricht der Herr: Übet Recht und Gerechtigkeit, errettet den Beraubten aus der Hand des Bedrückers; Fremdling, Waise und Witwe plaget nicht und vergewaltigt nicht und vergiesst nicht unschuldiges Blut an diesem Orte! -Jer. 7,6; 21,12.
19526#Jeremia,22,4#4. Denn wenn ihr nach diesem Worte tut, so werden durch die Tore dieses Hauses Könige einziehen, die auf dem Throne Davids sitzen, fahrend mit Wagen und Rossen, sie und ihre Diener und ihr Volk. -Jer. 17,25.
19527#Jeremia,22,5#5. Wenn ihr aber auf diese Worte nicht hört, so habe ich bei mir selbst geschworen, spricht der Herr, dass dieses Haus zum Trümmerhaufen werden soll.
19528#Jeremia,22,6#6. Denn so spricht der Herr über das Haus des Königs von Juda: Bist du mir auch wie Gilead, wie das Haupt des Libanon, wahrlich, ich mache dich zur Wüste, unbewohnten Städten gleich.
19529#Jeremia,22,7#7. Und ich entbiete wider dich Verwüster, einen jeden mit seinem Rüstzeug; die fällen deine schönsten Zedern und werfen sie ins Feuer.
19530#Jeremia,22,8#8. Und viele Völker werden an dieser Stadt vorübergehen und einander fragen: Warum hat der Herr dieser grossen Stadt solches getan? -5.Mo. 29,24; 1.Kön. 9,8; 2.Chr. 7,21.
19531#Jeremia,22,9#9. Und dann wird man sagen: Weil sie den Bund des Herrn, ihres Gottes, verlassen und fremde Götter angebetet und ihnen gedient haben.
19532#Jeremia,22,10#10. Weinet nicht um den, der tot ist, und beklaget ihn nicht! Weinet, weinet um den, der von dannen zieht! Denn nimmermehr kehrt er wieder, und die Heimat sieht er nicht mehr. -2.Kön. 23,29-34; 2.Chr. 35,25.
19533#Jeremia,22,11#11. Denn so spricht der Herr von Sallum-1-, dem Sohne Josias, dem König von Juda, der an Stelle seines Vaters Josia König wurde: Er, der wegzog von diesem Orte, wird nicht mehr dahin zurückkehren, -1) d.i. Joahas.
19534#Jeremia,22,12#12. sondern an dem Orte, wohin sie ihn in die Verbannung führten, wird er sterben, und dieses Land wird er nicht mehr sehen.
19535#Jeremia,22,13#13. Wehe dem, der sein Haus mit Unrecht baut und seine Söller mit Unbill, der seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt und ihm den Lohn nicht bezahlt! -3.Mo. 19,13; Hab. 2,12; Jak. 5,4.
19536#Jeremia,22,14#14. der da spricht: «Ich will mir ein weites Haus und luftige Hallen bauen!» der Fenster darein brechen lässt, es mit Zedern täfelt und rot bemalt.
19537#Jeremia,22,15#15. Meinst du ein König zu sein, weil du in Zedernbauten wetteiferst? Hat nicht dein Vater auch gegessen und getrunken und sich's wohl sein lassen? Aber er übte Recht und Gerechtigkeit,
19538#Jeremia,22,16#16. den Elenden und Armen verhalf er zum Recht. Heisst nicht das, mich erkennen? spricht der Herr.
19539#Jeremia,22,17#17. Aber deine Augen und dein Herz sind nur auf deinen Gewinn aus, nur darauf, das Blut Unschuldiger zu vergiessen, Unrecht und Gewalt zu verüben.
19540#Jeremia,22,18#18. Darum spricht der Herr also wider Jojakim, den Sohn Josias, den König von Juda: Nicht wird man um ihn Totenklage halten (, wie man sonst klagt): «Ach mein Bruder! ach meine Schwester!» Man wird ihn nicht beweinen: «Ach Herr! ach seine Herrlichkeit!» -2.Kön. 23,34; Jer. 36,30.
19541#Jeremia,22,19#19. Wie man einen Esel begräbt, wird man ihn begraben, wird ihn fortschleifen und hinwerfen vor die Tore Jerusalems.
19542#Jeremia,22,20#20. Steige auf den Libanon und schreie! erhebe deine Stimme in Basan, schreie vom (Gebirge) Abarim her! Denn zerschmettert sind all deine Liebsten.
19543#Jeremia,22,21#21. Ich habe dir zugeredet, als es noch wohl um dich stand; du aber sprachst: Ich mag nicht hören! So hast du es getrieben von Jugend auf: du wolltest nicht auf mich hören.
19544#Jeremia,22,22#22. Der Sturm wird all deine Hirten weiden, und deine Liebsten wandern in die Verbannung. Alsdann wirst du dich schämen und zuschanden werden um all deiner Bosheit willen.
19545#Jeremia,22,23#23. Die du auf dem Libanon thronst und auf den Zedern nistest, wie wirst du stöhnen, wenn Wehen über dich kommen wie über eine Gebärende! -Jer. 13,21.
19546#Jeremia,22,24#24. So wahr ich lebe, spricht der Herr, wenngleich Chonja-1-, der Sohn Jojakims, der König von Juda, ein Siegelring wäre an meiner rechten Hand - ich wollte dich doch davon abreissen. -2.Kön. 24,6-15.   1) d.i. Jojachin.
19547#Jeremia,22,25#25. Ich gebe dich in die Hand derer, die dir nach dem Leben trachten, in die Hand derer, vor denen dir graut, in die Hand Nebukadrezars, des Königs von Babel, und in die Hand der Chaldäer.
19548#Jeremia,22,26#26. Und ich schleudere dich und deine Mutter, die dich geboren hat, in ein fremdes Land, in dem ihr nicht geboren seid; dort werdet ihr sterben.
19549#Jeremia,22,27#27. Aber in das Land, wohin sie zurückzukehren sich sehnen, dahin werden sie nicht wieder kommen.
19550#Jeremia,22,28#28. Ist dieser Chonja ein verächtliches Gebilde, das man zerschlägt? Ist er ein Gefäss, das niemandem gefällt? Warum ward er fortgeschleudert, hingeworfen in ein Land, das er nicht kannte?
19551#Jeremia,22,29#29. Land, Land, Land, höre das Wort des Herrn!
19552#Jeremia,22,30#30. So spricht der Herr: Schreibt diesen Mann auf als kinderlos, als einen Mann, der sein Leben lang kein Glück hat; denn keinem aus seinem Stamm wird es glücken, auf dem Throne Davids zu sitzen und noch einmal über Juda zu herrschen.
19553#Jeremia,23,1#1. WEHE den Hirten, welche die Schafe meiner Weide verkommen lassen, sodass sie sich zerstreuen! spricht der Herr. -Jer. 10,21; Hes. 34,2; Sach. 11,5.
19554#Jeremia,23,2#2. Darum spricht der Herr, der Gott Israels, also zu den Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Schafe zerstreut und versprengt und nicht nach ihnen gesucht - siehe, nun suche ich an euch heim eure bösen Taten, spricht der Herr.
19555#Jeremia,23,3#3. Und ich selber sammle den Rest meiner Herde aus allen Ländern, wohin ich sie verstossen habe, und führe sie wieder auf ihre Trift; da sollen sie fruchtbar sein und sich mehren.
19556#Jeremia,23,4#4. Dann setze ich über sie Hirten, die sie weiden, dass sie sich nicht mehr fürchten und nicht mehr erschrecken müssen und keines von ihnen vermisst wird, spricht der Herr. -Jer. 3,15.
19557#Jeremia,23,5#5. Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken; der wird als König herrschen und weise regieren und Recht und Gerechtigkeit üben im Lande. -Jer. 33,15.16; Jes. 11,1-5.
19558#Jeremia,23,6#6. In seinen Tagen wird Juda geholfen werden, und Israel wird sicher wohnen; und das ist der Name, mit dem man ihn nennen wird: «Der Herr unser Heil!»
19559#Jeremia,23,7#7. Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da wird man nicht mehr sagen: «So wahr der Herr lebt, der Israel aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat!» -Jer. 16,14.
19560#Jeremia,23,8#8. sondern: «So wahr der Herr lebt, der das Geschlecht des Hauses Israel heraufgeführt und heimgebracht hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstossen hatte!» und sie werden wieder in ihrem Lande wohnen.
19561#Jeremia,23,9#9. ÜBER die Propheten: Mein Herz ist gebrochen in meiner Brust, es zittern mir alle Glieder; ich bin wie ein Trunkener, wie einer, der vom Wein übermannt ist, wegen des Herrn und seiner heiligen Worte.
19562#Jeremia,23,10#10. Denn das Land ist voll Ehebrecher; um ihretwillen trauert das Land, sind verdorrt die Auen der Trift. Arg ist ihr Rennen und Jagen, unrecht ihr Schalten und Walten. -Jer. 9,2; 12,4.
19563#Jeremia,23,11#11. Ja, auch Prophet und Priester sind Frevler geworden, selbst in meinem Hause habe ich ihr böses Treiben gefunden, spricht der Herr. -Jer. 5,31.
19564#Jeremia,23,12#12. Darum soll ihr Weg ihnen werden zum schlüpfrigen Pfade, in die Finsternis werden sie gestossen und kommen darin zu Fall; denn ich will Unheil, will das Jahr ihrer Heimsuchung über sie bringen, spricht der Herr.
19565#Jeremia,23,13#13. Wohl habe ich bei den Propheten Samarias Ärgerliches gesehen: sie weissagten im Namen des Baal und führten mein Volk Israel irre. -Jer. 2,8.
19566#Jeremia,23,14#14. Aber bei den Propheten Jerusalems habe ich schaurige Dinge gesehen: sie verüben Ehebruch und wandeln in Lüge, sind Helfershelfer der Übeltäter, dass sie ja nicht umkehren, ein jeder von seinem bösen Treiben. Sie alle sind mir wie Sodom und wie die Bewohner Gomorrhas. -5.Mo. 32,32; Jes. 1,10.
19567#Jeremia,23,15#15. Darum spricht der Herr der Heerscharen also über die Propheten: Siehe, ich will sie mit Wermut speisen, will sie mit Giftwasser tränken; denn von den Propheten Jerusalems ist Ruchlosigkeit ausgegangen über das ganze Land. -Jer. 8,14; 9,14.
19568#Jeremia,23,16#16. So spricht der Herr der Heerscharen: Höret nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie narren euch nur; das Gesicht des eignen Herzens verkünden sie, nicht den Auftrag des Herrn. -Jer. 14,14; 27,14.15.
19569#Jeremia,23,17#17. Sie sagen zu denen, die mich verachten: «Der Herr hat versprochen, es werde euch wohl ergehen», und zu allen, die in der Verstocktheit ihres Herzens wandeln: «Kein Unheil wird über euch kommen.» -Jer. 6,14.
19570#Jeremia,23,18#18. Denn wer hat im Rate des Herrn gestanden, dass er sein Wort gesehen? wer hat es erlauscht und gehört?
19571#Jeremia,23,19#19. Siehe, ein Sturm geht aus vom Herrn, glühender Zorn; ein wirbelnder Sturm stürzt herab auf das Haupt der Frevler. -Jer. 30,23.
19572#Jeremia,23,20#20. Nicht wendet sich der Zorn des Herrn, bis er das Sinnen seines Herzens vollbracht und zur Tat gemacht hat. Am Ende der Tage werdet ihr es recht verstehen.
19573#Jeremia,23,21#21. Ich habe diese Propheten nicht gesandt, und doch laufen sie; ich habe nicht zu ihnen geredet, und doch weissagen sie.
19574#Jeremia,23,22#22. Haben sie in meinem Rate gestanden, so mögen sie meinem Volk meine Worte verkünden und es von seinem bösen Wege und seinem bösen Tun abbringen.
19575#Jeremia,23,23#23. Bin ich denn (nur) ein Gott aus der Nähe und nicht ein Gott aus der Ferne? -Ps. 139,8-10; Amos 9,2.
19576#Jeremia,23,24#24. Kann sich einer so heimlich verbergen, dass ich ihn nicht sehe? Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde? spricht der Herr.
19577#Jeremia,23,25#25. Ich habe wohl gehört, was die Propheten sagen, die in meinem Namen Lüge weissagen und sprechen: «Mir hat geträumt, mir hat geträumt,
19578#Jeremia,23,26#26. mir hat geträumt!» Wird sich wohl bekehren das Herz dieser Propheten, die da Lüge weissagen, die den Trug ihres Herzens weissagen,
19579#Jeremia,23,27#27. die da denken, sie könnten mit ihren Träumen, die sie einander erzählen, bei meinem Volke meinen Namen in Vergessenheit bringen, wie ihre Väter meines Namens über dem Baal vergessen haben? -Ri. 3,7; 8,34.
19580#Jeremia,23,28#28. Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum; der aber mein Wort hat, der rede getreulich mein Wort. Was hat das Stroh mit dem Weizen gemein? spricht der Herr.
19581#Jeremia,23,29#29. Ist nicht mein Wort wie ein Feuer und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert? -Hebr. 4,12.
19582#Jeremia,23,30#30. Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der Herr, die einer dem andern meine Worte abstehlen!
19583#Jeremia,23,31#31. Siehe, ich will an die Propheten, die ihre Zunge brauchen, um Gottessprüche zu sprechen!
19584#Jeremia,23,32#32. Siehe, ich will an die Propheten, die Lügenträume weissagen und sie erzählen und mein Volk irreführen mit ihren Lügen und ihrem Flunkern! Ich habe sie nicht gesandt, habe sie nicht geheissen, und diesem Volke nützen sie gar nichts, spricht der Herr. -Jer. 14,14; Hes. 13,6.
19585#Jeremia,23,33#33. Und wenn dich dieses Volk oder ein Prophet oder ein Priester fragt: «Was ist der Ausspruch-1- des Herrn?» so sage zu ihnen: Ihr seid die Last-1-, und ich will euch abwerfen, spricht der Herr. -1) V. 33-40: das Hebr. bietet hier ein unübersetzbares Wortspiel: das Wort für «Ausspruch» und «Last» ist dasselbe.
19586#Jeremia,23,34#34. Und den Propheten, den Priester oder den Mann aus dem Volk, der dann noch reden wird von der «Last» des Herrn, den will ich heimsuchen samt seinem Hause.
19587#Jeremia,23,35#35. So sollt ihr ein jeder zu seinem Nächsten und ein jeder zu seinem Bruder sagen: «Was hat der Herr geantwortet?» oder: «Was hat der Herr geredet?»
19588#Jeremia,23,36#36. Aber von einer «Last» des Herrn sollt ihr nicht mehr reden; denn einem jeden würde diese seine Rede zur Last werden, und ihr würdet die Worte des lebendigen Gottes, des Herrn der Heerscharen, unsres Gottes, verdrehen.
19589#Jeremia,23,37#37. So soll man zum Propheten sagen: «Was hat dir der Herr geantwortet?» oder: «Was hat der Herr geredet?»
19590#Jeremia,23,38#38. Wenn ihr aber von der «Last» des Herrn redet - darum spricht der Herr also: Weil ihr dieses Wort «Last des Herrn» braucht, wo ich doch zu euch gesandt und befohlen habe: Ihr sollt nicht sagen «die Last des Herrn»,
19591#Jeremia,23,39#39. darum, siehe, will ich euch aufheben wie eine Last und wegwerfen, euch und die Stadt, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, hinweg von meinem Angesicht,
19592#Jeremia,23,40#40. und ich will ewige Schande auf euch legen, ewige, unvergessliche Schmach. -Jer. 20,11.
19593#Jeremia,24,1#1. EIN Gesicht liess der Herr mich schauen: da standen zwei Körbe mit Feigen vor dem Tempel des Herrn <nachdem Nebukadrezar, der König von Babel, den Jechonja-1-, den Sohn Jojakims, den König von Juda, und die Fürsten Judas und die Werkmeister und Schmiede aus Jerusalem in die Verbannung geführt und sie nach Babel gebracht hatte>; -2.Kön. 24,15.16; 2.Chr. 36,10.   1) d.i. Jojachin.
19594#Jeremia,24,2#2. in dem einen Korb waren sehr gute Feigen, wie die Frühfeigen sind, im andern Korb waren sehr schlechte Feigen, dass man sie nicht essen konnte, so schlecht waren sie.
19595#Jeremia,24,3#3. Da sprach der Herr zu mir: Was siehst du, Jeremia? Ich sagte: Feigen! Die guten Feigen sind sehr gut, die schlechten aber sehr schlecht, so schlecht, dass man sie nicht essen kann.
19596#Jeremia,24,4#4. Da erging an mich das Wort des Herrn:
19597#Jeremia,24,5#5. So spricht der Herr, der Gott Israels: Wie diese guten Feigen, so will ich die Verbannten Judas, die ich von diesem Orte in das Land der Chaldäer fortgeschickt habe, ansehen zum Guten.
19598#Jeremia,24,6#6. Ich will mein Auge auf sie richten zum Guten und sie zurückbringen in dieses Land, will sie aufbauen und nicht zerstören, sie einpflanzen und nicht ausreissen. -Jer. 31,28.
19599#Jeremia,24,7#7. Und ich will ihnen ein Herz geben, das sie erkennen lässt, dass ich der Herr bin. Sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein; denn sie werden sich von ganzem Herzen zu mir bekehren. -Jer. 31,33; 5.Mo. 30,6; Hes. 11,19.20.
19600#Jeremia,24,8#8. Und wie die schlechten Feigen, die so schlecht sind, dass man sie nicht essen kann, so will ich, spricht der Herr, Zedekia, den König von Juda, ausschütten samt seinen Fürsten und dem Rest von Jerusalem, der in diesem Lande übriggeblieben ist, und denen, die im Lande Ägypten wohnen; -Jer. 29,17.
19601#Jeremia,24,9#9. ich will sie zum Entsetzen machen für alle Königreiche der Erde, zur Schmach und zum Sprichwort, zum Gespött und zum Fluchwort an allen Orten, wohin ich sie verstosse. -Jer. 15,4; 29,18.22; 5.Mo. 28,37.
19602#Jeremia,24,10#10. Und ich will das Schwert, den Hunger und die Pest gegen sie loslassen, bis sie ausgerottet sind aus dem Lande, das ich ihnen und ihren Vätern gegeben habe. -Jer. 15,2; 34,17.
19603#Jeremia,25,1#1. DAS Wort, das im vierten Jahre Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, im ersten Jahre Nebukadrezars, des Königs von Babel, über das ganze Volk Juda an Jeremia ergangen ist
19604#Jeremia,25,2#2. und das der Prophet Jeremia zum ganzen Volke Juda und zu allen Bewohnern Jerusalems geredet hat:
19605#Jeremia,25,3#3. Seit dem dreizehnten Jahre Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, bis auf den heutigen Tag, nun schon 23 Jahre lang, ist das Wort des Herrn an mich ergangen und habe ich zu euch geredet früh und spät; aber ihr habt nicht gehört. -Jer. 1,2; 29,19; 35,14.15.
19606#Jeremia,25,4#4. Und früh und spät hat der Herr zu euch alle seine Knechte, die Propheten, gesandt - aber ihr habt nicht gehört und euer Ohr nicht geneigt, um zu hören -
19607#Jeremia,25,5#5. und hat euch sagen lassen: Bekehrt euch doch ein jeder von seinem bösen Wandel und seinem ruchlosen Treiben! Dann dürft ihr wohnen bleiben in dem Lande, das der Herr euch und euren Vätern gegeben hat, in alle Ewigkeit. -Jer. 18,11; 2.Kön. 17,13.
19608#Jeremia,25,6#6. Lauft nicht andern Göttern nach, ihnen zu dienen und sie anzubeten, und reizt mich nicht zum Zorn durch die Machwerke eurer Hände, dass ich euch nicht Böses antue.
19609#Jeremia,25,7#7. Aber ihr habt mir kein Gehör geschenkt, spricht der Herr, um mich zum Zorn zu reizen durch die Machwerke eurer Hände, euch selbst zum Unheil.
19610#Jeremia,25,8#8. Darum spricht der Herr der Heerscharen also: Weil ihr auf meine Worte nicht gehört habt,
19611#Jeremia,25,9#9. siehe, so sende ich hin und hole ein Geschlecht aus dem Norden, spricht der Herr, - (ich sende) auch zu Nebukadrezar, dem König von Babel, meinem Knecht - und lasse sie kommen über dieses Land und über alle, die darin wohnen, und über alle diese Völker ringsum. Ich will sie verwüsten und zum Entsetzen machen, zum Gespött und zur ewigen Schmach, -Jer. 1,15; 4,6; 6,1.22.
19612#Jeremia,25,10#10. und will aus ihnen hinwegnehmen Freudenjubel und Jauchzen, den Jubel des Bräutigams und der Braut, das Knirschen der Mühle und das Licht der Lampe. -Jer. 7,34; 16,9.
19613#Jeremia,25,11#11. Und dieses ganze Land wird zur Wüste, zur Einöde werden, und diese Völker werden dem König von Babel dienen siebzig Jahre lang.
19614#Jeremia,25,12#12. Wenn dann die siebzig Jahre um sind, so werde ich, spricht der Herr, am König von Babel und an jenem Volke ihre Schuld heimsuchen - auch an dem Land der Chaldäer - und es auf ewig zur Wüstenei machen. -Jer. 29,10; 2.Chr. 36,21; Dan. 9,2.
19615#Jeremia,25,13#13. Und ich werde über jenem Lande alle die Worte eintreffen lassen, die ich über dasselbe geredet habe, alles, was in diesem Buche geschrieben steht, was Jeremia über alle Völker geweissagt hat.
19616#Jeremia,25,14#14. Denn sie sollen vielen Völkern und grossen Königen dienstbar werden, und ich werde ihnen nach ihrem Tun, nach dem Werk ihrer Hände vergelten. -Jer. 27,7.
19617#Jeremia,25,15#15. Denn so hat der Herr, der Gott Israels, zu mir gesprochen: Nimm diesen Becher voll schäumenden Weines aus meiner Hand und lass daraus trinken alle Völker, zu denen ich dich sende, -Hiob 21,20; Jes. 51,17.
19618#Jeremia,25,16#16. dass sie trinken und taumeln und toll werden vor dem Schwert, das ich unter sie sende.
19619#Jeremia,25,17#17. Und ich nahm den Becher aus der Hand des Herrn und gab daraus allen Völkern zu trinken, zu denen der Herr mich sandte:
19620#Jeremia,25,18#18. Jerusalem und den Städten Judas, seinen Königen und seinen Fürsten, um sie zur Einöde zu machen, zum Entsetzen, zum Gespött und zum Fluchwort, wie es denn heute am Tage ist;
19621#Jeremia,25,19#19. dem Pharao, dem Könige von Ägypten, seinen Höflingen und seinen Fürsten, seinem ganzen Volke
19622#Jeremia,25,20#20. und allem Fremdvolk; allen Königen des Landes Uz, allen Königen im Land der Philister, Askalon, Gaza, Ekron und dem Rest von Asdod;
19623#Jeremia,25,21#21. Edom und Moab und den Ammonitern;
19624#Jeremia,25,22#22. allen Königen von Tyrus, allen Königen von Sidon und den Königen der Küste jenseits des Meeres;
19625#Jeremia,25,23#23. den Leuten von Dedan, Thema und Bus und allen, die sich den Haarrand stutzen;
19626#Jeremia,25,24#24. allen Königen der Araber, die in der Wüste wohnen;
19627#Jeremia,25,25#25. allen Königen von Simri, allen Königen Elams und allen Königen der Meder;
19628#Jeremia,25,26#26. allen Königen des Nordens, den nahen und den fernen, einem nach dem andern, und allen Königreichen, die auf dem ganzen Erdboden sind; und auch der König von Sesach-1- soll nach ihnen trinken. -1) d.i. Babel.
19629#Jeremia,25,27#27. Und du sollst zu ihnen sagen: So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Trinkt und berauscht euch und speit! Fallt hin und steht nicht mehr auf - vor dem Schwert, das ich unter euch sende!
19630#Jeremia,25,28#28. Wenn sie aber den Becher aus deiner Hand nicht nehmen und nicht trinken wollen, so sage zu ihnen: So spricht der Herr der Heerscharen: Ihr müsst trinken!
19631#Jeremia,25,29#29. Denn siehe, bei der Stadt, die nach meinem Namen genannt ist, fange ich an mit dem Unheil, und ihr solltet straflos ausgehen? Ihr werdet nicht straflos ausgehen! Denn ich rufe das Schwert auf wider alle Bewohner der Erde, spricht der Herr der Heerscharen. -Jer. 49,12; 1.Petr. 4,17.
19632#Jeremia,25,30#30. Du nun weissage ihnen all diese Worte und sprich zu ihnen: Der Herr wird donnern aus der Höhe, seine Stimme erschallen lassen von seiner heiligen Wohnung; furchtbar wird er donnern über seiner Aue, ein Jauchzen wie die Keltertreter wird er anheben über alle Bewohner der Erde; -Joel 3,16; Amos 1,2.
19633#Jeremia,25,31#31. das Getöse dringt bis ans Ende der Welt. Denn einen Rechtsstreit hat der Herr mit den Völkern; er rechtet mit allem Fleisch, die Gottlosen überliefert er dem Schwerte, spricht der Herr.
19634#Jeremia,25,32#32. So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, Unheil geht aus von Volk zu Volk, und ein gewaltiger Sturm erhebt sich von den Enden der Erde.
19635#Jeremia,25,33#33. An jenem Tage werden die Erschlagenen des Herrn daliegen von einem Ende der Erde bis zum andern; nicht beklagt und nicht gesammelt und nicht begraben, werden sie zu Dünger auf dem Felde. -Jer. 16,4.
19636#Jeremia,25,34#34. Wehklaget, ihr Hirten, und schreiet! wälzt euch in Asche, ihr Herren der Herde! Denn die Zeit ist erfüllt, dass ihr geschlachtet werdet und fallen müsst wie stattliche Widder. -Jer. 4,8; 6,26; 23,1.
19637#Jeremia,25,35#35. Da gibt es kein Fliehen mehr für die Hirten und kein Entrinnen für die Herren der Herde.
19638#Jeremia,25,36#36. Horch, wie die Hirten schreien, wie die Herren der Herde wehklagen! denn der Herr verheert ihre Weide;
19639#Jeremia,25,37#37. verwüstet sind die friedlichen Auen vor dem glühenden Zorn des Herrn.
19640#Jeremia,25,38#38. Die Löwen verlassen ihr Dickicht; denn ihr Land ist zur Wüste geworden vor dem gewalttätigen Schwert und vor seinem glühenden Zorn.
19641#Jeremia,26,1#1. IM Anfang der Regierung Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, erging vom Herrn dieses Wort: -2.Kön. 23,34.
19642#Jeremia,26,2#2. So spricht der Herr: Tritt in den Vorhof des Tempels und rede zu allen Judäern, die hereinkommen, um im Hause des Herrn anzubeten, alle die Worte, die ich dir befohlen habe, ihnen zu sagen; du sollst kein Wort davontun.
19643#Jeremia,26,3#3. Vielleicht hören sie und kehren um, ein jeder von seinem bösen Wege, sodass ich mich das Unheil gereuen lasse, das ich über sie zu bringen gedenke um ihrer bösen Taten willen. -Jer. 18,8; 36,3.
19644#Jeremia,26,4#4. Und sage zu ihnen: So spricht der Herr: Wenn ihr nicht auf mich hört und nicht wandelt nach meinem Gesetze, das ich euch gegeben habe,
19645#Jeremia,26,5#5. wenn ihr nicht hört auf die Worte meiner Knechte, der Propheten, die ich zu euch sende früh und spät - doch ihr hörtet nie -, -Jer. 25,4.
19646#Jeremia,26,6#6. so werde ich diesem Hause tun wie Silo und den Namen dieser Stadt zum Fluchwort machen-1- für alle Völker der Erde. -Jer. 7,12.14; Ps. 78,60.   1) vgl. Jer. 29,21.22.
19647#Jeremia,26,7#7. Die Priester aber und die Propheten und alles Volk hörten, wie Jeremia diese Worte im Hause des Herrn sprach.
19648#Jeremia,26,8#8. Als er nun alles gesagt hatte, was ihn der Herr zu allem Volke zu reden geheissen, griffen ihn die Priester und Propheten und alles Volk und sprachen: Du musst sterben!
19649#Jeremia,26,9#9. Warum weissagst du im Namen des Herrn, es werde diesem Hause gehen wie Silo, und diese Stadt müsse so öde werden, dass niemand mehr darin wohne? Und alles Volk rottete sich wider Jeremia zusammen im Hause des Herrn.
19650#Jeremia,26,10#10. Da hörten die Fürsten Judas von diesen Dingen, und sie stiegen vom Hause des Königs hinauf zum Hause des Herrn und setzten sich an den Eingang des neuen Tores am Hause des Herrn.
19651#Jeremia,26,11#11. Nun sprachen die Priester und Propheten zu den Fürsten und allem Volk: Dieser Mann ist des Todes schuldig; denn er hat wider diese Stadt geweissagt, wie ihr mit eignen Ohren gehört habt.
19652#Jeremia,26,12#12. Da sprach Jeremia zu allen Fürsten und allem Volk: Der Herr hat mich gesandt, wider dieses Haus und wider diese Stadt alle die Worte zu weissagen, die ihr gehört habt.
19653#Jeremia,26,13#13. Und nun bessert euren Wandel und eure Taten und höret auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, so wird sich der Herr das Unheil gereuen lassen, das er euch angedroht hat. -Jer. 7,3.
19654#Jeremia,26,14#14. Ich aber, ich bin ja in eurer Hand; macht mit mir, was euch gut und recht dünkt.
19655#Jeremia,26,15#15. Doch wisset wohl: wenn ihr mich tötet, so bringt ihr unschuldiges Blut über euch und über diese Stadt und ihre Bewohner! Denn das ist gewiss, dass der Herr mich zu euch gesandt hat, alle diese Worte zu euch zu reden.
19656#Jeremia,26,16#16. Da sprachen die Fürsten und alles Volk zu den Priestern und Propheten: Dieser Mann ist nicht des Todes schuldig; er hat im Namen des Herrn, unsres Gottes, zu uns geredet.
19657#Jeremia,26,17#17. Es standen auch etliche von den Ältesten des Landes auf und sprachen zu der ganzen Volksversammlung:
19658#Jeremia,26,18#18. In den Tagen Hiskias, des Königs von Juda, hat Micha von Moreseth geweissagt; der sprach zu allem Volke Judas: «So spricht der Herr der Heerscharen: Zion wird zum Feld umgepflügt, Jerusalem wird zu Trümmerhaufen und der Tempelberg zur Waldeshöhe.» -Mi. 3,12.
19659#Jeremia,26,19#19. Haben ihn da Hiskia, der König von Juda, und ganz Juda etwa getötet? Haben sie nicht den Herrn gefürchtet und ihn angefleht, sodass sich der Herr das Unheil gereuen liess, das er ihnen angedroht hatte? Und wir wollen ein so grosses Unheil über uns selber bringen? -Jer. 18,8.
19660#Jeremia,26,20#20. Nun war noch ein Mann, der im Namen des Herrn weissagte: Uria, der Sohn Semajas, von Kirjath-Jearim; der weissagte wider diese Stadt und wider dieses Land, ganz wie Jeremia.
19661#Jeremia,26,21#21. Als nun der König Jojakim samt all seinen Kriegsleuten und allen Fürsten von seinen Reden hörte, suchte er ihn zu töten. Das erfuhr Uria, und da er sich fürchtete, floh er und entkam nach Ägypten.
19662#Jeremia,26,22#22. Da sandte der König Jojakim Männer nach Ägypten, Elnathan, den Sohn Achbors, und andre mit ihm;
19663#Jeremia,26,23#23. die holten den Uria aus Ägypten und brachten ihn zum König Jojakim, und er liess ihn mit dem Schwerte hinrichten und seinen Leichnam in die Gräber des gemeinen Volkes werfen.
19664#Jeremia,26,24#24. Dem Jeremia aber half Ahikam, der Sohn Saphans, sodass er nicht dem Volke ausgeliefert und nicht getötet wurde. -2.Kön. 22,12.
19665#Jeremia,27,1#1. IM Anfang der Regierung Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, erging vom Herrn dieses Wort an Jeremia.
19666#Jeremia,27,2#2. So sprach der Herr zu mir: Mache dir Stricke und Jochstangen und lege sie auf deinen Nacken -Jer. 28,10.
19667#Jeremia,27,3#3. und sende Botschaft an den König von Edom, den König von Moab und den König der Ammoniter, an den König von Tyrus und den König von Sidon durch die Gesandten, die nach Jerusalem zu Zedekia, dem König von Juda, gekommen sind.
19668#Jeremia,27,4#4. Befiehl ihnen, ihren Herren zu melden: So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Das sollt ihr zu euren Herren sagen:
19669#Jeremia,27,5#5. Ich bin es, der die Erde gemacht hat, die Menschen und die Tiere auf der Erde durch meine grosse Kraft und meinen ausgereckten Arm, und ich gebe sie dem, der mir gefällt.
19670#Jeremia,27,6#6. Und nun habe ich alle diese Länder in die Hand meines Knechtes Nebukadnezar, des Königs von Babel, gegeben. Auch die Tiere des Feldes habe ich ihm gegeben, dass sie ihm dienen.
19671#Jeremia,27,7#7. Und alle Völker sollen ihm und seinem Sohne und seinem Enkel dienen, bis auch seinem Lande die Stunde kommt; alsdann werden viele Völker und grosse Könige es dienstbar machen.
19672#Jeremia,27,8#8. Ein Volk und Königreich aber, das Nebukadnezar, dem König von Babel, nicht dienen und seinen Nacken dem Joch des Königs von Babel nicht fügen will, ein solches Volk will ich heimsuchen mit Schwert und Hunger und Pest und es schliesslich in seine Hand geben, spricht der Herr.
19673#Jeremia,27,9#9. Ihr nun, höret doch nicht auf eure Propheten und Wahrsager, auf eure Träumer, Zeichendeuter und Zauberer, die zu euch sagen: «Ihr werdet dem König von Babel nicht dienen müssen!» -Jer. 23,16.
19674#Jeremia,27,10#10. Denn Lüge weissagen sie euch - euch zu entfernen aus eurem Lande, dass ich euch verstosse und ihr umkommet.
19675#Jeremia,27,11#11. Ein Volk aber, das seinen Nacken dem Joch des Königs von Babel fügt und ihm dient, das werde ich auf seinem Boden lassen, spricht der Herr, und es wird ihn bebauen und darauf wohnen.
19676#Jeremia,27,12#12. Auch zu Zedekia, dem König von Juda, redete ich diese selben Worte und sprach: Fügt euren Nacken dem Joch des Königs von Babel und dient ihm und seinem Volke, so bleibt ihr am Leben.
19677#Jeremia,27,13#13. Warum willst du samt deinem Volke durch Schwert und Hunger und Pest umkommen, wie der Herr dem Volke gedroht hat, das dem König von Babel nicht dient? -Jer. 21,9.
19678#Jeremia,27,14#14. Hört nicht auf die Worte der Propheten, die zu euch sagen: «Ihr werdet dem König von Babel nicht dienen müssen!» Denn Lüge weissagen sie euch. -Jer. 14,14.
19679#Jeremia,27,15#15. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der Herr, sie weissagen fälschlich in meinem Namen - damit ich euch verstosse und ihr samt den Propheten, die euch weissagen, umkommet.
19680#Jeremia,27,16#16. Auch zu den Priestern und zu diesem ganzen Volke sprach ich: So spricht der Herr: Hört nicht auf die Worte eurer Propheten, die euch weissagen: «Wahrlich, die Geräte des Hauses des Herrn werden jetzt bald wieder von Babel zurückgebracht werden!» Denn Lüge weissagen sie euch. -Jer. 28,3.
19681#Jeremia,27,17#17. Hört nicht auf sie! Dient dem König von Babel, so bleibt ihr am Leben. Warum soll diese Stadt verwüstet werden?
19682#Jeremia,27,18#18. Wenn sie wirklich Propheten sind und ihnen das Wort des Herrn verliehen ist, so mögen sie in den Herrn der Heerscharen dringen, dass nicht auch die Geräte, die noch im Hause des Herrn und im Hause des Königs von Juda und in Jerusalem geblieben sind, nach Babel kommen.
19683#Jeremia,27,19#19. Denn so spricht der Herr der Heerscharen über die Säulen, über das (eherne) Meer, über die Gestelle und über den Rest der Geräte, die noch in dieser Stadt geblieben sind -1.Kön. 7,13-39.
19684#Jeremia,27,20#20. und die Nebukadnezar, der König von Babel, nicht mitgenommen hat, als er Jechonja-1-, den Sohn Jojakims, den König von Juda, samt allen Edlen Judas und Jerusalems von Jerusalem nach Babel in die Verbannung führte - -2.Kön. 24,14.15.   1) d.i. Jojachin.
19685#Jeremia,27,21#21. ja, so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, über die Geräte, die noch im Hause des Herrn und im Hause des Königs von Juda und in Jerusalem geblieben sind: -2.Chr. 36,18.
19686#Jeremia,27,22#22. Sie werden nach Babel geführt werden, und dort werden sie bleiben bis zu dem Tage, da ich nach ihnen sehe und sie wieder an diesen Ort heraufbringe, spricht der Herr.
19687#Jeremia,28,1#1. IM selben Jahr, im Anfang der Regierung Zedekias, des Königs von Juda, im fünften Monat des vierten Jahres, begab es sich, dass der Prophet Hananja von Gibeon, der Sohn Assurs, im Hause des Herrn in Gegenwart der Priester und des ganzen Volkes zu mir sprach:
19688#Jeremia,28,2#2. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Ich habe das Joch des Königs von Babel zerbrochen!
19689#Jeremia,28,3#3. Binnen zwei Jahren werde ich an diesen Ort alle Geräte des Hauses des Herrn zurückbringen, die Nebukadnezar, der König von Babel, von diesem Orte weggenommen und nach Babel gebracht hat.
19690#Jeremia,28,4#4. Auch Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda, und alle Verbannten Judas, die nach Babel gekommen sind, werde ich an diesen Ort zurückbringen, spricht der Herr; denn ich werde das Joch des Königs von Babel zerbrechen.
19691#Jeremia,28,5#5. Da sprach der Prophet Jeremia zu dem Propheten Hananja vor den Priestern und vor allen Leuten, die im Hause des Herrn standen -
19692#Jeremia,28,6#6. der Prophet Jeremia also sprach: So sei es! Möchte der Herr das tun! Möchte der Herr deine Worte, die du geweissagt hast, erfüllen und die Geräte des Hauses des Herrn und die Verbannten alle von Babel an diesen Ort zurückbringen!
19693#Jeremia,28,7#7. Nur höre dieses Wort, das ich dir und allem Volke zu sagen habe:
19694#Jeremia,28,8#8. Die Propheten, die vor mir und vor dir gewesen sind von uralters her, die haben über viele Länder und grosse Königreiche geweissagt von Krieg und Unheil und Pest.
19695#Jeremia,28,9#9. Wenn aber ein Prophet von Frieden weissagt, so wird man daran, dass sein Wort eintrifft, erkennen, dass in Wahrheit der Herr diesen Propheten gesandt hat. -5.Mo. 18,22.
19696#Jeremia,28,10#10. Da nahm der Prophet Hananja das Joch vom Nacken des Propheten Jeremia und zerbrach es. -Jer. 27,2.
19697#Jeremia,28,11#11. Und Hananja sprach vor allem Volk: So spricht der Herr: Ebenso werde ich binnen zwei Jahren das Joch Nebukadnezars, des Königs von Babel, vom Nacken aller Völker nehmen und es zerbrechen. Da ging der Prophet Jeremia seines Weges.
19698#Jeremia,28,12#12. Nachdem nun der Prophet Hananja das Joch vom Nacken des Propheten Jeremia genommen und es zerbrochen hatte, erging an Jeremia das Wort des Herrn:
19699#Jeremia,28,13#13. Gehe hin und sage zu Hananja: So spricht der Herr: Ein hölzernes Joch hast du zerbrochen; so werde ich dafür ein eisernes Joch machen.
19700#Jeremia,28,14#14. Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Ein eisernes Joch lege ich auf den Nacken all dieser Völker, dass sie Nebukadnezar, dem König von Babel, dienen sollen, und sie werden ihm dienen; und auch die Tiere des Feldes gebe ich ihm. -Jer. 27,6; 5.Mo. 28,48.
19701#Jeremia,28,15#15. Und der Prophet Jeremia sprach zum Propheten Hananja: Höre, Hananja! Der Herr hat dich nicht gesandt; du aber hast dieses Volk verführt, auf Lüge sich zu verlassen.
19702#Jeremia,28,16#16. Darum spricht der Herr also: Siehe, ich schicke dich weg vom Erdboden; noch in diesem Jahre wirst du sterben, weil du Abfall gepredigt hast wider den Herrn. -5.Mo. 13,5.
19703#Jeremia,28,17#17. Und der Prophet Hananja starb noch im selben Jahre, im siebenten Monat.
19704#Jeremia,29,1#1. DIES ist der Wortlaut des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem aus an den Rest der Ältesten der Verbannten sandte und an die Priester und Propheten und alles Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel in die Verbannung geführt hatte -
19705#Jeremia,29,2#2. nachdem der König Jechonja und die Gebieterin-1-, die Kämmerer und die Fürsten Judas und Jerusalems, die Schmiede und Schlosser Jerusalem verlassen hatten -, -2.Kön. 24,14.15.   1) vgl. Anm. zu Jer. 13,18.
19706#Jeremia,29,3#3. durch Eleasa, den Sohn Saphans, und Gemarja, den Sohn Hilkias, die Zedekia, der König von Juda, an Nebukadnezar, den König von Babel, nach Babel sandte. Er lautete:
19707#Jeremia,29,4#4. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, zu allen Verbannten, die von Jerusalem nach Babel in die Verbannung geschickt worden sind:
19708#Jeremia,29,5#5. Bauet Häuser und wohnet darin; pflanzet Gärten und esset ihre Frucht;
19709#Jeremia,29,6#6. nehmet euch Frauen und zeuget Söhne und Töchter; werbet um Frauen für eure Söhne und gebt eure Töchter Männern, damit sie Söhne und Töchter gebären, dass ihr euch dort mehret und euer nicht weniger werden.
19710#Jeremia,29,7#7. Suchet das Wohl des Landes, in das ich euch verbannt habe, und betet für es zum Herrn; denn sein Wohl ist auch euer Wohl.
19711#Jeremia,29,8#8. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Lasset euch nicht verführen von den Propheten, die unter euch sind, und von euren Wahrsagern; höret auch nicht auf die Träume, die sie träumen:
19712#Jeremia,29,9#9. sie weissagen euch ja nur Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der Herr. -Jer. 14,14.
19713#Jeremia,29,10#10.  Denn so spricht der Herr: Erst wenn siebzig Jahre für Babel um sind, will ich nach euch sehen. Dann will ich meine Verheissung an euch erfüllen und euch wieder an diesen Ort bringen. -Jer. 25,12; 2.Chr. 36,21-23.
19714#Jeremia,29,11#11. Denn ich weiss, was für Gedanken ich über euch hege, spricht der Herr, Gedanken zum Heil und nicht zum Unheil, euch eine Zukunft und Hoffnung zu gewähren.
19715#Jeremia,29,12#12. Wenn ihr mich ruft, so will ich euch antworten; wenn ihr zu mir betet, will ich auf euch hören.
19716#Jeremia,29,13#13. Wenn ihr mich sucht, so sollt ihr mich finden; wenn ihr nach mir fragt von ganzem Herzen, -5.Mo. 4,29.
19717#Jeremia,29,14#14. so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr. Ich werde euer Geschick wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, dahin ich euch verstossen habe, spricht der Herr, und werde euch wieder an den Ort bringen, von wo ich euch in die Verbannung geschickt. -Jer. 23,3.
19718#Jeremia,29,15#15. Wenn ihr sagt: Der Herr hat uns in Babel Propheten erweckt --1- -1) die V. 16-20 fehlen in der grÜs. des AT. V. 21 schliesst an V. 15 an.
19719#Jeremia,29,16#16. Ja, so spricht der Herr über den König, der auf dem Throne Davids sitzt, und über alles Volk, das in dieser Stadt wohnt, über eure Brüder, die nicht mit euch in die Verbannung gezogen sind,
19720#Jeremia,29,17#17. so spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ich lasse wider sie los das Schwert und den Hunger und die Pest und mache sie wie die abscheulichen Feigen, die so schlecht sind, dass man sie nicht essen kann; -Jer. 24,8.
19721#Jeremia,29,18#18. ich verfolge sie mit Schwert und Hunger und Pest und mache sie zum Entsetzen für alle Königreiche der Erde, zum Fluchwort und zum Schauder, zum Gespött und zum Hohn für alle Völker, unter die ich sie verstosse, -Jer. 24,9; 5.Mo. 28,37.
19722#Jeremia,29,19#19. dafür, dass sie nicht auf meine Worte gehört haben, spricht der Herr, mit denen ich meine Knechte, die Propheten, zu ihnen sandte früh und spät, ohne dass sie darauf hörten, spricht der Herr. -Jer. 25,4.
19723#Jeremia,29,20#20. Ihr aber, höret das Wort des Herrn, ihr Verbannten alle, die ich von Jerusalem nach Babel geschickt habe! -
19724#Jeremia,29,21#21. so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, über Ahab, den Sohn Kolajas, und über Zedekia, den Sohn Maasejas, die euch in meinem Namen Lüge weissagen: Siehe, ich gebe sie in die Hand Nebukadrezars, des Königs von Babel; der wird sie vor euren Augen töten.
19725#Jeremia,29,22#22. Und man wird ihren Namen als Fluchwort gebrauchen unter allen Verbannten Judas in Babel und sagen: «Der Herr tue dir wie dem Zedekia und dem Ahab, die der König von Babel im Feuer geröstet hat!» -
19726#Jeremia,29,23#23. darum weil sie Schandtaten begangen haben in Israel: sie haben mit den Frauen ihrer Nächsten Ehebruch getrieben und in meinem Namen Worte geredet, die ich ihnen nicht aufgetragen habe; des bin ich kundig und Zeuge, spricht der Herr.
19727#Jeremia,29,24#24. Zu Semaja von Nehelam aber sollst du sagen:
19728#Jeremia,29,25#25. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Du hast also in eignem Namen an alles Volk in Jerusalem und an den Priester Zephanja, den Sohn Maasejas, und an alle Priester einen Brief gesandt des Inhalts:
19729#Jeremia,29,26#26. «Der Herr hat dich an Stelle des Priesters Jojada zum Priester gemacht, Aufseher zu sein im Hause des Herrn über jeden Verrückten, der sich als Prophet aufspielt, dass du ihn in den Block oder ins Halseisen schliessest. -Jer. 20,2.
19730#Jeremia,29,27#27. Wie kommt es denn, dass du den Jeremia von Anathoth, der sich bei euch als Prophet aufspielt, nicht gescholten hast?
19731#Jeremia,29,28#28. Hat er doch zu uns nach Babel die Botschaft gesandt: Es dauert noch lange; bauet Häuser und wohnet darin, pflanzet Gärten und esset ihre Frucht.»
19732#Jeremia,29,29#29. Diesen Brief las der Priester Zephanja dem Propheten Jeremia vor.
19733#Jeremia,29,30#30. Da erging an Jeremia das Wort des Herrn:
19734#Jeremia,29,31#31. Sende an alle Verbannten die Botschaft: So spricht der Herr über Semaja von Nehelam: Weil euch Semaja, den ich doch nicht gesandt habe, geweissagt und euch so verführt hat, euch auf Lüge zu verlassen,
19735#Jeremia,29,32#32. darum spricht der Herr also: Siehe, ich werde Semaja von Nehelam und sein Geschlecht heimsuchen: niemand von den Seinen soll unter diesem Volke wohnen bleiben und das Glück schauen, das ich meinem Volke schaffen will, spricht der Herr; denn er hat Abfall gepredigt wider den Herrn.
19736#Jeremia,30,1#1. DAS Wort, das vom Herrn an Jeremia erging:
19737#Jeremia,30,2#2. So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreibe dir alle die Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch.
19738#Jeremia,30,3#3. Denn siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich das Geschick meines Volkes Israel und Juda wenden, spricht der Herr. Ich werde sie wieder in das Land bringen, das ich ihren Vätern gegeben habe, und sie werden es besitzen. -Jer. 29,14.
19739#Jeremia,30,4#4. Und dies sind die Worte, die der Herr über Israel und Juda geredet hat.
19740#Jeremia,30,5#5. Ja, so spricht der Herr: Schreckensgeschrei haben wir vernommen, friedeloses Entsetzen.
19741#Jeremia,30,6#6. Fraget doch und sehet, ob ein Mannsbild gebiert! Warum sah ich denn einen jeden, die Hände an den Hüften wie ein gebärendes Weib, und alle Gesichter in Leichenblässe verwandelt? -Jer. 4,31; 6,24.
19742#Jeremia,30,7#7. Wehe! gross ist jener Tag, keiner ihm gleich! eine Zeit der Not ist's für Jakob; doch wird er daraus errettet! -Joel 2,11; Zeph. 1,15.
19743#Jeremia,30,8#8. An jenem Tage, spricht der Herr der Heerscharen, da zerbreche ich das Joch, das ihren Nacken drückt, und zerreisse ihre Bande, und Fremden sollen sie nicht mehr dienen.
19744#Jeremia,30,9#9. Dem Herrn, ihrem Gott, werden sie dienen und David, ihrem König, den ich ihnen erwecken will. -Jer. 23,5; Hes. 34,23; Hos. 3,5.
19745#Jeremia,30,10#10. Du aber, fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, spricht der Herr, erschrick nicht, Israel! Denn siehe, ich errette dich aus der Ferne und dein Geschlecht aus dem Lande der Gefangenschaft; und Jakob wird heimkehren und Ruhe haben, wird sicher leben, und niemand soll ihn aufschrecken. -Jer. 46,27; Jes. 43,5.
19746#Jeremia,30,11#11. Denn ich bin mit dir, spricht der Herr, dir zu helfen: ich will den Garaus machen allen Völkern, unter die ich dich zerstreut habe, nur dir will ich nicht den Garaus machen. Ich will dich züchtigen nach Billigkeit, doch gänzlich ungestraft kann ich dich nicht lassen. -Jer. 4,27; 5,18; 10,24; Amos 9,8.
19747#Jeremia,30,12#12. Also spricht der Herr: Unheilbar ist dein Schaden, bösartig deine Wunde.
19748#Jeremia,30,13#13. Es gibt kein Heilmittel für das Geschwür, kein Vernarben gibt es für dich.
19749#Jeremia,30,14#14. All deine Buhlen haben deiner vergessen; sie fragen nicht nach dir. Denn wie ein Feind schlägt, habe ich dich geschlagen mit grausamer Züchtigung, weil deine Schuld so gross, weil deiner Sünden so viele sind.
19750#Jeremia,30,15#15. Warum schreist du ob deines Schadens, ob deines unheilbaren Schmerzes? Weil deine Schuld so gross, weil deiner Sünden so viele sind, habe ich dir solches getan.
19751#Jeremia,30,16#16. Darum sollen alle, die dich fressen, gefressen werden, und alle deine Bedränger sollen in die Gefangenschaft wandern; die dich plündern, fallen der Plünderung anheim, und alle, die dich berauben, gebe ich der Beraubung preis. -Jer. 2,3; 10,25; Jes. 33,1; Hes. 39,10.
19752#Jeremia,30,17#17. Denn ich lasse deine Wunden vernarben und heile dich von deinen Schlägen, spricht der Herr, nennen sie dich <das ist Zion> doch eine Verstossene, nach der niemand fragt. -Jer. 33,6; Jes. 62,4.
19753#Jeremia,30,18#18. So spricht der Herr: Siehe, ich werde das Geschick der Zelte Jakobs wenden und seiner Wohnstätten mich erbarmen. Die Stadt soll neu gebaut werden auf ihrem Schutthügel, und die Burg soll wieder auf ihrem Platze stehen, -Ps. 126,1.
19754#Jeremia,30,19#19. und Loblieder und Freudengesänge werden von dort erschallen. Ich will sie mehren, und sie sollen nicht abnehmen; ich will sie zu Ehren bringen, und sie sollen nicht verachtet sein.
19755#Jeremia,30,20#20. Seine Söhne sollen sein wie zuvor, und seine Gemeinde wird vor mir bestehen bleiben; doch alle seine Bedränger will ich heimsuchen.
19756#Jeremia,30,21#21. Ihm selbst soll sein Herrscher entstammen, und sein Fürst soll aus seiner Mitte hervorgehen. Ihn will ich mir nahen lassen, dass er vor mich trete; denn wer sonst wagte sein Leben daran, mir zu nahen? spricht der Herr. -Jer. 23,5; Mi. 5,2.
19757#Jeremia,30,22#22. Dann werdet ihr mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein. -Jer. 24,7; 31,33.
19758#Jeremia,30,23#23. Siehe, ein Sturm geht aus vom Herrn, glühender Zorn; ein wirbelnder Sturm stürzt herab auf das Haupt der Frevler. -Jer. 23,19.
19759#Jeremia,30,24#24. Nicht wendet sich der grimmige Zorn des Herrn, bis er das Sinnen seines Herzens vollbracht, zur Tat gemacht hat. Am Ende der Tage werdet ihr es recht verstehen. -Jer. 23,20.
19760#Jeremia,31,1#1. Zu jener Zeit, spricht der Herr, werde ich aller Geschlechter Israels Gott sein, und sie werden mein Volk sein.
19761#Jeremia,31,2#2. Also spricht der Herr: Gnade fand in der Wüste das Volk, dem Schwerte entronnen, als Israel wanderte, zu seiner Ruhe zu kommen.
19762#Jeremia,31,3#3. Von fernher erschien ihm der Herr (und sprach): Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus Güte.
19763#Jeremia,31,4#4. Wiederum will ich dich bauen, dass du neugebaut seiest, Jungfrau Israel! Wiederum sollst du dich mit deinen Handpauken schmücken und ausziehen im Reigen der Fröhlichen.
19764#Jeremia,31,5#5. Wiederum sollst du Weingärten pflanzen auf den Bergen Samariens; ja, pflanzen wird man sie und (ihre Früchte) geniessen.
19765#Jeremia,31,6#6. Denn es kommt ein Tag, da werden die Wächter auf Ephraims Bergen rufen: «Kommt, lasset uns nach Zion pilgern, zu dem Herrn, unserm Gott!»
19766#Jeremia,31,7#7. Denn also spricht der Herr: Frohlocket mit Freuden über Jakob, jauchzet über das erste der Völker! Verkündet es, lobsinget und sagt: «Geholfen hat der Herr seinem Volke, dem Rest Israels!»
19767#Jeremia,31,8#8. Siehe, ich führe sie heim aus dem Lande des Nordens und sammle sie von den Enden der Erde, auch die Blinden und Lahmen, die Schwangern und Gebärenden insgesamt; als grosse Gemeinde kehren sie hierher zurück.
19768#Jeremia,31,9#9. Mit Weinen kommen sie und unter Flehen; ich werde sie leiten, werde sie führen zu Wasserbächen auf ebenem Wege, auf dem sie nicht straucheln; denn ich bin Israels Vater geworden, und Ephraim ist mein Erstgeborner.
19769#Jeremia,31,10#10. Höret das Wort des Herrn, ihr Völker, und verkündet es an den fernen Gestaden und sprecht: Der Israel zerstreut hat, er sammelt es wieder und hütet es wie ein Hirt seine Herde. -Jes. 40,11.
19770#Jeremia,31,11#11. Ja, der Herr hat Jakob losgekauft, ihn aus der Hand eines Stärkern befreit. -Jes. 49,24.25.
19771#Jeremia,31,12#12. Und sie werden kommen und auf der Höhe des Zion frohlocken, werden strahlen vor Freude über den Segen des Herrn: über das Korn und den Wein und das Öl und über die Schafe und Rinder; und ihre Seele wird sein wie ein wohlbewässerter Garten, und sie werden nicht mehr schmachten. -Jes. 58,11.
19772#Jeremia,31,13#13. Alsdann wird sich die Jungfrau am Reigen erfreuen, und jung und alt wird fröhlich sein; ich werde ihre Trauer in Freude wandeln, werde sie trösten und froh machen nach ihrem Kummer.
19773#Jeremia,31,14#14. Ich werde die Seele der Priester laben mit Fett, und mein Volk wird an meinem Segen sich sättigen, spricht der Herr.
19774#Jeremia,31,15#15. So spricht der Herr: Horch! in Rama hört man klagen, bitterlich weinen. Rahel weint um ihre Kinder, will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind. -Mt. 2,18.
19775#Jeremia,31,16#16. So spricht der Herr: Wehre deiner Stimme das Weinen und deinen Augen die Tränen, denn deine Mühe soll noch belohnt werden, spricht der Herr; sie kehren heim aus dem Lande des Feindes.
19776#Jeremia,31,17#17. Es gibt noch eine Hoffnung für deine Zukunft, spricht der Herr, die Kinder kehren heim in ihre Marken.
19777#Jeremia,31,18#18. Gar wohl habe ich gehört, wie Ephraim klagt: «Du hast mich gezüchtigt, wie ein junges, ungebärdiges Rind ward ich gezüchtigt. Führe mich zurück, dass ich heimkehre; bist du doch der Herr, mein Gott. -Kla. 5,21.
19778#Jeremia,31,19#19. Nachdem ich in die Verbannung gewandert, tat ich ja Busse, und nachdem ich gezüchtigt war, schlug ich an meine Brust. Ich bin beschämt und tief zerknirscht; denn ich trage die Schmach meiner Jugend.»
19779#Jeremia,31,20#20. «Ist eigentlich Ephraim mein teurer Sohn, ist er mein Lieblingskind? Sooft ich von ihm rede, muss ich immerfort seiner gedenken; darum stürmt mein Herz ihm entgegen, ich muss mich seiner erbarmen», spricht der Herr.
19780#Jeremia,31,21#21. Stelle dir Merkzeichen auf, setze dir hohe Säulen; habe acht auf die Strasse, auf den Weg, den du gezogen bist! Kehre heim, Jungfrau Israel, kehre heim zu diesen deinen Städten!
19781#Jeremia,31,22#22. Wie lange noch willst du umherschweifen, abtrünnige Tochter? Denn der Herr schafft Neues im Lande: das Weib wird den Mann umgeben.
19782#Jeremia,31,23#23. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Noch wird es dazu kommen, dass man im Lande Juda und in seinen Städten, wenn ich ihr Geschick wende, dieses Wort spricht: Der Herr segne dich, du Flur der Gerechtigkeit, du heiliger Berg, -Sach. 8,3.
19783#Jeremia,31,24#24. und die Bewohner Judas zu Stadt und Land insgesamt, die Ackerbauer und die mit der Herde ziehen.
19784#Jeremia,31,25#25. Denn ich tränke die ermattete Seele, jede schmachtende Seele sättige ich. -
19785#Jeremia,31,26#26. Darüber erwachte ich und sah auf, und mein Schlaf war mir süss gewesen.
19786#Jeremia,31,27#27. Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da besäe ich das Haus Israel und das Haus Juda mit Saat von Menschen und Vieh,
19787#Jeremia,31,28#28. und wie ich über ihnen gewacht habe, auszureissen und niederzureissen, zu zerstören und zu verderben und wehe zu tun, so werde ich über ihnen wachen, zu pflanzen und aufzubauen, spricht der Herr. -Jer. 1,10; 24,6.
19788#Jeremia,31,29#29. In jenen Tagen wird man nicht mehr sagen: «Die Väter haben saure Trauben gegessen, und den Kindern werden davon die Zähne stumpf», -Hes. 18,2.
19789#Jeremia,31,30#30. sondern ein jeder wird um seiner eignen Schuld willen sterben; einem jeden, der die sauren Trauben isst, sollen die eignen Zähne stumpf werden.
19790#Jeremia,31,31#31. Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da schliesse ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund, -Jer. 32,40.
19791#Jeremia,31,32#32. nicht einen Bund, wie ich ihn mit ihren Vätern schloss zu der Zeit, da ich sie bei der Hand nahm, sie aus dem Lande Ägypten herauszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, ich aber habe sie verworfen, spricht der Herr.
19792#Jeremia,31,33#33. Nein, das ist der Bund, den ich nach jenen Tagen mit dem Hause Israel schliessen will, spricht der Herr: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und es ihnen ins Herz schreiben; ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. -Jer. 24,7; 32,38; Hes. 11,19.
19793#Jeremia,31,34#34. Da wird keiner mehr den andern, keiner seinen Bruder belehren und sprechen: «Erkennet den Herrn!» sondern sie werden mich alle erkennen, klein und gross, spricht der Herr; denn ich werde ihre Schuld verzeihen und ihrer Sünden nimmermehr gedenken. -Jer. 33,8; 50,20; Jes. 43,25; 54,13.
19794#Jeremia,31,35#35. So spricht der Herr, der die Sonne gesetzt hat zum Licht am Tage, den Mond und die Sterne zum Licht für die Nacht, der das Meer erregte, dass seine Wogen brausten - Herr der Heerscharen ist sein Name -:
19795#Jeremia,31,36#36. So gewiss diese Ordnungen vor mir niemals vergehen, spricht der Herr, so gewiss werden auch die Geschlechter Israels nimmermehr aufhören, vor mir ein Volk zu sein für und für. -Jer. 33,25.26.
19796#Jeremia,31,37#37. So spricht der Herr: So gewiss die Himmel droben nicht zu ermessen und die Grundfesten der Erde drunten nicht zu ergründen sind, so gewiss will ich die Geschlechter Israels nicht verwerfen um all ihrer Taten willen, spricht der Herr.
19797#Jeremia,31,38#38. Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da wird die Stadt für den Herrn wieder aufgebaut vom Turm Hananeels an bis zum Ecktor; -Sach. 14,10.
19798#Jeremia,31,39#39. von da wird die Meßschnur weitergehen geradeaus bis zum Hügel Gareb und dann umbiegen nach Goa.
19799#Jeremia,31,40#40. Und das ganze Tal, die Leichen und die Fettopferasche samt allen Feldern bis zum Bach Kidron, bis an die Ecke des Rosstors gegen Osten hin, wird dem Herrn heilig sein. Es wird nie wieder eingerissen noch zerstört werden.
