17385#Prediger,1,1#1. DIE Worte des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs zu Jerusalem.
17386#Prediger,1,2#2. Wie ist alles so nichtig! spricht der Prediger. / Wie ist alles so nichtig! es ist alles umsonst! -Ps. 62,10.
17387#Prediger,1,3#3. Was hat der Mensch für Gewinn von all seiner Mühe, / womit er sich abmüht unter der Sonne? -Pred. 2,22.
17388#Prediger,1,4#4. Ein Geschlecht geht dahin, und ein anderes kommt; / aber die Erde bleibt ewig stehen. / -Ps. 90,3.
17389#Prediger,1,5#5. Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter / und strebt zurück an ihren Ort, / wo sie wiederum aufgeht. /
17390#Prediger,1,6#6. Der Wind weht gen Süden, er kreist gen Norden, / immerfort kreisend weht der Wind, / und in seinem Kreislauf kehrt er zurück. /
17391#Prediger,1,7#7. Alle Flüsse gehen zum Meere, / und doch wird das Meer nicht voll; / an den Ort, wohin die Flüsse gehen, / dahin gehen sie immer wieder. /
17392#Prediger,1,8#8. Alles Ding müht sich ab, / kein Mensch vermag es zu sagen. / Das Auge wird nicht satt zu sehen, / das Ohr wird nicht voll vom Hören. / -Spr. 27,20.
17393#Prediger,1,9#9. Was gewesen ist, wird wieder sein, / und was geschehen ist, wieder geschehen: / es gibt nichts Neues unter der Sonne. / -Pred. 3,15.
17394#Prediger,1,10#10. Oder ist etwas, von dem man sagen möchte: / Siehe, dies hier ist ein Neues -? / Längst schon ist es dagewesen, / in den Zeiten, die vor uns gewesen sind. /
17395#Prediger,1,11#11. Der Frühern gedenkt man nicht mehr / und auch der Spätern, die kommen werden, / auch ihrer wird nicht mehr gedacht werden / bei denen, die nach ihnen kommen.
17396#Prediger,1,12#12. ICH, der Prediger, bin König über Israel gewesen zu Jerusalem. /
17397#Prediger,1,13#13. Ich gedachte alles, was unter der Sonne geschah, / durch Weisheit zu erforschen und zu ergründen: / eine leidige Mühe, die Gott verhängt hat, / dass die Menschenkinder damit sich abmühen. /
17398#Prediger,1,14#14. Ich betrachtete alles Geschehen, / alles, was unter der Sonne geschieht: / siehe, alles ist nichtig und ein Haschen nach Wind. /
17399#Prediger,1,15#15. Was krumm ist, kann man nicht gerade machen, / und was unzureichend ist, nicht voll. /
17400#Prediger,1,16#16. Ich hatte bei mir selber gedacht: / Siehe, ich habe grosse und immer grössere Weisheit erworben, / mehr als alle, die vor mir über Jerusalem herrschten, / und mein Herz hat Weisheit und Wissen die Fülle erschaut. / -Pred. 2,9; 1.Kön. 3,12.
17401#Prediger,1,17#17. Ich war darauf bedacht, zu erkennen, was Weisheit, / zu erkennen, was Tollheit und Torheit sei. / Doch ich erkannte: Auch dies ist nur ein Haschen nach Wind. / -Pred. 7,26.
17402#Prediger,1,18#18. Denn wo viel Weisheit, da ist viel Verdruss, / und je mehr Wissen, desto mehr Schmerz. /
17403#Prediger,2,1#1. Ich sprach zu mir selbst: Wohlan, / versuch's einmal mit der Freude und geniesse! / Doch siehe, auch das war nichtig. /
17404#Prediger,2,2#2. Vom Lachen musste ich sagen: Es ist sinnlos, / und von der Freude: Was schafft die? /
17405#Prediger,2,3#3. Ich sann mir aus, meinen Leib mit Wein zu laben, / doch so, dass mein Verstand in Weisheit die Leitung hätte, / und nach der Torheit zu greifen, bis dass ich sähe, / was für die Menschenkinder gut sei zu tun / unter dem Himmel die kurze Zeit ihres Lebens. /
17406#Prediger,2,4#4. Ich unternahm grosse Werke: / ich baute mir Häuser, ich pflanzte mir Weinberge. /
17407#Prediger,2,5#5. Ich legte mir Gärten und Lusthaine an; / darein pflanzte ich allerlei Fruchtbäume. /
17408#Prediger,2,6#6. Ich machte mir Wasserteiche, / den sprossenden Baumwald daraus zu tränken. /
17409#Prediger,2,7#7. Ich kaufte Knechte und Mägde / zu den im Hause geborenen Sklaven. / Auch Herden von Rindern und Schafen besass ich, / mehr als alle, die vor mir in Jerusalem gewesen. /
17410#Prediger,2,8#8. Ich sammelte mir auch Silber und Gold / und die Schätze von Königen und Ländern. / Ich verschaffte mir Sänger und Sängerinnen / und, was die Wonne der Menschensöhne ist, / Frauen in Menge. / -1.Kön. 10,21; 11,3.
17411#Prediger,2,9#9. So ward ich gross, grösser als alle, die vor mir in Jerusalem gewesen; / überdies verblieb mir meine Weisheit. /
17412#Prediger,2,10#10. Was irgend meine Augen begehrten, / das entzog ich ihnen nicht, / und keine Freude versagte ich meinem Herzen; / denn mein Herz hatte Freude von all meiner Mühe, / und das wurde mein Lohn für all meine Mühe. /
17413#Prediger,2,11#11. Doch als ich all meine Werke ansah, / die meine Hände gewirkt hatten, / und die Mühe, die ich damit gehabt, / siehe, da war alles nichtig und ein Haschen nach Wind. / Es gibt keinen Gewinn unter der Sonne. /
17414#Prediger,2,12#12. Denn was wird der Mensch tun, / der nach dem Könige kommt? - / Was man vorlängst getan hat! Da ging ich daran, die Weisheit / mit der Torheit und Narrheit zu vergleichen. /
17415#Prediger,2,13#13. Und ich sah, dass die Weisheit / die Torheit so weit übertreffe, / als das Licht die Finsternis übertrifft. /
17416#Prediger,2,14#14. Der Weise hat seine Augen im Kopfe, / der Tor aber geht im Finstern. / Doch ich erkannte auch, / dass ein Geschick ihnen allen begegnet. /
17417#Prediger,2,15#15. Da dachte ich bei mir selbst: / Was dem Toren begegnet, wird auch mir begegnen; / wozu bin ich dann so viel weiser gewesen? / Und ich sagte mir: Also auch dies ist nichtig. /
17418#Prediger,2,16#16. Denn das Andenken des Weisen / bleibt ebensowenig wie das des Toren, / weil in den künftigen Tagen längst alle vergessen sind. / Ach, der Weise stirbt wie der Tor! /
17419#Prediger,2,17#17. Da ward mir das Leben verhasst; / denn übel erschien mir alles, / was unter der Sonne geschah. / Alles ist ja nichtig und ein Haschen nach Wind. /
17420#Prediger,2,18#18. Verhasst wurde mir all mein Mühen, / womit ich mich abmühe unter der Sonne. / Muss ich es doch einem andern, / der nach mir kommt, überlassen. /
17421#Prediger,2,19#19. Und wer weiss, ob es ein Weiser oder ein Tor sein wird? / Und doch wird er schalten und walten mit allem, / wofür ich Mühe und Weisheit aufwandte unter der Sonne. / Auch das ist nichtig. /
17422#Prediger,2,20#20. Und so kam ich dazu, an allem zu verzweifeln, / worum ich mich abgemüht hatte unter der Sonne. /
17423#Prediger,2,21#21. Denn da müht sich nun einer ab / in Weisheit und Einsicht, und es gelingt ihm, / und dann muss er es einem andern / als Eigentum überlassen, / der sich nicht daran abgemüht hat. / Auch das ist nichtig und ein grosses Übel. /
17424#Prediger,2,22#22. Denn was hat der Mensch von all dem Mühen und Streben, / womit er sich abmüht unter der Sonne? / -Pred. 1,3; Hiob 7,1-4.
17425#Prediger,2,23#23. Sein Leben lang hat er nur Schmerzen und Verdruss, / auch bei Nacht hat sein Herz keine Ruhe. / Auch das ist nichtig. /
17426#Prediger,2,24#24. Es gibt nichts Besseres für den Menschen, / als dass er esse und trinke und sich gütlich tue bei seiner Mühsal. / Doch auch das, sah ich, kommt aus der Hand Gottes. / -Pred. 3,12.13.
17427#Prediger,2,25#25. Denn wer kann essen und wer geniessen ohne ihn? /
17428#Prediger,2,26#26. Denn dem, der ihm wohlgefällt, / gibt Gott Weisheit und Einsicht und Freude; / den Sünder aber lässt er sammeln und anhäufen, / um es hernach dem zu geben, der ihm gefällt. / Auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind. -Hiob 27,16.17; Spr. 13,22; 28,8.
17429#Prediger,3,1#1. ALLES hat seine bestimmte Stunde, / jedes Ding unter dem Himmel hat seine Zeit. /
17430#Prediger,3,2#2. Geboren werden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit. / Pflanzen hat seine Zeit, und Ausreissen hat seine Zeit. /
17431#Prediger,3,3#3. Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit. / Einreissen hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit. /
17432#Prediger,3,4#4. Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit. / Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit. /
17433#Prediger,3,5#5. Steine wegwerfen hat seine Zeit, und Steine sammeln hat seine Zeit. / Umarmen hat seine Zeit, und Sichmeiden hat seine Zeit. /
17434#Prediger,3,6#6. Suchen hat seine Zeit, und Verlieren hat seine Zeit. / Behalten hat seine Zeit, und Wegwerfen hat seine Zeit. /
17435#Prediger,3,7#7. Zerreissen hat seine Zeit, und Nähen hat seine Zeit. / Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit. /
17436#Prediger,3,8#8. Lieben hat seine Zeit, und Hassen hat seine Zeit. / Der Krieg hat seine Zeit, und der Friede hat seine Zeit.
17437#Prediger,3,9#9. WELCHEN Gewinn hat, wer etwas tut, / von dem, worum er sich abmüht? /
17438#Prediger,3,10#10. Ich sah die Plage, die Gott verhängt hat, / dass die Menschenkinder sich damit plagen. /
17439#Prediger,3,11#11. Alles hat er gar schön gemacht zu seiner Zeit; / auch die Ewigkeit hat er ihnen ins Herz gelegt, / nur dass der Mensch das Werk, das Gott gemacht, / von Anfang bis zu Ende nicht fassen kann. / -Pred. 8,16.17.
17440#Prediger,3,12#12. Da merkte ich, dass es unter ihnen nichts Besseres gibt, / als fröhlich zu sein und es gut zu haben im Leben. /
17441#Prediger,3,13#13. Dass aber ein Mensch essen und trinken kann / und sich gütlich tun bei all seiner Mühsal, / auch das ist eine Gabe Gottes. /
17442#Prediger,3,14#14. Ich erkannte, dass alles, was Gott tut, ewig gilt, / man kann nichts dazutun und nichts davontun; / und Gott hat es so gemacht, / dass man sich vor ihm fürchte. /
17443#Prediger,3,15#15. Was da ist, das war schon vorzeiten, / und was sein wird, auch das ist vorzeiten gewesen; / Gott sucht das Entschwundene wieder hervor.
17444#Prediger,3,16#16. Und noch anderes sah ich unter der Sonne: / an der Stätte des Rechtes, da war das Unrecht, / und an der Stätte der Gerechtigkeit, da war der Frevel. /
17445#Prediger,3,17#17. Da dachte ich bei mir selbst: / Gott wird den Gerechten und den Frevler richten. / Denn jedes Ding und jedes Tun hat seine Zeit. /
17446#Prediger,3,18#18. Ich dachte bei mir selbst: / Der Menschenkinder wegen, sie zu prüfen, / hat Gott es so gefügt, damit sie sehen, / dass sie nicht mehr sind als das Tier. /
17447#Prediger,3,19#19. Denn das Geschick der Menschenkinder / ist gleich dem Geschick des Tiers; / ein Geschick haben sie beide. / Wie dieses stirbt, so sterben auch jene, / und einen Odem haben sie alle. / Der Mensch hat vor dem Tier keinen Vorzug. / -Ps. 49,13.21.
17448#Prediger,3,20#20. Denn alle gehen an einen Ort; / alle sind sie aus Staub geworden, / und alle werden sie wieder zu Staub. / -1.Mo. 3,19; Ps. 146,4.
17449#Prediger,3,21#21. Wer weiss, ob der Odem der Menschenkinder emporsteigt, / der Odem des Tieres aber hinabfährt zur Erde? /
17450#Prediger,3,22#22. Und so sah ich: es gibt nichts Besseres, / als dass der Mensch fröhlich sei bei seinem Tun; / das ist sein Teil. / Denn wer will ihn dahin bringen, sich zu freuen / an dem, was nach ihm sein wird?
17451#Prediger,4,1#1. UND wiederum sah ich all die Bedrückungen, / die unter der Sonne geschehen, / sah die Tränen der Unterdrückten fliessen, / und niemand tröstete sie; / von der Hand ihrer Bedrücker erlitten sie Gewalt, / und niemand tröstete sie. /
17452#Prediger,4,2#2. Da pries ich die Toten, die längst Gestorbenen: / glücklicher sind sie als die Lebenden, die jetzt noch leben, / -Hiob 3,11.
17453#Prediger,4,3#3. und glücklicher als beide der Ungeborne, / der noch nicht geschaut hat das böse Tun, / das unter der Sonne geschieht. /
17454#Prediger,4,4#4. Und ich sah, dass alles Mühen / und alles Gelingen nur Eifersucht / des einen gegen den andern ist. / Auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind. /
17455#Prediger,4,5#5. Der Tor legt seine Hände ineinander / und verzehrt sein eignes Fleisch. / -Spr. 6,10; 24,33.
17456#Prediger,4,6#6. Besser eine Hand voll Ruhe, / als beide Hände voll Mühe und Haschen nach Wind.
17457#Prediger,4,7#7. Und wiederum sah ich vergebliches Mühen unter der Sonne: /
17458#Prediger,4,8#8. Da ist einer einsam, steht ganz allein, / hat weder Sohn noch Bruder, / und macht sich doch Mühe ohne Ende / und kann des Geldes nicht genug sehen. - / «Aber für wen mühe ich mich denn ab / und versage mir jeden Genuss?» / Auch das ist nichtig und eine leidige Plage. / -Ps. 39,7.
17459#Prediger,4,9#9. Zweie sind besser daran als nur einer; / sie haben doch einen guten Lohn für ihre Mühe. /
17460#Prediger,4,10#10. Denn fallen sie, so hilft der eine dem andern auf. / Doch wehe dem Einzelnen, wenn er fällt / und kein andrer da ist, ihm aufzuhelfen! /
17461#Prediger,4,11#11. Und liegen zwei beieinander, so haben sie warm; / wie aber könnte einer allein erwarmen? /
17462#Prediger,4,12#12. Und mag einer auch den Einzelnen überwältigen, / so halten ihm doch die Zweie stand; / und gar die dreifache Schnur ist nicht so bald zu zerreissen. /
17463#Prediger,4,13#13. Besser ein Jüngling, der arm und weise, / als ein König, der alt und ein Tor ist, / einer, der sich nicht mehr warnen lässt. /
17464#Prediger,4,14#14. Denn aus dem Gefängnis ging jener hervor, um König zu werden, / ob er gleich arm geboren wurde, als dieser König war. /
17465#Prediger,4,15#15. Ich sah alle Lebenden, die unter der Sonne wandeln, / auf der Seite des jungen Mannes, der an seine Stelle trat. /
17466#Prediger,4,16#16. Da war kein Ende all des Volkes, / all derer, an deren Spitze er stand; / doch die Späteren werden sich nicht an ihm freuen. / Denn auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind.
17467#Prediger,4,17#17. SEI behutsam, wenn du zum Hause Gottes gehst: / Hintreten, um zu hören, ist besser, / als wenn die Toren Opfer bringen; / denn sie wissen nichts als Böses zu tun. / -1.Sam. 15,22; Spr. 15,8.
17468#Prediger,5,1#1. Sei nicht vorschnell mit deinem Munde, / und dein Herz übereile sich nicht, / etwas vor Gott zu reden; / denn Gott ist im Himmel, und du bist auf Erden, / darum mache nicht viele Worte. / -Spr. 10,19; Mt. 6,7.
17469#Prediger,5,2#2. Denn wie Träume kommen bei viel Geschäften, / so törichtes Gerede bei viel Worten. /
17470#Prediger,5,3#3. Wenn du Gott ein Gelübde tust, / so erfülle es ohne Verzug; / denn er hat kein Gefallen an den Toren. / Was du gelobst, das halte! / -4.Mo. 30,3; 5.Mo. 23,21.
17471#Prediger,5,4#4. Besser, du gelobst gar nichts, / als dass du gelobst und nicht hältst. /
17472#Prediger,5,5#5. Mach nicht, dass dein Mund dich in Schuld bringt, / und sage nicht vor dem Boten (Gottes)-1-: «Es war Übereilung.» / Warum soll Gott ob deines Wortes zürnen / und das Tun deiner Hände missraten lassen? / -1) vermutlich der Priester, vgl. Mal. 2,7.
17473#Prediger,5,6#6. Denn wo viele Träume sind und viele Worte, / ist auch viel Nichtiges. Gott sollst du fürchten!
17474#Prediger,5,7#7. Wenn du siehst, wie im Lande der Arme bedrückt, / wie Recht und Gerechtigkeit vorenthalten wird, / so wundre dich nicht über die Sache; / denn über den Hohen wacht ein Höherer, / und ein Höchster über sie alle. /
17475#Prediger,5,8#8. Und ein Gewinn für ein Land ist jedenfalls das: / ein König für das bebaute Land.
17476#Prediger,5,9#9. WER das Geld liebhat, wird des Geldes nicht satt, / und wer den Reichtum liebhat, nicht des Ertrages. / Auch das ist nichtig. / -Spr. 28,22; Lk. 12,16-21.
17477#Prediger,5,10#10. Wenn das Gut sich mehrt, so mehren sich, die davon zehren, / und was hat der Besitzer davon, als dass er es ansehen kann? /
17478#Prediger,5,11#11. Der Arbeiter hat einen süssen Schlaf, / ob er viel oder wenig zu essen hat; / den Reichen aber lässt sein Überfluss nicht ruhig schlafen. /
17479#Prediger,5,12#12. Ein schlimmes Übel sah ich unter der Sonne: / Reichtum, der von seinem Besitzer / zum eignen Unheil gehütet wird. /
17480#Prediger,5,13#13. Geht dieser Reichtum durch ein Unglück verloren, / und er hat einen Sohn gezeugt, / so hinterlässt er ihm nichts. /
17481#Prediger,5,14#14. Wie er aus Mutterschoss hervorging, / nackt geht er wieder dahin, wie er kam, / und nichts trägt er davon für seine Mühe, / das er mitnehmen könnte. / -Hiob 1,21; Ps. 49,18; 1.Tim. 6,7.
17482#Prediger,5,15#15. Auch das ist ein schlimmes Übel: / Gerade wie einer gekommen ist, / so geht er auch wieder dahin. / Was für einen Gewinn hat er dann davon, / dass er um nichts sich abgemüht hat? /
17483#Prediger,5,16#16. Dazu ein ganzes Leben in Dunkel und Trauer, / in viel Verdruss und Krankheit und Unmut.
17484#Prediger,5,17#17. Was ich als gut befunden habe / und was als schön, ist das: / Essen und Trinken und Geniessen bei all der Mühe, / womit einer sich abmüht unter der Sonne / die kurze Zeit seines Lebens, / die Gott ihm vergönnt hat; / denn das ist sein Teil. / -Pred. 2,24; 3,12.13.
17485#Prediger,5,18#18. Auch wenn Gott einem Reichtum und Schätze gibt / und ihm gestattet, davon zu geniessen, / sein Teil hinzunehmen und sich zu freuen / bei seiner Mühsal - das ist eine Gabe Gottes. /
17486#Prediger,5,19#19. Denn ein solcher denkt nicht viel / an die Kürze seines Lebens, / weil Gott ihm die Freude des Herzens gewährt.
17487#Prediger,6,1#1. Es gibt ein Übel, das ich gesehen unter der Sonne, / und schwer lastet es auf den Menschen: /
17488#Prediger,6,2#2. Wenn Gott einem Menschen Reichtum und Schätze und Ehre gibt, / sodass ihm nichts mangelt, was sein Herz begehrt, / aber Gott gestattet ihm nicht, es zu geniessen, / sondern ein Fremder geniesst es - / das ist nichtig und eine böse Plage. /
17489#Prediger,6,3#3. Wenn einer hundert Kinder zeugte / und viele Jahre lebte, bis ins hohe Alter, / aber er könnte sein Glück nicht geniessen - / ich müsste sagen: Glücklicher als er ist die Fehlgeburt. /
17490#Prediger,6,4#4. Denn sie kommt in Nichtigkeit, / und in Finsternis geht sie dahin, / mit Dunkel bleibt ihr Name bedeckt. /
17491#Prediger,6,5#5. Sie schaut keine Sonne, sie weiss von nichts, / auch ein Begräbnis wird ihr nicht zuteil; / doch sie hat Ruhe und jener nicht. /
17492#Prediger,6,6#6. Ja, lebte er zweitausend Jahre, / genösse aber nichts Gutes - / geht nicht alles an einen Ort? /
17493#Prediger,6,7#7. Alles Mühen des Menschen geschieht für den Mund, / und doch wird die Begier nicht gestillt. /
17494#Prediger,6,8#8. Denn was hat der Weise vor dem Toren voraus? / was der Dulder vor dem, der vor der Welt zu wandeln versteht? /
17495#Prediger,6,9#9. Besser mit Augen schauen / als schweifen mit der Begier; / auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind. /
17496#Prediger,6,10#10. Was immer geschieht, das ist längst bestimmt, / feststeht, was aus einem Menschen wird, / und er kann nicht rechten / mit dem, der mächtiger ist als er. / -Hiob 9,2.3.
17497#Prediger,6,11#11. Denn je mehr Worte, desto mehr Nichtiges. / Was hat denn der Mensch davon? /
17498#Prediger,7,1#1. -1-Wer kann wissen, was dem Menschen im Leben / gut ist für die wenigen Tage des nichtigen Daseins, / die er verbringt wie ein Schatten? / Denn wer sagt dem Menschen, / was nach ihm sein wird unter der Sonne? -Hiob 14,1.2; Ps. 144,4; Pred. 8,7. 1) die Lutherbibel hat für 7,1-30 die Zählung 6,12; 7,1-29.
17499#Prediger,7,2#2. BESSER ein guter Ruf als Wohlgeruch, / und besser der Tag des Todes als der Tag der Geburt. / -Spr. 22,1.
17500#Prediger,7,3#3. Besser, man gehe ins Haus der Trauer / als in das Haus des Gelages; / denn dort sieht man das Ende aller Menschen, / und der Lebende nehme es sich zu Herzen. /
17501#Prediger,7,4#4. Besser unmutig sein als lachen; / denn bei finsterer Miene ist das Herz in richtiger Stimmung. / -2.Kor. 7,10.
17502#Prediger,7,5#5. Das Herz der Weisen ist im Hause der Trauer, / das Herz der Toren im Hause der Freude. /
17503#Prediger,7,6#6. Besser auf das Schelten der Weisen hören / als auf den Gesang der Toren; /
17504#Prediger,7,7#7. denn wie das Knistern der Dornen unter dem Topfe, / so ist das Lachen der Toren. Auch das ist nichtig. /
17505#Prediger,7,8#8. Erpressung macht den Weisen zum Toren, / und Bestechung verderbt das Herz. / -2.Mo. 23,8.
17506#Prediger,7,9#9. Besser der Ausgang einer Sache als der Anfang. / Besser ein ausdauernder als ein hochfahrender Sinn. /
17507#Prediger,7,10#10. Lass deinen Geist nicht zu schnell in Ärger geraten; / denn der Ärger ruht im Busen der Toren. / -Jak. 1,19.20.
17508#Prediger,7,11#11. Frage nicht: Wie kommt es, / dass die früheren Zeiten / besser waren als die jetzigen? / Denn das wäre nicht eine weise Frage. /
17509#Prediger,7,12#12. Weisheit ist so gut wie Besitz, / und Einsicht ein Vorzug für die, / welche die Sonne schauen; /
17510#Prediger,7,13#13. denn Schutz gewährt die Weisheit so gut wie das Geld, / doch die Weisheit gibt ihrem Besitzer Leben. /
17511#Prediger,7,14#14. Betrachte das Walten Gottes! / Wer kann gerade machen, was er gekrümmt hat? /
17512#Prediger,7,15#15. Am guten Tage sei guter Dinge, / und am bösen Tage bedenke: / Auch diesen hat Gott gemacht wie jenen. / Denn es wird dem Menschen nichts mehr zuteil nach seinem Tode.