19800#Jeremia,32,1#1. DAS Wort, das vom Herrn an Jeremia erging im zehnten Jahre Zedekias, des Königs von Juda - das ist das achtzehnte Jahr Nebukadrezars.
19801#Jeremia,32,2#2. Damals belagerte das Heer des Königs von Babel Jerusalem. Der Prophet Jeremia aber sass gefangen im Wachthofe, der sich im Palast des Königs von Juda befand. -2.Kön. 25,1.
19802#Jeremia,32,3#3. Zedekia, der König von Juda, hatte ihn nämlich gefangensetzen lassen, indem er sprach: Warum weissagst du also: «So spricht der Herr: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hand des Königs von Babel, der wird sie einnehmen; -Jer. 21,7; 34,2.
19803#Jeremia,32,4#4. und Zedekia, der König von Juda, wird den Chaldäern nicht entrinnen, sondern, fürwahr, er wird dem König von Babel in die Hände fallen, und er wird von Mund zu Mund mit ihm reden und Auge in Auge ihn sehen.
19804#Jeremia,32,5#5. Und er wird den Zedekia nach Babel führen, und dort wird er bleiben, bis ich mich seiner annehme, spricht der Herr. Wenn ihr mit den Chaldäern kämpft, werdet ihr kein Glück haben.»
19805#Jeremia,32,6#6. Jeremia nun sprach: Der Herr hat so zu mir geredet:
19806#Jeremia,32,7#7. Siehe, Hanameel, der Sohn Sallums, deines Oheims, wird zu dir kommen und sagen: «Kaufe dir meinen Acker, der in Anathoth liegt; denn dir steht es nach dem Einlösungsrecht zu, ihn zu kaufen.»
19807#Jeremia,32,8#8. Und Hanameel, der Sohn meines Oheims, kam gemäss dem Worte des Herrn zu mir in den Wachthof und sagte zu mir: «Kaufe doch meinen Acker, der in Anathoth im Lande Benjamin liegt; denn dir steht es nach dem Eigentumsrecht und dem Einlösungsrecht zu. Kaufe ihn dir!» Da erkannte ich, dass es das Wort des Herrn war.
19808#Jeremia,32,9#9. Und ich kaufte Hanameel, dem Sohne meines Oheims, den Acker zu Anathoth ab und hatte ihm siebzehn Lot Silber darzuwägen.
19809#Jeremia,32,10#10. Ich schrieb den Kaufbrief und versiegelte ihn, zog auch Zeugen zu und wog ihm das Silber auf der Waage dar.
19810#Jeremia,32,11#11. Und ich nahm den Kaufbrief, den versiegelten samt dem offenen,
19811#Jeremia,32,12#12. und übergab ihn Baruch, dem Sohne Nerias, des Sohnes Maasejas, vor den Augen Hanameels, des Sohnes meines Oheims, und vor den Augen der Zeugen, die den Kaufbrief unterschrieben hatten, und vor den Augen aller Juden, die im Wachthofe sassen.
19812#Jeremia,32,13#13. Und ich gab Baruch vor ihren Augen den Auftrag:
19813#Jeremia,32,14#14. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Nimm diese Briefe, nämlich diesen versiegelten Kaufbrief und diesen offenen Brief, und tue sie in einen irdenen Behälter, damit sie lange Zeit erhalten bleiben.
19814#Jeremia,32,15#15. Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Man wird in diesem Lande wieder einmal Häuser und Äcker und Weingärten kaufen.
19815#Jeremia,32,16#16. Nachdem ich nun den Kaufbrief Baruch, dem Sohne Nerias, übergeben hatte, betete ich zum Herrn:
19816#Jeremia,32,17#17. Ach, Herr, siehe, du hast Himmel und Erde geschaffen durch deine grosse Kraft und deinen ausgereckten Arm ; für dich ist kein Ding unmöglich - -Jer. 27,5; 1.Mo. 18,14.
19817#Jeremia,32,18#18. der du Gnade übst an Tausenden und die Schuld der Väter ihren Kindern, die nach ihnen kommen, heimzahlst, du, der grosse und starke Gott, dessen Name ist «Herr der Heerscharen», -2.Mo. 20,5.6; 34,7.
19818#Jeremia,32,19#19. gross an Rat und mächtig von Tat, dessen Augen offenstehen über allen Wegen der Menschenkinder, einem jeden zu geben nach seinem Wandel und nach seinem Verdienen; -Jer. 16,17; Röm. 2,6.
19819#Jeremia,32,20#20. der du Zeichen und Wunder getan hast im Lande Ägypten, (denkwürdig) bis auf den heutigen Tag, an Israel und an den andern Menschen und dir so einen Namen gemacht hast, wie es heute am Tage ist;
19820#Jeremia,32,21#21. der du dein Volk Israel mit Zeichen und Wundern, mit starker Hand und ausgerecktem Arm und grossem Schrecken aus dem Lande Ägypten herausgeführt -5.Mo. 26,8.
19821#Jeremia,32,22#22. und ihnen dieses Land gegeben hast, wie du ja ihren Vätern geschworen hattest, es ihnen zu geben, ein Land, das von Milch und Honig fliesst.
19822#Jeremia,32,23#23. Und sie zogen ein und nahmen es in Besitz, aber sie hörten nicht auf deine Stimme und wandelten nicht nach deinem Gesetze; nichts von alledem, was du ihnen zu tun geboten, haben sie getan. Darum liessest du all dieses Unglück über sie kommen -
19823#Jeremia,32,24#24. siehe, die Dämme (der Belagerer) reichen schon bis an die Stadt, sie einzunehmen, und die Stadt ist in die Hand der Chaldäer gegeben, die wider sie streiten durch Schwert und Hunger und Pest, und was du gedroht hast, ist eingetroffen; du siehst es ja.
19824#Jeremia,32,25#25. Und da sagst du zu mir: «Kaufe dir den Acker um Geld und ziehe Zeugen zu» - wo doch die Stadt in die Hand der Chaldäer gegeben ist!
19825#Jeremia,32,26#26. Da erging an Jeremia das Wort des Herrn: -4.Mo. 16,22.
19826#Jeremia,32,27#27. Siehe, ich bin der Herr, der Gott alles Fleisches; sollte für mich etwas unmöglich sein?
19827#Jeremia,32,28#28. Darum spricht der Herr also: Siehe, ich gebe diese Stadt in die Hand der Chaldäer und in die Hand Nebukadrezars, des Königs von Babel, und er wird sie einnehmen. -Jer. 21,10.
19828#Jeremia,32,29#29. Die Chaldäer, die wider diese Stadt streiten, werden hineinkommen und die Stadt anzünden und die Häuser verbrennen, auf deren Dächern man dem Baal geopfert und fremden Göttern Trankopfer ausgegossen hat, um mich zu erzürnen. -Jer. 19,13.
19829#Jeremia,32,30#30. Denn die Israeliten und die Judäer haben von Jugend auf immer nur getan, was mir missfiel; ja, die Israeliten haben mich immer nur erzürnt mit dem Machwerk ihrer Hände, spricht der Herr.
19830#Jeremia,32,31#31. Ja, zum Zorn und zum Grimm hat diese Stadt mich gereizt von dem Tage an, da man sie baute, bis auf diesen Tag, sodass ich sie mir nun aus den Augen schaffe
19831#Jeremia,32,32#32. wegen all des Bösen, das die Israeliten und die Judäer verübt haben, mich zu erzürnen, sie selbst und ihre Könige und Fürsten, ihre Priester und Propheten, die Männer von Juda und die Bewohner Jerusalems.
19832#Jeremia,32,33#33. Sie haben mir den Rücken zugekehrt und nicht das Angesicht. Und ob ich sie auch lehrte früh und spät, sie wollten nicht hören, wollten nicht Zucht annehmen. -Jer. 2,27; 25,4.
19833#Jeremia,32,34#34. Sie stellten in dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, ihre Scheusale-1- auf, es zu verunreinigen, -Jer. 7,30; 23,11; 2.Kön. 21,4.5.   1) d.h. Götzen.
19834#Jeremia,32,35#35. und bauten die Baalshöhen im Tale Ben-Hinnom, ihre Söhne und Töchter dem Moloch zu verbrennen; und doch habe ich ihnen das niemals geboten, und nie ist es mir in den Sinn gekommen, dass sie solche Greuel tun sollten, um Juda zur Sünde zu verleiten. -Jer. 7,31; 19,5.
19835#Jeremia,32,36#36. Und nun spricht der Herr, der Gott Israels, von dieser Stadt, von der ihr sagt, dass sie durch Schwert und Hunger und Pest in die Hand des Königs von Babel gegeben sei:
19836#Jeremia,32,37#37. Siehe, ich werde sie-1- sammeln aus allen Ländern, in die ich sie in meinem Zorn und Grimm und grossen Groll verstossen habe, und werde sie wieder an diesen Ort bringen und sie da sicher wohnen lassen. -Jer. 29,14.   1) d.h. die zerstreuten Juden.
19837#Jeremia,32,38#38. Und sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein. -Jer. 24,7; 30,22.
19838#Jeremia,32,39#39. Ich werde ihnen ein andres Herz und einen andern Wandel geben, dass sie mich fürchten allezeit ihnen selbst zum Heil und ihren Kindern, die nach ihnen kommen. -Jer. 31,33; Hes. 11,19.
19839#Jeremia,32,40#40. Und ich werde mit ihnen einen ewigen Bund schliessen, dass ich mich nie von ihnen abwenden, sondern ihnen Gutes tun will, und die Furcht vor mir werde ich ihnen ins Herz legen, dass sie nicht von mir weichen. -Jer. 31,31.
19840#Jeremia,32,41#41. Es wird mir eine Lust sein, ihnen Gutes zu tun, und ich werde sie in dieses Land einpflanzen in Treuen, von ganzem Herzen und von ganzer Seele. -Amos 9,15.
19841#Jeremia,32,42#42. Denn so spricht der Herr: Wie ich über dieses Volk all dies grosse Unheil gebracht habe, so bringe ich über sie nun all das Heil, das ich ihnen verheisse.
19842#Jeremia,32,43#43. Und man wird wieder Äcker kaufen in diesem Lande, von dem ihr sagt: Es ist eine Wüste ohne Menschen und Vieh, dahingegeben in die Hand der Chaldäer.
19843#Jeremia,32,44#44. Äcker wird man kaufen um Geld, den Kaufbrief schreiben und versiegeln und Zeugen zuziehen im Lande Benjamin und in der Umgebung Jerusalems, in den Städten Judas und in den Städten auf dem Gebirge, in den Städten der Niederung und in den Städten des Südlands. Denn ich werde ihr Geschick wenden, spricht der Herr.
19844#Jeremia,33,1#1. UND das Wort des Herrn erging zum zweitenmal an Jeremia, während er noch im Wachthofe eingeschlossen war: -Jer. 32,2.
19845#Jeremia,33,2#2. So spricht der Herr, der die Erde schuf, der sie bildete, um sie festzustellen - Herr ist sein Name -:
19846#Jeremia,33,3#3. Rufe mich an, so will ich dir antworten und dir Grosses, Unfassbares kundtun, Dinge, die du nicht weisst.
19847#Jeremia,33,4#4. Denn so spricht der Herr, der Gott Israels, von den Häusern dieser Stadt und von den Häusern der Könige Judas, die man niederriss für Wälle und Vorwerke,
19848#Jeremia,33,5#5. um sie im Kampf mit den Chaldäern zu verwenden und um sie zu füllen mit den Leichen der Menschen, die ich in meinem Zorn und Grimm geschlagen und vor denen ich mein Angesicht verborgen habe wegen all ihrer Ruchlosigkeit:
19849#Jeremia,33,6#6. Siehe, ich schaffe der Stadt Genesung und Heilung; ich mache sie gesund und eröffne ihren Bewohnern den Reichtum dauernder Wohlfahrt.
19850#Jeremia,33,7#7. Ich wende das Geschick Judas und das Geschick Israels und baue sie wiederum auf wie vor alters, -Jer. 24,6.
19851#Jeremia,33,8#8. und ich reinige sie von all ihrer Schuld, mit der sie sich an mir versündigt haben, und verzeihe ihnen alle Verschuldungen, mit denen sie sich an mir versündigt und sich gegen mich vergangen haben. -Jer. 31,34.
19852#Jeremia,33,9#9. Und sie wird ein Gegenstand der Freude, des Lobpreises und des Rühmens werden für alle Völker der Erde, die von all dem Guten hören, das ich schaffe, und sie werden (vor Freude) beben und zittern ob all dem Guten und all dem Heil, das ich ihr schaffe.
19853#Jeremia,33,10#10. So spricht der Herr: An diesem Orte, von dem ihr sagt: «Er ist verödet, ohne Menschen und ohne Vieh», in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems, die verwüstet sind, ohne Menschen und ohne Vieh, -Jer. 32,43.
19854#Jeremia,33,11#11. wird man noch einmal Freudenjubel hören und Jauchzen, den Jubel des Bräutigams und den Jubel der Braut, das Lied derer, die da singen: «Danket dem Herrn der Heerscharen; denn der Herr ist freundlich, ja, seine Güte währet ewig!» und die Dankopfer bringen in das Haus des Herrn. Denn ich wende das Geschick des Landes, dass es ist wie vor alters, spricht der Herr. -Jer. 7,34; Ps. 136,1.
19855#Jeremia,33,12#12. So spricht der Herr der Heerscharen: An diesem Orte, der verödet ist, ohne Menschen und ohne Vieh, und in allen seinen Städten wird noch einmal eine Aue für Hirten sein, die ihre Herden lagern lassen.
19856#Jeremia,33,13#13. In den Städten auf dem Gebirge und in den Städten der Niederung, in den Städten des Südlands und im Lande Benjamin, in der Umgebung Jerusalems und in den Städten Judas werden die Schafe wieder vorübergehen unter den Händen des (Hirten), der sie zählt, spricht der Herr.
19857#Jeremia,33,14#14. Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da erfülle ich die Verheissung, die ich dem Hause Israel und dem Hause Juda gegeben habe. -Jer. 23,5.6.
19858#Jeremia,33,15#15. In jenen Tagen und zu jener Zeit werde ich dem David sprossen lassen einen gerechten Spross, und der wird Recht und Gerechtigkeit üben im Lande.
19859#Jeremia,33,16#16. In jenen Tagen wird Juda geholfen werden, und Jerusalem wird sicher bleiben; und das ist der Name, mit dem man es nennen wird: «Der Herr unser Heil!» -Jer. 23,6.
19860#Jeremia,33,17#17. Denn so spricht der Herr: Nie soll es dem David an einem (Nachkommen) fehlen, der auf dem Throne des Hauses Israel sitzt. -Ps. 89,30.
19861#Jeremia,33,18#18. Auch den levitischen Priestern soll es nie an einem (Nachkommen) fehlen, der vor mir Brandopfer opfert, Speisopfer verbrennt und Schlachtopfer darbringt alle Tage.
19862#Jeremia,33,19#19. Und es erging an Jeremia das Wort des Herrn:
19863#Jeremia,33,20#20. So spricht der Herr: So gewiss ihr meinen Bund mit dem Tage und meinen Bund mit der Nacht nicht aufheben könnt, also dass Tag und Nacht nicht mehr eintreten würden zu ihrer Zeit, -Jer. 31,35.36.
19864#Jeremia,33,21#21. so gewiss wird auch mein Bund mit meinem Knechte David nicht aufgehoben werden, sodass er keinen Sohn mehr hätte, der auf seinem Throne herrschte, noch auch mein Bund mit den Leviten, den Priestern, die meine Diener sind.
19865#Jeremia,33,22#22. Unzählbar wie das Heer des Himmels und unermesslich wie den Sand des Meeres will ich die Nachkommen meines Knechtes David machen und die Leviten, die mir dienen. -1.Mo. 15,5; 22,17.
19866#Jeremia,33,23#23. Und es erging an Jeremia das Wort des Herrn:
19867#Jeremia,33,24#24. Hast du nicht gesehen, wie diese Leute reden: «Die zwei Geschlechter, die der Herr erwählt hatte, die hat er verworfen», und wie sie mein Volk verachten, dass es ihnen nicht mehr als ein Volk gilt?
19868#Jeremia,33,25#25. So spricht der Herr: So gewiss ich Tag und Nacht geschaffen und die Ordnungen des Himmels und der Erde festgesetzt habe,
19869#Jeremia,33,26#26. so gewiss werde ich auch das Geschlecht Jakobs und meinen Knecht David nicht verwerfen, also dass ich aus seinem Geschlechte keine Fürsten mehr nähme über das Geschlecht Abrahams, Isaaks und Jakobs. Denn ich werde ihr Geschick wenden und mich ihrer erbarmen. -Jer. 29,14; 30,3.
19870#Jeremia,34,1#1. DAS Wort, das vom Herrn an Jeremia erging, als Nebukadnezar, der König von Babel, und sein ganzes Heer und alle Königreiche des Gebietes, das ihm untertan war, und alle Völker wider Jerusalem und wider alle dazugehörigen Städte stritten: -Jer. 52,4; 2.Kön. 25,1.
19871#Jeremia,34,2#2. So spricht der Herr, der Gott Israels: Gehe zu Zedekia, dem König von Juda, und sage zu ihm: So spricht der Herr: Siehe, ich werde diese Stadt in die Hand des Königs von Babel geben; der wird sie verbrennen. -Jer. 21,10; 32,28.
19872#Jeremia,34,3#3. Und du selber wirst seiner Hand nicht entrinnen, sondern gewiss ergriffen und in seine Hand gegeben werden; du wirst den König von Babel von Angesicht zu Angesicht sehen, und er wird von Mund zu Mund mit dir reden; alsdann wirst du nach Babel kommen.
19873#Jeremia,34,4#4. Vernimm jedoch das Wort des Herrn, Zedekia, König von Juda! So spricht der Herr über dich: Du wirst nicht durch das Schwert sterben;
19874#Jeremia,34,5#5. in Frieden wirst du sterben. Wie deinen Vätern, den frühern Königen, die vor dir gewesen sind, so wird man auch dir zu Ehren Totenfeuer anzünden und über dich klagen: «Ach, Herr!» Denn also habe ich es geredet, spricht der Herr. -2.Chr. 16,14.
19875#Jeremia,34,6#6. Alle diese Worte redete der Prophet Jeremia zu Zedekia, dem König von Juda, in Jerusalem,
19876#Jeremia,34,7#7. als das Heer des Königs von Babel wider Jerusalem stritt und wider alle Städte Judas, die noch übrig waren, nämlich Lachis und Aseka; denn diese waren allein noch vorhanden von den festen Städten Judas.
19877#Jeremia,34,8#8. DAS Wort, das vom Herrn an Jeremia erging, als der König Zedekia mit allem Volk in Jerusalem die Übereinkunft getroffen hatte, eine Freilassung auszurufen:
19878#Jeremia,34,9#9. dass ein jeder seinen Sklaven und seine Sklavin, sofern sie Hebräer seien, freilassen solle, sodass unter ihnen keiner mehr einen Judäer, seinen Bruder, als Sklaven halte.
19879#Jeremia,34,10#10. Und es gehorchten alle Obern und das ganze Volk, welche die Übereinkunft eingegangen waren, dass ein jeder seinen Sklaven und seine Sklavin freilassen und sie nicht mehr als Sklaven halten solle - sie gehorchten und liessen sie frei.
19880#Jeremia,34,11#11. Darnach aber wurden sie andern Sinnes: sie holten die Sklaven und Sklavinnen, die sie freigelassen hatten, zurück und zwangen sie, wieder Sklaven und Sklavinnen zu werden.
19881#Jeremia,34,12#12. Da erging das Wort des Herrn an Jeremia also:
19882#Jeremia,34,13#13. So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich selbst habe mit euren Vätern einen Bund geschlossen, als ich sie aus dem Lande Ägypten, aus dem Sklavenhause, herausführte; da heisst es:
19883#Jeremia,34,14#14. «Nach Verlauf von sechs Jahren sollt ihr ein jeder seinen hebräischen Bruder, der sich dir verkauft, freilassen; sechs Jahre soll er dir dienen, dann sollst du ihn freilassen.» Aber eure Väter haben mir nicht gehorcht, mir kein Gehör geschenkt. -2.Mo. 21,2; 5.Mo. 15,12.
19884#Jeremia,34,15#15. Nun habt ihr es heute anders gehalten und habt getan, was recht ist vor mir, indem ihr Freilassung füreinander ausrieft, und ihr habt vor mir eine Übereinkunft getroffen in dem Hause, das meinen Namen trägt.
19885#Jeremia,34,16#16. Dann aber seid ihr andern Sinnes geworden und habt meinen Namen entweiht: ihr habt ein jeder seinen Sklaven und seine Sklavin, die ihr nach ihrem Belieben frei hattet gehen lassen, zurückgeholt und sie gezwungen, wieder eure Sklaven und Sklavinnen zu werden.
19886#Jeremia,34,17#17. Darum spricht der Herr also: Ihr habt nicht auf mich gehört, dass ihr, ein jeder für seinen Bruder und ein jeder für seinen Nächsten, Freilassung ausgerufen hättet. So rufe ich denn nun Freilassung für euch aus, spricht der Herr, dass ihr dem Schwert, der Pest und dem Hunger verfallen sollt, und mache euch zum Entsetzen für alle Königreiche der Erde.
19887#Jeremia,34,18#18. Und die Männer, die meinen Bund übertreten und die Worte des Bundes nicht gehalten haben, den sie vor mir geschlossen hatten, indem sie das Kalb entzweischnitten und zwischen seinen Stücken hindurchgingen, -1.Mo. 15,10.17.
19888#Jeremia,34,19#19. die Fürsten Judas und die Fürsten Jerusalems, die Kämmerer und die Priester und das ganze Volk des Landes - wer immer zwischen den Stücken des Kalbes hindurchgegangen ist -,
19889#Jeremia,34,20#20. die gebe ich in die Hand ihrer Feinde, in die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten; und ihre Leichen sollen den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes zum Frasse dienen. -Jer. 7,33.
19890#Jeremia,34,21#21. Auch Zedekia, den König von Juda, und seine Fürsten gebe ich in die Hand ihrer Feinde, in die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten, in die Gewalt des Heers des Königs von Babel, das jetzt von euch abgezogen ist. -Jer. 37,5.
19891#Jeremia,34,22#22. Siehe, ich gebiete, spricht der Herr, und bringe sie wieder vor diese Stadt, und sie werden wider sie streiten und sie einnehmen und verbrennen; und die Städte Judas mache ich zur unbewohnten Wüste. -Jer. 37,8.
19892#Jeremia,35,1#1. DAS Wort, das vom Herrn an Jeremia erging in den Tagen Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda:
19893#Jeremia,35,2#2. Gehe hin zur Familie der Rechabiten und rede mit ihnen und führe sie ins Haus des Herrn in eines der Gemächer und gib ihnen Wein zu trinken.
19894#Jeremia,35,3#3. Da holte ich Jaasanja, den Sohn Jeremias, des Sohnes Habazinjas, und seine Brüder und Söhne, die ganze Familie der Rechabiten,
19895#Jeremia,35,4#4. und führte sie in das Haus des Herrn, in das Gemach der Söhne Hanans, des Sohnes Jigdaljas, des Gottesmannes, neben dem Gemach der Fürsten, das sich über dem Gemach Maasejas, des Sohnes Sallums, des Schwellenhüters, befindet.
19896#Jeremia,35,5#5. Hier setzte ich den Angehörigen der Rechabitenfamilie Becher und einen Krug voll Wein vor und sprach zu ihnen: Trinket Wein!
19897#Jeremia,35,6#6. Sie aber erwiderten: Wir trinken keinen Wein; denn Jonadab, der Sohn Rechabs, unser Ahn, hat uns geboten: «Ihr sollt niemals Wein trinken, weder ihr noch eure Söhne! -2.Kön. 10,15.
19898#Jeremia,35,7#7. Ihr sollt auch kein Haus bauen, keine Saat aussäen und keinen Weinberg pflanzen noch besitzen; sondern in Zelten sollt ihr wohnen euer Lebtag, damit ihr lange lebet in dem Lande, wo ihr als Fremdlinge weilt.»
19899#Jeremia,35,8#8. Und wir gehorchten dem Befehl Jonadabs, des Sohnes Rechabs, unsres Ahns, in allem, was er uns geboten hat: wir trinken keinen Wein unser Leben lang, wir und unsre Frauen, unsre Söhne und unsre Töchter;
19900#Jeremia,35,9#9. wir bauen auch keine Häuser, darin zu wohnen, und haben weder Weinberge noch Äcker noch Saatfelder,
19901#Jeremia,35,10#10. sondern wir wohnen in Zelten und tun gehorsam alles, was Jonadab, unser Ahn, uns geboten hat.
19902#Jeremia,35,11#11. Als aber Nebukadrezar, der König von Babel, wider das Land herangezogen kam, da sprachen wir: «Kommt, lasst uns vor dem Heer der Chaldäer und dem Heer der Syrer fliehen und nach Jerusalem hineingehen!» So haben wir uns denn in Jerusalem niedergelassen. -2.Kön. 24,1.2.
19903#Jeremia,35,12#12. Da erging das Wort des Herrn an Jeremia also:
19904#Jeremia,35,13#13. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Gehe hin und sage zu den Männern Judas und den Bewohnern Jerusalems: Wollt ihr nicht Zucht annehmen und meinen Worten gehorchen? spricht der Herr.
19905#Jeremia,35,14#14. Noch wird das Gebot befolgt, das Jonadab, der Sohn Rechabs, seinen Söhnen gegeben hat, dass sie keinen Wein trinken sollten: bis auf den heutigen Tag haben sie keinen getrunken, sondern sind ihres Ahns Gebot gehorsam gewesen. Ich aber habe zu euch geredet früh und spät, doch ihr habt nicht auf mich gehört. -Jer. 7,25; 25,3.
19906#Jeremia,35,15#15. Und ich habe alle meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt früh und spät und habe euch sagen lassen: «Kehret doch um, ein jeder von seinem bösen Wege, bessert eure Taten und laufet nicht fremden Göttern nach, ihnen zu dienen; dann dürft ihr wohnen bleiben in dem Lande, das ich euch und euren Vätern gegeben habe.» Doch ihr habt mir kein Gehör geschenkt und mir nicht gehorcht. -Jer. 25,4-7.
19907#Jeremia,35,16#16. Denn die Söhne Jonadabs, des Sohnes Rechabs, haben das Gebot, das ihr Ahn ihnen gegeben hat, treu befolgt, dieses Volk aber hat nicht auf mich gehört.
19908#Jeremia,35,17#17. Darum spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, der Gott Israels, also: Siehe, ich bringe über Juda und über alle Bewohner Jerusalems all das Unheil, das ich ihnen angedroht habe; denn ich habe zu ihnen geredet, aber sie haben nicht gehört, ich habe ihnen gerufen, aber sie haben nicht geantwortet.
19909#Jeremia,35,18#18. Zur Familie der Rechabiten aber sprach Jeremia: So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Weil ihr dem Gebot Jonadabs, eures Ahns, gehorcht, alle seine Gebote gehalten und nach allem, was er euch geboten, getan habt,
19910#Jeremia,35,19#19. darum spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, also: Es wird Jonadab, dem Sohne Rechabs, nie an einem (Nachkommen) fehlen, der mir diene.
19911#Jeremia,36,1#1. IM vierten Jahre Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, erging vom Herrn an Jeremia dieses Wort:
19912#Jeremia,36,2#2. Nimm dir eine Buchrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe wider Jerusalem, wider Juda und wider alle Völker von dem Tage an, da ich (zum erstenmal) zu dir geredet habe, seit den Tagen Josias bis auf diesen Tag. -Jer. 25,3; 30,2.
19913#Jeremia,36,3#3. Vielleicht hört das Haus Juda darauf, wieviel Unheil ich über sie zu bringen gedenke, dass sie umkehren, ein jeder von seinem bösen Wege, und ich ihnen Schuld und Sünde vergebe. -Jer. 26,3.
19914#Jeremia,36,4#4. Da rief Jeremia den Baruch, den Sohn Nerias, und Baruch schrieb nach dem Diktate Jeremias alle Worte, die der Herr zu ihm geredet hatte, auf eine Buchrolle.
19915#Jeremia,36,5#5. Dann gab Jeremia dem Baruch Weisung und sprach: Ich bin verhindert; ich darf das Haus des Herrn nicht betreten.
19916#Jeremia,36,6#6. So gehe nun du hinein und lies aus der Rolle, die du nach meinem Diktate geschrieben hast, dem Volke im Tempel die Worte des Herrn an einem Fasttage vor; auch allen Judäern, die aus ihren Städten hereinkommen, sollst du sie vorlesen.
19917#Jeremia,36,7#7. Vielleicht werfen sie sich dann flehend vor dem Herrn nieder und kehren um, ein jeder von seinem bösen Wege; denn gross ist der Zorn und der Grimm, mit dem der Herr dieses Volk bedroht hat.
19918#Jeremia,36,8#8. Und Baruch, der Sohn Nerias, tat ganz, wie ihm der Prophet Jeremia befohlen hatte: er las aus dem Buche die Worte des Herrn im Tempel vor.
19919#Jeremia,36,9#9. Es geschah nämlich im fünften Jahre Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, im neunten Monat, dass man in Jerusalem ein Fasten vor dem Herrn ausrief - alles Volk in Jerusalem und alles Volk, das aus den Städten Judas hereinkam.
19920#Jeremia,36,10#10. Da las Baruch aus dem Buche die Worte Jeremias dem ganzen Volke im Tempel vor, in dem Gemach Gemarjas, des Sohnes des Kanzlers Saphan, im obern Vorhof am Eingang des neuen Tempeltors.
19921#Jeremia,36,11#11. Als nun Micha, der Sohn Gemarjas, des Sohnes Saphans, alle die Worte des Herrn aus dem Buche gehört hatte,
19922#Jeremia,36,12#12. ging er hinab in den Palast des Königs, in das Gemach des Kanzlers. Dort waren gerade alle Fürsten zu einer Sitzung versammelt: der Kanzler Elisama, Delaja, der Sohn Semajas, Elnathan, der Sohn Achbors, Gemarja, der Sohn Saphans, Zedekia, der Sohn Hananjas, und alle die andern Fürsten.
19923#Jeremia,36,13#13. Und Micha meldete ihnen die Worte alle, die er gehört hatte, als Baruch sie dem Volke aus dem Buche vorlas.
19924#Jeremia,36,14#14. Da sandten alle Fürsten den Jehudi, den Sohn Nethanjas, des Sohnes Selemjas, des Sohnes Chusis, zu Baruch und liessen ihm sagen: Nimm die Rolle, aus der du dem Volke vorgelesen hast, und komme damit her. Und Baruch, der Sohn Nerias, nahm die Rolle und kam damit zu ihnen.
19925#Jeremia,36,15#15. Dann sprachen sie zu ihm: Setze dich doch und lies sie uns vor. Und Baruch las ihnen vor.
19926#Jeremia,36,16#16. Als sie nun alle die Worte gehört hatten, sahen sie einander entsetzt an und sprachen: Wir müssen unbedingt dem König alle diese Worte kundtun.
19927#Jeremia,36,17#17. Den Baruch aber fragten sie: Sage uns doch: wie hast du alle diese Worte aufgeschrieben?
19928#Jeremia,36,18#18. Baruch antwortete ihnen: Jeremia selber hat mir alle diese Worte diktiert, während ich sie mit Tinte in das Buch schrieb.
19929#Jeremia,36,19#19. Da sprachen die Fürsten zu Baruch: Geht und verbergt euch, du und Jeremia! Niemand darf wissen, wo ihr seid.
19930#Jeremia,36,20#20. Dann gingen sie zum König in den Palasthof, nachdem sie die Rolle im Gemach des Kanzlers Elisama verwahrt hatten, und berichteten dem König die ganze Sache.
19931#Jeremia,36,21#21. Da sandte der König den Jehudi, die Rolle zu holen, und der holte sie aus dem Gemach des Kanzlers Elisama. Und Jehudi las sie dem König und allen Fürsten in seiner Umgebung vor.
19932#Jeremia,36,22#22. Der König aber sass im Winterhause - es war ja im neunten Monat-1- -, während vor ihm das Feuer im Kohlenbecken brannte. -1) d.h. im Dezember.
19933#Jeremia,36,23#23. Wenn nun Jehudi drei oder vier Spalten gelesen hatte, schnitt der König sie mit dem Federmesser ab und warf sie in das Feuer auf dem Kohlenbecken, bis die ganze Rolle im Feuer des Kohlenbeckens verzehrt war.
19934#Jeremia,36,24#24. Und niemand erschrak und zerriss sein Kleid, weder der König noch seine Diener, die alle diese Worte mitanhörten.
19935#Jeremia,36,25#25. Wohl drangen Elnathan, Delaja und Gemarja in den König, die Rolle nicht zu verbrennen; aber er hörte nicht auf sie.
19936#Jeremia,36,26#26. Alsdann befahl der König dem Prinzen Jerahmeel, Seraja, dem Sohne Asriels, und Selemja, dem Sohne Abdeels, den Schreiber Baruch und den Propheten Jeremia zu holen; aber der Herr hielt sie verborgen.
19937#Jeremia,36,27#27. Nachdem nun der König die Rolle mit den Worten, die Baruch nach dem Diktat Jeremias aufgeschrieben, verbrannt hatte, erging das Wort des Herrn an Jeremia also:
19938#Jeremia,36,28#28. Nimm dir wieder eine andre Rolle und schreibe darauf alle die Worte, die auf der Rolle standen, welche Jojakim, der König von Juda, verbrannt hat.
19939#Jeremia,36,29#29. Über Jojakim aber, den König von Juda, sollst du sagen: So spricht der Herr: Du hast diese Rolle verbrannt und gesagt: «Warum hast du darauf geschrieben, der König von Babel werde kommen und dieses Land verwüsten und Menschen und Vieh darin vertilgen?» -Jer. 25,9.11.
19940#Jeremia,36,30#30. Darum spricht der Herr über Jojakim, den König von Juda, also: Er soll keinen (Nachkommen) haben, der auf dem Throne Davids sitze, und sein Leichnam soll daliegen, preisgegeben der Hitze bei Tage und dem Frost in der Nacht. -Jer. 22,19.
19941#Jeremia,36,31#31. Und ich werde an ihm und seinem Geschlecht und seinen Dienern ihre Verschuldung ahnden; ich werde über sie und über die Bewohner Jerusalems und die Männer von Juda all das Unheil bringen, das ich ihnen angedroht habe, ohne dass sie darauf hörten.
19942#Jeremia,36,32#32. Da nahm Jeremia eine andre Rolle und gab sie dem Schreiber Baruch, dem Sohne Nerias; der schrieb darauf nach dem Diktat Jeremias alle Worte des Buches, das Jojakim, der König von Juda, verbrannt hatte, und es wurden ihnen noch viele ähnliche Worte hinzugefügt.
19943#Jeremia,37,1#1. UND an Stelle Chonjas-1-, des Sohnes Jojakims, wurde Zedekia König, der Sohn Josias; Nebukadrezar, der König von Babel, hatte ihn zum König über das Land Juda gemacht. -2.Kön. 24,17.   1) d.i. Jojachins.
19944#Jeremia,37,2#2. Aber weder er noch seine Diener, noch das Volk des Landes hörten auf die Worte, die der Herr durch den Propheten Jeremia redete.
19945#Jeremia,37,3#3. Nun sandte einst der König Zedekia den Juchal, den Sohn Selemjas, und den Priester Zephanja, den Sohn Maasejas, zum Propheten Jeremia und liess ihm sagen: Bete doch für uns zum Herrn, unserm Gott!
19946#Jeremia,37,4#4. <Damals aber ging Jeremia noch frei ein und aus unter dem Volke; man hatte ihn noch nicht ins Gefängnis gelegt.>
19947#Jeremia,37,5#5. Das Heer des Pharao war nämlich von Ägypten aufgebrochen, und die Chaldäer, die Jerusalem belagerten, waren auf diese Kunde hin von Jerusalem abgezogen.
19948#Jeremia,37,6#6. Da erging das Wort des Herrn an den Propheten Jeremia also:
19949#Jeremia,37,7#7. So spricht der Herr, der Gott Israels: Dies sollt ihr dem König von Juda antworten, der euch zu mir gesandt hat, mich zu befragen: Siehe, das Heer des Pharao, das ausgezogen ist, euch zu helfen, wird in sein Land, nach Ägypten, zurückkehren.
19950#Jeremia,37,8#8. Die Chaldäer aber werden wieder kommen und gegen diese Stadt streiten, werden sie einnehmen und verbrennen. -Jer. 34,22.
19951#Jeremia,37,9#9. So spricht der Herr: Betrügt euch nicht selbst, indem ihr denkt: «Gewiss ziehen jetzt die Chaldäer von uns ab.» Nein, sie werden nicht abziehen!
19952#Jeremia,37,10#10. Und wenn ihr gleich das ganze Heer der Chaldäer, die wider euch streiten, schlüget und es blieben von ihnen nur etliche Verwundete übrig, ein jeder in seinem Zelte - sie würden aufstehen und diese Stadt verbrennen.
19953#Jeremia,37,11#11. Als nun das Heer der Chaldäer wegen des Heeres des Pharao von Jerusalem abgezogen war,
19954#Jeremia,37,12#12. verliess Jeremia Jerusalem, um ins Land Benjamin zu gehen und dort eine Erbangelegenheit in der Familie zu ordnen. -Jer. 32,8.
19955#Jeremia,37,13#13. Wie er aber ins Benjamintor kam, war da ein Wachtoffizier namens Jeria, Sohn Selemjas, des Sohnes Hananjas; der nahm den Propheten Jeremia fest und sprach: Du willst zu den Chaldäern überlaufen!
19956#Jeremia,37,14#14. Jeremia erwiderte: Du lügst! Ich laufe nicht zu den Chaldäern über. Aber Jeria hörte nicht auf ihn; er nahm den Jeremia fest und führte ihn vor die Fürsten.
19957#Jeremia,37,15#15. Und die Fürsten ergrimmten über Jeremia und schlugen ihn und legten ihn ins Gefängnis im Hause des Kanzlers Jonathan; dieses hatte man nämlich zum Kerker gemacht.
19958#Jeremia,37,16#16. So kam denn Jeremia in das Brunnenhaus, in die Gewölbe, und dort sass er lange Zeit.
19959#Jeremia,37,17#17. Nun sandte einst der König Zedekia hin und liess ihn holen. Und der König fragte ihn heimlich in seinem Palast: Hast du ein Wort vom Herrn? Jeremia antwortete: Ja! Du wirst in die Hand des Königs von Babel gegeben werden.
19960#Jeremia,37,18#18. Dann sprach Jeremia zum König Zedekia: Womit habe ich mich an dir, an deinen Dienern und an diesem Volk vergangen, dass ihr mich ins Gefängnis gelegt habt?
19961#Jeremia,37,19#19. Und wo sind eure Propheten, die euch geweissagt haben, der König von Babel werde nicht über euch und über dieses Land kommen?
19962#Jeremia,37,20#20. Und nun höre doch, mein Herr und König! Lass mein Flehen bei dir eine Stätte finden und schicke mich nicht wieder in das Haus des Kanzlers Jonathan; ich würde dort sterben.
19963#Jeremia,37,21#21. Da gab der König Zedekia Befehl, und man verwahrte Jeremia im Wachthof und gab ihm täglich einen Brotfladen aus der Bäckergasse, bis alles Brot in der Stadt aufgegessen war. So blieb denn Jeremia im Wachthof. -Jer. 32,2.
19964#Jeremia,38,1#1. SEPHATJA aber, der Sohn Matthans, und Gedalja, der Sohn Pashurs, und Juchal, der Sohn Selemjas, und Pashur, der Sohn Malchias, hörten von den Worten, die Jeremia zu allem Volke redete, indem er sprach:
19965#Jeremia,38,2#2. So spricht der Herr: Wer in dieser Stadt bleibt, der wird durch Schwert, Hunger oder Pest umkommen; wer sich aber den Chaldäern ergibt, der wird davonkommen, er wird sein Leben als Beute davontragen und am Leben bleiben. -Jer. 21,9.
19966#Jeremia,38,3#3. Denn so spricht der Herr: Diese Stadt wird sicherlich in die Gewalt des Heers des Königs von Babel gegeben werden, und er wird sie einnehmen.
19967#Jeremia,38,4#4. Da sprachen die Fürsten zum König: Diesen Mann sollte man töten! Er lähmt ja nur die Hände der Kriegsleute, die in dieser Stadt noch übrig sind, und die Hände des ganzen Volkes, wenn er solche Worte zu ihnen redet; denn dieser Mann will nicht das Heil, sondern das Unheil dieses Volkes.
19968#Jeremia,38,5#5. Der König Zedekia antwortete: So sei's denn! er ist in eurer Hand. Denn der König vermochte nichts gegen sie.
19969#Jeremia,38,6#6. Da nahmen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne des Prinzen Malchia, die sich im Wachthofe befindet. Sie liessen Jeremia an Seilen hinunter; aber es war kein Wasser, sondern nur Schlamm in der Zisterne, und Jeremia sank im Schlamme ein.
19970#Jeremia,38,7#7. Als aber der Äthiopier Ebedmelech, ein Kämmerer, der im Königspalaste war, vernahm, dass sie Jeremia in die Zisterne geworfen hätten - der König aber sass gerade im Benjamintor -,
19971#Jeremia,38,8#8. da ging er aus dem Palast hinaus und sprach zum König:
19972#Jeremia,38,9#9. Mein Herr und König, diese Männer haben übel gehandelt in allem, was sie dem Propheten Jeremia angetan; sie haben ihn in die Zisterne geworfen, damit er an Ort und Stelle vor Hunger sterbe. Es ist ja kein Brot mehr in der Stadt.
19973#Jeremia,38,10#10. Da gebot der König dem Äthiopier Ebedmelech: Nimm von hier drei Männer mit dir und ziehe den Propheten Jeremia aus der Zisterne herauf, bevor er stirbt.
19974#Jeremia,38,11#11. Und Ebedmelech nahm die Männer mit sich und ging in den Palast, in den Raum unter der Vorratskammer, holte dort Lappen von abgetragenem und zerschlissenem Zeug und liess sie an Seilen zu Jeremia in die Zisterne hinunter.
19975#Jeremia,38,12#12. Und der Äthiopier Ebedmelech sagte zu Jeremia: Lege das abgetragene und zerschlissene Zeug zwischen deine Achselhöhlen und die Seile. Jeremia tat das;
19976#Jeremia,38,13#13. dann zogen sie ihn an den Seilen aus der Zisterne herauf, und Jeremia blieb im Wachthof.
19977#Jeremia,38,14#14. DER König Zedekia aber sandte hin und liess den Propheten Jeremia zu sich holen an den dritten Eingang am Hause des Herrn. Und der König sprach zu Jeremia: Ich will dich etwas fragen; verhehle mir nichts.
19978#Jeremia,38,15#15. Jeremia antwortete dem Zedekia: Wenn ich es dir sage, wirst du mich da nicht töten lassen? und wenn ich dir rate, so hörst du ja doch nicht auf mich.
19979#Jeremia,38,16#16. Da schwur ihm der König einen Eid: So wahr der Herr lebt, der uns diese unsre Seele geschaffen hat, ich werde dich nicht töten und dich nicht in die Hände jener Männer geben, die dir nach dem Leben trachten.
19980#Jeremia,38,17#17. Nun sprach Jeremia zu ihm: So spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, der Gott Israels: Wenn du dich den Fürsten des Königs von Babel ergibst, so bleibt dein Leben erhalten, und diese Stadt wird nicht verbrannt, und du bleibst mit den Deinen am Leben.
19981#Jeremia,38,18#18. Wenn du dich aber den Fürsten des Königs von Babel nicht ergibst, so wird diese Stadt in die Hand der Chaldäer gegeben; die werden sie verbrennen, und du selbst wirst ihrer Hand nicht entrinnen.
19982#Jeremia,38,19#19. Da sprach der König zu Jeremia: Mir bangt vor den Judäern, die schon zu den Chaldäern abgefallen sind; man könnte mich ihnen ausliefern, dass sie ihr Gespött mit mir treiben.
19983#Jeremia,38,20#20. Jeremia antwortete: Man wird dich nicht ausliefern! Höre doch auf die Stimme des Herrn in dem, was ich zu dir rede; dann wird es dir wohl ergehen, und du wirst am Leben bleiben.
19984#Jeremia,38,21#21. Wenn du dich aber weigerst, dich zu ergeben, so vernimm, was der Herr mich hat schauen lassen:
19985#Jeremia,38,22#22. Siehe, alle Frauen, die im Palast des Königs von Juda noch übrig sind, wurden hinausgeführt zu den Fürsten des Königs von Babel, und sie sangen dabei: «Verführt, überwältigt haben dich deine Vertrauten, haben deine Füsse im Sumpf stecken lassen und sind entwichen.»
19986#Jeremia,38,23#23. Ja, alle deine Frauen und Kinder wird man zu den Chaldäern hinausführen, und du selbst wirst ihrer Hand nicht entrinnen, sondern du wirst von der Hand des Königs von Babel ergriffen, und diese Stadt wird verbrannt werden. -Jer. 34,3.
19987#Jeremia,38,24#24. Da sprach Zedekia zu Jeremia: Niemand darf von diesem Gespräch erfahren; sonst wäre es dein Tod.
19988#Jeremia,38,25#25. Wenn aber die Fürsten vernehmen, dass ich mit dir geredet habe, und sie zu dir kommen und sagen: «Tue uns kund, was du mit dem König geredet hast; verhehle es uns nicht, sonst töten wir dich! Und was hat der König zu dir geredet?»
19989#Jeremia,38,26#26. so antworte ihnen: «Ich habe den König angefleht, mich nicht wieder in das Haus Jonathans bringen zu lassen, dass ich dort sterbe.»
19990#Jeremia,38,27#27. Und wirklich kamen alle Fürsten zu Jeremia und fragten ihn. Er aber gab ihnen Bescheid genau mit den Worten, die ihm der König befohlen hatte. Da liessen sie ihn in Ruhe; es hatte ja niemand das Gespräch gehört.
19991#Jeremia,38,28#28. So blieb denn Jeremia im Wachthof bis zu dem Tage, da Jerusalem eingenommen wurde.
19992#Jeremia,39,1#1. ALS aber Jerusalem eingenommen war - im neunten Jahre Zedekias, des Königs von Juda, im zehnten Monat, war Nebukadrezar, der König von Babel, mit seinem ganzen Heer wider Jerusalem herangezogen, es zu belagern; -2.Kön. 25.
19993#Jeremia,39,2#2. und im elften Jahre Zedekias, im vierten Monat, am neunten Tage des Monats, wurde Bresche in die Stadtmauer gelegt -,
19994#Jeremia,39,3#3. da kamen alle Fürsten des Königs von Babel und liessen sich im mittleren Tore nieder: Nergal-Sarezer, der Oberste der Magier, und Nebusasban, der Oberste der Kämmerer, samt allen andern Fürsten des Königs von Babel.
19995#Jeremia,39,4#4. Als nun Zedekia, der König von Juda, und alle Kriegsleute sie sahen, flohen sie und machten bei Nacht einen Ausfall aus der Stadt in der Richtung nach dem Garten des Königs durch das Tor zwischen den beiden Mauern und nahmen ihren Weg nach der Jordansteppe.
19996#Jeremia,39,5#5. Das Heer der Chaldäer aber jagte ihnen nach und holte den Zedekia ein im Steppengebiet von Jericho. Sie griffen ihn und führten ihn hinauf zu Nebukadnezar, dem König von Babel, nach Ribla im Lande Hamath; und der sprach ihm das Urteil.
19997#Jeremia,39,6#6. Der König von Babel liess die Söhne Zedekias in Ribla vor dessen eignen Augen hinrichten; auch alle Vornehmen Judas liess der König von Babel hinrichten.
19998#Jeremia,39,7#7. Den Zedekia aber liess er blenden und in Ketten legen, um ihn dann nach Babel zu bringen.
19999#Jeremia,39,8#8. Und die Chaldäer verbrannten den Königspalast und die Häuser des Volks, und die Mauern Jerusalems rissen sie nieder.
20000#Jeremia,39,9#9. Den Rest des Volkes aber, der in der Stadt noch übriggeblieben war, und die Überläufer, die zu ihm übergegangen waren, und den Rest der Werkleute führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, nach Babel in die Verbannung.
20001#Jeremia,39,10#10. Nur von den geringen Leuten, die nichts hatten, liess Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, etliche im Lande Juda zurück und gab ihnen Weinberge und Äcker.
20002#Jeremia,39,11#11. Damals liess Nebukadrezar, der König von Babel, Nebusaradan, dem Obersten der Leibwache, betreffend Jeremia die Weisung zukommen:
20003#Jeremia,39,12#12. Nimm ihn und trage Sorge für ihn und tue ihm kein Leid, sondern verfahre mit ihm, wie er dir sagen wird.
20004#Jeremia,39,13#13. Da sandten Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, Nebusasban, der Oberste der Kämmerer, Nergal-Sarezer, der Oberste der Magier, und alle Obersten des Königs von Babel hin
20005#Jeremia,39,14#14. und liessen Jeremia aus dem Wachthof holen und übergaben ihn Gedalja, dem Sohne Ahikams, des Sohnes Saphans, um ihn heraus und nach Hause zu führen. So wohnte er denn mitten unter dem Volke. -Jer. 38,28; 40,5.
20006#Jeremia,39,15#15. Als aber Jeremia noch im Wachthof gefangen sass, war an ihn das Wort des Herrn ergangen:
20007#Jeremia,39,16#16. Geh und sage zu dem Äthiopier Ebedmelech: So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Nun erfülle ich meine Worte an dieser Stadt zum Unheil und nicht zum Heil, dass es offen vor dir liegen wird an jenem Tage. -Jer. 38,7.
20008#Jeremia,39,17#17. Dich aber werde ich an jenem Tage erretten, spricht der Herr, dass du den Männern, vor denen du dich fürchtest, nicht in die Hände fallen sollst.
20009#Jeremia,39,18#18. Ja, ich werde dich entrinnen lassen, dass du nicht durch das Schwert umkommen sollst; du wirst dein Leben als Beute davontragen, weil du auf mich vertraut hast, spricht der Herr.
20010#Jeremia,40,1#1. Das Wort, das vom Herrn an Jeremia erging, nachdem ihn Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, von Rama aus entlassen hatte. Dieser liess ihn nämlich holen, während er, mit Ketten gebunden, unter allen Gefangenen von Jerusalem und Juda war, die nach Babel in die Verbannung geführt werden sollten.
20011#Jeremia,40,2#2. Der Oberste der Leibwache liess also Jeremia holen und sprach zu ihm: Der Herr, dein Gott, hat dieses Unheil über diesen Ort vorhergesagt.
20012#Jeremia,40,3#3. Und nun hat der Herr getan, wie er gesagt; denn ihr habt wider den Herrn gesündigt und nicht auf ihn gehört.
20013#Jeremia,40,4#4. Und nun, siehe, befreie ich dich heute von den Ketten an deinen Händen. Gefällt es dir, mit mir nach Babel zu kommen, so komm, und ich werde Sorge für dich tragen. Gefällt es dir aber nicht, mit mir nach Babel zu kommen, so lass es! Siehe, das ganze Land steht dir offen; geh, wohin es dich gut und recht dünkt.
20014#Jeremia,40,5#5. Kehre zu Gedalja zurück, dem Sohne Ahikams, des Sohnes Saphans, den der König von Babel zum Statthalter über die Städte Judas gesetzt hat, und bleibe bei ihm mitten unter dem Volke, oder gehe, wohin es dir gefällt. Und der Oberste der Leibwache gab ihm Wegzehrung und ein Geschenk und entliess ihn. -Jer. 26,24; 39,14.
20015#Jeremia,40,6#6. So kam Jeremia zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, nach Mizpa und blieb bei ihm mitten unter dem Volke, das im Lande noch übrig war.
20016#Jeremia,40,7#7. ALS nun die Heeresobersten, die mit ihren Leuten im Felde waren, vernahmen, dass der König von Babel den Gedalja, den Sohn Ahikams, zum Statthalter über das Land gesetzt und dass er ihm Männer, Frauen und Kinder unterstellt habe, nämlich die vom geringen Volk im Lande, von denen, die nicht in die Verbannung nach Babel geführt worden waren, -2.Kön. 25,22-24.
20017#Jeremia,40,8#8. kamen sie alle zu Gedalja nach Mizpa, nämlich Ismael, der Sohn Nethanjas, Johanan, der Sohn Kareahs, Seraja, der Sohn Thanhumeths, die Söhne Ephais aus Netopha und Jesanja, der Sohn des Maachathiters, samt ihren Leuten.
20018#Jeremia,40,9#9. Und Gedalja, der Sohn Ahikams, des Sohnes Saphans, schwur ihnen und ihren Leuten: Fürchtet euch nicht davor, den Chaldäern zu dienen; bleibt im Lande und seid dem König von Babel untertan, so wird es euch wohl ergehen.
20019#Jeremia,40,10#10. Seht, ich selber bleibe in Mizpa, um euch zu vertreten vor den Chaldäern, die zu uns kommen werden. Ihr aber, erntet nur Wein und Obst und Öl und tut es in eure Gefässe und wohnt in euren Städten, die ihr innehabt.
20020#Jeremia,40,11#11. Und auch alle Judäer, die in Moab und unter den Ammonitern, in Edom und all den Ländern sich aufhielten, hörten, dass der König von Babel einen Rest von Juda habe bestehen lassen und dass er Gedalja, den Sohn Ahikams, des Sohnes Saphans, über sie zum Statthalter gesetzt habe.
20021#Jeremia,40,12#12. Da kehrten alle Judäer von allen den Orten, wohin sie versprengt worden waren, zurück und kamen ins Land Juda zu Gedalja nach Mizpa und ernteten Wein und Obst in grosser Menge.
20022#Jeremia,40,13#13. Aber Johanan, der Sohn Kareahs, und alle Heeresobersten, die im Felde waren, kamen zu Gedalja nach Mizpa
20023#Jeremia,40,14#14. und sprachen zu ihm: Weisst du eigentlich, dass Baalis, der König der Ammoniter, den Ismael, den Sohn Nethanjas, gesandt hat, dich zu ermorden? Doch Gedalja, der Sohn Ahikams, glaubte ihnen nicht.
20024#Jeremia,40,15#15. Da sprach Johanan, der Sohn Kareahs, heimlich zu Gedalja in Mizpa: Ich will hingehen und Ismael, den Sohn Nethanjas, erschlagen, ohne dass ein Mensch davon erfährt. Warum soll er dich ermorden, sodass dann ganz Juda, das sich um dich gesammelt hat, sich zerstreut und der Rest Judas zugrunde geht?
20025#Jeremia,40,16#16. Aber Gedalja, der Sohn Ahikams, sprach zu Johanan, dem Sohn Kareahs: Du darfst das nicht tun; denn was du von Ismael sagst, ist nicht wahr.
20026#Jeremia,41,1#1. Aber im siebenten Monat kam Ismael, der Sohn Nethanjas, des Sohnes Elisamas, aus königlichem Geschlechte und einer der Grossen des Königs, und mit ihm zehn Männer, zu Gedalja, dem Sohne Ahikams, nach Mizpa, und sie assen daselbst miteinander. -Jer. 40,8.14.
20027#Jeremia,41,2#2. Da erhoben sich Ismael, der Sohn Nethanjas, und die zehn Männer, die bei ihm waren, und schlugen Gedalja, den Sohn Ahikams, des Sohnes Saphans, mit dem Schwerte und töteten ihn, den der König von Babel zum Statthalter über das Land gesetzt hatte. -2.Kön. 25,25.
20028#Jeremia,41,3#3. Auch alle Judäer, die bei Gedalja in Mizpa waren, und die Chaldäer, die sich daselbst befanden, die Kriegsleute, erschlug Ismael.
20029#Jeremia,41,4#4. Am Tage nach der Ermordung Gedaljas nun, als noch niemand etwas erfahren hatte,
20030#Jeremia,41,5#5. kamen Männer von Sichem, von Silo und Samaria, achtzig Mann mit geschorenem Bart und zerrissenen Kleidern und selbstgemachten Schnittwunden; die hatten Weihrauch und Opfergaben bei sich, um sie zum Hause des Herrn zu bringen.
20031#Jeremia,41,6#6. Da ging ihnen Ismael, der Sohn Nethanjas, von Mizpa aus entgegen, während sie weinend ihre Strasse gezogen kamen. Als er nun mit ihnen zusammentraf, sprach er zu ihnen: Kommt herein zu Gedalja, dem Sohne Ahikams!
20032#Jeremia,41,7#7. Sowie sie aber in die Mitte der Stadt gekommen waren, ermordete sie Ismael, der Sohn Nethanjas, und warf sie in die Zisterne, er und die Leute, die bei ihm waren.
20033#Jeremia,41,8#8. Zehn Männer jedoch, die sich unter jenen befanden, hatten zu Ismael gesagt: Töte uns nicht, denn wir haben noch verborgene Vorräte im Felde, Weizen und Gerste, Öl und Honig. Da liess er ab und tötete sie nicht mit ihren Brüdern.
20034#Jeremia,41,9#9. Die Zisterne aber, in die Ismael alle Leichname der erschlagenen Männer warf, war die grosse Zisterne, die der König Asa im Krieg gegen Baesa, den König von Israel, hatte machen lassen; die füllte Ismael, der Sohn Nethanjas, mit Erschlagenen. -1.Kön. 15,22.
20035#Jeremia,41,10#10. Dann führte Ismael den ganzen Rest des Volkes, der sich in Mizpa befand, gefangen hinweg; die Prinzessinnen und alles Volk, das in Mizpa übriggeblieben war, alle, über die Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, den Gedalja, den Sohn Ahikams, gesetzt hatte, führte Ismael, der Sohn Nethanjas, gefangen hinweg und zog ab, um zu den Ammonitern hinüberzugehen.
20036#Jeremia,41,11#11. Als aber Johanan, der Sohn Kareahs, und alle Heeresobersten, die bei ihm waren, hörten, was für Untaten Ismael, der Sohn Nethanjas, verübt hatte, -Jer. 40,8.13-16.
20037#Jeremia,41,12#12. da nahmen sie alle ihre Leute und zogen aus, um mit Ismael, dem Sohne Nethanjas, zu kämpfen, und sie trafen ihn am grossen Wasser bei Gibeon.
20038#Jeremia,41,13#13. Sowie nun das ganze Volk, das bei Ismael war, Johanan, den Sohn Kareahs, und alle Heeresobersten bei ihm sah, da freuten sie sich,
20039#Jeremia,41,14#14. und alles Volk, das Ismael von Mizpa gefangen weggeführt hatte, wandte sich und kehrte um und ging zu Johanan, dem Sohn Kareahs.
20040#Jeremia,41,15#15. Ismael aber, der Sohn Nethanjas, entkam dem Johanan mit acht Mann und ging zu den Ammonitern.
20041#Jeremia,41,16#16. Nun nahmen Johanan, der Sohn Kareahs, und alle Heeresobersten, die bei ihm waren, den ganzen Rest des Volkes, den Ismael, der Sohn Nethanjas, nach der Ermordung Gedaljas, des Sohnes Ahikams, von Mizpa gefangen weggeführt, Männer, Frauen, Kinder und Hofbeamte, die er von Gibeon zurückgebracht hatte,
20042#Jeremia,41,17#17. und sie zogen fort und blieben in Geruth-Chimham bei Bethlehem, um dann nach Ägypten weiterzuziehen
20043#Jeremia,41,18#18. und so den Chaldäern zu entgehen; denn sie fürchteten sich vor ihnen, weil Ismael, der Sohn Nethanjas, Gedalja, den Sohn Ahikams, den der König von Babel über das Land gesetzt, erschlagen hatte.
20044#Jeremia,42,1#1. ES traten aber alle Heeresobersten und Johanan, der Sohn Kareahs, und Asarja, der Sohn Hosajas, und alles Volk, klein und gross,
20045#Jeremia,42,2#2. zum Propheten Jeremia und sprachen zu ihm: Lass doch unsre Bitte vor dich kommen! Bete für uns zum Herrn, deinem Gott, für diesen ganzen Rest; denn unser sind nur wenige übriggeblieben von vielen, wie du mit eignen Augen siehst. -Jer. 37,3.
20046#Jeremia,42,3#3. Der Herr, dein Gott, möge uns wissen lassen, welchen Weg wir gehen und was wir tun sollen.
20047#Jeremia,42,4#4. Da antwortete ihnen der Prophet Jeremia: Ich habe es gehört. Ja, ich will zum Herrn, eurem Gott, beten, wie ihr gesagt habt; und alles, was euch der Herr zur Antwort gibt, will ich euch zu wissen tun und euch nichts vorenthalten.
20048#Jeremia,42,5#5. Sie aber sprachen zu Jeremia: Der Herr sei ein wahrhafter und gewisser Zeuge wider uns, wenn wir nicht ganz nach dem Worte handeln, mit dem der Herr, dein Gott, dich zu uns senden wird.
20049#Jeremia,42,6#6. Es sei gut oder schlimm, auf die Stimme des Herrn, unsres Gottes, zu dem wir dich senden, wollen wir hören, damit es uns wohl ergehe, weil wir auf die Stimme des Herrn, unsres Gottes, hören.
20050#Jeremia,42,7#7. Nach zehn Tagen erging das Wort des Herrn an Jeremia.
20051#Jeremia,42,8#8. Da berief er Johanan, den Sohn Kareahs, und alle Heeresobersten, die bei ihm waren, sowie das ganze Volk, klein und gross,
20052#Jeremia,42,9#9. und sprach zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels, zu dem ihr mich gesandt habt, um ihm euer Flehen vorzulegen:
20053#Jeremia,42,10#10. Wenn ihr ruhig wohnen bleibt in diesem Lande, will ich euch aufbauen und nicht wieder abbrechen, will euch pflanzen und nicht wieder ausreissen; denn mich gereut des Unheils, das ich euch angetan habe.
20054#Jeremia,42,11#11. Habt keine Furcht vor dem König von Babel, vor dem ihr euch so fürchtet, habt keine Furcht vor ihm, spricht der Herr; denn ich bin mit euch, dass ich euch rette und euch seiner Hand entreisse.