17513#Prediger,7,16#16. BEIDES habe ich gesehen in meinem flüchtigen Dasein: / Mancher Fromme kommt um bei all seiner Frömmigkeit, / und mancher Gottlose wird alt bei all seiner Schlechtigkeit. / -Pred. 8,14; Ps. 73,12.13.
17514#Prediger,7,17#17. Sei nicht überfromm und gebärde dich nicht gar zu weise; / warum willst du dich zugrunde richten? /
17515#Prediger,7,18#18. Sei auch nicht zu gottlos und sei kein Tor; / warum willst du vor der Zeit sterben? /
17516#Prediger,7,19#19. Gut ist es, wenn du an dem einen festhältst / und auch von dem andern nicht lässest; / denn wer Gott fürchtet, entgeht dem allem. /
17517#Prediger,7,20#20. Die Weisheit gibt dem Weisen / mehr Stärke als zehn Gewalthaber, die in der Stadt sind. /
17518#Prediger,7,21#21. Denn es gibt keinen Frommen auf Erden, / der nur Gutes täte und niemals fehlte. / -Ps. 14,3.
17519#Prediger,7,22#22. Achte auch nicht auf alles, was geredet wird, / damit du nicht hörst, wie dein Knecht dir flucht. /
17520#Prediger,7,23#23. Denn du bist dir wohl bewusst, / dass du selbst auch oftmals andern geflucht hast.
17521#Prediger,7,24#24. Dies alles habe ich mit der Weisheit versucht. Ich dachte: / «Ich will zu Weisheit kommen!» / doch sie blieb ferne von mir. /
17522#Prediger,7,25#25. Fern ist der Grund der Dinge und tief, / gar tief, wer will ihn finden? /
17523#Prediger,7,26#26. Ich nahm mir vor, zu erkennen und zu erforschen, / Weisheit zu suchen und ein Ergebnis, / zu erkennen, dass Frevel Torheit sei / und Torheit Wahnsinn. / -Pred. 1,17.
17524#Prediger,7,27#27. Da fand ich: Bittrer als der Tod ist das Weib; / sie ist ein Fangnetz, ihr Herz ist ein Garn, / und ihre Hände sind Fesseln. / Wer Gott gefällt, der entrinnt ihr; / wer aber sündigt, wird von ihr gefangen. / -Spr. 2,16-19.
17525#Prediger,7,28#28. Sieh, dies habe ich gefunden, spricht der Prediger, / (prüfend) eins um das andre, / um zu einem Ergebnis zu kommen. /
17526#Prediger,7,29#29. Was meine Seele immerfort suchte / und was ich nicht fand, ist dies: / unter tausend habe ich wohl einen Mann gefunden, / aber ein Weib unter diesen allen fand ich nicht. /
17527#Prediger,7,30#30. Nur habe ich, siehe, das gefunden, / dass Gott die Menschen recht geschaffen hat; / sie aber suchen viele Künste.
17528#Prediger,8,1#1. WER ist wie der Weise, / und wer versteht die Deutung der Dinge? / Die Weisheit erleuchtet des Menschen Antlitz, / und die Härte seines Angesichts wandelt sich. /
17529#Prediger,8,2#2. Ich sage: Dem Befehle des Königs gehorche; / doch wo es einen Eidschwur bei Gott gilt, /
17530#Prediger,8,3#3. übereile dich nicht! / Gehe weg aus seinem Angesicht / und bleibe nicht bei bösem Handel; / denn alles, was er will, das setzt er durch, /
17531#Prediger,8,4#4. dieweil des Königs Wort die Macht hat. / Wer will zu ihm sagen: Was tust du? /
17532#Prediger,8,5#5. Wer das Gebot beachtet, erfährt nichts Schlimmes; / das Herz des Weisen aber wird die Zeit des Gerichts (über die Bösen) erfahren. /
17533#Prediger,8,6#6. Denn jedes Ding hat seine Gerichtszeit; / was der Mensch Böses tut, lastet schwer auf ihm. /
17534#Prediger,8,7#7. Er weiss ja nicht, was die Zukunft bringt; / wer wollte ihm sagen, wie es kommen wird? / -Pred. 7,1.
17535#Prediger,8,8#8. Kein Mensch hat Gewalt über den Wind, / sodass er ihn aufhalten könnte; / und keiner hat Gewalt über den Tag des Todes, / und es gibt keine Entlassung im Kriege, / und der Frevel lässt den Täter nicht entkommen. -Hiob 14,5; Ps. 39,6.
17536#Prediger,8,9#9. DIES alles habe ich gesehen, indem ich achthatte / auf jegliches Tun, das unter der Sonne geschieht: / Jetzt ist eine Zeit, da einer den andern beherrscht, / ihm Schaden zu tun. /
17537#Prediger,8,10#10. Sodann habe ich gesehen, / wie Gottlose begraben wurden und (zur Ruhe) eingingen, / während andre, die recht getan, / vom heiligen Orte fort mussten / und vergessen wurden in der Stadt. / Auch das ist nichtig. /
17538#Prediger,8,11#11. Weil das Urteil über die böse Tat / nicht alsbald vollstreckt wird, / darum wächst den Menschenkindern / der Mut, Böses zu tun, /
17539#Prediger,8,12#12. darum, weil der Sünder von jeher Böses tut / und doch lange lebt - wenngleich ich weiss, / dass es denen, die Gott fürchten, wohlgehen wird, / denen, die sich fürchten vor seinem Angesicht, / -Ps. 37,17.18.
17540#Prediger,8,13#13. während es dem Gottlosen nicht gut ergehen / und er seine Tage nicht dehnen wird gleich dem Schatten, / weil er sich nicht fürchtet vor Gottes Angesicht. / -Ps. 73,18.19.
17541#Prediger,8,14#14. Es ist etwas Nichtiges, das auf Erden geschieht, / dass es Fromme gibt, denen es geht, / als täten sie Werke der Gottlosen, / und dass es Gottlose gibt, denen es geht, / als täten sie Werke der Frommen. / Da sprach ich: Auch das ist nichtig. / -Pred. 7,16; Ps. 73,12.13.
17542#Prediger,8,15#15. Darum pries ich die Freude; / denn es gibt für den Menschen / nichts Gutes unter der Sonne / als essen und trinken und fröhlich sein. / Das begleite ihn bei seiner Mühsal / die ganze Zeit seines Lebens, / das Gott ihm gegeben unter der Sonne. / -Pred. 2,24; 3,12; 5,18.
17543#Prediger,8,16#16. (a) Als ich meinen Sinn darauf richtete, Weisheit zu lernen / und die Dinge zu beobachten, die auf Erden geschehen, / (b) ob auch bei Tag und bei Nacht / in seine Augen kein Schlaf kommt. / -V. 16-17: Versreihenfolge in Originalüs: 16a, 17a, 16b, 17b.
17544#Prediger,8,17#17. (a) da erkannte ich, dass es dem Menschen unmöglich ist, / das ganze Tun Gottes zu ergründen, / alles, was unter der Sonne geschieht, / (b) Denn wie immer der Mensch sich abmüht, zu suchen, er ergründet es nicht; / und selbst wenn der Weise es zu verstehen meint, / er kann es doch nicht ergründen.
17545#Prediger,9,1#1. JA, all das habe ich mir zu Herzen genommen, / und all das hat mein Herz gesehen: / dass die Frommen und Weisen und ihre Werke / in der Hand Gottes sind. / Weder Liebe noch Hass erkennen die Menschen; / alles, was vor ihnen liegt, ist nichtig. /
17546#Prediger,9,2#2. Denn alle trifft dasselbe Geschick, / den Frommen und den Gottlosen, / den Guten und den Bösen, / den Reinen und den Unreinen, / den, der opfert, und den, der nicht opfert, / den Guten und den Sünder, / den, der schwört, und den, der sich vor dem Eide fürchtet. / -Pred. 2,14; Hiob 9,22.
17547#Prediger,9,3#3. Das ist das Schlimme bei allem, was unter der Sonne geschieht, / dass alle dasselbe Geschick trifft. / Auch ist das Herz der Menschenkinder voll Bosheit, / und Torheit wohnt in ihrem Herzen, solange sie leben - / und darnach geht's zu den Toten. /
17548#Prediger,9,4#4. Wer noch zu der Schar der Lebenden gehört, / der hat noch etwas zu hoffen; / denn ein lebender Hund ist besser als ein toter Löwe. /
17549#Prediger,9,5#5. Die Lebenden wissen doch, dass sie sterben müssen, / die Toten aber wissen gar nichts, / sie haben auch keinen Lohn mehr; / denn ihr Andenken ist vergessen. /
17550#Prediger,9,6#6. Auch ihr Lieben und Hassen / und Neiden ist längst dahin, / und sie haben an nichts mehr teil / von allem, was unter der Sonne geschieht. /
17551#Prediger,9,7#7. Geh, iss mit Freuden dein Brot / und trink deinen Wein mit fröhlichem Herzen; / denn längst hat Gott dein Tun gebilligt. /
17552#Prediger,9,8#8. Trage allezeit weisse Kleider / und lass deinem Haupte das Öl nicht mangeln. /
17553#Prediger,9,9#9. Geniesse des Lebens mit dem geliebten Weibe / alle die Tage des flüchtigen Daseins, / das dir verliehen ist unter der Sonne; / denn das ist dein Teil am Leben und für die Mühe, / womit du dich abmühst unter der Sonne. / -Spr. 5,19.
17554#Prediger,9,10#10. Alles, was du tun kannst, / das tue nach deinem Vermögen; / denn in der Unterwelt, wohin du gehst, / gibt's nicht Schaffen noch Planen, / nicht Erkenntnis noch Weisheit mehr.
17555#Prediger,9,11#11. Wiederum sah ich unter der Sonne, / dass nicht den Schnellen der Preis zufällt, / und nicht den Helden der Sieg, / nicht den Weisen das Brot, / noch den Verständigen Reichtum, / noch den Einsichtigen Gunst; / sondern alle trifft Zeit und Zufall. /
17556#Prediger,9,12#12. Kennt doch der Mensch nicht einmal seine Stunde: / Wie die Fische, die im bösen Netze sich fangen, / wie die Vögel, die in der Schlinge stecken, / so werden die Menschen verstrickt zur Zeit des Unheils, / wenn es plötzlich sie überfällt. -Jer. 10,23.
17557#Prediger,9,13#13. Auch dieses Beispiel von Weisheit / habe ich unter der Sonne gesehen, / und es bedünkte mich gross: /
17558#Prediger,9,14#14. Da war eine kleine Stadt, / und der Leute darin waren wenig; / und ein grosser König zog gegen sie heran, / belagerte sie und baute wider sie grosse Bollwerke. /
17559#Prediger,9,15#15. Nun fand sich darin ein armer, weiser Mann; / der rettete durch seine Weisheit die Stadt. / Aber niemand gedenkt jenes Armen. /
17560#Prediger,9,16#16. Da sagte ich mir: Weisheit ist besser als Stärke; / doch die Weisheit des Armen ist verachtet, / und auf seine Worte hört man nicht.
17561#Prediger,9,17#17. Worte von Weisen, die sich in Ruhe vernehmen lassen, / sind besser als das Geschrei eines Herrschers unter den Toren. /
17562#Prediger,9,18#18. Weisheit ist besser als Kriegswaffen; / ein einziger, der fehlgeht, verderbt viel Gutes. /
17563#Prediger,10,1#1. Eine giftige Fliege macht schlecht das Öl des Salbenbereiters, / so verderbt ein wenig Torheit den Wert der Weisheit. /
17564#Prediger,10,2#2. Der Weise hat den Verstand zu seiner Rechten, / der Tor hat den Verstand zu seiner Linken. /
17565#Prediger,10,3#3. Auch auf der Straße, wenn er unterwegs ist, / fehlt es dem Toren an Verstand, / und es sagt ein jeder: Er ist ein Tor. /
17566#Prediger,10,4#4. Wenn der Unmut des Herrschers sich gegen dich erhebt, / so verlass deinen Posten nicht; / denn Gelassenheit macht grosse Verfehlungen wett. /
17567#Prediger,10,5#5. Es gibt ein Übel, das ich gesehen habe unter der Sonne, / wie wenn ein Gewalthaber einen Missgriff tut: /
17568#Prediger,10,6#6. Der Tor ist gestellt auf grosse Höhen, / aber Vornehme müssen in Niedrigkeit sitzen. /
17569#Prediger,10,7#7. Ich habe Sklaven gesehen hoch zu Ross / und Fürsten gleich Sklaven zu Fuss gehen. /
17570#Prediger,10,8#8. Wer eine Grube gräbt, der kann hineinfallen, / und wer eine Mauer einreisst, den kann eine Schlange beissen; / -Ps. 7,16; 9,16; 35,8; Spr. 26,27.
17571#Prediger,10,9#9. wer Steine ausbricht, der kann sich daran wehe tun, / und wer Holz spaltet, der kann dabei in Gefahr kommen. /
17572#Prediger,10,10#10. Wird das Eisen stumpf und man schärft seine Schneide nicht, / so muss man desto mehr Kraft aufwenden; / ein Vorteil ist es, die Sache mit Weisheit recht zu machen. /
17573#Prediger,10,11#11. Wenn die Schlange vor der Beschwörung beisst, / so hat der Beschwörer (von seiner Kunst) keinen Vorteil. / -Ps. 58,5.6.
17574#Prediger,10,12#12. Dem Weisen bringen die Worte seines Mundes Gunst, / den Toren verderben seine eignen Lippen. /
17575#Prediger,10,13#13. Mit Torheit fängt er zu reden an, / mit schlimmer Tollheit hört er zu reden auf. /
17576#Prediger,10,14#14. Der Tor macht viele Worte, / wo doch der Mensch nicht weiss, was sein wird. / Was nach ihm sein wird, wer kann es ihm sagen? /
17577#Prediger,10,15#15. Das eigne Mühen ermüdet den Toren, / der nicht einmal den Weg in die Stadt weiss.-1- -1) vlt. sprichwörtlicher Ausdruck für: «der das Einfachste nicht weiss».
17578#Prediger,10,16#16. Wehe dir, Land, dessen König ein Kind ist / und dessen Fürsten am Morgen schon schwelgen! / -Jes. 3,4; 5,11.
17579#Prediger,10,17#17. Wohl dir, Land, dessen König ein Edler ist / und dessen Fürsten zur rechten Zeit essen, / als Männer und nicht als Zecher! /
17580#Prediger,10,18#18. Wo Trägheit wohnt, senkt sich das Gebälk; / wo die Hände lässig sind, tropft es ins Haus. /
17581#Prediger,10,19#19. Um sich zu ergötzen, bereitet man eine Mahlzeit, / und Wein erfreut das Leben; / für Geld ist alles zu haben. / -Ri. 9,13; Ps. 104,15.
17582#Prediger,10,20#20. Auch auf deinem Lager fluche nicht dem König, / auch in deiner Schlafkammer fluche nicht dem Reichen! / denn die Vögel des Himmels könnten den Laut forttragen, / und was Flügel hat, könnte die Rede verraten. -2.Mo 22,28.
17583#Prediger,11,1#1. SCHICKE dein Brot übers Wasser, / so kannst du es wieder finden, sei's auch nach vielen Tagen. / -5.Mo. 15,10; Spr. 19,17.
17584#Prediger,11,2#2. Zerlege das Teil in sieben oder in acht; / denn du weisst nicht, was für Unheil auf Erden kommen mag. /
17585#Prediger,11,3#3. Wenn die Wolken mit Regen gefüllt sind, / so giessen sie ihn aus auf die Erde; / und fällt ein Baum, sei's nach Süden oder nach Norden - / wo der Baum fällt, da bleibt er liegen. /
17586#Prediger,11,4#4. Wer auf den Wind achtet, kommt nicht zum Säen, / und wer nach den Wolken schaut, kommt nicht zum Ernten. /
17587#Prediger,11,5#5. Gleichwie du nicht weisst, wohin der Wind weht / und wie die Gebeine im Leibe der Schwangern entstehen, / so kennst du auch das Tun Gottes nicht, / durch das er alle Dinge wirkt. / -Ps. 139,15; Joh. 3,8.
17588#Prediger,11,6#6. Früh am Morgen säe deinen Samen, / und bis zum Abend lass deine Hand nicht ruhen! / denn du weisst nicht, was glückt, ob dies oder jenes, / oder ob beides zugleich gelingt.
17589#Prediger,11,7#7. Süss ist dem Auge das Licht, / und köstlich ist es, die Sonne zu schauen. /
17590#Prediger,11,8#8. Ja, wenn der Mensch viele Jahre lebt, / so freue er sich an ihnen allen, / und er gedenke der Tage des Dunkels! / Auch ihrer sind viele!
17591#Prediger,11,9#9. FREUE dich, Jüngling, in deiner Jugend, / sei guter Dinge in der Blüte des Lebens! / Wandle, wie es dein Herz gelüstet, / und geniesse, was deine Augen erschauen! / Doch wisse, dass um all diese Dinge / Gott dich vor Gericht ziehen wird! / -Pred. 12,14; 2.Kor. 5,10.
17592#Prediger,11,10#10. Banne den Unmut von deinem Herzen / und halte das Übel deinem Leibe fern! / Denn Jugend und schwarze Haare sind nichtig, / nichtig ist alles, was nachkommt. /
17593#Prediger,12,1#1. Sei deines Schöpfers eingedenk in der Blüte des Lebens, / ehe die bösen Tage kommen und die Jahre sich einstellen, / von denen du sagen wirst: «Sie gefallen mir nicht», /
17594#Prediger,12,2#2. ehe die Sonne sich verfinstert / und das Licht und der Mond und die Sterne, / und nach dem Regen immer wieder die Wolken kommen - /
17595#Prediger,12,3#3. wenn die Wächter des Hauses-1- zittern / und die starken Männer-2- sich krümmen; / wenn die Müllerinnen-3- feiern, / weil ihrer wenig geworden sind; / wenn dunkel werden, die durch die Fenster sehen-4-; / -1) die Arme.  2) die Beine.  3) die Zähne.  4) die Augen.
17596#Prediger,12,4#4. wenn die Tore auf die Gasse-1- geschlossen werden, / wenn der Ton der Mühle-2- leise wird, / wenn das Zwitschern des Vögleins erstirbt-3- / und alle Töchter des Gesanges-4- verstummen; / -1) die Ohren.  2) der Mund.  3) die Stimme.  4) die Lieder.
17597#Prediger,12,5#5. (a) wenn man sich auch vor der Anhöhe fürchtet / und Schrecknisse auf dem Wege sind; / wenn der Mandelbaum blüht-1-* / und die Heuschrecke sich mühsam hebt / und wenn die Kaper versagt - / (b) Denn der Mensch geht in sein ewiges Haus, / und die um ihn klagen, ziehen auf der Gasse umher, / -V. 5-6: Versreihenfolge in Originalüs: 5a, 6, 5b. 1) das weisse Haar.
17598#Prediger,12,6#6. ehe denn die silberne Schnur zerreisst / und die goldene Ampel zerspringt, / ehe das Rad bricht und in den Brunnen stürzt / und der Eimer an der Quelle zerschellt.-1- / -1) Bilder des Sterbens.
17599#Prediger,12,7#7. und der Staub wird wieder zu Erde, wie er gewesen, / der Odem aber kehrt wieder zu Gott, der ihn gegeben. / -Pred. 3,20; 1.Mo. 3,19; Ps. 90,3.
17600#Prediger,12,8#8. Wie ist alles so nichtig! spricht der Prediger. / Es ist alles umsonst!
17601#Prediger,12,9#9. Ausserdem, dass der Prediger ein Weiser war, lehrte er auch das Volk Einsicht; er wog ab und forschte und formte viele Sprüche.
17602#Prediger,12,10#10. Der Prediger bemühte sich, liebliche Worte zu finden und Worte der Wahrheit richtig niederzuschreiben.
17603#Prediger,12,11#11. Die Worte der Weisen sind gleich Ochsenstacheln, und gleich eingeschlagenen Nägeln sind die gesammelten Sprüche; sie sind von einem Hirten gegeben.
17604#Prediger,12,12#12. Und ferner noch: Mein Sohn, lass dich warnen! Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und das viele Studieren ermüdet den Leib.
17605#Prediger,12,13#13. Die Summe des Ganzen höre: Fürchte Gott und halte seine Gebote! denn das ist jedes Menschen Sache. -5.Mo. 6,2; 10,12.
17606#Prediger,12,14#14. Denn Gott wird jegliches Tun vor sein Gericht bringen, das über alles Verborgene ergeht, es sei gut oder böse. -Pred. 11,9; Röm. 2,16; 2.Kor. 5,10.

16470#Sprüche,1,1#1. DIE Sprüche Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel - /
16471#Sprüche,1,2#2. dass man kennenlerne Weisheit und Zucht, / verständig zu reden verstehe, /
16472#Sprüche,1,3#3. dass man Belehrung annehme, die klug macht, / Gerechtigkeit, Sinn für das Recht, Geradheit, /
16473#Sprüche,1,4#4. dass die Unerfahrenen lebensklug werden / und die Jünglinge einsichtig und besonnen - /
16474#Sprüche,1,5#5. wer weise ist, hört darauf und mehrt sein Wissen, / und wer verständig, lernt richtig leben -, /
16475#Sprüche,1,6#6. dass man Gleichnis und Sinnspruch verstehe, / die Worte der Weisen und ihre Rätsel. /
16476#Sprüche,1,7#7. Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis, / die Toren verachten Weisheit und Zucht. / -Spr. 9,10; 15,33; Hiob 28,28; Ps. 111,10.
16477#Sprüche,1,8#8. Höre, mein Sohn, die Belehrung deines Vaters / und verwirf nicht die Weisung deiner Mutter; / -Spr. 6,20; 23,22.
16478#Sprüche,1,9#9. denn sie sind deinem Haupte ein lieblicher Kranz / und ein Geschmeide für deinen Hals. /
16479#Sprüche,1,10#10. Mein Sohn, wenn die Sünder dich locken, / so folge nicht; -Ps. 1,1.
16480#Sprüche,1,11#11. wenn sie sagen: / «Geh mit uns, wir wollen dem Frommen auflauern, / wollen dem Unschuldigen nachstellen ohne Ursache; /
16481#Sprüche,1,12#12. wir wollen sie lebendig verschlingen wie die Unterwelt, / die Gesunden denen gleich machen, die zur Grube hinabfahren; /
16482#Sprüche,1,13#13. da gewinnen wir allerlei köstlichen Reichtum, / füllen unsere Häuser mit Raub; /
16483#Sprüche,1,14#14. wirf dein Los unter uns-1-, / wir alle wollen einen Beutel führen!» - / -1) d.h. mache mit uns gemeinschaftliche Sache.
16484#Sprüche,1,15#15. mein Sohn, dann gehe nicht ihre Wege, / halte deinen Fuss zurück von ihrem Pfade. /
16485#Sprüche,1,16#16. Denn ihre Füsse laufen zum Bösen / und eilen, Blut zu vergiessen. / -Jes. 59,7.
16486#Sprüche,1,17#17. Denn vergeblich ist das Netz ausgespannt / vor den Augen alles Geflügelten. /
16487#Sprüche,1,18#18. Und sie, sie lauern auf ihr eignes Blut / und stellen dem eignen Leben nach. /
16488#Sprüche,1,19#19. So ergeht es allen, die nach Gewinn jagen; / er nimmt seinem Besitzer das Leben.
16489#Sprüche,1,20#20. DIE Weisheit ruft auf der Gasse, / auf den freien Plätzen erhebt sie die Stimme; / -Spr. 8,1.
16490#Sprüche,1,21#21. oben auf den Mauern predigt sie, / am Eingang der Stadttore spricht sie ihre Worte: /
16491#Sprüche,1,22#22. «Wie lange, ihr Einfältigen, liebt ihr die Einfalt? / wie lange haben die Spötter am Spotten Gefallen / und hassen die Toren Erkenntnis? /
16492#Sprüche,1,23#23. Kehret euch zu meiner Rüge! / Siehe, ich will euch meinen Geist hervorströmen lassen, / will meine Worte euch kundtun. /
16493#Sprüche,1,24#24. Weil ich rief und ihr nicht wolltet, / mit der Hand winkte und niemand aufmerkte, / -Jes. 65,12.