20055#Jeremia,42,12#12. Ich will euch Barmherzigkeit finden lassen, dass er sich euer erbarmt und euch in eurem Lande wohnen lässt.
20056#Jeremia,42,13#13. Wenn ihr aber sagt: «Wir bleiben nicht in diesem Lande!» indem ihr nicht auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, hört,
20057#Jeremia,42,14#14. sondern sagt: «Nein, vielmehr ins Land Ägypten wollen wir ziehen, wo wir weder Krieg sehen noch Posaunenschall hören noch Hunger leiden werden, und dort wollen wir uns niederlassen!»* -
20058#Jeremia,42,15#15. darum höret nun das Wort des Herrn, die ihr von Juda noch übrig seid: So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Wenn ihr denn durchaus nach Ägypten zu gehen gedenkt und hinzieht, um dort in der Fremde zu wohnen,
20059#Jeremia,42,16#16. so wird das Schwert, das ihr fürchtet, euch dort ereilen im Lande Ägypten, und der Hunger, vor dem euch bangt, wird euch nach Ägypten nachsetzen, und dort werdet ihr sterben.
20060#Jeremia,42,17#17. Alle die Männer, die nach Ägypten zu gehen gedenken, um dort in der Fremde zu wohnen, werden durchs Schwert, durch Hunger und Pest umkommen; keiner von ihnen wird übrigbleiben, keiner wird dem Unheil entrinnen, das ich über sie bringen werde. -Jer. 29,18.
20061#Jeremia,42,18#18. Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Wie sich mein Zorn und Grimm über die Bewohner Jerusalems ergossen hat, so wird sich mein Grimm über euch ergiessen, wenn ihr nach Ägypten geht; und euer Name wird zum Ausdruck der Verwünschung und des Entsetzens, der Verfluchung und der Beschimpfung dienen, und diesen Ort werdet ihr nie wieder sehen - -Jer. 25,9; 29,22; 44,12.
20062#Jeremia,42,19#19. so ist dies das Wort des Herrn über euch, die ihr von Juda noch übrig seid: Geht nicht nach Ägypten! Und nun wisset,
20063#Jeremia,42,20#20. dass ihr euch selbst unglücklich macht, da ihr mich zu dem Herrn, eurem Gott, sendet und sprecht: «Bete für uns zum Herrn, unserm Gott! Und alles, was der Herr, unser Gott, zur Antwort gibt, das mache uns kund, und wir wollen es tun.»
20064#Jeremia,42,21#21. Nun habe ich es euch heute zu wissen getan; aber ihr habt nicht auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, gehört, noch auf irgend etwas, womit er mich zu euch gesandt hat.
20065#Jeremia,42,22#22. So wisst jetzt wohl: Durchs Schwert, durch Hunger und Pest werdet ihr umkommen an dem Ort, wohin es euch zu gehen gefällt, um dort in der Fremde zu wohnen.
20066#Jeremia,43,1#1. Als nun Jeremia dem ganzen Volke alle Worte des Herrn, ihres Gottes, mitgeteilt hatte, alle jene Worte, mit denen ihn der Herr, ihr Gott, zu ihnen gesandt,
20067#Jeremia,43,2#2. da sprachen Asarja, der Sohn Hosajas, und Johanan, der Sohn Kareahs, und die andern Männer zu Jeremia: Es ist nicht wahr, was du da sagst! Der Herr, unser Gott, hat dich nicht gesandt, zu sagen: «Geht nicht nach Ägypten, um dort in der Fremde zu wohnen!»
20068#Jeremia,43,3#3. sondern Baruch, der Sohn Nerias, reizt dich gegen uns auf, um uns in die Hand der Chaldäer zu geben, dass sie uns töten oder nach Babel in die Verbannung führen.
20069#Jeremia,43,4#4. So hörten denn Johanan, der Sohn Kareahs, und alle Heeresobersten und das ganze Volk nicht auf den Befehl des Herrn, im Lande Juda zu bleiben,
20070#Jeremia,43,5#5. sondern Johanan, der Sohn Kareahs, und alle Heeresobersten nahmen den ganzen Rest von Juda, alle, die aus allen Völkern, unter die sie sich zerstreut hatten, heimgekehrt waren, um im Lande Juda zu wohnen:
20071#Jeremia,43,6#6. Männer, Frauen und Kinder, und die Prinzessinnen, kurz, alle Seelen, die Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, bei Gedalja, dem Sohne Ahikams, des Sohnes Saphans, gelassen hatte, auch den Propheten Jeremia und Baruch, den Sohn Nerias,
20072#Jeremia,43,7#7. und zogen nach dem Lande Ägypten; denn sie waren dem Befehl des Herrn nicht gehorsam. Und sie kamen bis Thachpanhes-1-. -1) d.i. Daphne.
20073#Jeremia,43,8#8. UND es erging das Wort des Herrn in Thachpanhes an Jeremia also:
20074#Jeremia,43,9#9. Nimm grosse Steine zur Hand und grabe sie heimlich ein am Eingang des Hauses des Pharao in Thachpanhes vor den Augen jüdischer Männer
20075#Jeremia,43,10#10. und sage zu ihnen: So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich sende hin und hole Nebukadrezar, den König von Babel, meinen Knecht, und er wird seinen Thron über diesen Steinen, die du vergraben hast, aufstellen und seinen Prachtteppich darüber ausbreiten.
20076#Jeremia,43,11#11. Und wenn er kommt, wird er das Land Ägypten schlagen: dem Tode verfällt, was dem Tode gehört, der Gefangenschaft, was der Gefangenschaft, dem Schwerte, was dem Schwerte gehört. -Jer. 15,2.
20077#Jeremia,43,12#12. Und er wird Feuer legen an die Tempel der Götter Ägyptens, wird jene verbrennen, diese aber gefangen wegführen. Und er wird das Land Ägypten lausen, wie der Hirte sein Gewand laust, und darnach wird er wohlbehalten von dannen ziehen. -Jer. 46,25.
20078#Jeremia,43,13#13. Die Obelisken von Beth-Semes-1- im Lande Ägypten wird er zerbrechen, und die Tempel der Götter Ägyptens wird er verbrennen. -1) hebr. Name der ägyptischen Stadt On, die bei den Griechen Heliopolis heisst.
20079#Jeremia,44,1#1. Das Wort, das an Jeremia erging über alle Judäer, die im Lande Ägypten wohnten, in Migdol, in Daphne, in Memphis und im Lande Pathros:
20080#Jeremia,44,2#2. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Ihr selbst habt all das Unheil gesehen, das ich über Jerusalem und über alle Städte Judas habe kommen lassen: sie liegen heute in Trümmern, und niemand wohnt darin
20081#Jeremia,44,3#3. wegen ihres bösen Treibens, mit dem sie mich erzürnten, da sie hingingen, um fremden Göttern, die sie nicht gekannt hatten, zu opfern und zu dienen.
20082#Jeremia,44,4#4. Wohl sandte ich zu ihnen alle meine Knechte, die Propheten, früh und spät und liess durch sie sagen: «Verübt doch nicht solchen Greuel, den ich hasse!» -Jer. 25,4.
20083#Jeremia,44,5#5. Aber sie gehorchten nicht und schenkten mir kein Gehör: sie liessen nicht ab von ihrem bösen Wesen und opferten weiter fremden Göttern.
20084#Jeremia,44,6#6. Darum ergoss sich mein Grimm und Zorn und verbrannte die Städte Judas und die Gassen Jerusalems, dass sie zur Trümmerstätte wurden, wie man es heute sieht. -Jer. 7,20.
20085#Jeremia,44,7#7. Und nun spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, der Gott Israels, also: Warum tut ihr euch selbst solch ein grosses Leid an? Wollt ihr denn Mann und Weib, Kind und Säugling aus Juda ausrotten, sodass ihr keinen Rest von euch übriglasst,
20086#Jeremia,44,8#8. indem ihr mich zum Zorne reizt durch das Tun eurer Hände, indem ihr im Lande Ägypten, wohin ihr gehen wollt, um dort in der Fremde zu wohnen, fremden Göttern opfert, auf dass ihr euch ausrottet und euer Name zum Fluch - und Schimpfwort werde bei allen Völkern der Erde? -Jer. 29,22.
20087#Jeremia,44,9#9. Habt ihr schon all das Böse vergessen, das eure Väter und die Könige von Juda und ihre Fürsten, ihr selbst und eure Frauen im Lande Juda und auf den Gassen Jerusalems begangen? -Jer. 7,17.
20088#Jeremia,44,10#10. Und sie wurden bis auf den heutigen Tag nicht zerknirscht, sie fürchteten sich nicht und wandelten nicht in meinem Gesetze und in den Satzungen, die ich ihren Vätern gegeben habe.
20089#Jeremia,44,11#11. Darum spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, also: Siehe, ich wende mein Angesicht gegen euch zum Unheil: ganz Juda will ich ausrotten; -Jer. 21,10.
20090#Jeremia,44,12#12. auch den Rest von Juda, der nach Ägypten zu gehen gedenkt, um dort in der Fremde zu wohnen, will ich hinwegnehmen, und sie sollen alle aufgerieben werden im Lande Ägypten. Sie sollen fallen durch Schwert und Hunger und aufgerieben werden, klein und gross; durch Schwert und Hunger sollen sie sterben, und ihr Name soll zum Ausdruck der Verwünschung und des Entsetzens, der Verfluchung und der Beschimpfung dienen. -Jer. 29,8.22; 42,18.
20091#Jeremia,44,13#13. Die im Lande Ägypten wohnen, werde ich heimsuchen, wie ich Jerusalem heimgesucht habe, mit Schwert und Hunger und Pest,
20092#Jeremia,44,14#14. sodass von dem Reste Judas, der als Fremdling im Lande Ägypten weilt, keiner entrinnt und übrigbleibt, um ins Land Juda zurückzukehren, wohin sie zurückzukehren verlangen; denn nur Flüchtlinge werden zurückkehren.
20093#Jeremia,44,15#15. Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die wussten, dass ihre Frauen fremden Göttern opferten, und alle Frauen, die dabei standen, ein grosser Haufe, auch alles Volk, das im Lande Ägypten und in Pathros wohnte; sie sprachen:
20094#Jeremia,44,16#16. Was du auch zu uns redest im Namen des Herrn, wir hören nicht auf dich,
20095#Jeremia,44,17#17. sondern alles, was wir gelobt haben, wollen wir tun: wir wollen der Himmelskönigin opfern und ihr Trankspenden ausgiessen, wie wir und unsre Väter, unsre Könige und Fürsten in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems getan haben. Da hatten wir Brot genug und waren glücklich und wussten nichts von Unglück. -Jer. 7,18.
20096#Jeremia,44,18#18. Seitdem wir aber aufgehört haben, der Himmelskönigin zu opfern und Trankspenden auszugiessen, leiden wir Mangel an allem und kommen um durch Schwert und Hunger.
20097#Jeremia,44,19#19. Und wenn wir der Himmelskönigin opfern und ihr Trankspenden ausgiessen, geschieht es etwa ohne den Willen unsrer Männer, dass wir ihr Kuchen backen nach ihrer Gestalt und ihr Trankspenden ausgiessen?
20098#Jeremia,44,20#20. Da sprach Jeremia zu dem ganzen Volke, zu den Männern und Frauen und allem Volke, die ihm geantwortet hatten, also:
20099#Jeremia,44,21#21. Ja, gerade an die Opfer, die ihr in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems dargebracht habt, ihr und eure Väter, eure Könige und Fürsten samt dem Volk des Landes, daran hat der Herr gedacht, und es ist ihm zu Herzen gegangen!
20100#Jeremia,44,22#22. Und da der Herr euer böses Tun und die Greuel, die ihr verübt habt, nicht länger ertragen konnte, ist euer Land zur Wüste geworden, zum Entsetzen und zum Fluche, sodass niemand mehr darin wohnt, wie es denn heute der Fall ist.
20101#Jeremia,44,23#23. Weil ihr mit euren Opfern wider den Herrn gesündigt und nicht auf seine Stimme gehört habt und nicht in seinem Gesetze, in seinen Satzungen und Ordnungen gewandelt seid, darum ist euch dieses Unheil begegnet, wie es heute am Tage liegt.
20102#Jeremia,44,24#24. Darauf sprach Jeremia zu allem Volk und zu allen Frauen: Höret das Wort des Herrn, ihr alle aus Juda, die ihr im Lande Ägypten seid!
20103#Jeremia,44,25#25. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Ihr Frauen, ihr habt mit dem Munde gelobt und mit der Hand es erfüllt; ihr habt gesagt: «Wir wollen unsre Gelübde erfüllen, die wir gelobt haben: wir wollen der Himmelskönigin opfern und ihr Trankspenden ausgiessen!» Ja, haltet eure Gelübde nur aufrecht und erfüllt sie!
20104#Jeremia,44,26#26. Darum höret das Wort des Herrn, ihr alle aus Juda, die ihr im Lande Ägypten wohnt! Wahrlich, ich habe bei meinem grossen Namen geschworen, spricht der Herr, nimmermehr soll mein Name genannt werden durch den Mund irgendeines Mannes aus Juda im ganzen Lande Ägypten, sodass einer spräche: «So wahr Gott der Herr lebt!»
20105#Jeremia,44,27#27. Siehe, ich wache über ihnen zum Unheil und nicht zum Heil; alle Männer aus Juda, die im Lande Ägypten sind, werden aufgerieben durch Schwert und Hunger, bis sie gänzlich vertilgt sind. -Jer. 21,10; Amos 9,4.
20106#Jeremia,44,28#28. Etliche aber, die dem Schwerte entrinnen, werden aus dem Lande Ägypten in das Land Juda zurückkehren; doch ihrer werden nur wenige sein. Dann wird der ganze Rest Judas, der ins Land Ägypten gekommen ist, um dort in der Fremde zu wohnen, erkennen, wessen Wort sich erwahrt, das meine oder das ihre.
20107#Jeremia,44,29#29. Dies aber, spricht der Herr, sei euch das Zeichen dafür, dass ich euch an diesem Orte heimsuchen werde, damit ihr erkennet, dass meine Worte an euch sich erwahren werden zum Unheil:
20108#Jeremia,44,30#30. also spricht der Herr: Siehe, ich gebe den Pharao Hophra, den König von Ägypten, in die Hand seiner Gegner und Todfeinde, wie ich Zedekia, den König von Juda, in die Hand Nebukadrezars, des Königs von Babel, seines Gegners und Todfeindes, gegeben habe. -Hes. 29,19.
20109#Jeremia,45,1#1. DAS Wort, das der Prophet Jeremia zu Baruch, dem Sohne Nerias, sprach, zu der Zeit, als Baruch diese Worte nach dem Diktat Jeremias in ein Buch schrieb, im vierten Jahre Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda: -Jer. 36,4.
20110#Jeremia,45,2#2. So spricht der Herr, der Gott Israels, über dich, Baruch:
20111#Jeremia,45,3#3. Du hast gesprochen: «Wehe mir! Der Herr häuft noch Kummer auf meinen Schmerz. Müde bin ich vor Seufzen, doch Ruhe finde ich nicht.»
20112#Jeremia,45,4#4. So sollst du zu ihm sagen: So spricht der Herr: «Siehe, was ich gebaut, ich reisse es nieder, und was ich gepflanzt, ich reisse es aus!
20113#Jeremia,45,5#5. Und du begehrst Grosses für dich? Begehre es nicht! Denn siehe, ich bringe Unheil über alles Fleisch, spricht der Herr; aber dir gebe ich dein Leben zur Beute allerorten, wohin du gehst.» -Jer. 39,18.
20114#Jeremia,46,1#1. DAS Wort des Herrn, das an den Propheten Jeremia wider die Heiden erging:
20115#Jeremia,46,2#2. Über Ägypten. Wider das Heer des Pharao Necho, des Königs von Ägypten, das am Euphratstrom bei Charchemis stand und das Nebukadrezar, der König von Babel, schlug - im vierten Jahre Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda: -2.Kön. 23,29; 24,7; 2.Chr. 35,20.
20116#Jeremia,46,3#3. Rüstet Schild und Tartsche und rückt aus zum Kampf!
20117#Jeremia,46,4#4. Schirrt die Rosse an und steiget auf, ihr Reiter! Stellt euch auf im Helm! Schärft die Speere! Legt die Panzer um!
20118#Jeremia,46,5#5. Warum sind sie bestürzt und weichen zurück? warum sind ihre Helden zerschmettert und fliehen in wilder Flucht, dass keiner hinter sich sieht? O Grauen ringsum! spricht der Herr.
20119#Jeremia,46,6#6. Der Schnelle wird nicht entkommen, und der Starke wird sich nicht retten. Im Norden, am Euphratstrom, sind sie gestrauchelt, gefallen.
20120#Jeremia,46,7#7. Wer ist's doch, der anstieg gleich dem Nil, dass Wasser wie Ströme wogten?
20121#Jeremia,46,8#8. Ägypten stieg an gleich dem Nil, dass Wasser wie Ströme wogten. Es sprach: Ich will ansteigen, das Land bedecken, will verderben seine Bewohner!
20122#Jeremia,46,9#9. Heran, ihr Rosse! Raset einher, ihr Wagen! Rückt aus, ihr Helden, Nubier und Putäer schildgewappnet, und Luditer bogenbewehrt!
20123#Jeremia,46,10#10. Jener Tag aber ist dem Herrn, dem Gott der Heerscharen, ein Tag der Rache, dass er sich räche an seinen Feinden. Das Schwert wird sich satt fressen und sich berauschen an ihrem Blute; denn ein Schlachtfest hält der Herr, der Gott der Heerscharen, im Lande des Nordens am Euphratstrom. -Jes. 34,5-8; Zeph. 1,7.
20124#Jeremia,46,11#11. Ziehe hinauf nach Gilead und hole Balsam, jungfräuliche Tochter Ägypten! Umsonst brauchst du Heilmittel die Menge, es gibt keine Genesung für dich! -Jer. 8,22.
20125#Jeremia,46,12#12. Die Völker hören dein Rufen, und die Erde ist voll deines Wehgeschreis; denn Held an Held ist gefallen, beieinander liegen sie da.
20126#Jeremia,46,13#13. Das Wort, das der Herr zum Propheten Jeremia sprach, dass Nebukadrezar, der König von Babel, kommen werde, das Land Ägypten zu schlagen:
20127#Jeremia,46,14#14. Verkündet es in Ägypten und lasset es hören in Migdol, lasset es hören in Memphis und Daphne! Saget: Stelle dich und rüste! denn das Schwert frisst um dich her.
20128#Jeremia,46,15#15. Warum ist der Apis geflohen, hat dein (heiliger) Stier nicht standgehalten? Weil der Herr ihn verjagt hat.
20129#Jeremia,46,16#16. Deine Söldner sind gestürzt, sind gefallen. Da sprachen sie einer zum andern: Auf, lasst uns zurückkehren zu unsrem Volke in das Land unsrer Heimat vor dem gewalttätigen Schwerte!
20130#Jeremia,46,17#17. Nennt den Namen des Pharao, des Königs von Ägypten: «Toben, das die Zeit verpasst hat.»
20131#Jeremia,46,18#18. So wahr ich lebe, spricht der König - Herr der Heerscharen ist sein Name -, wie der Berg Thabor unter den Bergen und wie der Karmel am Meere, so kommt er!
20132#Jeremia,46,19#19. Rüste dir Wandergerät, du sesshaft Volk von Ägypten! Denn Memphis wird zur Wüste, wird verbrannt und entvölkert.
20133#Jeremia,46,20#20. Ägypten ist eine stattliche Kuh; die Bremse von Norden fällt über sie her.
20134#Jeremia,46,21#21. Auch seine Söldner, die im Lande leben wie gemästete Kälber, ja, auch sie wenden den Rücken, fliehen insgesamt und halten nicht stand; denn über sie kommt der Tag ihres Verderbens, die Zeit ihrer Heimsuchung.
20135#Jeremia,46,22#22. Es zischt wie die zischende Schlange, wenn sie-1- mit Heeresmacht heranziehen, mit Äxten kommen wie Holzhauer. -1) d.h. die Feinde.
20136#Jeremia,46,23#23. Fället seinen Wald, spricht der Herr, den undurchdringlichen! Denn ihrer sind mehr als der Heuschrecken, niemand vermag sie zu zählen.
20137#Jeremia,46,24#24. Zuschanden wird die Tochter Ägypten, preisgegeben dem Volk aus dem Norden.
20138#Jeremia,46,25#25. Der Herr der Heerscharen, der Gott Israels, spricht: Wahrlich, ich suche heim den Amon zu Theben, den Pharao und das Land Ägypten samt seinen Göttern und Königen, den Pharao samt denen, die auf ihn vertrauen. -V. 25-26: Jer. 43,12.13.
20139#Jeremia,46,26#26. Ich gebe sie in die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten: in die Hand Nebukadrezars, des Königs von Babel, und in die Hand seiner Knechte. Darnach aber wird es wieder bewohnt sein wie in früheren Tagen, spricht der Herr.
20140#Jeremia,46,27#27. Du aber, fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob; erschrick nicht, Israel! Denn siehe, ich errette dich aus fernen Landen, dein Geschlecht aus dem Land der Gefangenschaft; und Jakob wird heimkehren, wird Ruhe haben und sicher leben, und niemand soll ihn aufschrecken. -Jer. 30,10; Jes. 43,5; 44,2.
20141#Jeremia,46,28#28. Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, spricht der Herr; denn ich bin mit dir. Ich will den Garaus machen allen Völkern, unter die ich dich verstossen habe; nur dir will ich nicht den Garaus machen. Ich will dich züchtigen nach Billigkeit; doch gänzlich ungestraft kann ich dich nicht lassen. -Jer. 30,11.
20142#Jeremia,47,1#1. Das Wort des Herrn, das an den Propheten Jeremia wider die Philister erging, ehe der Pharao Gaza schlug. -Jes. 14,29-32; Hes. 25,15-17; Amos 1,6-8.
20143#Jeremia,47,2#2. So spricht der Herr: Siehe, Wasser steigen an von Norden her und werden zum überflutenden Wildbach, überfluten das Land und was darin ist, die Stadt und die darin wohnen. Da schreien die Menschen, wehklagen alle Bewohner der Erde.
20144#Jeremia,47,3#3. Ob dem dröhnenden Stampfen der Rossehufe, ob dem Wagengetöse und Räderrasseln sehen sich die Väter nicht einmal nach den Kindern um, so schlaff sind die Hände
20145#Jeremia,47,4#4. wegen des Tages, der kommt, das ganze Philisterland zu verheeren, Tyrus und Sidon jeden noch übriggebliebenen Helfer zu nehmen; denn der Herr will die Philister verheeren, den Überrest des Gestades von Kaphthor.
20146#Jeremia,47,5#5. Gaza muss sich kahl scheren, Askalon wird vernichtet. Du Überrest der Enakiter, wie lange wirst du dich wundritzen müssen! -Zeph. 2,4; Sach. 9,5.
20147#Jeremia,47,6#6. Ha, Schwert des Herrn, wann endlich kommst du zur Ruhe? Kehre zurück in die Scheide, raste und halte dich still!
20148#Jeremia,47,6#Wie könnte es ruhen, da doch der Herr ihm Befehl gab? Nach Askalon und ans Gestade des Meeres, dorthin hat er es entboten.
20149#Jeremia,48,1#1. Über Moab. So spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Wehe über Nebo! es ist verwüstet; erstürmt ist Kirjathaim. Die Hochburg ist zuschanden geworden und gebrochen. -Jes. 15; 16; Hes. 25,8-11.
20150#Jeremia,48,2#2. Dahin ist Moabs Ruhm. In Hesbon sann man auf sein Verderben: «Kommt, lasst uns Moab ausrotten, dass es kein Volk mehr sei!» Auch du, Madmen, wirst verwüstet; das Schwert wird dir nachjagen.
20151#Jeremia,48,3#3. Horch! Geschrei von Horonaim, Sturz und grosse Zerstörung!
20152#Jeremia,48,4#4. Zerstört ist Moab! Ihr Geschrei erschallt bis nach Zoar.
20153#Jeremia,48,5#5. Ach! die Steige von Luhith zieht man hinan mit Weinen. Ach! am Abhang von Horonaim hört man Geschrei über Zerstörung.
20154#Jeremia,48,6#6. Fliehet, rettet euer Leben und fristet es gleich dem Wildesel in der Wüste!
20155#Jeremia,48,7#7. Denn weil du vertrautest auf deine Bergfesten und deine Schätze, wirst auch du eingenommen. Und Kamos muss in die Verbannung wandern, zusammen mit seinen Priestern und Fürsten. -4.Mo. 21,29.
20156#Jeremia,48,8#8. Der Verwüster kommt über jegliche Stadt, und keine wird gerettet; die Täler werden verheert, und die Felder werden verwüstet, wie der Herr geredet hat.
20157#Jeremia,48,9#9. Gebt Moab Flügel, dass es auf und davon fliege! Seine Städte werden zur Einöde, niemand wohnt mehr darin.
20158#Jeremia,48,10#10. Verflucht, wer das Werk des Herrn lässig treibt! und verflucht, wer sein Schwert vom Blute zurückhält!
20159#Jeremia,48,11#11. Ungestört war Moab von Jugend auf, lag ruhig auf seinen Hefen, wurde nie umgeschüttet von Gefäss zu Gefäss, wanderte niemals in die Verbannung. Deshalb ist ihm sein Geschmack geblieben, und sein Geruch hat sich nicht verändert.
20160#Jeremia,48,12#12. Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da will ich ihm Küfer senden; die sollen es ausschütten, sollen die Gefässe entleeren und die Krüge zerschlagen.
20161#Jeremia,48,13#13. Da wird Moab an seinem Kamos zuschanden, wie das Haus Israel zuschanden geworden ist an Bethel, seiner Zuversicht. -1.Kön. 12,29.
20162#Jeremia,48,14#14. Wie dürft ihr sagen: «Helden sind wir, gewaltige Krieger»?
20163#Jeremia,48,15#15. Verwüstet wird Moab, und seine Städte ersteigt man; seine auserlesene Jungmannschaft sinkt nieder zur Schlachtung, spricht der König - Herr der Heerscharen ist sein Name.
20164#Jeremia,48,16#16. Bald kommt Moabs Verderben, schnell schreitet sein Unheil heran.
20165#Jeremia,48,17#17. Beklagt es, ihr seine Nachbarn alle, ihr alle, die ihr seinen Namen kennt! Sprechet: «Wie ist zerbrochen das mächtige Szepter, der herrliche Stab!»
20166#Jeremia,48,18#18. Steige herab von der Hoheit und setze dich in die Pfütze, du Volk von Dibon! denn der Verwüster Moabs steigt hinauf zu dir, zerbricht deine Bollwerke.
20167#Jeremia,48,19#19. Tritt an den Weg und spähe, du Volk von Aroer, frage den Flüchtling und die Entronnene, sprich: «Was ist geschehen?» -
20168#Jeremia,48,20#20. «Moab ist zuschanden geworden, ach, es ist gebrochen! Wehklage und schreie!» Verkündet es am Arnon: Ach, Moab ist verwüstet!
20169#Jeremia,48,21#21. Das Gericht ist ergangen über das Land der Ebene, über Holon, Jahza und Mephaath,
20170#Jeremia,48,22#22. über Dibon, Nebo und Beth-Diblathaim,
20171#Jeremia,48,23#23. über Kirjathaim, Beth-Gamul und Beth-Meon,
20172#Jeremia,48,24#24. über Kerijoth und Bozra und über alle Städte im Lande Moab nah und fern.
20173#Jeremia,48,25#25. Moabs Horn ist abgehauen und sein Arm zerbrochen, spricht der Herr.
20174#Jeremia,48,26#26. Macht es trunken - denn wider den Herrn hat es grossgetan -, dass Moab hinklatsche in sein Gespei und selber auch zum Gespötte werde.
20175#Jeremia,48,27#27. «Oder ist dir nicht Israel zum Gespötte gewesen? Oder wurde es unter Dieben ertappt, dass du, sooft du von ihm sprachst, den Kopf schütteltest?»
20176#Jeremia,48,28#28. Verlasst die Städte und haust in den Felsen, Bewohner Moabs, werdet wie die Taube, die jenseits des Abgrundes nistet!
20177#Jeremia,48,29#29. Wir haben vom Hochmut Moabs gehört, dem gar hochfahrenden, von seinem Stolz und seinem Hochmut, von seiner Hoffart und der Überhebung seines Herzens.
20178#Jeremia,48,30#30. Ich kenne seinen Übermut wohl, spricht der Herr, unredlich ist es in seinem Gerede, unredlich in seinem Tun.
20179#Jeremia,48,31#31. Darum klage ich um Moab, um ganz Moab schreie ich; man seufzt um die Männer von Kir-Heres.
20180#Jeremia,48,32#32. Ich weine um dich, Weinstock von Sibma, wie um Jaeser. Deine Schosse drangen vor bis ans Meer, reichten bis nach Jaeser. Über deinen Herbst und deine Lese ist der Verwüster hereingebrochen,
20181#Jeremia,48,33#33. und weggeerntet ist Freude und Frohlocken aus dem Fruchtgefilde und aus dem Lande Moab. Kein Kelterer tritt Wein in den Keltern, das Jauchzen liess ich verstummen.
20182#Jeremia,48,34#34. Das Geschrei von Hesbon dringt bis Eleale, bis Jahaz lassen sie ihre Stimme hören, von Zoar bis nach Horonaim und dem dritten Eglath; denn auch die Wasser von Nimrim werden zur Wüstenei.
20183#Jeremia,48,35#35. Und ich schaffe es, spricht der Herr, dass Moab keinen mehr hat, der auf die Opferhöhe hinaufsteigt und seinem Gotte Opfer verbrennt.
20184#Jeremia,48,36#36. Darum klagt mein Herz um Moab wie Flöten, um die Männer von Kir-Heres klagt mein Herz wie Flöten; ging doch alles verloren, was es sich erübrigt hatte.
20185#Jeremia,48,37#37. Denn alle Häupter sind geschoren und alle Bärte abgeschnitten, alle Hände sind blutig geritzt, und um die Hüften hängt das Trauertuch.
20186#Jeremia,48,38#38. Auf allen Dächern Moabs und auf seinen Plätzen ist nichts als Totenklage; denn ich habe Moab zerschmettert wie ein Gefäss, das niemandem gefällt, spricht der Herr.
20187#Jeremia,48,39#39. Wie ist es gebrochen! Wie hat Moab schimpflich den Rücken gewandt! So ist Moab zum Gespött und Entsetzen geworden für alle seine Nachbarn.
20188#Jeremia,48,40#40. Denn so spricht der Herr: Siehe, wie ein Adler fliegt's heran und breitet seine Flügel aus über Moab. -Jer. 49,22.
20189#Jeremia,48,41#41. Erstürmt sind die Städte und die Bergfesten genommen. An jenem Tage wird das Herz der Helden Moabs werden wie das Herz eines Weibes in Wehen.
20190#Jeremia,48,42#42. Moab wird vertilgt, dass es kein Volk mehr ist; denn wider den Herrn hat es grossgetan.
20191#Jeremia,48,43#43. Grauen und Grube und Garn über dich, Bewohner Moabs! spricht der Herr. -V. 43-44: Jes. 24,17.18.
20192#Jeremia,48,44#44. Wer flieht vor dem Grauen, der fällt in die Grube, und wer aus der Grube emporsteigt, der fängt sich im Garn. Ja, solches bringe ich über Moab im Jahr seiner Heimsuchung, spricht der Herr.
20193#Jeremia,48,45#45. Im Schatten von Hesbon stehen kraftlos die Fliehenden. Denn Feuer ging aus von Hesbon, eine Flamme von Sihons Haus; die versengte die Schläfe Moabs und den Scheitel der Lärmer. -4.Mo. 24,17.
20194#Jeremia,48,46#46. Wehe dir, Moab! Du bist verloren, Volk des Kamos; denn weggeholt wurden deine Söhne in die Verbannung und deine Töchter in die Gefangenschaft.
20195#Jeremia,48,47#47. Doch will ich das Geschick Moabs wenden am Ende der Tage, spricht der Herr. So weit das Gericht über Moab.
20196#Jeremia,49,1#1. Über die Ammoniter. So spricht der Herr: Hat Israel keine Söhne, hat es keinen Erben? Warum hat denn Milkom Gad in Besitz genommen und wohnt sein Volk in dessen Städten? -Hes. 21,33-37; 25,1-7; Amos 1,13-15.
20197#Jeremia,49,2#2. Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da lasse ich Kriegsgeschrei hören über Rabbath-Ammon, und es soll zum Trümmerhügel werden, und seine Tochterstädte sollen in Feuer aufgehen; und Israel wird die beerben, die ihm sein Erbe genommen, spricht der Herr.
20198#Jeremia,49,3#3. Wehklage, Hesbon, denn die Stadt ist zerstört! Schreiet, ihr Töchter Rabbas! Gürtet das Trauertuch um! Haltet Totenklage und ritzt euch wund! Denn Milkom muss in die Verbannung wandern mitsamt seinen Priestern und Fürsten.
20199#Jeremia,49,4#4. Was rühmst du dich deiner Täler, du ausgelassene Tochter, die sich auf ihre Schätze verlässt und spricht: «Wer wollte über mich kommen?»
20200#Jeremia,49,5#5. Siehe, ich will Schrecken über dich bringen, spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, von allen Seiten ringsum, dass ihr zersprengt werden sollt, ein jeder für sich; und niemand wird die Flüchtigen sammeln.
20201#Jeremia,49,6#6. Darnach aber will ich das Geschick der Ammoniter wenden, spricht der Herr.
20202#Jeremia,49,7#7. Über Edom. So spricht der Herr der Heerscharen: Ist denn keine Weisheit mehr in Theman? Der Witz ist den Klugen ausgegangen, verschüttet ist ihre Weisheit. -Hes. 25,12-14; Ob.; Amos 1,11.12.
20203#Jeremia,49,8#8. Fliehet, wendet euch von dannen, versteckt euch in der Tiefe, Bewohner Dedans! Denn ich bringe über Esau das Verderben zur Zeit der Heimsuchung.
20204#Jeremia,49,9#9. Ja, Winzer kommen über dich, die lassen keine Nachlese übrig, ja, nächtliche Diebe, die verderben, soviel sie nur wollen.
20205#Jeremia,49,10#10. Denn ich selbst lege Esau bloss, ich decke seine Schlupfwinkel auf; er kann nicht verborgen bleiben. Er wird überwältigt durch den Arm seiner Brüder und Nachbarn, und es ist aus mit ihm.
20206#Jeremia,49,11#11. Überlass mir deine Waisen, ich will sie erhalten; und deine Witwen mögen auf mich vertrauen.
20207#Jeremia,49,12#12. Denn so spricht der Herr: Wahrlich, die nicht verdient haben, den Becher zu trinken, die müssen doch trinken; und du, du solltest frei ausgehen? Du wirst nicht frei ausgehen, sondern trinken musst du! -Jer. 25,15.29.
20208#Jeremia,49,13#13. Denn ich habe bei mir geschworen, spricht der Herr, dass Bozra zum Entsetzen, zur Schmach und zum Fluch werden soll und alle seine Städte zu ewigen Trümmern. -Jes. 34,6.
20209#Jeremia,49,14#14. Eine Kunde habe ich vom Herrn vernommen, und ein Bote ward unter die Völker entsandt: «Versammelt euch und zieht wider sie, erhebt euch zum Kampfe!»
20210#Jeremia,49,15#15. Denn siehe, ich mache dich klein unter den Völkern, verachtet unter den Menschen.
20211#Jeremia,49,16#16. Deine Fruchtbarkeit hat dich betört, der Hochmut deines Herzens, der du in Felsenklüften wohnst und Bergeshöhen besetzt hältst. Wenn du gleich horstest hoch wie der Adler, ich stürze von dort dich herab, spricht der Herr.
20212#Jeremia,49,17#17. Edom soll zum Entsetzen werden; ein jeder, der es durchwandert, wird sich entsetzen und spotten ob all seiner Plagen. -Jer. 18,16; 19,8.
20213#Jeremia,49,18#18. Wie nach der Zerstörung Sodoms und Gomorrhas und seiner Nachbarn, spricht der Herr, so soll dort niemand wohnen, kein Mensch darin weilen. -1.Mo. 19,24.
20214#Jeremia,49,19#19. Siehe, wie ein Löwe, der aus dem Hochwuchs des Jordan heraufsteigt zur Aue der Widder, so treibe ich sie im Nu aus dem Lande und bestelle meinen Erwählten darüber. Denn wer ist mir gleich? wer will mich vorladen? wo wäre der Hirt, der mir standhielte? -V. 19-21: Jer. 50,44-46.
20215#Jeremia,49,20#20. Darum höret den Ratschluss, den der Herr über Edom beschlossen, und die Pläne, die er wider die Bewohner von Theman geplant hat: Fürwahr, es sollen weggeschleppt werden die Hirtenbuben! Fürwahr, es wird sich über sie entsetzen ihre Aue!
20216#Jeremia,49,21#21. Vor ihrem lauten Fall erbebt die Erde; ihr Schreien hört man am Schilfmeer.
20217#Jeremia,49,22#22. Siehe, wie ein Adler steigt's empor und fliegt heran und breitet seine Flügel aus über Bozra; da wird das Herz der Helden Edoms werden wie das Herz eines Weibes in Wehen. -Jer. 48,40.
20218#Jeremia,49,23#23. Über Damaskus. Enttäuscht sind Hamath und Arpad; denn böse Kunde haben sie vernommen. Verzagt ist ihr Herz vor Bekümmernis, kann nicht zur Ruhe kommen. -Jes. 17,1-3; Amos 1,3-5.
20219#Jeremia,49,24#24. Ermattet ist Damaskus, hat sich zur Flucht gewandt; Schrecken hat es befallen, Angst und Wehen haben es ergriffen wie ein Weib, das Mutter wird. -Jer. 4,31; 6,24.
20220#Jeremia,49,25#25. Wehe ihm! Verlassen ist die ruhmreiche Stadt, die Stätte der Wonne!
20221#Jeremia,49,26#26. Darum wird ihre Jungmannschaft auf ihren Plätzen fallen, und all ihre Krieger werden an jenem Tage vernichtet werden, spricht der Herr der Heerscharen.
20222#Jeremia,49,27#27. Ich werde Feuer legen an die Mauer von Damaskus; das soll die Paläste Benhadads verzehren.
20223#Jeremia,49,28#28. Über Kedar, das Königreich von Hazor, das Nebukadrezar, der König von Babel, schlug. So spricht der Herr: Auf, ziehet heran wider Kedar und überwältigt die Söhne des Morgenlandes! -Jes. 21,13-17.
20224#Jeremia,49,29#29. Zelte und Schafherden soll man ihnen rauben, die Zeltdecken und alle Geräte; auch ihre Kamele soll man ihnen nehmen und über sie ausrufen: Grauen ringsum!
20225#Jeremia,49,30#30. Fliehet, flüchtet euch eilends, versteckt euch in der Tiefe, Bewohner von Hazor! spricht der Herr; denn Nebukadrezar, der König von Babel, hat etwas beschlossen, wider euch beschlossen, hat etwas geplant, wider euch geplant.
20226#Jeremia,49,31#31. Auf, ziehet heran wider das sorglose Volk, das so sicher wohnt, spricht der Herr, das nicht Türen noch Riegel hat, das einsam haust.
20227#Jeremia,49,32#32. Ihre Kamele sollen zum Raube werden und ihre vielen Herden zur Beute; in alle Winde will ich sie zerstreuen, die sich den Haarrand stutzen, und von allen Seiten das Verderben über sie bringen, spricht der Herr.
20228#Jeremia,49,33#33. Hazor soll zur Behausung der Schakale werden, zur Wüstenei für immer; niemand soll daselbst wohnen, kein Mensch darin weilen.
20229#Jeremia,49,34#34. Das Wort des Herrn, das an den Propheten Jeremia wider Elam erging im Anfang der Regierung Zedekias, des Königs von Juda:
20230#Jeremia,49,35#35. So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ich werde den Bogen Elams, seine vornehmste Stärke, zerbrechen
20231#Jeremia,49,36#36. und werde über Elam vier Winde kommen lassen von den vier Enden des Himmels und sie in alle diese Winde zerstreuen; und es wird kein Volk sein, zu dem nicht die Versprengten aus Elam kommen.
20232#Jeremia,49,37#37. Ich werde den Elamitern Schrecken einjagen vor ihren Feinden, vor denen, die ihnen nach dem Leben trachten, und werde Unheil über sie bringen, meinen glühenden Zorn, spricht der Herr; ich werde das Schwert hinter ihnen her senden, bis ich sie aufgerieben habe.
20233#Jeremia,49,38#38. Ich werde meinen Richterstuhl in Elam aufstellen und König und Fürsten daraus vertilgen, spricht der Herr.
20234#Jeremia,49,39#39. Aber am Ende der Tage werde ich das Geschick Elams wenden, spricht der Herr.
20235#Jeremia,50,1#1. Das Wort, das der Herr durch den Propheten Jeremia wider Babel, über das Land der Chaldäer, geredet hat: -Jes. 13; 14; 47.
20236#Jeremia,50,2#2. Verkündet es unter den Völkern und lasset es hören! Pflanzt ein Panier auf, lasset es hören, verberget es nicht! Sprecht: Eingenommen ist Babel! Bel ist zuschanden geworden, Merodach gebrochen! Seine Bilder sind zuschanden geworden, seine Götzen gebrochen! -Jer. 51,44; Jes. 46,1.
20237#Jeremia,50,3#3. Denn ein Volk zieht von Norden heran wider Babel; das wird sein Land zur Wüste machen, dass niemand mehr darin wohnt, weder Mensch noch Tier; sie sind geflohen, von dannen gezogen. -Jer. 51,11.27.
20238#Jeremia,50,4#4. In jenen Tagen und zu jener Zeit, spricht der Herr, werden die Söhne Israels heimkehren und die Söhne Judas mit ihnen; weinend werden sie wandern und den Herrn, ihren Gott, suchen. -Jer. 3,18.
20239#Jeremia,50,5#5. Nach Zion werden sie fragen, hierher ihr Antlitz gewendet; sie werden kommen und dem Herrn anhangen in einem ewigen Bunde, der nimmer vergessen wird. -Jer. 32,40; Jes. 55,3.
20240#Jeremia,50,6#6. Mein Volk war eine verlorene Herde, ihre Hirten führten sie irre, abseits auf die Berge; über Berg und Hügel wanderten sie, vergassen ihre Lagerstätte. -Jer. 23,1.
20241#Jeremia,50,7#7. Es frassen sie alle, die sie antrafen, und ihre Bedränger sprachen: «Wir verschulden uns damit nicht.» Hatten sie doch gesündigt wider den Herrn, die Flur der Gerechtigkeit und ihrer Väter Hoffnung.
20242#Jeremia,50,8#8. Fliehet aus Babels Mitte und zieht hinweg aus dem Land der Chaldäer, seid wie Widder vor der Herde! -Jes. 48,20.
20243#Jeremia,50,9#9. Denn siehe, ich störe auf und führe heran wider Babel ein Heer grosser Völker aus dem Lande des Nordens; die werden es angreifen, so wird es erobert. Ihre Pfeile sind wie die eines siegreichen Helden, der nicht mit leeren Händen zurückkehrt.
20244#Jeremia,50,10#10. So wird Chaldäa zum Raube; alle, die es berauben, werden satt, spricht der Herr.
20245#Jeremia,50,11#11. Freuet euch nur, frohlocket nur, ihr Räuber meines Erbes; macht nur Sprünge wie Kälber im Grünen und wiehert wie Hengste -
20246#Jeremia,50,12#12. in Schmach und Schande vergeht eure Mutter, beschämt wird, die euch gebar. Siehe da, das letzte unter den Völkern, eine Wüste, Dürre und Steppe!
20247#Jeremia,50,13#13. Ob dem Zorn des Herrn wird es unbewohnt sein, wird zur Wüstenei ganz und gar. Ein jeder, der an Babel vorübergeht, wird sich entsetzen und spotten über all seine Plagen. -Jer. 18,16; 51,37.
20248#Jeremia,50,14#14. Tretet in Reih und Glied wider Babel ringsum, ihr alle, die ihr den Bogen spannt! Schiesst nach ihm, sparet die Pfeile nicht; denn wider den Herrn hat es gesündigt.
20249#Jeremia,50,15#15. Erhebet das Kriegsgeschrei ringsum! Es hat sich ergeben; gefallen sind seine Pfeiler, niedergerissen seine Mauern! Das ist die Rache des Herrn. Rächt euch an Babel; tut ihm, wie es getan hat! -Hes. 39,10.
20250#Jeremia,50,16#16. Ausrotten mögt ihr aus Babel den Säemann und den, der die Sichel ergreift zur Zeit der Ernte. Vor dem gewalttätigen Schwert wendet sich ein jeder zu seinem Volke, flieht ein jeder nach seinem Land.
20251#Jeremia,50,17#17. Israel ist ein versprengtes Schaf; Löwen haben es gejagt: der erste hat es gefressen, der König von Assur, und dieser jetzt, der letzte, hat seine Knochen zernagt, Nebukadrezar, der König von Babel.
20252#Jeremia,50,18#18. Darum spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, ich werde den König von Babel und sein Land heimsuchen, wie ich den König von Assur heimgesucht habe. -2.Kön. 19,35.
20253#Jeremia,50,19#19. Und Israel werde ich zu seiner Aue zurückführen, dass es auf dem Karmel und in Basan weide und sich sättige auf dem Gebirge Ephraim und in Gilead.
20254#Jeremia,50,20#20. In jenen Tagen und zu jener Zeit, spricht der Herr, wird man nach der Schuld Israels suchen, aber sie ist nicht mehr da, nach den Sünden Judas, doch sie sind nicht zu finden; denn ich vergebe denen, die ich übriglasse. -Jer. 31,34; 33,8.
20255#Jeremia,50,21#21. Ziehe heran wider das Land «Doppeltrotz»-1- und wider die Bewohner von «Heimsuchung»-1-! Morde, vollstrecke den Bann! spricht der Herr, und tue, wie ich dir befohlen habe! -1) Bez. für Babel.
20256#Jeremia,50,22#22. Horch! Krieg im Lande und grosses Verderben!
20257#Jeremia,50,23#23. Wie ward zerhauen, zerbrochen der Hammer der Welt! wie ward Babel zum Entsetzen der Völker!
20258#Jeremia,50,24#24. Ich habe dir Schlingen gelegt, Babel, und du bist auch gefangen worden, ohne dass du es merktest, wurdest ertappt und gepackt, denn du hattest den Herrn herausgefordert.
20259#Jeremia,50,25#25. Der Herr hat seine Rüstkammer aufgetan, hervorgeholt die Waffen seines Zornes. Denn ein Werk gibt's zu tun für den Herrn, den Gott der Heerscharen, im Land der Chaldäer.
20260#Jeremia,50,26#26. Dringt ein von allen Enden! Öffnet seine Kornspeicher! Schüttet auf wie Garbenhäufer und vollstreckt an ihm den Bann! Kein Rest soll davon bleiben!
20261#Jeremia,50,27#27. Tötet alle seine Stiere, zur Schlachtung sollen sie hinsinken! Wehe über sie! denn ihr Tag ist gekommen, die Zeit ihrer Heimsuchung. -Jer. 48,15.
20262#Jeremia,50,28#28. Horch! wie sie fliehen und flüchten aus dem Lande Babel, in Zion die Rache des Herrn, unsres Gottes, zu verkünden, die Rache für seinen Tempel.
20263#Jeremia,50,29#29. Rufet auf wider Babel die Schützen, alle, die den Bogen spannen! Schlagt das Lager auf rings um die Stadt, dass keiner entrinne! Vergeltet Babel nach seinem Tun; nach allem, was es getan hat, tut auch ihm! Denn wider den Herrn hat es sich frech gezeigt, wider den Heiligen Israels.
20264#Jeremia,50,30#30. Darum wird seine Jungmannschaft auf seinen Gassen fallen, und all seine Krieger werden an jenem Tage vernichtet werden, spricht der Herr.
20265#Jeremia,50,31#31. Siehe, ich will an dich, du Frechheit! spricht der Herr, der Gott der Heerscharen; denn dein Tag ist gekommen, die Zeit deiner Heimsuchung.
20266#Jeremia,50,32#32. Da wird die Frechheit straucheln und fallen, und niemand wird sie aufrichten. Ich werde Feuer legen an ihren Wald; das soll alles verzehren, was um sie her ist.
20267#Jeremia,50,33#33. So spricht der Herr der Heerscharen: Unterdrückt sind die Söhne Israels und die Söhne Judas insgesamt. Alle, die sie in die Verbannung führten, halten sie fest, wollen sie nicht freilassen.
20268#Jeremia,50,34#34. Doch ihr Erlöser ist stark, Herr der Heerscharen ist sein Name. Er wird ihre Sache führen, damit er Ruhe schaffe der Erde, aber Unruhe den Bewohnern von Babel.
20269#Jeremia,50,35#35. Das Schwert über die Chaldäer! spricht der Herr, über die Bewohner von Babel und über seine Fürsten und Weisen!
20270#Jeremia,50,36#36. Das Schwert über die Wahrsager, dass sie zu Narren werden! Das Schwert über seine Helden, dass sie verzagen!
20271#Jeremia,50,37#37. Das Schwert über seine Rosse und seine Wagen! über alles fremde Volk in seiner Mitte, dass es zu Weibern wird! Das Schwert über seine Schätze, dass sie geplündert werden!
20272#Jeremia,50,38#38. Das Schwert über seine Wasser, dass sie vertrocknen! Denn es ist ein Land voll Götzen, mit Schreckbildern treiben sie es toll.
20273#Jeremia,50,39#39. Darum sollen Wüstentiere darin hausen und Strausse darin wohnen, und man wird es nimmermehr besiedeln und in Ewigkeit es nicht wieder bewohnen.
20274#Jeremia,50,40#40. Wie einst, als Gott Sodom und Gomorrha und ihre Nachbarn zerstört hatte, spricht der Herr, so soll dort niemand wohnen, kein Mensch darin weilen. -Jer. 49,18; 1.Mo. 19,24.
20275#Jeremia,50,41#41. Siehe, ein Volk kommt von Norden, gewaltige Scharen, und viele Könige erheben sich von den Enden der Erde. -Jer. 6,22-24; 51,11.27.28.
20276#Jeremia,50,42#42. Bogen und Wurfspiess führen sie, hart sind sie und ohne Erbarmen. Tosend brausen sie heran wie das Meer und reiten auf Rossen, wie ein Kriegsmann gerüstet wider dich, Tochter Babel.
20277#Jeremia,50,43#43. Der König von Babel vernahm die Kunde - ihm erschlafften die Hände; Angst hat ihn ergriffen, Wehen wie ein Weib, das Mutter wird.
20278#Jeremia,50,44#44. Siehe, wie ein Löwe, der aus dem Hochwuchs des Jordan heraufsteigt zur Aue der Widder, so treibe ich sie im Nu aus dem Lande und bestelle meinen Erwählten darüber. Denn wer ist mir gleich? wer will mich vorladen? wo wäre der Hirt, der mir standhielte? -V. 44-46: Jer. 49,19-21.
20279#Jeremia,50,45#45. Darum hört den Ratschluss, den der Herr über Babel beschlossen, und die Pläne, die er wider das Land der Chaldäer geplant hat: Fürwahr, weggeschleppt werden die Hirtenbuben! Fürwahr, es wird sich über sie entsetzen ihre Aue!
20280#Jeremia,50,46#46. Vor dem Rufe: «Genommen ist Babel!» erbebt die Erde, ihr Schreien hört man unter den Völkern.
20281#Jeremia,51,1#1. So spricht der Herr: Siehe, ich erwecke wider Babel und wider die Bewohner Chaldäas den Geist eines Verderbers,
20282#Jeremia,51,2#2. und ich schicke Worfler nach Babel; die werden es worfeln und sein Land leer machen, wenn sie es umzingeln am Tage des Unglücks. -Jer. 15,7.
20283#Jeremia,51,3#3. Der Schütze spanne seinen Bogen und erhebe sich in seinem Panzer! Schonet nicht seiner Jungmannschaft, vollstreckt den Bann am ganzen Heer!
20284#Jeremia,51,4#4. Zu Tode Getroffene werden fallen im Land der Chaldäer und Durchbohrte auf seinen Strassen.
20285#Jeremia,51,5#5. Denn Israel und Juda sind nicht im Witwenelend durch ihren Gott, den Herrn der Heerscharen, sondern weil ihr Land voll war von Verschuldung gegen den Heiligen Israels.
20286#Jeremia,51,6#6. Fliehet aus Babel hinweg, ein jeder rette sein Leben, dass ihr nicht umkommet bei seiner Bestrafung; denn jetzt ist eine Zeit der Rache des Herrn, er übt Vergeltung an ihm. -Jes. 48,20.
20287#Jeremia,51,7#7. Ein goldner Becher war Babel in der Hand des Herrn, die ganze Erde machte er trunken; die Völker tranken von seinem Wein, darum wurden sie toll. -Jer. 25,15.
20288#Jeremia,51,8#8. Plötzlich ist Babel gefallen, zerschmettert. «Wehklagt seinethalben! Holt Balsam für seine Schmerzen, vielleicht ist's zu heilen.» - -Jes. 21,9.
20289#Jeremia,51,9#9. «Wir wollten Babel heilen; doch es war nicht zu heilen. Verlasst es, ziehen wir ein jeder in sein Land! Denn bis zum Himmel reicht sein Gericht, ragt bis zu den Wolken.
20290#Jeremia,51,10#10. Der Herr hat unsre gerechte Sache ans Licht gebracht. Kommt, lasst uns in Zion erzählen, was der Herr, unser Gott, getan!»
20291#Jeremia,51,11#11. Schärfet die Pfeile, fasset die Schilde! Der Herr hat den Geist des Königs der Meder erregt; denn wider Babel ist sein Sinnen gerichtet, es zu verderben; ja, das ist die Rache des Herrn, die Rache für seinen Tempel. -Jer. 50,28; Jes. 13,17.
20292#Jeremia,51,12#12. Wider die Mauern Babels erhebt das Panier, macht stark die Wachen, stellet Wächter auf, leget den Hinterhalt! Denn der Herr hat es beschlossen; er führt es auch aus, was er den Bewohnern von Babel angedroht hat.
20293#Jeremia,51,13#13. Die du wohnst an reichen Wassern und reich bist an Schätzen! gekommen ist dir die Wende, des Fadens Ende.
20294#Jeremia,51,14#14. Der Herr der Heerscharen hat bei sich selbst geschworen: Ich werde dich mit Menschen füllen wie mit Heuschrecken, und sie werden über dich ein Jauchzen anstimmen.
20295#Jeremia,51,15#15. Der Herr ist's, der die Erde durch seine Kraft erschaffen, der durch seine Weisheit den Erdkreis gegründet und den Himmel ausgespannt hat durch seine Einsicht. -Jer. 10,12-16.
20296#Jeremia,51,16#16. Beim Rollen seines Donners erbrausen die Wasser am Himmel; auf sein Geheiss ziehen Wolken herauf vom Ende der Erde. Blitze schafft er zum Regen und holt den Wind hervor aus seinen Kammern. -Ps. 135,7.
20297#Jeremia,51,17#17. Als Tor steht da jeder Mensch, ohne Einsicht, zuschanden wird jeder Goldschmied an seinen Bildern; denn Trug ist sein Guss, es ist kein Odem darin.
20298#Jeremia,51,18#18. Nichtig sind sie, ein lächerlich Machwerk; zur Zeit ihrer Heimsuchung ist's aus mit ihnen.
20299#Jeremia,51,19#19. Aber er, Jakobs Teil, er ist nicht wie diese, er ist der Bildner des Alls, und Israel ist der Stamm seines Eigentums. Herr der Heerscharen ist sein Name!
20300#Jeremia,51,20#20. Ein Hammer bist du mir, eine Kriegswaffe. Mit dir habe ich Völker zerhämmert, mit dir habe ich Königreiche vernichtet. -Jer. 50,23.
20301#Jeremia,51,21#21. Mit dir habe ich Ross und Reiter zerhämmert, mit dir zerhämmert Wagen und Kämpfer.
20302#Jeremia,51,22#22. Mit dir habe ich Mann und Weib zerhämmert, mit dir zerhämmert alt und jung, mit dir zerhämmert Jüngling und Jungfrau.
20303#Jeremia,51,23#23. Mit dir habe ich Hirt und Herde zerhämmert, mit dir zerhämmert Ackersmann und Gespann, mit dir zerhämmert Vögte und Fürsten.
20304#Jeremia,51,24#24. Aber nun will ich Babel und allen Bewohnern Chaldäas vor euren Augen alles Böse vergelten, das sie an Zion begangen haben, spricht der Herr.
20305#Jeremia,51,25#25. Siehe, ich komme über dich, du Berg des Verderbens, spricht der Herr, der du die ganze Erde verderbtest. Ich recke meine Hand wider dich aus und wälze dich herab von den Felsen und mache dich zu einem versengten Berge.
20306#Jeremia,51,26#26. Weder Eckstein noch Grundstein wird man von dir nehmen, sondern du wirst ewig wüst und öde sein, spricht der Herr.
20307#Jeremia,51,27#27. Erhebt das Panier auf der Erde! Stosst in die Posaune unter den Völkern! Weihet Völker zum Kampf wider sie-1-! Rufet auf wider sie die Reiche von Ararat, Minni und Askenas! Bestellt wider sie den Aushebungsobersten! Lasst Rosse aufrücken gleich borstigen Heuschrecken! -Jes. 13,2.   1) d.h. die Stadt Babel.
20308#Jeremia,51,28#28. Weihet Völker zum Kampf wider sie, den König der Meder samt seinen Vögten und all seinen Fürsten und das ganze Land, das ihm untertan ist.
20309#Jeremia,51,29#29. Da erzittert die Erde und bebt; denn es erfüllt sich an Babel der Ratschluss des Herrn, Babels Landschaft zur Wüste zu machen, wo niemand wohnt.
20310#Jeremia,51,30#30. Die Helden Babels haben abgelassen vom Kampfe, sie sitzen in den Burgen; ihre Kraft ist versiegt, sie sind zu Weibern geworden. Seine Wohnstätten sind verbrannt, zerbrochen sind seine Riegel.
20311#Jeremia,51,31#31. Ein Läufer begegnet im Laufe dem andern und ein Bote dem andern, dem König von Babel zu melden, dass seine Stadt an allen Enden genommen ist,
20312#Jeremia,51,32#32. dass die Übergänge besetzt, die Bollwerke verbrannt und die Krieger verzagt sind.
20313#Jeremia,51,33#33. Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels: Die Tochter Babel ist wie eine Tenne zur Zeit, da man sie feststampft: noch ein Kleines, so kommt die Zeit ihrer Ernte.
20314#Jeremia,51,34#34. «Nebukadrezar, der König von Babel, hat mich gefressen, hat mich verstört; als leeres Gefäss hat er mich hingestellt; er hat mich verschlungen wie ein Drache, hat seinen Bauch gefüllt; aus meiner wonnigen Heimat hat er mich fortgestossen.
20315#Jeremia,51,35#35. Meine Misshandlung und mein Elend komme über Babel!» spreche die Bürgerschaft Zions - «und mein Blut über die Bewohner Chaldäas!» spreche Jerusalem.
20316#Jeremia,51,36#36. Darum spricht der Herr also: Siehe, ich will deine Sache führen und dich rächen; ich will Babels Meer austrocknen und seine Quellen versiegen lassen.
20317#Jeremia,51,37#37. Und Babel soll zum Trümmerhaufen werden, zur Behausung der Schakale, zum Entsetzen und Gespött, zur menschenleeren Stätte.
20318#Jeremia,51,38#38. Alle brüllen sie wie die Löwen, knurren wie die Jungleuen.
20319#Jeremia,51,39#39. Sind sie gierig geworden, so richte ich ihnen das Gelage und mache sie trunken, dass sie betäubt werden und entschlafen zum ewigen Schlaf und nicht mehr erwachen, spricht der Herr.
20320#Jeremia,51,40#40. Ich lasse sie hinsinken wie Schafe zur Schlachtung, wie Widder und Böcke.
20321#Jeremia,51,41#41. Wie ist doch Sesach-1- genommen, erobert der Ruhm der Welt! Wie ist Babel zum Entsetzen geworden unter den Völkern! -1) d.i. Babel.
20322#Jeremia,51,42#42. Über Babel flutet das Meer, von seinen tosenden Wogen ward es bedeckt.
20323#Jeremia,51,43#43. Seine Städte sind zur Wüste geworden, ein Land der Dürre und der Steppe; niemand wird darin wohnen, kein Mensch sie durchwandern.
20324#Jeremia,51,44#44. Ich will den Bel zu Babel heimsuchen, und was er verschlungen hat, will ich ihm aus dem Rachen reissen. Die Völker sollen ihm nicht mehr zuströmen. Auch die Mauer Babels ist gefallen. -Jer. 50,2; Jes. 46,1.
20325#Jeremia,51,45#45. Mein Volk, ziehe aus Babel hinweg, ein jeder rette sein Leben vor dem glühenden Zorn des Herrn!
20326#Jeremia,51,46#46. Doch dass nur euer Herz nicht verzage und ihr euch nicht fürchtet bei den Gerüchten, die man im Lande hört, wenn in einem Jahre dies Gerücht auftritt und darnach im folgenden Jahre jenes Gerücht, wenn Gewalttat im Lande herrscht und Tyrann wider Tyrann sich erhebt.
20327#Jeremia,51,47#47. Darum siehe, es kommen Tage, da suche ich heim die Götzen Babels, und sein ganzes Land wird zuschanden, und todwund fällt alles darin.
20328#Jeremia,51,48#48. Da werden Himmel und Erde samt allem, was darin ist, über Babel frohlocken; denn von Norden her kommen ihm die Verwüster, spricht der Herr.
20329#Jeremia,51,49#49. Auch Babel muss fallen für die Erschlagenen Israels, wie für Babel gefallen sind die Erschlagenen der ganzen Erde.
20330#Jeremia,51,50#50. Ihr, die ihr dem Schwerte entronnen seid, ziehet hin, stehet nicht stille! Seid des Herrn eingedenk in der Ferne! Nach Jerusalem stehe euch der Sinn!