16494#Sprüche,1,25#25. weil ihr all meinen Rat in den Wind schlugt / und meine Rüge nicht annahmt, /
16495#Sprüche,1,26#26. so will nun auch ich bei eurem Verderben lachen, / will spotten, wenn der Schrecken über euch kommt, /
16496#Sprüche,1,27#27. wenn der Schrecken über euch kommt wie ein Wetter, / wenn euer Verderben wie Sturmwind daherfährt, / wenn Not und Drangsal euch überfällt. /
16497#Sprüche,1,28#28. Alsdann werden sie mich rufen, aber ich werde nicht hören; / sie werden mich suchen, mich aber nicht finden. / -Jer. 11,11; Mi. 3,4.
16498#Sprüche,1,29#29. Weil sie die Erkenntnis hassten / und an der Furcht des Herrn kein Gefallen hatten, /
16499#Sprüche,1,30#30. meinen Rat nicht annehmen wollten, / all meine Rüge verwarfen, /
16500#Sprüche,1,31#31. darum werden sie die Frucht ihres Wandels kosten müssen / und an ihren eignen Plänen genug bekommen; / -Spr. 14,14; Hiob 4,8.
16501#Sprüche,1,32#32. denn die Einfältigen bringt ihr eigner Abfall um, / und den Toren wird die eigne Sorglosigkeit zum Verderben. /
16502#Sprüche,1,33#33. Wer aber auf mich hört, der wohnt sicher; / er lebt ruhig und hat kein Unheil zu fürchten.»
16503#Sprüche,2,1#1. MEIN Sohn, wenn du meine Worte annimmst, / und meine Gebote bei dir verwahrst, /
16504#Sprüche,2,2#2. sodass du dein Ohr der Weisheit leihst / dein Herz der Vernunft zuneigst, /
16505#Sprüche,2,3#3. ja, wenn du der Einsicht rufst, / nach der Vernunft die Stimme erhebst, /
16506#Sprüche,2,4#4. wenn du nach ihr suchst wie nach Silber / und ihr nachspürst wie verborgenen Schätzen - /
16507#Sprüche,2,5#5. alsdann wirst du verstehen, was Furcht des Herrn ist, / und Gotteserkenntnis finden; /
16508#Sprüche,2,6#6. denn der Herr gibt Weisheit, / aus seinem Munde kommt Vernunft und Erkenntnis, / -Hiob 32,8.
16509#Sprüche,2,7#7. er spart den Rechtschaffenen Heil auf, / er beschirmt die, welche unsträflich wandeln, /
16510#Sprüche,2,8#8. indem er die Pfade des Rechtes behütet / und über dem Weg seiner Frommen wacht - /
16511#Sprüche,2,9#9. alsdann wirst du verstehen, was Recht und Gerechtigkeit, / was Geradheit ist, jegliche Bahn des Guten; /
16512#Sprüche,2,10#10. denn die Weisheit wird in dein Herz kommen / und die Erkenntnis die Lust deiner Seele sein; /
16513#Sprüche,2,11#11. die Besonnenheit wird über dir wachen, / die Vernunft dich behüten, /
16514#Sprüche,2,12#12. indem sie dich vor dem Wege des Bösen bewahrt, / vor dem, der Verkehrtes redet, /
16515#Sprüche,2,13#13. vor denen, die die rechte Strasse verlassen, / um auf finstern Wegen zu wandeln, /
16516#Sprüche,2,14#14. die sich freuen, Böses zu tun, / über böse Ränke frohlocken, /
16517#Sprüche,2,15#15. die krumme Pfade einschlagen / und Irrwege gehen auf ihren Bahnen - / -Ps. 125,5.
16518#Sprüche,2,16#16. indem sie dich auch bewahrt vor dem Weibe des andern, / vor der Fremden, die glatte Worte redet, / -Spr. 5,3; 6,24; 7,5.
16519#Sprüche,2,17#17. die den Genossen ihrer Jugend verlässt, / sich nicht kümmert um das Gesetz ihres Gottes; /
16520#Sprüche,2,18#18. denn zum Tode senkt sich ihr Pfad / und ihre Bahnen zu den Schatten; / -Spr. 5,5; 7,27; 9,18; 21,16.
16521#Sprüche,2,19#19. alle, die zu ihr eingehen, kehren nicht wieder, / gelangen nicht zu den Pfaden des Lebens - /
16522#Sprüche,2,20#20. damit du wandlest auf dem Wege der Guten / und auf dem Pfad der Gerechten verharrest; /
16523#Sprüche,2,21#21. denn die Rechtschaffenen werden das Land bewohnen / und die Unsträflichen darin übrigbleiben; / -Ps. 37,29.
16524#Sprüche,2,22#22. die Gottlosen aber werden aus dem Lande vertilgt / und die Treulosen aus ihm herausgerissen.
16525#Sprüche,3,1#1. MEIN Sohn, vergiss meiner Weisung nicht, / dein Herz bewahre meine Gebote; /
16526#Sprüche,3,2#2. denn sie werden dir langes Leben und gute Jahre / und Wohlfahrt in Fülle bringen. / -Spr. 4,10; 5.Mo. 8,1; 30,16; Ps. 119,165.
16527#Sprüche,3,3#3. Lass Liebe und Treue nicht von dir weichen; / binde sie dir an den Hals, / schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, / -Spr. 6,21; 7,3; 5.Mo. 6,8.
16528#Sprüche,3,4#4. so wirst du Gunst und Beifall finden / vor Gott und den Menschen. /
16529#Sprüche,3,5#5. Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen, / auf deine Klugheit aber verlass dich nicht. / -Ps. 118,8.
16530#Sprüche,3,6#6. Denke an ihn auf all deinen Wegen, / so wird er deine Pfade ebnen. /
16531#Sprüche,3,7#7. Halte dich selbst nicht für weise, / fürchte den Herrn und meide das Böse; / -Jes. 5,21; Röm. 12,16.
16532#Sprüche,3,8#8. das wird deinem Leibe gesund sein / und deine Gebeine erquicken. / -Spr. 4,22.
16533#Sprüche,3,9#9. Ehre den Herrn (durch Gaben) von deinen Gütern / und von den Erstlingen all deines Ertrags, / -5.Mo. 26,2; Mal. 3,10.
16534#Sprüche,3,10#10. so füllen sich deine Scheunen mit Überfluss, / und deine Keltern laufen über von Wein. /
16535#Sprüche,3,11#11. Mein Sohn, verwirf nicht die Züchtigung des Herrn / und sei nicht unmutig ob seiner Strafe; /
16536#Sprüche,3,12#12. denn wen der Herr liebhat, den züchtigt er / wie ein Vater den Sohn, dem er wohlwill. -Hiob 5,17; Offb. 3,19.
16537#Sprüche,3,13#13. WOHL dem Menschen, der Weisheit erlangt hat, / dem Manne, der Einsicht gewinnt; /
16538#Sprüche,3,14#14. denn ihr Erwerb ist besser als Erwerb von Silber, / und sie zu gewinnen ist mehr wert als Gold. / -Spr. 8,19; 16,16; Hiob 28,15; Ps. 19,11.
16539#Sprüche,3,15#15. Sie ist kostbarer als Korallen, / und alle Kleinodien wiegen sie nicht auf. / -Spr. 8,11.
16540#Sprüche,3,16#16. Langes Leben ist in ihrer Rechten, / in ihrer Linken Reichtum und Ehre. / -Spr. 8,18.
16541#Sprüche,3,17#17. Ihre Wege sind Wege der Wonne, / und all ihre Pfade sind Wohlfahrt. /
16542#Sprüche,3,18#18. Sie ist ein Lebensbaum denen, die sie ergreifen; / wer sie festhält, der ist beglückt. /
16543#Sprüche,3,19#19. Durch Weisheit hat der Herr die Erde gegründet, / den Himmel durch Einsicht festgestellt. / -Spr. 8,27; Ps. 136,5.
16544#Sprüche,3,20#20. Durch seine Erkenntnis brachen die Fluten hervor / und träufeln die Wolken den Tau. /
16545#Sprüche,3,21#21. Mein Sohn, verliere sie nicht aus den Augen, / halte fest an Umsicht und Besonnenheit, /
16546#Sprüche,3,22#22. so werden sie Leben für dich sein, / ein anmutiger Schmuck deinem Halse. /
16547#Sprüche,3,23#23. Alsdann wirst du deinen Weg sicher gehen, / und dein Fuss wird nicht anstossen. / -Ps. 91,11.12.
16548#Sprüche,3,24#24. Legst du dich nieder, so schrickst du nicht auf, / und süss wird dein Schlaf sein auf deinem Lager. / -Ps. 4,9.
16549#Sprüche,3,25#25. Vor plötzlichem Schrecknis musst du dich nicht fürchten, / noch vor dem Unwetter, das über die Gottlosen kommt; /
16550#Sprüche,3,26#26. denn der Herr wird deine Zuversicht sein / und deinen Fuss vor der Schlinge behüten.
16551#Sprüche,3,27#27. WEIGRE dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, / wenn es in deiner Macht steht. /
16552#Sprüche,3,28#28. Sprich nicht zum Nächsten: «Geh hin und komm wieder; / morgen will ich dir geben» - da du's doch jetzt kannst. /
16553#Sprüche,3,29#29. Sinne nicht Böses wider den Nächsten, / während er arglos neben dir wohnt. /
16554#Sprüche,3,30#30. Hadre nicht mit jemandem ohne Ursache, / wenn er dir nichts Böses getan hat. /
16555#Sprüche,3,31#31. Beneide den nicht, der frevle Gewalt braucht, / und wähle dir keinen seiner Wege; /
16556#Sprüche,3,32#32. denn der Verkehrte ist dem Herrn ein Greuel, / aber mit den Aufrichtigen hält er Freundschaft. / -Ps. 25,14.
16557#Sprüche,3,33#33. Der Fluch des Herrn wohnt im Hause des Gottlosen, / aber die Wohnung der Frommen segnet er. /
16558#Sprüche,3,34#34. Des Spötters spottet er, / aber den Demütigen gibt er Gnade. / -1.Petr. 5,5.
16559#Sprüche,3,35#35. Die Weisen kommen zu Ehren, / die Toren aber tragen Schande davon.
16560#Sprüche,4,1#1. HÖRET, ihr Söhne, eines Vaters Mahnung, / merket auf, dass ihr Einsicht lernet; /
16561#Sprüche,4,2#2. denn ich gebe euch gute Lehre, / lasst meine Weisung nicht ausser acht. /
16562#Sprüche,4,3#3. Da ich noch als Sohn beim Vater war, / als zartes, einziges Kind in der Hut der Mutter, /
16563#Sprüche,4,4#4. unterwies er mich und sprach zu mir: / Dein Herz halte fest meine Worte; / bewahre meine Gebote, so wirst du leben. /
16564#Sprüche,4,5#5. Erwirb Weisheit, erwirb Einsicht! / Vergiss es nicht und weiche nicht vom Wort meines Mundes. /
16565#Sprüche,4,6#6. Verlass sie nicht, so bewahrt sie dich; / behalte sie lieb, so behütet sie dich. /
16566#Sprüche,4,7#7. Der Weisheit Anfang ist: Erwirb Weisheit, / erwirb Einsicht um all deinen Besitz! /-1- -Spr. 23,23.   1) in der Originalüs. ist V. 7 dem V. 6 vorangestellt.
16567#Sprüche,4,8#8. Halte sie hoch, so bringt sie dich hoch; / sie bringt dich zu Ehren, wenn du sie umfängst. /
16568#Sprüche,4,9#9. Sie legt auf dein Haupt einen schmucken Kranz, / reicht dir eine prächtige Krone. / -Spr. 1,9.
16569#Sprüche,4,10#10. Höre, mein Sohn, und nimm an meine Worte, / so wirst du lange und glücklich leben. / -Spr. 3,2.
16570#Sprüche,4,11#11. Den Weg der Weisheit lehre ich dich, / heisse dich schreiten die Bahn der Geradheit. /
16571#Sprüche,4,12#12. Wenn du gehst, ist dein Schritt ungehemmt, / und wenn du läufst, so strauchelst du nicht. /
16572#Sprüche,4,13#13. Halte fest an der Zucht, lass nicht ab; / bewahre sie, denn sie ist dein Leben. /
16573#Sprüche,4,14#14. Gehe nicht auf den Pfad der Gottlosen / und beschreite nicht den Weg der Bösen. / -Ps. 1,1.
16574#Sprüche,4,15#15. Meide ihn und betritt ihn nicht; / weiche ihm aus und gehe fürbass. /
16575#Sprüche,4,16#16. Denn sie können nicht schlafen, ehe sie Böses getan, / es flieht sie der Schlaf, bis sie einen zu Fall gebracht. / -Ps. 36,5; Mi. 2,1.
16576#Sprüche,4,17#17. Das Brot, das sie essen, ist Frevel, / und der Wein, den sie trinken, ist Gewalttat. /
16577#Sprüche,4,18#18. Der Gerechten Pfad ist wie Morgenglanz, / der immer heller wird bis an den vollen Tag. -Spr. 13,9; Hiob 11,17.
16578#Sprüche,4,19#19. Der Weg der Gottlosen ist wie dunkle Nacht; / sie wissen nicht, woran sie straucheln. /-1- -1) in der Originalüs. ist V. 19 dem V. 18 vorangestellt.
16579#Sprüche,4,20#20. Mein Sohn, merke auf meine Rede / und neige dein Ohr meinen Worten. /
16580#Sprüche,4,21#21. Lass sie nie aus den Augen, / bewahre sie im innersten Herzen. / -5.Mo. 11,18.
16581#Sprüche,4,22#22. Denn sie sind Leben dem, der ihrer teilhaft wird, / und seinem ganzen Leib eine Arznei. / -Spr. 3,8.
16582#Sprüche,4,23#23. Wachsam behüte dein Herz; / denn daraus quillt glückliches Leben. /
16583#Sprüche,4,24#24. Halte fern von dir Falschheit des Mundes / und meide Trug der Lippen. /
16584#Sprüche,4,25#25. Lass deine Augen geradeaus schauen / und deine Wimpern stracks vor dich hin sehen. /
16585#Sprüche,4,26#26. Geh immer zu auf gerader Bahn, / und alle deine Wege seien bestimmt. /
16586#Sprüche,4,27#27. Weiche weder zur Rechten noch zur Linken, / halte deinen Fuss vom Bösen zurück. -5.Mo. 5,32; Ps. 119,101.
16587#Sprüche,5,1#1. MERKE, mein Sohn, auf meine Weisheit, / meiner Einsicht neige dein Ohr, /
16588#Sprüche,5,2#2. dass du kluge Ratschläge behaltest / und deine Lippen Erkenntnis bewahren. /
16589#Sprüche,5,3#3. Denn von Honigseim triefen die Lippen der Fremden-1-, / und glätter als Öl ist ihr Gaumen. / -Spr. 2,16; 6,24.  1) gemeint ist die Ehefrau eines andern.
16590#Sprüche,5,4#4. Zuletzt aber ist sie bitter wie Wermut, / scharf wie ein zweischneidig Schwert. /
16591#Sprüche,5,5#5. Ihre Füsse gehen hinunter zum Tod, / ihre Schritte streben der Unterwelt zu. / -Spr. 7,27.
16592#Sprüche,5,6#6. Den geraden Weg des Lebens schlägt sie nicht ein, / ihre Pfade gehen irre, ohne dass sie es merkt. /
16593#Sprüche,5,7#7. So höre mich denn, mein Sohn, / und weiche nicht von den Worten meines Mundes. /
16594#Sprüche,5,8#8. Halte fern von ihr deinen Weg / und nahe dich nicht der Tür ihres Hauses, /
16595#Sprüche,5,9#9. damit du nicht andern dein Gut geben musst, / einem Grausamen (den Ertrag) deiner Jahre, /
16596#Sprüche,5,10#10. dass nicht Fremde sich sättigen an deinem Vermögen / und dein sauer Erworbenes ins Haus eines andern komme, /
16597#Sprüche,5,11#11. dass du nicht zuletzt seufzen müssest, / wenn dir Leib und Fleisch dahinschwindet, /
16598#Sprüche,5,12#12. und sagest: «Ach, dass ich die Zucht gehasst habe, / dass mein Herz die Warnung missachtet hat! /
16599#Sprüche,5,13#13. dass ich nicht auf meine Erzieher gehört / und meinen Lehrern das Ohr nicht geliehen! /
16600#Sprüche,5,14#14. Beinahe wäre ich ganz ins Unglück geraten / inmitten der Versammlung und der Gemeinde.»
16601#Sprüche,5,15#15. Trinke Wasser aus deiner Zisterne / und frischen Trunk aus dem eignen Brunnen. /
16602#Sprüche,5,16#16. Sollen deine Quellen auf die Gasse strömen, / auf die freien Plätze deine Wasserbäche?
16603#Sprüche,5,17#17. Dir allein sollen sie gehören, / nicht Fremden zugleich mit dir. /
16604#Sprüche,5,18#18. Dein Brunnquell sei gesegnet, / und du freue dich des Weibes deiner Jugend! /
16605#Sprüche,5,19#19. Die liebliche Hindin, die anmutige Gazelle, / sie sei deine Genossin! / Ihre Liebe soll dich allezeit sättigen, / an ihrer Liebkosung magst du dich immer berauschen. / -Pred. 9,9.
16606#Sprüche,5,20#20. Warum wolltest du dich an einer andern berauschen, / den Busen einer Fremden umfangen? /
16607#Sprüche,5,21#21. Denn eines jeden Weg ist dem Herrn offenbar, / er hat acht auf alle seine Bahnen. / -Hiob 34,21.
16608#Sprüche,5,22#22. Der Gottlose verfängt sich in seiner eignen Schuld, / wird festgehalten von den Stricken seiner Sünde. /
16609#Sprüche,5,23#23. Aus Mangel an Zucht geht er zugrunde, / ob seiner grossen Torheit taumelt er hin.
16610#Sprüche,6,1#1. MEIN Sohn, wenn du gebürgt hast für deinen Nächsten, / Handschlag geleistet hast für einen andern, / -Spr. 11,15; 17,18; 20,16.
16611#Sprüche,6,2#2. wenn du dich durch deine Lippen verstrickt, / zum Gefangenen eigner Worte gemacht hast, /
16612#Sprüche,6,3#3. so tue doch dies, mein Sohn, damit du wieder frei wirst - / denn du bist in des andern Gewalt -: / Gehe hin und lass nicht ab / und dringe in deinen Nächsten! /
16613#Sprüche,6,4#4. Gönne deinen Augen keinen Schlaf, / lass deine Wimpern nicht schlummern. /
16614#Sprüche,6,5#5. Rette dich wie eine Gazelle vor dem Jäger, / wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers.
16615#Sprüche,6,6#6. Gehe hin zur Ameise, du Fauler, / betrachte ihre Weise, dass du klug werdest. /
16616#Sprüche,6,7#7. Sie hat keinen Fürsten, / keinen Vogt und keinen Gebieter, /
16617#Sprüche,6,8#8. und doch rüstet sie ihre Speise im Sommer / und trägt in der Ernte ihre Nahrung zusammen. /
16618#Sprüche,6,9#9. Wie lange, du Fauler, willst du noch liegen? / wann willst du aufstehen von deinem Schlafe? /
16619#Sprüche,6,10#10. «Noch ein bisschen schlafen, ein bisschen schlummern, / ein bisschen die Hände ineinanderlegen im Bett» - /
16620#Sprüche,6,11#11. da kommt über dich wie ein Räuber die Armut, / der Mangel wie ein gewappneter Mann. -V. 10-11: Spr. 24,33.
16621#Sprüche,6,12#12. Ein Taugenichts ist, ein heilloser Mensch, / wer Falschheit im Munde führt, /
16622#Sprüche,6,13#13. mit den Augen zwinkert, mit den Füssen scharrt / und Zeichen gibt mit den Fingern, / -Spr. 10,10.
16623#Sprüche,6,14#14. wer im Herzen Hinterlist hegt und Böses schmiedet / und allezeit Händel stiftet. /
16624#Sprüche,6,15#15. Darum wird plötzlich das Verderben über ihn kommen, / unheilbar wird er zerschmettert im Nu.
16625#Sprüche,6,16#16. Sechs Dinge sind es, die der Herr hasst, / sieben sind seiner Seele ein Greuel: /
16626#Sprüche,6,17#17. hochmütige Augen, eine falsche Zunge, / Hände, die unschuldiges Blut vergiessen, / -Spr. 12,22; 30,13; Jes. 1,15.
16627#Sprüche,6,18#18. ein Herz, das arge Ränke schmiedet, / Füsse, die eilends dem Bösen nachlaufen, / -Jes. 59,7.
16628#Sprüche,6,19#19. wer Lügen vorbringt als falscher Zeuge, / wer Händel stiftet zwischen Brüdern.
16629#Sprüche,6,20#20. MEIN Sohn, bewahre das Gebot deines Vaters, / verwirf nicht die Weisung deiner Mutter; / -Spr. 1,8.
16630#Sprüche,6,21#21. binde sie dir aufs Herz allerwegen / und winde sie dir um den Hals. / -Spr. 3,3.
16631#Sprüche,6,22#22. Wenn du einhergehst, wird sie dich geleiten, / wird über dir wachen, wenn du schläfst, / und wenn du erwachst, wird sie zu dir reden. /
16632#Sprüche,6,23#23. Denn eine Leuchte ist das Gebot und die Weisung ein Licht, / und ein Weg des Lebens sind Rüge und Zucht, / -Ps. 119,105.
16633#Sprüche,6,24#24. indem sie dich vor dem argen Weibe bewahren, / vor der glatten Zunge der Fremden-1-. / -Spr. 2,16.   1) gemeint ist die Ehefrau eines andern.
16634#Sprüche,6,25#25. Lass dich nicht im Herzen nach ihrer Schönheit gelüsten / und lass dich nicht fangen durch ihre Augen. / -Mt. 5,28.
16635#Sprüche,6,26#26. Bei einer Dirne steht ein Stück Brot auf dem Spiel, / ein Eheweib aber jagt nach dem kostbaren Leben. /
16636#Sprüche,6,27#27. Kann man Feuer im Bausche (des Gewandes) tragen, / ohne dass die Kleider versengt werden? /
16637#Sprüche,6,28#28. Kann man auf glühenden Kohlen gehen, / ohne die Füsse sich wund zu brennen? /
16638#Sprüche,6,29#29. So, wer zum Weibe des Nächsten geht: / wer sie berührt, bleibt nicht ungestraft. /
16639#Sprüche,6,30#30. Verachtet man nicht den Dieb, / auch wenn er stiehlt, den Hunger zu stillen, /
16640#Sprüche,6,31#31. und obschon er, ertappt, es siebenfältig ersetzen, / alles Gut seines Hauses geben kann? / -2.Mo. 22,1.
16641#Sprüche,6,32#32. Wer aber Ehebruch treibt, ist Verstandes bar; / nur der tut's, der sich selber verderben will. /
16642#Sprüche,6,33#33. Schläge und Schande werden sein Teil sein, / unaustilgbar ist seine Schmach. /
16643#Sprüche,6,34#34. Denn stammt aus Eifersucht der Grimm des Mannes, / so kennt er keine Schonung am Tag der Rache. /
16644#Sprüche,6,35#35. Er sieht kein Lösegeld an; / wie viel du auch schenken willst, er nimmt es nicht.
16645#Sprüche,7,1#1. Mein Sohn, behalte meine Worte, / und meine Gebote bewahre bei dir. /
16646#Sprüche,7,2#2. Bewahre meine Gebote, so wirst du leben, / und hüte meine Weisung wie deinen Augapfel. /
16647#Sprüche,7,3#3. Binde sie dir um die Finger / und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens. / -Spr. 3,3.
16648#Sprüche,7,4#4. Sage zur Weisheit: «Du bist meine Schwester» , / und heisse die Einsicht deine Vertraute, /
16649#Sprüche,7,5#5. dass sie dich bewahre vor dem Weibe des andern, / vor der Fremden, die glatte Worte gibt. / -Spr. 2,16; 5,3; 6,24.