20331#Jeremia,51,51#51. «Wir sind beschämt; denn wir mussten Schmähreden hören. Scham bedeckt unser Angesicht; denn Fremde sind über die Heiligtümer im Hause des Herrn geraten.»
20332#Jeremia,51,52#52. Darum, siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da suche ich heim seine Götzen, und in seinem ganzen Lande werden Todwunde stöhnen.
20333#Jeremia,51,53#53. Ob auch Babel bis zum Himmel emporstiege und in der Höhe eine starke Feste baute, dennoch werde ich ihm die Verwüster kommen lassen, spricht der Herr. -Jes. 14,13.
20334#Jeremia,51,54#54. Horch! Geschrei von Babel her und grosses Verderben vom Land der Chaldäer!
20335#Jeremia,51,55#55. Denn der Herr verwüstet Babel und macht ein Ende seinem lauten Lärmen, und es brausen ihre-1- Wogen wie grosse Wasser, es erschallt das Getöse ihrer Rufe. -1) d.h. der Feinde.
20336#Jeremia,51,56#56. Ja, der Verwüster kommt über Babel, und seine Helden werden gefangen; zerbrochen sind ihre Bogen. Denn ein Gott der Vergeltung ist der Herr, er zahlt's ihnen heim.
20337#Jeremia,51,57#57. Und ich mache sie trunken, seine Fürsten und Weisen, seine Statthalter, Vögte und Helden, dass sie entschlafen zum ewigen Schlaf und nicht mehr erwachen, spricht der Herr - Herr der Heerscharen ist sein Name.
20338#Jeremia,51,58#58. So spricht der Herr der Heerscharen: Die breite Mauer Babels wird bis auf den Grund zerstört und seine hohen Tore verbrannt werden, sodass Völker sich quälten für nichts und Nationen fürs Feuer sich abmühten.
20339#Jeremia,51,59#59. Das Wort, das der Prophet Jeremia Seraja, dem Sohne Nerias, des Sohnes Mahsejas, gebot, als dieser mit Zedekia, dem König von Juda, im vierten Jahre seiner Regierung nach Babel ging. Seraja aber war Quartiermeister.
20340#Jeremia,51,60#60. Jeremia schrieb alles Unglück, das über Babel kommen sollte, in ein Buch, alle Worte, die hier über Babel geschrieben sind.
20341#Jeremia,51,61#61. Und Jeremia sprach zu Seraja: Wenn du nach Babel kommst, so ersieh (dir eine Gelegenheit) und verlies alle diese Worte
20342#Jeremia,51,62#62. und sprich: «Herr, du hast diesem Orte angedroht, ihn zu vernichten, dass kein Bewohner darin bleiben solle, weder Mensch noch Tier; denn (du sprachst): du wirst ewig wüst und öde sein.» -Jer. 51,26.
20343#Jeremia,51,63#63. Wenn du dann dieses Buch fertig verlesen hast, so binde einen Stein daran und wirf es mitten in den Euphrat
20344#Jeremia,51,64#64. und sprich: «So wird Babel versinken und nicht wieder emporkommen ob des Unglücks, mit dem ich es heimsuchen werde.»-1-* -1) im hebrT. folgen hier noch die Worte: «sich abmühten; so weit die Worte Jeremias».
20345#Jeremia,52,1#1. 21 JAHRE alt war Zedekia, als er König wurde, und elf Jahre regierte er zu Jerusalem. Seine Mutter hiess Hamutal, die Tochter Jeremias von Libna.
20346#Jeremia,52,2#2. Er tat, was dem Herrn missfiel, ganz wie Jojakim getan hatte.
20347#Jeremia,52,3#3. Denn wegen des Zornes des Herrn kam das über Jerusalem und Juda, dass er sie von seinem Angesichte verwarf. Zedekia aber fiel ab vom König von Babel.
20348#Jeremia,52,4#4. Da begab es sich im neunten Jahre seiner Regierung, am zehnten Tage des zehnten Monats, dass Nebukadrezar, der König von Babel, mit all seiner Heeresmacht wider Jerusalem heranzog; und sie belagerten es und bauten ein Belagerungswerk rings um die Stadt.
20349#Jeremia,52,5#5. So wurde die Stadt belagert bis ins elfte Jahr des Königs Zedekia.
20350#Jeremia,52,6#6. Im vierten Monat aber, am neunten Tage des Monats, als die Hungersnot in der Stadt schon gross war und das Landvolk nichts mehr zu essen hatte,
20351#Jeremia,52,7#7. da wurde Bresche in die Stadtmauer gelegt. Der König aber und alle Kriegsleute machten bei Nacht einen Ausfall aus der Stadt und entflohen durch das Tor zwischen den beiden Mauern, das am Garten des Königs lag, während die Chaldäer die Stadt rings einschlossen, und sie nahmen ihren Weg nach der Jordansteppe.
20352#Jeremia,52,8#8. Das Heer der Chaldäer aber jagte dem König nach, und sie holten ihn im Steppengebiet von Jericho ein, nachdem sein ganzes Heer sich zerstreut und ihn verlassen hatte.
20353#Jeremia,52,9#9. Sie griffen den König und führten ihn hinauf zum König von Babel nach Ribla im Lande Hamath, und der sprach ihm das Urteil.
20354#Jeremia,52,10#10. Der König von Babel liess die Söhne Zedekias vor dessen eignen Augen hinrichten; auch alle Fürsten Judas liess er zu Ribla hinrichten.
20355#Jeremia,52,11#11. Den Zedekia aber liess er blenden und in Ketten legen. Dann brachte ihn der König von Babel nach Babel und setzte ihn ins Gefängnis bis zum Tag seines Todes.
20356#Jeremia,52,12#12. Am zehnten Tage des fünften Monats sodann <nämlich im neunzehnten Jahre Nebukadrezars, des Königs von Babel> kam Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, der im Dienste des Königs von Babel stand, nach Jerusalem
20357#Jeremia,52,13#13. und verbrannte den Tempel des Herrn, den Königspalast und alle Häuser Jerusalems; alle grossen Häuser verbrannte er.
20358#Jeremia,52,14#14. Alle Mauern Jerusalems aber riss das ganze Chaldäerheer, das der Oberste der Leibwache bei sich hatte, ringsum nieder.
20359#Jeremia,52,15#15. Und den Rest des Volkes, der in der Stadt noch übriggeblieben war, und die Überläufer, die zum König von Babel übergegangen waren, und den Rest der Werkleute führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, in die Verbannung.
20360#Jeremia,52,16#16. Nur von den Geringen im Lande liess Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, etliche als Weingärtner und Ackerleute zurück.
20361#Jeremia,52,17#17. Aber die ehernen Säulen am Tempel des Herrn und die Kesselwagen und das eherne Meer beim Tempel des Herrn zerbrachen die Chaldäer und führten alles, was daran Erz war, nach Babel. -Jer. 27,19-22.
20362#Jeremia,52,18#18. Auch die Töpfe, Schaufeln, Messer, Sprengschalen und Schüsseln, kurz, alle ehernen Geräte, mit denen man den Dienst versah, nahmen sie hinweg.
20363#Jeremia,52,19#19. Auch die Becken, Räucherpfannen, Sprengschalen, Töpfe, Leuchter, Schüsseln und Becher, alles, was von Gold, und alles, was von Silber war, nahm der Oberste der Leibwache mit fort.
20364#Jeremia,52,20#20. Die beiden Säulen, das Eine Meer und die zwölf ehernen Rinder unter dem Meer, die der König Salomo für den Tempel des Herrn hatte machen lassen - das Erz all dieser Geräte war nicht zu wägen. -1.Kön. 7,15-50.
20365#Jeremia,52,21#21. Von den Säulen war die eine achtzehn Ellen hoch, und eine Schnur von zwölf Ellen umspannte sie, und sie war vier Finger dick und innen hohl.
20366#Jeremia,52,22#22. Oben darauf war ein eherner Knauf, und die Höhe des einen Knaufs war fünf Ellen, und ein Geflecht und Granatäpfel waren an dem Knauf ringsum, alles von Erz. Ebenso war es an der zweiten Säule.
20367#Jeremia,52,23#23. So waren der Granatäpfel 96, freihängend; im ganzen aber waren es hundert Granatäpfel am Geflecht ringsum.
20368#Jeremia,52,24#24. Und der Oberste der Leibwache nahm Seraja, den ersten Priester, und Zephanja, den zweiten Priester, und die drei Schwellenhüter;
20369#Jeremia,52,25#25. aus der Stadt aber nahm er einen Hofbeamten, der über das Kriegsvolk gesetzt war, und sieben Männer von den Vertrauten des Königs, die man in der Stadt vorfand, und den Schreiber des Feldhauptmanns, der das Landvolk für den Kriegsdienst aushob, desgleichen sechzig Mann aus dem Landvolk, die sich in der Stadt vorfanden -
20370#Jeremia,52,26#26. die nahm Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, und brachte sie zum König von Babel nach Ribla.
20371#Jeremia,52,27#27. Und der König von Babel liess sie zu Ribla im Lande Hamath hinrichten. So wurde Juda aus seinem Lande in die Verbannung geführt.
20372#Jeremia,52,28#28. Dies ist das Volk, das Nebukadrezar in die Verbannung führte: im siebzehnten Jahre 3 023 Judäer,
20373#Jeremia,52,29#29. im achtzehnten Jahre Nebukadrezars aus Jerusalem 832 Seelen;
20374#Jeremia,52,30#30. im 23. Jahre Nebukadrezars führte Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, 745 Judäer in die Verbannung - im ganzen 4 600 Seelen.
20375#Jeremia,52,31#31. Und im 37. Jahre nach der Wegführung des Königs Jojachin von Juda, am 25. Tage des zwölften Monats, begnadigte Evilmerodach, der König von Babel, im Jahre seiner Thronbesteigung den König Jojachin von Juda und entliess ihn aus dem Gefängnis.
20376#Jeremia,52,32#32. Und er redete freundlich mit ihm und wies ihm seinen Sitz an über den andern Königen, die bei ihm in Babel waren.
20377#Jeremia,52,33#33. Er durfte seine Gefängniskleider ablegen und beständig an der königlichen Tafel essen sein ganzes Leben lang.
20378#Jeremia,52,34#34. Und sein Unterhalt, der ständige Unterhalt, wurde ihm vom König von Babel gewährt Tag für Tag, soviel er bedurfte, bis zum Tage seines Todes sein ganzes Leben lang.

17724#Jesaja,1,1#1. GESICHT Jesajas, des Sohnes des Amoz, das er über Juda und Jerusalem schaute in den Tagen der judäischen Könige Usia, Jotham, Ahas und Hiskia.
17725#Jesaja,1,2#2. HÖRET, ihr Himmel, horche auf, o Erde! Denn der Herr redet: Kinder habe ich grossgezogen und emporgebracht, und sie - sind von mir abgefallen.
17726#Jesaja,1,3#3. Der Ochse kennt seinen Meister, und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel hat keine Einsicht, mein Volk hat keinen Verstand.
17727#Jesaja,1,4#4. O wehe der sündigen Nation, dem schuldbeladenen Volke, der Brut von Bösewichten, den missratenen Kindern! Verlassen haben sie den Herrn, verworfen den Heiligen Israels, haben den Rücken gewandt.
17728#Jesaja,1,5#5. Worauf wollt ihr noch geschlagen werden, da ihr im Abfall verharrt? Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz ist siech.
17729#Jesaja,1,6#6. Von der Fußsohle bis zum Haupte ist nichts Gesundes an ihm: Beule und Strieme und frische Wunde, nicht ausgedrückt noch verbunden, und nicht mit Öl gelindert.
17730#Jesaja,1,7#7. Euer Land liegt wüste, eure Städte sind verbrannt; (die Frucht) des Ackers vor euren Augen verzehren Fremde. Eine Wüste ist es wie das zerstörte Sodom.
17731#Jesaja,1,8#8. Und die Tochter Zion ist übriggeblieben wie ein Häuslein im Weinberg, wie eine Nachthütte im Gurkenfeld, wie ein Turm zur Wacht. -Jes. 5,2.
17732#Jesaja,1,9#9. Wenn nicht der Herr der Heerscharen von uns einen Rest gelassen, fast wären wir wie Sodom geworden und gleich wie Gomorrha. -1.Mo. 19,24.
17733#Jesaja,1,10#10. HÖRET das Wort des Herrn, ihr Fürsten von Sodom! Horch auf die Weisung unseres Gottes, du Volk von Gomorrha!
17734#Jesaja,1,11#11. Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer? spricht der Herr. Satt habe ich die Brandopfer von Widdern und das Fett der Mastkälber, und das Blut der Stiere und Lämmer und Böcke mag ich nicht. -Ps. 40,7; 50,8-13; 51,18; Jer. 6,20; Amos 5,21.22; Mi. 6,6-8.
17735#Jesaja,1,12#12. Wenn ihr kommt, mein Angesicht zu schauen, wer hat das von euch verlangt, dass ihr meine Vorhöfe zertretet?
17736#Jesaja,1,13#13. Bringet nicht mehr unnütze Gaben - ein Greuelopfer ist es mir. Neumond und Sabbat, Versammlung berufen - ich mag nicht Frevel und Feiertag.
17737#Jesaja,1,14#14. Eure Neumonde und eure Feste hasst meine Seele; sie sind mir zur Last geworden, ich bin's müde, sie zu ertragen. -4.Mo. 28,11.
17738#Jesaja,1,15#15. Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch; auch wenn ihr noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voll Blut; -Spr. 1,28; Jer. 14,12; Mi. 3,4.
17739#Jesaja,1,16#16. waschet, reiniget euch! Tut hinweg eure bösen Taten, mir aus den Augen! Höret auf, Böses zu tun, -Ps. 37,27.
17740#Jesaja,1,17#17. lernet Gutes tun! Trachtet nach Recht, weiset in Schranken den Gewalttätigen; helfet der Waise zum Rechte, führet die Sache der Witwe!
17741#Jesaja,1,18#18. Nun wohlan, wir wollen miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünden sind wie Scharlach, können sie dann weiss werden wie Schnee? Wenn sie rot sind wie Purpur, können sie dann werden wie Wolle?-1- -1) aüs: «Wenn eure Sünden wären wie Scharlach, sollen sie doch weiss werden wie Schnee; wenn sie rot wären wie Purpur, sollen sie doch werden wie Wolle.»
17742#Jesaja,1,19#19. Wenn ihr willig seid und gehorsam, so sollt ihr das Beste des Landes kosten. -3.Mo. 25,18.19.
17743#Jesaja,1,20#20. Doch wenn ihr euch weigert und widerstrebt, so sollt ihr das Schwert kosten. Denn der Mund des Herrn hat es geredet.
17744#Jesaja,1,21#21. WIE ist zur Dirne geworden die treue Stadt, die voll war des Rechts! Gerechtigkeit wohnte in ihr, jetzt aber Mörder!
17745#Jesaja,1,22#22. Dein Silber ist zu Schlacken geworden, dein Wein mit Wasser verfälscht.
17746#Jesaja,1,23#23. Deine Führer sind Aufrührer und Gesellen der Diebe. Sie alle lieben Bestechung und jagen Geschenken nach. Der Waise helfen sie nicht zum Recht, und die Sache der Witwe kommt nicht vor sie. -Jer. 5,28.
17747#Jesaja,1,24#24. Darum spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, der Starke Israels: Ha! ich will mich letzen an meinen Widersachern und mich rächen an meinen Feinden!
17748#Jesaja,1,25#25. Und ich will meine Hand wider dich wenden und deine Schlacken läutern im Schmelzofen und wegschaffen alle deine Bleistücke. -Mal. 3,3.
17749#Jesaja,1,26#26. Ich will dir wieder Richter geben wie vor alters und Ratsherren wie vorzeiten. Alsdann wird man dich nennen Rechtsburg, treue Stadt.
17750#Jesaja,1,27#27. Zion wird durch Recht erlöst, und seine Bekehrten durch Gerechtigkeit.
17751#Jesaja,1,28#28. Aber Verderben über die Abtrünnigen und Sünder zumal! Und die den Herrn verlassen, kommen um. -Ps. 1,6.
17752#Jesaja,1,29#29. Denn ihr werdet euch schämen ob der Terebinthen, an denen ihr eure Lust habt, und erröten ob der Gärten, die euch gefallen.-1- -Jes. 57,5; 65,3. 1) wegen ihres Zusammenhangs mit der Verehrung andrer Götter.
17753#Jesaja,1,30#30. Denn ihr werdet sein wie eine Terebinthe, deren Blätter welken, und wie ein Garten, der kein Wasser hat.
17754#Jesaja,1,31#31. Und der Starke wird zum Werg und sein Werk zum Funken werden, und brennen werden beide zumal, ohne dass jemand löscht.
17755#Jesaja,2,1#1. DAS Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, über Juda und Jerusalem schaute:
17756#Jesaja,2,2#2. Und es wird geschehen in den letzten Tagen, da wird der Berg mit dem Hause des Herrn festgegründet stehen an der Spitze der Berge und die Hügel überragen; und alle Völker werden zu ihm hinströmen,
17757#Jesaja,2,3#3. und viele Nationen werden sich aufmachen und sprechen: «Kommt, lasset uns hinaufziehen zum Berge des Herrn, zu dem Hause des Gottes Jakobs, dass er uns seine Wege lehre und wir wandeln auf seinen Pfaden; denn von Zion wird die Weisung ausgehen, und das Wort des Herrn von Jerusalem.» -Joh. 4,22.
17758#Jesaja,2,4#4. Und er wird Recht sprechen zwischen den Völkern und Weisung geben vielen Nationen; und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Spiesse zu Rebmessern. Kein Volk wird wider das andre das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.
17759#Jesaja,2,5#5. Haus Jakobs, auf, lasset uns wandeln im Lichte des Herrn!
17760#Jesaja,2,6#6. VERSTOSSEN hast du dein Volk, das Haus Jakobs; denn sie sind voll von Wahrsagerei des Morgenlandes und von Zeichendeutern wie die Philister, und mit Fremden tauschen sie Handschlag.
17761#Jesaja,2,7#7. Und ihr Land ward voll Silber und Gold, und ihrer Schätze kein Ende, und ihr Land ward voll von Rossen, und ihrer Wagen kein Ende, -Jes. 31,1; Ps. 33,17; Mi. 5,10.
17762#Jesaja,2,8#8. und ihr Land ward voll von Götzen; das Werk ihrer Hände beten sie an, das, was ihre Finger gemacht haben. -Ps. 115,4.
17763#Jesaja,2,9#9. Da ward gebeugt der Mensch und gedemütigt der Mann, und erhaben ist der Herr allein an jenem Tage.
17764#Jesaja,2,10#10. Gehe hinein in den Felsen und verbirg dich im Staube vor dem Schrecken des Herrn und vor seiner hehren Majestät!
17765#Jesaja,2,11#11. Die Hoffart der Menschen wird gebeugt und der Stolz der Männer gedemütigt, und erhaben ist der Herr allein an jenem Tage.
17766#Jesaja,2,12#12. Denn ein Tag des Herrn der Heerscharen kommt über alles Stolze und Erhabene und über alles Ragende und Hohe,
17767#Jesaja,2,13#13. über alle Zedern des Libanon und über alle Eichen Basans,
17768#Jesaja,2,14#14. über alle Berge, die hohen, und über alle Hügel, die ragenden,
17769#Jesaja,2,15#15. über jeden hohen Turm und über jede feste Mauer,
17770#Jesaja,2,16#16. über alle Tharsisschiffe und über alle köstlichen Schaustücke. -Ps. 48,8.
17771#Jesaja,2,17#17. Da wird erniedrigt die Hoffart der Menschen und der Stolz der Männer gedemütigt, und erhaben ist der Herr allein an jenem Tage.
17772#Jesaja,2,18#18. Und die Götzen - das fährt alles dahin!
17773#Jesaja,2,19#19. Gehet hinein in Felsenhöhlen und in Erdlöcher vor dem Schrecken des Herrn und vor seiner hehren Majestät, wenn er sich erhebt, die Erde zu schrecken!
17774#Jesaja,2,20#20. An jenem Tage wird der Mensch seine silbernen und goldenen Götzen, die er sich gemacht, sie anzubeten, den Ratten und Fledermäusen hinwerfen, -Jes. 30,22.
17775#Jesaja,2,21#21. hinein in die Felsspalten und in die Steinklüfte, vor dem Schrecken des Herrn und vor seiner hehren Majestät, wenn er sich erhebt, die Erde zu schrecken.
17776#Jesaja,2,22#22. Lasset doch fahren den Menschen, in dessen Nase nur ein Hauch ist! Denn wofür ist er zu achten?
17777#Jesaja,3,1#1. Denn siehe, der Herr, der Gott der Heerscharen, wird hinwegnehmen aus Jerusalem und Juda Stütze und Stab, jede Stütze an Brot und jede Stütze an Wasser, -3.Mo. 26,26.
17778#Jesaja,3,2#2. den Helden und den Kriegsmann, den Richter und den Propheten, den Wahrsager und den Ältesten,
17779#Jesaja,3,3#3. den Hauptmann, den Angesehenen und den Ratsherrn, den Zauberkünstler und den Beschwörer.
17780#Jesaja,3,4#4. Und ich will ihnen Knaben zu Fürsten geben, und Buben sollen über sie herrschen. -Pred. 10,16.
17781#Jesaja,3,5#5. Und im ganzen Volke wird einer den andern bedrängen, der Freund den Freund; losfahren wird der Junge wider den Alten und der Verachtete wider den Geehrten.
17782#Jesaja,3,6#6. Wenn dann einer den andern, in dessen väterlichem Hause ein Mantel ist, anfasst (und sagt): «Auf, unser Führer sollst du sein, und dieser Trümmerhaufe sei dir untertan»,
17783#Jesaja,3,7#7. so wird der an jenem Tage sprechen: «Ich mag nicht Wundarzt sein, ist doch in meinem Hause weder Brot noch Mantel; machet mich nicht zum Führer des Volkes.»
17784#Jesaja,3,8#8. Denn Jerusalem stürzt und Juda fällt, weil ihre Zunge und ihre Taten wider den Herrn sind, den Augen seiner Majestät zu trotzen.
17785#Jesaja,3,9#9. Die Frechheit ihrer Gesichter zeugt wider sie, und ihre Sünde künden sie aus wie die Leute von Sodom und verbergen sie nicht. Wehe ihnen! Denn sie tun sich selber Böses an. -1.Mo. 19,5.
17786#Jesaja,3,10#10. Heil dem Gerechten! Es geht ihm wohl; denn die Frucht seiner Taten wird er geniessen.
17787#Jesaja,3,11#11. Wehe dem Gottlosen! Ihm geht es schlimm; denn nach dem Tun seiner Hände wird ihm vergolten.
17788#Jesaja,3,12#12. Meines Volkes Zwingherr ist ein Bube, und Weiber beherrschen es.-1- O mein Volk! Deine Leiter sind Verführer und verwirren den Weg, den du wandeln sollst. -1) möglich ist auch die Üs: «Meines Volkes Zwingherren sind Quäler, und Wucherer beherrschen es.»
17789#Jesaja,3,13#13. Der Herr steht da, um zu rechten, und hat sich erhoben, sein Volk zu richten.
17790#Jesaja,3,14#14. Der Herr geht ins Gericht mit den Ältesten seines Volkes und seinen Fürsten: «Ihr, ihr habt den Weinberg abgeweidet; der Raub des Armen ist in euren Häusern. -Jes. 5,1-7.
17791#Jesaja,3,15#15. Warum zertretet ihr mein Volk und zermalmt die Person der Elenden?» Also spricht der Herr, der Gott der Heerscharen.
17792#Jesaja,3,16#16. Und der Herr sprach: Weil die Töchter Zions hoffärtig sind und im Gehen den Kopf hoch tragen und mit den Augen nach der Seite blinzeln, weil sie trippelnd einhergehen und mit ihren Fußspangen klirren,
17793#Jesaja,3,17#17. wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions kahl machen, und der Herr wird ihre Schläfe entblössen.
17794#Jesaja,3,18#18. An jenem Tage wird der Herr die ganze Pracht wegnehmen: die Fußspangen, die Stirnreife und die Möndchen,
17795#Jesaja,3,19#19. die Ohrgehänge, die Armketten und die Schleier,
17796#Jesaja,3,20#20. die Kopfbunde und die Fusskettchen, die Gürtel, die Riechfläschchen und die Amulette,
17797#Jesaja,3,21#21. die Fingerringe und die Nasenringe,
17798#Jesaja,3,22#22. die Feierkleider und die Mäntel, die Umschlagtücher und die Taschen
17799#Jesaja,3,23#23. die feinen Zeuge und die Hemden, die Turbane und die Überwürfe.
17800#Jesaja,3,24#24. Und statt des Balsamdufts wird Moder sein und statt des Gürtels ein Strick, statt des Haargekräusels eine Glatze, statt des Prunkgewandes der umgegürtete Sack, das Brandmal statt der Schönheit.
17801#Jesaja,3,25#25. Deine Männer sollen fallen durch das Schwert, und deine Helden im Kampfe.
17802#Jesaja,3,26#26. Da werden ihre Tore klagen und trauern, und verheert wird sie am Boden sitzen.
17803#Jesaja,4,1#1. Und sieben Frauen werden einen Mann ergreifen an jenem Tage und sprechen: «Eigne Speise wollen wir essen und mit eignem Gewande uns bekleiden; nur lass uns deinen Namen tragen, nimm hinweg unsre Schmach!»
17804#Jesaja,4,2#2. AN jenem Tage wird, was der Herr sprossen lässt, zur Zierde und zur Ehre, und die Frucht des Landes zur Hoheit und zum Schmucke für die Geretteten in Israel.
17805#Jesaja,4,3#3. Alsdann wird heilig heissen, wer noch lebt in Zion und wer übrigbleibt in Jerusalem, alle, die in Jerusalem zum Leben aufgeschrieben sind,
17806#Jesaja,4,4#4. wenn der Herr den Schmutz der Tochter Zion abgewaschen und die Blutschuld Jerusalems hinweggespült hat aus seiner Mitte durch den Sturm des Gerichtes und durch den Sturm der Vertilgung.
17807#Jesaja,4,5#5. Und der Herr wird kommen, und es wird über der ganzen Stätte des Berges Zion und über seinen Versammlungen eine Wolke weilen bei Tage und Rauch und flammender Feuerglanz bei Nacht; denn über allem ist die Herrlichkeit des Herrn ein Schutz -2.Mo. 13,22.
17808#Jesaja,4,6#6. und Schirm, und sie wird zum Schatten dienen vor der Hitze und zur Zuflucht und zum Obdach vor Unwetter und Regen.
17809#Jesaja,5,1#1. SINGEN will ich von meinem Freunde, das Lied meines Freundes von seinem Weinberg! Mein Freund hatte einen Weinberg auf fetter Bergeshöhe. -Jer. 2,21; Mt. 21,33-43.
17810#Jesaja,5,2#2. Den grub er um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit edeln Reben. Er baute einen Turm in seiner Mitte, auch eine Kelter hieb er darin aus. Und er hoffte, dass er edle Trauben brächte, doch er brachte herbe Frucht.
17811#Jesaja,5,3#3. Nun, ihr Bürger Jerusalems und ihr Männer von Juda, richtet zwischen mir und meinem Weinberg!
17812#Jesaja,5,4#4. Was war noch zu tun an meinem Weinberg, und ich tat es nicht? Warum hoffte ich, dass er edle Trauben brächte, und er brachte herbe Frucht? -
17813#Jesaja,5,5#5. Nun, so will ich euch kundtun, was ich meinem Weinberg tun will: ich will seinen Zaun entfernen, dass er abgeweidet, und seine Mauer einreissen, dass er zertreten werde.
17814#Jesaja,5,6#6. Ich will ihm den Garaus machen: nicht beschnitten soll er werden noch behackt, in Dornen und Disteln soll er aufgehen; und den Wolken will ich verbieten, auf ihn zu regnen.
17815#Jesaja,5,7#7. Denn der Weinberg des Herrn der Heerscharen ist das Haus Israel, und die Männer Judas sind seine Lieblingspflanzung. Er hoffte auf Guttat, und siehe da Bluttat, auf Rechtsspruch, und siehe da Rechtsbruch!
17816#Jesaja,5,8#8. WEHE denen, die Haus an Haus reihen und Acker an Acker rücken, bis kein Platz mehr ist und ihr allein Besitzer seid mitten im Lande!
17817#Jesaja,5,9#9. Denn vernehmen liess sich in meinen Ohren der Herr der Heerscharen: fürwahr, viele Häuser sollen öde werden, grosse und schöne, dass niemand darin wohne;
17818#Jesaja,5,10#10. denn zehn Juchart Reben werden einen Eimer bringen, und ein Malter Same einen Scheffel.
17819#Jesaja,5,11#11. Wehe denen, die früh am Morgen schon dem Rauschtrank nachjagen, die bis tief in die Nacht der Wein erhitzt!
17820#Jesaja,5,12#12. Da halten sie Gelage mit Laute und Harfe, mit Handpauke und Flöte und Wein; aber das Werk des Herrn beachten sie nicht, und das Tun seiner Hände sehen sie nicht. -Hiob 21,12; Amos 6,5.
17821#Jesaja,5,13#13. Darum wandert mein Volk in die Verbannung unversehens; seine Edlen sind kraftlos vor Hunger, und die Menge brennt vor Durst.
17822#Jesaja,5,14#14. Darum öffnet die Unterwelt weit ihren gierigen Schlund und sperrt auf ihren Rachen über die Massen, und es fährt hinunter Jerusalems Pracht, sein Gelärm und Getümmel und wer darin frohlockt.
17823#Jesaja,5,15#15. Da wird gebeugt der Mensch und erniedrigt der Mann und die Augen der Hochmütigen werden gedemütigt.
17824#Jesaja,5,16#16. Aber der Herr der Heerscharen wird erhaben durch das Gericht, und der heilige Gott erweist sich heilig durch Gerechtigkeit.
17825#Jesaja,5,17#17. Und Lämmer weiden (daselbst) wie auf ihrer Trift, und auf den Trümmern äsen Böcklein.
17826#Jesaja,5,18#18. Wehe denen, die die Schuld mit Stricken des Frevels und die Sünde wie mit Wagenseilen herbeiziehen!
17827#Jesaja,5,19#19. die da sagen: Er beeile doch, beschleunige sein Werk, dass wir es sehen; der Ratschluss des Heiligen Israels nahe und treffe ein, dass wir ihn erfahren!
17828#Jesaja,5,20#20. Wehe denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die Finsternis zu Licht und Licht zu Finsternis machen, die bitter zu süss und süss zu bitter machen!
17829#Jesaja,5,21#21. Wehe denen, die in ihren eignen Augen weise sind und sich selbst verständig dünken! -Spr. 3,7; Röm. 12,16.
17830#Jesaja,5,22#22. Wehe denen, die Helden sind im Weintrinken und Kraftmenschen im Mischen des Rauschtranks!
17831#Jesaja,5,23#23. die dem Schuldigen Recht geben um Bestechung und dem Unschuldigen sein Recht absprechen! -2.Mo. 23,7; Spr. 17,15.
17832#Jesaja,5,24#24. Darum, wie die Zunge des Feuers Stoppeln verzehrt und dürres Gras in der Flamme zusammensinkt, wird ihre Wurzel sein wie Moder und ihre Blüte wie Staub auffliegen; denn sie haben die Weisung des Herrn der Heerscharen verschmäht und verworfen das Wort des Heiligen Israels.
17833#Jesaja,5,25#25. DARUM entbrannte der Zorn des Herrn wider sein Volk, und er reckte gegen sie seine Hand aus und schlug sie, und die Berge erbebten, und ihre Leichen lagen wie Kot in den Strassen. Bei alledem hat sich sein Zorn nicht gewandt, und noch ist seine Hand ausgereckt. -Jes. 9,12.17.21; 10,4.
17834#Jesaja,5,26#26. Und er wird ein Panier aufstecken dem Volk aus der Ferne und es herbeilocken vom Ende der Erde, und siehe: eilends, schnell kommt es; -Jes. 7,18.
17835#Jesaja,5,27#27. kein Müder, kein Strauchelnder in ihm, nicht schläft noch schlummert es; keinem geht auf der Gurt seiner Lenden, keinem zerreisst der Riemen seiner Schuhe.
17836#Jesaja,5,28#28. Seine Pfeile sind geschärft und alle seine Bogen gespannt; die Hufe seiner Rosse sind wie Kiesel zu achten und seine Wagenräder wie der Sturmwind.
17837#Jesaja,5,29#29. Sein Brüllen ist wie das der Löwin, es brüllt wie junge Löwen und knurrt, packt den Raub und schleppt ihn fort, und niemand rettet.
17838#Jesaja,5,30#30. Es tost über ihm an jenem Tage wie Tosen des Meeres. Da blickt er auf die Erde, und siehe da, bange Finsternis, und das Licht wird verfinstert durch ihr Gewölk. -Jes. 8,22.
17839#Jesaja,6,1#1. IN dem Jahre, da der König Usia starb, sah ich den Herrn auf einem hohen und erhabenen Throne sitzen, und seine Säume füllten den Tempel. -2.Kön. 15,1-7; 2.Chr. 26.
17840#Jesaja,6,2#2. Saraphe standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckte er sein Angesicht, mit zweien bedeckte er seine Füsse, und mit zweien flog er.
17841#Jesaja,6,3#3. Und einer rief dem andern zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen! Die ganze Erde ist seiner Herrlichkeit voll! -Offb. 4,8.
17842#Jesaja,6,4#4. Da erbebten die Grundlagen der Schwellen-1- von der Stimme des Rufenden, und das Haus ward voll von Rauch. -Offb. 15,8.  1) vlt. r: «die Gesimse der Oberschwellen».
17843#Jesaja,6,5#5. Da sprach ich: Wehe mir! ich bin verloren! denn ich bin ein Mensch mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volke mit unreinen Lippen - und habe den König, den Herrn der Heerscharen, mit meinen Augen gesehen. -1.Mo. 32,30; Ri. 13,22.
17844#Jesaja,6,6#6. Da flog einer der Saraphe zu mir her, einen glühenden Stein in der Hand, den er mit der Zange vom Altar genommen.
17845#Jesaja,6,7#7. Und er berührte damit meinen Mund und sprach: Siehe, das hat deine Lippen berührt, und deine Schuld ist gewichen und deine Sünde ist gesühnt. -Jer. 1,9; Dan. 10,16.
17846#Jesaja,6,8#8. Da hörte ich die Stimme des Herrn, der sprach: Wen soll ich senden? wer wird uns gehen? Ich sprach: Ich will's, sende mich!
17847#Jesaja,6,9#9. Und er sprach: Gehe und sprich zu diesem Volke: Höret immerfort, doch verstehet nicht, und sehet immerfort, doch erkennet nicht!
17848#Jesaja,6,10#10. Verstocke das Herz dieses Volkes, mache taub seine Ohren und blind seine Augen, dass es mit seinen Augen nicht sehe und mit seinen Ohren nicht höre, dass nicht sein Herz einsichtig werde und man es wieder heile. -5.Mo. 29,4; Röm. 11,8.
17849#Jesaja,6,11#11. Da sprach ich: Wie lange, o Herr? Und er antwortete: Bis dass die Städte öde liegen ohne Bewohner und die Häuser ohne Menschen und das Fruchtland nur noch Wüste ist
17850#Jesaja,6,12#12. und der Herr die Menschen weit hinwegführt und die Verödung gross wird inmitten des Landes.
17851#Jesaja,6,13#13. Und ist noch ein Zehntel darin, so wird es wiederum vertilgt wie bei der Terebinthe und der Eiche, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same ist sein Stumpf. -Jes. 4,3; Amos 5,3.
17852#Jesaja,7,1#1. UND es begab sich in den Tagen des Ahas, des Sohnes Jothams, des Sohnes Usias, des Königs von Juda, da zogen Rezin, der König von Syrien, und Pekah, der Sohn Remaljas, der König von Israel, gegen Jerusalem heran, es zu bestürmen, aber sie konnten es nicht bestürmen. -2.Kön. 16,5.
17853#Jesaja,7,2#2. Als nun dem Hause Davids angesagt ward: «Die Syrer haben sich in Ephraim gelagert», da bebte sein Herz und das Herz seines Volkes, wie die Bäume des Waldes beben vor dem Winde.
17854#Jesaja,7,3#3. Der Herr aber sprach zu Jesaja: Gehe doch mit deinem Sohne Schear-Jaschub-1- dem Ahas entgegen an das Ende der Wasserleitung des obern Teiches, auf die Walkerfeldstrasse, -2.Kön. 18,17; 20,20.   1) d.i. ein Rest wird umkehren.
17855#Jesaja,7,4#4. und sprich zu ihm: Hüte dich und bleibe ruhig! Fürchte dich nicht, und dein Herz verzage nicht vor diesen zwei rauchenden Stummeln von Feuerbränden, bei der Glut des Zornes Rezins und Syriens und des Sohnes Remaljas!
17856#Jesaja,7,5#5. Weil Syrien, Ephraim und der Sohn Remaljas Böses wider dich beschlossen haben und sprechen:
17857#Jesaja,7,6#6. «Hinauf gegen Juda wollen wir ziehen, es bedrängen und für uns erobern und dort den Sohn Tabeels zum König machen» -
17858#Jesaja,7,7#7. so spricht Gott der Herr: Es soll nicht zustande kommen noch geschehen!
17859#Jesaja,7,8#8. Denn das Haupt Syriens ist Damaskus, und das Haupt von Damaskus ist Rezin. Noch 65 Jahre, und Ephraim wird zertrümmert, dass es kein Volk mehr ist. -2.Kön. 17,24.
17860#Jesaja,7,9#9. Und das Haupt Ephraims ist Samaria, und das Haupt Samarias ist der Sohn Remaljas. Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht. -Jes. 28,16; 2.Chr. 20,20.
17861#Jesaja,7,10#10. Weiter redete der Herr zu Ahas also:
17862#Jesaja,7,11#11. Fordere dir ein Zeichen von dem Herrn, deinem Gott, tief in der Unterwelt drunten oder hoch droben in der Höhe.
17863#Jesaja,7,12#12. Da sprach Ahas: Ich mag es nicht fordern, um den Herrn nicht zu versuchen.
17864#Jesaja,7,13#13. Darauf sprach er-1-: Höret doch, ihr vom Hause Davids: Ist es euch nicht genug, Menschen zu ermüden, dass ihr auch noch meinen Gott ermüdet? -1) d.h. Jesaja.
17865#Jesaja,7,14#14. Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, das junge Weib-1- ist schwanger-2- und gebiert einen Sohn, und sie gibt ihm den Namen Immanuel-3-. -1) aüs: «die Jungfrau»; der hebr. Ausdruck bez. einfach die Herangereifte.   2) and: «wird schwanger».   3) d.h. Gott mit uns.
17866#Jesaja,7,15#15. Sahne und Honig wird er essen, bis er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen.
17867#Jesaja,7,16#16. Denn ehe der Knabe versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu wählen, wird das Land verödet sein, vor dessen beiden Königen dir graut. -Jes. 8,4; 2.Kön. 16,9.
17868#Jesaja,7,17#17. DER Herr wird über dich, über dein Volk und über deines Vaters Haus Tage kommen lassen, wie sie nicht mehr gekommen sind seit der Zeit, da Ephraim von Juda abgefallen ist.-1-* -2.Chr. 28,20.  1) der überlieferte Text hat hier noch die Worte «den König von Assyrien».
17869#Jesaja,7,18#18. Und an jenem Tage, da wird der Herr herbeilocken die Fliege am Ende der Ströme Ägyptens und die Biene im Lande Assyrien; -2.Kön. 18,13; 19,9.
17870#Jesaja,7,19#19. die werden kommen und sich alle niederlassen in die abschüssigen Schluchten und in die Felsenklüfte, in alle Dornbüsche und auf alle Triften.
17871#Jesaja,7,20#20. An jenem Tage wird der Herr mit dem Schermesser, das jenseits des (Euphrat-)Stromes gedungen ist-1-, das Haupt und das Haar an den Füssen scheren, und auch den Bart wird es hinwegnehmen. -1) der überlieferte Text hat hier noch die Worte «mit dem König von Assyrien»; s. Anm. zu V. 17.
17872#Jesaja,7,21#21. An jenem Tage wird sich ein jeder eine junge Kuh und zwei Schafe halten.
17873#Jesaja,7,22#22. Da wird er Sahne essen ob der vielen Milch, die er bekommt; denn Sahne und Honig wird ein jeder essen, der übrigbleibt im Lande.
17874#Jesaja,7,23#23. An jenem Tage wird ein jeder Ort, an welchem tausend Reben für tausend Lot Silber stehen, den Dornen und Disteln gehören.
17875#Jesaja,7,24#24. Mit Pfeil und Bogen wird man dorthin kommen; denn Dornen und Disteln wird das ganze Land sein.
17876#Jesaja,7,25#25. Und auf alle Berge, die man jetzt mit der Hacke hackt, wirst du aus Furcht vor Dornen und Disteln nicht hingehen, sondern man wird die Rinder dahin treiben, und die Schafe werden sie zertreten.
17877#Jesaja,8,1#1. UND der Herr sprach zu mir: Nimm dir eine grosse Tafel und schreibe darauf mit Menschenschrift: «Dem Raubebald-Eilebeute»-1-, -1) -+Maher-Schalal Chasch-Bas-.
17878#Jesaja,8,2#2. und bestelle mir glaubwürdige Zeugen, Uria, den Priester, und Sacharja, den Sohn Jeberechjas.
17879#Jesaja,8,3#3. Darnach ging ich zu der Prophetin; die ward schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach der Herr zu mir: Gib ihm den Namen «Raubebald-Eilebeute».
17880#Jesaja,8,4#4. Denn ehe der Knabe Vater und Mutter sagen kann, wird man den Reichtum von Damaskus und die Beute Samarias vor dem König von Assyrien einhertragen.
17881#Jesaja,8,5#5. Und der Herr fuhr noch fort, zu mir zu reden: -Jer. 2,13.
17882#Jesaja,8,6#6. Weil dieses Volk die sanftrinnenden Wasser Siloahs verachtet, weil es verzagt vor Rezin und dem Sohne Remaljas,
17883#Jesaja,8,7#7. darum, siehe, lässt der Herr über sie emporsteigen die starken und grossen Wasser des (Euphrat-)Stromes.-1- Der wird steigen über alle seine Kanäle und über alle seine Ufer treten -1) der überlieferte T. hat hier noch die Worte: «den König von Assyrien und all seine Herrlichkeit»; vgl. Anm. zu Jes. 7,17.20.
17884#Jesaja,8,8#8. und wird eindringen in Juda, wird überschwemmen und überfluten, dass er bis an den Hals reicht, und seine ausgespannten Flügel werden die Weite deines Landes füllen, Immanuel!
17885#Jesaja,8,9#9. Tobet, ihr Völker, und erschrecket! Horchet auf, alle Fernen der Erde! Rüstet euch und erschrecket, ja rüstet euch und erschrecket!
17886#Jesaja,8,10#10. Plant einen Plan - er geht in die Brüche! Beschliesst einen Beschluss - er wird nicht bestehen! Denn mit uns ist Gott.
17887#Jesaja,8,11#11. Denn so sprach der Herr zu mir, als die Hand mich packte und er mich warnte, auf dem Wege dieses Volkes zu wandeln: -Hes. 3,14.
17888#Jesaja,8,12#12. Nennet nicht alles Verschwörung, was dieses Volk Verschwörung nennt, und vor dem, was es fürchtet, fürchtet euch nicht und erschrecket nicht!
17889#Jesaja,8,13#13. Den Herrn der Heerscharen, ihn haltet heilig-1-, er sei eure Furcht und er euer Schrecken! -1) aüs. auf Grund einer kleinen Textänd. mit Rücksicht auf V. 12: «ihn nennet Verschwörer».
17890#Jesaja,8,14#14. Und er wird zum Heiligtum* und zum Stein des Anstosses werden und zum Fels des Strauchelns den beiden Häusern Israels, zur Schlinge und zum Fallstrick den Bewohnern von Jerusalem.
17891#Jesaja,8,15#15. Und ihrer viele werden straucheln, fallen und zerschellen, werden sich verstricken und verfangen.
17892#Jesaja,8,16#16. Verwahren (will ich) die Offenbarung und versiegeln die Weisung in meinen Jüngern,
17893#Jesaja,8,17#17. und harren will ich auf den Herrn, der sein Angesicht vor dem Hause Jakobs verbirgt, und will auf ihn hoffen.
17894#Jesaja,8,18#18. Siehe, ich und die Kinder, die mir der Herr gegeben hat, wir sind Zeichen und Vorbedeutungen in Israel von dem Herrn der Heerscharen, der auf dem Berge Zion wohnt. -Jes. 7,3; 8,3.
17895#Jesaja,8,19#19. Und wenn sie zu euch sagen: «Befraget die Totengeister und Wahrsagegeister, die da flüstern und murmeln! Soll nicht ein Volk seine Ahnengeister befragen, die Toten für die Lebendigen?»-1-* - -1) aüs: Und wenn sie zu euch sagen: «Befraget die Totengeister und Wahrsagegeister, die da flüstern und murmeln!» (so sage ich:) «Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? (Soll man) für die Lebendigen die Toten (befragen)?»
17896#Jesaja,8,20#20. «Zur Weisung und zur Offenbarung!» wenn sie nicht also sprechen, so gibt es für sie keine Morgenröte.
17897#Jesaja,8,21#21. Sie ziehen umher, gedrückt und hungernd; und wenn sie Hunger leiden, so ergrimmen sie und verfluchen ihren König und ihren Gott. Und wendet man sich nach oben
17898#Jesaja,8,22#22. und blickt auf die Erde: siehe, da ist Angst und Finsternis, Dunkel der Drangsal, und in die Nacht (ist man) hinabgestossen.
17899#Jesaja,9,1#1. -1-Denn ist nicht im Dunkel, was bedrängt ist? In der frühern Zeit hat er Schmach gebracht über das Land Sebulon und das Land Naphtali, aber in der Folgezeit wird er zu Ehren bringen den Weg nach dem Meere, das Land jenseits des Jordan, den Bezirk der Heiden-2-. -2.Kön. 15,29.   1) die Lutherbibel hat für 9,1-21 die Zählung 8,23; 9,1-20.   2) d.i. Galiläa.
17900#Jesaja,9,2#2. DAS Volk, das in der Finsternis wandelt, sieht ein grosses Licht; die im Lande des Dunkels wohnen, über ihnen strahlt ein Licht auf.
17901#Jesaja,9,3#3. Du machst des Jubels viel, machst gross die Freude; sie freuen sich vor dir, wie man sich freut in der Ernte, wie man jubelt, wenn man die Beute teilt.
17902#Jesaja,9,4#4. Denn das Joch, das auf ihm lastet, den Stab auf seiner Schulter und den Stock seines Treibers zerbrichst du wie am Tage Midians. -Ri. 7.
17903#Jesaja,9,5#5. Denn jeder Schuh, der mit Gedröhn einherschreitet, und der Mantel, der im Blut geschleift ist, der wird verbrannt, ein Frass des Feuers.
17904#Jesaja,9,6#6. Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft kommt auf seine Schulter, und er wird genannt: Wunderrat, starker Gott, Ewigvater, Friedefürst.
17905#Jesaja,9,7#7. Gross wird die Herrschaft sein und des Friedens kein Ende auf dem Throne Davids und über seinem Königreiche, da er es festigt und stützt durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Das wird der Eifer des Herrn der Heerscharen tun. -Jer. 23,5; Mi. 4,3.
17906#Jesaja,9,8#8. EIN Wort sendet der Herr wider Jakob, und es fährt hernieder auf Israel,
17907#Jesaja,9,9#9. und spüren soll es das ganze Volk, Ephraim und die in Samaria wohnen (, die da sprechen) in Übermut und hochfahrendem Sinn:
17908#Jesaja,9,10#10. «Ziegelmauern sind eingestürzt, mit Quadern bauen wir auf; Sykomoren sind umgehauen, Zedern pflanzen wir ein.»
17909#Jesaja,9,11#11. Und der Herr erhöhte ihren Feind Rezin wider sie, und ihre Gegner reizte er auf,
17910#Jesaja,9,12#12. Syrien von vorne und die Philister von hinten, und sie frassen Israel mit vollem Maul. Bei alledem hat sich sein Zorn nicht gewandt, und noch ist seine Hand ausgereckt. -Jes. 5,25; 10,4.
17911#Jesaja,9,13#13. Doch das Volk wandte sich nicht zu dem, der es schlug, und nach dem Herrn der Heerscharen fragten sie nicht.
17912#Jesaja,9,14#14. Und der Herr hieb Israel ab Kopf und Schwanz, Palmzweig und Binse an einem Tag. -Jes. 19,15.
17913#Jesaja,9,15#15. Der Älteste und Angesehene, das ist der Kopf, und der Prophet, der Lügen lehrt, das ist der Schwanz.
17914#Jesaja,9,16#16. Und die Leiter dieses Volkes wurden Verführer, und die Geleiteten wurden verschlungen. -Jes. 3,12.
17915#Jesaja,9,17#17. Darum freut sich der Herr nicht seiner Jungmannschaft, und seiner Waisen und Witwen erbarmt er sich nicht; denn sie alle sind Frevler und Bösewichte, und jeder Mund redet gottlos. Bei alledem hat sich sein Zorn nicht gewandt, und noch ist seine Hand ausgereckt.
17916#Jesaja,9,18#18. Denn das Unrecht brannte wie Feuer, Dornen und Disteln verzehrte es und zündete an das Dickicht des Waldes, dass es emporwirbelte in Säulen von Rauch.
17917#Jesaja,9,19#19. Durch den Grimm des Herrn der Heerscharen wurde das Land verbrannt, und das Volk ward wie zum Frass des Feuers; keiner verschonte seinen Bruder.*
17918#Jesaja,9,20#20. Man verschlang zur Rechten und blieb hungrig, man frass zur Linken und ward nicht satt; ein jeder frass das Fleisch seines Nächsten.
17919#Jesaja,9,21#21. Manasse wider Ephraim und Ephraim wider Manasse, und diese zusammen wider Juda. Bei alledem hat sich sein Zorn nicht gewandt, und noch ist seine Hand ausgereckt.
17920#Jesaja,10,1#1. Wehe denen, die ungerechte Satzungen aufsetzen, und den Schreibern, die immerfort Qual schreiben,
17921#Jesaja,10,2#2. die Armen vom Gerichte zu verdrängen und den Elenden meines Volkes das Recht zu rauben, dass die Witwen ihre Beute werden und sie die Waisen plündern.
17922#Jesaja,10,3#3. Was wollt ihr tun auf den Tag der Ahndung und auf das Unwetter, das von ferne kommt? Zu wem wollt ihr fliehen um Hilfe, und wohin wollt ihr euren Reichtum flüchten?
17923#Jesaja,10,4#4. Beugt sich einer nicht unter den Gefangenen, so wird er unter den Erschlagenen fallen.-1- Bei alledem hat sich sein Zorn nicht gewandt, und noch ist seine Hand ausgereckt. -1) die gegebene Üs. beruht auf einer Änd. des unsichern T. Bei and. Verbindung der hebr. Buchstaben ergibt sich für V. 4 die Üs: «Belthi sinkt zusammen, gebrochen ist Osiris, und unter Erschlagene fallen sie.» Belthi und Osiris sind heidnische Gottheiten.
17924#Jesaja,10,5#5. WEHE dem Assyrer, dem Stecken meines Zorns und der Rute meines Grimms! -Jes. 36.
17925#Jesaja,10,6#6. Auf ein ruchloses Volk lasse ich ihn los, und wider die Nation meines Zornes entbiete ich ihn, Beute zu erbeuten und Raub zu rauben und es zu zertreten wie Kot auf der Gasse.
17926#Jesaja,10,7#7. Aber er denkt nicht also, und sein Herz meint's nicht also, sondern zu vertilgen hat er im Sinn und auszurotten nicht wenige Völker.
17927#Jesaja,10,8#8. Denn er spricht: «Sind nicht meine Fürsten allzumal Könige?
17928#Jesaja,10,9#9. Ging es nicht Kalno wie Karchemis, nicht Hamath wie Arpad und nicht Samaria wie Damaskus? -2.Kön. 18,34; 2.Chr. 35,20.
17929#Jesaja,10,10#10. Wie meine Hand die Reiche der Götzen erreicht hat, deren Bilder doch mehr sind als (die von) Jerusalem und Samaria,
17930#Jesaja,10,11#11. werde ich da nicht Jerusalem und seinen Bildern tun, wie ich Samaria und seinen Götzen getan habe?» -Jes. 36,19.20.
17931#Jesaja,10,12#12. Wenn aber einst der Herr sein ganzes Werk am Berge Zion und an Jerusalem vollendet, so wird er heimsuchen die Frucht des Hochmuts des Königs von Assyrien samt seinem stolzen Prahlen.
17932#Jesaja,10,13#13. Denn er spricht: «Durch die Kraft meiner Hand habe ich's getan und durch meine Weisheit; denn ich bin klug. Ich habe die Grenzen der Völker entfernt und ihre Schätze geplündert und Thronende gestürzt wie der Gewaltige.
17933#Jesaja,10,14#14. Meine Hand hat nach dem Reichtum der Völker gegriffen wie nach einem Nest, und wie man verlassene Eier einrafft, habe ich eingerafft die ganze Erde, und keiner war, der mit dem Flügel schlug, der den Schnabel aufsperrte und piepte.»
17934#Jesaja,10,15#15. Rühmt sich auch die Axt gegen den, der damit haut? Oder brüstet sich die Säge gegen den, der sie zieht? Wie wenn der Stock den, der ihn aufhebt, schwänge, wie wenn der Stecken den aufhöbe, der nicht Holz ist-1-. -Jes. 45,9; Jer. 18,6; Röm. 9,20.   1) d.h. den Mann.
17935#Jesaja,10,16#16. Darum wird der Herr, der Gott der Heerscharen, auf sein Fett die Schwindsucht loslassen, und unter seiner Herrlichkeit entbrennt ein Brand wie Brand des Feuers.
17936#Jesaja,10,17#17. Und das Licht Israels wird zum Feuer werden, und sein Heiliger zur Flamme; die wird zünden und seine Dornen und Disteln an einem Tag verzehren. -Hebr. 12,29.
17937#Jesaja,10,18#18. Und die Herrlichkeit seines Waldes und seines Fruchtgefildes wird er vertilgen, Seele wie Leib-1-, und es wird sein, wie wenn ein Kranker dahinsiecht. -1) d.h. ganz und gar.
17938#Jesaja,10,19#19. Und was übrigbleibt von Bäumen in seinem Walde, wird zu zählen sein, ein Knabe schriebe es auf.
17939#Jesaja,10,20#20. An jenem Tage aber werden der Rest Israels und die Entronnenen vom Hause Jakobs sich nicht mehr stützen auf den, der sie schlägt, sondern sie werden sich in Treue stützen auf den Herrn, den Heiligen Israels.
17940#Jesaja,10,21#21. Ein Rest wird umkehren, der Rest Jakobs zum starken Gott. -Jes. 7,3.
17941#Jesaja,10,22#22. Denn wenn dein Volk, o Israel, würde wie der Sand des Meeres: (nur) ein Rest davon wird umkehren; Vertilgung ist beschlossen, heranflutend die Gerechtigkeit. -Jes. 11,11.
17942#Jesaja,10,23#23. Denn Vertilgung und Entscheidung wirkt der Herr, der Gott der Heerscharen, inmitten der ganzen Erde. -Jes. 28,22.
17943#Jesaja,10,24#24. Darum spricht der Herr, der Gott der Heerscharen, also: Fürchte dich nicht, mein Volk, das in Zion wohnt, vor Assyrien, das dich mit dem Stocke schlägt und seinen Stecken wider dich erhebt, wie (einst) Ägypten!
17944#Jesaja,10,25#25. Denn nur noch eine kleine Weile, so ist der Grimm vorüber, und mein Zorn (kehrt sich) zu ihrer Vernichtung.
17945#Jesaja,10,26#26. Und der Herr der Heerscharen wird eine Geissel über sie schwingen wie damals, da er Midian schlug am Rabenfelsen, und seinen Stab über das Meer, den wird er erheben, wie (einst) über Ägypten. -Jes. 9,4; Ri. 7,25; 2.Mo. 14,27.
17946#Jesaja,10,27#27. An jenem Tage, da wird ihre Last von deiner Schulter weichen und ihr Joch von deinem Halse verschwinden.
17947#Jesaja,10,28#28. Er zieht herauf von Rimmon, überfällt Ajath; er zieht durch Migron, zu Michmas lässt er seinen Tross.
17948#Jesaja,10,29#29. Sie ziehen durch den Engpass. «Geba sei unser Nachtquartier!» Rama erschrickt, Gibea Sauls flieht.
17949#Jesaja,10,30#30. Schreie laut, Tochter Gallim! Horche auf, Laisa! Antworte ihr, Anathoth!
17950#Jesaja,10,31#31. Madmena ist zerstoben, Gebims Bewohner flüchten.
17951#Jesaja,10,32#32. Noch heute steht er in Nob, schwingt seine Hand gegen den Berg der Tochter Zion, gegen den Hügel Jerusalems.
17952#Jesaja,10,33#33. Siehe, der Herr, der Gott der Heerscharen, zerschlägt die Äste der Krone mit Schreckensgewalt, und die Hochgewachsenen sind gefällt, und die Hohen sinken nieder. -Jes. 2,11-17.
17953#Jesaja,10,34#34. Zusammengehauen wird das Dickicht des Waldes mit dem Eisen, und der Libanon fällt durch einen Herrlichen.
17954#Jesaja,11,1#1. EIN Reis wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais, und ein Schoss aus seinen Wurzeln Frucht tragen.
17955#Jesaja,11,2#2. Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.
17956#Jesaja,11,3#3. Und sein Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Recht sprechen nach dem, was seine Ohren hören.
17957#Jesaja,11,4#4. Er wird die Armen richten mit Gerechtigkeit und den Elenden im Lande Recht sprechen mit Billigkeit; er wird den Tyrannen schlagen mit dem Stabe seines Mundes und den Gottlosen töten mit dem Hauche seiner Lippen. -Ps. 72,4.
17958#Jesaja,11,5#5. Gerechtigkeit wird der Gürtel seiner Lenden und Treue der Gurt seiner Hüften sein.
17959#Jesaja,11,6#6. Da wird der Wolf zu Gast sein bei dem Lamme und der Panther bei dem Böcklein lagern. Kalb und Jungleu weiden beieinander, und ein kleiner Knabe leitet sie. -Jes. 65,25; Hos. 2,18.
17960#Jesaja,11,7#7. Kuh und Bärin werden sich befreunden, und ihre Jungen werden zusammen lagern; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind.
17961#Jesaja,11,8#8. Der Säugling wird spielen an dem Loch der Otter, und nach der Höhle der Natter streckt das kleine Kind die Hand aus.
17962#Jesaja,11,9#9. Nichts Böses und nichts Verderbliches wird man tun auf meinem ganzen heiligen Berge; denn voll ist das Land von Erkenntnis des Herrn wie von Wassern, die das Meer bedecken. -Hab. 2,14.
17963#Jesaja,11,10#10. An jenem Tage, da werden sich die Heiden wenden an das Wurzelschoss Isais, das als Panier der Völker dasteht, und sein Wohnsitz wird herrlich sein.
17964#Jesaja,11,11#11. An jenem Tage wird der Herr zum zweitenmal die Hand erheben, den Rest seines Volkes loszukaufen, der übrigblieb von Assyrien und Ägypten, von Pathros, Äthiopien und Elam, von Sinear, Hamath und den Inseln des Meeres. -5.Mo. 30,1-5.
17965#Jesaja,11,12#12. Und er wird den Völkern ein Panier aufrichten; die Versprengten Israels wird er zusammenbringen und die Zerstreuten Judas sammeln von den vier Säumen der Erde. -Jes. 49,22.
17966#Jesaja,11,13#13. Die Eifersucht Ephraims wird weichen, und die Bedränger Judas werden ausgerottet. Ephraim wird auf Juda nicht eifersüchtig sein, und Juda wird Ephraim nicht bedrängen;
17967#Jesaja,11,14#14. sie werden meerwärts auf die Berglehne der Philister fliegen, zusammen werden sie die Söhne des Morgenlandes plündern. Nach Edom und Moab greift ihre Hand, und die Söhne Ammons werden ihnen gehorsam.
17968#Jesaja,11,15#15. Der Herr wird die Zunge des ägyptischen Meeres austrocknen durch seinen Gluthauch und seine Hand schwingen über den (Euphrat-)Strom und ihn zerschlagen zu sieben Bächen, dass man mit Schuhen hindurchgehen kann.
17969#Jesaja,11,16#16. So wird eine Strasse sein für den Rest seines Volkes, den die Assyrer übriggelassen, wie eine für Israel gewesen ist, als es aus dem Lande Ägypten heraufzog. -2.Mo. 14,29.
17970#Jesaja,12,1#1. AN jenem Tage wirst du sprechen: Ich danke dir, Herr, denn du hast mir gezürnt; da hat dein Zorn sich gewendet, und du hast mich getröstet.
17971#Jesaja,12,2#2. Siehe, Gott ist mein Heil! Ich bin getrost und fürchte mich nicht. Denn meine Stärke und mein Loblied ist der Herr, und er ward mir zum Heil. -2.Mo. 15,2; Ps. 118,14.
17972#Jesaja,12,3#3. Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils -Jes. 55,1.
17973#Jesaja,12,4#4. und werdet sprechen an jenem Tage: «Danket dem Herrn, rufet an seinen Namen, tut kund unter den Völkern seine Taten, verkündet, dass sein Name erhaben ist! -1.Chr. 16,8; Ps. 105,1.
17974#Jesaja,12,5#5. Lobsinget dem Herrn; denn Grosses hat er getan, kund sei das in aller Welt!
17975#Jesaja,12,6#6. Jauchze und juble, Bewohnerin Zions! Denn gross ist in deiner Mitte der Heilige Israels.»
17976#Jesaja,13,1#1. AUSSPRUCH über Babel, ein Gesicht Jesajas, des Sohnes des Amoz.
17977#Jesaja,13,2#2. Auf kahlem Berge pflanzet ein Panier auf, laut rufet ihnen zu! Winket mit der Hand, dass sie durch die Tore der hohen Herren einziehen!
17978#Jesaja,13,3#3. Ich selbst habe zum Zorngericht entboten meine Geweihten, ich habe auch berufen meine Helden, meine stolz Frohlockenden.
17979#Jesaja,13,4#4. Horch! ein Getöse im Gebirge wie von vielem Kriegsvolk! Horch! ein Getümmel von Königreichen, von versammelten Völkern! Der Herr der Heerscharen mustert das Kriegsheer.
17980#Jesaja,13,5#5. Sie kommen aus fernem Lande, vom Ende des Himmels, der Herr und die Werkzeuge seines Zorns, die ganze Erde zu verderben.
17981#Jesaja,13,6#6. Heulet! denn der Tag des Herrn ist nahe; wie Gewalt vom Allgewaltigen kommt er. -Joel 1,15.
17982#Jesaja,13,7#7. Darum werden alle Hände schlaff, und jedes Menschenherz verzagt,
17983#Jesaja,13,8#8. und sie werden bestürzt. Krämpfe und Wehen befallen sie; sie winden sich wie eine Gebärende. Einer starrt den andern an; wie Flammen glüht ihr Gesicht. -Jes. 26,17.
17984#Jesaja,13,9#9. Siehe, der Tag des Herrn kommt grausam, mit Grimm und glühendem Zorn, die Erde zur Wüste zu machen und ihre Sünder von ihr wegzutilgen.
17985#Jesaja,13,10#10. Denn die Sterne des Himmels und seine Orione lassen ihr Licht nicht strahlen; die Sonne ist finster bei ihrem Aufgang, und der Mond lässt sein Licht nicht scheinen. -Hes. 32,7; Joel 3,15; Mt. 24,29.
17986#Jesaja,13,11#11. «Ich will die Bosheit an der Welt heimsuchen und an den Gottlosen ihre Verschuldung. Ich will ein Ende machen dem Hochmut der Stolzen und den Übermut der Tyrannen erniedrigen.
17987#Jesaja,13,12#12. Ich will die Menschen seltener machen als Feingold, die Sterblichen seltener als Golderz von Ophir.»
17988#Jesaja,13,13#13. Darum wird der Himmel erbeben, und die Erde wird aufschrecken von ihrer Stätte bei dem Grimm des Herrn der Heerscharen und am Tage seines glühenden Zorns.
17989#Jesaja,13,14#14. Und wie aufgescheuchte Gazellen und wie Schafe, die keiner sammelt, wird ein jeder sich zu seinem Volke wenden und ein jeder in sein Land fliehen. -Jer. 50,16.
17990#Jesaja,13,15#15. Wer gefunden wird, wird durchbohrt, und jeder, der ergriffen wird, fällt durch das Schwert.
17991#Jesaja,13,16#16. Ihre Kinder werden vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet. -Nah. 3,10.
17992#Jesaja,13,17#17. «Siehe, ich hetze wider sie die Meder, die des Silbers nicht achten und am Golde kein Gefallen haben.
17993#Jesaja,13,18#18. Und Bogen werden Jünglinge zerschmettern. Der Frucht des Leibes werden sie sich nicht erbarmen, und der Kinder werden sie nicht schonen.»
17994#Jesaja,13,19#19. So wird es Babel, der Zier der Königreiche und der stolzen Pracht der Chaldäer, ergehen wie Sodom und Gomorrha, als Gott sie zerstörte. -1.Mo. 19,24.
17995#Jesaja,13,20#20. Ewig unbesiedelt soll sie bleiben und unbewohnt von Geschlecht zu Geschlecht, und es wird daselbst der Beduine nicht zelten, und die Hirten werden dort nicht lagern lassen; -Jer. 50,39.
17996#Jesaja,13,21#21. sondern Wüstentiere werden daselbst lagern, und ihre Häuser werden voller Eulen sein. Strausse werden daselbst wohnen und Feldteufel daselbst tanzen,
17997#Jesaja,13,22#22. Wildhunde heulen in ihren Palästen und Schakale in den Schlössern der Lust. Nahe rückt ihre Zeit, und ihre Tage verziehen nicht. -Jes. 34,13.14.
17998#Jesaja,14,1#1. DENN der Herr wird sich Jakobs erbarmen und Israel noch einmal erwählen und sie in ihr Heimatland versetzen. Die Fremdlinge werden sich ihnen anschliessen und sich zum Hause Jakobs gesellen.
17999#Jesaja,14,2#2. Und Völker werden sie nehmen und sie an ihren Ort bringen, und das Haus Israel wird sie im Lande des Herrn sich zu eigen machen als Knechte und Mägde. Sie werden die gefangenhalten, deren Gefangene sie gewesen, und werden herrschen über ihre Zwingherren.
18000#Jesaja,14,3#3. Wenn dann der Herr dir Ruhe schaffen wird von deiner Mühsal und deinem Ungemach und von der harten Knechtschaft, mit der du geknechtet worden,
18001#Jesaja,14,4#4. da wirst du dieses Spottlied anstimmen auf den König von Babel und sprechen: Wie ist still geworden der Treiber, still geworden das Stürmen!
18002#Jesaja,14,5#5. Der Herr hat zerbrochen den Stock der Gottlosen, den Stecken der Tyrannen,
18003#Jesaja,14,6#6. der Völker schlug im Grimme, sie schlug ohne Unterlass, der Nationen niedertrat im Zorn, sie niedertrat ohne Schonung.
18004#Jesaja,14,7#7. Nun hat Ruhe, hat Rast die ganze Welt, bricht aus in Jubel.
18005#Jesaja,14,8#8. Auch die Zypressen freuen sich über dich, die Zedern des Libanon: «Seitdem du dich schlafen gelegt, steigt keiner mehr herauf, uns zu fällen.» -Jes. 37,24.
18006#Jesaja,14,9#9. Das Totenreich drunten geriet in Aufruhr ob dir, als du nahtest; es jagte die Schatten auf um deinetwillen, alle Fürsten der Erde, liess aufstehen von ihren Thronen alle Könige der Völker.
18007#Jesaja,14,10#10. Sie alle heben an und sprechen zu dir: «Auch du bist schwach geworden wie wir, uns bist du gleich geworden!»
18008#Jesaja,14,11#11. Ins Totenreich ist gestürzt deine Hoheit und das Rauschen deiner Harfen; auf Moder bist du gebettet, und Würmer sind deine Decke.
18009#Jesaja,14,12#12. Wie bist du vom Himmel gefallen, du strahlender Morgenstern! Wie bist du zu Boden geschmettert, du Besieger der Völker!
18010#Jesaja,14,13#13. Du hattest bei dir gesprochen: «Zum Himmel empor will ich steigen, hoch über den Sternen Gottes aufrichten meinen Sitz, will thronen auf dem Götterberg im äussersten Norden!
18011#Jesaja,14,14#14. Ich will über Wolkenhöhen emporsteigen, dem Höchsten mich gleichstellen!»
18012#Jesaja,14,15#15. Doch ins Totenreich wirst du hinabgestürzt, in der Grube tiefsten Grund.
18013#Jesaja,14,16#16. Die dich sehen, schauen auf dich, betrachten dich: «Ist das der Mann, der die Erde erzittern, der Königreiche erbeben machte,
18014#Jesaja,14,17#17. der den Erdkreis zur Wüste wandelte und seine Städte zerstörte, der seinen Gefangenen den Kerker nicht aufschloss?»
18015#Jesaja,14,18#18. Die Könige der Völker, sie alle ruhen in Ehren, ein jeder in seiner Gruft;
18016#Jesaja,14,19#19. du aber bist hingeworfen fern von deinem Grabe wie ein verachtetes Schoss, bedeckt mit Erschlagenen, vom Schwerte Durchbohrten, wie ein zertretenes Aas.
18017#Jesaja,14,20#20. Mit ihnen, die hinabkommen zu den Steinen der Gruft, wirst du nicht vereint im Grabe, weil du dein Land zugrunde gerichtet, dein Volk gemordet hast. Das Geschlecht des Bösewichts soll in Ewigkeit nicht mehr genannt werden.
18018#Jesaja,14,21#21. Bereitet für seine Söhne die Schlachtbank um der Schuld ihres Vaters willen, dass sie nicht aufstehen und die Welt erobern und den Erdkreis mit Städten füllen.
18019#Jesaja,14,22#22. Und ich will mich wider sie erheben, spricht der Herr der Heerscharen, und ausrotten von Babel Namen und Rest, Kind und Kindeskind, spricht der Herr.
18020#Jesaja,14,23#23. Ich will es zum Besitz des Igels und zu Wassersümpfen machen, und ich will es mit dem Besen des Verderbens ausfegen, spricht der Herr der Heerscharen. -Zeph. 2,14.
18021#Jesaja,14,24#24. DER Herr der Heerscharen hat geschworen: Fürwahr, wie ich mir's vorgenommen, so geschieht es, und was ich beschlossen, das kommt zustande!
18022#Jesaja,14,25#25. Zerschmettern will ich den Assyrer in meinem Lande und ihn auf meinen Bergen zertreten, damit sein Joch von ihnen weiche und seine Last von ihrer Schulter genommen werde. -Jes. 37,36.
18023#Jesaja,14,26#26. Das ist der Ratschluss, der über die ganze Erde beschlossen, und das die Hand, die über alle Völker ausgereckt ist.
18024#Jesaja,14,27#27. Denn der Herr der Heerscharen hat es beschlossen; wer will's zunichte machen? Seine Hand ist ausgereckt; wer will sie zurückbiegen? -2.Chr. 20,6; Hiob 9,12.
18025#Jesaja,14,28#28. IN dem Jahre, da der König Ahas starb, erging dieser Ausspruch: -2.Kön. 16,20.
18026#Jesaja,14,29#29. Freue dich nicht, ganz Philisterland, dass der Stock zerbrochen ist, der dich schlug; denn aus der Wurzel der Schlange wird eine Viper wachsen, und ihre Frucht wird ein fliegender Drache sein.
18027#Jesaja,14,30#30. Auf meinen Bergen werden die Armen weiden und die Dürftigen sicher lagern, aber dein Geschlecht werde ich durch Hunger töten, und deinen Rest will ich morden.
18028#Jesaja,14,31#31. Heule, Pforte! Schreie, Stadt! Verzage, ganz Philisterland! Denn von Norden her kommt Rauch, und unter seinen Scharen sondert sich keiner ab.
18029#Jesaja,14,32#32. Was wird man den Boten der Völker antworten? «Der Herr hat Zion gegründet, und dort finden Zuflucht die Elenden seines Volkes.»
18030#Jesaja,15,1#1. AUSSPRUCH über Moab. Ach! über Nacht ist Ar-Moab verwüstet, vertilgt! Ach! über Nacht ist Kir-Moab verwüstet, vertilgt! -Jer. 48; Hes. 25,8-11; Amos 2,1-3.
18031#Jesaja,15,2#2. Hinauf steigt die Tochter Dibon auf die Opferhöhen, um zu weinen; auf Nebo und auf Medeba klagt Moab; alle Häupter sind geschoren und alle Bärte abgeschnitten. -Jer. 41,5; 48,37.
18032#Jesaja,15,3#3. Auf seinen Gassen gürten sie den Sack um, auf seinen Dächern und auf seinen Plätzen klagt alles, in Tränen zerfliessend.
18033#Jesaja,15,4#4. Hesbon und Eleale schreien, dass man ihre Stimme bis Jahaz hört. Darum zittern die Lenden Moabs, die Seele zittert ihm.
18034#Jesaja,15,5#5. Mein Herz schreit um Moab; seine Flüchtlinge fliehen bis Zoar, bis zum dritten Eglath. Ach! die Steige von Luhith zieht man hinan mit Weinen! Ach! auf der Strasse von Horonaim erhebt man Geschrei über Zusammenbruch! -1.Mo. 19,22.
18035#Jesaja,15,6#6. Ach! die Wasser von Nimrim werden zu Wüsteneien! Ach! verdorrt ist das Gras, das Kraut geschwunden, das Grün dahin!
18036#Jesaja,15,7#7. Darum tragen sie über den Weidenbach-1-, was ihnen geblieben und was sie verwahrt. -1) vermutlich der Grenzbach zwischen Moab und Edom.
18037#Jesaja,15,8#8. Ach! das Geschrei geht rings durch das Gebiet Moabs, bis Eglaim dringt sein Jammern, und bis Beer-Elim dringt sein Jammern.
18038#Jesaja,15,9#9. Ach! die Wasser von Dimon sind voll Blut! denn über Dimon bringe ich noch neues (Unheil), einen Löwen für die Entronnenen Moabs und für den Rest von Adma.
18039#Jesaja,16,1#1. «Schicket die Lämmer für den Herrscher des Landes, von Sela durch die Wüste zum Berge der Tochter Zion!» -2.Kön. 3,4; 14,7.
18040#Jesaja,16,2#2. Und wie flüchtige Vögel, wie ein aufgescheuchtes Nest werden die Töchter Moabs-1- sein an den Furten des Arnon. -1) d.h. die Gemeinden des Moabiterlandes.
18041#Jesaja,16,3#3. «Schaffe Rat, triff Entscheidung, mache deinen Schatten der Nacht gleich am hellen Mittag, verbirg die Versprengten, verrate die Flüchtigen nicht!
18042#Jesaja,16,4#4. Lass die Versprengten Moabs bei dir zu Gaste sein, sei ihnen ein Schirm vor dem Verwüster; denn hat ein Ende der Bedrücker, ist es aus mit dem Verwüster, sind fort die Zertreter aus dem Lande,
18043#Jesaja,16,5#5. so wird der Thron durch Güte befestigt sein, und auf ihm wird im Zelte Davids unwandelbar ein Richter sitzen, der nach dem Rechte trachtet und sich der Gerechtigkeit befleisst.»
18044#Jesaja,16,6#6. «Wir haben vom Hochmut Moabs gehört, dem sehr hochfahrenden, von seiner Hoffart, seinem Hochmut und seinem Übermut, von seinem unwahren Gerede.»
18045#Jesaja,16,7#7. Darum jammert Moab, einer zum andern, sie alle jammern. Um die Traubenkuchen von Kir-Hareseth seufzen sie ganz niedergeschlagen.
18046#Jesaja,16,8#8. Denn die Gefilde Hesbons sind verwelkt, die Weinstöcke Sibmas, deren Edeltrauben die Herren der Völker bezwangen, die bis Jaeser reichten, in die Wüste hineinrankten, deren Schosse sich ausbreiteten und bis ans Meer vordrangen.
18047#Jesaja,16,9#9. Darum weine ich mit Jaeser um die Weinstöcke Sibmas, netze dich mit meinen Tränen, Hesbon und Eleale; denn über deinen Herbst und deine Lese ist ein Jauchzen (der Feinde) eingebrochen,
18048#Jesaja,16,10#10. und weggeerntet ist Freude und Frohlocken aus dem Fruchtgefilde, und in den Weinbergen jubelt und jauchzt man nicht; kein Kelterer tritt Wein in den Keltern, das Jauchzen (der Winzer) ist verstummt.
18049#Jesaja,16,11#11. Darum klagt mein Herz um Moab wie eine Laute, und mein Inneres um Kir-Heres.
18050#Jesaja,16,12#12. Und wenn dann Moab erscheint, wenn es sich abmüht auf der Opferhöhe und in sein Heiligtum kommt zu beten, es richtet nichts aus. -1.Kön. 18,26.
18051#Jesaja,16,13#13. Dies ist das Wort, das der Herr vormals über Moab geredet hat.
18052#Jesaja,16,14#14. Jetzt aber redet der Herr also: In drei Jahren, gleich den Jahren eines Söldners, wird die Herrlichkeit Moabs verächtlich sein samt all dem grossen Getümmel, und der Rest wird winzig klein, ohnmächtig sein. -Jes. 21,16.
18053#Jesaja,17,1#1. AUSSPRUCH über Damaskus. Siehe, Damaskus wird abgetan als Stadt und wird zum Trümmerhaufen. -Jer. 49,23-27; Amos 1,3-5.
18054#Jesaja,17,2#2. Verlassen sind für immer seine Städte, den Herden werden sie zuteil; die lagern da, und niemand scheucht sie auf.
18055#Jesaja,17,3#3. Und es wird aus sein mit dem Bollwerk für Ephraim und mit dem Königtum für Damaskus. Und dem, was übrigbleibt von Aram, wird es ergehen wie der Herrlichkeit der Söhne Israels, spricht der Herr der Heerscharen.
18056#Jesaja,17,4#4. An jenem Tage aber wird die Herrlichkeit Jakobs gering und schwindet das Fett seines Fleisches.
18057#Jesaja,17,5#5. Es wird gehen, wie wenn der Schnitter die Halme umfasst und sein Arm die Ähren schneidet, es wird gehen, wie wenn man Ähren liest im Tale Rephaim.
18058#Jesaja,17,6#6. Es wird an ihm eine Nachlese übrigbleiben, wie wenn man Oliven abklopft, zwei, drei Beeren zuoberst im Wipfel, vier, fünf an den Zweigen des Fruchtbaums, spricht der Herr, der Gott Israels. -Jes. 24,13.
18059#Jesaja,17,7#7. An jenem Tage wird der Mensch auf seinen Schöpfer blicken, und seine Augen werden nach dem Heiligen Israels schauen.
18060#Jesaja,17,8#8. Und er wird nicht blicken auf die Altäre, das Werk seiner Hände, und nach dem, was seine Finger gemacht, wird er nicht schauen, nach den Ascheren und Sonnensäulen.
18061#Jesaja,17,9#9. An jenem Tage werden deine Städte verlassen sein, wie die verlassenen Stätten der Hewiter und Amoriter, die sie verlassen haben vor den Israeliten: es wird eine Wüstenei sein.
18062#Jesaja,17,10#10. Denn du hast den Gott, der deine Hilfe ist, vergessen und hast des Felsens, der deine Zuflucht ist, nicht gedacht. Darum magst du Pflanzungen des «Lieblichen»-1- pflanzen und mit Reben eines fremden (Gottes) sie besetzen; -1) ws. Gärtchen zu Ehren des syr.-phönizischen Frühlingsgottes Adonis.
18063#Jesaja,17,11#11. an dem Tage, da du pflanzest, ziehst du es gross, und am Morgen, da du setztest, bringst du es zum Blühen - hin ist die Ernte am Tage des Siechtums und des unheilbaren Schmerzes.
18064#Jesaja,17,12#12. HA! ein Tosen vieler Völker! wie das Tosen des Meeres tosen sie! Und ein Brausen gewaltiger Nationen! wie das Brausen von Wassern brausen sie!
18065#Jesaja,17,13#13. Nationen brausen wie das Brausen vieler Wasser. Doch er-1- herrscht sie an, da fliehen sie fernhin, werden gejagt wie die Spreu auf den Bergen vor dem Winde, wie ein Staubwirbel vor der Windsbraut! -Hiob 21,18; Ps. 1,4; 35,5.   1) d.h. Gott.
18066#Jesaja,17,14#14. Zur Zeit des Abends: siehe da, Schrecken! Ehe der Morgen kommt, sind sie nicht mehr. Das ist das Geschick derer, die uns plündern, und das Los derer, die uns berauben. -Jes. 37,36; 2.Kön. 19,35.
18067#Jesaja,18,1#1. HA! Land des Flügelgeschwirrs jenseits der Ströme Äthiopiens,
18068#Jesaja,18,2#2. das Boten auf dem Strome-1- sendet in Rohrkähnen über das Wasser! Gehet hin, ihr schnellen Boten, zu dem hochgewachsenen und blanken Volke, zu der Nation, gefürchtet weit und breit, zu dem Volke der Vollkraft und Zertretung, dessen Land Ströme durchschneiden! -1) d.h. dem Nil.
18069#Jesaja,18,3#3. Ihr alle, die ihr den Erdkreis bewohnt und die ihr haust auf der Erde: wenn man das Panier auf den Bergen erhebt, sehet hin! wenn man in die Posaune stösst, horchet auf!
18070#Jesaja,18,4#4. Denn also hat der Herr zu mir geredet: Ruhig will ich zuschauen an meinem Ort wie flimmernde Glut beim Sonnenlichte, wie Taugewölk in der Ernteglut.
18071#Jesaja,18,5#5. Denn vor der Ernte, wenn die Blüte vorüber ist und der Büschel zur reifenden Traube wird, da schneidet er die Schosse mit Rebmessern ab, und die Triebe entfernt er, haut sie weg.
18072#Jesaja,18,6#6. Überlassen werden sie allesamt den Raubvögeln des Gebirges und dem Getier des Landes, dass die Raubvögel den Sommer darauf zubringen und alles Getier des Landes darauf überwintert.
18073#Jesaja,18,7#7. Zu jener Zeit werden dem Herrn der Heerscharen Geschenke dargebracht werden von dem hochgewachsenen und blanken Volke, von der Nation, gefürchtet weit und breit, dem Volke der Vollkraft und Zertretung, dessen Land Ströme durchschneiden, dahin, wo der Name des Herrn der Heerscharen wohnt, nach dem Berge Zion. -Ps. 68,32; Zeph. 3,10; Apg. 8,27.
18074#Jesaja,19,1#1. AUSSPRUCH über Ägypten. Siehe, der Herr fährt einher auf schneller Wolke und kommt nach Ägypten. Da erbeben vor ihm die Götzen Ägyptens, und es verzagt den Ägyptern das Herz in der Brust. -Jer. 46; Hes. 29.
18075#Jesaja,19,2#2. Aufstacheln will ich Ägypten wider Ägypten, dass einer gegen den andern kämpft, ein jeder gegen seinen Nächsten, Stadt gegen Stadt und Reich gegen Reich.
18076#Jesaja,19,3#3. Und ausgeleert wird sein der Geist Ägyptens in seinem Innern, und seinen Ratschlag will ich verwirren. Da werden sie Rat suchen bei den Götzen und bei den Beschwörern, bei den Totengeistern und Wahrsagegeistern.
18077#Jesaja,19,4#4. Und ich will Ägypten in die Hand eines harten Herrn geben, und ein gestrenger König soll über sie herrschen, spricht der Herr, der Gott der Heerscharen.
18078#Jesaja,19,5#5. Die Wasser im Strome-1- werden versiegen und der Fluss bis auf den Grund austrocknen. -1) d.h. im Nil.
18079#Jesaja,19,6#6. Und stinkend werden die Kanäle, seicht und trocken die Flüsse Ägyptens; Rohr und Schilf verwelken.
18080#Jesaja,19,7#7. Hin schwindet alles Riedgras, alle Saat am Nil verdorrt, wird verweht und ist nicht mehr.
18081#Jesaja,19,8#8. Die Fischer werden klagen und trauern, alle, die die Angel in den Nil werfen; und die das Netz ausbreiten über das Wasser, härmen sich ab.
18082#Jesaja,19,9#9. Die Flachs verarbeiten, werden zuschanden, die Hechlerinnen und Weber erblassen.
18083#Jesaja,19,10#10. Die ihn verweben, sind niedergeschlagen, bekümmerten Herzens alle Lohnarbeiter.
18084#Jesaja,19,11#11. Nur Toren sind die Fürsten von Zoan, die weisesten Räte des Pharao ein verdummter Rat. Wie dürft ihr zum Pharao sprechen: «Ein Sohn von Weisen bin ich, von uralt königlichem Stamme»?
18085#Jesaja,19,12#12. Wo sind denn deine Weisen? Sie mögen dir doch sagen und kundtun, was der Herr der Heerscharen über Ägypten beschlossen hat.
18086#Jesaja,19,13#13. Zu Toren sind geworden die Fürsten von Zoan, betrogen sind die Fürsten von Memphis; taumeln machen Ägypten die Häupter seiner Gaue.
18087#Jesaja,19,14#14. Der Herr hat in ihrem Lande einen Geist des Schwindels gebraut, und sie machen Ägypten taumeln in all seinem Tun, wie ein Trunkener taumelt in seinem Gespei.
18088#Jesaja,19,15#15. Und so wird Ägypten kein Werk aufweisen, das Kopf und Schwanz, Palmzweig und Binse (zusammen) vollbrächten. -Jes. 9,14.
18089#Jesaja,19,16#16. An jenem Tage werden die Ägypter Weibern gleich sein, werden erschrecken und beben darob, wie der Herr der Heerscharen seine Hand wider sie schwingt.
18090#Jesaja,19,17#17. Und das Land Juda wird für die Ägypter ein Schrecken sein; ein jeder, den man daran erinnert, der wird erschrecken ob des Ratschlusses, den der Herr der Heerscharen über sie beschliesst.
18091#Jesaja,19,18#18. An jenem Tage werden fünf Städte im Lande Ägypten die Sprache Kanaans reden und sich durch Eidschwur dem Herrn der Heerscharen zu eigen geben; eine wird Ir-Heres-1- heissen. -1) dieser Name wird bald als «Stadt der Zerstörung», bald als «Sonnenstadt», gleich Heliopolis, gedeutet.
18092#Jesaja,19,19#19. An jenem Tage wird ein Altar des Herrn mitten im Lande Ägypten sein und an seiner Grenze eine Steinsäule des Herrn.
18093#Jesaja,19,20#20. Das wird ein Zeichen und Zeuge sein für den Herrn der Heerscharen im Lande Ägypten: wenn sie zum Herrn schreien vor Bedrückern, so wird er ihnen einen Helfer senden; der wird den Streit führen und sie erretten.
18094#Jesaja,19,21#21. Und der Herr wird sich den Ägyptern zu erkennen geben, und die Ägypter werden an jenem Tage den Herrn erkennen; sie werden (ihn) mit Schlachtopfern und Speisopfern verehren und dem Herrn Gelübde tun und sie erfüllen.
18095#Jesaja,19,22#22. Und der Herr wird die Ägypter schlagen, wird schlagen und heilen; und sie werden sich zum Herrn bekehren, und er wird sich von ihnen erflehen lassen und sie heilen.
18096#Jesaja,19,23#23. An jenem Tage wird eine gebahnte Strasse von Ägypten nach Assyrien führen; der Assyrer wird nach Ägypten kommen und der Ägypter nach Assyrien, und die Ägypter werden mit den Assyrern (den Herrn) verehren.
18097#Jesaja,19,24#24. An jenem Tage wird Israel der Dritte im Bunde sein neben Ägypten und Assyrien, ein Segen inmitten der Erde,
18098#Jesaja,19,25#25. die der Herr der Heerscharen segnet, indem er spricht: Gesegnet ist Ägypten, mein Volk, und Assyrien, das Werk meiner Hände, und Israel, mein Erbbesitz!
18099#Jesaja,20,1#1. IM Jahre, als der Tharthan im Auftrag Sargons, des Königs von Assyrien, nach Asdod kam und die Stadt belagerte und einnahm -
18100#Jesaja,20,2#2. zu jener Zeit hatte der Herr durch Jesaja, den Sohn des Amoz, also geredet: Geh und löse das härene Gewand von deinen Hüften und ziehe die Schuhe aus von deinen Füssen! Und er tat es, ging nackt und barfuss -,
18101#Jesaja,20,3#3. da sprach der Herr: Gleich wie mein Knecht Jesaja nackt und barfuss gegangen ist drei Jahre lang, als Zeichen und Vorbedeutung wider Ägypten und Äthiopien,
18102#Jesaja,20,4#4. so wird der König von Assyrien die gefangenen Ägypter und die weggeführten Äthiopier forttreiben, Junge und Alte, nackt und barfuss und mit entblösstem Gesäss.
18103#Jesaja,20,5#5. Da werden sie erschrecken und beschämt sein wegen Äthiopiens, nach dem sie ausschauen, und wegen Ägyptens, mit dem sie prahlen.
18104#Jesaja,20,6#6. Und die Bewohner dieser Wüste werden an jenem Tage sprechen: Siehe, so steht es um die, nach denen wir ausschauten, zu denen wir geflohen sind um Hilfe, uns vor dem König von Assyrien zu retten. Wie sollten wir da entrinnen?
18105#Jesaja,21,1#1. AUSSPRUCH «Von der Wüste her»: Von der Wüste her, aus furchtbarem Lande, kommt es gleich Stürmen, die im Südland daherfahren.
18106#Jesaja,21,2#2. Ein hartes Gesicht ist mir kundgeworden: «Der Räuber raubt, und der Verwüster verwüstet! Ziehe heran, Elam! belagere, Medien! Alles Seufzen stille ich.» -Jes. 13,17.
18107#Jesaja,21,3#3. Darum sind meine Hüften durchzuckt von Krämpfen; Wehen haben mich ergriffen wie die Wehen einer Gebärenden. Verstört bin ich vom Hören, bestürzt vom Sehen.
18108#Jesaja,21,4#4. Mir taumeln die Sinne, Entsetzen hat mich befallen, hat mir die Dämmerung, die mir sonst so lieb, zum Schrecknis gemacht.
18109#Jesaja,21,5#5. Man rüstet den Tisch, breitet hin die Polster, man schmaust und trinkt! «Auf, ihr Fürsten, salbet den Schild!»
18110#Jesaja,21,6#6. Denn also hat der Herr zu mir gesprochen: «Geh, stelle den Späher auf; was er sieht, soll er melden!
18111#Jesaja,21,7#7. Und sieht er Reiter, Gespanne von Rossen, einen Zug von Eseln, einen Zug von Kamelen, so horche er auf, scharf auf!»
18112#Jesaja,21,8#8. Da rief er: «Ich schaute aus; auf der Warte, o Herr, stand ich beständig am Tage, und auf meiner Wacht war ich aufgestellt alle die Nächte.
18113#Jesaja,21,9#9. Siehe, da kommt es, ein Zug von Reitern, Gespanne von Rossen!» Und er hob an und sprach: «Gefallen, gefallen ist Babel, und alle Bilder ihrer Götter hat er zu Boden geschmettert!» -Jer. 51,8; Offb. 14,8; 18,2.
18114#Jesaja,21,10#10. Du mein zerdroschenes und zertretenes Volk! Was ich gehört von dem Herrn der Heerscharen, dem Gott Israels, das habe ich euch verkündigt.
18115#Jesaja,21,11#11. AUSSPRUCH über Edom: Von Seir ruft es mir zu: Wächter, wie weit ist's in der Nacht? Wächter, wie weit ist's in der Nacht? -Jer. 49,7-22.
18116#Jesaja,21,12#12. Der Wächter spricht: Gekommen ist der Morgen, und auch die Nacht! Wollt ihr fragen, so kommet wieder und fraget!
18117#Jesaja,21,13#13. Ausspruch «In der Steppe»: Im Gestrüpp in der Steppe übernachtet, Karawanen der Dedaniter!
18118#Jesaja,21,14#14. Bringet dem Durstigen Wasser entgegen, ihr Bewohner des Landes Thema! Bietet dem Flüchtigen Brot an!
18119#Jesaja,21,15#15. Denn vor Schwertern fliehen sie, vor gezücktem Schwerte und vor gespanntem Bogen und vor des Kampfes Wucht.
18120#Jesaja,21,16#16. Denn also hat der Herr zu mir geredet: Noch drei Jahre, wie die Jahre eines Söldners, so ist es aus mit aller Herrlichkeit Kedars, -Jer. 49,28-33.
18121#Jesaja,21,17#17. und der Rest der Bogenschützen Kedars wird klein sein. Denn der Herr, der Gott Israels, hat es geredet.
18122#Jesaja,22,1#1. AUSSPRUCH «Im Schau-Tale»: Was hast du denn, dass du insgesamt auf die Dächer gestiegen bist,
18123#Jesaja,22,2#2. von Getümmel erfüllte, lärmende Stadt, frohlockende Feste? Deine Erschlagenen sind nicht vom Schwerte erschlagen, sind nicht im Streite gefallen.
18124#Jesaja,22,3#3. Deine Führer sind allzumal flüchtig geworden, sind fernhin geflohen; all deine Starken sind allzumal gefangen worden, ohne Bogen gefangen.
18125#Jesaja,22,4#4. Darum sage ich: Blicket weg von mir, denn ich muss bitter weinen; mühet euch nicht, mich zu trösten über den Untergang der Tochter meines Volkes.
18126#Jesaja,22,5#5. Denn einen Tag der Verwirrung, der Verwüstung und der Bestürzung hat der Herr, der Gott der Heerscharen, bereit; im Schautale wirft er nieder die Wehr, und Geschrei hallt gegen den Berg.
18127#Jesaja,22,6#6. Elam hatte den Köcher erhoben, mit Wagen und Rossen, und Kir hatte den Schild enthüllt.
18128#Jesaja,22,7#7. Da waren deine schönsten Täler schon voll Wagen, und die Reiter nahmen Stellung gegen das Tor.
18129#Jesaja,22,8#8. Und er zog die Decke Judas weg, und du schautest an jenem Tage nach dem Rüstzeug im Waldhaus. -1.Kön. 7,2; 10,17.
18130#Jesaja,22,9#9. Und nach den Mauerrissen der Stadt Davids saht ihr - denn ihrer waren viele -, und ihr fasstet die Wasser des untern Teiches; -2.Sam. 5,9.
18131#Jesaja,22,10#10. und ihr prüftet die Häuser Jerusalems und brachet sie ab, die Mauer zu befestigen. -Jer. 33,4.
18132#Jesaja,22,11#11. Und einen Sammler machtet ihr zwischen beiden Mauern für die Wasser des alten Teiches. Aber ihr schautet nicht auf den, der es tat, und nach dem, der es von lange her bereitet hat, sahet ihr nicht. -2.Kön. 25,4; Neh. 3,15.
18133#Jesaja,22,12#12. Und der Herr, der Gott der Heerscharen, rief an jenem Tage zum Weinen und Klagen, zum Kahlscheren und zum Sackumgürten,
18134#Jesaja,22,13#13. aber siehe da, Frohlocken und Freude, Rindertöten und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken - «Lasset uns essen und trinken! denn morgen sind wir tot!» -Jes. 56,12; 1.Kor. 15,32.
18135#Jesaja,22,14#14. Aber der Herr der Heerscharen hat sich meinem Ohr geoffenbart: Wahrlich, es wird euch dieser Frevel nicht vergeben werden, bis ihr tot seid! spricht der Herr, der Gott der Heerscharen.
18136#Jesaja,22,15#15. GEGEN Sebna, den Palastvorsteher. Also spricht der Herr, der Gott der Heerscharen: Auf, gehe hinein zu diesem Verwalter da,
18137#Jesaja,22,16#16. der in der Höhe sich sein Grab aushauen, in den Fels sich eine Kammer meisseln lässt: Was hast du hier, und wen hast du hier, dass du dir hier ein Grab hast hauen lassen?
18138#Jesaja,22,17#17. Siehe, der Herr wirft dich hin mit Wucht, du Mann, und fasst dich fest.
18139#Jesaja,22,18#18. Zum Knäuel wickelt er dich zusammen, wie einen Ball (schleudert er dich) in ein weit offenes Land; dort wirst du sterben, und dorthin kommen deine Prachtwagen, du Schmach des Hauses deines Herrn.
18140#Jesaja,22,19#19. Ich will dich aus deinem Amte stossen und von deinem Standort dich herunterreissen.
18141#Jesaja,22,20#20. An jenem Tage aber, da werde ich meinen Knecht Eljakim, den Sohn Hilkias, berufen: -Jes. 36,3; 2.Kön. 18,18.
18142#Jesaja,22,21#21. ich werde ihn mit deinem Rock bekleiden und mit deinem Gürtel umgürten und deine Gewalt in seine Hand geben, dass er ein Vater sei den Bewohnern Jerusalems und dem Hause Juda.
18143#Jesaja,22,22#22. Ich will ihm auch den Schlüssel des Hauses Davids auf die Schultern legen; und wenn er auftut, so wird niemand schliessen, und wenn er schliesst, wird niemand auftun. -Offb. 3,7.
18144#Jesaja,22,23#23. Ich will ihn als Nagel einschlagen an einen festen Ort, und er wird ein Thron der Würden für seine Sippe sein.
18145#Jesaja,22,24#24. Und es wird sich an ihn hängen die ganze Bürde seiner Sippe, die (edlen) Sprosse und die Auswüchse, alles Kleingeschirr, alles Beckengeschirr, wie auch alles Kruggeschirr.
18146#Jesaja,22,25#25. An jenem Tage, spricht der Herr der Heerscharen, wird der Nagel, der an einem festen Orte steckt, nachgeben, wird abbrechen und fallen, und die Last, die daran hängt, wird zugrunde gehen; denn der Herr hat es geredet.
18147#Jesaja,23,1#1. AUSSPRUCH über Tyrus: Heulet, ihr Tharsisschiffe; denn verwüstet ist eure Feste. Bei der Heimfahrt aus dem Lande der Chitäer-1- ist es ihnen kundgeworden. -Hes. 26 - 28; Amos 1,9.10.   1) d.i. Cypern.
18148#Jesaja,23,2#2. Vernichtet sind die Bewohner der Küste, der Kaufmann von Sidon, der auf dem Meere dahinzog, dessen Boten
18149#Jesaja,23,3#3. auf vielen Wassern fuhren, dessen Ernte die Saat des Sihor-1- und dessen Einkommen der Erwerb der Völker war. -1) d.i. der Nil.
18150#Jesaja,23,4#4. Schäme dich, Sidon; denn es spricht das Meer: Ich habe nicht in Wehen gelegen noch geboren, habe nicht Jünglinge grossgezogen, noch Jungfrauen emporgebracht.
18151#Jesaja,23,5#5. Wenn die Kunde nach Ägypten kommt, so erzittern sie wie bei der Kunde von Tyrus.
18152#Jesaja,23,6#6. Fahret hinüber nach Tharsis! Heulet, ihr Bewohner der Küste!
18153#Jesaja,23,7#7. Ist dies eure fröhliche (Stadt), deren Ursprung in der Urzeit ist, deren Füsse sie fernhin trugen, in der Fremde sich anzusiedeln?
18154#Jesaja,23,8#8. Wer hat solches beschlossen über Tyrus, die Kronenspenderin, deren Kaufleute Fürsten waren und deren Händler die Geehrten der Erde?
18155#Jesaja,23,9#9. Der Herr der Heerscharen hat es beschlossen, dass er entweihe die Hoffart, Schmach bringe über alle Pracht, allen Übermut der Erde.
18156#Jesaja,23,10#10. Weinet, ihr Tharsisschiffe, es ist kein Hafen mehr da.
18157#Jesaja,23,11#11. Seine Hand hat er ausgereckt über das Meer, hat Königreiche erschüttert; der Herr hat geboten, die Burgen Kanaans zu zerstören.
18158#Jesaja,23,12#12. Du sollst hinfort nicht mehr fröhlich sein, du geschändete Tochter Sidon! Zu den Chittäern mache dich auf, ziehe hinüber! Auch dort findest du keine Ruhe.
18159#Jesaja,23,13#13. Siehe, das Land der Chittäer - dies ist das Volk, das nicht war, das eine Gründung der Sidonier ist; sie haben seine Warttürme errichtet, seine Städte und seine Paläste - er hat es zum Trümmerhaufen gemacht.-1- -1) die Üs. dieses V. beruht auf einem Versuch, den stark verderbten T. wiederherzustellen.
18160#Jesaja,23,14#14. Heulet, ihr Tharsisschiffe! Denn verwüstet ist eure Feste.
18161#Jesaja,23,15#15. Zu jener Zeit, da wird Tyrus siebzig Jahre lang, solange eines Königs Leben währt, in Vergessenheit geraten. Nach siebzig Jahren aber wird es Tyrus ergehen nach dem Lied von der Dirne:
18162#Jesaja,23,16#16. «Nimm die Laute, durchziehe die Stadt, vergessene Dirne! Spiele lieblich, singe fleissig, dass man deiner gedenke!»
18163#Jesaja,23,17#17. Und nach siebzig Jahren wird der Herr sich (der Stadt) Tyrus annehmen, und sie wird wieder zu ihrem Buhlerlohne kommen und wird buhlen mit allen Königreichen der Welt auf dem ganzen Erdboden.
18164#Jesaja,23,18#18. Aber ihr Erwerb und Buhlerlohn wird dem Herrn geweiht sein; man wird ihn nicht aufspeichern noch aufsparen, sondern denen, die im Angesichte des Herrn wohnen, wird ihr Erwerb zufallen, sich satt zu essen und sich prächtig zu kleiden.
18165#Jesaja,24,1#1. SIEHE, der Herr entleert die Erde und verheert sie; er kehrt ihre Oberfläche um und zerstreut ihre Bewohner.
18166#Jesaja,24,2#2. Da wird der Priester wie der Mann des Volkes, der Herr wie der Knecht, die Gebieterin wie die Magd, der Verkäufer wie der Käufer, der Entlehner wie der Leiher, der Schuldner wie der Schuldherr.
18167#Jesaja,24,3#3. Ausgekehrt und entleert wird die Erde, ausgeraubt, und ausgeplündert; denn der Herr hat dieses Wort geredet.
18168#Jesaja,24,4#4. Es welkt, zerfällt die Erde, verwelkt, zerfällt die Welt, es verwelkt die (Himmels-)Höhe samt der Erde,
18169#Jesaja,24,5#5. da die Erde entweiht ist unter ihren Bewohnern; denn sie haben die Gebote übertreten, die Satzung verletzt, den ewigen Bund gebrochen.
18170#Jesaja,24,6#6. Darum frisst ein Fluch die Erde und büssen, die darauf wohnen, darum sind glutverzehrt die Bewohner der Erde und wenig Menschen übriggeblieben.
18171#Jesaja,24,7#7. Es trauert der Wein, die Rebe verschmachtet, es seufzen alle, die frohgemut waren.
18172#Jesaja,24,8#8. Es feiert der Jubel der Handpauken, still ward der Lärm der Fröhlichen, es feiert der Jubel der Laute.
18173#Jesaja,24,9#9. Gesungen wird nicht mehr beim Wein, bitter schmeckt der Rauschtrank den Zechern. -Jes. 16,10; Jer. 7,34; 16,9.
18174#Jesaja,24,10#10. Zerbrochen ist die öde Stadt, verschlossen jedes Haus, dass niemand hineinkommt.
18175#Jesaja,24,11#11. Klage um den Wein erschallt in den Gassen; entschwunden ist alle Freude, fortgewandert der Jubel der Erde.
18176#Jesaja,24,12#12. In der Stadt bleibt nur Verwüstung und in Trümmer zerschlagen das Tor.
18177#Jesaja,24,13#13. Denn so wird es gehen auf der Erde mitten unter den Völkern, wie wenn man Oliven abklopft, wie bei der Nachlese, wenn der Herbst vorbei ist. -Jes. 17,6.
18178#Jesaja,24,14#14. Jene erheben ihre Stimme und jubeln, über die Hoheit des Herrn jauchzen sie vom Meere her:
18179#Jesaja,24,15#15. «Darum ehret den Herrn im Lande des Aufgangs, auf den Inseln des Meeres den Namen des Herrn, des Gottes Israels.»
18180#Jesaja,24,16#16. Vom Saume der Erde hörten wir Lobgesänge: «Herrlichkeit dem Gerechten!» Ich aber spreche: Elend mir! Elend mir! Wehe mir! Räuber rauben, ja, räuberisch rauben die Räuber!
18181#Jesaja,24,17#17. Grauen und Grube und Garn über dich, Bewohner der Erde! -V. 17-18: Jer. 48,43.44.
18182#Jesaja,24,18#18. Wer flieht vor dem Tone des Grauens, der fällt in die Grube, und wer aus der Grube emporsteigt, der fängt sich im Garn; denn die Fenster droben sind aufgetan, und die Grundfesten der Erde erbeben.
18183#Jesaja,24,19#19. Es zerbricht, zerbirst die Erde, es zerspringt, zersplittert die Erde, es wankt und schwankt die Erde.
18184#Jesaja,24,20#20. Hin und her taumelt die Erde wie ein Trunkener und schaukelt wie eine Hängematte. Schwer lastet auf ihr ihre Missetat, dass sie fällt und nie wieder aufsteht.
18185#Jesaja,24,21#21. An jenem Tage, da wird der Herr heimsuchen das Heer der Höhe in der Höhe und die Könige der Erde auf der Erde.
18186#Jesaja,24,22#22. Die werden zusammengesperrt in die Grube, wie man Gefangene einsperrt, und sie werden verschlossen in den Verschluss und nach vielen Tagen zur Strafe gezogen.
18187#Jesaja,24,23#23. Der Mond wird erröten und die Sonne beschämt dastehen; denn König ist der Herr der Heerscharen auf dem Berge Zion und zu Jerusalem, und vor seinen Ältesten ist Herrlichkeit. -Jes. 13,10; Mt. 24,29.
18188#Jesaja,25,1#1. O HERR, mein Gott bist du; ich will dich erheben, will deinen Namen preisen; denn du hast Wunderbares vollbracht, Ratschlüsse von alters her, die wahrhaft und wahr sind.
18189#Jesaja,25,2#2. Denn du hast die Stadt zum Steinhaufen und die feste Burg zu Trümmern gemacht, dass die Paläste der Übermütigen keine Stadt mehr sind, dass sie nimmermehr aufgebaut werden.
18190#Jesaja,25,3#3. Darum wird dich ehren die starke Nation, die Stadt der gewalttätigen Völker dich fürchten.
18191#Jesaja,25,4#4. Denn du warst eine Zuflucht dem Schwachen, eine Zuflucht dem Armen in seiner Not, ein Obdach vor dem Unwetter, ein Schatten vor der Hitze; denn der Zornhauch der Tyrannen ist wie ein Unwetter im Winter, -Ps. 121,5.
18192#Jesaja,25,5#5. wie die Hitze im dürren Land. Du dämpftest das Lärmen der Übermütigen wie die Hitze durch den Schatten der Wolke; den Triumphgesang der Tyrannen unterdrücktest du.
18193#Jesaja,25,6#6. Und rüsten wird auf diesem Berge der Herr der Heerscharen allen Völkern ein Mahl von fetten Speisen, ein Mahl von alten Weinen, von fetten, markigen Speisen, von alten, geläuterten Weinen.
18194#Jesaja,25,7#7. Und vernichten wird er auf diesem Berge die Hülle, von der alle Nationen umhüllt sind, und die Decke, die über alle Völker gedeckt ist.
18195#Jesaja,25,8#8. Vernichten wird er den Tod auf ewig. Und abwischen wird Gott, der Herr, die Tränen von jedem Antlitz und die Schmach seines Volkes von der ganzen Erde hinwegnehmen; denn der Herr hat es geredet. -1.Kor. 15,54; Offb. 7,17; 21,4.
18196#Jesaja,25,9#9. An jenem Tage wird man sprechen: Siehe da, unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe! Das ist der Herr, auf den wir hofften. Lasst uns frohlocken und fröhlich sein ob seiner Hilfe!
18197#Jesaja,25,10#10. Denn die Hand des Herrn wird auf diesem Berge ruhen; aber Moab wird zertreten an seiner Stätte, wie Stroh im Mistpfuhl zertreten wird. -Jes. 15 - 16.
18198#Jesaja,25,11#11. Und breitet es seine Hände darin aus, wie der Schwimmer zum Schwimmen sie ausbreitet, so drückt er nieder sein Aufstreben samt dem Ringen seiner Hände.
18199#Jesaja,25,12#12. Und die hohe Feste seiner Mauern wirft er nieder, stürzt er, stösst er zu Boden in den Staub.
18200#Jesaja,26,1#1. AN jenem Tage wird man dieses Lied im Lande Juda singen: Eine starke Stadt haben wir, zum Schutze schafft er Wall und Wehr. -Ps. 46,2; 125,1.
18201#Jesaja,26,2#2. Tut auf die Tore, dass einziehe das gerechte Volk, das die Treue bewahrt! -Ps. 118,19.20.
18202#Jesaja,26,3#3. Bewährten Sinn bewahrst du in Frieden, weil er auf dich vertraut.
18203#Jesaja,26,4#4. Vertraut auf den Herrn immerdar; denn der Herr ist ein ewiger Fels!
18204#Jesaja,26,5#5. Ja, er hat niedergeworfen die Bewohner der Höhe, die ragende Stadt; er stürzt sie zu Boden, stösst sie hin in den Staub,
18205#Jesaja,26,6#6. dass der Fuss sie zertrete, die Füsse der Elenden, die Tritte der Schwachen.
18206#Jesaja,26,7#7. Der Pfad des Gerechten ist ebene Bahn; das Geleise des Gerechten ebnest du.
18207#Jesaja,26,8#8. Auch auf dem Pfad deiner Gerichte, Herr, harren wir dein; nach deiner Anbetung und deinem Preise steht das Verlangen der Seele.
18208#Jesaja,26,9#9. Meine Seele verlangt nach dir in der Nacht, und mein Geist in mir sehnt sich nach dir. Denn wenn deine Gerichte über die Erde kommen, so lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkreises. -Ps. 119,67.
18209#Jesaja,26,10#10. Findet Gnade der Gottlose, so lernt er nicht Gerechtigkeit; im Lande des Rechtes frevelt er und sieht nicht die Hoheit des Herrn.
18210#Jesaja,26,11#11. Herr, hoch erhoben ist deine Hand, doch sie sehen es nicht. Sie sollen es sehen und zuschanden werden! Der Eifer um (dein) Volk und das Feuer wider deine Feinde soll sie verzehren.
18211#Jesaja,26,12#12. Herr! du wirst uns Frieden schaffen; denn auch alle unsre Taten hast du für uns vollbracht.
18212#Jesaja,26,13#13. O Herr, unser Gott, andre Herren als du haben uns beherrscht; dich allein kennen wir, deinen Namen preisen wir.
18213#Jesaja,26,14#14. Tote werden nicht wieder lebendig, Schatten stehen nicht wieder auf; darum hast du sie heimgesucht und vernichtet und ausgetilgt all ihr Gedächtnis.
18214#Jesaja,26,15#15. Du hast vermehrt das Volk, o Herr, du hast vermehrt das Volk, hast dich verherrlicht und alle Grenzen des Landes erweitert.
18215#Jesaja,26,16#16. Herr, in der Not suchten sie dich, sie schrieen, da deine Züchtigung sie bedrückte.
18216#Jesaja,26,17#17. Wie ein schwangeres Weib, wenn ihre Stunde kommt, sich windet und schreit in ihren Wehen, so waren auch wir durch dich, o Herr: -Jes. 13,8.
18217#Jesaja,26,18#18. wir waren schwanger, wir wanden uns; als wir gebaren, (da war es) Wind. Heil verschafften wir nicht dem Lande, und Erdenbewohner wurden nicht geboren.
18218#Jesaja,26,19#19. Deine Toten werden leben-1-, werden auferstehen; aufwachen und jubeln werden die Bewohner des Staubes. Denn Tau der Lichter ist dein Tau, und die Erde wird die Schatten wieder gebären. -Lk. 20,38; Röm. 14,8.   1) das Hebr. bietet vor «werden auferstehen» noch die unsichern Worte «meine Leiche».
18219#Jesaja,26,20#20. Wohlan, mein Volk, gehe hinein in deine Kammern und schliesse deine Türen hinter dir; verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorüber ist.
18220#Jesaja,26,21#21. Denn siehe, schon zieht der Herr aus von seiner Stätte, um die Schuld der Erdbewohner an ihnen heimzusuchen. Dann wird die Erde ihr Blut aufdecken und ihre Erschlagenen nicht mehr verbergen. -Mi. 1,3.
18221#Jesaja,27,1#1. AN jenem Tage wird der Herr mit seinem harten, grossen und starken Schwerte heimsuchen den Leviathan, die flüchtige Schlange, und den Leviathan, die gewundene Schlange, und wird den Drachen töten, der im Meere haust.
18222#Jesaja,27,2#2. An jenem Tage (wird man sagen): Lieblicher Weinberg, singet ihm zu! -Jes. 5,1-7.
18223#Jesaja,27,3#3. Ich, der Herr, bin sein Hüter; alle Augenblicke tränke ich ihn. Dass kein Leid ihm widerfahre, hüte ich ihn Tag und Nacht;
18224#Jesaja,27,4#4. Zorn hege ich nicht. Kämen mir Dornen und Disteln, im Kampfe wollte ich darauf losgehen, sie verbrennen zumal,
18225#Jesaja,27,5#5. es sei denn, man ergreife meinen Schutz, mache mit mir Frieden, mache Frieden mit mir.
18226#Jesaja,27,6#6. In den kommenden (Tagen) wird Jakob Wurzel schlagen, wird Israel blühen und sprossen und mit Frucht erfüllen die ganze Welt.
18227#Jesaja,27,7#7. Hat Er es-1- geschlagen, wie er den schlug, der es geschlagen? Ward es gemordet, wie seine Mörder gemordet wurden? -1) d.h. Israel.
18228#Jesaja,27,8#8. Durch Verstossen, durch Verjagen rechtete er mit ihr, trieb sie fort durch seinen starken Wind am Tage des Oststurms.*
18229#Jesaja,27,9#9. Darum wird die Schuld Jakobs dadurch gesühnt, und das ist die ganze Frucht der Hinwegnahme seiner Sünde, dass er alle Altarsteine zerschmetterten Kalksteinen gleich macht, dass Ascheren und Sonnensäulen sich nicht mehr erheben. -Jes. 17,8; 3.Mo. 26,30.
18230#Jesaja,27,10#10. Denn die feste Stadt liegt einsam, eine entvölkerte Stätte, verlassen wie die Wüste. Das Kalb wird daselbst weiden, wird daselbst sich lagern und ihre Büsche kahl fressen. -Jes. 13,19.
18231#Jesaja,27,11#11. Wenn ihre Reiser dürr sind, werden sie abgebrochen; Frauen kommen und zünden sie an. Denn es ist ein unverständiges Volk; darum wird sein Schöpfer sich seiner nicht erbarmen, und der es gebildet, ihm nicht gnädig sein.
18232#Jesaja,27,12#12. An jenem Tage, da wird der Herr Ähren ausklopfen vom (Euphrat-)Strom an bis zum Bach Ägyptens. Und ihr werdet aufgelesen werden, einer nach dem andern, ihr Söhne Israels.
18233#Jesaja,27,13#13. An jenem Tage, da wird die grosse Posaune erschallen, und sie werden heimkommen, die Verlornen im Lande Assyrien und die Versprengten im Lande Ägypten, und werden den Herrn anbeten auf dem heiligen Berge zu Jerusalem. -Jes. 14,1.
18234#Jesaja,28,1#1. WEHE der stolzen Krone der Trunkenen Ephraims, der welken Blume seines herrlichen Schmuckes auf dem Haupte der vom Weine Bezwungenen! -1.Kön. 16,24.
18235#Jesaja,28,2#2. Siehe, da kommt ein Starker und Gewaltiger des Herrn wie Hagelwetter, wie zerschmetternder Sturm, wie Wetterguss mächtiger, flutender Wasser; der wirft sie zu Boden mit Macht. -2.Kön. 17,5.6.
18236#Jesaja,28,3#3. Mit Füssen wird zertreten die stolze Krone der Trunkenen Ephraims,
18237#Jesaja,28,4#4. die welke Blume seines herrlichen Schmuckes zu Häupten des fetten Tales. Und es wird ihr gehen wie der Frühfeige vor der Lese; kaum sieht sie einer, noch ist sie in seiner Hand, da hat er sie schon verschlungen.
18238#Jesaja,28,5#5. An jenem Tage wird der Herr der Heerscharen dem Reste seines Volkes zur herrlichen Krone und zum glänzenden Stirnreif
18239#Jesaja,28,6#6. und zum Geist des Gerichtes dem, der zu Gericht sitzt, und zur Heldenkraft denen, die den Kampf zum Tore zurücktreiben.
18240#Jesaja,28,7#7. ABER auch diese hier schwanken vom Wein und taumeln vom Rauschtrank. Priester und Prophet schwanken vom Rauschtrank, sind verwirrt vom Wein; sie taumeln vom Rauschtrank, schwanken beim Weissagen, wanken beim Urteilsprechen.
18241#Jesaja,28,8#8. Denn alle Tische sind voll unflätigen Gespeis bis auf den letzten Platz.
18242#Jesaja,28,9#9. «Wen will er denn Einsicht lehren? (sprechen sie,) und wem Offenbarung beibringen? Solchen, die von der Milch entwöhnt und von der Brust genommen sind?
18243#Jesaja,28,10#10. Denn Satz auf Satz, Satz auf Satz, Spruch auf Spruch, Spruch auf Spruch, da ein wenig, dort ein wenig.»
18244#Jesaja,28,11#11. Jawohl, durch Leute mit stammelnder Lippe und in fremder Zunge wird er zu diesem Volke da reden, -5.Mo. 28,49.
18245#Jesaja,28,12#12. er, der zu ihnen gesprochen hat: «Das ist die Ruhe; schaffet Ruhe dem Müden, und das ist die Erholung!» Aber sie wollten nicht hören.
18246#Jesaja,28,13#13. So wird denn das Wort des Herrn an sie ergehen: Satz auf Satz, Satz auf Satz, Spruch auf Spruch, Spruch auf Spruch, da ein wenig, dort ein wenig - damit sie gehen und rücklings straucheln und zerschellen, sich verstricken und gefangen werden.
18247#Jesaja,28,14#14. Darum höret das Wort des Herrn, ihr Spötter, die ihr über dieses Volk da herrscht, welches zu Jerusalem ist.
18248#Jesaja,28,15#15. Denn ihr sprecht: «Wir haben mit dem Tod einen Bund geschlossen und mit dem Totenreich einen Vertrag gemacht. Die wogende Geissel, wenn sie einherfährt, wird nicht über uns kommen; denn wir haben Lüge zu unserer Zuflucht gemacht und durch Trug uns geborgen.»
18249#Jesaja,28,16#16. Darum spricht Gott, der Herr: Siehe, ich lege in Zion einen Stein, einen bewährten Stein, einen kostbaren, grundlegenden Eckstein. Wer glaubt, wird nicht zuschanden. -Jes. 7,9.
18250#Jesaja,28,17#17. Und ich mache das Recht zur Richtschnur und die Gerechtigkeit zur Waage. Hagel wird die Lügenzuflucht wegfegen und Wasserfluten das Versteck fortschwemmen,
18251#Jesaja,28,18#18. und zerbrochen wird euer Bund mit dem Tode, und euer Vertrag mit dem Totenreich hat keinen Bestand. Wenn die wogende Geissel einherfährt, wird sie euch zermalmen.
18252#Jesaja,28,19#19. Sooft sie einherfährt, wird sie euch fassen; denn Morgen für Morgen fährt sie einher, bei Tag und bei Nacht. Und dann wird es lauter Entsetzen sein, Offenbarung zu vernehmen.
18253#Jesaja,28,20#20. Denn das Bett ist zu kurz, um sich zu strecken, und die Decke zu schmal, sich darein zu wickeln.
18254#Jesaja,28,21#21. Denn wie am Berge Perazim wird der Herr sich erheben, wie im Tale bei Gibeon wird er wettern, um seine Tat zu verrichten - seltsam sein Tun! - und sein Werk zu vollbringen - befremdlich sein Werk! -Jos. 10,10; 2.Sam. 5,20.25; 1.Chr. 14,11.16.
18255#Jesaja,28,22#22. Und nun treibt nicht Gespött, dass eure Bande nicht fester werden; denn Vertilgung und Strafgericht habe ich vernommen von dem Herrn, dem Gott der Heerscharen, über die ganze Erde. -Jes. 10,23.
18256#Jesaja,28,23#23. Horchet her und höret meine Stimme! Merket auf und höret meine Rede!
18257#Jesaja,28,24#24. Pflügt der Pflüger allezeit, um zu säen? furcht und eggt er seinen Acker immerdar?
18258#Jesaja,28,25#25. Nicht wahr? wenn er ihn eben gemacht hat, streut er Dill aus und sät Kümmel und pflanzt Weizen und Gerste und als Einfassung Hirse und Spelt.
18259#Jesaja,28,26#26. Und es unterwies ihn zum rechten Brauch, es lehrte ihn sein Gott.
18260#Jesaja,28,27#27. Denn nicht mit dem Dreschschlitten drischt man den Dill und das Wagenrad führt man nicht über den Kümmel, sondern mit dem Stabe klopft man den Dill, und den Kümmel mit dem Stocke.
18261#Jesaja,28,28#28. Zermalmt man etwa das Brotkorn? Nein, nicht immerzu drischt er drauflos und treibt er das Rad seines Wagens und seine Rosse darüber; er zermalmt es nicht.
18262#Jesaja,28,29#29. Auch das geht aus von dem Herrn der Heerscharen; wunderbar ist sein Rat und gross seine Weisheit. -Ps. 86,10; Jer. 32,18.19.
18263#Jesaja,29,1#1. WEHE dir, «Gottesherd, Gottesherd»,-1- du Stadt, wo David lagerte! Füget Jahr an Jahr, lasst die Feste kreisen! -1) nicht völlig sichere Üs. des hebrW. -+Ariel-, vgl. Hes. 43,15.16.
18264#Jesaja,29,2#2. Und ich werde den «Gottesherd» bedrängen, dass Jammer und Wehklage sein wird, ja, es wird mir sein wie der Gottesherd.-1- -1) d.h. so blutig und qualmend.
18265#Jesaja,29,3#3. Und ich will dich ringsum belagern und eng die Posten wider dich zusammenziehen und Bollwerke wider dich aufrichten.
18266#Jesaja,29,4#4. Dann wirst du unten von der Erde her reden, und tief aus dem Staube tönen deine Worte; deine Stimme wird sein wie die eines Gespenstes aus der Erde, und deine Rede wird vom Staube her wispern.
18267#Jesaja,29,5#5. Aber wie feiner Staub wird sein der Schwarm deiner Feinde und wie zerstiebende Spreu der Schwarm der Tyrannen. Dann geschieht es plötzlich, im Nu: -Hiob 21,18; Ps. 1,4; 35,5.
18268#Jesaja,29,6#6. von dem Herrn der Heerscharen wirst du heimgesucht werden mit Donner und Dröhnen und lautem Krachen, mit Windsbraut und Wetter und Flammen fressenden Feuers.
18269#Jesaja,29,7#7. Und wie ein Traum, wie ein Gesicht der Nacht wird sein der Schwarm aller Völker, die wider den Gottesherd streiten, und alle, die wider ihn und seine Bergfeste streiten und ihn bedrängen.