16650#Sprüche,7,6#6. Denn sie schaut im Fenster ihres Hauses / hinter dem Gitter hervor. /
16651#Sprüche,7,7#7. Da sieht sie unter den Einfältigen einen Jüngling, / bemerkt einen Unverständigen unter den Jungen, /
16652#Sprüche,7,8#8. der an einer Ecke in die Gasse einlenkt / und gegen ihr Haus zuschreitet /
16653#Sprüche,7,9#9. in der Dämmerung, bei der Neige des Tages, / zur Zeit der Nacht und des Dunkels. /
16654#Sprüche,7,10#10. Siehe, da läuft ihm das Weib entgegen, / im Aufzug einer Dirne und verschmitzten Herzens. /
16655#Sprüche,7,11#11. Aufgeregt ist sie und unbändig, / ihre Füsse finden im Haus keine Ruhe. /
16656#Sprüche,7,12#12. Bald (ist sie) auf der Gasse, bald auf den Plätzen, / an allen Ecken lauert sie. /
16657#Sprüche,7,13#13. Die fasst ihn und küsst ihn, / und mit frecher Miene spricht sie zu ihm: /
16658#Sprüche,7,14#14. «Ich war ein Heilsopfer schuldig; / heute habe ich meine Gelübde erfüllt. /
16659#Sprüche,7,15#15. Darum bin ich ausgegangen, / dir entgegen, um dich zu suchen, / und nun habe ich dich gefunden. /
16660#Sprüche,7,16#16. Mit Teppichen habe ich mein Lager bedeckt, / mit bunten Tüchern von ägyptischem Linnen. /
16661#Sprüche,7,17#17. Ich habe mein Bette mit Myrrhen besprengt, / mit Aloe und mit Zimmet. /
16662#Sprüche,7,18#18. Komm, wir wollen uns an Wollust berauschen bis zum Morgen, / wollen miteinander schwelgen in Liebe; /
16663#Sprüche,7,19#19. denn der Mann ist nicht zu Hause, / er ist fernhin auf Reisen gegangen. /
16664#Sprüche,7,20#20. Er hat den Geldbeutel mit sich genommen; / erst am Vollmond kommt er wieder heim.»
16665#Sprüche,7,21#21. Sie bringt ihn herum mit dem vielen Zuspruch, / mit dem glatten Geschwätz reisst sie ihn fort. /
16666#Sprüche,7,22#22. Einfältiglich läuft er hinter ihr drein / wie ein Ochs, der zur Schlachtung geht, / wie ein Hund, der zur Kette geführt wird, /
16667#Sprüche,7,23#23. wie ein Vogel ins Garn eilt, / und merkt nicht, dass es sein Leben gilt, / bis der Pfeil ihm die Leber durchbohrt. /
16668#Sprüche,7,24#24. Nun denn, mein Sohn, höre auf mich, / merke auf die Worte meines Mundes. /
16669#Sprüche,7,25#25. Lass dein Herz nicht abweichen auf ihre Wege, / irre nicht ab auf ihre Pfade. /
16670#Sprüche,7,26#26. Denn viel sind der Erschlagenen, die sie gefällt, / und die sie gemordet, sind zahlreich. /
16671#Sprüche,7,27#27. Ihr Haus ist ein Weg zur Unterwelt, / der hinabführt zu den Kammern des Todes. -Spr. 2,18; 5,5; 9,18; 21,16.
16672#Sprüche,8,1#1. RUFT nicht die Weisheit vernehmlich? / erhebt nicht die Einsicht ihre Stimme? / -Spr. 1,20.
16673#Sprüche,8,2#2. Oben auf den Höhen am Wege, / da wo die Pfade sich kreuzen, steht sie. /
16674#Sprüche,8,3#3. Zur Seite der Tore am Ausgang der Stadt, / am Eingang der Pforten ruft sie laut: /
16675#Sprüche,8,4#4. «Euch, ihr Männer, gilt meine Predigt, / an die Menschenkinder ergeht mein Ruf. /
16676#Sprüche,8,5#5. O ihr Einfältigen, lernet Klugheit, / ihr Toren, nehmet Verstand an! /
16677#Sprüche,8,6#6. Höret zu! Vortreffliches rede ich, / recht und gerade ist, was meine Lippen eröffnen. /
16678#Sprüche,8,7#7. Ja, Wahrheit redet mein Gaumen, / und Frevel ist meinen Lippen ein Greuel. /
16679#Sprüche,8,8#8. Rechtbeschaffen sind alle Worte meines Mundes; / es ist nichts Krummes, Verkehrtes darin. /
16680#Sprüche,8,9#9. Klar sind sie alle für den Verständigen / und richtig für den, der Erkenntnis besitzt. /
16681#Sprüche,8,10#10. Nehmt lieber Belehrung an als Silber / und Erkenntnis eher als köstliches Gold. /
16682#Sprüche,8,11#11. Denn Weisheit ist wertvoller als Korallen, / und alle Kleinodien wiegen sie nicht auf. / -Spr. 3,15; Hiob 28,15.
16683#Sprüche,8,12#12. Ich, die Weisheit, pflege der Klugheit, / verfüge über Erkenntnis und guten Rat. /
16684#Sprüche,8,13#13. Den Herrn fürchten heisst das Böse hassen; / Hoffart und Hochmut und bösen Wandel / und trugvolle Rede hasse ich. /
16685#Sprüche,8,14#14. Bei mir ist Rat und Tüchtigkeit; / mein ist Einsicht und mein auch Stärke. /
16686#Sprüche,8,15#15. Durch mich herrschen die Könige / und entscheiden die Machthaber gerecht. /
16687#Sprüche,8,16#16. Durch mich regieren Fürsten und Edle, / wer immer auf Erden Gewalt hat. /
16688#Sprüche,8,17#17. Ich habe lieb, die mich lieben, / und die nach mir suchen, werden mich finden. / -Spr. 2,4.5.
16689#Sprüche,8,18#18. Reichtum und Ehre ist bei mir, / stattliches Gut und gerechter Lohn. / -Spr. 3,16.
16690#Sprüche,8,19#19. Meine Frucht ist besser als Gold, als gediegenes Gold, / mein Ertrag besser als köstliches Silber. / -Spr. 3,14; 16,16.
16691#Sprüche,8,20#20. Ich wandle auf dem Pfad der Gerechtigkeit, / mitten auf den Bahnen des Rechten, /
16692#Sprüche,8,21#21. dass ich denen, die mich lieben, Reichtum gebe / und ihre Schatzkammern fülle.
16693#Sprüche,8,22#22. Der Herr schuf mich, seines Waltens Erstling, / als Anfang seiner Werke, vorlängst. /
16694#Sprüche,8,23#23. Von Ewigkeit her bin ich gebildet, / von Anbeginn, vor dem Ursprung der Welt. /
16695#Sprüche,8,24#24. Noch ehe die Meere waren, ward ich geboren, / noch vor den Quellen, reich an Wasser. /
16696#Sprüche,8,25#25. Bevor die Berge eingesenkt wurden, / vor den Hügeln ward ich geboren, /
16697#Sprüche,8,26#26. ehe er die Erde gemacht und die Fluren / und die ersten Schollen des Erdreichs. /
16698#Sprüche,8,27#27. Als er den Himmel baute, war ich dabei, / als er das Gewölbe absteckte über der Urflut, / -1.Mo. 1,7.8.
16699#Sprüche,8,28#28. als er die Wolken droben befestigte / und die Quellen der Urflut stark machte, /
16700#Sprüche,8,29#29. als er dem Meer seine Schranke setzte, / dass die Wasser seinem Befehle gehorchten, / als er die Grundfesten der Erde legte, / -1.Mo. 1,9; Hiob 38,10; Ps. 104,9.
16701#Sprüche,8,30#30. da war ich als Liebling-1- ihm zur Seite, / war lauter Entzücken Tag für Tag / und spielte vor ihm allezeit, / -1) and: «Werkmeister».
16702#Sprüche,8,31#31. spielte auf seinem Erdenrund / und hatte mein Ergötzen an den Menschenkindern.
16703#Sprüche,8,32#32. So höret denn auf mich, meine Söhne, /
16704#Sprüche,8,33#33. höret auf Mahnung, dass ihr weise werdet, / und schlagt sie nicht in den Wind! /
16705#Sprüche,8,34#34. Wohl dem Menschen, der auf mich hört, / wohl denen, die meine Wege einhalten, / an meinem Tore wachen Tag für Tag / und meine Türpfosten hüten! /
16706#Sprüche,8,35#35. Denn wer mich findet, der findet das Leben / und er erlangt Wohlgefallen beim Herrn. /
16707#Sprüche,8,36#36. Wer mich aber verfehlt, der schädigt sich selber; / alle, die mich hassen, lieben den Tod.»
16708#Sprüche,9,1#1. FRAU Weisheit hat ihr Haus gebaut, / ihre sieben Säulen aufgerichtet, /
16709#Sprüche,9,2#2. das Schlachtvieh geschlachtet, den Wein gemischt, / hat schon den Tisch gedeckt. /
16710#Sprüche,9,3#3. Sie hat die Mägde ausgeschickt, / lässt rufen auf der Höhe der Stadt: /
16711#Sprüche,9,4#4. «Wer unerfahren ist, der kehre hier ein!» / Zum Unverständigen spricht sie: /
16712#Sprüche,9,5#5. «Kommt, nehmet teil an meinem Mahl / und trinkt von dem Wein, den ich gemischt! /
16713#Sprüche,9,6#6. Lasst fahren die Torheit, auf dass ihr lebet, / und geht einher auf dem Wege der Einsicht!» /
16714#Sprüche,9,7#7. Wer den Spötter zurechtweist, der holt sich Schimpf, / wer den Gottlosen rügt, der erntet Schande. /
16715#Sprüche,9,8#8. Rüge den Spötter nicht, dass er dich nicht hasse; / rüge den Weisen, der wird dich lieben. / -Spr. 23,9; Ps. 141,5; Mt. 7,6.
16716#Sprüche,9,9#9. Gib dem Weisen, so wird er noch weiser; / belehre den Frommen, so lernt er noch mehr. /
16717#Sprüche,9,10#10. Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn, / und die Erkenntnis des Heiligen ist Verstand. / -Spr. 1,7; Hiob 28,28; Ps. 111,10.
16718#Sprüche,9,11#11. Denn durch mich werden deine Tage sich mehren, / werden Jahre sich fügen zu deinem Leben. / -Spr. 3,16; 10,27.
16719#Sprüche,9,12#12. Bist du weise, so bist du weise für dich; / bist du ein Spötter, so hast du's allein zu tragen. /
16720#Sprüche,9,13#13. Frau Torheit ist ein erregtes Ding, / voll Unverstand, und kennt keine Scham. /
16721#Sprüche,9,14#14. Sie sitzt vor der Tür ihres Hauses / auf einem Stuhl auf der Höhe der Stadt /
16722#Sprüche,9,15#15. und ruft denen zu, die vorüberwandern, / die ihre gerade Strasse gehen: /
16723#Sprüche,9,16#16. «Wer unerfahren ist, der kehre hier ein!» / Zum Unverständigen spricht sie: /
16724#Sprüche,9,17#17. «Gestohlenes Wasser ist süss, / und heimliches Brot schmeckt gut.» -Spr. 20,17.
16725#Sprüche,9,18#18. Und er weiss nicht, dass die Schatten dort hausen, / dass ihre Gäste in den Tiefen der Unterwelt lagern. -Spr. 2,18; 21,16.
16726#Sprüche,10,1#DIE Sprüche Salomos. 1. Ein weiser Sohn macht dem Vater Freude, / aber ein törichter Sohn ist seiner Mutter ein Herzeleid. / -Spr. 15,20; 17,25; 29,3.
16727#Sprüche,10,2#2. Schätze, durch Unrecht erworben, nützen nichts, / Wohltun aber errettet vom Tode. / -Spr. 11,4; 21,6; Hes. 7,19.
16728#Sprüche,10,3#3. Der Herr lässt den Hunger des Frommen nicht ungestillt, / die Gier des Gottlosen aber stösst er zurück. / -Ps. 37,19.25.
16729#Sprüche,10,4#4. Lässige Hand bringt Armut, / fleissige Hand schafft Reichtum. / -Spr. 12,24; 19,15; 20,13.
16730#Sprüche,10,5#5. Wer im Sommer einsammelt, handelt klug, / wer aber schläft in der Ernte, handelt schändlich. /
16731#Sprüche,10,6#6. Segnungen kommen vom Haupte des Frommen, / aber der Gottlosen Mund birgt Gewalttat. /
16732#Sprüche,10,7#7. Das Gedächtnis des Frommen bleibt gesegnet, / der Name der Gottlosen aber vermodert. / -Hiob 18,17; Ps. 112,2.
16733#Sprüche,10,8#8. Wer weisen Herzens ist, nimmt die Gebote an, / der törichte Schwätzer aber kommt zu Fall. /
16734#Sprüche,10,9#9. Wer unsträflich wandelt, der wandelt sicher, / wer krumme Wege geht, wird ertappt. /
16735#Sprüche,10,10#10. Wer mit den Augen hämisch zwinkert, verursacht Leid; / wer aber freimütig rügt, schafft Heil. /
16736#Sprüche,10,11#11. Eine Quelle des Lebens ist der Mund des Frommen, aber der Gottlosen Mund birgt Gewalttat. -Spr. 13,14.
16737#Sprüche,10,12#12. Hass weckt Streit, / Liebe deckt alle Vergehen zu. / -a) 1.Kor. 13,5; 1.Petr. 4,8.
16738#Sprüche,10,13#13. Auf den Lippen des Verständigen findet man Weisheit, /  die Rute gehört auf den Rücken des Toren. /
16739#Sprüche,10,14#14. Die Weisen halten mit der Erkenntnis zurück, / der Mund des Toren ist nahes Verderben. / -Spr. 12,23.
16740#Sprüche,10,15#15. Dem Reichen sind seine Güter eine feste Burg, / den Dürftigen wird ihre Armut zum Verderben. / -Spr. 18,11.
16741#Sprüche,10,16#16. Der Erwerb des Frommen gereicht zum Leben, / das Einkommen des Gottlosen aber zur Sünde. /
16742#Sprüche,10,17#17. Wer Zucht bewahrt, geht den Pfad zum Leben, / wer aber Rüge missachtet, der geht in der Irre. /
16743#Sprüche,10,18#18. Gerechte Lippen begraben den Hass; / wer aber Verleumdung aussprengt, ist ein Tor. /
16744#Sprüche,10,19#19. Wo viel geredet wird, bleibt Verfehlung nicht aus; / wer aber seine Lippen im Zaum hält, handelt klug. / -Spr. 17,27; Mt. 12,36; Jak. 3,2.
16745#Sprüche,10,20#20. Köstliches Silber ist die Rede des Frommen, / der Verstand der Gottlosen ist wenig wert. /
16746#Sprüche,10,21#21. Die Lippen des Frommen erquicken viele, / die Toren sterben durch Unverstand. /
16747#Sprüche,10,22#22. Der Segen des Herrn, der allein macht reich, / eignes Mühen tut nichts hinzu. / -Ps. 37,22; 127,2.
16748#Sprüche,10,23#23. Schandtaten machen dem Toren Vergnügen, / Weisheit aber dem einsichtigen Mann. / -Spr. 14,9.
16749#Sprüche,10,24#24. Wovor dem Gottlosen graut, das trifft ihn; / den Frommen aber wird gegeben, was sie begehren. /
16750#Sprüche,10,25#25. Wenn der Sturm einherfährt, ist's mit dem Gottlosen aus, / der Fromme aber hat ewig Bestand. / -Spr. 12,3.
16751#Sprüche,10,26#26. Was Essig für die Zähne und Rauch für die Augen, / das ist der Faule für den, der ihn ausschickt. /
16752#Sprüche,10,27#27. Die Furcht des Herrn verlängert das Leben, / aber die Jahre des Gottlosen werden verkürzt. / -Spr. 9,11; 14,27.
16753#Sprüche,10,28#28. Das Harren der Frommen endet in Freude, / aber die Hoffnung der Gottlosen wird zunichte. /
16754#Sprüche,10,29#29. Das Walten des Herrn ist dem Unsträflichen Zuflucht, / den Übeltätern aber Verderben. /
16755#Sprüche,10,30#30. Der Fromme wird nimmermehr wanken, / aber die Gottlosen bleiben nicht wohnen im Lande. /
16756#Sprüche,10,31#31. Weisheit entspriesst dem Munde des Frommen, / aber die trugvolle Zunge wird abgehauen. /
16757#Sprüche,10,32#32. Die Lippen des Frommen wissen, was wohlgefällig, / der Mund der Gottlosen nur, was verkehrt ist. /
16758#Sprüche,11,1#1. Falsche Waage ist dem Herrn ein Greuel, / aber volles Gewicht gefällt ihm wohl. / -Spr. 16,11; 20,10; 3.Mo. 19,36; Mi. 6,11.
16759#Sprüche,11,2#2. Kommt Übermut, so kommt auch Schande, / bei den Demütigen aber ist Weisheit. / -Spr. 16,18; 18,12.
16760#Sprüche,11,3#3. Die Redlichen leitet ihre Unschuld, / die Treulosen aber richtet ihre Falschheit zugrunde. /
16761#Sprüche,11,4#4. Reichtum hilft nicht am Tage des Zorns, / Gerechtigkeit aber errettet vom Tode. / -Spr. 10,2; Hes. 7,19; Zeph. 1,18.
16762#Sprüche,11,5#5. Dem Frommen ebnet seine Gerechtigkeit den Weg, / der Böse aber kommt durch seine Bosheit zu Fall. /
16763#Sprüche,11,6#6. Die Redlichen errettet ihre Gerechtigkeit, / aber die Treulosen werden durch die eigne Gier gefangen. / -Spr. 5,22.
16764#Sprüche,11,7#7. Wenn der Gottlose stirbt, so ist es aus mit der Hoffnung, / die Erwartung der Frevler wird zunichte. /
16765#Sprüche,11,8#8. Der Fromme wird aus der Not errettet, / und an seinen Platz muss der Gottlose treten. / -Spr. 21,18; Ps. 34,18.
16766#Sprüche,11,9#9. Vom Munde des Ruchlosen droht dem Nächsten Verderben, / durch die Einsicht der Frommen aber wird er gerettet. /
16767#Sprüche,11,10#10. Ob dem Glück der Frommen frohlockt die Stadt, / und sie jauchzt, wenn die Gottlosen umkommen. /
16768#Sprüche,11,11#11. Durch den Segen der Redlichen kommt die Stadt empor, / durch den Mund der Gottlosen wird sie zerstört. /
16769#Sprüche,11,12#12. Der Unverständige begegnet dem Nächsten verächtlich, / der einsichtige Mann aber schweigt. /
16770#Sprüche,11,13#13. Wer als Schwätzer umhergeht, plaudert Geheimnisse aus; / wer zuverlässigen Sinnes ist, behält die Sache für sich. / -Spr. 20,19.
16771#Sprüche,11,14#14. Wo richtige Führung fehlt, kommt ein Volk zu Fall; / doch wo viele sind, die Rat wissen, steht es wohl. / -Spr. 15,22.
16772#Sprüche,11,15#15. Wer für einen Fremden bürgt, dem geht es gar übel; / wer das Bürgen meidet, der geht sicher. / -Spr. 6,1-5; 20,16.
16773#Sprüche,11,16#16. Ein anmutiges Weib gewinnt Ehre, / einen Thron der Schande jedoch die Feindin der Sitten. / Die Faulen ermangeln der Güter, / die Fleissigen aber gewinnen Reichtum. /
16774#Sprüche,11,17#17. Der Gütige tut sich selber Gutes, / der Hartherzige schneidet ins eigne Fleisch. /
16775#Sprüche,11,18#18. Der Gottlose erwirbt trügerischen Lohn, / doch wahrhaften Gewinn, wer Gerechtigkeit sät. / -Hos. 10,12; Gal. 6,8.
16776#Sprüche,11,19#19. Wer feststeht in der Gerechtigkeit, dem gereicht es zum Leben, / wer dem Bösen nachjagt, dem gereicht es zum Tode. /
16777#Sprüche,11,20#20. Dem Herrn sind ein Greuel, die falschen Herzens sind; / die unsträflich wandeln, gefallen ihm wohl. /
16778#Sprüche,11,21#21. Die Hand darauf! der Böse bleibt nicht ungestraft, / das Geschlecht der Frommen aber wird errettet. /
16779#Sprüche,11,22#22. Wie ein goldener Ring am Rüssel des Schweins, / so ein schönes Weib ohne Sitte. /
16780#Sprüche,11,23#23. Der Frommen Begehren führt zu lauter Glück, / der Gottlosen Hoffnung zum Strafgericht. /
16781#Sprüche,11,24#24. Mancher gibt viel und wird doch noch reicher, / mancher kargt über Gebühr und wird nur ärmer. /
16782#Sprüche,11,25#25. Die Seele, die wohltut, wird reichlich gesättigt; / wer (andre) erquickt, wird auch selber erquickt. / -Ps. 112,9.
16783#Sprüche,11,26#26. Wer Getreide zurückhält, dem fluchen die Leute; / wer es aber auf den Markt bringt, dessen Haupt wird gesegnet. / -Lk. 12,16-21.
16784#Sprüche,11,27#27. Wer auf das Gute bedacht ist, der sucht (Gottes) Wohlgefallen; / wer nach Bösem trachtet, den trifft es selbst. / -Ps. 7,17.
16785#Sprüche,11,28#28. Wer auf seinen Reichtum vertraut, welkt dahin; / die Gerechten aber grünen wie junges Laub. /
16786#Sprüche,11,29#29. Wer sein Haus zerrüttet, wird Wind erben, / und der Tor wird ein Sklave des Weisen. /
16787#Sprüche,11,30#30. Des Rechttuns Frucht ist ein Baum des Lebens, / Unrechttun aber nimmt das Leben. /
16788#Sprüche,11,31#31. Wenn dem Frommen auf Erden vergolten wird, / wieviel mehr dem Frevler und Sünder! /
16789#Sprüche,12,1#1. Zucht hat lieb, wer Erkenntnis liebt; / wer die Rüge hasst, der ist dumm. /
16790#Sprüche,12,2#2. Der Gute erlangt Wohlgefallen beim Herrn, / den Ränkeschmied aber verdammt er. /
16791#Sprüche,12,3#3. Durch Gottlosigkeit kommt der Mensch zu keinem festen Bestand, / die Wurzel der Frommen aber wankt nicht. /
16792#Sprüche,12,4#4. Ein wackeres Weib ist des Gatten Krone, / ein schandbares aber wie Frass in seinen Gebeinen. / -1.Kor. 11,7.
16793#Sprüche,12,5#5. Die Frommen denken auf das, was recht ist, / das Sinnen der Gottlosen geht auf Trug. /
16794#Sprüche,12,6#6. Die Reden der Gottlosen bedrohen der Menschen Leben, / der Mund der Redlichen aber errettet sie. / -Spr. 1,11.
16795#Sprüche,12,7#7. Umgestürzt werden die Gottlosen und sind nicht mehr, / das Haus der Frommen aber hat Bestand. / -Spr. 10,25; Ps. 37,37.38.
16796#Sprüche,12,8#8. Nach seiner Einsicht wird der Mann gelobt; / wer verkehrten Sinnes ist, verfällt der Verachtung. /
16797#Sprüche,12,9#9. Besser gering sein und für sich arbeiten, / als vornehm tun und des Brotes ermangeln. /
16798#Sprüche,12,10#10. Der Gerechte hat Verständnis für das Verlangen seines Viehs, / aber das Herz der Gottlosen ist grausam. /
16799#Sprüche,12,11#11. Wer sein Feld bebaut, der hat Brot genug; / wer nichtigen Dingen nachjagt, der leidet Mangel. / -Spr. 28,19.
16800#Sprüche,12,12#12. Unrechttun ist ein Netz für die Bösen, / die Frommen aber wurzeln in festem Grund. /
16801#Sprüche,12,13#13. Der Böse verstrickt sich in Verfehlung der Lippen, / der Gerechte aber entgeht der Not. / -Spr. 13,3; 18,7.
16802#Sprüche,12,14#14. An der Frucht seines Mundes muss einer sich satt essen; / was seine Hände tun, das wird ihm vergolten. / -Spr. 18,20.
16803#Sprüche,12,15#15. Den Toren dünkt sein Weg der rechte; / wer aber auf guten Rat hört, der ist weise.
16804#Sprüche,12,16#16. Ein Tor, wer seinen Ärger auf der Stelle zeigt; / wer den Schimpf einsteckt, der ist klug.
16805#Sprüche,12,17#17. Wer die Wahrheit spricht, sagt aus, was recht ist, / der falsche Zeuge aber bringt Lügen vor. / -Spr. 14,5.
16806#Sprüche,12,18#18. Manches Mannes Geschwätz verwundet wie Schwertstich, / aber die Zunge der Weisen bringt Heilung. / -Ps. 55,22; 57,5; 59,8; 64,4.
16807#Sprüche,12,19#19. Wahrhafter Mund hat für immer Bestand, / lügnerische Zunge nur einen Augenblick. /
16808#Sprüche,12,20#20. Tücke wohnt im Herzen derer, die Böses schmieden, / die aber Heilsames raten, erleben Freude. /
16809#Sprüche,12,21#21. Dem Frommen widerfährt kein Leid, / den Gottlosen aber Unheils die Fülle. /
16810#Sprüche,12,22#22. Lügnerische Lippen sind dem Herrn ein Greuel; / die aber Treue üben, gefallen ihm wohl. / -Spr. 6,17.