18270#Jesaja,29,8#8. Und es wird sein, wie wenn ein Hungriger träumt, er esse, und wenn er erwacht, ist ungestillt sein Verlangen, und wie wenn ein Durstiger träumt, er trinke, und wenn er erwacht, ist er matt und lechzend seine Seele; so wird es dem Schwarm aller Völker ergehen, die wider den Berg Zion streiten.
18271#Jesaja,29,9#9. Starret und staunet, verblendet euch und erblindet! Seid trunken, doch nicht vom Wein, taumelt, doch nicht vom Rauschtrank!
18272#Jesaja,29,10#10. Denn der Herr hat über euch ausgegossen einen Geist des Tiefschlafs und eure Augen <die Propheten> verschlossen und eure Häupter <die Seher> umhüllt.
18273#Jesaja,29,11#11. So erging es euch mit der Weissagung von alledem wie mit den Worten eines versiegelten Buches; wenn man es einem gibt, der lesen kann, und spricht: Lies doch dieses! so antwortet er: Ich kann nicht, es ist ja versiegelt.
18274#Jesaja,29,12#12. Wenn man aber das Buch einem gibt, der nicht lesen, kann, und spricht: Da lies! so antwortet er: Ich kann nicht lesen.
18275#Jesaja,29,13#13. UND der Herr sprach: Weil dieses Volk mit dem Munde sich naht und mit den Lippen mich ehrt, sein Herz aber ferne von mir ist, sodass ihre Furcht vor mir nur angelernte Menschensatzung ist, -Hes. 33,31.
18276#Jesaja,29,14#14. darum will ich auch fernerhin mit diesem Volke wunderbar verfahren, wunderbar und wundersam, und die Weisheit seiner Weisen wird zunichte werden, und der Verstand seiner Verständigen wird sich verbergen. -Jes. 44,25; Mt. 11,25.
18277#Jesaja,29,15#15. Wehe denen, die ihren Plan tief vor dem Herrn verbergen und ihr Werk im Finstern tun, sodass sie sprechen: «Wer sieht uns und wer weiss von uns?» -Ps. 94,7; Hes. 8,12.
18278#Jesaja,29,16#16. O eurer Verkehrtheit! Oder ist der Töpfer dem Ton gleich zu achten, dass das Geschöpf von seinem Schöpfer spräche: «Er hat mich nicht geschaffen», und das Gebilde von seinem Bildner spräche: «Er versteht nichts»? -Jes. 45,9; Jer. 18,6; Röm. 9,20.
18279#Jesaja,29,17#17. Ist's nicht nur noch ein kleines Weilchen, so wandelt sich der Libanon zum Fruchtgefilde, und das Fruchtgefilde wird zum Wald gerechnet? -Jes. 32,15.
18280#Jesaja,29,18#18. An jenem Tage werden die Tauben Schriftworte hören und die Augen der Blinden aus Dunkel und Finsternis heraus sehen. -Jes. 35,5.
18281#Jesaja,29,19#19. Und die Elenden werden aufs neue des Herrn sich freuen und die Ärmsten unter den Menschen über den Heiligen Israels jubeln.
18282#Jesaja,29,20#20. Denn aus ist's mit dem Tyrannen, und dahin ist der Spötter, und ausgerottet sind alle, die auf Frevel lauern,
18283#Jesaja,29,21#21. die in einer Rechtssache Menschen zur Sünde verleiten und dem, der sie im Tore zurechtweist, Schlingen legen und den, der im Rechte ist, durch Nichtigkeiten verdrängen.
18284#Jesaja,29,22#22. Darum spricht also der Herr, der Gott des Hauses Jakobs, der Abraham erlöst hat: Dann soll Jakob nicht mehr zuschanden werden und sein Angesicht nicht mehr erbleichen.
18285#Jesaja,29,23#23. Denn wenn sie sehen, was meine Hände unter ihnen getan, so werden sie meinen Namen heilig halten, werden heilig halten den Heiligen Jakobs und den Gott Israels fürchten;
18286#Jesaja,29,24#24. und die irrenden Geistes waren, werden Einsicht lernen, und die murrten, werden Belehrung annehmen.
18287#Jesaja,30,1#1. WEHE den widerspenstigen Söhnen, spricht der Herr, die einen Plan ausführen, der nicht von mir kommt, und ein Bündnis schliessen, doch nicht durch meinen Geist, um Sünde auf Sünde zu häufen! -Jes. 31,1-3.
18288#Jesaja,30,2#2. die da, ohne meinen Mund zu befragen, hingehen nach Ägypten hinunter, um mit dem Schutze des Pharao sich zu schützen und Zuflucht zu suchen im Schatten Ägyptens! -Jer. 37,7.
18289#Jesaja,30,3#3. Doch der Schutz des Pharao bringt euch in Schande, die Zuflucht im Schatten Ägyptens in Schmach. -Hes. 17,15.17.
18290#Jesaja,30,4#4. Mögen auch seine Fürsten in Zoan sein und seine Boten bis Hanes gelangen,
18291#Jesaja,30,5#5. alle werden zuschanden an dem Volke, das ihnen nichts nützt, das nicht Hilfe noch Nutzen schafft, sondern nur Schande und Schimpf dazu. -Jer. 2,36.
18292#Jesaja,30,6#6. Ausspruch über die Tiere des Südlandes. Durch ein Land der Angst und Not, woher die Löwin kommt und der Leu, die Otter und der fliegende Drache, führen sie auf dem Rücken von Eseln ihre Güter und auf dem Höcker von Kamelen ihre Schätze zu dem Volke, das nichts nützt,
18293#Jesaja,30,7#7. nach Ägypten, dessen Hilfe eitel und nichtig ist. Darum nenne ich es «das zum Schweigen gebrachte Ungetüm».
18294#Jesaja,30,8#8. Jetzt gehe hinein und schreibe es vor ihnen auf eine Tafel und verzeichne es in ein Buch, dass es für einen künftigen Tag zum Zeugen werde auf ewig.
18295#Jesaja,30,9#9. Denn ein widerspenstiges Volk ist es, verlogene Söhne, Söhne, die nicht hören wollen auf die Weisung des Herrn,
18296#Jesaja,30,10#10. die zu den Sehern sprechen: «Ihr sollt nicht sehen!» und zu den Weissagern: «Weissaget uns nicht die Wahrheit, saget uns angenehme Dinge, weissaget Täuschung; -Amos 2,12; 7,16; Mi. 2,6.
18297#Jesaja,30,11#11. weichet ab vom Wege, bieget ab vom Pfade, schweiget uns vom Heiligen Israels!»
18298#Jesaja,30,12#12. Darum spricht der Heilige Israels also: Weil ihr dieses Wort verwerft und euch vertröstet auf krumme Wege und Ränke und euch darauf stützt,
18299#Jesaja,30,13#13. darum wird euch diese Verschuldung sein wie ein einsturzdrohender Riss, der heraustritt an einer hochragenden Mauer, über die plötzlich, im Nu der Zusammenbruch kommt;
18300#Jesaja,30,14#14. und er zerbricht sie, wie ein Töpfergeschirr zerbricht, das ohne Schonung zertrümmert wird, dass man in seinem Getrümmer nicht eine Scherbe mehr findet, um Gluten vom Herde zu nehmen oder Wasser aus dem Tümpel zu schöpfen.
18301#Jesaja,30,15#15. Denn so sprach Gott, der Herr, der heilige Israels: In Umkehr und Ruhe liegt euer Heil; in Stillehalten und Vertrauen besteht eure Stärke. Doch ihr habt nicht gewollt,
18302#Jesaja,30,16#16. ihr sprachet: «Nein! auf Rossen wollen wir rasen!» Drum sollt ihr davonrasen. «Auf Rennern wollen wir reiten!» Drum werden rennen eure Verfolger. -2.Kön. 25,4.
18303#Jesaja,30,17#17. Tausend (werden fliehen) vor dem Dräuen eines Einzigen, vor dem Dräuen von Fünfen werdet ihr fliehen, bis ihr ein Rest seid wie ein Heerzeichen hoch auf dem Berge und wie ein Panier auf dem Hügel. -3.Mo. 26,36; 5.Mo. 32,30.
18304#Jesaja,30,18#18. Und darum harrt der Herr darauf, euch gnädig zu sein, und darum erhebt er sich, dass er sich euer erbarme; denn ein Gott des Rechtes ist der Herr. Wohl allen, die auf ihn harren! -Ps. 2,12; Spr. 16,20.
18305#Jesaja,30,19#19. Ja, du Volk in Zion, das zu Jerusalem wohnt, weinen wirst du nicht! Erbarmen wird er sich deiner, wenn du (zu ihm) schreist; kaum vernimmt er's, hat er dich schon erhört.
18306#Jesaja,30,20#20. Und gab euch der Herr Brot der Not und Wasser der Drangsal, so wird dein Lehrer sich nicht mehr verbergen, sondern deine Augen werden stets deinen Lehrer sehen,
18307#Jesaja,30,21#21. und wenn ihr zur Rechten oder zur Linken abweichen wollt, werden deine Ohren den Ruf hinter dir vernehmen: «Dies ist der Weg, den gehet!»
18308#Jesaja,30,22#22. Dann wirst du deine silberbeschlagenen Götzen und deine goldbekleideten Gussbilder verunreinigen; hinwerfen wirst du sie wie etwas Ekelhaftes und zu ihnen sagen: «Hinaus!»
18309#Jesaja,30,23#23. Und er wird deiner Saat, die du auf den Acker säest, Regen geben, und das Korn, das der Acker trägt, wird reich und üppig stehen. Weiden wird dein Vieh an jenem Tage auf weiter Aue.
18310#Jesaja,30,24#24. Und die Ochsen und Esel, die den Acker bauen, werden gemischtes salziges Futter fressen, das mit Schaufel und Gabel geworfelt ist.
18311#Jesaja,30,25#25. Und auf jedem hohen Berge und auf jedem ragenden Hügel werden Bäche, Wasserströme fliessen am Tage des grossen Mordens, wenn die Türme fallen. -Joel 3,18.
18312#Jesaja,30,26#26. Dann wird das Licht des Mondes wie das Licht der Sonne sein, und das Licht der Sonne wird siebenfältig, wie das Licht von sieben Tagen sein an dem Tage, da der Herr den Schaden seines Volkes verbindet und die ihm geschlagenen Wunden heilt.
18313#Jesaja,30,27#27. Siehe, der Name des Herrn kommt von ferne - brennenden Zornes und in wuchtigem Auffahren, seine Lippen voll Grimm und seine Zunge wie verzehrendes Feuer,
18314#Jesaja,30,28#28. und sein Hauch wie ein überflutender Bach, der bis an den Hals reicht -, dass er die Völker schwinge in der Schwinge des Verderbens, ein irreleitender Zaum an den Kinnbacken der Nationen. -Jes. 8,8.
18315#Jesaja,30,29#29. Lieder werdet ihr singen wie in der Nacht der Festweihe; ihr werdet von Herzen fröhlich sein wie der Pilger, der unter Flötenspiel auf den Berg des Herrn, zu dem Felsen Israels wallt.
18316#Jesaja,30,30#30. Und hören lässt der Herr seinen hehren Donner und lässt sehen das Niederfahren seines Armes mit grimmigem Zorn und der Flamme verzehrenden Feuers, mit Sturm und Wetterguss und Hagelstein.
18317#Jesaja,30,31#31. Denn vor dem Donner des Herrn wird Assur erschrecken, wenn er mit der Rute schlägt.
18318#Jesaja,30,32#32. Und jedesmal, wenn die Zuchtrute einherfährt, die der Herr auf ihn herabführt, wird es geschehen unter Paukenschall und Lautenspiel, und mit geschwungenem (Arme) kämpfend-1- streitet er mit ihnen. -1) and. nach 4.Mo. 6,20; 8,11-21: «und in Kämpfen, da er sie (als Opfer) schwingt, streitet er».
18319#Jesaja,30,33#33. Denn längst ist die Brandstätte zubereitet; errichtet ist sie tief und breit. Ihr Holzstoss hat Feuer und Holz in Menge; wie ein Schwefelstrom entzündet ihn der Odem des Herrn.
18320#Jesaja,31,1#1. Wehe denen, die nach Ägypten hinabziehen um Hilfe, die sich auf Rosse verlassen und auf die Streitwagen vertrauen, weil ihrer viele sind, und auf die Reiter, weil sie sehr zahlreich sind, aber auf den Heiligen Israels nicht schauen und den Herrn nicht befragen. -Jes. 30,1-3; Ps. 20,8; Mi. 5,10.
18321#Jesaja,31,2#2. Doch auch er ist weise und führt Unheil her, und seine Worte nimmt er nicht zurück; er wird sich erheben wider das Haus der Bösewichte und wider die Hilfe der Übeltäter.
18322#Jesaja,31,3#3. Denn die Ägypter sind Menschen und nicht Gott, und ihre Rosse sind Fleisch und nicht Geist. Der Herr streckt seine Hand aus: da stürzt der Beschützer und fällt der Beschützte, und zusammen gehen sie alle zugrunde. -Sach. 4,6.
18323#Jesaja,31,4#4. Denn also hat der Herr zu mir gesprochen: Wie der Löwe knurrt, der Jungleu über seinem Raub, wider den man aufruft die ganze Hirtenschar - vor ihrem Geschrei erschrickt er nicht und duckt sich nicht vor ihrem Gelärm -, so fährt hernieder der Herr der Heerscharen zur Heerfahrt auf den Berg Zion und auf seinen Hügel.
18324#Jesaja,31,5#5. Wie schwebende Vögel, so wird der Herr der Heerscharen Jerusalem beschirmen, schirmen und retten, verschonen und befreien. -5.Mo. 32,11.
18325#Jesaja,31,6#6. Kehret wieder, Söhne Israels, zu ihm, von dem ihr so tief abgefallen seid!
18326#Jesaja,31,7#7. Denn an jenem Tage wird ein jeder seine silbernen und goldenen Götzen verwerfen, die ihr euch mit euren Händen zur Sünde gemacht habt. -Jes. 2,20.
18327#Jesaja,31,8#8. Und Assur wird fallen durch das Schwert, doch nicht eines Mannes, ja fressen wird ihn das Schwert, doch nicht eines Menschen; und er wird vor dem Schwerte sich flüchten, und seine Krieger werden zu Fronknechten.
18328#Jesaja,31,9#9. Sein Fels wird vor Furcht zerstieben, und seine Führer werden das Panier entsetzt verlassen. So spricht der Herr, der ein Feuer in Zion und einen Ofen zu Jerusalem hat.
18329#Jesaja,32,1#1. SIEHE, ein König wird nach Gerechtigkeit herrschen, und Fürsten werden nach dem Rechte regieren. -Sach. 9,9.
18330#Jesaja,32,2#2. Und ein jeder wird sein wie ein Zufluchtsort vor dem Sturm und wie ein Obdach vor dem Wetter, wie Wasserbäche an dürrem Ort und wie Schatten eines mächtigen Felsens in lechzendem Lande.
18331#Jesaja,32,3#3. Die Augen der Sehenden werden nicht mehr geblendet sein, und die Ohren der Hörenden werden aufmerken.
18332#Jesaja,32,4#4. Das Herz der Voreiligen wird lernen zu urteilen, und die Zunge der Stammelnden wird gewandt sein, klar zu reden.
18333#Jesaja,32,5#5. Der Frevler wird forthin nicht mehr Edler genannt, noch der Schurke vornehm geheissen.
18334#Jesaja,32,6#6. Denn der Frevler redet Frevel, und sein Herz sinnt Bosheit: er handelt ruchlos und redet Verkehrtes über den Herrn, er lässt den Hungrigen darben und weigert dem Durstigen den Trunk.
18335#Jesaja,32,7#7. Und des Schurken Waffen sind böse; er sinnt auf Ränke, dass er die Elenden mit Lügenworten verderbe, auch wenn der Arme nur redet, was recht ist.
18336#Jesaja,32,8#8. Aber der Edle sinnt auf Edles, und auf Edlem wird er beharren.
18337#Jesaja,32,9#9. Ihr sorglosen Weiber! Auf, höret meine Stimme! Vertrauensselige Töchter, vernehmt meine Rede!
18338#Jesaja,32,10#10. Über Jahr und Tag, da erbebt ihr, Vertrauensselige! Denn aus ist's mit der Weinlese, eine Obsternte kommt nicht mehr.
18339#Jesaja,32,11#11. Erzittert, ihr Sorglosen! Erbebt, Vertrauensselige! Ziehet euch aus und entblösst euch und umgürtet die Lenden!
18340#Jesaja,32,12#12. Schlaget euch auf die Brust und klaget um die lieblichen Felder, um den fruchtbaren Weinstock,
18341#Jesaja,32,13#13. um den Acker meines Volkes, der in Dornen und Disteln aufgeht, ja um alle die Häuser voller Wonne, um die fröhliche Stadt!
18342#Jesaja,32,14#14. Denn die Paläste sind verlassen, der Lärm der Stadt ist verstummt; Hügel und Wartturm werden nacktes Feld für immer, eine Lust der Wildesel, eine Weide der Herden,
18343#Jesaja,32,15#15. bis über uns ausgegossen wird der Geist aus der Höhe. Dann wird die Wüste zum Fruchtgefilde, und das Fruchtgefilde wird zum Wald gerechnet. -Jes. 29,17; Joel 2,28.
18344#Jesaja,32,16#16. Und das Recht wird in der Wüste wohnen und die Gerechtigkeit im Fruchtgefilde weilen.
18345#Jesaja,32,17#17. Und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und die Frucht des Rechtes Sicherheit auf ewig.
18346#Jesaja,32,18#18. Und mein Volk wird an der Stätte des Friedens wohnen, in sichern Wohnungen, an stillen Ruheplätzen. -Jer. 33,16.
18347#Jesaja,32,19#19. Und stürzen wird in jähem Sturz der Wald und in Niedrigkeit niedersinken die Stadt.
18348#Jesaja,32,20#20. Wohl euch: dann könnt ihr an allen Wassern säen und Rind und Esel überall frei schweifen lassen!
18349#Jesaja,33,1#1. WEHE dir, Verwüster, der du selbst nicht verwüstet bist! dir, Räuber, den man nicht beraubt hat! Wenn du fertig bist mit Verwüsten, wirst du verwüstet werden; wenn du genug geraubt hast, wird man dich berauben. -Mt. 7,2.
18350#Jesaja,33,2#2. Herr, sei uns gnädig! Auf dich hoffen wir. Sei unser Arm an jedem Morgen, ja unsre Hilfe in der Zeit der Drangsal!
18351#Jesaja,33,3#3. Vor dem Donnergetöse fliehen Völker; wenn du dich erhebst, zerstieben Nationen.
18352#Jesaja,33,4#4. Und Beute wird eingeheimst, wie das Heupferd einheimst; wie Heuschrecken rennen, rennt man drauf los.
18353#Jesaja,33,5#5. Erhaben ist der Herr, denn er wohnt in der Höhe; er hat Zion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllt.
18354#Jesaja,33,6#6. Und sichere Zeiten wirst du haben. Ein Reichtum an Heil sind Weisheit und Erkenntnis, die Furcht des Herrn, die ist sein Schatz.
18355#Jesaja,33,7#7. Siehe, die Helden klagen draussen, die Friedensboten weinen bitterlich.
18356#Jesaja,33,8#8. Die Strassen sind öde, der Wandersmann feiert. Er-1- hat den Bund gebrochen, die Städte verachtet, die Menschen gelten ihm nichts. -1) d.h. der Verwüster.
18357#Jesaja,33,9#9. Es trauert, es welkt das Land; der Libanon ist beschämt, stirbt ab, Saron ist der Steppe gleich, Basan und der Karmel sind entblättert.
18358#Jesaja,33,10#10. Jetzt will ich aufstehen, spricht der Herr, jetzt will ich mich erheben, jetzt will ich mich aufrichten.
18359#Jesaja,33,11#11. Ihr seid schwanger mit dürrem Gras und gebäret Stoppeln, euer Schnauben ist ein Feuer, das euch verzehrt.
18360#Jesaja,33,12#12. Und Völker werden zu Kalk verbrannt, abgehauene Dornen, die in Feuer auflodern.
18361#Jesaja,33,13#13. Höret, ihr Fernen, was ich getan, und ihr Nahen, erkennet meine Stärke!
18362#Jesaja,33,14#14. Die Sünder erbeben in Zion, Zittern ergreift die Ruchlosen: Wer kann den weilen bei dem verzehrenden Feuer? wer kann denn weilen bei den ewigen Gluten?
18363#Jesaja,33,15#15. Wer in Gerechtigkeit wandelt und aufrichtig redet, wer erpressten Gewinn verschmäht, wer seine Hände schüttelt, dass sie nicht Bestechung annehmen, wer sein Ohr verstopft, dass er nicht Blutschuld mitanhöre, wer seine Augen zudrückt, dass er an Bösem nicht seine Lust schaue, -Ps. 15; 24,4.
18364#Jesaja,33,16#16. der wird auf Höhen wohnen, Felsenburgen sind seine Zuflucht, sein Brot ist ihm gereicht, das Wasser versiegt ihm nie.
18365#Jesaja,33,17#17. Den König in seiner Schönheit werden deine Augen sehen, werden über ein weites Land hinschauen.
18366#Jesaja,33,18#18. Dein Herz wird der Schreckenszeit gedenken: «Wo ist, der zählte? wo der, der abwog? wo ist, der die Türme zählte?»
18367#Jesaja,33,19#19. Das freche Volk wirst du nicht mehr sehen, das Volk mit dunkler Sprache, die man nicht verstand, mit stammelnder Rede ohne Sinn.
18368#Jesaja,33,20#20. Schaue auf Zion, die Stadt unsrer Festfeier; deine Augen werden Jerusalem sehen als sichere Wohnung, als Zelt, das nicht wandert, dessen Pflöcke nimmer ausgezogen werden, dessen Stricke alle nicht reissen.
18369#Jesaja,33,21#21. Denn herrlicher Ruhm wird uns sein, eine Quelle breiter Ströme; keine Ruderflotte geht darauf, kein stolzes Schiff fährt darüber.
18370#Jesaja,33,22#22. Denn der Herr ist unser Richter, der Herr unser Gesetzgeber; der Herr ist unser König, er wird uns helfen.
18371#Jesaja,33,23#23. Schlaff sind deine Taue, nicht halten sie das Gestell ihres Mastes, lassen die Flagge nicht flattern. Dann teilen Blinde Raub in Fülle, und Lahme erbeuten Beute.
18372#Jesaja,33,24#24. Und kein Einwohner wird sagen: Ich bin krank. Dem Volk, das darin wohnt, ist die Schuld vergeben. -2.Mo. 23,25.
18373#Jesaja,34,1#1. KOMMET herzu, ihr Völker, zu hören, und ihr Nationen, merket auf! Es höre die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und alles, was ihm entsprosst!
18374#Jesaja,34,2#2. Denn zornig ist der Herr über alle Völker und ergrimmt über all ihr Heer; er hat sie dem Banne geweiht, sie zur Schlachtbank geliefert,
18375#Jesaja,34,3#3. und ihre Erschlagenen werden hingeworfen, und von ihren Leichen steigt der Gestank auf; die Berge zerfliessen von ihrem Blute,
18376#Jesaja,34,4#4. und alle Hügel zergehen. Der Himmel rollt sich zusammen wie eine Schriftrolle, und all sein Heer welkt ab, wie das Blatt am Weinstock abwelkt und wie welkes Laub am Feigenbaum. -Mt. 24,29; 2.Petr. 3,10; Offb. 6,13.14.
18377#Jesaja,34,5#5. Denn trunken ward im Himmel das Schwert des Herrn; siehe, auf Edom fährt es herab, auf das Volk, das er dem Banne geweiht hat, zum Gerichte.
18378#Jesaja,34,6#6. Ein Schwert führt der Herr, das voll ist von Blut, bedeckt von Fett, von dem Blute der Lämmer und Böcke, von dem Nierenfette der Widder; denn ein Opferfest hält der Herr in Bozra, ein grosses Schlachten im Lande Edom.
18379#Jesaja,34,7#7. Da werden Wildochsen mit jenen fallen und Farren mit starken (Stieren); und ihr Land wird getränkt von Blut und ihr Erdreich von Fett gedüngt.
18380#Jesaja,34,8#8. Denn ein Tag der Rache kommt vom Herrn, ein Jahr der Vergeltung für den Hader mit Zion. -Jes. 63,4.
18381#Jesaja,34,9#9. Und seine Bäche wandeln sich in Pech und sein Erdreich in Schwefel, und sein Land wird zu Pech, brennend bei Nacht und bei Tage.
18382#Jesaja,34,10#10. Nimmer wird es erlöschen; sein Rauch steigt auf von Geschlecht zu Geschlecht. Wüste liegt es auf ewige Zeiten, niemand wandert hindurch. -Offb. 14,11; 19,3.
18383#Jesaja,34,11#11. Rohrdommel und Igel werden es besitzen, Uhu und Rabe darin wohnen; und der Herr wird die Messschnur der Verödung darüber spannen und das Senkblei der Verwüstung. -2.Kön. 21,13; Zeph. 2,14.
18384#Jesaja,34,12#12. Feldteufel werden darin wohnen, und seine Edlen werden nicht mehr sein; kein Königtum gibt's dort mehr auszurufen, und alle seine Fürsten sind dahin.
18385#Jesaja,34,13#13. In seinen Palästen werden Dornen wachsen, Nesseln und Disteln in seinen Burgen, dass sie eine Wohnstatt der Schakale werden und ein Gehöfte für die Strausse.
18386#Jesaja,34,14#14. Da stossen Wüstenwölfe auf Hyänen, und Feldteufel begegnen einander; das Nachtgespenst nur wird dort rasten und eine Ruhestatt für sich finden. -Jes. 13,21.
18387#Jesaja,34,15#15. Daselbst nistet die Pfeilschlange und legt, häuft ihre Eier und brütet sie aus; die Geier nur sammeln sich dort und geben sich ihr Stelldichein.
18388#Jesaja,34,16#16. Forschet in der Schrift des Herrn und leset: Keines von ihnen bleibt aus; denn der Mund des Herrn hat es geboten, und sein Geist hat sie versammelt. -Mt. 24,35.
18389#Jesaja,34,17#17. Und er selbst hat ihnen das Los gefällt und seine Hand es ihnen zugemessen; bis in Ewigkeit werden sie es besitzen, von Geschlecht zu Geschlecht darin wohnen.
18390#Jesaja,35,1#1. FREUEN sollen sich die Wüste und das dürre Land, frohlocken die Steppe und blühen! Gleich der Narzisse
18391#Jesaja,35,2#2. soll sie blühen und frohlocken, ja frohlocken und jubeln! Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr gegeben, die Pracht des Karmel und der Saronflur. Jene sollen die Herrlichkeit des Herrn, die Pracht unsres Gottes schauen.
18392#Jesaja,35,3#3. Stärket die schlaffen Hände und festigt die wankenden Kniee! -Hebr. 12,12.
18393#Jesaja,35,4#4. Saget zu denen, die verzagten Herzens sind: Seid getrost, fürchtet euch nicht! Siehe da euer Gott! Rache zu üben kommt er; es kommt die Vergeltung Gottes, er selbst kommt und hilft euch. -Jes. 40,9.
18394#Jesaja,35,5#5. Alsdann werden die Augen der Blinden aufgeschlossen, und die Ohren der Tauben werden aufgetan. -Jes. 29,18; Mt. 11,5.
18395#Jesaja,35,6#6. Alsdann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird jauchzen; denn in der Wüste brechen Wasser hervor und Bäche in der Steppe, -Mt. 15,30.
18396#Jesaja,35,7#7. und der glühende Sand wird zum Teiche und das durstige Land zu Wasserquellen. An der Wohnstatt, wo Schakale lagerten, ist eine Stätte für Rohr und Schilf, -Jes. 41,18.
18397#Jesaja,35,8#8. und dort wird eine reine Strasse sein, und «Heiliger Weg» wird man sie nennen. Kein Unreiner wird sie betreten - sie gehört seinem Volke, wenn es den Weg einherzieht -, und Toren werden nicht (auf ihr) irregehen.
18398#Jesaja,35,9#9. Dort wird kein Löwe sein, und kein reissendes Tier wird auf ihr hinansteigen, keins ist dort zu treffen; sondern Erlöste werden darauf gehen,
18399#Jesaja,35,10#10. und die Befreiten des Herrn werden heimkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen, ewige Freude über ihrem Haupte. Freude und Wonne wird bei ihnen einkehren, und Leid und Seufzen werden fliehen. -Jes. 51,11; 65,19; Offb. 21,4.
18400#Jesaja,36,1#1. IM vierzehnten Jahr des Königs Hiskia zog Sanherib, der König von Assyrien, wider alle festen Städte Judas heran und nahm sie ein.
18401#Jesaja,36,2#2. Da sandte der König von Assyrien den Rabsake von Lachis aus nach Jerusalem zum König Hiskia mit grosser Heeresmacht; der stellte sich auf bei der Wasserleitung des obern Teichs an der Walkerfeldstrasse. -Jes. 7,3.
18402#Jesaja,36,3#3. Da gingen zu ihm hinaus der Palastvorsteher Eljakim, der Sohn Hilkias, der Schreiber Sebna und der Kanzler Joah, der Sohn Asaphs.
18403#Jesaja,36,4#4. Und der Rabsake sprach zu ihnen: Saget doch dem Hiskia: So spricht der Grosskönig, der König von Assyrien: Was hegst du doch da für eine Zuversicht?
18404#Jesaja,36,5#5. Meinst du, blosse Worte seien schon Rat und Macht zum Kampfe? Nun, auf wen verlässest du dich, dass du von mir abtrünnig geworden bist?
18405#Jesaja,36,6#6. Siehe, du verlässest dich auf diesen geknickten Rohrstab, auf Ägypten, der einem jeden, der sich darauf stützt, in die Hand dringt und sie durchbohrt. So macht es der Pharao, der König von Ägypten, mit allen, die sich auf ihn verlassen. -Hes. 29,6.7.
18406#Jesaja,36,7#7. Wenn du aber zu mir sagen wolltest: «Auf den Herrn, unsern Gott, verlassen wir uns» - ist das nicht derselbe, dessen Höhen und Altäre Hiskia abgeschafft hat, indem er Juda und Jerusalem gebot: «Vor diesem Altar sollt ihr anbeten»?
18407#Jesaja,36,8#8. Nun wohlan, wette doch einmal mit meinem Herrn, dem König von Assyrien: ich will dir zweitausend Pferde geben; lass sehen, ob du die Reiter dazu stellen kannst!
18408#Jesaja,36,9#9. Wie wolltest du denn einen einzigen der geringsten Knechte meines Herrn zurücktreiben? Und du verlässest dich auf Ägypten um der Wagen und Reiter willen?
18409#Jesaja,36,10#10. Nun, bin ich etwa ohne den Willen eures Gottes wider dieses Land heraufgezogen, es zu verderben? Euer Gott hat mich geheissen: Ziehe hinauf wider dieses Land und verderbe es.
18410#Jesaja,36,11#11. Da sprachen Eljakim, Sebna und Joah zum Rabsake: Rede doch mit deinen Knechten aramäisch, wir verstehen es, und rede nicht jüdisch mit uns vor den Ohren des Volks, das auf der Mauer ist.
18411#Jesaja,36,12#12. Aber der Rabsake antwortete: Hat mich denn mein Herr zu deinem Herrn und zu dir gesandt, solche Worte zu reden, und nicht vielmehr zu den Männern, die auf der Mauer sitzen und bei euch ihren Kot essen und ihren Harn trinken?
18412#Jesaja,36,13#13. Und der Rabsake trat herzu und rief mit lauter Stimme auf jüdisch: Höret die Worte des Grosskönigs, des Königs von Assyrien!
18413#Jesaja,36,14#14. So spricht der König: Lasst euch von Hiskia nicht betören; denn er kann euch nicht retten.
18414#Jesaja,36,15#15. Lasst euch von Hiskia nicht auf euren Gott vertrösten, wenn er sagt: «Gewiss wird der Herr uns retten; diese Stadt wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden.»
18415#Jesaja,36,16#16. Hört nicht auf Hiskia; denn so spricht der König von Assyrien: Macht mit mir Frieden und ergebt euch mir, so sollt ihr ein jeder von seinem Weinstock und von seinem Feigenbaum essen und ein jeder das Wasser aus seinem Brunnen trinken,
18416#Jesaja,36,17#17. bis ich komme und euch hole in ein Land, das eurem Lande gleich ist, ein Land voll Korn und Wein, ein Land voll Brot und Weinberge.
18417#Jesaja,36,18#18. Lasst euch von Hiskia nicht verführen, wenn er spricht: «Der Herr wird uns retten!» Haben etwa die Götter der Völker ein jeder sein Land aus der Hand des Königs von Assyrien errettet?
18418#Jesaja,36,19#19. Wo sind die Götter von Hamath und Arpad? Wo sind die Götter von Sepharwaim? Und wo sind die Götter des Landes Samaria? Haben sie etwa Samaria aus meiner Hand errettet?
18419#Jesaja,36,20#20. Wo ist einer unter allen Göttern dieser Länder, der sein Land aus meiner Hand errettet hätte, dass euer Gott Jerusalem aus meiner Hand erretten sollte?
18420#Jesaja,36,21#21. Sie schwiegen aber stille und antworteten ihm nichts; denn das war der Befehl des Königs: Antwortet ihm nicht!
18421#Jesaja,36,22#22. Da kamen der Palastvorsteher Eljakim, der Schreiber Sebna und der Kanzler Joah, der Sohn Asaphs, mit zerrissenen Kleidern zu Hiskia und meldeten ihm, was der Rabsake gesagt hatte.
18422#Jesaja,37,1#1. Als der König Hiskia das hörte, zerriss er seine Kleider, bedeckte sich mit dem Trauergewand und ging in das Haus des Herrn.
18423#Jesaja,37,2#2. Und er sandte den Palastvorsteher Eljakim und den Schreiber Sebna samt den Ältesten der Priester im Trauergewande zu dem Propheten Jesaja, dem Sohne des Amoz.
18424#Jesaja,37,3#3. Und sie sagten zu ihm: So spricht Hiskia: Ein Tag der Not, der Züchtigung und der Verwerfung ist dieser Tag; denn Kindlein sind bis zur Geburt gelangt, aber es ist keine Kraft da, zu gebären.
18425#Jesaja,37,4#4. Vielleicht hört der Herr, dein Gott, die Worte des Rabsake, den sein Herr, der König von Assyrien, gesandt hat, den lebendigen Gott zu höhnen, und ahndet die Reden, die der Herr, dein Gott, gehört hat; so bete denn für den Rest, der noch vorhanden ist.
18426#Jesaja,37,5#5. Als nun die Diener des Königs Hiskia zu Jesaja kamen,
18427#Jesaja,37,6#6. sprach Jesaja zu ihnen: Saget eurem Herrn: So spricht der Herr: Fürchte dich nicht vor den Reden, die du gehört hast, mit denen die Buben des Königs von Assyrien mich gelästert haben.
18428#Jesaja,37,7#7. Siehe, ich will ihm einen Geist eingeben, dass er ein Gerücht hört und in sein Land zurückkehrt, und daselbst will ich ihn fällen durch das Schwert.
18429#Jesaja,37,8#8. Als nun der Rabsake zurückkehrte, traf er den König von Assyrien im Kampfe wider Libna; denn er hatte gehört, dass er von Lachis abgezogen war.
18430#Jesaja,37,9#9. Und er-1- hörte von Thirhaka, dem König von Äthiopien, sagen: Er ist ausgezogen, mit dir zu kämpfen. Als er das hörte, sandte er Boten zu Hiskia mit dem Auftrag: -1) d.h. Sanherib.
18431#Jesaja,37,10#10. So sollt ihr zu Hiskia, dem König von Juda, sprechen: Lass dich von deinem Gotte nicht betören, auf den du dich verlässest, indem du denkst: Jerusalem wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien gegeben werden.
18432#Jesaja,37,11#11. Du hast doch selbst gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern getan, wie sie den Bann an ihnen vollstreckt haben; und du solltest gerettet werden?
18433#Jesaja,37,12#12. Haben die Götter der Völker, die von meinen Vätern vernichtet wurden, ihre Völker gerettet: Gosan, Haran, Rezeph und die Leute von Eden zu Thelassar?
18434#Jesaja,37,13#13. Wo ist der König von Hamath und der König von Arpad, der König der Stadt Sepharwaim, von Hena und Iwa?
18435#Jesaja,37,14#14. Als Hiskia den Brief aus der Hand der Boten empfangen und gelesen hatte, ging er hinauf in das Haus des Herrn und breitete ihn vor dem Herrn aus:
18436#Jesaja,37,15#15. Und Hiskia betete zu dem Herrn:
18437#Jesaja,37,16#16. Herr der Heerscharen, du Gott Israels, der du über den Cheruben thronst, du allein bist Gott über alle Königreiche der Erde. Du hast Himmel und Erde gemacht.
18438#Jesaja,37,17#17. Neige, Herr, dein Ohr und höre! Öffne, o Herr, dein Auge und sieh! Vernimm alle Worte Sanheribs, der hierher gesandt hat, den lebendigen Gott zu höhnen.
18439#Jesaja,37,18#18. Es ist wahr, Herr: Die Könige von Assyrien haben alle Völker und ihr Land verheert
18440#Jesaja,37,19#19. und ihre Götter ins Feuer geworfen; denn das sind keine Götter, sondern Werk von Menschenhand, Holz und Stein. Darum konnten sie verderben.
18441#Jesaja,37,20#20. Und nun, o Herr, unser Gott, errette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, dass du, o Herr, allein Gott bist.
18442#Jesaja,37,21#21. Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskia und liess ihm sagen: So spricht der Herr, der Gott Israels: «Was du wegen Sanheribs, des Königs von Assyrien, zu mir gebetet hast, habe ich gehört.»
18443#Jesaja,37,22#22. Dies ist das Wort, das der Herr über ihn geredet hat: Es verachtet dich, es spottet dein die Jungfrau, die Tochter Zion; hinter dir her schüttelt das Haupt die Tochter Jerusalem.
18444#Jesaja,37,23#23. Wen hast du gehöhnt und gelästert, gegen wen hochfahrend geredet und hoch deine Augen erhoben? Wider den Heiligen Israels!
18445#Jesaja,37,24#24. Durch deine Knechte hast du den Herrn gehöhnt und gesagt: «Mit der Menge meiner Wagen ersteige ich die Höhe der Berge, die Enden des Libanon; ich schlage den Hochwald seiner Zedern und seine auserlesenen Zypressen, und ich dringe bis zu seiner höchsten Höhe, in das Dickicht seines Baumgartens.
18446#Jesaja,37,25#25. Ich grabe auf und trinke fremde Wasser und trockne aus mit meinen Fusssohlen alle Ströme Ägyptens.»
18447#Jesaja,37,26#26. Hast du es nicht gehört? Von lange her habe ich es gefügt und seit den Tagen der Vorzeit bereitet; jetzt habe ich's kommen lassen, dass du feste Städte zerstören musstest zu wüsten Steinhaufen.
18448#Jesaja,37,27#27. Und die darin wohnten, die Ohnmächtigen, erschraken und wurden zuschanden, wurden wie Kraut des Feldes und wie junges Grün, wie Gras auf den Dächern und versengtes Korn.
18449#Jesaja,37,28#Ich weiss um dein Aufstehen 28. und dein Sitzen, dein Gehen und Kommen kenne ich wohl und dein Toben wider mich.
18450#Jesaja,37,29#29. Weil du denn wider mich tobest und dein Übermut mir zu Ohren gekommen, so will ich dir einen Ring in die Nase legen und ein Gebiss ins Maul und will dich auf dem Wege zurückführen, den du gekommen bist.
18451#Jesaja,37,30#30. Und dies sei dir-1- das Zeichen: Heuer isst man, was von selbst wächst, im nächsten Jahre, was noch aus den Wurzeln wächst; im dritten Jahre aber säet und erntet, pflanzet Weinberge und esset ihre Frucht. -1) d.h. Hiskia.
18452#Jesaja,37,31#31. Und was vom Hause Juda entronnen und übriggeblieben ist, wird unten wieder Wurzel schlagen und oben Frucht ansetzen.
18453#Jesaja,37,32#32. Denn von Jerusalem wird ein Rest ausgehen und Entronnene vom Berge Zion. Der Eifer des Herrn der Heerscharen wird das tun.
18454#Jesaja,37,33#33. Darum spricht der Herr über den König von Assyrien also: Er wird nicht in diese Stadt hineinkommen und keinen Pfeil darein schiessen, mit keinem Schilde gegen sie anrücken und keinen Damm wider sie aufschütten.
18455#Jesaja,37,34#34. Auf dem Weg, den er gekommen, wird er zurückkehren, in diese Stadt aber wird er nicht hineinkommen, spricht der Herr.
18456#Jesaja,37,35#35. Und ich will diese Stadt beschirmen, dass ich ihr helfe, um meinetwillen und um meines Knechtes David willen.
18457#Jesaja,37,36#36. Da ging der Engel des Herrn aus und erschlug im Lager der Assyrer 185 000 Mann. Und am andern Morgen früh, siehe, da waren sie alle tot, lauter Leichen.
18458#Jesaja,37,37#37. Da brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und zog hinweg, kehrte heim und blieb in Ninive.
18459#Jesaja,37,38#38. Und einstmals, als er im Tempel seines Gottes Nisroch anbetete, da erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwerte; und diese flüchteten sich ins Land Ararat, König aber wurde an seiner Statt sein Sohn Asarhaddon.
18460#Jesaja,38,1#1. IN jenen Tagen wurde Hiskia todkrank; und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, kam zu ihm und sprach: So spricht der Herr: Bestelle dein Haus; denn du musst sterben und wirst nicht genesen.
18461#Jesaja,38,2#2. Da kehrte Hiskia sein Angesicht gegen die Wand, und er betete zum Herrn
18462#Jesaja,38,3#3. und sprach: Ach Herr, gedenke doch, dass ich mit Treue und ungeteiltem Herzen vor dir gewandelt bin und getan habe, was dir wohlgefällt. Und Hiskia weinte laut.
18463#Jesaja,38,4#4. Da erging das Wort des Herrn an Jesaja:
18464#Jesaja,38,5#5. Gehe hin und sage Hiskia: So spricht der Herr, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. So will ich denn noch fünfzehn Jahre zu deinem Leben hinzutun,
18465#Jesaja,38,6#6. und aus der Hand des Königs von Assyrien will ich dich und diese Stadt erretten und will diese Stadt beschirmen.
18466#Jesaja,38,7#7. Und dies sei dir das Zeichen von dem Herrn, dass der Herr dieses Wort, das er geredet hat, ausführen wird:
18467#Jesaja,38,8#8. Siehe, ich will an der Sonnenuhr des Ahas den Schatten, der abwärts gegangen ist, um zehn Stufen zurückgehen lassen. Also ging die Sonne an der Sonnenuhr um zehn Stufen, die sie abwärts gegangen war, zurück.*
18468#Jesaja,38,9#9. Ein Schriftstück Hiskias, des Königs von Juda, als er krank war und von seiner Krankheit wieder genas:
18469#Jesaja,38,10#10. Ich sprach: Im Mittag meines Lebens muss ich dahingehen, zu den Toren des Totenreichs bin ich entboten für den Rest meiner Jahre. -Ps. 102,25.
18470#Jesaja,38,11#11. Ich sprach: Ich werde den Herrn nicht mehr sehen im Lande der Lebenden, keinen Menschen mehr schauen bei den Bewohnern der Welt.
18471#Jesaja,38,12#12. Meine Hütte ist abgebrochen und fortgewandert von mir wie ein Hirtenzelt. Ausgewoben habe ich mein Leben wie ein Weber, vom Gestell schneidet er mich. Tag und Nacht gabst du mich preis, -Hiob 4,21.
18472#Jesaja,38,13#13. bis zum Morgen schrie ich um Hilfe; wie ein Löwe, so zerbrach es alle meine Gebeine.
18473#Jesaja,38,14#14. Wie eine Schwalbe, so zwitscherte ich, girrte wie eine Taube. Meine Augen tränten zur Höhe: Ach Herr, Gewalt geschieht mir, tritt für mich ein.
18474#Jesaja,38,15#15. Was sollte ich reden und zu ihm sagen, da er es getan? Verscheuchen musste ich all meinen Schlaf ob der Betrübnis meiner Seele.
18475#Jesaja,38,16#16. -1-Herr, darum harrt auf dich mein Herz; erquicke meinen Geist und lass mich genesen, lass mich gesunden! -1) Text und Üs. des Liedes V. 10-20 sind stellenweise unsicher, bes. in V. 16.
18476#Jesaja,38,17#17. Fürwahr, zum Heil ward mir die Bitternis, und du hast meine Seele bewahrt vor der Grube der Vernichtung; denn du hast hinter dich geworfen alle meine Sünden.
18477#Jesaja,38,18#18. Denn nicht lobt dich die Unterwelt, der Tod preist dich nicht; die zur Grube hinunterfahren, harren nicht auf deine Treue. -Ps. 6,6; 30,10; 115,17.
18478#Jesaja,38,19#19. Der Lebende, nur der Lebende, der lobt dich, wie ich es heute tue. Der Vater gibt den Söhnen Kunde von deiner Treue.
18479#Jesaja,38,20#20. O Herr, errette uns! So wollen wir die Saiten rühren alle Tage unsres Lebens beim Hause des Herrn!
18480#Jesaja,38,21#21. -1-Und Jesaja sprach: Man bringe ein Feigenpflaster und streiche es auf das Geschwür, dass er gesund werde. -1) gehört vermutlich zwischen V. 8 u. 9.
18481#Jesaja,38,22#22. -1-Da sprach Hiskia: Was ist das Zeichen, dass ich in das Haus des Herrn hinaufgehen werde? -1) gehört vermutlich zwischen V. 6 u. 7.
18482#Jesaja,39,1#1. ZU jener Zeit sandte Merodach-Baladan, der Sohn Baladans, der König von Babel, Boten mit Briefen und Geschenken an Hiskia; denn er hatte vernommen, dass er krank gewesen und wieder gesund geworden sei.
18483#Jesaja,39,2#2. Und Hiskia freute sich über sie und zeigte ihnen sein Schatzhaus, das Silber und das Gold, die Spezerei und das feine Öl und sein ganzes Zeughaus und alles, was sich in seinen Schatzkammern vorfand. Es war nichts in seinem Palaste und in seinem ganzen Reiche, was Hiskia sie nicht sehen liess.
18484#Jesaja,39,3#3. Da kam der Prophet Jesaja zum König Hiskia und sprach zu ihm: Was haben diese Männer gesagt? Und woher kommen sie zu dir? Hiskia antwortete: Aus fernem Lande sind sie zu mir gekommen, aus Babel.
18485#Jesaja,39,4#4. Er aber sprach: Was haben sie in deinem Hause gesehen? Hiskia antwortete: Alles, was in meinem Hause ist, haben sie gesehen; es ist nichts in meinen Schatzkammern, was ich ihnen nicht gezeigt hätte.
18486#Jesaja,39,5#5. Da sprach Jesaja zu Hiskia: Höre das Wort des Herrn der Heerscharen!
18487#Jesaja,39,6#6. Siehe, es werden Tage kommen, da wird alles, was in deinem Hause ist und was deine Väter bis heute aufgespeichert haben, nach Babel weggetragen werden; nichts wird übrigbleiben, spricht der Herr.
18488#Jesaja,39,7#7. Und von den Söhnen, die von dir abstammen werden, von deinen Sprösslingen, wird man welche nehmen, dass sie Kämmerer seien im Palast des Königs von Babel.
18489#Jesaja,39,8#8. Da sprach Hiskia zu Jesaja: Das Wort des Herrn, das du geredet hast, ist gut. Und er dachte: Es wird ja Friede und Sicherheit sein, solange ich lebe.
18490#Jesaja,40,1#1. TRÖSTET, tröstet mein Volk! spricht euer Gott.
18491#Jesaja,40,2#2. Redet Jerusalem zu Herzen und rufet ihr zu, dass ihr Frondienst vollendet, dass ihre Schuld bezahlt ist; denn sie hat von der Hand des Herrn Zwiefältiges empfangen um all ihrer Sünden willen.
18492#Jesaja,40,3#3. Horch, es ruft: In der Wüste bahnet den Weg des Herrn; machet in der Steppe eine gerade Strasse unserm Gott! -Mt. 3,3.
18493#Jesaja,40,4#4. Jedes Tal soll sich heben, und jeder Berg und Hügel soll sich senken, und das Höckerige soll zur Ebene werden und die Höhen zum Talgrund, -Jes. 49,11.
18494#Jesaja,40,5#5. dass die Herrlichkeit des Herrn sich offenbare und alles Fleisch es sehe zumal; denn der Mund des Herrn hat es geredet.
18495#Jesaja,40,6#6. Horch, es spricht: Rufe! Und ich sprach: «Was soll ich rufen? Alles Fleisch ist ja Gras und all seine Pracht wie die Blume des Feldes. -Hiob 14,2; Ps. 103,15.
18496#Jesaja,40,7#7. Das Gras verdorrt, die Blume welkt, wenn der Hauch des Herrn darüber weht.» - «Ja, Gras ist das Volk.
18497#Jesaja,40,8#8. Das Gras verdorrt, die Blume welkt; aber das Wort unsres Gottes bleibt in Ewigkeit.» -1.Petr. 1,24.25.
18498#Jesaja,40,9#9. Auf hohen Berg steige, du Freudenbotin Zion! Erhebe mit Macht deine Stimme, du Freudenbotin Jerusalem! Erhebe sie ohne Furcht! Sprich zu den Städten Judas: Siehe da, euer Gott!
18499#Jesaja,40,10#10. Siehe da, Gott der Herr, er zieht einher in Kraft, und sein Arm schafft ihm den Sieg. Siehe, die er gewonnen, kommen mit ihm; die er sich erworben, gehen vor ihm her. -Jes. 62,11.
18500#Jesaja,40,11#11. Er weidet seine Herde wie ein Hirte, sammelt sie mit seinem Arm; die Lämmer trägt er an seinem Busen, die Mutterschafe leitet er sanft.
18501#Jesaja,40,12#12. WER hat die Wasser mit der hohlen Hand gemessen und die Himmel mit der Spanne abgegrenzt? Wer hat ins Hohlmass gefasst den Staub der Erde, wer die Berge gewogen mit der Schnellwaage und die Hügel mit Waagschalen?
18502#Jesaja,40,13#13. Wer hat den Geist des Herrn gelenkt, und wer ist sein Ratgeber, der ihn unterwiese?
18503#Jesaja,40,14#14. Mit wem hat er sich beraten, dass der ihn belehrte und ihm den Pfad des Rechten zeigte, den Weg der Einsicht ihm wiese?
18504#Jesaja,40,15#15. Siehe, die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer, sind wie ein Stäublein auf der Waage geachtet. Siehe, Inseln wiegen nicht mehr als ein Sandkorn.
18505#Jesaja,40,16#16. Und der Libanon reicht nicht hin zum Brennholz, und sein Wild reicht nicht zum Opfer.
18506#Jesaja,40,17#17. Alle Völker sind vor ihm wie nichts, für nichtig und wesenlos von ihm geachtet. -Dan. 4,32.
18507#Jesaja,40,18#18. Wem wollt ihr da Gott vergleichen und was als Ebenbild ihm an die Seite stellen? -Jes. 46,5.
18508#Jesaja,40,19#19. Der Künstler giesst das Götterbild, und der Goldschmied beschlägt es mit Gold und schmelzt silberne Ketten daran.
18509#Jesaja,40,20#20. Wer nur ärmlich geben kann, wählt ein Holz, das nicht fault, und sucht sich einen geschickten Künstler, ein Bild zu fertigen, das nicht wackelt.
18510#Jesaja,40,21#21. Wisst ihr es nicht, hört ihr es nicht? Ist es euch nicht von Anfang her verkündet? Habt ihr es nicht begriffen von der Gründung der Erde her?
18511#Jesaja,40,22#22. Der da thront über dem Kreis der Erde, dass ihre Bewohner wie Heuschrecken sind, der den Himmel ausbreitet wie einen Flor und ihn ausspannt wie ein Zelt zum Wohnen, -Ps. 104,2.
18512#Jesaja,40,23#23. der da Fürsten zunichte macht und Richter der Erde wandelt zu nichts -
18513#Jesaja,40,24#24. kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum wurzelt ihr Stamm in der Erde, so bläst er sie an, und sie verdorren, und wie Stoppeln trägt sie der Sturm davon -:
18514#Jesaja,40,25#25. wem wollt ihr mich vergleichen, dass ich wäre wie er? spricht der Heilige.
18515#Jesaja,40,26#26. Erhebt eure Augen zur Höhe und schaut: Wer hat jene geschaffen? Er, der ihr Heer herausführt nach der Zahl, sie alle mit Namen ruft. Ihm, der gross ist an Kraft und stark an Macht, bleibt nicht eines aus. -Ps. 147,4.5.
18516#Jesaja,40,27#27. Warum denn sagst du, Jakob, und sprichst du, Israel: «Mein Geschick ist dem Herrn verborgen, und mein Recht entgeht meinem Gott»?
18517#Jesaja,40,28#28. Weisst du es nicht; oder hast du es nicht gehört: Ein Ewiger Gott ist der Herr, der die Enden der Erde geschaffen! Er wird nicht müde noch matt, unerforschlich ist seine Einsicht;
18518#Jesaja,40,29#29. er gibt dem Müden Kraft und dem Ohnmächtigen mehrt er die Stärke.
18519#Jesaja,40,30#30. Jünglinge werden müde und matt, Krieger straucheln und fallen;
18520#Jesaja,40,31#31. aber die auf den Herrn harren, empfangen immer neue Kraft, dass ihnen Schwingen wachsen wie Adlern, dass sie laufen und nicht ermatten, dass sie wandeln und nicht müde werden.
18521#Jesaja,41,1#1. HÖRET mir schweigend zu, ihr Inseln, und ihr Völker, harret meiner Unterweisung! Tretet herzu und alsdann redet! Zusammen lasst uns zum Rechtsstreit nahen!
18522#Jesaja,41,2#2. Wer hat ihn vom Aufgang her erweckt, dem Sieg begegnet auf Schritt und Tritt? der Völker vor sich niederwirft und Könige stürzt? Wie Staub macht sie sein Schwert, wie zerstiebende Stoppeln sein Bogen; -Jes. 45,1; 48,15.
18523#Jesaja,41,3#3. er jagt ihnen nach, fährt sicher einher, den Pfad berührt er nicht mit seinen Füssen.
18524#Jesaja,41,4#4. Wer hat es gewirkt und getan? Der die Geschlechter von Anbeginn rief, ich, der Herr, der ich der Erste und bei den Letzten derselbe bin. -Jes. 44,6; 48,12; Offb. 1,8.17.
18525#Jesaja,41,5#5. Es schauten's die Inseln und schauderten; die Enden der Erde erschraken, sie nahten herzu und kamen zumal.
18526#Jesaja,41,6#6. Einer hilft dem andern und sagt zum Genossen: Frisch zu!
18527#Jesaja,41,7#7. Und der Künstler ermuntert den Goldschmied, und der mit dem Hammer glättet, den, der auf den Ambos schlägt. Gut So! sagt er von der Lötung und befestigt es-1- mit Nägeln, dass es nicht wackle.* -1) d.h. das Götterbild.
18528#Jesaja,41,8#8. Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, mein Auserwählter, du Spross Abrahams, meines Freundes,
18529#Jesaja,41,9#9. du, den ich geholt von den Enden der Erde, von ihren Säumen berufen habe, zu dem ich sprach: Mein Knecht bist du, ich habe dich erwählt, dich nicht verschmäht - -5.Mo. 7,6; 14,2; Ps. 135,4; Jes. 44,1.
18530#Jesaja,41,10#10. fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Blicke nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ja ich helfe dir; ich halte dich mit meiner sieghaften Rechten.
18531#Jesaja,41,11#11. Siehe, zu Spott und Schanden werden alle, die wider dich entbrannt sind; es werden zunichte und gehen zugrunde die Männer, die mit dir hadern. -2.Mo. 23,22.
18532#Jesaja,41,12#12. Du wirst sie suchen und nicht mehr finden, die Männer, die mit dir zanken; es werden zunichte und vergehen die Männer, die wider dich streiten.
18533#Jesaja,41,13#13. Denn ich, der Herr, bin dein Gott, der deine Rechte fasst, der zu dir spricht: Fürchte dich nicht; ich helfe dir.
18534#Jesaja,41,14#14. Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, du winzige Made Israel; ich helfe dir, spricht der Herr, und dein Erlöser ist der Heilige Israels.
18535#Jesaja,41,15#15. Siehe, ich mache dich zum Dreschschlitten, scharf und neu, mit vielen Schneiden; Berge wirst du dreschen und zermalmen, und Hügel wirst du zu Spreu machen.
18536#Jesaja,41,16#16. Du wirst sie worfeln, und der Wind wird sie entführen, der Sturm sie zerstreuen; du aber wirst jubeln über den Herrn, des Heiligen Israels wirst du dich rühmen.
18537#Jesaja,41,17#17. Wenn die Elenden und Armen Wasser suchen und keines finden und ihre Zunge verdorrt vor Durst: Ich, der Herr, erhöre sie; ich, der Gott Israels, verlasse sie nicht.
18538#Jesaja,41,18#18. Ich öffne Ströme auf kahlen Höhen und Brunnen inmitten der Täler; ich mache die Wüste zum Wasserteich und dürres Land zu Wasserquellen. -Jes. 35,7; 43,19; Ps. 107,35.
18539#Jesaja,41,19#19. Ich setze Zedern in die Wüste, Akazien, Myrten und Ölbäume; ich pflanze Zypressen in der Steppe, Platanen und Buchsbäume dazu,
18540#Jesaja,41,20#20. damit sie sehen und erkennen zumal, zu Herzen fassen und inne werden, dass die Hand des Herrn dies getan hat, dass der Heilige Israels es geschaffen.
18541#Jesaja,41,21#21. Bringet her, die für euch streiten, spricht der Herr; schafft herbei eure Götzen, spricht der König Jakobs.
18542#Jesaja,41,22#22. Sie mögen herzutreten und uns kundtun, was sich begeben wird! Das Frühere, was ist es? saget an, dass wir es zu Herzen nehmen, oder das Künftige lasst uns hören, dass wir auf seinen Ausgang merken.
18543#Jesaja,41,23#23. Saget an, was hernach kommen wird, damit wir erkennen, dass ihr Götter seid. Ja, schaffet doch etwas, es sei gut oder böse, dass wir staunen und es schauen zumal.
18544#Jesaja,41,24#24. Seht, ihr seid nichts, und euer Tun ist nichts; ein Greuel, wer euch erwählt!
18545#Jesaja,41,25#25. Von Norden her habe ich einen erweckt, und er kam - vom Aufgang der Sonne ihn, der meinen Namen anruft; und er zertrat Fürsten wie Lehm, dem Töpfer gleich, der den Ton zerstampft. -V. 2; Jes. 45,1; 46,11; 48,14.15.
18546#Jesaja,41,26#26. Wer hat das von Anfang an verkündet, dass wir es wussten, und von längsther, dass wir sagten: «Er hat recht»? Keiner hat es verkündet, keiner es hören lassen; keiner hat Worte von euch vernommen.
18547#Jesaja,41,27#27. Als erster habe ich es Zion verkündet und Jerusalem einen Freudenboten gegeben. -Jes. 40,9.
18548#Jesaja,41,28#28. Und ich sehe mich um, doch da ist niemand; keiner von diesen da weiss Rat, dass ich sie fragen könnte und sie mir Antwort gäben.
18549#Jesaja,41,29#29. Siehe, sie alle sind nichts, nichtig sind ihre Werke, Luft und Leere ihre Bilder.
18550#Jesaja,42,1#1. SIEHE da mein Knecht, an dem ich festhalte, mein Erwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, dass er die Wahrheit unter die Völker hinaustrage. -Mt. 3,17; 12,18-21.
18551#Jesaja,42,2#2. Er wird nicht schreien noch rufen, noch seine Stimme hören lassen auf der Gasse.
18552#Jesaja,42,3#3. Geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen und glimmenden Docht nicht auslöschen; in Treuen trägt er die Wahrheit hinaus.
18553#Jesaja,42,4#4. Er selbst erlischt nicht und bricht nicht zusammen, bis dass er auf Erden die Wahrheit begründet und seiner Weisung die fernsten Gestade harren.
18554#Jesaja,42,5#5. So spricht Gott, der Herr, der die Himmel geschaffen und ausgespannt, der die Erde befestigt samt ihrem Gespross, der Odem gibt dem Menschengeschlecht auf ihr und Lebenshauch denen, die über sie hinwandeln.
18555#Jesaja,42,6#6. Ich, der Herr, habe dich in Treuen berufen und bei der Hand gefasst, ich habe dich gebildet und zum Bundesmittler für das Menschengeschlecht, zum Lichte der Völker gemacht, -Jes. 49,6.8.
18556#Jesaja,42,7#7. blinde Augen aufzutun, Gebundene herauszuführen aus dem Gefängnis, und die in der Finsternis sitzen, aus dem Kerker. -Jes. 35,5; 61,1.
18557#Jesaja,42,8#8. Ich bin der Herr, das ist mein Name, und ich will meine Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den Götzen. -Jes. 48,11.
18558#Jesaja,42,9#9. Das Frühere, siehe, es ist eingetroffen, und Neues tue ich kund; noch ehe es sprosst, lasse ich es euch hören. -Jes. 48,5.6.
18559#Jesaja,42,10#10. Singet dem Herrn ein neues Lied, preiset ihn bis ans Ende der Erde! Es brause das Meer und was darin ist, die Inseln und die sie bewohnen! -Ps. 33,3.
18560#Jesaja,42,11#11. Es juble die Wüste und die sie durchziehen, die Gehöfte, die Kedar bewohnt; es sollen frohlocken die Felsenbewohner und von der Höhe der Berge her jauchzen.
18561#Jesaja,42,12#12. Dem Herrn sollen sie Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln verkünden.
18562#Jesaja,42,13#13. Der Herr zieht aus wie ein Held, wie ein Kriegsmann weckt er die Kampflust; er erhebt den Schlachtruf, das Kriegsgeschrei, zeigt sich als Held wider seine Feinde.
18563#Jesaja,42,14#14. Ich habe lange geschwiegen, bin stille gewesen, habe an mich gehalten - jetzt will ich schreien wie die Gebärende, will schnauben und schnappen zumal.
18564#Jesaja,42,15#15. Austrocknen will ich Berge und Hügel und all ihr Gras verdorren lassen, will Ströme zu Steppen machen und Seen trockenlegen.
18565#Jesaja,42,16#16. Blinden will ich Führer sein auf dem Wege, auf Pfaden sie leiten, die sie nicht kannten, will die Finsternis vor ihnen her zum Lichte machen und holprigen Grund zum flachen Felde. Dies sind die Dinge, die ich tue und nicht aufgebe. -Jes. 40,4.
18566#Jesaja,42,17#17. Es weichen zurück und werden zuschanden, die auf Götzen vertrauen, die zu Gussbildern sagen: Ihr seid unsre Götter! -Jes. 44,11; 45,16; Ps. 97,7.
18567#Jesaja,42,18#18. Ihr Tauben, höret, und ihr Blinden, schauet her und sehet!
18568#Jesaja,42,19#19. Wer ist blind, wenn nicht mein Knecht, und taub wie mein Bote, den ich sende? Wer ist blind wie der Gottgeweihte und taub wie der Knecht des Herrn? -Jes. 41,8.
18569#Jesaja,42,20#20. Viel hast du gesehen, doch nicht beachtet, hast mit geöffneten Ohren nicht gehört. -Jes. 6,10.
18570#Jesaja,42,21#21. Dem Herrn gefiel es um seiner Treue willen, grosse und herrliche Lehre zu geben.
18571#Jesaja,42,22#22. Aber nun ist es ein beraubtes und ausgeplündertes Volk, verstrickt in Höhlen zumal und in Kerkern versteckt, zum Raube geworden, und kein Retter war da, der Plünderung verfallen, und niemand sprach: Gib zurück!
18572#Jesaja,42,23#23. Wer unter euch will darauf horchen, aufmerken und hören für die Zukunft?
18573#Jesaja,42,24#24. Wer gab Jakob dem Plünderer preis und Israel den Räubern? Ist's nicht der Herr, wider den wir gesündigt haben, auf dessen Wegen sie nicht wandeln wollten und auf dessen Gesetz sie nicht hörten? -Dan. 9,5.
18574#Jesaja,42,25#25. Wer goss aus über Israel seinen Zorn und furchtbare Kriegsnot, dass sie ihn rings umloderte - doch er wurde nicht weise - und ihn versengte - doch er nahm's nicht zu Herzen -?
18575#Jesaja,43,1#1. NUN aber spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich erlöse dich; ich rufe dich bei deinem Namen, mein bist du! -Jes. 44,2.
18576#Jesaja,43,2#2. Wenn du durch Wasser gehst - ich bin mit dir; wenn durch Ströme - sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durch Feuer schreitest, wirst du dich nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen. -2.Mo. 14,21; Ps. 66,12; Dan. 3,25.
18577#Jesaja,43,3#3. Denn ich, der Herr, bin dein Gott, ich, der Heilige Israels, dein Retter. Ich gebe Ägypten als Lösegeld für dich, Äthiopien und Saba an deiner Statt.
18578#Jesaja,43,4#4. Dieweil du teuer bist in meinen Augen, wertgeachtet, und ich dich liebhabe, gebe ich Länder für dich hin und Völker für dein Leben.
18579#Jesaja,43,5#5. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Vom Aufgang will ich deine Kinder heimführen und vom Niedergang her dich sammeln, -Jer. 30,10; 46,27.
18580#Jesaja,43,6#6. will zum Norden sprechen: «Gib her!» und zum Süden: «Halte nicht zurück! Bringe heim meine Söhne aus der Ferne und meine Töchter von den Enden der Erde,
18581#Jesaja,43,7#7. sie alle, die meinen Namen tragen und die ich zu meiner Ehre geschaffen und gebildet habe.»
18582#Jesaja,43,8#8. Man führe es vor, das blinde Volk, das doch Augen hat, und die Tauben, die doch Ohren haben.
18583#Jesaja,43,9#9. Alle Völker mögen sich versammeln und zusammenkommen die Nationen! Wer unter ihnen verkündet solches? Das Frühere möge er uns hören lassen! Sie mögen ihre Zeugen stellen, dass sie Recht behalten; die sollen hören und sagen: Es ist wahr. -Jes. 41,22.
18584#Jesaja,43,10#10. Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, und mein Knecht, den ich erwählt habe, damit sie zur Einsicht kommen und an mich glauben und erkennen, dass ich es bin. Vor mir ist kein Gott gewesen, und nach mir wird keiner sein. -Jes. 44,8; 45,21.
18585#Jesaja,43,11#11. Ich, ich bin der Herr, und ausser mir ist kein Helfer.
18586#Jesaja,43,12#12. Ich habe Heil verkündet und es geschaffen, habe es hören lassen; kein fremder (Gott) war unter euch. Und ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, und ich bin Gott.
18587#Jesaja,43,13#13. Auch hinfort bin ich derselbe, und niemand rettet aus meiner Hand. Ich tue es - wer will es wenden?
18588#Jesaja,43,14#14. So spricht der Herr, euer Erlöser, der Heilige Israels: Um euretwillen entsende ich nach Babel und jage hinunter als Flüchtlinge sie alle und die Chaldäer in den Schiffen ihres Jubels,
18589#Jesaja,43,15#15. ich, der Herr, euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König.
18590#Jesaja,43,16#16. So spricht der Herr, der einen Weg bahnte im Meere und einen Pfad in mächtigen Wassern, -2.Mo. 14,21; Jos. 3,16.
18591#Jesaja,43,17#17. der ausziehen liess Wagen und Rosse, Streitmacht und Gewaltige zumal - da liegen sie, stehen nimmer auf, sind ausgelöscht, wie ein Docht verglommen -: -2.Mo. 14,28.
18592#Jesaja,43,18#18. Gedenket nicht mehr der früheren Dinge, und des Vergangenen achtet nicht.
18593#Jesaja,43,19#19. Siehe, nun schaffe ich Neues; schon sprosst es, gewahrt ihr es nicht? Ja, ich lege durch die Wüste einen Weg und Ströme durch die Einöde.
18594#Jesaja,43,20#20. Mich werden ehren die Tiere des Feldes, Schakale und Strausse; denn ich schaffe in der Wüste Wasser und Ströme in der Einöde, damit ich tränke mein erwähltes Volk,
18595#Jesaja,43,21#21. das Volk, das ich mir gebildet habe. Meinen Ruhm werden sie verkünden.
18596#Jesaja,43,22#22. Doch nicht mich hast du angerufen, Jakob, nicht um mich dich gemüht, Israel,
18597#Jesaja,43,23#23. hast mir nicht dargebracht die Schafe deiner Brandopfer, mit deinen Schlachtopfern mich nicht geehrt. Mit Speisopfern habe ich dich nicht beschwert, habe dich nicht bemüht um Weihrauch.
18598#Jesaja,43,24#24. Du hast für mich nicht Würzrohr gekauft um Silber, mit dem Fett deiner Opfer mich nicht gelabt. Nein, du hast mich belästigt mit deinen Sünden, mir Mühe gemacht mit all deiner Verschuldung.
18599#Jesaja,43,25#25. Ich, ich tilge deine Missetaten um meinetwillen, und deiner Sünden will ich nimmermehr gedenken.
18600#Jesaja,43,26#26. Erinnere mich, wir wollen miteinander rechten; zähle du auf, dass du Recht behaltest. -Jes. 1,18.
18601#Jesaja,43,27#27. Schon dein Urahn hat gesündigt, und deine Vertreter brachen mir die Treue.
18602#Jesaja,43,28#28. So musste ich entweihen die heiligen Fürsten, Jakob dem Banne preisgeben und Israel den Schmähungen.
18603#Jesaja,44,1#1. NUN aber höre, Jakob, mein Knecht, du, Israel, den ich erwählt habe!
18604#Jesaja,44,2#2. So spricht der Herr, der dich geschaffen, der dich gebildet von Mutterschoss an, dein Helfer: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, du Jeschurun-1-, den ich erwählt; -5.Mo. 32,15.   1) d.h. Israel.
18605#Jesaja,44,3#3. denn ich giesse Wasser auf durstiges Land und rieselnde Bäche über das Trockene. Ich giesse meinen Geist aus über deine Kinder und meinen Segen über deine Sprösslinge, -Joel 2,28.
18606#Jesaja,44,4#4. und sie werden sprossen wie Gras zwischen Wassern, wie Weiden an Wasserbächen.
18607#Jesaja,44,5#5. Da wird der eine sprechen: «Ich bin des Herrn», ein andrer wird sich mit dem Namen Jakobs nennen; und wieder einer schreibt auf seine Hand «Dem Herrn eigen» und empfängt den Ehrennamen Israel.
18608#Jesaja,44,6#6. So spricht der Herr, der König Israels und  sein Erlöser, der Herr der Heerscharen: Ich bin der Erste und ich der Letzte, und ausser mir ist kein Gott. -Jes. 41,4.
18609#Jesaja,44,7#7. Wer ist wie ich? Er trete auf und rufe, tue es kund und lege es mir dar! Wer liess von Urzeit an das Künftige hören? Was kommen wird, sie mögen es uns kundtun! -Jes. 41,22.
18610#Jesaja,44,8#8. Erschrecket nicht und fürchtet euch nicht! Habe ich's euch nicht längst schon gemeldet und kundgetan? Und ihr seid meine Zeugen! Ist ein Gott ausser mir? ist ein Fels? Ich weiss keinen. -Jes. 43,10; 5.Mo. 32,39; 1.Sam. 2,2.
18611#Jesaja,44,9#9. Die Bildner der Götzen sind allzumal nichtig, und ihre Lieblinge sind nichts nütze, und ihre Zeugen sehen und merken nichts; denn sie sollen zuschanden werden.
18612#Jesaja,44,10#10. Wer formt auch einen Gott und giesst ein Bild, dass es nichts nütze?
18613#Jesaja,44,11#11. Siehe, alle seine Genossen werden zuschanden, und seine Werkmeister sind ja nur Menschen. Mögen sie alle sich versammeln und auftreten: sie werden erschrecken, zuschanden werden zumal. -Jes. 42,17; 45,16; Ps. 97,7.
18614#Jesaja,44,12#12. Der Eisenschmied macht es in der Kohlenglut und formt es mit Hämmern, arbeitet es aus mit starkem Arm; er hungert sogar, sodass er kraftlos wird, und trinkt kein Wasser, sodass er ermattet.
18615#Jesaja,44,13#13. Der Zimmermann spannt die Richtschnur aus, zeichnet den Umriss mit dem Stifte, führt es aus mit den Schnitzmessern und mit dem Zirkel nach dem Bild eines Mannes, einem stattlichen Menschen gleich, ein Haus zu bewohnen.
18616#Jesaja,44,14#14. Er fällt sich Zedern, er nimmt eine Steineiche oder sonst eine Eiche und lässt sie für sich stark werden unter den Bäumen des Waldes. Er pflanzt eine Esche, und der Regen macht sie gross, -Jer. 10,3.
18617#Jesaja,44,15#15. dass sie dem Menschen als Brennholz diene; und er nimmt davon und wärmt sich. Teils heizt er damit, um Brot zu backen, teils macht er daraus einen Gott und wirft sich nieder, formt es zum Bilde und kniet vor ihm.
18618#Jesaja,44,16#16. Die Hälfte verbrennt er im Feuer, auf den Kohlen brät er Fleisch, isst einen Braten und sättigt sich; auch wärmt er sich und spricht: Ha, mir ist schön warm; ich spüre das Feuer.
18619#Jesaja,44,17#17. Und den Rest macht er zu einem Gott, zu einem Bilde und kniet vor ihm, wirft sich nieder und fleht zu ihm: Rette mich, denn du bist mein Gott!
18620#Jesaja,44,18#18. Sie erkennen es nicht und sehen's nicht ein; denn ihre Augen sind verklebt, dass sie nicht sehen, und ihr Herz ist verstockt, dass sie nicht klug werden.
18621#Jesaja,44,19#19. Man überlegt sich's nicht, hat weder Einsicht noch Verstand, dass man dächte: Die Hälfte habe ich im Feuer verbrannt und auf den Kohlen Brot gebacken, Fleisch gebraten und gegessen; und den Rest sollte ich zu einem Greuel machen, vor einem Holzklotz sollte ich knieen?
18622#Jesaja,44,20#20. Wer sich mit Asche abgibt, den hat ein betrogenes Herz verführt; er rettet nicht seine Seele, noch überlegt er: Ist's nicht Trug, woran ich mich halte?
18623#Jesaja,44,21#21. Denke daran, Jakob, und Israel, denn du bist mein Knecht! Ich habe dich geschaffen, mein Knecht bist du! Israel, vergiss meiner nicht!
18624#Jesaja,44,22#22. Ich habe deine Missetaten weggefegt wie eine Wolke, und wie einen Nebel deine Sünden. Kehre wieder zu mir, denn ich habe dich losgekauft. -Ps. 103,3.
18625#Jesaja,44,23#23. Frohlocket, ihr Himmel, denn der Herr hat's getan! Jauchzet, ihr Tiefen der Erde! Brechet in Jubel aus, ihr Berge, du Wald mit all deinen Bäumen! Denn der Herr hat Jakob losgekauft, und an Israel verherrlicht er sich. -Jes. 49,13; Ps. 96,11.12.
18626#Jesaja,44,24#24. So spricht der Herr, dein Erlöser, der dich vom Mutterschoss an gebildet: Ich bin der Herr, der alles gemacht, der die Himmel ausgespannt ganz allein, der die Erde gegründet - wer war bei mir? - -Jes. 45,12.
18627#Jesaja,44,25#25. der die Zeichen der Lügner vereitelt und die Wahrsager zu Toren macht, der schafft, dass die Weisen abziehen müssen und ihr Wissen zur Narrheit wird;
18628#Jesaja,44,26#26. der das Wort seiner Knechte erfüllt und den Plan vollführt, den seine Boten verkünden; der zu Jerusalem spricht: «Werde bewohnt!» und zu den Städten Judas: «Werdet wieder gebaut!» und ihre Trümmer richte ich auf;
18629#Jesaja,44,27#27. der zu der Tiefe spricht: «Versiege!» und deine Ströme trockne ich aus;
18630#Jesaja,44,28#28. der zu Cyrus spricht: «Mein Hirte!» und all mein Vorhaben soll er vollführen und zu Jerusalem sagen: «Werde gebaut!» und zum Tempel: «Werde gegründet!» -2.Chr. 36,22.23; Esra 1,1.2.
18631#Jesaja,45,1#1. SO spricht der Herr zu Cyrus, seinem Gesalbten: Du, den ich bei der Rechten ergriffen, dass ich Völker vor dir niederwerfe und die Lenden von Königen entgürte, dass ich Türen vor dir auftue und dass Tore nicht geschlossen bleiben -
18632#Jesaja,45,2#2. ich will vor dir her ziehen und Berge eben machen, will eherne Türen zerbrechen und eiserne Riegel zerschlagen.
18633#Jesaja,45,3#3. Ich will dir verborgene Schätze geben und versteckte Reichtümer, damit du erkennest, dass ich es bin, der Herr, der dich bei deinem Namen gerufen, der Gott Israels.
18634#Jesaja,45,4#4. Um meines Knechtes Jakob, um Israels, meines Erwählten, willen habe ich dich bei deinem Namen gerufen, dir einen Ehrennamen gegeben, ohne dass du mich kanntest.
18635#Jesaja,45,5#5. Ich bin der Herr, und keiner sonst; ausser mir ist kein Gott. Ich habe dich gegürtet, ohne dass du mich kanntest, -Jes. 44,6; 46,9.
18636#Jesaja,45,6#6. damit sie erkennen vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang, dass keiner ist ausser mir. Ich, der Herr, und keiner sonst,
18637#Jesaja,45,7#7. der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe, der ich Heil wirke und Unheil schaffe, ich bin's, der Herr, der dies alles wirkt. -Kla. 3,38; Amos 3,6.
18638#Jesaja,45,8#8. Träufelt, ihr Himmel, von oben, und die Wolken sollen strömen von Recht! Die Erde tue sich auf, und es sprosse Heil, und Segen wachse zumal! Ich, der Herr, habe es geschaffen.
18639#Jesaja,45,9#9. Wehe dem, der mit seinem Schöpfer hadert, er, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht auch der Ton zum Töpfer: «Was schaffst du da?» und das Werk (zum Werkmeister): «Du hast keine Hände»? -Jes. 29,16; 64,8; Jer. 18,6; Röm. 9,20.
18640#Jesaja,45,10#10. Wehe dem, der zum Vater spricht: «Warum zeugst du?» und zum Weibe: «Warum gebierst du?»
18641#Jesaja,45,11#11. So spricht der Herr, der Heilige Israels und sein Schöpfer: Ihr wollt mich zur Rede stellen wegen meiner Söhne und wegen des Werks meiner Hände mir Vorschriften machen?
18642#Jesaja,45,12#12. Ich habe die Erde gemacht und Menschen auf ihr geschaffen, meine Hände haben den Himmel ausgespannt, ich habe all sein Heer bestellt. -Jes. 44,24.
18643#Jesaja,45,13#13. Ich habe ihn-1- erweckt in Treuen und ebne alle seine Wege. Er wird meine Stadt aufbauen und meine Gefangenen freilassen ohne Kaufpreis und ohne Geschenk, spricht der Herr der Heerscharen. -Jes. 44,28; 2.Chr. 36,22.23; Esra 1,1.2.   1) d.h. Cyrus.
18644#Jesaja,45,14#14. So spricht der Herr: Der Erwerb Ägyptens und der Gewinn Äthiopiens und die Sabäer, die hochgewachsenen, werden zu dir hinüberkommen und dein eigen sein, werden hinter dir in Ketten einherziehen, vor dir niederfallen und zu dir flehen: Nur bei dir ist Gott und nirgends sonst, keine Gottheit ausserdem.
18645#Jesaja,45,15#15. Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, der Gott Israels, ein Erretter!
18646#Jesaja,45,16#16. Zuschanden sind geworden, mit Schmach bedeckt all seine Widersacher, insgesamt dahingegangen in Schmach die Götzenschmiede. -Jes. 44,11.
18647#Jesaja,45,17#17. Israel ward durch den Herrn errettet, errettet für alle Zeit; ihr werdet nicht zuschanden, nicht mit Schmach bedeckt werden in Ewigkeit.
18648#Jesaja,45,18#18. DENN so spricht der Herr, der die Himmel geschaffen, er, der alleinige Gott, der die Erde gebildet und der sie gemacht, der sie befestigt hat - nicht zur Öde hat er sie erschaffen, zum Wohnen hat er sie gebildet -: Ich bin der Herr und keiner sonst. -Jes. 42,5.
18649#Jesaja,45,19#19. Nicht im Verborgenen habe ich geredet, an einem Orte finsteren Landes, nicht gesagt zum Geschlechte Jakobs: Suchet mich umsonst. Ich, der Herr, rede, was wahr, und verkünde, was richtig ist. -Jes. 48,16.
18650#Jesaja,45,20#20. Versammelt euch und kommet herbei, allzumal tretet herzu, ihr Entronnenen unter den Völkern! Sie haben keine Einsicht, die da einhertragen ihre hölzernen Götzen, die da flehen zu einem Gott, der nicht helfen kann.
18651#Jesaja,45,21#21. Saget an und bringet vor - ja, sie mögen zusammen beraten -: Wer hat solches vorlängst zu wissen getan, vor alters schon es verkündet? Bin nicht ich es, der Herr? und es ist keiner sonst, kein Gott ausser mir, ein wahrhaftiger rettender Gott ist nicht neben mir!
18652#Jesaja,45,22#22. Wendet euch zu mir und lasst euch retten, alle Enden der Erde, denn ich bin Gott und keiner sonst.
18653#Jesaja,45,23#23. Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Munde ist Wahrheit ausgegangen, ein Wort, das nicht rückgängig wird: Mir wird sich beugen jedes Knie, mir Treue schwören jede Zunge
18654#Jesaja,45,24#24. und sprechen: Nur in dem Herrn ist Heil und Stärke. Zu ihm werden kommen und sich schämen alle, die wider ihn zürnten.
18655#Jesaja,45,25#25. Im Herrn wird Heil erlangen und frohlocken das ganze Geschlecht Israels.
18656#Jesaja,46,1#1. BEL bricht zusammen, es krümmt sich Nebo; ihre Bilder werden dem Lastvieh aufgelegt, aufgeladen als Bürde dem müden Saumtier.-1-* -1) freie Üs.
18657#Jesaja,46,2#2. Allzumal krümmen sie sich, brechen zusammen, vermögen die Last nicht zu retten, und sie selbst wandern in die Gefangenschaft.
18658#Jesaja,46,3#3. Höret auf mich, du Haus Jakob, und alle, die ihr vom Hause Israel übrig seid, die ihr von Mutterschoss an (von mir) getragen und von Geburt an gehegt worden seid:
18659#Jesaja,46,4#4. Bis in euer Alter bin ich derselbe, und bis ihr grau werdet, trage ich (euch). Ich habe es getan, und ich werde es tun, ich will tragen und erretten. -5.Mo. 1,31; Hos. 11,3.
18660#Jesaja,46,5#5. Wem wollt ihr mich zur Seite stellen, wem mich vergleichen? Wem wollt ihr mich ähnlich machen, dass wir uns glichen? -Jes. 40,18.
18661#Jesaja,46,6#6. Die da Gold aus dem Beutel schütten und Silber darwägen mit der Waage, sie bestellen einen Goldschmied, dass er daraus einen Gott mache, fallen nieder und beten an.
18662#Jesaja,46,7#7. Sie heben ihn auf die Schulter, tragen ihn hin und setzen ihn nieder an seinen Ort; da steht er nun und rührt sich nicht von der Stelle. Man schreit auch zu ihm, doch er antwortet nicht, hilft einem nicht aus der Not. -1.Kön. 18,26.
18663#Jesaja,46,8#8. Denket daran und ermannet euch, ihr Abtrünnigen, nehmt es zu Herzen!
18664#Jesaja,46,9#9. Gedenket des Frühern, wie es von Urzeit an war. Ich bin Gott und keiner sonst, bin Gottheit, es gibt nicht meinesgleichen, -Jes. 44,6; 45,5.
18665#Jesaja,46,10#10. der ich von Anfang den Ausgang verkündet, von längsther, was noch ungeschehen war; der ich sage: Mein Ratschluss erfüllt sich, und all mein Vorhaben führe ich aus; -Spr. 19,21.
18666#Jesaja,46,11#11. der ich vom Aufgang den Stossvogel rief, aus fernem Lande den Mann meines Plans. Ich habe es geredet, ich lasse es kommen; ich habe es entworfen, ich führe es aus. -Jes. 41,2.25; 44,28.
18667#Jesaja,46,12#12. Höret auf mich, ihr Verzagten, die ihr fern seid vom Heil:
18668#Jesaja,46,13#13. Schon lasse ich nahen mein Heil, es ist nicht fern, und meine Rettung wird nicht verziehen. Ich schaffe Rettung in Zion für Israel, meine Zier.
18669#Jesaja,47,1#1. STEIGE herab und setze dich in den Staub, Jungfrau, Tochter Babel! Setze dich zur Erde ohne Thron, Tochter der Chaldäer! Fürder nennt man dich nicht mehr die Zarte, die Üppige. -Jes. 13.
18670#Jesaja,47,2#2. Nimm die Mühle und mahle Mehl; decke auf deinen Schleier, hebe hoch die Schleppe, entblösse den Schenkel, durchwate Ströme!
18671#Jesaja,47,3#3. Deine Blösse werde aufgedeckt und offenbar deine Schande! Rache nehme ich, unerbittlich, -Nah. 3,5.
18672#Jesaja,47,4#spricht 4. unser Erlöser; Herr der Heerscharen ist sein Name, der Heilige Israels.
18673#Jesaja,47,5#5. Setze dich schweigend hin, geh in die Finsternis, Tochter der Chaldäer! Fürder nennt man dich nicht mehr Herrin der Reiche.
18674#Jesaja,47,6#6. Ich war erzürnt auf mein Volk, entweihte mein Erbe, gab sie in deine Hand; du hast ihnen kein Erbarmen bewiesen, hast auch dem Greise aufgelegt dein schweres Joch. -Sach. 1,15.
18675#Jesaja,47,7#7. Du sprachst: Ewig werde ich bleiben, Herrin für immer! Nicht nahmst du dir dies zu Herzen, dachtest nicht an den Ausgang.
18676#Jesaja,47,8#8. So höre nun dies, du Üppige, die da sorglos thront, die da spricht in ihrem Herzen: «Ich und niemand sonst! Ich werde nicht sitzen als Witwe, nicht kinderlos werden.» -Zeph. 2,15; Offb. 18,7.
18677#Jesaja,47,9#9. Beides wird über dich kommen, plötzlich, an einem Tag: kinderlos wirst du und Witwe, voll kommt's über dich, ob auch deiner Zauberei gar viel ist und stark deine Beschwörung,
18678#Jesaja,47,10#10. und ob du gleich auf deine Bosheit vertrautest und dachtest: Es sieht mich keiner! Deine Weisheit und Wissenschaft, die hat dich verführt, dass du in deinem Herzen sprachst: Ich und niemand sonst!
18679#Jesaja,47,11#11. Aber Unheil wird über dich kommen - du weisst es nicht zu bannen; Verderben wird dich überfallen - du kannst es nicht wenden. Verwüstung wird über dich kommen, urplötzlich, ehe du's ahnst.
18680#Jesaja,47,12#12. Tritt doch her mit deiner Beschwörung, mit all deiner Zauberei, womit du dich abgemüht seit deiner Jugend! Vielleicht vermagst du zu helfen, vielleicht jagst du Schrecken ein.
18681#Jesaja,47,13#13. Du hast dich abgequält mit all deinen Ratgebern - sie mögen herzutreten! Es mögen dir helfen, die den Himmel einteilen, nach den Sternen schauen, die Neumond um Neumond kundtun, was über dich kommen wird.
18682#Jesaja,47,14#14. Siehe, sie sind wie Stoppeln, das Feuer verbrennt sie; sie retten ihr Leben nicht aus der Gewalt der Flamme - es ist keine Kohle, um sich zu wärmen, kein Feuer, davor zu sitzen.
18683#Jesaja,47,15#15. So geht dir's mit deinen Zauberern, um die du dich mühtest, seit deiner Jugend. Ein jeder taumelt nach seiner Seite; keiner, der dich rettet!
18684#Jesaja,48,1#1. HÖRET dies, Haus Jakob, die sich mit dem Namen Israel nennen und aus den Wassern Judas entspringen, die bei dem Namen des Herrn schwören und zum Gott Israels sich bekennen - doch nicht in Wahrheit, nicht aufrichtig -;
18685#Jesaja,48,2#2. sie nennen sich ja nach der heiligen Stadt und stützen sich auf den Gott Israels - Herr der Heerscharen ist sein Name -:
18686#Jesaja,48,3#3. Das Frühere habe ich vorlängst verkündet; aus meinem Munde kam es, und ich liess es hören. Plötzlich tat ich es, und es traf ein. -Jes. 42,9.
18687#Jesaja,48,4#4. Weil ich wusste, dass du halsstarrig bist und dein Nacken eine eiserne Sehne und deine Stirne von Erz, -2.Mo. 32,9; 33,3; 5.Mo. 9,13; 31,27.
18688#Jesaja,48,5#5. so habe ich's dir schon längst verkündet; ehe es kam, liess ich es dich wissen, dass du nicht wähnest: Mein Götze hat es gemacht, mein Gott von Holz oder Erz es befohlen.
18689#Jesaja,48,6#6. Du hast es gehört - da sieh es nun alles! Ihr aber, wollt ihr es nicht verkünden? Ich lasse dich Neues hören von jetzt an und Verborgenes, das du nicht wusstest.
18690#Jesaja,48,7#7. Jetzt erst ward es geschaffen und nicht vorlängst, und vordem hörtest du nichts davon, dass du nicht sagest: Siehe, ich habe es wohl gewusst.
18691#Jesaja,48,8#8. Du hast es weder gehört noch gewusst, noch hat vordem dein Ohr sich geöffnet; denn ich wusste, dass du gar treulos bist und «Abtrünnig vom Mutterschoss an» genannt.
18692#Jesaja,48,9#9. Um meines Namens willen halte ich hin meinen Zorn, und um meines Ruhmes willen verschone ich dich, dass ich dich nicht ausrotte. -Jes. 43,25.
18693#Jesaja,48,10#10. Siehe, ich habe dich geläutert, doch nicht als Silber, habe dich geprüft im Ofen des Elends.
18694#Jesaja,48,11#11. Um meinetwillen, um meinetwillen tue ich es - denn wie wird mein Name entweiht! - und meine Ehre gebe ich keinem andern. -Jes. 42,8.
18695#Jesaja,48,12#12. Höre auf mich, Jakob, und Israel, den ich berufen! Ich bin's! Ich bin der Erste, ich auch der Letzte! -Jes. 41,4.
18696#Jesaja,48,13#13. Hat doch meine Hand die Erde gegründet und meine Rechte die Himmel ausgespannt. Ich rief ihnen zu: allzumal standen sie da. -Ps. 33,9.
18697#Jesaja,48,14#14. Versammelt euch alle und höret - wer unter ihnen hat solches verkündet? -: Er-1-, den der Herr liebhat, wird seinen Willen vollstrecken an Babel und seine Macht an den Chaldäern. -Jes. 45,1.   1) d.h. Cyrus, vgl. Jes. 45,1-4.
18698#Jesaja,48,15#15. Ich, ich habe geredet, habe ihn auch berufen, habe ihn kommen heissen und ihm Erfolg gegeben.
18699#Jesaja,48,16#16. Tretet heran zu mir und höret dies! Von Anfang an habe ich nicht im Verborgenen geredet; seitdem es geschieht, bin ich dabei. Und nun hat Gott der Herr mich gesandt mit seinem Geiste.
18700#Jesaja,48,17#17. So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich, der Herr, bin dein Gott, der dich lehrt, was frommt, der dich leitet auf dem Weg, den du wandeln sollst.
18701#Jesaja,48,18#18. Ach, hättest du doch auf meine Gebote geachtet! Dem Strome gleich wäre deine Wohlfahrt geworden und dein Heil wie die Wogen des Meeres.
18702#Jesaja,48,19#19. Dem Sande gleich wäre dein Geschlecht und die Sprösslinge deines Leibes wie seine Körnlein; nicht würde ausgerottet noch getilgt sein Name vor mir. -1.Mo. 22,17.
18703#Jesaja,48,20#20. Ziehet aus von Babel, flieht aus Chaldäa! Verkündet's mit Jubelruf, lasset es hören, tragt es hinaus bis ans Ende der Erde: Losgekauft hat der Herr seinen Knecht Jakob; -Jes. 52,11; Jer. 50,8.
18704#Jesaja,48,21#21. er führte sie durch Wüsten, doch sie litten nicht Durst; Wasser aus dem Felsen liess er ihnen rinnen; er spaltete den Fels, und es strömten die Wasser. -2.Mo. 17,6; 4.Mo. 20,11.
18705#Jesaja,48,22#22. Kein Heil gibt es für die Gottlosen, spricht der Herr. -Jes. 57,21.
18706#Jesaja,49,1#1. HÖRET auf mich, ihr Gestade, und merket auf, ihr Völker, von fernher! Von Geburt an hat mich der Herr berufen, meinen Namen genannt vom Mutterschoss an.
18707#Jesaja,49,2#2. Er machte meinen Mund wie ein scharfes Schwert, barg mich im Schatten seiner Hand; er machte mich zum glatten Pfeil, versteckte mich in seinem Köcher -Jes. 51,16.
18708#Jesaja,49,3#3. und sprach zu mir: Du bist mein Knecht, durch den ich mich verherrliche.
18709#Jesaja,49,4#4. Ich aber sprach: Umsonst habe ich mich gemüht, um nichts und nutzlos meine Kraft verzehrt; und doch - mein Recht ist bei dem Herrn und mein Lohn bei meinem Gott.
18710#Jesaja,49,5#5. Nun aber spricht der Herr, der mich von Mutterleib an zu seinem Knechte gebildet, um Jakob zu ihm zurückzubringen und Israel zu ihm zu sammeln - ja, ich bin geehrt in den Augen des Herrn, und mein Gott ward meine Stärke -,
18711#Jesaja,49,6#6. er spricht: Zuwenig ist es, dass du mein Knecht sein solltest, nur um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Geretteten Israels zurückzubringen; so will ich dich denn zum Lichte der Völker machen, dass mein Heil reiche bis an das Ende der Erde. -Jes. 42,6.
18712#Jesaja,49,7#7. So spricht der Herr, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem, der tief verachtet, den Völkern ein Abscheu ist, zu dem Knecht der Tyrannen: Fürsten und Könige werden es sehen und sich erheben, werden sich niederwerfen um des Herrn willen, der getreu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich erwählt hat.
18713#Jesaja,49,8#8. So spricht der Herr: Zur Zeit der Huld habe ich dich erhört und am Tage des Heils dir geholfen; ich habe dich geschaffen und dich gemacht zum Bundesmittler für das Menschengeschlecht, indem ich dem Lande wieder aufhelfe und verwüstetes Erbgut wieder verteile
18714#Jesaja,49,9#9. und zu den Gefangenen spreche: «Gehet heraus!» zu denen in der Finsternis: «Kommet ans Licht!» An allen Wegen werden sie weiden, auf allen kahlen Höhen ihre Weide haben.
18715#Jesaja,49,10#10. Sie werden nicht hungern und nicht dürsten, Glutwind und Sonne werden sie nicht treffen; denn ihr Erbarmer wird sie führen und sie an Wasserquellen leiten. -Jes. 35,7; 41,18.
18716#Jesaja,49,11#11. Ich werde alle Berge zum Wege machen, und alle Strassen werden erhöht sein. -Jes. 40,4.
18717#Jesaja,49,12#12. Siehe, die einen kommen von ferne, und siehe, andre von Norden und Westen und wieder andre aus dem Land der Siniter.
18718#Jesaja,49,13#13. Jauchzet, ihr Himmel, und frohlocke, du Erde! Brechet aus in Jubel, ihr Berge! denn der Herr tröstet sein Volk, und seiner Elenden erbarmt er sich. -Jes. 44,23.
18719#Jesaja,49,14#14. ZION sprach: «Verlassen hat mich Gott, der Herr hat meiner vergessen.»
18720#Jesaja,49,15#15. Wird auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarmte über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie gleich seiner vergässe, so will ich doch dein nicht vergessen. -Ps. 27,10.
18721#Jesaja,49,16#16. Siehe, auf meine Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern habe ich immerdar vor Augen.
18722#Jesaja,49,17#17. Deine Erbauer eilen herbei - da ziehen aus von dir deine Zerstörer und Verwüster.
18723#Jesaja,49,18#18. Erhebe deine Augen ringsumher und sieh: sie alle versammeln sich, kommen zu dir, so wahr ich lebe, spricht der Herr; du wirst sie alle wie einen Schmuck anlegen, wirst dich mit ihnen gürten wie eine Braut. -Jes. 60,4.
18724#Jesaja,49,19#19. Denn deine Trümmer und Wüsteneien und dein verheertes Land - ja, nun wird es zu eng sein für die Bewohner, und deine Verderber werden ferne sein.
18725#Jesaja,49,20#20. Es werden dereinst noch zu dir sprechen die Kinder, die dir, der Kinderlosen, geboren werden: Der Platz ist mir zu eng; schaffe mir Raum, dass ich wohnen kann. -Jes. 54,1.
18726#Jesaja,49,21#21. Da wirst du bei dir denken: Wer hat mir diese geboren? Ich bin ja der Kinder beraubt und unfruchtbar. Und diese, wer hat sie grossgezogen? Siehe, ich war allein noch übrig; wo waren denn diese?
18727#Jesaja,49,22#22. So spricht Gott der Herr: Siehe, ich winke mit der Hand den Heiden und stecke mein Panier auf für die Völker, und sie werden deine Söhne auf den Armen bringen und deine Töchter auf den Achseln herzutragen. -Jes. 11,12; 60,4; 66,12.
18728#Jesaja,49,23#23. Könige werden deine Wärter sein, und Fürstinnen deine Ammen; sie werden mit dem Angesicht vor dir zur Erde fallen und den Staub deiner Füsse lecken. Da wirst du erkennen, dass ich der Herr bin, dass nicht zuschanden werden, die meiner harren. -Jes. 60,16.
18729#Jesaja,49,24#24. Kann man einem Starken den Raub entreissen, oder entrinnen die Gefangenen eines Gewaltigen?
18730#Jesaja,49,25#25. So spricht der Herr: Wohl werden Gefangene dem Starken entrissen, und der Raub des Gewaltigen entrinnt: mit deinem Gegner streite ich und deine Kinder errette ich.
18731#Jesaja,49,26#26. Ich lasse deine Peiniger ihr (eigenes) Fleisch verzehren, an ihrem Blute sich berauschen wie an Wein, damit alle Welt erkenne, dass ich, der Herr, dein Helfer bin, und dein Erlöser der Starke Jakobs.
18732#Jesaja,50,1#1. So spricht der Herr: Wo ist denn der Scheidebrief eurer Mutter, mit dem ich sie verstossen hätte? Oder wer ist mein Gläubiger, dem ich euch verkauft? Siehe, um eurer Verschuldungen willen seid ihr verkauft, und um eurer Sünden willen ist eure Mutter verstossen. -5.Mo. 24,1.
18733#Jesaja,50,2#2. Warum war niemand da, als ich kam, gab keiner Antwort, als ich rief? Ist etwa meine Hand zu kurz zum Befreien? Oder ist in mir keine Kraft, zu erlösen? Siehe, durch mein Schelten trockne ich aus das Meer, mache Ströme zur Wüste, dass ihre Fische verfaulen aus Mangel an Wasser und ihre Tiere sterben vor Durst. -2.Mo. 14,21; 4.Mo. 11,23; Jes. 59,1.
18734#Jesaja,50,3#3. Ich kleide den Himmel in Schwarz, Trauergewand mache ich zu seiner Hülle. -2.Mo. 10,21.
18735#Jesaja,50,4#4. GOTT der Herr hat mir eines Jüngers Zunge verliehen, dass ich den Müden durch das Wort zu erquicken wisse. Er weckt alle Morgen, weckt mir das Ohr, wie ein Jünger zu hören.
18736#Jesaja,50,5#5. Gott der Herr hat mir das Ohr aufgetan, ich aber habe nicht widerstrebt, bin nicht zurückgewichen;
18737#Jesaja,50,6#6. den Rücken bot ich denen, die mich schlugen, und die Wangen denen, die mich rauften; mein Angesicht verhüllte ich nicht, wenn sie mich schmähten und anspieen.
18738#Jesaja,50,7#7. Aber Gott der Herr steht mir bei; darum bin ich nicht zuschanden geworden. Darum machte ich mein Angesicht kieselhart und wusste, dass ich nicht beschämt würde. -Hes. 3,8.9.
18739#Jesaja,50,8#8. Er, der mir Recht schafft, ist nahe; wer will mit mir hadern? Lasset uns zusammen hintreten! Wer will mit mir rechten? Er komme heran! -Röm. 8,33.
18740#Jesaja,50,9#9. Siehe, Gott der Herr steht mir bei; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle zerfallen wie ein Gewand, die Motten werden sie fressen.
18741#Jesaja,50,10#10. Wer unter euch den Herrn fürchtet, der höre die Stimme seines Knechtes; wer in der Finsternis wandelt, dass ihm kein Lichtstrahl glänzt, der vertraue auf den Namen des Herrn und stütze sich auf seinen Gott!
18742#Jesaja,50,11#11. Siehe, ihr alle, die ihr Feuer anzündet und Brandpfeile entflammt, geht hin in die Flamme eures Feuers und in die Brandpfeile, die ihr entzündet habt! Solches widerfährt euch von meiner Hand; am Ort der Qual sollt ihr liegen.
18743#Jesaja,51,1#1. HÖRET mir zu, die ihr dem Heil nachjagt, ihr, die ihr den Herrn sucht. Schaut auf den Felsen, aus dem ihr gehauen, auf den Steinbruch, daraus ihr gebrochen seid!
18744#Jesaja,51,2#2. Schaut auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die euch geboren hat; er war nur einer, da ich ihn berief, doch ich segnete ihn und mehrte ihn. -1.Mo. 12,1.2.
18745#Jesaja,51,3#3. Denn der Herr hat Erbarmen mit Zion, hat Erbarmen mit all ihren Trümmern, ihre Wüste macht er zum Paradies und ihre Steppe gleich dem Garten des Herrn. Freude und Wonne findet man dort, Lobpreis und Liederklang. -1.Mo. 2,8.
18746#Jesaja,51,4#4. Merke auf mich, mein Volk, gebt mir Gehör, ihr meine Leute! Denn Weisung wird von mir ausgehen und meine Wahrheit als Licht der Völker.
18747#Jesaja,51,5#5. Alsbald naht sich mein Heil, geht aus meine Rettung, und meine Arme richten die Völker. Auf mich harren die fernsten Gestade, auf meinen Arm warten sie. -Jes. 42,4.
18748#Jesaja,51,6#6. Erhebet eure Augen gen Himmel und schaut auf die Erde drunten; denn die Himmel werden zerfetzt wie Rauch, und die Erde zerfällt wie ein Gewand, und ihre Bewohner sterben wie Mücken; doch meine Rettung wird auf ewig bestehen, und mein Heil wird nicht aufhören. -Ps. 102,27; Mt. 24,35.
18749#Jesaja,51,7#7. Höret mir zu, die ihr das Recht kennt, du Volk, das meine Weisung im Herzen trägt! Fürchtet euch nicht vor dem Schmähen der Menschen, und entsetzet euch nicht vor ihrem Lästern.
18750#Jesaja,51,8#8. Denn die Schaben werden sie fressen wie ein Kleid und die Motten sie verzehren wie Wolle; doch mein Heil wird auf ewig bestehen und meine Rettung von Geschlecht zu Geschlecht. -Jes. 50,9.
18751#Jesaja,51,9#9. Wach auf! Wach auf! Waffne dich mit Kraft, du Arm des Herrn! Wach auf wie in der Vorwelt Tagen, bei den Geschlechtern der Urzeit! Bist du es nicht, der Rahab zerhieb und den Drachen durchbohrte? -Hiob 26,12; Ps. 74,13.
18752#Jesaja,51,10#10. Bist du es nicht, der das Meer ausgetrocknet, die Wasser der grossen Urflut, der die Tiefen des Meeres zum Wege machte, dass die Erlösten hindurchzogen? -2.Mo. 14,21.
18753#Jesaja,51,11#11. Und die Befreiten des Herrn werden heimkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen, ewige Freude über ihrem Haupte; Freude und Wonne wird bei ihnen einkehren, und Leid und Seufzen werden fliehen. -Jes. 35,10; 65,19.
18754#Jesaja,51,12#12. Ich, ich bin's, der dich tröstet. Wer bist du, dass du dich fürchtest vor Menschen, die sterben, vor Menschenkindern, die dahingehen werden wie Gras? -Jes. 40,1.6.
18755#Jesaja,51,13#13. und vergissest des Herrn, deines Schöpfers, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet? dass du beständig und allezeit bebst vor dem Grimm des Bedrängers, wenn er zielt, zu verderben? Wo ist nun der Grimm des Bedrängers? -Jes. 44,24; 45,12.
18756#Jesaja,51,14#14. Bald wird der Krummgeschlossene seiner Fesseln entledigt, und er fährt nicht tot zur Grube und hat nicht Mangel an Brot.
18757#Jesaja,51,15#15. Ich bin der Herr, dein Gott, der das Meer aufregte, dass seine Wogen brausten - Herr der Heerscharen ist mein Name. -Jer. 31,35.
18758#Jesaja,51,16#16. Und ich legte meine Worte in deinen Mund und barg dich im Schatten meiner Hand, den Himmel auszuspannen und die Erde zu gründen und zu Zion zu sagen: Du bist mein Volk. -Jes. 49,2.
18759#Jesaja,51,17#17. Raffe dich auf! Raffe dich auf! Erhebe dich, Jerusalem, die du getrunken von der Hand des Herrn den Kelch seines Grimms, die du den Taumelbecher getrunken, geschlürft! -Ps. 60,5; Jer. 25,15.
18760#Jesaja,51,18#18. Keiner leitete sie von all den Söhnen, die sie geboren; von all den Söhnen, die sie erzogen, fasste sie keiner bei der Hand.
18761#Jesaja,51,19#19. Dies beides hat dich betroffen - wer klagt um dich? Sturm und Sturz, Hunger und Schwert - wer sollte dich trösten?
18762#Jesaja,51,20#20. Deine Söhne lagen ohnmächtig an den Ecken aller Gassen wie das Wild im Netz, sie waren voll vom Grimm des Herrn, vom Schelten deines Gottes. -Kla. 2,11.
18763#Jesaja,51,21#21. Darum höre doch dies, die du gebeugt bist, die du trunken bist, doch nicht vom Wein!
18764#Jesaja,51,22#22. So spricht dein Gebieter, der Herr, dein Gott, der die Sache seines Volkes führt: Siehe, ich nehme aus deiner Hand den Taumelbecher, den Kelch meines Grimms; nicht sollst du ihn fürder mehr trinken.
18765#Jesaja,51,23#23. Ich gebe ihn deinen Peinigern in die Hand, die zu deiner Seele gesprochen haben: «Ducke dich, dass wir über dich wegschreiten!» sodass du deinen Rücken zum Fussboden machen musstest gleich einer Strasse für die Wanderer.
18766#Jesaja,52,1#1. Wach auf! Wach auf! Waffne dich mit deiner Stärke, Zion! Kleide dich in deine Prachtgewänder, Jerusalem, du heilige Stadt! Denn hinfort wird kein Unbeschnittener, kein Unreiner dich mehr betreten.
18767#Jesaja,52,2#2. Schüttle den Staub von dir ab, stehe auf, Jerusalem, du Gefangene! Mache dich los von den Banden deines Halses, du gefangene Tochter Zion!
18768#Jesaja,52,3#3. Denn so spricht der Herr: Umsonst seid ihr verkauft worden, so sollt ihr auch ohne Silber losgekauft werden.
18769#Jesaja,52,4#4. Denn so spricht Gott der Herr: Mein Volk zog vor Zeiten hinab nach Ägypten, um als Gast dort zu weilen, und der Assyrer hat es um nichts vergewaltigt. -1.Mo. 46,6; 2.Kön. 17,6.
18770#Jesaja,52,5#5. Nun aber, was habe ich hier zu schaffen? spricht der Herr. Denn mein Volk ist ohne Entgelt geraubt. Seine Zwingherren prahlen, spricht der Herr, und beständig, allezeit wird mein Name gelästert.
18771#Jesaja,52,6#6. Darum soll mein Volk meinen Namen erkennen an jenem Tage, soll erkennen, dass ich es bin, der da spricht: Hier bin ich!
18772#Jesaja,52,7#7. Wie lieblich sind auf den Bergen die Füsse des Freudenboten, der Frieden verkündet, gute Botschaft bringt, der Heil verkündet, zu Zion spricht: Dein Gott ward König! -Jes. 40,9; Nah. 2,1.
18773#Jesaja,52,8#8. Horch, deine Wächter erheben die Stimme, jauchzen zumal; denn sie schauen's vor Augen, wie der Herr heimkehrt nach Zion. -Jes. 62,6; Hes. 3,17.
18774#Jesaja,52,9#9. Brecht aus in Jubel, jauchzet zumal, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr tröstet sein Volk, erlöst Jerusalem.
18775#Jesaja,52,10#10. Der Herr entblösst seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, und es schauen alle Enden der Erde das Heil unsres Gottes.
18776#Jesaja,52,11#11. Fort! fort! ziehet aus von dannen! Rühret nichts Unreines an! Ziehet weg aus ihrer Mitte! Reiniget euch, die ihr die Geräte des Herrn tragt! -Jes. 48,20.
18777#Jesaja,52,12#12. Denn nicht in angstvoller Hast sollt ihr ausziehen und nicht als Flüchtlinge wandern; der Herr zieht ja vor euch her, und der Gott Israels schliesst euren Zug. -2.Mo. 12,11; 13,21.
18778#Jesaja,52,13#13. SIEHE, mein Knecht wird Glück haben; er wird emporsteigen, wird hochragend und erhaben sein.
18779#Jesaja,52,14#14. Wie sich viele über ihn entsetzten - so entstellt, nicht mehr menschlich war sein Aussehen und seine Gestalt nicht wie die der Menschenkinder -,
18780#Jesaja,52,15#15. so wird er viele Völker in Erstaunen setzen, und Könige werden vor ihm ihren Mund verschliessen. Denn was ihnen nie erzählt ward, schauen sie, und was sie nie gehört, das werden sie gewahr.
18781#Jesaja,53,1#1. Wer hat dem geglaubt, was uns verkündet ward, und der Arm des Herrn, wem ward er offenbar?
18782#Jesaja,53,2#2. Er-1- wuchs auf vor uns wie ein Schoss, wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich; er hatte weder Gestalt noch Schönheit, dass wir nach ihm geschaut, kein Ansehen, dass er uns gefallen hätte. -1) d.i. der Knecht des Herrn.
18783#Jesaja,53,3#3. Verachtet war er und verlassen von Menschen, ein Mann der Schmerzen und vertraut mit Krankheit, wie einer, vor dem man das Antlitz verhüllt; so verachtet, dass er uns nichts galt.
18784#Jesaja,53,4#4. Doch wahrlich, unsre Krankheiten hat er getragen und unsre Schmerzen auf sich geladen; wir aber wähnten, er sei gestraft, von Gott geschlagen und geplagt. -Mt. 8,17.
18785#Jesaja,53,5#5. Und er war doch durchbohrt um unsrer Sünden, zerschlagen um unsrer Verschuldungen willen; die Strafe lag auf ihm zu unsrem Heil, und durch seine Wunden sind wir genesen. -Röm. 4,25.
18786#Jesaja,53,6#6. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir gingen jeder seinen eignen Weg; ihn aber liess der Herr treffen unser aller Schuld.
18787#Jesaja,53,7#7. Er ward misshandelt und beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das vor seinen Scherern verstummt. -Mk. 14,65; Joh. 1,29.
18788#Jesaja,53,8#8. Aus Drangsal und Gericht ward er hinweggenommen, doch sein Geschick - wen kümmert es? Denn aus dem Lande der Lebenden ward er getilgt, ob der Sünde meines Volkes zum Tode getroffen.
18789#Jesaja,53,9#9. Und man gab ihm sein Grab bei den Gottlosen und bei den Übeltätern seine Stätte, wiewohl er kein Unrecht getan und kein Trug in seinem Munde war. -1.Petr. 2,22.
18790#Jesaja,53,10#10. Aber dem Herrn gefiel es, ihn mit Krankheit zu schlagen. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer einsetzte, sollte er Nachkommen sehen und lange leben und die Sache des Herrn durch ihn glücken. -Mt. 20,28.
18791#Jesaja,53,11#11. Um der Mühsal seiner Seele willen wird er sich satt sehen; durch seine Erkenntnis wird er, der Gerechte, mein Knecht, vielen Gerechtigkeit schaffen, und ihre Verschuldungen wird er tragen.* -1.Kor. 1,30.
18792#Jesaja,53,12#12. Darum soll er erben unter den Grossen, und mit Starken soll er Beute teilen, dafür dass er sein Leben in den Tod dahingab und unter die Übeltäter gezählt ward, da er doch die Sünde der Vielen trug und für die Schuldigen eintrat. -Mk. 15,28; Lk. 23,33.
18793#Jesaja,54,1#1. FROHLOCKE, du Unfruchtbare, die nicht geboren hat! Brich in Jubel aus und jauchze, die keine Wehen gekannt! Denn die Vereinsamte hat mehr Kinder als die Vermählte, spricht der Herr. -Jes. 49,20.
18794#Jesaja,54,2#2. Mache weit den Raum deines Zeltes und spanne aus die Tücher deiner Wohnungen, ohne zu sparen; mache lang deine Stricke und fest deine Pflöcke;
18795#Jesaja,54,3#3. denn zur Rechten und zur Linken wirst du dich ausbreiten, und dein Geschlecht wird Nationen beerben und verödete Städte bevölkern.
18796#Jesaja,54,4#4. Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht zuschanden, und stehe nicht beschämt, denn du musst nicht erröten. Der Schande deiner Jugend wirst du vergessen und der Schmach deiner Witwenschaft nicht mehr gedenken. -Jer. 51,5.
18797#Jesaja,54,5#5. Denn der dich geschaffen, ist dein Gemahl - Herr der Heerscharen ist sein Name, und dein Erlöser der Heilige Israels - Gott der ganzen Erde wird er genannt. -Jes. 62,5.
18798#Jesaja,54,6#6. Denn wie ein verlassenes Weib, ein bekümmertes, ruft dich der Herr. Das Weib der Jugendjahre, kann man es verstossen? spricht dein Gott.
18799#Jesaja,54,7#7. In kurzem Unmut habe ich dich verlassen-1-, doch mit grossem Erbarmen werde ich dich sammeln. -Sach. 1,15.  1) so mit einer kleinen Textänd. Die bisherige Üs. lautet: «Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen.»
18800#Jesaja,54,8#8. Im Aufwallen des Zornes verbarg ich einen Augenblick mein Antlitz vor dir, aber mit ewiger Güte habe ich mich deiner erbarmt, spricht der Herr, dein Erlöser. -Jes. 60,10.
18801#Jesaja,54,9#9. Gleich den Tagen Noahs ist mir diese Zeit: wie ich geschworen, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde kommen sollen, so habe ich geschworen, dir nicht zu zürnen und dich nicht zu schelten. -1.Mo. 9,11.
18802#Jesaja,54,10#10. Denn die Berge mögen weichen und die Hügel wanken, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken, spricht der Herr, dein Erbarmer. -Hes. 37,26.
18803#Jesaja,54,11#11. Du Gebeugte, über die alle Wetter gehen, du Ungetröstete, siehe, ich will deine Grundfesten aus Malachit bilden und deine Fundamente aus Saphiren.
18804#Jesaja,54,12#12. Ich will deine Zinnen von Rubinen machen und deine Tore aus Karfunkeln und deinen ganzen Wall aus köstlichem Gestein,
18805#Jesaja,54,13#13. und all deine Söhne werden Jünger des Herrn. Gross wird sein die Wohlfahrt deiner Kinder,
18806#Jesaja,54,14#14. und auf Heil wirst du dich gründen. Ferne wirst du sein von Drangsal, denn du hast nichts zu fürchten, und fern von Schrecken, denn er wird dir nicht nahen.
18807#Jesaja,54,15#15. Wenn man Streit anhebt, er kommt nicht von mir; wer mit dir streitet, der fällt (im Kampfe) wider dich.
18808#Jesaja,54,16#16. Siehe, ich habe den Schmied geschaffen, der ins Kohlenfeuer bläst und eine Waffe hervorbringt nach seiner Kunst; ich habe auch den Zerstörer geschaffen, um zu verderben.
18809#Jesaja,54,17#17. Keine Waffe, wider dich geschmiedet, hat Glück, und jede Zunge, die wider dich klagt im Gerichte, überführst du des Unrechts. Dies ist das Erbe der Knechte des Herrn und ihr Heil von mir, spricht der Herr.
18810#Jesaja,55,1#1. AUF, ihr Dürstenden alle, kommet zum Wasser; und die ihr kein Brot habt, kommet! Kaufet Korn ohne Geld und esset, ohne Kaufpreis Wein und Milch! -Jes. 12,3; Joh. 7,37; Offb. 22,17.
18811#Jesaja,55,2#2. Warum wägt ihr Geld dar für das, was nicht nährt, und euren Verdienst für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich, so bekommt ihr Gutes zu essen, und eure Seele labt sich an Fettem.
18812#Jesaja,55,3#3. Neigt euer Ohr und kommet zu mir! höret, so wird eure Seele leben; ich will einen ewigen Bund mit euch schliessen, getreu der dem David verheissenen Gnade. -Ps. 89,4.5.
18813#Jesaja,55,4#4. Wie ich ihn für Völker zum Zeugen gemacht, zum Fürsten und Gebieter von Nationen,
18814#Jesaja,55,5#5. so wirst du Völker rufen, die du nicht kennst, und Heiden, die dich nicht kannten, werden zu dir hereilen um des Herrn, deines Gottes, um des Heiligen Israels willen, weil er dich verherrlicht.
18815#Jesaja,55,6#6. Suchet den Herrn, jetzt da er sich finden lässt; rufet ihn an, jetzt da er nahe ist! -Jer. 29,13; Amos 5,4.
18816#Jesaja,55,7#7. Der Gottlose lasse seinen Weg und der Frevler seine Gedanken und kehre um zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen, zu unsrem Gott, denn er ist reich an Vergebung. -Ps. 130,7; Hes. 18,27; 33,19.
18817#Jesaja,55,8#8. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, -Röm. 11,33.
18818#Jesaja,55,9#9. sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, soviel sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken höher als eure Gedanken.
18819#Jesaja,55,10#10. Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel herabkommt und nicht dahin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt, dass sie fruchtbar wird und sprosst und dem Säemann Samen und dem Essenden Brot gibt,
18820#Jesaja,55,11#11. so auch mein Wort, das aus meinem Munde kommt: es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern wirkt, was ich beschlossen, und führt durch, wozu ich es gesendet.
18821#Jesaja,55,12#12. Denn in Freuden werdet ihr ausziehen, und in Frieden sollt ihr geleitet werden; die Berge und Hügel werden vor euch in Jubel ausbrechen und alle Bäume des Feldes in die Hände klatschen. -Jes. 44,23.
18822#Jesaja,55,13#13. Statt der Dornen werden Zypressen wachsen und Myrten statt der Disteln. Dem Herrn zum Ruhme wird es geschehen, zum ewigen Zeichen, das nicht getilgt wird.
18823#Jesaja,56,1#1. SO spricht der Herr: Wahret das Recht und übet Gerechtigkeit; denn bald wird mein Heil kommen und meine Gerechtigkeit sich offenbaren.
18824#Jesaja,56,2#2. Wohl dem Menschenkind, das also tut, dem Menschen, der daran festhält: der sich hütet, dass er den Sabbat nicht entweihe, und seine Hand bewahrt, dass sie nichts Böses tue. -2.Mo. 20,8; Jes. 58,13.14; Jer. 17,21.
18825#Jesaja,56,3#3. Der Fremdling, der an den Herrn sich angeschlossen, soll nicht sagen: Ausschliessen wird mich der Herr aus seinem Volke! Und der Verschnittene soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer Baum!
18826#Jesaja,56,4#4. Denn so spricht der Herr: Den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und erwählen, was mir wohlgefällt, und an meinem Bund festhalten,
18827#Jesaja,56,5#5. ihnen will ich in meinem Hause und in meinen Mauern Denkmal und Namen geben, die besser sind als Söhne und Töchter. Einen ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht soll getilgt werden.
18828#Jesaja,56,6#6. Und die Fremdlinge, die an den Herrn sich anschliessen, ihm zu dienen und den Namen des Herrn zu lieben, dass sie seine Knechte seien, alle, die sich hüten, den Sabbat zu entweihen, und die an meinem Bund festhalten,
18829#Jesaja,56,7#7. sie will ich zu meinem heiligen Berge bringen und in meinem Bethause erfreuen. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer werden wohlgefällig sein auf meinem Altar; denn mein Haus soll ein Bethaus heissen für alle Völker. -Mt. 21,13.
18830#Jesaja,56,8#8. So spricht Gott, der Herr, der die Versprengten Israels sammelt: Noch mehr werde ich zu ihm sammeln, zu seinen Gesammelten. -Jes. 11,12.
18831#Jesaja,56,9#9. ALL ihr Tiere des Feldes, kommet zum Frass, ihr Tiere des Waldes alle! -Jer. 12,9.
18832#Jesaja,56,10#10. Meines Volkes Wächter sind alle blind, sie merken nichts, sind allesamt stumme Hunde, können nicht bellen; sie träumen, liegen, lieben zu schlafen,
18833#Jesaja,56,11#11. sind heisshungrige Hunde, können nicht satt werden. Und das sind die Hirten, die nicht aufmerken können; ein jeder geht seinen eignen Weg, ein jeder seiner Beute nach, einer wie der andre. -Jer. 6,13; 8,10.
18834#Jesaja,56,12#12. «Kommt her, (sprechen sie,) ich will Wein holen, da wollen wir uns voll trinken mit Rauschtrank, und morgen soll es zugehen wie heute, hochher und herrlich!»
18835#Jesaja,57,1#1. Der Gerechte kommt um, und niemand nimmt es zu Herzen. Die Frommen werden dahingerafft, und niemand achtet darauf; denn weil die Bosheit herrscht, wird der Gerechte dahingerafft, -Mi. 7,2.
18836#Jesaja,57,2#2. geht ein zum Frieden. Auf ihren Lagern ruhen, die in Geradheit wandeln.
18837#Jesaja,57,3#3. Ihr aber, kommet herzu, ihr Kinder der Zeichendeuterin, Brut des Ehebrechers und der Dirne!
18838#Jesaja,57,4#4. Über wen macht ihr euch lustig? über wen reisst ihr das Maul auf und streckt ihr die Zunge heraus? Seid ihr nicht Sündenkinder, eine Lügenbrut?
18839#Jesaja,57,5#5. die ihr in Brunst geratet bei den Terebinthen, unter jedem grünen Baum, die ihr die Kinder schlachtet in den Tälern inmitten der Felsenklüfte. -2.Kön. 16,4; Hes. 16,21.
18840#Jesaja,57,6#6. Bei den glatten Steinen des Tales ist dein Teil, sie sind dein Los; auch ihnen hast du Spenden ausgegossen und Gaben geopfert. Soll ich dabei mich beruhigen?
18841#Jesaja,57,7#7. Auf hohem und ragendem Berg hast du dein Lager bereitet, bist auch dort hinaufgestiegen, um Opfer zu schlachten.
18842#Jesaja,57,8#8. Hinter die Tür und den Pfosten hast du deine Denkzeichen gesetzt; denn, mir untreu, hast du dein Bette aufgedeckt und bestiegen, hast es weit gemacht und dir welche erkauft, deren Beilager du liebtest; lüstern blicktest du hin.