16811#Sprüche,12,23#23. Der kluge Mann hält mit der Erkenntnis zurück, / das Herz der Albernen schreit Torheit aus. / -Spr. 10,14; 13,16; 15,2.
16812#Sprüche,12,24#24. Die Hand der Fleissigen kommt zur Herrschaft, / die lässige aber muss Frondienst tun. / -Spr. 10,4.
16813#Sprüche,12,25#25. Gram im Herzen eines Mannes beugt ihn nieder, / ein freundliches Wort macht ihn wieder froh. / -Spr. 15,13.
16814#Sprüche,12,26#26. Der Fromme erspäht seine Weide, / die Gottlosen führt ihr Weg in die Irre. /
16815#Sprüche,12,27#27. Der Lässige holt sein Wild nicht ein, / aber kostbares Gut wird dem fleissigen Mann. /
16816#Sprüche,12,28#28. Auf dem Pfad der Gerechtigkeit ist Leben, / schandbarer Weg aber führt zum Tode. /
16817#Sprüche,13,1#1. Der weise Sohn liebt Zucht, / aber der Spötter hört nicht auf Schelte. /
16818#Sprüche,13,2#2. Von der Frucht der Gerechtigkeit geniesst einer Gutes, / die Begierde der Treulosen ist Gewalttat. /
16819#Sprüche,13,3#3. Wer seinen Mund hütet, bewahrt sein Leben; / wer seine Lippen aufreisst, dem ist es Verderben. -Spr. 12,13; 18,7; 21,23.
16820#Sprüche,13,4#4. Der Faule ist voller Gier und hat doch nichts, / das Verlangen der Fleissigen wird reichlich gestillt. /
16821#Sprüche,13,5#5. Lügenrede hasst der Fromme, / der Gottlose handelt schandbar und schimpflich. /
16822#Sprüche,13,6#6. Frömmigkeit behütet den, der unsträflich wandelt, / Gottlosigkeit bringt den Sünder zu Fall. / -Spr. 11,3.
16823#Sprüche,13,7#7. Mancher stellt sich reich und hat doch nichts, / mancher stellt sich arm und hat viel Gut. /
16824#Sprüche,13,8#8. Lösegeld für das Leben ist manchem sein Reichtum, / der Arme aber hört keine Drohung. /
16825#Sprüche,13,9#9. Das Licht der Frommen brennt fröhlich, / aber die Leuchte der Gottlosen erlischt. / -Spr. 4,18.19; 24,20; Hiob 18,5.
16826#Sprüche,13,10#10. Durch Übermut stiftet der Böse Zank, / bei den Demütigen aber ist Weisheit. /
16827#Sprüche,13,11#11. Erhasteter Reichtum vermindert sich; / wer allmählich sammelt, vermehrt ihn. / -Spr. 20,21; 28,20.
16828#Sprüche,13,12#12. Hingehaltene Hoffnung bringt Herzeleid; / erfülltes Verlangen aber ist ein Baum des Lebens. /
16829#Sprüche,13,13#13. Wer das Wort verachtet, der geht zugrunde, / wer aber das Gebot fürchtet, bleibt wohlbehalten. /
16830#Sprüche,13,14#14. Die Lehre des Weisen ist eine Quelle des Lebens, / sodass man den Schlingen des Todes entgeht. / -Spr. 10,11; 14,27; 16,22.
16831#Sprüche,13,15#15. Gute Einsicht bringt Gunst, / aber der Weg der Treulosen ist ihr Verderben. /
16832#Sprüche,13,16#16. Der Kluge tut alles mit Vorbedacht, / aber der Narr kramt Torheit aus. / -Spr. 12,23; 15,2.
16833#Sprüche,13,17#17. Ein schurkischer Bote führt ins Unglück, / aber ein treuer Gesandter bringt Heilung. /
16834#Sprüche,13,18#18. In Armut und Schande fällt, wer Zucht in den Wind schlägt; / wer aber Rüge beachtet, der wird geehrt. / -Spr. 12,1.
16835#Sprüche,13,19#19. Erfülltes Verlangen tut dem Herzen wohl; / das Böse meiden ist den Toren ein Greuel. /
16836#Sprüche,13,20#20. Gehe mit Weisen um, so wirst du weise; / wer sich zu den Toren gesellt, dem geht es schlimm. /
16837#Sprüche,13,21#21. Die Sünder verfolgt das Unheil, die Frommen aber belohnt Er mit Glück. /
16838#Sprüche,13,22#22. Der Gute vererbt seine Habe auf Kindeskinder; / der Reichtum des Sünders ist aufgespart für den Frommen. / -Spr. 28,8; Hiob 27,17.
16839#Sprüche,13,23#23. Der Neubruch der Armen gibt reichliche Nahrung; / manch einer dagegen wird hingerafft durch Unrecht. /
16840#Sprüche,13,24#24. Wer die Rute spart, der hasst seinen Sohn; / wer ihn liebhat, der züchtigt ihn beizeiten. / -Spr. 23,13; 29,15.
16841#Sprüche,13,25#25. Der Fromme kann sich satt essen nach Lust, / der Bauch der Gottlosen muss darben. /
16842#Sprüche,14,1#1. Frau Weisheit hat ihr Haus gebaut; / Frau Torheit reisst es mit eignen Händen nieder. / -Spr. 9,1.13.
16843#Sprüche,14,2#2. Wer in Geradheit wandelt, fürchtet den Herrn; / wer verkehrte Wege geht, verachtet ihn. /
16844#Sprüche,14,3#3. Im Munde des Toren ist eine Rute für seinen Rücken, / den Weisen aber behüten seine Lippen. /
16845#Sprüche,14,4#4. Wo keine Rinder sind, da gibt es kein Korn; / aber reicher Ertrag kommt durch des Stieres Kraft. /
16846#Sprüche,14,5#5. Ein wahrhaftiger Zeuge lügt nicht; / aber ein falscher Zeuge bringt Lügen vor. / -Spr. 12,17; 2.Mo. 23,1.
16847#Sprüche,14,6#6. Der Spötter sucht Weisheit und findet sie nicht; / dem Einsichtigen aber ist Erkenntnis ein leichtes. /
16848#Sprüche,14,7#7. Von dem Toren hält sich jedermann fern, / aber ein Gefäss der Erkenntnis sind verständige Lippen. /
16849#Sprüche,14,8#8. Das ist die Weisheit des Klugen, dass er seinen Weg verstehe; / aber die Torheit der Narren führt irre. /
16850#Sprüche,14,9#9. Die Toren spotten der Schuld; / zwischen Redlichen herrscht gutes Einvernehmen. /
16851#Sprüche,14,10#10. Das Herz allein kennt seinen Kummer, / und seine Freude kann kein Fremder teilen. /
16852#Sprüche,14,11#11. Das Haus der Gottlosen wird vernichtet; / das Zelt des Redlichen aber blüht auf. /
16853#Sprüche,14,12#12. Manch ein Weg dünkt den Menschen der rechte, / zuletzt aber ist es ein Weg des Todes. / -Spr. 16,25.
16854#Sprüche,14,13#13. Auch beim Lachen kann das Herz voll Gram sein, / und die Freude kann enden in Leid. /
16855#Sprüche,14,14#14. Von seinem Wandel bekommt genug, wer abtrünnigen Herzens ist, / der gute Mensch aber geniesst die Frucht seiner Taten. / -Spr. 1,31.
16856#Sprüche,14,15#15. Der Einfältige glaubt jedem Wort, / aber der Kluge achtet auf seine Schritte. /
16857#Sprüche,14,16#16. Der Weise fürchtet Gott und meidet das Böse, / der Tor aber lässt sich sorglos darauf ein. /
16858#Sprüche,14,17#17. Der Zornmütige begeht Torheit, / der besonnene Mann bleibt ruhig. /
16859#Sprüche,14,18#18. Die Einfältigen vererben Torheit, / aber die Klugen hinterlassen Erkenntnis. /
16860#Sprüche,14,19#19. Die Bösen müssen vor den Guten sich bücken / und die Gottlosen an den Türen des Frommen stehen. /
16861#Sprüche,14,20#20. Der Arme ist auch seinem Nächsten verhasst, / der Reiche aber hat viele Freunde. / -Spr. 19,4.7.
16862#Sprüche,14,21#21. Wer seinen Nächsten verachtet, der sündigt, / aber wohl dem, der sich der Elenden erbarmt! / -Ps. 41,2; 112,9.
16863#Sprüche,14,22#22. Gehen nicht irre, die auf Böses sinnen? / Die aber auf Gutes sinnen, erfahren Huld und Treue. /
16864#Sprüche,14,23#23. Bei aller sauren Arbeit stellt sich Gewinn ein; / aber leeres Geschwätz bringt nur Verlust. /
16865#Sprüche,14,24#24. Die Krone der Weisen ist Klugheit, / der Kranz der Narren ist Torheit. /
16866#Sprüche,14,25#25. Ein wahrhaftiger Zeuge errettet Leben; / wer aber Lügen vorbringt, ist ein Verräter. /
16867#Sprüche,14,26#26. In der Furcht des Herrn liegt ein starker Verlass; / noch den Kindern ist er eine Zuflucht. /
16868#Sprüche,14,27#27. Die Furcht des Herrn ist eine Quelle des Lebens, / sodass man den Schlingen des Todes entgeht. / -Spr. 13,14.
16869#Sprüche,14,28#28. Auf der Menge des Volkes beruht des Königs Hoheit; / doch fehlt es an Leuten, so ist es des Fürsten Sturz. /
16870#Sprüche,14,29#29. Der Langmütige ist reich an Einsicht, / aber der Jähzornige treibt die Torheit auf die Spitze. / -Spr. 19,11.
16871#Sprüche,14,30#30. Ein gelassenes Herz ist Leben für den Leib; / Leidenschaft aber ist Wurmfrass in den Gebeinen. /
16872#Sprüche,14,31#31. Wer den Geringen bedrückt, der schmäht dessen Schöpfer; / doch ehrt ihn, wer sich des Armen erbarmt. / -Spr. 17,5.
16873#Sprüche,14,32#32. Der Gottlose wird durch seine Bosheit gestürzt; / des Frommen Zuflucht ist seine Redlichkeit. /
16874#Sprüche,14,33#33. Im Herzen des Einsichtigen ruht die Weisheit, / aber im Innern der Toren ist sie nicht zu finden. /
16875#Sprüche,14,34#34. Die Gerechtigkeit erhöht ein Volk, / aber die Sünde ist der Völker Schmach. /
16876#Sprüche,14,35#35. Ein kluger Diener hat des Königs Gunst; / sein Zorn aber trifft den, der schändlich handelt. /
16877#Sprüche,15,1#1. Gelinde Antwort stillt den Grimm; / kränkende Rede erregt den Zorn. / -Spr. 16,14; 25,15.
16878#Sprüche,15,2#2. Die Zunge der Weisen träufelt Erkenntnis; / der Mund der Narren lässt Torheit sprudeln. / -Spr. 12,23.
16879#Sprüche,15,3#3. Allüberall sind die Augen des Herrn, / überwachen Böse und Gute. / -2.Chr. 16,9; Ps. 11,4.5.
16880#Sprüche,15,4#4. Gelassene Zunge ist ein Baum des Lebens; / falsche Zunge bringt Herzeleid. / -Spr. 12,18.
16881#Sprüche,15,5#5. Der Tor verschmäht die Zucht seines Vaters; / wer aber Rüge beachtet, der handelt klug. /
16882#Sprüche,15,6#6. Im Hause des Frommen ist grosser Reichtum; / das Einkommen des Gottlosen aber wird zerrüttet. /
16883#Sprüche,15,7#7. Die Lippen der Weisen bewahren Erkenntnis, / das Herz des Toren aber ist verkehrt. /
16884#Sprüche,15,8#8. Das Opfer der Gottlosen ist dem Herrn ein Greuel; / das Gebet der Redlichen gefällt ihm wohl. / -Spr. 21,27; Jes. 1,13.
16885#Sprüche,15,9#9. Ein Greuel ist dem Herrn der Weg der Gottlosen; / wer der Gerechtigkeit nachjagt, den hat er lieb. /
16886#Sprüche,15,10#10. Böse Strafe trifft den, der vom Pfad abweicht, / wer die Rüge hasst, geht zugrunde. /
16887#Sprüche,15,11#11. Unterwelt und Abgrund liegen offen vor dem Herrn, / wieviel mehr die Herzen der Menschenkinder! / -1.Sam. 16,7; Hiob 26,6.
16888#Sprüche,15,12#12. Der Spötter lässt sich nicht gerne rügen, / er gesellt sich nicht zu den Weisen. / -Spr. 9,8.
16889#Sprüche,15,13#13. Ein frohes Herz macht das Angesicht heiter; / bei Kummer im Herzen ist der Geist gedrückt. / -Spr. 12,25; 17,22.
16890#Sprüche,15,14#14. Das Herz des Einsichtigen sucht Erkenntnis; / der Mund der Narren aber ist auf Torheit aus. /
16891#Sprüche,15,15#15. Der Gebeugte hat lauter böse Tage, / der Wohlgemute hat allezeit Fest. /
16892#Sprüche,15,16#16. Besser wenig mit Gottesfurcht / als grosse Schätze mit Unruhe. / -Spr. 16,8; Ps. 37,16.
16893#Sprüche,15,17#17. Besser ein Gericht Gemüse mit Liebe / als ein gemästeter Ochse mit Hass. / -Spr. 17,1.
16894#Sprüche,15,18#18. Der Jähzornige erregt Zank, / der Langmütige beschwichtigt den Streit. / -Spr. 29,22.
16895#Sprüche,15,19#19. Der Weg des Faulen ist wie eine Dornhecke, / der Pfad der Fleissigen ist gebahnt. /
16896#Sprüche,15,20#20. Ein weiser Sohn macht dem Vater Freude, / aber ein törichter Mensch verachtet seine Mutter. / -Spr. 10,1.
16897#Sprüche,15,21#21. Torheit ist des Unverständigen Freude; / der einsichtige Mann aber geht geradeaus. / -Spr. 10,23.
16898#Sprüche,15,22#22. Ohne Ratschlag misslingen die Pläne; / wo viele Rat wissen, da ist Erfolg. / -Spr. 11,14.
16899#Sprüche,15,23#23. Freude erfährt der Mann, der zu antworten weiss, / und wie gut ist ein Wort zur rechten Zeit! /
16900#Sprüche,15,24#24. Der Weg des Lebens führt den Verständigen aufwärts, / damit er fernbleibe vom Totenreich drunten. /
16901#Sprüche,15,25#25. Der Herr reisst weg das Haus der Stolzen, / aber die Grenze der Witwe setzt er fest. / -Spr. 12,7; 14,11.
16902#Sprüche,15,26#26. Böse Anschläge sind dem Herrn ein Greuel, / aber rein sind ihm wohlmeinende Worte. / -Spr. 6,18.
16903#Sprüche,15,27#27. Wer sich bestechen lässt, zerrüttet sein Haus; / wer Geschenke hasst, der hat Gedeihen. / -Ps. 15,5.
16904#Sprüche,15,28#28. Das Herz des Frommen überdenkt, was es antworte, / der Mund der Gottlosen sprudelt Bosheit hervor. /
16905#Sprüche,15,29#29. Der Herr ist fern von den Gottlosen, / das Gebet der Frommen erhört er. / -Ps. 34,16; 145,19.20.
16906#Sprüche,15,30#30. Fröhlicher Blick erfreut das Herz, / gute Botschaft erquickt das Gebein. / -Spr. 25,25.
16907#Sprüche,15,31#31. Ein Ohr, das auf heilsame Rüge hört, / weilt gern inmitten der Weisen. /
16908#Sprüche,15,32#32. Wer Zucht in den Wind schlägt, verachtet sein Leben, / wer auf Rüge hört, der erwirbt Verstand. /
16909#Sprüche,15,33#33. Die Furcht des Herrn ist die Schule der Weisheit, / und der Ehre geht Demut voran. / -Spr. 1,7; 9,10; 18,12.
16910#Sprüche,16,1#1. Der Mensch kann wohl bei sich überlegen, / aber das rechte Wort gibt ihm der Herr ein. /
16911#Sprüche,16,2#2. Den Menschen dünken alle seine Wege rein, / aber der Herr prüft die Geister. / -Spr. 21,2.
16912#Sprüche,16,3#3. Befiehl dem Herrn deine Werke, / so werden deine Pläne gelingen. / -Ps. 37,5.
16913#Sprüche,16,4#4. Alles hat der Herr zu bestimmtem Zweck geschaffen, / so auch den Gottlosen für den Tag des Unheils. / -Röm. 9,22.
16914#Sprüche,16,5#5. Jeder Hochmütige ist dem Herrn ein Greuel; / die Hand darauf! er bleibt nicht ungestraft. /
16915#Sprüche,16,6#6. Durch Güte und Treue wird Schuld gesühnt, / und durch Gottesfurcht bleibt man dem Bösen fern. /
16916#Sprüche,16,7#7. Wenn eines Menschen Wege dem Herrn gefallen, / so versöhnt er auch seine Feinde mit ihm. /
16917#Sprüche,16,8#8. Besser wenig mit Gerechtigkeit / als grosses Einkommen mit Unrecht. / -Spr. 15,16; Ps. 37,16.
16918#Sprüche,16,9#9. Des Menschen Herz denkt sich einen Weg aus, / aber der Herr lenkt seinen Schritt. / -Spr. 19,21.
16919#Sprüche,16,10#10. Gottesspruch ist auf des Königs Lippen; / wenn er Urteil spricht, greift er nicht fehl. /
16920#Sprüche,16,11#11. Schnellwaage und Waagschalen sind des Herrn, / alle Gewichtsteine sind sein Werk. / -Spr. 11,1.
16921#Sprüche,16,12#12. Frevles Tun ist den Königen ein Greuel; / denn durch Gerechtigkeit wird der Thron befestigt. / -Spr. 25,5.
16922#Sprüche,16,13#13. Wahrhaftige Lippen gefallen dem König, / und wer aufrichtig redet, den hat er lieb. /
16923#Sprüche,16,14#14. Des Königs Grimm bedeutet Todesboten, / aber der Weise kann ihn besänftigen. / -Spr. 19,12; 20,2.
16924#Sprüche,16,15#15. Das heitre Antlitz des Königs bedeutet Leben, / und sein Wohlgefallen ist wie die Regenwolke im Frühling. /
16925#Sprüche,16,16#16. Besser ist's, Weisheit zu erwerben als Gold, / und erwünschter, Einsicht zu erwerben als Silber. / -Spr. 3,14; 8,19.
16926#Sprüche,16,17#17. Der Redlichen Bahn ist Meiden des Bösen; / wer seines Weges achtet, bewahrt sein Leben. /
16927#Sprüche,16,18#18. Hochmut kommt vor dem Verderben, / und hoffärtiger Sinn vor dem Fall. / -Spr. 11,2; 17,19; 18,12; 29,23.
16928#Sprüche,16,19#19. Besser demütig sein mit Gebeugten / als Beute teilen mit Stolzen. /
16929#Sprüche,16,20#20. Wer auf das Wort (des Herrn) achtet, der findet Glück, / und wer auf den Herrn vertraut - wohl ihm! /
16930#Sprüche,16,21#21. Wer ein weises Herz hat, den nennt man verständig, / und liebliche Rede mehrt die Belehrung. /
16931#Sprüche,16,22#22. Wer Verstand hat, dem ist er eine Quelle des Lebens, / aber die Strafe der Toren ist die Torheit. / -Spr. 10,11; 13,14; 14,27.
16932#Sprüche,16,23#23. Das Herz des Weisen macht seinen Mund klug / und mehrt auf seinen Lippen die Belehrung. /
16933#Sprüche,16,24#24. Liebliche Reden sind Honigwaben, / süss für die Seele und eine Arznei dem Gebein. /
16934#Sprüche,16,25#25. Manch ein Weg dünkt den Menschen der rechte, / zuletzt aber ist es ein Weg des Todes. / -Spr. 14,12.
16935#Sprüche,16,26#26. Der Hunger hilft dem Arbeiter bei der Arbeit; / denn sein Mund treibt ihn an. /
16936#Sprüche,16,27#27. Ein Bösewicht gräbt Gruben des Unheils, / und auf seinen Lippen ist's wie brennendes Feuer. /
16937#Sprüche,16,28#28. Ein ränkesüchtiger Mensch stiftet Hader, / und ein Verleumder vertreibt den Freund. /
16938#Sprüche,16,29#29. Der Gewalttätige beschwatzt seinen Nächsten / und führt ihn auf einen Weg, der nicht gut ist. /
16939#Sprüche,16,30#30. Wer die Augen zukneift, sinnt auf Ränke, / wer die Lippen hämisch verzieht, hat Böses vollbracht. /
16940#Sprüche,16,31#31. Graues Haar ist eine herrliche Krone; / auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden. / -Spr. 20,29.
16941#Sprüche,16,32#32. Besser langmütig sein als ein Kriegsheld, / besser sich selbst beherrschen als Städte bezwingen. /
16942#Sprüche,16,33#33. Das Los wird im Gewandbausch geschüttelt, / aber all sein Entscheid kommt vom Herrn. /
16943#Sprüche,17,1#1. Besser ein trocken Stück Brot mit Frieden / als ein Haus voll Opferfleisch mit Zank. / -Spr. 15,17.
16944#Sprüche,17,2#2. Ein kluger Sklave wird Herr werden über den liederlichen Sohn / und inmitten der Brüder das Erbe teilen. /
16945#Sprüche,17,3#3. Wie der Schmelztiegel das Silber und der Ofen das Gold, / so prüft der Herr die Herzen. / -Ps. 7,10; 66,10; Jer. 17,10.
16946#Sprüche,17,4#4. Der Bösewicht achtet auf heillose Lippe, / und Falschheit horcht auf verderbliche Zunge. /
16947#Sprüche,17,5#5. Wer des Armen spottet, der schmäht dessen Schöpfer, / und wer sich an Unglück freut, bleibt nicht ungestraft. / -Spr. 14,31.
16948#Sprüche,17,6#6. Die Krone der Alten sind Kindeskinder, / und der Stolz der Kinder sind ihre Väter. /
16949#Sprüche,17,7#7. Treffliche Rede passt nicht zum Toren, / wieviel weniger Lügenrede zum Edlen. /
16950#Sprüche,17,8#8. Als Glücksstein-1- gilt das Bestechungsgeschenk dem Geber; / wohin er sich wendet, da hat er Erfolg. / -Spr. 18,16.   1) Edelsteinen wurde im Altertum vielfach Zauberwirkung zugeschrieben.
16951#Sprüche,17,9#9. Wer Liebe sucht, deckt Fehler zu; / wer eine Sache weiter erzählt, vertreibt den Freund. /
16952#Sprüche,17,10#10. Beim Verständigen wirkt der Tadel tiefer / als hundert Stockschläge beim Toren. /
16953#Sprüche,17,11#11. Nur nach Empörung trachtet der Böse; / aber ein grausamer Bote wird ihm gesandt. /
16954#Sprüche,17,12#12. Lieber einer Bärin begegnen, der man die Jungen geraubt, / als einem Toren in seinem Unverstand. /
16955#Sprüche,17,13#13. Wer Gutes mit Bösem vergilt, / von dessen Haus weicht das Unglück nicht. /
16956#Sprüche,17,14#14. Wer Streit anfängt, ist wie einer, der Wasser ausbrechen lässt; / drum, ehe der Streit losbricht, lass ab! /
16957#Sprüche,17,15#15. Wer den Schuldigen freispricht und wer den Unschuldigen verdammt, / ein Greuel sind sie dem Herrn alle beide. / -2.Mo. 23,7; Jes. 5,23.
16958#Sprüche,17,16#16. Was soll auch in der Hand des Toren das Geld, um Weisheit zu kaufen, / wo er doch keinen Verstand hat? /
16959#Sprüche,17,17#17. Zu jeder Zeit liebt der (wahre) Freund; / in der Not wird er als Bruder geboren. /
16960#Sprüche,17,18#18. Ein Mensch ohne Verstand ist, wer sich durch Handschlag verpflichtet, / wer Bürgschaft leistet bei seinem Nächsten. / -Spr. 6,1-5.
16961#Sprüche,17,19#19. Wer Zank liebt, der liebt Frevel; / wer seine Türe zu hoch macht, will den Einsturz. / -Spr. 11,2; 16,18; 18,12.
16962#Sprüche,17,20#20. Wer falschen Herzens ist, findet kein Glück; / ins Unglück gerät, wer arglistig ist mit der Zunge. /
16963#Sprüche,17,21#21. Wer einen Narren erzeugt, dem gereicht es zum Kummer; / keine Freude erlebt der Vater eines Toren. /
16964#Sprüche,17,22#22. Ein fröhliches Herz ist die beste Arznei; / ein gedrücktes Gemüt dörrt das Gebein aus. / -Spr. 12,25.