18843#Jesaja,57,9#9. Du bist zum Moloch gezogen mit Öl und mit mancherlei Salben, du hast deine Boten in die Ferne geschickt und tief hinab bis in die Unterwelt.
18844#Jesaja,57,10#10. Du bist müde geworden von all deinem Wandern, doch sprachst du nicht: Verlorne Arbeit! Du fandest immer neue Kraft, darum wurdest du nicht matt.
18845#Jesaja,57,11#11. Und vor niemand hattest du Scheu und Furcht, und so gingst du mit Lügen um und gedachtest meiner nicht, nahmst es nicht zu Herzen. Nicht wahr, ich schweige ja und verschliesse die Augen, und so fürchtetest du mich nicht. -Jes. 42,14.
18846#Jesaja,57,12#12. Ich will deine Gerechtigkeit kundwerden lassen und deine Taten; deine Götzen sollen dir nichts nützen.
18847#Jesaja,57,13#13. Wenn du schreien wirst, sollen sie dich nicht retten; sie alle wird der Wind forttragen, ein Hauch wegraffen. Wer aber auf mich vertraut, der wird das Land erben und meinen heiligen Berg besitzen. -Ps. 37,9.11; Mt. 5,5.
18848#Jesaja,57,14#14. Und er spricht: Bahnet, bahnet, ebnet eine Strasse! Räumet meinem Volke jeden Anstoss aus dem Wege! -Jes. 62,10.
18849#Jesaja,57,15#15. Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig thront und dessen Name ist «Der Heilige»: In der Höhe und als Heiliger throne ich und bei den Zerschlagenen und Demütigen, dass ich den Geist der Gebeugten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke. -Jes. 6,3; 61,1; 66,2; Ps. 51,19; 113,6.
18850#Jesaja,57,16#16. Denn ich will nicht ewig hadern und nicht ohne Ende zürnen; sonst würde ihr Geist vor mir verschmachten, die Seelen, die ich doch geschaffen. -Ps. 103,9.
18851#Jesaja,57,17#17. Ob der Schuld seiner Habgier zürnte ich, und ich schlug ihn, (mein Antlitz) verbergend und zürnend; doch abgewandt ging er die Wege des eignen Herzens.
18852#Jesaja,57,18#18. Seine Wege habe ich gesehen, und ich will ihn heilen, will ihn leiten und ihm durch Tröstung Ersatz geben, ihm und seinen Trauernden.
18853#Jesaja,57,19#19. Ich schaffe Frucht der Lippen und Heil, ja Heil dem Fernen und dem Nahen, spricht der Herr. -Eph. 2,17.
18854#Jesaja,57,20#20. Aber die Gottlosen sind wie das aufgewühlte Meer; denn zur Ruhe kann es nicht kommen, und seine Wasser wühlen Schlamm und Kot auf.
18855#Jesaja,57,21#21. Kein Heil gibt es für die Gottlosen, spricht mein Gott. -Jes. 48,22.
18856#Jesaja,58,1#1. RUFE aus vollem Halse, halte nicht zurück! Gleich der Posaune erhebe deine Stimme und verkünde meinem Volke seine Untreue und dem Hause Jakob seine Sünden!
18857#Jesaja,58,2#2. Denn mich suchen sie täglich und wünschen meine Wege zu wissen. Wie ein Volk, das Gerechtigkeit übt und das Recht seines Gottes nicht verlässt, fragen sie mich nach den Satzungen der Gerechtigkeit, lieben es, Gott sich zu nahen.-1- -1) aüs: «fordern sie gerechte Gerichte von mir, das Nahen Gottes begehren sie».
18858#Jesaja,58,3#3. «Warum (, so sprechen sie,) fasten wir, und du siehst es nicht? Warum kasteien wir uns, und du beachtest es nicht?» Siehe, an eurem Fasttag geht ihr dem Geschäfte nach, und alle eure Arbeiter drängt ihr.
18859#Jesaja,58,4#4. Siehe, ihr fastet zu Zank und Streit und zum Schlagen mit ruchloser Faust. Ihr fastet zur Zeit nicht so, dass eure Stimme in der Höhe gehört würde.
18860#Jesaja,58,5#5. Ist das ein Fasten, das mir gefällt: ein Tag, da der Mensch sich kasteit? Dass man den Kopf hängen lässt wie die Binse und in Sack und Asche sich bettet - soll das ein Fasten heissen und ein Tag, der dem Herrn gefällt? -Mt. 6,16.
18861#Jesaja,58,6#6. Ist nicht das ein Fasten, wie ich es liebe: dass du ungerechte Fesseln öffnest, die Stricke des Joches lösest? dass du Misshandelte ledig lässest und jedes Joch zerbrichst?
18862#Jesaja,58,7#7. dass du dem Hungrigen dein Brot brichst und Arme, Obdachlose in dein Haus führst? wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn kleidest und dich den Brüdern nicht entziehst? -Hes. 18,7; Mt. 25,35.36.
18863#Jesaja,58,8#8. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Heilung eilends sprossen; deine Gerechtigkeit wird vor dir her gehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug schliessen. -Ps. 37,6.
18864#Jesaja,58,9#9. Wenn du dann rufst, so wird der Herr antworten; wenn du schreist, so wird er sprechen: Siehe, hier bin ich! Wenn du das Joch entfernst aus deiner Mitte, nicht mehr mit Fingern zeigst und aufhörst, ruchlos zu reden,
18865#Jesaja,58,10#10. wenn du dem Hungrigen dein Brot darreichst und die gebeugte Seele sättigst: dann wird dein Licht aufstrahlen in der Finsternis und dein Dunkel werden wie der helle Mittag.
18866#Jesaja,58,11#11. Der Herr wird dich immerdar leiten und in der Dürre deine Seele sättigen, und deine Gebeine wird er stärken. Du wirst sein wie ein wohlbewässerter Garten und wie ein Wasserquell, der nie versiegt.
18867#Jesaja,58,12#12. Dann werden deine Söhne die Trümmer der Vorzeit wieder bauen, und die Fundamente früherer Geschlechter wirst du aufrichten. Da wirst du genannt werden «Der Risse-Vermaurer, der Trümmer wieder wohnlich macht». -Jes. 61,4.
18868#Jesaja,58,13#13. Wenn du am Sabbat deinen Fuss zurückhältst und dein Geschäft nicht tust an meinem heiligen Tage, wenn du den Sabbat deine Lust nennst und das Heilige des Herrn ehrwürdig; wenn du ihn ehrst, sodass du deine Gänge nicht machst und deinem Geschäfte nicht nachgehst, noch eitle Worte redest:
18869#Jesaja,58,14#14. dann wirst du an dem Herrn deine Lust haben, und ich will dich einherfahren lassen über die Höhen der Erde und dich mit dem Erbe deines Vaters Jakob speisen; denn der Mund des Herrn hat es verheissen. -5.Mo. 32,13.
18870#Jesaja,59,1#1. SIEHE die Hand des Herrn ist nicht zu kurz, um zu helfen, und sein Ohr nicht so taub, dass er nicht hörte, -Jes. 50,2.
18871#Jesaja,59,2#2. sondern eure Missetaten scheiden euch von eurem Gott, um eurer Sünden willen hat er sein Angesicht vor euch verhüllt, dass er nicht hört.
18872#Jesaja,59,3#3. Denn eure Hände sind mit Blut besudelt und eure Finger mit Unrecht; eure Lippen reden Lüge, und eure Zunge murmelt Frevel. -Jes. 1,15.
18873#Jesaja,59,4#4. Da ist kein Kläger, der im Rechte wäre, und keiner, der seine Sache der Wahrheit gemäss führte; man vertraut auf Nichtiges und redet Trug, geht mit Unheil schwanger und gebiert Frevel. -Hiob 15,35; Ps. 7,15.
18874#Jesaja,59,5#5. Sie brüten Natterneier aus und weben Spinnfäden. Wer von ihren Eiern isst, der stirbt; zerdrückt man eins, so kriecht eine Otter aus.
18875#Jesaja,59,6#6. Ihre Fäden taugen nicht zum Kleide, und mit ihrem Gewirke kann man sich nicht bedecken; ihre Werke sind Unheilswerke, und Gewalttat ist in ihren Händen.
18876#Jesaja,59,7#7. Ihre Füsse laufen zum Bösen und eilen, unschuldiges Blut zu vergiessen; ihre Gedanken sind Unheilsgedanken, Zerstörung und Sturz ist auf ihren Strassen. -Spr. 1,16.
18877#Jesaja,59,8#8. Den Weg des Friedens kennen sie nicht, auf ihren Geleisen ist kein Recht; sie wandeln krumme Pfade, wer darauf geht, weiss nichts von Frieden.
18878#Jesaja,59,9#9. Darum bleibt das Recht fern von uns, und das Heil erreicht uns nicht. Wir harren auf das Licht, und siehe da Finsternis, auf den hellen Tag, und wir wandeln im Dunkel.
18879#Jesaja,59,10#10. Wir tappen wie die Blinden an der Wand, wie ohne Augen tasten wir; wir straucheln am Mittag wie in der Dämmerung, sitzen im Finstern wie die Toten.
18880#Jesaja,59,11#11. Wir brummen alle wie die Bären, seufzen und girren wie die Tauben; wir harren auf das Recht, und es will nicht kommen, auf Heil, und es ist fern von uns. -Jes. 38,14.
18881#Jesaja,59,12#12. Denn unsrer Vergehen sind viele vor dir, und unsre Sünden zeugen wider uns; ja, unsre Vergehen sind uns bewusst, und wir kennen unsre Schuld: -Jer. 14,7.
18882#Jesaja,59,13#13. dass wir untreu sind und den Herrn verleugnen und abtrünnig werden unsrem Gott, Gewalttat und Abfall planen, Lügenworte aus dem Herzen hervorbringen.
18883#Jesaja,59,14#14. Und so wird das Recht aufgehalten, und das Heil bleibt in der Ferne; denn es strauchelt auf dem Markte die Wahrheit, und die Rechtschaffenheit findet nicht Eingang.
18884#Jesaja,59,15#15. So kam's, dass die Wahrheit vermisst wird, und wer das Böse meidet, der wird zum Raube. Der Herr sah es, und es missfiel ihm, dass nirgends Recht war.
18885#Jesaja,59,16#16. Er sah, dass niemand da war, und staunte, dass keiner ins Mittel trat. Da half ihm sein eigner Arm, und seine Gerechtigkeit stützte ihn. -Jes. 63,5.
18886#Jesaja,59,17#17. Er zog Gerechtigkeit an als Panzer und setzte den Helm des Heils auf sein Haupt; er zog die Rüstung der Rache an und hüllte sich in Eifer als seinen Mantel.
18887#Jesaja,59,18#18. Gemäss den Taten wird er vergelten: Grimm seinen Widersachern, Vergeltung seinen Feinden. An den (fernsten) Inseln übt er Vergeltung.
18888#Jesaja,59,19#19. Und man wird den Namen des Herrn fürchten im Niedergang, seine Majestät im Aufgang der Sonne; denn er wird kommen wie ein eingeengter Strom, den der Odem des Herrn treibt.
18889#Jesaja,59,20#20. Und kommen wird der Erlöser für Zion und für die vom Abfall Bekehrten in Jakob, spricht der Herr.
18890#Jesaja,59,21#21. Ich aber, ich schliesse diesen Bund mit ihnen, spricht der Herr: Mein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt, sollen aus deinem Munde nimmer weichen, noch aus dem Munde deiner Kinder und deiner Kindeskinder von nun an bis in Ewigkeit, spricht der Herr. -Jer. 1,9.
18891#Jesaja,60,1#1. MACHE dich auf, werde licht! denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn strahlt auf über dir.
18892#Jesaja,60,2#2. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker; doch über dir strahlt auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir,
18893#Jesaja,60,3#3. und Völker strömen zu deinem Lichte, und Könige zu dem Glanz, der über dir aufstrahlt. -Offb. 21,24.
18894#Jesaja,60,4#4. Hebe deine Augen auf und sieh umher: alle sind sie versammelt und kommen zu dir. Deine Söhne kommen von ferne, und deine Töchter werden auf den Armen getragen. -Jes. 49,18; 66,12.
18895#Jesaja,60,5#5. Da wirst du schauen und strahlen, dein Herz wird beben und weit werden; denn der Reichtum des Meeres wird sich dir zuwenden, und die Schätze der Völker werden zu dir kommen.
18896#Jesaja,60,6#6. Die Menge der Kamele wird dich bedecken, die Dromedare von Midian und Epha; die Sabäer werden allzumal kommen und Gold und Weihrauch bringen und die Ruhmestaten des Herrn verkünden. -Ps. 72,10.
18897#Jesaja,60,7#7. Alle Schafe von Kedar sammeln sich zu dir, die Widder von Nebajoth stehen dir zu Diensten, kommen auf meinen Altar (mir) zum Wohlgefallen; und mein Bethaus will ich verherrlichen.
18898#Jesaja,60,8#8. Wer sind diese, die daherfliegen wie eine Wolke und wie Tauben nach ihren Schlägen?
18899#Jesaja,60,9#9. Ja, zu mir sammeln sich die Seefahrer, die Tharsisschiffe voran, deine Söhne aus der Ferne zu bringen; ihr Gold und Silber führen sie mit für den Namen des Herrn, deines Gottes, für den Heiligen Israels, weil er dich verherrlicht. -Jes. 43,6.
18900#Jesaja,60,10#10. Und Fremde werden deine Mauern bauen, und ihre Könige werden dir dienen; denn in meinem Zorn habe ich dich geschlagen, doch in meiner Huld mich deiner erbarmt. -Jes. 12,1; 54,8.
18901#Jesaja,60,11#11. Deine Tore werden allezeit offenstehen, werden Tag und Nacht nicht geschlossen werden, damit die Schätze der Völker zu dir eingehen unter der Führung ihrer Könige. -Offb. 21,25.26.
18902#Jesaja,60,12#12. Denn das Volk und das Königreich, die dir nicht dienen wollen, werden untergehen, und ihre Länder sollen wüste werden.
18903#Jesaja,60,13#13. Die Pracht des Libanon wird zu dir kommen, Zypresse, Platane und Buchsbaum zumal, dass sie die Stätte meines Heiligtums zieren, dass ich die Stätte meiner Füsse ehre.
18904#Jesaja,60,14#14. Und tiefgebückt werden zu dir kommen die Söhne deiner Bedrücker, und alle, die dich geschmäht, werden dir zu Füssen fallen und dich nennen «Stadt des Herrn», «Zion des Heiligen Israels».
18905#Jesaja,60,15#15. Statt dass du verlassen bist und verhasst, von niemandem besucht, will ich dich herrlich machen auf ewige Zeiten, zur Wonne für alle Geschlechter. -Jes. 54,6.
18906#Jesaja,60,16#16. Du wirst die Milch der Völker schlürfen, an der Brust der Könige trinken. Und du wirst erkennen, dass ich, der Herr, dein Heiland bin, und dein Erlöser der Starke Jakobs. -Jes. 45,3.
18907#Jesaja,60,17#17. Statt des Erzes bringe ich Gold, und statt des Eisens bringe ich Silber, statt des Holzes Erz und statt der Steine Eisen. Ich will den Frieden zu deiner Obrigkeit machen und die Gerechtigkeit zu deiner Regierung.
18908#Jesaja,60,18#18. Man wird in deinem Lande nicht mehr hören von Gewalttat, von Sturz und Zerstörung in deinen Grenzen; deine Mauern wirst du «Heil» nennen und deine Tore «Ruhm».
18909#Jesaja,60,19#19. Die Sonne wird nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der Glanz des Mondes dir nicht mehr leuchten; sondern der Herr wird dein ewiges Licht sein und dein Gott deine Herrlichkeit. -Offb. 21,23; 22,5.
18910#Jesaja,60,20#20. Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht schwinden; denn der Herr wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deiner Trauer haben ein Ende.
18911#Jesaja,60,21#21. Deine Bürger werden lauter Gerechte sein und auf ewig das Land besitzen, als Spross meiner Pflanzung, als Werk meiner Hände, mir zur Verherrlichung.
18912#Jesaja,60,22#22. Aus dem Kleinsten wird ein Stamm und aus dem Geringsten ein starkes Volk. Ich, der Herr, habe es verheissen; zu seiner Zeit lasse ich es eilends kommen.
18913#Jesaja,61,1#1. DER Geist Gottes des Herrn ruht auf mir, dieweil mich der Herr gesalbt hat; er hat mich gesandt, den Elenden frohe Botschaft zu bringen, zu heilen, die gebrochenen Herzens sind, den Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Gebundenen Lösung der Bande, -Jes. 11,2.
18914#Jesaja,61,2#2. auszurufen ein Gnadenjahr des Herrn und einen Tag der Rache unsres Gottes, da alle Trauernden getröstet werden, -Jes. 63,4.
18915#Jesaja,61,3#3. da ihnen ein Kopfschmuck gegeben wird statt der Asche, Freudenöl anstatt der Trauerhülle, Lobgesang statt verzagenden Geistes, da man sie nennt «Terebinthen der Gerechtigkeit», «Pflanzung des Herrn» ihm zur Verherrlichung.
18916#Jesaja,61,4#4. Da werden sie die Trümmer der Vorzeit wieder bauen und die Ruinen der Altvordern aufrichten, erneuern die Städte, die verwüstet liegen, die Ruinen früherer Geschlechter. -Jes. 58,12.
18917#Jesaja,61,5#5. Und Fremde werden dastehen und eure Schafe weiden, und Ausländer werden eure Ackerleute und Weingärtner sein;
18918#Jesaja,61,6#6. ihr aber werdet Priester des Herrn heissen, Diener unsres Gottes wird man euch nennen. Ihr werdet die Schätze der Völker geniessen und in ihre Herrlichkeit eintreten. -1.Petr. 2,5; Offb. 1,6.
18919#Jesaja,61,7#7. Dafür, dass meines Volkes Schmach zwiefältig war und Schande ihr Erbteil, sollen sie in ihrem Lande Zwiefältiges besitzen, ewige Freude soll ihnen werden. -Jes. 35,10.
18920#Jesaja,61,8#8. Denn ich, der Herr, liebe das Recht und hasse frevlen Raub; ich will ihnen den Lohn getreulich geben und einen ewigen Bund mit ihnen schliessen: -Jes. 55,3.
18921#Jesaja,61,9#9. ihr Geschlecht wird bei den Heiden bekannt sein und ihre Sprösslinge unter den Völkern; alle, die sie sehen, anerkennen, dass sie ein Geschlecht sind, das der Herr gesegnet hat.
18922#Jesaja,61,10#10. Laut will ich mich freuen des Herrn, meine Seele frohlocke ob meinem Gott; denn er kleidet mich mit Gewändern des Heils und umhüllt mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit, gleich dem Bräutigam, der sich den Kopfschmuck aufsetzt, und wie die Braut, die ihr Geschmeide anlegt.
18923#Jesaja,61,11#11. Denn wie die Erde ihr Gewächs hervorbringt und wie der Garten seine Saaten sprossen lässt, so wird Gott der Herr Gerechtigkeit sprossen lassen und Ruhm vor allen Völkern.
18924#Jesaja,62,1#1. UM Zions willen kann ich nicht schweigen und um Jerusalems willen nicht rasten, bis dass wie Lichtglanz sein Recht hervorbricht und sein Heil wie eine lodernde Fackel.
18925#Jesaja,62,2#2. Da werden die Völker dein Recht schauen und alle Könige deine Herrlichkeit, und man wird dich nennen mit neuem Namen, den der Mund des Herrn bestimmen wird. -Jes. 65,15; Offb. 2,17.
18926#Jesaja,62,3#3. Du wirst eine herrliche Krone in der Hand des Herrn sein, ein königliches Diadem in der Hand deines Gottes.
18927#Jesaja,62,4#4. Du wirst nicht mehr «Verlassene» heissen, noch dein Land «Einsam», sondern du wirst heissen «Meine Lust», und dein Land «Vermählt»; denn der Herr hat seine Lust an dir, und dein Land wird vermählt sein. -Jes. 54,6; Hos. 1,10.
18928#Jesaja,62,5#5. Denn wie der Jüngling die Jungfrau freit, so wird dein Erbauer dich freien, und wie der Bräutigam der Braut sich freut, so wird dein Gott sich deiner freuen.
18929#Jesaja,62,6#6. Über deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt; den ganzen Tag und die ganze Nacht, nimmer sollen sie schweigen! Die ihr den Herrn (an Zion) erinnert, bleibet nicht ruhig
18930#Jesaja,62,7#7. und lasst auch ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem aufrichtet und bis er es macht zum Ruhme auf Erden.
18931#Jesaja,62,8#8. Der Herr hat geschworen bei seiner Rechten und bei seinem starken Arm: Fürwahr, ich will dein Korn nicht mehr deinen Feinden zur Speise geben, noch sollen Fremde deinen Wein trinken, den du erarbeitet hast; -Jes. 65,21.22.
18932#Jesaja,62,9#9. nein, die das Korn sammeln, die sollen es essen und dem Herrn lobsingen, und die den Wein einbringen, die sollen ihn trinken in meinen heiligen Vorhöfen.
18933#Jesaja,62,10#10. Ziehet hin, ziehet hin durch die Tore! Bereitet dem Volke den Weg! Machet Bahn, machet Bahn! Räumt weg die Steine, pflanzt den Völkern ein Panier auf! -Jes. 57,14.
18934#Jesaja,62,11#11. Siehe, der Herr lässt sich vernehmen bis ans Ende der Erde: Saget der Tochter Zion: «Siehe, dein Heil kommt; siehe, die er gewonnen, kommen mit ihm; die er sich erworben, gehen vor ihm her.» -Jes. 40,10; Sach. 9,9.
18935#Jesaja,62,12#12. Und man wird sie nennen «Heiliges Volk», «Erlöste des Herrn», und dich wird man nennen «Ersehnte», «Nimmerverlassene Stadt».
18936#Jesaja,63,1#1. «WER ist's, der da von Edom herkommt, von Bozra in hochroten Kleidern, so prangend in seinem Gewand, einherschreitend in der Fülle seiner Kraft?» - «Ich bin's, der ich Heil verheisse, der ich mächtig bin zu helfen.» - -Jes. 34,6.
18937#Jesaja,63,2#2. «Warum ist so rot dein Gewand, und deine Kleider wie eines Keltertreters?» -
18938#Jesaja,63,3#3. «Ich habe die Kelter allein getreten, und von den Völkern stand mir niemand bei. Ich trat sie in meinem Zorn und zerstampfte sie in meinem Grimm; da spritzte ihr Saft an meine Kleider, und ich besudelte all mein Gewand.
18939#Jesaja,63,4#4. Denn der Tag der Rache war bei mir beschlossen, und das Jahr meiner Vergeltung war gekommen. -Jes. 34,8.
18940#Jesaja,63,5#5. Ich sah mich um, doch da war kein Helfer; ich staunte, doch niemand unterstützte (mich). Da half mir mein Arm, und mein Grimm, der unterstützte mich. -Jes. 59,16.
18941#Jesaja,63,6#6. Und ich zertrat die Völker in meinem Zorn, zerschmetterte sie in meinem Grimm und liess zur Erde rinnen ihren Saft.»
18942#Jesaja,63,7#7. DIE Huld des Herrn will ich preisen, die Ruhmestaten des Herrn nach allem, was der Herr an uns getan hat, und die grosse Güte, die er dem Hause Israel erwiesen nach seiner Barmherzigkeit und nach der Fülle seiner Gnade.
18943#Jesaja,63,8#8. Sprach er doch: «Fürwahr, mein Volk sind sie, Söhne, die nicht untreu sein werden», und er ward ihr Retter
18944#Jesaja,63,9#in all ihrer Not. 9. Nicht ein Bote oder Engel, er selber rettete sie; er selbst in seiner Liebe und Erbarmung erlöste sie. Er hob sie empor und trug sie alle Tage der Vorzeit.
18945#Jesaja,63,10#10. Sie aber empörten sich und betrübten seinen heiligen Geist; da wandelte er sich ihnen zum Feinde, er selbst stritt wider sie.
18946#Jesaja,63,11#11. Nun gedachten sie der Tage der Vorzeit, seines Knechtes Mose: «Wo ist er, der aus dem Strome herauszog den Hirten seiner Herde? wo ist er, der seinen heiligen Geist in sein Inneres legte?
18947#Jesaja,63,12#12. der seinen glorreichen Arm einherziehen liess zur Rechten Moses, der vor ihnen das Wasser zerteilte, sich einen ewigen Namen zu machen? -2.Mo. 14,29; Ps. 77,20.
18948#Jesaja,63,13#13. der sie durch Tiefen gehen liess wie das Ross in der Steppe, ohne Straucheln?»
18949#Jesaja,63,14#14. Gleich Rindern, die ins Tal hinabsteigen, führte der Geist des Herrn sie zur Ruhe. So hast du dein Volk geleitet, dir einen glorreichen Namen zu machen.
18950#Jesaja,63,15#15. Blicke herab vom Himmel und schaue hernieder von deiner heiligen, herrlichen Wohnstatt! Wo ist dein Eifer und deine Stärke? das Wallen deiner Liebe und deines Erbarmens? Halte dich doch nicht zurück, -5.Mo. 26,15.
18951#Jesaja,63,16#16. denn du bist unser Vater! Abraham weiss ja nicht von uns, und Israel kennt uns nicht; du, Herr, bist unser Vater, «Unser Erlöser» ist dein Name von Urzeit an. -Jes. 64,8; 5.Mo. 32,6.
18952#Jesaja,63,17#17. Warum lässest du uns, o Herr, abirren von deinen Wegen? verhärtest unser Herz, dass wir dich nicht fürchten? Kehre wieder um deiner Knechte, um der Stämme willen, die dein eigen sind.
18953#Jesaja,63,18#18. Warum schreiten die Gottlosen durch deinen Tempel, zertreten unsre Feinde dein Heiligtum?
18954#Jesaja,63,19#19. Warum sind wir geworden wie solche, die du nie beherrscht hast, die nicht nach deinem Namen benannt sind? 1. -1-O dass du den Himmel zerrissest und führest herab, dass vor dir die Berge erbebten, -1) die Lutherbibel hat für 64,1-12 die Zählung 64,1-11; V. 1 und 2 sind dann als V. 1 gezählt.
18955#Jesaja,64,2#2. gleichwie Feuer Reisig entzündet, wie Feuer Wasser ins Wallen bringt, damit dein Name deinen Feinden kundwürde und vor dir die Völker erzitterten,
18956#Jesaja,64,3#3. indem du furchtbare Dinge tätest, die wir nicht erhofften,
18957#Jesaja,64,4#4. wie man sie von Urzeit an nie vernommen! Kein Ohr hat gehört, kein Auge gesehen einen Gott ausser dir, der für die wirkte, die auf ihn harren. -1.Kor. 2,9.
18958#Jesaja,64,5#5. O dass du dich annähmest derer, die Recht üben und deiner Wege gedenken! Siehe, du zürntest - und wir sündigten - über unsern Treubruch, und wir fielen ab.
18959#Jesaja,64,6#6. So wurden wir alle wie ein Unreiner, und all unsre Gerechtigkeit wie ein beflecktes Gewand; wir welkten alle hin wie das Laub, und unsre Schuld trug uns davon wie der Wind.
18960#Jesaja,64,7#7. Und es war niemand, der deinen Namen anrief, der sich aufraffte, an dir sich zu halten; denn du verbargst dein Antlitz vor uns und liessest uns vergehen durch unsre Schuld.
18961#Jesaja,64,8#8. Nun aber, Herr, bist du unser Vater! Wir sind der Ton und du unser Bildner, und wir alle sind das Werk deiner Hände. -Jes. 45,9; Jer. 18,6.
18962#Jesaja,64,9#9. Zürne, o Herr, nicht allzusehr, und gedenke der Schuld nicht immerdar; schaue doch her: dein Volk sind wir alle.
18963#Jesaja,64,10#10. Deine heiligen Städte sind zur Wüste geworden, Zion ist zur Wüste geworden, Jerusalem zur Einöde.
18964#Jesaja,64,11#11. Unser heiliges, herrliches Haus, wo unsre Väter dich lobten, ist ein Raub des Feuers geworden, und alles, was uns köstlich war, ist verwüstet.
18965#Jesaja,64,12#12. Willst du, o Herr, bei all dem zurückhalten, schweigen und uns beugen über die Massen?
18966#Jesaja,65,1#1. ICH war zugänglich für die, die nicht nach mir fragten; ich liess mich finden von denen, die mich nicht suchten. Zu einem Volke, das meinen Namen nicht anrief, sprach ich: Da bin ich! Da bin ich!
18967#Jesaja,65,2#2. Ich streckte meine Hände allezeit aus nach einem störrischen, widerspenstigen Volke, das auf schlimmem Wege geht, seinem eignen Sinne folgend,
18968#Jesaja,65,3#3. nach Leuten, die mich ohne Unterlass reizen offen ins Angesicht, die da opfern in den Gärten und räuchern auf den Ziegelsteinen,
18969#Jesaja,65,4#4. die in Gräbern sitzen und in Höhlen liegen die Nacht durch, die da Schweinefleisch essen und Greuelbrühe haben in ihren Geschirren,
18970#Jesaja,65,5#5. die da sprechen: «Bleib mir vom Leibe, komm mir nicht zu nahe! sonst mache ich dich heilig.»-a- Diese sind ein Rauch in meiner Nase, ein Feuer, das immerfort lodert. -a) vgl. Hes. 44,19.
18971#Jesaja,65,6#6. Siehe, aufgeschrieben ist es vor mir, und ich werde nicht schweigen, bis ich heimgezahlt
18972#Jesaja,65,7#7. ihre Schuld und die Schuld ihrer Väter zumal, spricht der Herr, die auf den Bergen geräuchert und mich auf den Hügeln gelästert haben; darum will ich ihnen den Lohn auf den Kopf zumessen und heimzahlen in ihren Busen.
18973#Jesaja,65,8#8. So spricht der Herr: Wie man sagt, wenn Saft in der Traube sich findet: «Verdirb es nicht, es ist ein Segen darin!» so will ich tun um meiner Knechte willen, dass ich nicht das Ganze verderbe.
18974#Jesaja,65,9#9. Ich will aus Jakob Nachwuchs hervorgehen lassen und aus Juda einen Erben meiner Berge. Meine Auserwählten werden es-1- besitzen, und meine Knechte werden daselbst wohnen. -1) d.h. das Land.
18975#Jesaja,65,10#10. Saron wird eine Trift der Schafe und das Tal Achor ein Lagerplatz der Rinder für mein Volk, das nach mir fragt.
18976#Jesaja,65,11#11. Ihr aber, die ihr den Herrn verlassen, meines heiligen Berges vergessen habt, die ihr dem Glücksgott den Tisch zurüstet und der Schicksalsgöttin den Mischtrank einfüllt:
18977#Jesaja,65,12#12. schicken will ich über euch das Schwert, und ihr alle müsst euch bücken zur Schlachtung! Denn als ich rief, gabt ihr nicht Antwort, und als ich redete, hörtet ihr nicht, sondern ihr tatet, was böse ist in meinen Augen, und was mir missfällt, das erwähltet ihr. -Jes. 66,4; Jer. 7,13.
18978#Jesaja,65,13#13. Darum spricht Gott der Herr also: Siehe, meine Knechte werden essen, ihr werdet hungern! Siehe, meine Knechte werden trinken, ihr werdet dürsten! Siehe, meine Knechte werden fröhlich sein, ihr werdet zuschanden werden!
18979#Jesaja,65,14#14. Siehe, meine Knechte werden frohlocken vor Herzenslust, ihr werdet aufschreien vor Herzeleid und heulen vor Verzweiflung!
18980#Jesaja,65,15#15. Und euren Namen werdet ihr als Fluchwort hinterlassen meinen Erwählten: «Gott der Herr möge dich töten!» aber meine Knechte wird man mit andrem Namen nennen,
18981#Jesaja,65,16#16. sodass, wer sich segnet im Lande, sich segnen wird bei dem Gott der Treue, und wer schwören wird im Lande, der wird schwören bei dem Gott der Treue, weil vergessen sind die früheren Drangsale, meinen Augen entschwunden.
18982#Jesaja,65,17#17. DENN siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde; man wird der früheren Dinge nicht mehr gedenken, und niemand wird sich ihrer mehr erinnern, -Jes. 66,22; 2.Petr. 3,13; Offb. 21,1.
18983#Jesaja,65,18#18. sondern man wird frohlocken und jubeln auf ewig über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich wandle Jerusalem zu Jubel um und sein Volk zu Frohlocken.
18984#Jesaja,65,19#19. Ich werde jubeln über Jerusalem und frohlocken über mein Volk; und nicht soll man darin fürder hören den Laut des Weinens und den Laut der Klage. -Jes. 35,10; 51,11; Offb. 21,4.
18985#Jesaja,65,20#20. Es wird daselbst kein Kind mehr nur wenige Tage leben, kein Greis wird sein, der seine Tage nicht erfüllte; denn als jung wird gelten, wer mit hundert Jahren stirbt, und wer sündigt, wird mit hundert Jahren erst vom Fluch getroffen.
18986#Jesaja,65,21#21. Sie werden Häuser bauen und sie bewohnen, werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen.
18987#Jesaja,65,22#22. Sie werden nicht bauen, dass ein andrer bewohne, werden nicht pflanzen, dass ein andrer geniesse; denn wie das Alter des Baumes soll das Alter meines Volkes sein, und was ihre Hände erarbeitet, das sollen meine Erwählten verzehren.
18988#Jesaja,65,23#23. Sie werden nicht umsonst sich mühen und nicht Kinder zeugen für frühen Tod; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des Herrn, und ihre Sprösslinge bleiben ihnen.
18989#Jesaja,65,24#24. Und ehe sie rufen, werde ich antworten; während sie noch reden, werde ich erhören. -Jes. 30,19; 58,9.
18990#Jesaja,65,25#25. Wolf und Lamm werden einträchtig weiden, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind; doch Staub ist das Brot der Schlange. Nichts Böses und nichts Verderbliches wird man tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr. -Jes. 11,6-9; 1.Mo. 3,14.
18991#Jesaja,66,1#1. SO spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füsse. Was wäre das für ein Haus, das ihr mir bauen wolltet, und welches wäre die Stätte meines Wohnens? -1.Kön. 8,27; Apg. 17,24.
18992#Jesaja,66,2#2. Hat doch meine Hand dies alles gemacht, und so ist dies alles geworden, spricht der Herr. Einen solchen sehe ich an, der demütig ist und zerschlagenen Geistes und erzittert vor meinem Worte. -Jes. 57,15; Ps. 51,19.
18993#Jesaja,66,3#3. Wer ein Rind schlachtet (und zugleich) einen Menschen tötet, wer ein Schaf opfert (und zugleich) einen Hund erwürgt, wer Speisopfer darbringt (und zugleich) Schweineblut spendet, wer Weihrauch anzündet (und zugleich) einen Götzen grüsst - wie diese Freude haben an ihren Wegen und ihr Herz an ihren Greueln sich ergötzt,
18994#Jesaja,66,4#4. so werde ich Freude haben an ihrer Misshandlung und über sie bringen, wovor ihnen graut; denn als ich rief, gab niemand Antwort, als ich redete, hörten sie nicht, sondern taten, was böse ist in meinen Augen, und erwählten, was mir nicht gefällt. -Jes. 65,12.
18995#Jesaja,66,5#5. Höret das Wort des Herrn, die ihr erzittert vor seinem Worte! Es sprechen eure Brüder, die euch hassen, die euch ausstossen um meines Namens willen: «Der Herr erweise sich herrlich, dass wir eure Freude sehen!» - Aber sie sollen zuschanden werden.
18996#Jesaja,66,6#6. Horch! Getöse von der Stadt, horch, vom Tempel her! Horch! Der Herr übt Vergeltung an seinen Feinden.
18997#Jesaja,66,7#7. Ehe noch Schmerzen empfindet die Schwangere, hat sie schon geboren; ehe die Wehen über sie kommen, ist sie eines Knaben genesen.
18998#Jesaja,66,8#8. Wer hat solches gehört? wer hat dergleichen gesehen? Kommt wohl das Volk eines Landes an einem Tage zur Welt? oder wird eine Nation geboren auf einen Schlag? Denn kaum in Wehen, hat Zion auch schon ihre Kinder geboren.
18999#Jesaja,66,9#9. Sollte ich bis zur Geburt bringen und nicht gebären lassen? spricht der Herr. Oder sollte ich, der ich gebären lasse, wieder verschliessen? spricht dein Gott.
19000#Jesaja,66,10#10. Freuet euch mit Jerusalem und jubelt über sie alle, die ihr sie liebhabt! Seid von Herzen fröhlich mit ihr, alle, die ihr über sie trauert!
19001#Jesaja,66,11#11. dass ihr euch labet und satt werdet an der Brust ihres Trostes, dass ihr schlürfet und euch erquicket an ihrer reichen Mutterbrust.
19002#Jesaja,66,12#12. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich will die Wohlfahrt zu ihr leiten wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen flutenden Bach; ihre Kinder werden auf den Armen getragen und auf den Knieen geliebkost werden. -Jes. 49,22; 60,4.
19003#Jesaja,66,13#13. Wie einen seine Mutter tröstet, so will ich euch trösten; ihr sollt in Jerusalem getröstet werden.
19004#Jesaja,66,14#14. Wenn ihr es seht, wird euer Herz frohlocken, und eure Gebeine werden sprossen wie junges Grün; und die Hand des Herrn wird sich kundtun an seinen Knechten und sein Zorn an seinen Feinden.
19005#Jesaja,66,15#15. DENN siehe, der Herr wird mit Feuer kommen und wie der Sturmwind seine Wagen, dass er auslasse in Glut seinen Zorn und sein Schelten in Feuerflammen. -Ps. 50,3.
19006#Jesaja,66,16#16. Ja, mit Feuer und mit seinem Schwert geht der Herr ins Gericht mit allem Fleisch, und der Erschlagenen des Herrn werden viele sein.
19007#Jesaja,66,17#17. Die sich weihen und sich reinigen für die (Götzen-)Gärten, folgend dem einen (Priester) in der Mitte, die Schweinefleisch, kleines Getier und Mäuse essen - mit ihnen allen nimmt es ein Ende, spricht der Herr.
19008#Jesaja,66,18#18. Ich kenne ihre Werke und ihre Gedanken, und ich komme, zu versammeln die Völker aller Zungen, und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen.
19009#Jesaja,66,19#19. Ich werde ein Zeichen an ihnen tun und aus ihnen Entronnene an die Völker senden, an Tharsis, Put und Lud, an Mesech und Ros, an Thubal und Jawan, die fernen Gestade, die keine Kunde von mir gehört und meine Herrlichkeit niemals gesehen, und sie werden meine Herrlichkeit unter den Völkern verkünden.
19010#Jesaja,66,20#20. Und sie werden all eure Brüder aus allen Völkern dem Herrn als Opfergabe bringen auf Rossen und Wagen und in Sänften, auf Maultieren und Dromedaren, nach Jerusalem auf meinen heiligen Berg spricht der Herr, wie die Söhne Israels die Opfergabe in reinem Gefässe in das Haus des Herrn bringen.
19011#Jesaja,66,21#21. Und auch aus ihnen werde ich welche zu levitischen Priestern nehmen, spricht der Herr. -Jes. 61,6.
19012#Jesaja,66,22#22. Denn wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich schaffen will, vor mir bestehen werden, spricht der Herr, so wird euer Geschlecht und euer Name bestehen bleiben. -Jes. 65,17.
19013#Jesaja,66,23#23. Neumond um Neumond und Sabbat um Sabbat wird alles Fleisch kommen, vor mir anzubeten, spricht der Herr.
19014#Jesaja,66,24#24. Und sie werden hinausgehen und die Leichen der Menschen anschauen, die von mir abgefallen sind; denn ihr Wurm wird nicht sterben, und ihr Feuer wird nicht erlöschen, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch.

17607#Hohelied,1,1#1. DAS schönste der Lieder Salomos.
17608#Hohelied,1,2#2. O dass er mich tränkte mit Küssen seines Mundes! / Deine Liebe ist süsser als Wein, / -Hoh. 4,10.
17609#Hohelied,1,3#3. der Duft deiner Salben ist süss, / feinstes Salböl dein Name; / darum haben die Mädchen dich gern. /
17610#Hohelied,1,4#4. Zieh mich dir nach, lass uns eilen! / Führe mich, König, in deine Gemächer! / Wir wollen jubeln und deiner uns freuen, / an deiner Liebe uns berauschen mehr als an Wein. / Mit Recht haben sie dich gern.
17611#Hohelied,1,5#5. Braun bin ich zwar, doch hübsch, / ihr Töchter Jerusalems, / wie die Zelte der Kedarener, / wie die Zeltdecken der Salmäer. /
17612#Hohelied,1,6#6. Seht mich nicht an, dass ich so gebräunt bin, / dass mich die Sonne verbrannt hat. / Die Söhne meiner Mutter zürnten mir, / bestellten mich, die Weinberge zu hüten - / meinen eignen Weinberg habe ich nicht gehütet.
17613#Hohelied,1,7#7. «Sage mir, du, den meine Seele liebt: / Wo weidest du? wo lässt du lagern am Mittag? / Warum soll ich wie eine, die umherstreicht, erscheinen / bei den Herden deiner Gefährten?» /
17614#Hohelied,1,8#8. «Wenn du's nicht weisst, du schönste unter den Frauen, / so gehe hinaus und folge den Spuren der Herde / und weide deine Zicklein bei den Hütten der Hirten.»
17615#Hohelied,1,9#9. «Der Stute an des Pharao Wagen / vergleiche ich dich, meine Freundin. /
17616#Hohelied,1,10#10. Lieblich sind deine Wangen im Schmucke der Kettchen, / dein Hals in den Korallenschnüren. /
17617#Hohelied,1,11#11. Wir wollen dir goldene Kettchen machen / mit silbernen Punkten.» /
17618#Hohelied,1,12#12. «Solange der König an seiner Tafel sass, / gab meine Narde ihren Duft. /
17619#Hohelied,1,13#13. Mein Geliebter ist mir wie ein Bündlein Myrrhen, / das an meinem Busen liegt. /
17620#Hohelied,1,14#14. Mein Geliebter ist mir wie eine Cypertraube / in den Weinbergen von En-Gedi.» /
17621#Hohelied,1,15#15. «Wie schön bist du, meine Freundin, wie schön! / Deine Augen glänzen wie Tauben.» / -Hoh. 4,1.
17622#Hohelied,1,16#16. «Wie schön bist du, mein Geliebter, wie hold! / Unser Lager ist grün; /
17623#Hohelied,1,17#17. Zedern sind die Balken unsres Hauses / und unser Getäfel Zypressen.»
17624#Hohelied,2,1#1. «Ich bin die Narzisse in Saron, / die Lilie in den Tälern.» /
17625#Hohelied,2,2#2. «Wie die Lilie unter den Dornen, / so ist meine Freundin unter den Mädchen.» /
17626#Hohelied,2,3#3. «Wie der Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, / so ist mein Geliebter unter den Burschen. / Mich verlangt, in seinem Schatten zu sitzen, / und seine Frucht ist meinem Gaumen süss. /
17627#Hohelied,2,4#4. Er führte mich in das Weinhaus, / und des Hauses Fahne über mir war die Liebe. /
17628#Hohelied,2,5#5. Er labte mich mit Rosinenkuchen, / erquickte mich mit Äpfeln; / denn ich bin krank vor Liebe. / -Hoh. 5,8.
17629#Hohelied,2,6#6. Seine Linke ruht unter meinem Haupte, / und seine Rechte umfängt mich. / -Hoh. 8,3.
17630#Hohelied,2,7#7. Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, / bei den Gazellen oder den Hinden des Feldes: / stört nicht auf, weckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt!» -Hoh. 3,5; 8,4.
17631#Hohelied,2,8#8. Horch! mein Geliebter! - Siehe, da kommt er, / springt daher über die Berge, / hüpft daher über die Hügel. /
17632#Hohelied,2,9#9. Mein Geliebter gleicht der Gazelle / oder dem jungen Hirsch. / Siehe, schon steht er hinter unsrer Mauer. / Ich schaue durchs Fenster, / ich gucke durchs Gitter. / -Hoh. 8,14.
17633#Hohelied,2,10#10. Mein Geliebter hebt an, spricht zu mir: / «Auf, meine Freundin, / meine Schöne, und komm! /
17634#Hohelied,2,11#11. Sieh nur, der Winter ist dahin; / vorüber, fort ist der Regen. /
17635#Hohelied,2,12#12. Die Blumen erscheinen im Lande, / die Zeit des Singens ist da, / und das Gurren der Turteltaube hebt an. /
17636#Hohelied,2,13#13. Am Feigenbaum röten sich die Früchte, / die Reben blühen und duften - / auf, meine Freundin, / meine Schöne, und komm! /
17637#Hohelied,2,14#14. Du, meine Taube in Felsenklüften, / im Versteck an der Bergwand, / lass mich schauen deine Gestalt, / lass deine Stimme mich hören; / denn deine Stimme ist süss, / und deine Gestalt ist lieblich.»
17638#Hohelied,2,15#15. Fangt uns die Füchse, / die Füchse, die kleinen, / die den Weinberg verwüsten, / unsern Weinberg im Blust!
17639#Hohelied,2,16#16. Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein, / der auf Lilienauen weidet. / -Hoh. 6,3.
17640#Hohelied,2,17#17. Bis der Morgenwind weht / und die Schatten fliehen, / komm her, mein Geliebter, / tu's der Gazelle gleich / oder dem jungen Hirsch / auf den duftenden Bergen. -Hoh. 8,14.
17641#Hohelied,3,1#1. Auf meinem Lager nächtlicher Weile / suchte ich ihn, den meine Seele liebt, / ich suchte ihn, doch ich fand ihn nicht. / -Hoh. 5,6.
17642#Hohelied,3,2#2. «So will ich mich aufmachen, die Stadt durchwandern, / die Strassen und Plätze, / will ihn suchen, den meine Seele liebt.» / Ich suchte ihn, doch ich fand ihn nicht. /
17643#Hohelied,3,3#3. Mich fanden die Wächter, / die die Stadt durchstreifen - / «Habt ihr ihn gesehen, / den meine Seele liebt?» /
17644#Hohelied,3,4#4. Kaum war ich an ihnen vorüber, / da fand ich ihn, den meine Seele liebt. / Ich hielt ihn fest und liess ihn nicht mehr, / bis ich ihn gebracht in meiner Mutter Haus, / in die Kammer derer, die mich geboren. /
17645#Hohelied,3,5#5. Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, / bei den Gazellen oder den Hinden des Feldes: / stört nicht auf, weckt nicht die Liebe, / bis es ihr gefällt! -Hoh. 2,7; 8,4.
17646#Hohelied,3,6#6. Wer steigt da herauf aus der Trift / in Säulen von Rauch, / umduftet von Myrrhen und Weihrauch, / von allerlei Gewürzstaub des Händlers? /
17647#Hohelied,3,7#7. Siehe, das ist Salomos Sänfte, / von sechzig Helden umgeben / aus Israels Helden. /
17648#Hohelied,3,8#8. Alle tragen sie Schwerter, / sind geübt im Kampfe; / ein jeder hat sein Schwert an der Seite / gegen nächtlichen Schrecken. /
17649#Hohelied,3,9#9. Einen Tragsessel liess sich der König machen / aus Hölzern vom Libanon: /
17650#Hohelied,3,10#10. die Füsse von Silber, / die Lehne von Gold, / der Sitz ein Purpurkissen, / das Innere mit Ebenholz ausgelegt. / Ihr Töchter Jerusalems, /
17651#Hohelied,3,11#11. kommt heraus und beschaut den König in der Krone, / mit der seine Mutter ihn krönte / am Tag seiner Hochzeit, / am Tag seiner Herzensfreude.
17652#Hohelied,4,1#1. Wie schön bist du, meine Freundin, wie schön! / Deine Augen glänzen wie Tauben / hinter deinem Schleier hervor. / Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, / die vom Gebirge Gilead herabwallt. / -Hoh. 1,15; 5,12; 6,4.
17653#Hohelied,4,2#2. Deine Zähne sind wie eine Herde frischgeschorener Schafe, / die von der Schwemme heraufsteigen, / die allesamt Zwillinge haben / und deren keins ohne Lämmer ist. / -Hoh. 6,6.
17654#Hohelied,4,3#3. Einem Karmesinband gleich sind deine Lippen, / und dein Plaudermund ist lieblich. / Gleich dem Riss im Granatapfel schimmert deine Schläfe / hinter deinem Schleier hervor. / -Hoh. 6,7.
17655#Hohelied,4,4#4. Dein Hals ragt gleich dem Davidsturme, / der für Waffen gebaut ist, / an dem die tausend Schilde hangen, / lauter Tartschen der Helden. /
17656#Hohelied,4,5#5. Deine Brüste sind gleich zwei Böcklein, / Zwillingen der Gazelle, / die auf Lilienauen weiden. /
17657#Hohelied,4,6#6. Bis der Morgenwind weht / und die Schatten fliehen, / will ich zum Myrrhenberg gehen, / zum Weihrauchhügel. /
17658#Hohelied,4,7#7. Alles ist schön an dir, meine Freundin, / an dir ist kein Fehl.
17659#Hohelied,4,8#8. Mit mir vom Libanon, Braut, / mit mir vom Libanon komm! / Steige herab vom Gipfel des Amana, / vom Gipfel des Senir und des Hermon, / von den Wohnstätten der Löwen, / von den Bergen der Panther! /
17660#Hohelied,4,9#9. Du hast mich verzaubert, meine Schwester und Braut, / du hast mich verzaubert mit einem Blick deiner Augen, / mit einem Kettchen in deinem Halsschmuck. /
17661#Hohelied,4,10#10. Wie süss ist dein Kosen, meine Schwester und Braut! / Wieviel köstlicher als Wein ist dein Kosen, / wieviel köstlicher als alle Balsamgerüche / der Duft deiner Salben! / -Hoh. 1,2.
17662#Hohelied,4,11#11. Von Honigseim triefen deine Lippen, Braut, / unter deiner Zunge ist Honig und Milch, / und der Duft deiner Kleider ist wie des Libanon Duft.
17663#Hohelied,4,12#12. «Ein verriegelter Garten ist meine Schwester und Braut, / ein verriegelter Garten mit versiegeltem Quell. /
17664#Hohelied,4,13#13. Dein Schoss ist ein Park von Granatbäumen / mit allerlei köstlichen Früchten, / Cypertrauben samt Narden, /
17665#Hohelied,4,14#14. Narde und Safran, Gewürzrohr und Zimt / samt allerlei Weihrauchhölzern, / Myrrhen und Aloe mit den allerbesten Balsamen. /
17666#Hohelied,4,15#15. Mein Gartenquell ist ein Brunnen lebendigen Wassers, / das vom Libanon strömt.» /
17667#Hohelied,4,16#16. «Erwache, Nordwind, und komme, Süd, / durchwehe meinen Garten, / dass seine Balsamdüfte strömen! / Mein Geliebter komme in seinen Garten / und esse von seinen köstlichen Früchten!» /
17668#Hohelied,5,1#1. «Ich kam in den Garten meiner Schwester und Braut, / pflückte meine Myrrhe und meinen Balsam, / ich ass meine Wabe und meinen Honig, / trank meinen Wein und meine Milch. / Esset, ihr Freunde, und trinkt / und berauscht euch in Liebeslust!»
17669#Hohelied,5,2#2. Ich schlief, doch es wachte mein Herz - / horch, da klopft mein Geliebter: / «Tue mir auf, meine Schwester, / meine Freundin, mein Täubchen, meine Traute! / Denn mein Haupt ist voll Tau, / meine Locken voll Tropfen der Nacht.» /
17670#Hohelied,5,3#3. «Ich habe mein Röcklein ausgezogen; / wie könnt' ich es wieder anziehen? / Ich habe meine Füsse gewaschen; / wie könnt' ich sie wieder beschmutzen?» /
17671#Hohelied,5,4#4. Mein Geliebter streckte die Hand / durch die Luke in der Türe; / da wallte mein Herz in mir, / mir schwanden die Sinne bei seinem Reden. /
17672#Hohelied,5,5#5. Ich stand auf, um zu öffnen, / die Hand an den Griffen des Riegels. / Da troffen meine Hände von Myrrhe, / von flüssiger Myrrhe meine Finger. /
17673#Hohelied,5,6#6. Ich tat meinem Geliebten auf; / doch mein Geliebter war weggegangen, war fort. / Ich suchte ihn, aber ich fand ihn nicht; / ich rief nach ihm, doch er gab mir nicht Antwort. / -Hoh. 3,1.
17674#Hohelied,5,7#7. Mich fanden die Wächter, die die Stadt durchstreifen, / sie schlugen mich und verwundeten mich; / sie rissen mir meinen Überwurf weg, / die Wächter der Mauern.
17675#Hohelied,5,8#8. «Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems: / wenn ihr meinem Geliebten begegnet, / was sollt ihr ihm sagen? - / Dass ich krank bin vor Liebe!» / -Hoh. 2,5.
17676#Hohelied,5,9#9. «Was hat dein Geliebter vor andern voraus, / du schönste unter den Frauen? / Was hat dein Geliebter vor andern voraus, / dass du uns also beschwörst?» /
17677#Hohelied,5,10#10. «Mein Geliebter ist weiss und rot, / ausgezeichnet vor Tausenden. /
17678#Hohelied,5,11#11. Sein Haupt ist köstliches Feingold, / seine Locken sind Dattelrispen und rabenschwarz, /
17679#Hohelied,5,12#12. seine Augen wie Tauben an Wasserbächen, / badend in Milch, am Teiche sitzend, / -Hoh. 4,1.
17680#Hohelied,5,13#13. seine Wangen wie Balsambeete, / in denen Gewürzkräuter wachsen, / seine Lippen sind Lilien gleich, / triefend von flüssiger Myrrhe, /
17681#Hohelied,5,14#14. seine Arme sind goldene Walzen, / mit Chrysolithen besetzt, / sein Leib ein Elfenbeingebilde, / bedeckt mit Saphiren, /
17682#Hohelied,5,15#15. seine Schenkel sind Marmorsäulen, / stehend auf goldenen Sockeln, / seine Gestalt dem Libanon gleich, / auserlesen wie Zedern; /
17683#Hohelied,5,16#16. sein Gaumen ist lauter Süsse, / und alles an ihm ist Wonne. / So ist mein Geliebter, so ist mein Freund, / ihr Töchter Jerusalems.» /
17684#Hohelied,6,1#1. «Wohin ist dein Geliebter gegangen, / du Schönste unter den Frauen? / Wohin hat sich dein Geliebter gewandt, / dass wir ihn suchen mit dir?» /
17685#Hohelied,6,2#2. «Mein Geliebter ist in seinen Garten gegangen, / hinab zu den Balsambeeten, / in den Gärten zu weiden und Lilien zu pflücken. /
17686#Hohelied,6,3#3. Ich bin meines Geliebten, und mein Geliebter ist mein, / er, der auf Lilienauen weidet.»
17687#Hohelied,6,4#4. Schön bist du, meine Freundin, wie Thirza, / lieblich wie Jerusalem, / furchtbar wie Heerscharen. /
17688#Hohelied,6,5#5. Wende deine Augen von mir, / denn sie erschrecken mich. / Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, / die von Gilead herabwallt. /
17689#Hohelied,6,6#6. Deine Zähne sind wie eine Herde Schafe, / die von der Schwemme heraufsteigen, / die allesamt Zwillinge haben / und deren keins ohne Lämmer ist. / -Hoh. 2,16.
17690#Hohelied,6,7#7. Gleich dem Riss im Granatapfel schimmert deine Schläfe / hinter deinem Schleier hervor.
17691#Hohelied,6,8#8. Der Königinnen sind sechzig, / und der Nebenfrauen sind achtzig, / dazu der Mädchen unzählbar viel. /
17692#Hohelied,6,9#9. Doch nur eine ist sie, mein Täubchen, meine Traute. / Sie ist die Einzige ihrer Mutter, / die Auserwählte derer, die sie gebar. / Es sahen sie die Mädchen und priesen sie, / die Königinnen und Nebenfrauen, und lobten sie.
17693#Hohelied,6,10#10. Wer ist sie, die da herabschaut wie die Morgenröte, / schön wie der Vollmond, / rein wie die Sonne, / furchtbar wie Heerscharen? /
17694#Hohelied,6,11#11. Ich stieg hinab in den Nussgarten, / mich zu ergötzen an den Blüten im Tal, / zu sehen, ob der Weinstock gesprosst, / ob die Granaten in Blüte stehen.
17695#Hohelied,6,12#12. -der überlieferte V. 12 ist völlig unverständlich.
17696#Hohelied,7,1#1. «Wende dich, wende dich, Sulamitin! / Wende dich, wende dich, dass wir dich bewundern!» / «Was bewundert ihr an der Sulamitin / beim kriegerischen Tanz?» /
17697#Hohelied,7,2#2. «Wie schön sind deine Schritte in den Schuhen, / du Edelgeborne! / Die Biegungen deiner Hüfte sind wie Halsgeschmeide, / gefertigt von Künstlerhänden. /
17698#Hohelied,7,3#3. Dein Schoss ist ein verschlossenes Becken; / nicht mangle der Mischtrank! / Dein Leib ist ein Weizenhaufe, / umgeben von Lilien. /
17699#Hohelied,7,4#4. Deine Brüste sind gleich zwei Böcklein, / Zwillingen der Gazelle. / -Hoh. 4,5.
17700#Hohelied,7,5#5. Dein Hals ist wie ein Turm von Elfenbein, / dein Haupt auf dir gleich dem Karmel. / Deine Augen sind wie die Teiche zu Hesbon / am Tor Bath-Rabbim. / Deine Nase ist gleich dem Libanonturm, / der gegen Damaskus schaut. /
17701#Hohelied,7,6#6. Die Flechten deines Hauptes sind wie Purpur; / ein König liegt gefesselt in den Schlingen.
17702#Hohelied,7,7#7. Wie schön, wie hold bist du, / Geliebte, du Wonnevolle! /
17703#Hohelied,7,8#8. Wie du dastehst, gleichst du der Palme / und deine Brüste den Trauben. /
17704#Hohelied,7,9#9. Ich dachte: Ich will die Palme ersteigen, / will nach ihren Rispen greifen. / Deine Brüste sollen mir sein wie Trauben, / und der Atem deiner Nase wie Äpfel, /
17705#Hohelied,7,10#10. und dein Mund wie köstlicher Wein, / der meinem Gaumen sanft eingeht / und Lippen und Zähne mir netzt.»
17706#Hohelied,7,11#11. Ich bin meines Geliebten, / und er hat Verlangen nach mir. / -Hoh. 2,16; 6,3.
17707#Hohelied,7,12#12. Komm, mein Geliebter, hinaus auf die Flur, / lass unter Cyperblüten uns nächtigen, /
17708#Hohelied,7,13#13. am Morgen früh nach den Weingärten sehen, / ob der Weinstock gesprosst, / ob die Blüten sich aufgeschlossen, / ob die Granaten im Bluste stehen. / Dort will ich dir meine Liebe schenken. / -Hoh. 6,11.
17709#Hohelied,7,14#14. Es duften die Liebesäpfel, / vor unsern Türen sind köstliche Früchte, / frische zusammen mit jährigen; / die habe ich, mein Geliebter, dir aufgespart.
17710#Hohelied,8,1#1. O wärst du mein Bruder, / den die Brust meiner Mutter gestillt! / Fände ich dich draussen, ich wollte dich küssen, / und doch würde mich niemand verachten. /
17711#Hohelied,8,2#2. Ich wollte dich führen in meiner Mutter Haus, / dich bringen in die Kammer derer, die mich geboren, / wollte dich tränken mit gewürztem Wein, / mit dem Saft der Granaten. /
17712#Hohelied,8,3#3. Seine Linke läge unter meinem Haupte, / und seine Rechte umfinge mich. / -Hoh. 2,6.
17713#Hohelied,8,4#4. Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems: / was wollt ihr aufstören, was wollt ihr wecken / die Liebe, ehe es ihr gefällt? -Hoh. 2,7; 3,5.
17714#Hohelied,8,5#5. «Wer steigt da herauf aus der Trift, / sich lehnend an den Geliebten? / Unter dem Apfelbaum weckt' ich dich auf. / Dort kam in die Wehen mit dir deine Mutter, / dort kam in die Wehen, die dich gebar.» /
17715#Hohelied,8,6#6. «Lege mich wie ein Siegel an dein Herz, / wie einen Ring an deinen Arm. / Denn stark wie der Tod ist die Liebe, / Leidenschaft hart wie die Unterwelt; / ihre Gluten sind Feuersgluten, / ihre Flammen wie Flammen des Herrn. /
17716#Hohelied,8,7#7. Grosse Wasser können die Liebe nicht löschen, / Ströme sie nicht überfluten. / Gäbe einer auch all sein Gut um die Liebe, / würde man ihn verachten?»
17717#Hohelied,8,8#8. «Wir haben ein kleines Schwesterlein, / das noch keine Brüste hat. / Was wollen wir unsrer Schwester tun / an dem Tage, da man um sie wirbt? /
17718#Hohelied,8,9#9. Ist sie eine Mauer, / so bauen wir darauf eine silberne Zinne; / ist sie eine Türe, / so verrammeln wir sie mit zedernem Brette.» /
17719#Hohelied,8,10#10. «Ich bin eine Mauer, / und meine Brüste wie Türme; / nun bin ich in seinen Augen / wie eine, die Heil gefunden hat.»
17720#Hohelied,8,11#11. Einen Weinberg hatte Salomo in Baal-Hamon; / den Weinberg übergab er den Hütern. / Aus seinen Früchten zöge einer / wohl tausend Lot Silber. /
17721#Hohelied,8,12#12. Mein Weinberg, der mir gehört, steht vor mir. / Die Tausend lass ich dir, Salomo, / und zweihundert denen, die seine Frucht hüten.
17722#Hohelied,8,13#13. «Die du in den Gärten wohnst - / die Gefährten lauschen - / lass mich deine Stimme hören.» /
17723#Hohelied,8,14#14. «Fliehe, mein Geliebter! / Tue es der Gazelle gleich / oder dem jungen Hirsch / auf den Balsambergen!» -Hoh. 2,9.17.