16965#Sprüche,17,23#23. Verstohlene Geschenke nimmt der Gottlose an, / den Gang des Rechtes zu beugen. /
16966#Sprüche,17,24#24. Das Angesicht des Verständigen schaut auf die Weisheit, / die Augen des Toren schweifen ans Ende der Welt. /
16967#Sprüche,17,25#25. Ein törichter Sohn ist ein Verdruss für den Vater / und für die Mutter ein bitterer Gram. / -Spr. 10,1; 17,21; 19,13.
16968#Sprüche,17,26#26. Den Unschuldigen zu büssen, schon das ist nicht gut; / Edle zu schlagen, geht wider das Recht. /
16969#Sprüche,17,27#27. Wer Einsicht hat, hält mit seinen Worten zurück, / und der Kaltblütige ist ein verständiger Mann. / -Spr. 10,19.
16970#Sprüche,17,28#28. Auch der Tor kann für weise gelten, solange er schweigt, / für verständig, wenn er seine Lippen verschliesst. /
16971#Sprüche,18,1#1. Nach einem Vorwand sucht, wer sich absondert; / wider alles, was glückhaft, bricht er los. /
16972#Sprüche,18,2#2. Der Tor hat kein Gefallen an Einsicht, / sondern daran, seine Gedanken auszukramen. /
16973#Sprüche,18,3#3. Auf den Frevel folgt die Verachtung, / und neben der Schandtat steht die Schmach. /
16974#Sprüche,18,4#4. Tiefe Wasser sind die Worte aus manches Munde, / ein sprudelnder Bach ist der Quell der Weisheit. /
16975#Sprüche,18,5#5. Es ist nicht gut, die Person des Schuldigen anzusehen, / um die Sache des Schuldlosen im Gericht zu beugen. / -Spr. 24,23; 28,21; 5.Mo. 1,17.
16976#Sprüche,18,6#6. Die Lippen des Toren bringen Streit, / und sein Mund ruft nach Schlägen. /
16977#Sprüche,18,7#7. Der Mund des Toren wird ihm selbst zum Verderben, / und seine Lippen sind seinem Leben ein Fallstrick. / -Spr. 12,13; 13,3.
16978#Sprüche,18,8#8. Die Worte des Verleumders gehen wie Leckerbissen ein; / sie gleiten hinab in das Innerste des Leibes. / -Spr. 26,22.
16979#Sprüche,18,9#9. Schon wer nachlässig ist bei seinem Geschäfte, / der ist ein Bruder des Verderbers. /
16980#Sprüche,18,10#10. Der Name des Herrn ist ein starker Turm; / dorthin eilt der Fromme und ist geborgen. / -Ps. 61,4.
16981#Sprüche,18,11#11. Dem Reichen sind seine Güter eine feste Burg, / sind wie eine hohe Mauer - in seiner Einbildung. /
16982#Sprüche,18,12#12. Manch einer überhebt sich vor dem Sturz; / doch der Ehre geht Demut voran. / -Spr. 11,2; 15,33; 16,18; 29,23.
16983#Sprüche,18,13#13. Wer antwortet, ehe er gehört hat, / dem ist es Torheit und Schande. /
16984#Sprüche,18,14#14. Ein mutiger Mann erträgt sein Leiden-1-; / aber gedrücktes Gemüt, wer richtet es auf? / -1) aüs: «Den Zorn eines Mannes erträgt, wer ihn besänftigt.»
16985#Sprüche,18,15#15. Das Herz des Einsichtigen will Weisheit erwerben, / und das Ohr der Weisen sucht nach Erkenntnis. /
16986#Sprüche,18,16#16. Geschenke schaffen dem Menschen Raum / und bringen ihn vor die Grossen. / -Spr. 17,8.
16987#Sprüche,18,17#17. Wer vor Gericht zuerst auftritt, hat Recht; / da kommt der andre und ergründet ihn. /
16988#Sprüche,18,18#18. Das Los macht Streitigkeiten ein Ende, / und zwischen Mächtigen entscheidet es. /
16989#Sprüche,18,19#19. Ein verratener Bruder widersteht mehr als eine Festung, / und (sein) Hader ist wie der Riegel eines Palastes.-1- / -1) ganz unsichere Üs. In der grÜs., die einen zum Teil andern hebrT. voraussetzt, heisst es: «Ein Bruder, dem der Bruder beisteht, ist wie eine feste, hohe Stadt; / er ist stark wie ein wohlgegründetes Schloss.»
16990#Sprüche,18,20#20. An der Frucht seines Mundes muss einer sich satt essen; / was seine Lippen anrichten, das muss er auskosten. / -Spr. 12,14.
16991#Sprüche,18,21#21. Tod und Leben steht in der Gewalt der Zunge; / wer sie im Zaum hält, geniesst ihre Frucht. / -Spr. 21,23.
16992#Sprüche,18,22#22. Wer ein Weib gefunden, der hat etwas Gutes gefunden / und Wohlgefallen beim Herrn erlangt. / -Spr. 19,14.
16993#Sprüche,18,23#23. Flehentlich redet der Arme, / der Reiche antwortet hart. /
16994#Sprüche,18,24#24. Es gibt Gefährten, die gereichen zum Verderben; / mancher Freund aber ist anhänglicher als ein Bruder. / -Spr. 17,17; 27,10.
16995#Sprüche,19,1#1. Besser ein Armer, der unsträflich wandelt / als ein Reicher, der krumme Wege geht. / -Spr. 28,6.
16996#Sprüche,19,2#2. Schon in unvernünftiger Begierde liegt nichts Gutes, / und wer dahinstürmt, der tritt fehl. /
16997#Sprüche,19,3#3. Den Menschen führt seine eigne Torheit irre, / und dann zürnt er im Herzen über den Herrn. /
16998#Sprüche,19,4#4. Reichtum verschafft viel neue Freunde; / aber der Arme wird von seinem Freunde verlassen. / -Spr. 14,20.
16999#Sprüche,19,5#5. Der falsche Zeuge bleibt nicht ungestraft, / und wer Lügen vorbringt, entrinnt nicht. / -Spr. 21,28; 5.Mo. 19,18.19.
17000#Sprüche,19,6#6. Viele umschmeicheln den Freigebigen, / und jedermann ist des Schenkenden Freund. /
17001#Sprüche,19,7#7. Den Armen hassen all seine Brüder; / wieviel mehr bleiben seine Freunde ihm fern! /
17002#Sprüche,19,8#8. Wer Verstand erwirbt, der liebt sein Leben, / und wer Einsicht bewahrt, der findet Glück. /
17003#Sprüche,19,9#9. Der falsche Zeuge bleibt nicht ungestraft, / und wer Lügen vorbringt, der geht zugrunde. /
17004#Sprüche,19,10#10. Dem Toren kommt nicht Wohlleben zu, / wieviel weniger dem Sklaven, über Fürsten zu herrschen! / -Spr. 30,22.
17005#Sprüche,19,11#11. In der Langmut zeigt sich die Einsicht des Menschen, / und Unbill zu übersehen, ist sein Ruhm. /
17006#Sprüche,19,12#12. Wie Knurren eines Jungleuen ist des Königs Groll, / und seine Gunst ist wie Tau auf dem Grase. / -Spr. 16,14; 20,2.
17007#Sprüche,19,13#13. Ein törichter Sohn ist ein Unglück für seinen Vater, / und das Gezänk des Weibes ein beständiges Tropfen. / -Spr. 17,25; 27,15.
17008#Sprüche,19,14#14. Haus und Habe kann man von den Vätern ererben, / aber ein verständiges Weib ist eine Gabe des Herrn. / -Spr. 18,22.
17009#Sprüche,19,15#15. Faulheit versenkt in tiefen Schlaf, / und ein lässiger Mensch muss Hunger leiden. / -Spr. 10,4; 20,13; 23,21.
17010#Sprüche,19,16#16. Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; / wer das Wort verachtet, kommt um. /
17011#Sprüche,19,17#17. Wer sich des Armen erbarmt, leiht dem Herrn; / der wird ihm seine Wohltat vergelten. / -2.Kor. 9,6.
17012#Sprüche,19,18#18. Züchtige deinen Sohn, denn es ist noch Hoffnung; / lass dir nicht beikommen, ihn dem Verderben preiszugeben. / -Spr. 13,24.
17013#Sprüche,19,19#19. Wer stark zum Zorn neigt, muss Busse zahlen; / und wenn du helfen willst, machst du's noch ärger.-1- / -1) die Üs. der zweiten Hälfte des V. ist ganz unsicher.
17014#Sprüche,19,20#20. Höre auf Rat und nimm Zucht an, / auf dass du in Zukunft weise seiest.
17015#Sprüche,19,21#21. Viel sind der Pläne im Herzen des Mannes, / aber der Ratschluss des Herrn kommt zustande. / -Spr. 16,9.
17016#Sprüche,19,22#22. Ein Gewinn für den Menschen ist seine Güte, / und ein Armer ist besser als ein Lügner. /
17017#Sprüche,19,23#23. Die Furcht des Herrn führt zum Leben; / da schläft man gesättigt, erfährt kein Unheil. / -Spr. 14,27.
17018#Sprüche,19,24#24. Der Träge steckt seine Hand in die Schüssel / und bringt sie nicht einmal zum Munde zurück. / -Spr. 26,15.
17019#Sprüche,19,25#25. Schlägst du den Spötter, so wird der Unverständige gewitzigt; / und weist man den Verständigen zurecht, so gewinnt er Einsicht. /
17020#Sprüche,19,26#26. Wer den Vater misshandelt und die Mutter verstösst, / der ist ein schändlicher, verworfener Sohn. /
17021#Sprüche,19,27#27. Höre auf, mein Sohn, die Zucht zu verwerfen, / abzuirren von den Lehren der Weisheit!-1- / -1) der überlieferte Text wird gew. üs: «Lass ab, mein Sohn, Zurechtweisung zu hören, / um (dann doch) abzuirren von den Lehren der Weisheit.»
17022#Sprüche,19,28#28. Ein nichtswürdiger Zeuge spottet des Rechts, / und der Mund der Gottlosen lässt Unrecht sprudeln. /
17023#Sprüche,19,29#29. Für die Spötter sind Ruten bereit / und Streiche für den Rücken der Toren. /
17024#Sprüche,20,1#1. Ein Spötter ist der Wein, ein Lärmer der Rauschtrank; / keiner, den er taumeln gemacht, wird weise. /
17025#Sprüche,20,2#2. Wie Knurren eines Jungleuen ist des Königs Drohen; / wer ihn reizt, sündigt gegen das eigne Leben. / -Spr. 16,14; 19,12.
17026#Sprüche,20,3#3. Dem Streite fernzubleiben, ist dem Mann eine Ehre; / ein jeder Tor aber bricht los. /
17027#Sprüche,20,4#4. Der Faule mag zur Herbstzeit nicht pflügen; / sucht er dann in der Ernte, so ist nichts da. /
17028#Sprüche,20,5#5. Ein tiefes Wasser ist das Vorhaben im Herzen des Menschen; / ein kluger Mann aber weiss es zu schöpfen. /
17029#Sprüche,20,6#6. Manch einer heisst ein gütiger Mann; / einen getreuen Mann aber, wer findet den? /
17030#Sprüche,20,7#7. Der Fromme geht unsträflich seinen Weg; / wohl seinen Kindern, die nach ihm kommen! /
17031#Sprüche,20,8#8. Ein König, der auf dem Richterstuhl sitzt, / findet mit sichtendem Auge alles Arge heraus. /
17032#Sprüche,20,9#9. Wer darf sagen: «Ich habe mein Herz geläutert, / bin rein geworden von meiner Sünde»? / -1.Kön. 8,46; Hiob 14,4.
17033#Sprüche,20,10#10. Zweierlei Gewicht und zweierlei Mass, / das ist beides dem Herrn ein Greuel. / -Spr. 11,1; 5.Mo. 25,13.
17034#Sprüche,20,11#11. Schon an des Knaben Tun lässt sich erkennen, / ob sein Charakter rein und gerade sei. /
17035#Sprüche,20,12#12. Das hörende Ohr und das sehende Auge, / alle beide hat sie der Herr gemacht. / -2.Mo. 4,11; Ps. 94,9.
17036#Sprüche,20,13#13. Liebe den Schlaf nicht, dass du nicht verarmest; / tue die Augen auf, so hast du genug zu essen. / -Spr. 6,10.11; 19,15; 23,21.
17037#Sprüche,20,14#14. Schlecht! schlecht! sagt der Käufer; / ist er aber weg, so rühmt er sich. /
17038#Sprüche,20,15#15. Hat man auch Gold und Korallen die Menge, / das köstlichste Gerät sind doch verständige Lippen. / -Spr. 3,15.
17039#Sprüche,20,16#16. Wer für einen andern bürgt, dem nimm den Rock, / und um Fremder willen pfände ihn. / -Spr. 6,1-5; 11,15; 17,18; 27,13.
17040#Sprüche,20,17#17. Süss schmeckt dem Menschen erschlichenes Brot; / hinterher aber hat er den Mund voll Kies. / -Spr. 9,17.
17041#Sprüche,20,18#18. Wenn man Rat einholt, haben Pläne Erfolg; / nur unter kluger Lenkung führe Krieg. / -Spr. 24,6.
17042#Sprüche,20,19#19. Wer als Schwätzer umhergeht, plaudert Geheimnisse aus; / drum lass dich nicht ein mit dem, der viel redet. / -Spr. 11,13.
17043#Sprüche,20,20#20. Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, / dessen Leuchte erlischt in der Zeit der Finsternis. / -2.Mo. 21,17.
17044#Sprüche,20,21#21. Ein Erbe, das anfänglich erhastet worden, / wird hinterher ohne Segen sein. / -Spr. 13,11; 28,20.
17045#Sprüche,20,22#22. Sprich nicht: «Ich will das Böse vergelten»; / warte auf den Herrn, er wird dir helfen. / -Spr. 24,29; 1.Thes. 5,15.
17046#Sprüche,20,23#23. Zweierlei Gewicht ist dem Herrn ein Greuel, / und falsche Waage ist nicht vom guten. / -Spr. 11,1.
17047#Sprüche,20,24#24. Die Schritte des Mannes lenkt der Herr; / wie könnte der Mensch seinen Weg verstehen? / -Ps. 37,23; Jer. 10,23.
17048#Sprüche,20,25#25. Es ist für den Menschen ein Fallstrick, unbedacht zu geloben / und erst nach dem Gelübde zu überlegen. / -Pred. 5,1.
17049#Sprüche,20,26#26. Ein weiser König worfelt die Gottlosen / und lässt das Rad (des Dreschwagens) über sie hingehen. /
17050#Sprüche,20,27#27. Der Odem des Menschen ist eine Leuchte des Herrn; / sie durchspäht alle Kammern des Leibes. /
17051#Sprüche,20,28#28. Güte und Treue bewahren den König, / durch Gerechtigkeit stützt er seinen Thron. / -Spr. 16,12.
17052#Sprüche,20,29#29. Der Jünglinge Zier ist ihre Kraft, / und der Schmuck der Greise das graue Haar. / -Spr. 16,31.
17053#Sprüche,20,30#30. Blutige Striemen treffen den Bösewicht / und Schläge das Innerste des Leibes. /
17054#Sprüche,21,1#1. Wasserbächen gleicht das Herz des Königs in der Hand des Herrn; / er leitet es, wohin er nur will. /
17055#Sprüche,21,2#2. Den Menschen dünkt sein Weg stets recht; / aber der Herr prüft die Herzen. / -Spr. 16,2.
17056#Sprüche,21,3#3. Recht und Gerechtigkeit üben / gefällt dem Herrn besser als Opfer. / -1.Sam. 15,22; Hos. 6,6.
17057#Sprüche,21,4#4. Hochmütig die Augen und aufgeblasen der Sinn - / die Leuchte der Gottlosen ist Sünde. /
17058#Sprüche,21,5#5. Die Pläne des Fleissigen bringen lauter Gewinn; / wer sich übereilt, hat nur Verlust. / -Spr. 10,4; 13,4.
17059#Sprüche,21,6#6. Wer Schätze erwirbt mit falscher Zunge, / jagt Nichtigem nach hinein in Fallstricke des Todes. - -Spr. 10,2.
17060#Sprüche,21,7#7. Die Gottlosen reisst ihre Gewalttätigkeit mit fort; / denn sie wollen nicht tun, was recht ist. /
17061#Sprüche,21,8#8. Vielgewunden ist der Weg des schuldbelasteten Mannes, / aber das Tun des Reinen ist gerade. /
17062#Sprüche,21,9#9. Besser auf der Zinne des Daches wohnen / als mit einem zänkischen Weib in gemeinsamem Hause. / -Spr. 25,24; 27,15.
17063#Sprüche,21,10#10. Die Gier des Gottlosen trachtet nach Bösem, / und sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen. /
17064#Sprüche,21,11#11. Büsst man den Spötter, so werden Unverständige weise; / ein Weiser aber nimmt schon Einsicht an, wenn er belehrt wird. / -Spr. 19,25.
17065#Sprüche,21,12#12. Der Gerechte hat acht auf sein Haus, / Frevel aber stürzt die Frevler ins Verderben. /
17066#Sprüche,21,13#13. Wer sein Ohr verschliesst vor dem Schreien der Armen, / der wird auch nicht erhört, wenn er selber schreit. /
17067#Sprüche,21,14#14. Eine heimliche Gabe beschwichtigt den Zorn, / ein verstohlenes Geschenk den heftigsten Grimm. / -Spr. 17,8; 18,16.
17068#Sprüche,21,15#15. Dem Gerechten ist's Freude, wenn Recht geschafft wird, / den Übeltätern aber ist es ein Schrecken. /
17069#Sprüche,21,16#16. Ein Mensch, der abirrt vom Wege der Einsicht, / wird (bald) in der Versammlung der Schatten ruhen. /
17070#Sprüche,21,17#17. Wer Lustbarkeit liebt, verfällt dem Mangel; / wer Wein und Salböl liebt, wird nicht reich. / -Spr. 23,21.
17071#Sprüche,21,18#18. Der Gottlose wird Lösegeld für den Frommen, / an die Stelle der Redlichen muss der Treulose treten. / -Spr. 11,8.
17072#Sprüche,21,19#19. Besser in der Einöde hausen / als bei zänkischem, grämlichem Weibe. / -Spr. 25,24; 27,15.
17073#Sprüche,21,20#20. Ein köstlicher Schatz bleibt in der Behausung des Weisen, / aber der törichte Mensch vergeudet ihn. /
17074#Sprüche,21,21#21. Wer sich der Frömmigkeit und Güte befleisst, / der findet Leben und Ehre. /
17075#Sprüche,21,22#22. Ein Weiser ersteigt die Stadt der Starken / und stürzt die Wehr, auf die sie vertraut. /
17076#Sprüche,21,23#23. Wer seinen Mund und seine Zunge behütet, / der behütet sein Leben vor mancher Gefahr. /
17077#Sprüche,21,24#24. Spötter wird genannt, wer übermütig, vermessen ist, / wer in masslosem Übermut handelt. /
17078#Sprüche,21,25#25. Dem Faulen bringt sein Wünschen den Tod; / denn seine Hände wollen nicht arbeiten. /
17079#Sprüche,21,26#26. Der Ungerechte ist immer voll Gier, / der Gerechte gibt und hält nicht zurück. /
17080#Sprüche,21,27#27. Das Opfer der Gottlosen ist ein Greuel; / wieviel mehr, wenn es einer für eine Schandtat bringt. / -Spr. 15,8.
17081#Sprüche,21,28#28. Der falsche Zeuge soll umkommen; / wer Ohrenzeuge gewesen ist, mag immerzu reden. / -Spr. 19,5.9.
17082#Sprüche,21,29#29. Der Gottlose zeigt ein starkes-1- Gesicht, / der Fromme aber einen festen Wandel. / -1) d.h. freches.
17083#Sprüche,21,30#30. Keine Weisheit, keine Einsicht, kein Ratschlag kann bestehen / gegenüber dem Herrn. /
17084#Sprüche,21,31#31. Das Ross ist gerüstet für den Tag der Schlacht; / aber der Sieg kommt vom Herrn. /
17085#Sprüche,22,1#1. Ein guter Name ist köstlicher als viel Reichtum, / und Gunst ist besser als Silber und Gold. / -Pred. 7,2.
17086#Sprüche,22,2#2. Reich und arm begegnen einander, / sie sind alle das Werk des Herrn. / -Spr. 29,13.
17087#Sprüche,22,3#3. Der Kluge sieht das Unglück kommen und birgt sich; / die Einfältigen gehen fürbass und müssen es büssen. / -Spr. 27,12.
17088#Sprüche,22,4#4. Der Lohn der Demut und Gottesfurcht / ist Reichtum und Ehre und Leben. /
17089#Sprüche,22,5#5. Angeln und Schlingen sind auf dem Wege des Falschen; / wer sein Leben erhalten will, bleibt ihnen fern. /
17090#Sprüche,22,6#6. Gewöhne den Knaben nach dem, was sein Weg erheischt, / so geht er auch im Alter nicht davon ab. /
17091#Sprüche,22,7#7. Der Reiche hat die Armen in seiner Gewalt, / und der Schuldner ist des Gläubigers Knecht. /
17092#Sprüche,22,8#8. Wer Unrecht sät, der erntet Unheil, / und der Stecken seines Übermutes bricht entzwei. / -Hiob 4,8.
17093#Sprüche,22,9#9. Wer gütig blickt, wird gesegnet werden; / denn er gibt dem Armen von seiner Speise. /
17094#Sprüche,22,10#10. Jage den Spötter hinaus, so geht auch der Zank, / und Hadern und Schmähen hört auf. /
17095#Sprüche,22,11#11. Wer reines Herzens ist, den liebt der Herr; / wes Lippen voll Anmut sind, des Freund ist der König. /
17096#Sprüche,22,12#12. Die Augen des Herrn bewahren, was sie gesehen, / und so bringt er des Treulosen Worte zu Fall. /
17097#Sprüche,22,13#13. Der Faule spricht: «Ein Löwe ist draussen, / ich könnte mitten auf der Strasse erwürgt werden.» / -Spr. 26,13.
17098#Sprüche,22,14#14. Eine tiefe Grube ist der Buhlerinnen Mund; / wem der Herr zürnt, der fällt hinein. / -Spr. 23,27.
17099#Sprüche,22,15#15. Die Torheit steckt dem Knaben im Herzen; / aber die Rute der Zucht vertreibt sie daraus. / -Spr. 29,15.
17100#Sprüche,22,16#16. Wenn man den Armen bedrückt, so hilft's ihm zum Reichtum; / wenn man dem Reichen gibt, so hilft's ihm nur zur Verarmung. /
17101#Sprüche,22,17#WORTE von Weisen. 17. Neige dein Ohr und höre auf meine Worte; / sei darauf bedacht, zu erkennen, wie lieblich sie sind. /
17102#Sprüche,22,18#18. Wenn du sie in deinem Innern bewahrst, / so werden sie allzumal auf deinen Lippen bereit sein. /
17103#Sprüche,22,19#19. Damit du dein Vertrauen auf den Herrn setzest, / belehre ich dich heute über deinen Weg. /
17104#Sprüche,22,20#20. Schon gestern habe ich dir geschrieben, / schon ehegestern, mit kundigen Ratschlägen, /
17105#Sprüche,22,21#21. dich Wahrheit zu lehren, zuverlässige Worte, / dass du dem, der dich fragt, richtig antworten kannst.
17106#Sprüche,22,22#22. Beraube nicht den Geringen, weil er gering ist, / und zertritt nicht den Elenden vor Gericht; / -2.Mo. 22,23.24.
17107#Sprüche,22,23#23. denn der Herr wird ihre Sache führen / und, die sie berauben, des Lebens berauben. /
17108#Sprüche,22,24#24. Mache nicht Freundschaft mit dem Zornmütigen, / mit dem Jähzornigen gehe nicht um, /
17109#Sprüche,22,25#25. dass du dich nicht an seine Pfade gewöhnest / und dir einen Fallstrick für dein Leben holest. /
17110#Sprüche,22,26#26. Sei nicht unter denen, die sich durch Handschlag verpflichten, / unter denen, die sich für Schulden verbürgen; / -Spr. 6,1-5.
17111#Sprüche,22,27#27. wenn du dann nicht zu zahlen vermagst, / so wird man dir das Bett unter dem Leib wegnehmen. /
17112#Sprüche,22,28#28. Verrücke nicht die uralte Grenze, / die deine Väter gesetzt haben. / -Spr. 23,10; 5.Mo. 19,14.
17113#Sprüche,22,29#29. Siehst du einen Mann geschickt in seinem Berufe - / in Königsdienst darf er treten, / Niedrigen wird er nicht dienen. /
17114#Sprüche,23,1#1. Wenn du zu Tische sitzest bei einem grossen Herrn, / so beachte wohl, was du vor dir hast! /
17115#Sprüche,23,2#2. Du setzest dir ein Messer an die Kehle, / wenn du allzu gierig bist. /
17116#Sprüche,23,3#3. Lass dich nicht nach seinen Leckerbissen gelüsten; / denn es ist eine betrügliche Speise. /
17117#Sprüche,23,4#4. Mühe dich nicht ab um den Reichtum, / lass ab von solcher Klugheit!
17118#Sprüche,23,5#5. Willst du nach ihm sehen, so ist er verschwunden; / denn er verschafft sich Flügel / wie ein Adler, der sich gen Himmel schwingt. /
17119#Sprüche,23,6#6. Iss nicht am Tische des Missgünstigen / und lass dich nicht nach seinen Leckerbissen gelüsten. /
17120#Sprüche,23,7#7. Denn er ist wie einer, der bei sich nachrechnet; / «iss und trink!» sagt er zu dir, / da doch sein Herz es nicht gut mit dir meint. /
17121#Sprüche,23,8#8. Den Bissen, den du gegessen, musst du wieder ausspeien, / und deine schönen Worte hast du vergeudet. /
17122#Sprüche,23,9#9. Rede nicht vor den Ohren des Toren; / denn er wird deine klugen Worte missachten. /
17123#Sprüche,23,10#10. Verrücke nicht die Grenze der Witwe / und dringe nicht ein in die Äcker der Waisen. / -Spr. 22,28; 5.Mo. 19,14.
17124#Sprüche,23,11#11. Denn ihr Beschützer ist stark; / er wird ihre Sache wider dich führen. /
17125#Sprüche,23,12#12. Wende dein Herz der Belehrung zu / und dein Ohr den Worten der Einsicht. /
17126#Sprüche,23,13#13. Du darfst dem Knaben die Zucht nicht ersparen; / schlägst du ihn mit der Rute, so verdirbt er nicht. /
17127#Sprüche,23,14#14. Wohl schlägst du ihn mit der Rute, / dafür wirst du sein Leben vom Tode erretten. /
17128#Sprüche,23,15#15. Mein Sohn, wenn dein Herz weise wird, / so freue auch ich mich von Herzen, /
17129#Sprüche,23,16#16. und mein Innerstes wird frohlocken, / wenn deine Lippen reden, was recht ist. /
17130#Sprüche,23,17#17. Dein Herz ereifre sich nicht um die Sünder, / sondern um die Furcht des Herrn allezeit; /
17131#Sprüche,23,18#18. denn wenn du sie bewahrst, hast du eine Zukunft, / und deine Hoffnung wird nicht zunichte. / -Spr. 24,14.
17132#Sprüche,23,19#19. Höre zu, mein Sohn, dass du weise werdest, / und lenke dein Herz auf den geraden Weg! /
17133#Sprüche,23,20#20. Halte dich nicht zu den Trunkenbolden, / zu denen, die mit Prassen sich gütlich tun! / -Jes. 5,22.
17134#Sprüche,23,21#21. Denn Säufer und Prasser geraten in Armut, / und Schläfrigkeit kleidet in Lumpen. / -Spr. 21,17.
17135#Sprüche,23,22#22. Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, / und verachte nicht deine alte Mutter. / -Spr. 1,8.
17136#Sprüche,23,23#23. Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, / Weisheit und Zucht und Einsicht. /
17137#Sprüche,23,24#24. Frohlocken kann der Vater eines Gerechten; / wer einen weisen Sohn hat, darf seiner sich freuen. / -Spr. 10,1.
17138#Sprüche,23,25#25. Möge dein Vater sich freuen und deine Mutter! / Die dich geboren hat, möge frohlocken!
17139#Sprüche,23,26#26. Gib mir Gehör, mein Sohn, / und lass deine Augen achten auf meine Wege! /
17140#Sprüche,23,27#27. Denn eine tiefe Grube ist die Buhlerin / und ein enger Brunnen die Fremde-1-. / -Spr. 22,14.   1) gemeint ist die Ehefrau eines andern.
17141#Sprüche,23,28#28. Ja, wie ein Räuber lauert sie auf / und vermehrt die Treulosen unter den Menschen.
17142#Sprüche,23,29#29. Bei wem ist Wehe? bei wem ist Ach? / bei wem ist Zank? bei wem ist Klage? / Wer kriegt Schläge ohne Ursache? / wer hat rote Augen? /
17143#Sprüche,23,30#30. Die bis spät beim Weine sitzen, / die kommen, den Mischtrank zu kosten. /
17144#Sprüche,23,31#31. Schau nicht nach dem Wein, wie er rötlich spielt, / wie er im Becher so herrlich funkelt! / Glatt und angenehm geht er ein, /
17145#Sprüche,23,32#32. hinterher aber beisst er wie eine Schlange, / spritzt sein Gift aus wie eine Natter. /
17146#Sprüche,23,33#33. Da werden deine Augen Seltsames sehen, / und dein Herz wird verkehrte Dinge reden. /
17147#Sprüche,23,34#34. Du wirst sein wie einer, der dahinfährt auf hoher See, / wie ein Schiffer im heftigen Sturm. /
17148#Sprüche,23,35#35. «Sie haben mich geschlagen - es tat mir nicht weh, / haben mich geprügelt - ich hab's nicht gespürt. / Wann werde ich aufwachen? - / dann will ich ihm-1- wieder nachgehen.» -1) d.h. dem Wein.
17149#Sprüche,24,1#1. Sei nicht neidisch auf böse Menschen / und begehre nicht, in ihrer Gesellschaft zu sein! / -Spr. 3,31.
17150#Sprüche,24,2#2. Denn ihr Herz sinnt auf Gewalttat, / und Unheil reden ihre Lippen. /
17151#Sprüche,24,3#3. Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, / und durch Klugheit gewinnt es Bestand, /
17152#Sprüche,24,4#4. und durch Einsicht werden die Kammern gefüllt / mit allerlei kostbarer, lieblicher Habe. /
17153#Sprüche,24,5#5. Der Weise vermag mehr als der Starke, / und der Einsichtige mehr als der Kraftvolle. /
17154#Sprüche,24,6#6. Denn unter kluger Leitung kannst du Krieg führen, / und wo viele Rat wissen, ist der Sieg. / -Spr. 11,14; 20,18.
17155#Sprüche,24,7#7. Weisheit ist für den Toren zu hoch; / im Rate tut er den Mund nicht auf. /
17156#Sprüche,24,8#8. Wer darauf sinnt, Böses zu tun, / den nennt man einen Ränkeschmied. /
17157#Sprüche,24,9#9. Ein törichtes Unterfangen ist die Sünde, / und der Spötter ist den Menschen ein Greuel. /
17158#Sprüche,24,10#10. Zeigst du dich lässig in guten Tagen, / so ist knapp dein Gut in der Zeit der Not. /
17159#Sprüche,24,11#11. Befreie, die zum Tode geschleppt werden, / und die zur Schlachtbank wanken, rette sie doch! / -Ps. 82,4.
17160#Sprüche,24,12#12. Wolltest du sagen: «Wir wussten das nicht!» - / wird er, der die Herzen prüft, dich nicht durchschauen? / Er, der auf deine Seele achtet, er weiss es / und vergilt dem Menschen nach seinem Tun. / -Hiob 34,11.
17161#Sprüche,24,13#13. Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, / und süss ist Honigseim für deinen Gaumen. /
17162#Sprüche,24,14#14. So ist auch, wisse, die Weisheit für deine Seele. / Findest du sie, so hast du noch eine Zukunft, / und deine Hoffnung wird nicht zunichte. / -Spr. 23,18.
17163#Sprüche,24,15#15. Belaure nicht die Wohnstatt des Frommen, / verstöre sein Ruhelager nicht! /
17164#Sprüche,24,16#16. Denn fällt der Fromme auch siebenmal, er steht wieder auf; / aber die Gottlosen stürzen, wenn Unheil kommt. /
17165#Sprüche,24,17#17. Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, / und dein Herz frohlocke nicht, wenn er strauchelt; /
17166#Sprüche,24,18#18. der Herr könnte es sehen und Missfallen daran finden / und seinen Zorn von ihm wenden. /
17167#Sprüche,24,19#19. Erhitze dich nicht über die Bösewichte / und ereifre dich nicht über die Gottlosen! / -Ps. 37,1; 73,3.
17168#Sprüche,24,20#20. Denn der Böse hat keine Zukunft, / und die Leuchte der Gottlosen erlischt. / -Spr. 13,9.
17169#Sprüche,24,21#21. Fürchte den Herrn, mein Sohn, und den König, / gegen beide überhebe dich nicht! /
17170#Sprüche,24,22#22. Denn urplötzlich lassen sie das Verderben erstehen, / unversehens verhängen sie beide das Unheil.
17171#Sprüche,24,23#23. AUCH diese (Sprüche) sind von Weisen: Es ist nicht gut, die Person anzusehen im Gericht. / -Spr. 18,5; 28,21; 5.Mo. 1,17.
17172#Sprüche,24,24#24. Wer zum Schuldigen sagt: «Du bist im Recht», / den verfluchen die Menschen, verwünschen die Leute. /
17173#Sprüche,24,25#25. Doch denen, die (das Unrecht) strafen, ergeht es wohl, / über sie kommt Segen und Glück. /
17174#Sprüche,24,26#26. Ein richtige Antwort / ist ein Kuss auf die Lippen. /
17175#Sprüche,24,27#27. Verrichte erst deine Arbeit draussen / und bestelle für dich dein Feld; / darnach magst du deinen Hausstand gründen. /
17176#Sprüche,24,28#28. Sei nicht grundlos Ankläger wider den Nächsten, / sodass du irreführst mit deinen Lippen. /
17177#Sprüche,24,29#29. Sage nicht: «Wie er mir getan, so will ich ihm tun, / will dem Mann vergelten nach seinen Taten.» -Spr. 20,22; 1.Thes. 5,15.
17178#Sprüche,24,30#30. Ich ging am Acker des Faulen vorüber / und am Weinberg des unverständigen Menschen; /
17179#Sprüche,24,31#31. siehe, da war er ganz überwuchert von Disteln, / sein Boden war mit Nesseln bedeckt, / und die steinerne Mauer war eingerissen. /
17180#Sprüche,24,32#32. Ich ward es gewahr und nahm mir's zu Herzen, / ich sah es und zog daraus eine Lehre, /
17181#Sprüche,24,33#33. «Noch ein bisschen schlafen, ein bisschen schlummern, / ein bisschen die Hände ineinander legen im Bett» -
17182#Sprüche,24,34#34. da kommt über dich wie ein Räuber die Armut, / der Mangel wie ein gewappneter Mann. -V. 33-34: Spr. 6,10.11.
17183#Sprüche,25,1#1. AUCH dies sind Sprüche Salomos, welche die Männer Hiskias, des Königs von Juda, gesammelt haben.
17184#Sprüche,25,2#2. Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen; / der Könige Ehre ist es, eine Sache zu ergründen. /
17185#Sprüche,25,3#3. Wie die Höhe des Himmels und die Tiefe der Erde, / so ist auch der Könige Herz unergründlich. /
17186#Sprüche,25,4#4. Werden die Schlacken vom Silber geschieden, / so gelingt dem Goldschmied ein Gerät: /
17187#Sprüche,25,5#5. wird der Frevler beseitigt durch königlichen Spruch, / so gewinnt der Thron Bestand durch Gerechtigkeit. / -Spr. 16,12.
17188#Sprüche,25,6#6. Masse dir nicht Ehre an vor dem König, / und stelle dich nicht an den Platz der Grossen; /
17189#Sprüche,25,7#7. denn besser, man sagt zu dir: «Komm hier herauf!» / als dass man dich vor dem Fürsten herabsetzt. / Wenn deine Augen etwas gesehen haben, / -Lk. 14,8-10.
17190#Sprüche,25,8#8. bringe es nicht alsbald vor Gericht; / denn was willst du zuletzt machen, / wenn dich der andre beschämt? /
17191#Sprüche,25,9#9. Mache deinen Handel aus mit deinem Nächsten, / aber eines andern Geheimnis verrate nicht, /
17192#Sprüche,25,10#10. damit dich nicht schmähe, wer es hört, / und nicht böse Nachrede auf dir bleibe. /
17193#Sprüche,25,11#11. Wie goldene Äpfel in silbernen Schalen / ist ein Wort, geredet zur rechten Zeit.-1- / -Spr. 15,23.   1) die Wiedergabe des V. ist unsicher. Andre übertragen, z.T. nach der grÜs: «Wie goldene Zieraten auf silbernen Schmuckstücken / ist ein Wort, geredet zu Zuverlässigen.»
17194#Sprüche,25,12#12. Ein goldener Ring, ein kostbares Kleinod / ist ein weiser Warner dem hörenden Ohr. /
17195#Sprüche,25,13#13. Wie kühlender Schnee am Erntetag / ist ein zuverlässiger Bote dem, der ihn sendet; / er erquickt das Herz seines Herrn. /
17196#Sprüche,25,14#14. Wolken und Wind, und doch kein Regen - / so ist ein Mann, der mit Gaben prahlt und nie gibt. /
17197#Sprüche,25,15#15. Mit Langmut kann man den Fürsten bereden, / und eine gelinde Zunge zerbricht Knochen. / -Spr. 15,1; 16,14.
17198#Sprüche,25,16#16. Findest du Honig, so iss nicht mehr, als für dich hinreicht; / sonst bekommst du ihn satt und speist ihn aus. /
17199#Sprüche,25,17#17. Setze nur selten den Fuss ins Haus deines Nächsten; / sonst bekommt er dich satt und hasst dich. /
17200#Sprüche,25,18#18. Hammer und Schwert und scharfer Pfeil - / so ist ein Mann, der den Nächsten falsch anklagt. /
17201#Sprüche,25,19#19. Ein böser Zahn und ein wankender Fuss - / so ist der Treulose am Tage der Not. /
17202#Sprüche,25,20#20. Wie Essig, auf eine Wunde gegossen, / so wirkt, wer Lieder singt einem missmutigen Herzen.-1- / -1) die grÜs. fügt hier noch folgenden Vers bei: «Wie die Motte am Kleid und der Wurm am Holz, / so frisst der Kummer am Herzen des Mannes.»
17203#Sprüche,25,21#21. Wenn deinen Feind hungert, so speise ihn, / dürstet ihn, so gib ihm zu trinken; / -Mt. 5,44.
17204#Sprüche,25,22#22. so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln, / und der Herr wird es dir vergelten. /
17205#Sprüche,25,23#23. Der Nordwind bringt Regen, / heimliches Geschwätz verdriessliche Gesichter. /
17206#Sprüche,25,24#24. Besser auf der Zinne des Daches wohnen / als mit einem zänkischen Weib im gemeinsamen Hause. / -Spr. 21,9.19.
17207#Sprüche,25,25#25. Kühler Trunk für eine lechzende Seele / ist gute Kunde aus fernem Lande. /
17208#Sprüche,25,26#26. Wie ein getrübter Quell, ein verdorbener Brunnen, / so der Fromme, der vor dem Gottlosen wankt. /
17209#Sprüche,25,27#27. Zuviel Honig essen ist nicht gut; / drum sei sparsam mit ehrenden Worten. /
17210#Sprüche,25,28#28. Wie eine Stadt mit durchbrochenem Wall / ist der Mann, der sich selbst nicht beherrscht. /
17211#Sprüche,26,1#1. So wenig wie Schnee zum Sommer und Regen zur Ernte, / so wenig passt Ehre zum Toren. /
17212#Sprüche,26,2#2. Wie der Sperling wegflattert und die Schwalbe entfliegt, / so ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein. /
17213#Sprüche,26,3#3. Dem Pferd die Peitsche, dem Esel der Zaum / und dem Rücken der Toren die Rute. / -Spr. 10,13; Ps. 32,9.
17214#Sprüche,26,4#4. Antworte dem Toren nicht nach seiner Torheit, / dass nicht auch du ihm gleich werdest. /
17215#Sprüche,26,5#5. Antworte dem Toren nach seiner Torheit, / dass er sich nicht weise dünke. /
17216#Sprüche,26,6#6. Die Füsse haut sich ab, Unbill muss schlucken, / wer Botschaft sendet durch einen Toren. /
17217#Sprüche,26,7#7. Wie das Hüpfen der Beine beim Krüppel, / so der weise Spruch im Munde der Toren. /
17218#Sprüche,26,8#8. Wie ein Beutel mit Edelsteinen auf einem Steinhaufen, / so ist's, wenn man einem Toren Ehre antut. /
17219#Sprüche,26,9#9. Wie ein Dornzweig, der in die Hand eines Trunkenen gerät, / so ist ein weiser Spruch im Munde der Toren. /
17220#Sprüche,26,10#10. Vielfach verwunden ein Tor und ein Trunkener die Vorübergehenden.-1-* / -1) die gegebene Üs. dieses V. beruht auf der Annahme, dass er ursprünglich eine beigeschriebene Erläuterung zu V. 9 war.
17221#Sprüche,26,11#11. Wie ein Hund, der zu seinem Gespei zurückkehrt, / so ist der Tor, der seine Torheit wiederholt. /
17222#Sprüche,26,12#12. Siehst du einen Menschen, der sich selbst weise dünkt - / ein Tor darf mehr hoffen als er. / -Spr. 29,20.
17223#Sprüche,26,13#13. Der Faule spricht: «Ein Leu ist auf der Strasse, / ein Löwe ist auf den Gassen.» / -Spr. 22,13.
17224#Sprüche,26,14#14. Wie die Tür in der Angel sich dreht, / so der Faulenzer auf seinem Lager. /
17225#Sprüche,26,15#15. Der Träge steckt seine Hand in die Schüssel; / doch er ist zu faul, sie zum Munde zu führen. / -Spr. 19,24.
17226#Sprüche,26,16#16. Der Faule dünkt sich weiser als sieben, / die kluge Antworten geben. /
17227#Sprüche,26,17#17. Einen streifenden Hund packt bei den Ohren, / wer sich in einen Streit mischt, der ihn nichts angeht. /
17228#Sprüche,26,18#18. Wie einer, der sich wahnsinnig stellt / und Brandpfeile und tödliche Geschosse schleudert, /
17229#Sprüche,26,19#19. so ist, wer falsch handelt gegen den Nächsten / und dann spricht: «Ich scherze doch nur.» /
17230#Sprüche,26,20#20. Wenn das Holz ausgeht, erlischt das Feuer; / wo kein Verleumder ist, da ruht der Streit. /
17231#Sprüche,26,21#21. Kohlen schüren die Glut und Holz das Feuer; / so schürt ein zänkischer Mensch den Streit. / -Spr. 15,18; 16,28; 29,22.
17232#Sprüche,26,22#22. Die Worte des Verleumders gehen wie Leckerbissen ein; / sie gleiten hinab ins Innerste des Leibes. / -Spr. 18,8.
17233#Sprüche,26,23#23. Wie eine Scherbe, mit Silberschaum überzogen, / so sind glatte Lippen und ein böses Herz. /
17234#Sprüche,26,24#24. Mit seinen Lippen verstellt sich der Hasser; / aber in seinem Innern hegt er Trug. /
17235#Sprüche,26,25#25. Wenn er freundlich redet, traue ihm nicht; / denn sieben Greuel sind in seinem Herzen. /
17236#Sprüche,26,26#26. Mag sich der Hass in Täuschung hüllen, / seine Bosheit wird vor Gericht offenbar. /
17237#Sprüche,26,27#27. Wer eine Grube gräbt, fällt darein, / und wer einen Stein wälzt, auf den rollt er zurück. / -Spr. 28,10; Ps. 7,16; Pred. 10,8.
17238#Sprüche,26,28#28. Eine lügnerische Zunge hasst, die von ihr zermalmt sind, / und ein schmeichlerischer Mund bereitet Verderben. /
17239#Sprüche,27,1#1. Rühme dich nicht des morgenden Tages; / denn du weisst nicht, was ein Tag bringen wird. / -Jak. 4,13-15.
17240#Sprüche,27,2#2. Ein andrer rühme dich, und nicht dein eigener Mund, / ein Fremder, und nicht deine eigenen Lippen! /
17241#Sprüche,27,3#3. Schwer ist der Stein, eine Last der Sand; / doch Ärger wegen des Toren ist schwerer als beide. /
17242#Sprüche,27,4#4. Grimmig mag die Wut sein, überwallen der Zorn - / aber wer besteht vor der Eifersucht? /
17243#Sprüche,27,5#5. Besser Tadel, der offen sich ausspricht, / als Liebe, die schweigt. /
17244#Sprüche,27,6#6. Treuer gemeint sind Schläge vom Freunde / als freigebige Küsse des Feindes. / -Ps. 141,5.
17245#Sprüche,27,7#7. Wer gesättigt ist, der zertritt Honigwaben; / wer hungert, dem schmeckt alles Bittre süss. /
17246#Sprüche,27,8#8. Wie der Vogel, der fern irrt von seinem Neste, / so ein Mann, der fern irrt von seiner Heimat. /
17247#Sprüche,27,9#9. Salböl und Räucherwerk erfreuen das Herz; / doch zerrissen wird die Seele von Leiden. /
17248#Sprüche,27,10#10. Gib deinen und deines Vaters Freund nicht auf; / geh nicht in des Bruders Haus, wenn du in Not bist. / Besser ein Nachbar in der Nähe / als ein Bruder in der Ferne. / -Spr. 17,17; 18,24.
17249#Sprüche,27,11#11. Sei weise, mein Sohn, so erfreust du mein Herz, / und ich kann antworten dem, der mich schmäht. /
17250#Sprüche,27,12#12. Der Kluge sieht das Unglück kommen und birgt sich; / die Einfältigen gehen fürbass und müssen es büssen. / -Spr. 22,3.
17251#Sprüche,27,13#13. Wer für einen andern bürgt, dem nimm den Rock, / und um Fremder willen pfände ihn. / -Spr. 20,16.
17252#Sprüche,27,14#14. Wer gar zu laut Glück wünscht am frühen Morgen, / dem wird es als Verwünschung angerechnet. / -Spr. 26,25.
17253#Sprüche,27,15#15. Beständiges Tropfen am Regentage / und ein zänkisches Weib sind einander gleich. / -Spr. 19,13.
17254#Sprüche,27,16#16. -Vers 16 ist unübersetzbar.
17255#Sprüche,27,17#17. Eisen wird durch Eisen geschärft; / so schärft ein Mann den andern. /
17256#Sprüche,27,18#18. Wer einen Feigenbaum hütet, geniesst seine Frucht; / und wer seines Herrn wartet, der wird geehrt. /
17257#Sprüche,27,19#19. Wie Angesicht neben Angesicht, / so sind der Menschen Herzen verschieden. /
17258#Sprüche,27,20#20. Wie Totenreich und Abgrund unersättlich sind, / so werden des Menschen Augen nicht satt. / -Pred. 1,8.
17259#Sprüche,27,21#21. Für das Silber der Schmelztiegel und für das Gold der Ofen, / über den Mann aber entscheidet sein Ruf. /
17260#Sprüche,27,22#22. Zerstampfst du gleich den Toren im Mörser / samt den Körnern mit dem Kolben, / seine Torheit weicht nicht von ihm. /
17261#Sprüche,27,23#23. Achte wohl auf das Aussehen deiner Schafe / und trage Sorge zu deiner Herde; /
17262#Sprüche,27,24#24. denn kein Reichtum bleibt ewig, / kein Vorrat für alle Zeiten. /
17263#Sprüche,27,25#25. Ist das Gras geschwunden und das Grün abgeweidet, / sind die Kräuter der Berge gesammelt, /
17264#Sprüche,27,26#26. dann hast du Lämmer zu deiner Bekleidung / und Böcke als Kaufpreis für einen Acker, /
17265#Sprüche,27,27#27. hast Ziegenmilch genug zur Nahrung für dich und dein Haus / und zum Unterhalt für deine Mägde. /
17266#Sprüche,28,1#1. Der Frevler flieht, auch wenn ihn niemand verfolgt, / der Gerechte aber ist unerschrocken wie ein Löwe. / -3.Mo. 26,36; Jes. 30,17.
17267#Sprüche,28,2#2. Durch (eigne) Schuld bekommt ein Land viele Herren, / aber durch einen Mann von Vernunft und Einsicht gewinnt das Recht langen Bestand.-1- -1) die grÜs., der ein nur wenig verschiedener hebrT. zugrunde liegt, lautet: «Durch die Schuld des Ruchlosen werden Streitigkeiten entfacht, / ein verständiger Mann aber löscht sie.»
17268#Sprüche,28,3#3. Ein gottloser Mensch, der die Geringen bedrückt, / ist wie ein Regen, der wegschwemmt, aber kein Brot bringt. /
17269#Sprüche,28,4#4. Die von der Belehrung lassen, preisen den Gottlosen; / die aber die Belehrung bewahren, bekämpfen ihn. /
17270#Sprüche,28,5#5. Böse Menschen verstehen nicht, was recht ist; / die aber den Herrn suchen, verstehen alles. /
17271#Sprüche,28,6#6. Besser ein Armer, der unsträflich wandelt, / als ein Reicher, der krumme Wege geht. / -Spr. 19,1.
17272#Sprüche,28,7#7. Wer die Belehrung bewahrt, ist ein verständiger Sohn; / wer aber mit Schlemmern umgeht, macht seinem Vater Schande. /
17273#Sprüche,28,8#8. Wer sein Vermögen durch Zins und Zuschlag vermehrt, / sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt. / -Spr. 13,22; 3.Mo. 25,37; Ps. 15,5; 39,7; Hes. 18,17.
17274#Sprüche,28,9#9. Wer sein Ohr abwendet, um die Belehrung nicht zu hören, / dessen Gebet sogar ist ein Greuel. / -Spr. 15,8.
17275#Sprüche,28,10#10. Wer Rechtschaffene irreführt auf bösen Weg, / der fällt in die eigne Grube, / die Unsträflichen aber gelangen zu Glück. / -Spr. 26,27; Pred. 10,8.
17276#Sprüche,28,11#11. Der Reiche dünkt sich selbst weise zu sein; / aber ein Geringer, der einsichtig ist, ergründet ihn. /
17277#Sprüche,28,12#12. Wenn die Frommen triumphieren, so ist es ein herrliches Fest; / wenn aber die Gottlosen hochkommen, / halten sich die Leute versteckt. / -Spr. 11,10; V. 28; 29,2.
17278#Sprüche,28,13#13. Wer seine Sünden verhehlen will, kommt nicht zum Ziel, / wer sie aber bekennt und lässt, der findet Erbarmen. / -Ps. 32,3-5.
17279#Sprüche,28,14#14. Wohl dem Menschen, der allezeit in der Furcht (Gottes) bleibt! / Wer aber sein Herz verhärtet, gerät ins Unglück. /
17280#Sprüche,28,15#15. Ein knurrender Löwe, ein gieriger Bär / ist ein gottloser Herrscher für ein armes Volk. /
17281#Sprüche,28,16#16. Je ärmer ein Fürst an Verstand ist, / desto reicher ist er an Bedrückung; / der aber Erpressung hasst, wird lange leben. /
17282#Sprüche,28,17#17. Ein Mensch, der von Blutschuld gedrückt ist, / flieht zur Grube; man helfe ihm nicht auf. /
17283#Sprüche,28,18#18. Wer unsträflich wandelt, erfährt (göttliche) Hilfe; / wer krumme Wege geht, fällt in die Grube. /
17284#Sprüche,28,19#19. Wer sein Feld bebaut, der hat Brot die Fülle; / doch Armut die Fülle hat, wer nichtigen Dingen nachjagt. / -Spr. 12,11.
17285#Sprüche,28,20#20. Ein Mann von Treu und Glauben wird vielfach gesegnet; / wer aber schnell reich werden will, bleibt nicht ungestraft. / -Spr. 13,11; 20,21.
17286#Sprüche,28,21#21. Es ist nicht gut, die Person anzusehen, / schon für einen Bissen Brot kann sich einer verfehlen. / -Spr. 18,5; 24,23.
17287#Sprüche,28,22#22. Nach Reichtum hastet ein scheelsüchtiger Mann / und bedenkt nicht, dass Mangel über ihn kommen wird. /
17288#Sprüche,28,23#23. Wer einen andern zurechtweist, der findet zuletzt / mehr Dank als der Schmeichler. /
17289#Sprüche,28,24#24. Wer Vater oder Mutter beraubt und meint, / er tue nicht Unrecht, der ist ein Geselle des Bösewichts. /
17290#Sprüche,28,25#25. Der Habgierige erregt Streit; / wer aber auf den Herrn vertraut, wird reichlich gelabt. /
17291#Sprüche,28,26#26. Wer sich auf seinen Verstand verlässt, ist ein Tor; / wer aber in Weisheit wandelt, der wird gerettet. / -Spr. 3,5.
17292#Sprüche,28,27#27. Wer dem Armen gibt, muss nicht Mangel leiden; / wer aber seine Augen verhüllt, wird viel verflucht. / -Spr. 19,17; 22,9; 5.Mo. 15,7.
17293#Sprüche,28,28#28. Wenn die Gottlosen hochkommen, verbergen sich die Leute; / gehen sie aber zugrunde, so gelangen die Frommen zur Macht. / -V. 12.
17294#Sprüche,29,1#1. Wer trotz aller Zurechtweisung halsstarrig bleibt, / der wird plötzlich, unheilbar zerschmettert. /
17295#Sprüche,29,2#2. Gelangen die Frommen zur Macht, so freut sich das Volk; / regiert aber der Gottlose, so seufzen die Leute. / -Spr. 11,10; 28,12.28.
17296#Sprüche,29,3#3. Wer die Weisheit liebhat, der macht seinem Vater Freude, / wer aber an Dirnen sich hängt, der bringt sein Vermögen durch. / -Spr. 10,1.
17297#Sprüche,29,4#4. Durch Recht gibt der König dem Lande Bestand; / wer aber viel Steuern erhebt, richtet es zugrunde. /
17298#Sprüche,29,5#5. Wer seinem Nächsten schmeichelt, / der breitet ihm ein Netz vor die Füsse. /
17299#Sprüche,29,6#6. Der Böse verstrickt sich in seiner Sünde; / aber der Fromme darf jubeln und fröhlich sein. /
17300#Sprüche,29,7#7. Der Fromme kümmert sich um das Recht der Geringen; / der Gottlose aber will nichts davon wissen. /
17301#Sprüche,29,8#8. Spötter bringen eine Stadt in Aufruhr, / Weise aber stillen den Zorn. /
17302#Sprüche,29,9#9. Wenn ein Weiser rechtet mit einem Toren, / so zürnt oder lacht der, und es gibt keine Ruhe. /
17303#Sprüche,29,10#10. Die Blutdürstigen hassen den Redlichen, / aber die Rechtschaffenen nehmen sich seiner an. /
17304#Sprüche,29,11#11. Der Tor lässt all seinem Zorn den Lauf; / aber der Weise beschwichtigt ihn zuletzt. /
17305#Sprüche,29,12#12. Wenn ein Herrscher auf Lügen hört, / so werden alle seine Diener zu Schurken. /
17306#Sprüche,29,13#13. Der Arme und der Bedrückte begegnen einander; / den Augen beider gibt der Herr das Licht. / -Spr. 22,2.
17307#Sprüche,29,14#14. Ein König, der in Treuen den Armen Recht schafft, / dessen Thron hat ewig Bestand. / -Spr. 16,12; 20,28.
17308#Sprüche,29,15#15. Rute und Rüge verleihen Weisheit; / ein Junge, sich selbst überlassen, bringt seiner Mutter Schande. / -Spr. 17,25; 22,15.
17309#Sprüche,29,16#16. Wenn die Gottlosen zur Macht kommen, wird auch die Sünde mächtig; / die Frommen aber werden ihrem Falle zuschauen. /
17310#Sprüche,29,17#17. Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Erquickung schaffen / und deiner Seele Wonne bereiten. /
17311#Sprüche,29,18#18. Ohne Offenbarung verwildert das Volk, / wohl dem, der das Gesetz hält! /
17312#Sprüche,29,19#19. Durch Worte wird ein Sklave nicht gebessert; / er versteht sie zwar, aber er fügt sich nicht. /
17313#Sprüche,29,20#20. Siehst du einen, der hastig ist in seinem Reden - / ein Tor darf mehr hoffen als er. / -Spr. 26,12.
17314#Sprüche,29,21#21. Wer von Jugend auf verzärtelt wird, muss dienen / und endet schliesslich im Elend. /
17315#Sprüche,29,22#22. Der Zornmütige erregt Streit, / und der Hitzige begeht viel Sünde. / -Spr. 15,18.
17316#Sprüche,29,23#23. Hochmut bringt den Menschen herunter; / der Demütige aber kommt zu Ehren. / -Spr. 16,18; 18,12; Mt. 23,12.
17317#Sprüche,29,24#24. Wer mit Dieben teilt, der hasst sich selbst; / er hört die Verfluchung und zeigt es doch nicht an. / -3.Mo. 5,1.
17318#Sprüche,29,25#25. Menschenfurcht bringt leicht zu Falle; / wer aber auf den Herrn vertraut, der wird beschützt. /
17319#Sprüche,29,26#26. Viele suchen Hilfe beim Herrscher; / aber der Herr schafft einem jeden sein Recht. /
17320#Sprüche,29,27#27. Ein Greuel ist den Frommen, wer Unrecht tut, / dem Gottlosen ein Greuel, wer redlich wandelt.
17321#Sprüche,30,1#1. DIE Worte Agurs, des Sohnes Jakes, von Massa: / Es spricht der Mann: Ich mühte mich ab um Gott, / ich mühte mich ab um Gott und bin am Ende. /
17322#Sprüche,30,2#2. Zu stumpf bin ich, um ein Mensch zu sein, / und Menschenverstand besitze ich nicht. /
17323#Sprüche,30,3#3. Und Weisheit habe ich nicht gelernt, / sodass ich den Heiligen zu erkennen vermöchte. /
17324#Sprüche,30,4#4. Wer ist in den Himmel hinaufgestiegen und wieder herab? / Wer hat den Wind in seine Fäuste gefasst? / Wer hat die Wasser in ein Gewand gebunden? / wer festgestellt alle Enden der Erde? / Wie ist sein Name, wie der seines Sohnes? / -Hiob 38,4.5; Jes. 40,12.
17325#Sprüche,30,5#5. Alle Rede Gottes ist lauter. / Er ist ein Schild denen, die bei ihm sich bergen. / -Ps. 12,7; 18,31.
17326#Sprüche,30,6#6. Tue nichts zu seinen Worten hinzu, / dass er dich nicht rüge und du als Lügner dastehest. /
17327#Sprüche,30,7#7. Zweierlei erbitte ich mir von dir - / versage mir's nicht, bevor ich sterbe -: /
17328#Sprüche,30,8#8. Falschheit und Lüge halte fern von mir! / Gib mir weder Armut noch Reichtum; / lass mir die Speise werden, die mir beschieden ist! / -1.Tim. 6,8.
17329#Sprüche,30,9#9. Ich könnte sonst in Sattheit dich verleugnen / und sprechen: Wer ist der Herr? / oder ich könnte aus Armut stehlen / und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen. /
17330#Sprüche,30,10#10. Verleumde nicht den Sklaven bei seinem Herrn, / damit er dir nicht fluche und du es büssest. /
17331#Sprüche,30,11#11. (Da ist) ein Geschlecht, das dem Vater flucht / und die Mutter nicht segnet; /
17332#Sprüche,30,12#12. ein Geschlecht, das sich selber rein dünkt / und doch nicht sauber ist von seinem Unrat; /
17333#Sprüche,30,13#13. ein Geschlecht - weiss wunder wie hochmütig / und hochgezogen die Wimpern! / -Spr. 6,17.
17334#Sprüche,30,14#14. ein Geschlecht, dessen Zähne Schwerter sind / und dessen Gebisse Messer, / die Elenden von der Erde wegzufressen, / hinweg aus der Menschheit die Armen.
17335#Sprüche,30,15#15. DER Blutegel hat zwei Töchter: Gib her! Gib her! / Drei Dinge sind es, die nicht satt werden, / ja viere, die nie sprechen: Genug! - /
17336#Sprüche,30,16#16. die Unterwelt und die Unfruchtbare, / die Erde, die des Wassers nicht satt wird, / und das Feuer, das nie spricht: Genug! /
17337#Sprüche,30,17#17. Das Auge, das des Vaters spottet / und die greise Mutter verachtet, / das werden die Raben im Tale aushacken, / das werden die jungen Adler fressen. / -Spr. 20,20; 5.Mo. 27,16.
17338#Sprüche,30,18#18. Drei Dinge sind mir zu hoch, / ja viere sind's, die ich nicht verstehe: /
17339#Sprüche,30,19#19. der Weg des Adlers am Himmel, / der Weg der Schlange auf dem Felsen, / der Weg des Schiffes mitten im Meer / und der Weg des Mannes beim Weibe. /
17340#Sprüche,30,20#20. So ist der Weg der Ehebrecherin: / sie isst und wischt sich den Mund / und spricht: «Ich habe nichts Böses getan.» /
17341#Sprüche,30,21#21. Unter dreien erzittert das Land, / ja unter vieren wird es ihm unerträglich: /
17342#Sprüche,30,22#22. unter einem Sklaven, der König wird, / unter einem Toren, der im Überfluss lebt, /
17343#Sprüche,30,23#23. unter einer Verschmähten, die einen Mann bekommt, / unter einer Sklavin, die ihre Herrin verdrängt. /
17344#Sprüche,30,24#24. Vier (Tiere) gehören zu den kleinsten auf Erden / und sind doch weiser als die Weisen: /
17345#Sprüche,30,25#25. die Ameisen sind ein schwaches Völklein / und rüsten doch im Sommer ihre Speise; / -Spr. 6,6.
17346#Sprüche,30,26#26. die Klippdachse sind ein Volk ohne Stärke / und bauen doch ihre Wohnungen in den Fels; /
17347#Sprüche,30,27#27. die Heuschrecken haben keinen König / und ziehen doch alle geordnet daher; /
17348#Sprüche,30,28#28. die Eidechse kann man mit der Hand greifen, / und doch ist sie in Königspalästen zu finden. /
17349#Sprüche,30,29#29. Dreie sind es, die stattlich schreiten, / ja viere, die stattlich einhergehen: /
17350#Sprüche,30,30#30. der Löwe, das mächtigste unter den Tieren, / der vor niemandem zurückweicht; /
17351#Sprüche,30,31#31. der Hahn, der hochgemut unter den Hennen schreitet, / der Bock, der vor seiner Herde einhergeht, / und der König, der vor dem Volk auftritt. /
17352#Sprüche,30,32#32. Magst du töricht auffahren / oder mit Überlegung - die Hand auf den Mund! /
17353#Sprüche,30,33#33. Denn Druck auf die Milch erzeugt Butter, / und Druck auf die Nase erzeugt Blut, / und Druck auf den Zorn erzeugt Streit.
17354#Sprüche,31,1#1. WORTE an Lemuel, den König von Massa, wie ihn seine Mutter ermahnt hat.
17355#Sprüche,31,2#2. Was (soll ich dir raten), mein Sohn, / du Sohn meines Leibes, Sohn meiner Gelübde? /
17356#Sprüche,31,3#3. Gib nicht deine Kraft den Weibern preis, / verdirb nicht deinen Wandel bei Königsgelagen! /
17357#Sprüche,31,4#4. Nicht ziemt es einem Könige, Wein zu trinken, / noch einem Fürsten, nach Rauschtrank zu verlangen. /
17358#Sprüche,31,5#5. Er könnte über dem Trinken des Gesetzes vergessen / und die Rechtssache der Elenden verdrehen. /
17359#Sprüche,31,6#6. Den Unglücklichen gebet Getränk / und Wein den Seelenbetrübten, /
17360#Sprüche,31,7#7. dass sie trinken und ihrer Armut vergessen / und ihrer Mühsal nicht mehr gedenken. /
17361#Sprüche,31,8#8. Öffne deinen Mund für die Witwe, / schaffe Recht allen verwaisten Kindern. /
17362#Sprüche,31,9#9. Öffne deinen Mund zu gerechtem Spruch / und schaffe Recht dem Elenden und Armen. -3.Mo. 19,15; Jes. 1,17; Jer. 22,15.16.
17363#Sprüche,31,10#10. AN einem wackern Weibe - wer findet es? - / hat man weit höhern Wert als an Korallen. / -Spr. 12,4.
17364#Sprüche,31,11#11. Bei ihr steht vertrauend des Gatten Herz, / des Gewinnes ermangelt er nicht. /
17365#Sprüche,31,12#12. Denn sie erweist ihm Gutes und nichts Böses / die ganze Zeit ihres Lebens. /
17366#Sprüche,31,13#13. Emsig tut sie sich um nach Wolle und Flachs / und schafft mit arbeitsfreudigen Händen. /
17367#Sprüche,31,14#14. Fernher gleich Kaufmannsschiffen / holt sie ihre Nahrung. /
17368#Sprüche,31,15#15. Gar frühe, noch bei Nacht, steht sie auf, / gibt ihrem Hause die Speise / und bestimmt das Tagewerk für ihre Mägde. /
17369#Sprüche,31,16#16. Hätte sie gern einen Acker, sie kauft ihn, / und vom Ertrag ihrer Hände einen Weinberg. /
17370#Sprüche,31,17#17. In Kraft gürtet sie ihre Lenden, / und rüstig regt sie die Arme. /
17371#Sprüche,31,18#18. Ja, sie erfährt, dass ihr Gewerbe gedeiht; / auch bei Nacht erlischt ihre Lampe nicht. /
17372#Sprüche,31,19#19. Kundig legt sie die Hand an den Rocken, / und ihre Finger ergreifen die Spindel. /
17373#Sprüche,31,20#20. Liebreich bietet sie ihre Hand dem Elenden, / streckt sie dem Armen entgegen. /
17374#Sprüche,31,21#21. Muss vom Schnee nichts fürchten für ihre Leute; / denn ihr ganzes Haus trägt zwiefache Kleidung. /
17375#Sprüche,31,22#22. Näht sich selber die Decken, / feinstes Linnen und Purpur ist ihr Gewand. /
17376#Sprüche,31,23#23. Oben im Tor ist ihr Mann geachtet, / wenn er bei des Landes Ältesten sitzt. /
17377#Sprüche,31,24#24. Prachthemden macht und verkauft sie, / und Gürtel gibt sie an den Händler ab. /
17378#Sprüche,31,25#25. Rüstige Kraft und Hoheit ist ihr Gewand; / sie lacht des künftigen Tages. /
17379#Sprüche,31,26#26. Sie öffnet den Mund zu verständiger Rede, / und freundliche Weisung ist auf ihrer Zunge. /
17380#Sprüche,31,27#27. Tun und Treiben im Haus überwacht sie; / Brot des Müssiggangs isst sie nicht. /
17381#Sprüche,31,28#28. Und ihre Söhne treten auf und preisen sie glücklich; / ihr Gatte ist voll ihres Lobes: /
17382#Sprüche,31,29#29. «Viele Töchter halten sich wacker, / doch du übertriffst sie alle.» /
17383#Sprüche,31,30#30. Wandelbar ist die Anmut, ein flüchtiger Hauch die Schönheit; / aber ein gottesfürchtiges Weib ist des Ruhmes wert. /
17384#Sprüche,31,31#31. Zollt ihr, was sie verdient hat! / Ihre Werke verkünden ihr Lob in den Toren.

13943#Psalm,1,1#1. WOHL dem Manne, der nicht wandelt im Rate der Gottlosen, / noch tritt auf den Weg der Sünder, / noch sitzt im Kreise der Spötter, / -Spr. 1,8-19; 4,10-19.
13944#Psalm,1,2#2. sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn / und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht. / -Ps. 112,1; 5.Mo. 6,7; Jos. 1,8.
13945#Psalm,1,3#3. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, / der seine Frucht bringt zu seiner Zeit / und dessen Blätter nicht verwelken, / und alles, was er tut, gerät ihm wohl. / -Ps. 92,13.15; Jer. 17,8.
13946#Psalm,1,4#4. Nicht so die Gottlosen; / sondern sie sind wie die Spreu, die der Wind verweht. / -Ps. 35,5; Hiob 21,18.
13947#Psalm,1,5#5. Darum werden die Gottlosen nicht bestehen im Gericht, / noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. /
13948#Psalm,1,6#6. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten; / aber der Gottlosen Weg führt ins Verderben.
13949#Psalm,2,1#1. WARUM toben die Völker / und sinnen die Nationen vergebliche Dinge? /
13950#Psalm,2,2#2. Könige der Erde stehen auf, / und Fürsten ratschlagen miteinander / wider den Herrn und seinen Gesalbten: /
13951#Psalm,2,3#3. «Lasst uns zerreissen ihre Bande / und von uns werfen ihre Fesseln!» /
13952#Psalm,2,4#4. Der im Himmel thronet, lacht, / der Herr spottet ihrer. / -Ps. 37,13; 59,9.
13953#Psalm,2,5#5. Alsdann redet er sie an in seinem Zorn, / und in seinem Grimme schreckt er sie: /
13954#Psalm,2,6#6. «Habe doch ich meinen König eingesetzt / auf Zion, meinem heiligen Berge!»
13955#Psalm,2,7#7. Kundtun will ich den Beschluss des Herrn: / er sprach zu mir: «Mein Sohn bist du; / ich habe dich heute gezeugt. / -Ps. 89,27.28.
13956#Psalm,2,8#8. Heische von mir, / so gebe ich dir Völker zum Erbe, / die Enden der Erde zum Eigentum. / -Ps. 72,8.11.
13957#Psalm,2,9#9. Du magst sie zerschlagen mit eisernem Stabe, / magst sie zerschmeissen wie Töpfergeschirr.» / -Offb. 2,27; 12,5; 19,15.
13958#Psalm,2,10#10. Nun denn, ihr Könige, werdet weise, / lasset euch warnen, ihr Richter auf Erden! /
13959#Psalm,2,11#11. Dienet dem Herrn mit Furcht, / und mit Zittern küsset seine Füsse, /
13960#Psalm,2,12#12. dass er nicht zürne / und euer Weg nicht ins Verderben führe; / denn leicht könnte sein Zorn entbrennen. / Wohl allen, die ihm vertrauen!
13961#Psalm,3,1#1. EIN Psalm Davids, als er vor seinem Sohne Absalom floh. -2.Sam. 15.
13962#Psalm,3,2#2. Ach, Herr, wie sind meiner Feinde so viel! / wie viele, die wider mich aufstehen! / -Ps. 25,19.
13963#Psalm,3,3#3. Viele sagen von mir: / «Er hat keine Hilfe bei Gott.» /
13964#Psalm,3,4#4. Aber du, Herr, bist mir Schild und Ehre, / du hebst mein Haupt empor. / -Ps. 27,5.6.
13965#Psalm,3,5#5. Laut rufe ich zum Herrn, / und er erhört mich von seinem heiligen Berge. /
13966#Psalm,3,6#6. Ich lag und schlief; / nun bin ich erwacht, denn der Herr stützt mich. / -Ps. 4,9.
13967#Psalm,3,7#7. Ich fürchte mich nicht vor viel Tausenden Volkes, / die rings wider mich sich gelagert haben. / -Ps. 27,3.
13968#Psalm,3,8#8. Stehe auf, o Herr, hilf mir, mein Gott! / denn du zerschlägst all meinen Feinden den Backen, / der Gottlosen Zähne zerschmetterst du. /
13969#Psalm,3,9#9. Beim Herrn ist die Hilfe, / dein Segen über deinem Volke.
13970#Psalm,4,1#1. EIN Psalm Davids.
13971#Psalm,4,2#2. Wenn ich rufe, erhöre mich, Gott meines Rechtes! / Der du in Drangsal mir Raum geschafft, / sei mir gnädig und erhöre mein Gebet! /
13972#Psalm,4,3#3. Ihr Männer, wie lange noch bleibt meine Ehre geschändet, / liebet ihr Eitles und trachtet nach Lüge? /
13973#Psalm,4,4#4. Erkennet doch, dass der Herr mir wunderbare Huld geschenkt hat. / Der Herr hört, wenn ich zu ihm rufe. /
13974#Psalm,4,5#5. Mögt ihr zürnen, nur sündiget nicht; / möget ihr murren bei euch selbst auf eurem Lager, / nur verhaltet euch ruhig! / -Eph. 4,26.
13975#Psalm,4,6#6. Bringet die rechten Opfer und hofft auf den Herrn! /
13976#Psalm,4,7#7. Viele sagen: «Wer erzeigt uns Gutes?» / Erhebe über uns das Licht deines Angesichtes, o Herr. / -4.Mo. 6,26.
13977#Psalm,4,8#8. Du hast mir grössere Freude ins Herz gegeben, / als sie haben bei der Fülle von Korn und Wein. /
13978#Psalm,4,9#9. Im Frieden will ich mich niederlegen und einschlafen zumal; / denn du allein, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne. -Ps. 3,6; 3.Mo. 26,6.
13979#Psalm,5,1#1. EIN Psalm Davids.
13980#Psalm,5,2#2. Vernimm meine Worte, o Herr, / merke auf mein Seufzen! /
13981#Psalm,5,3#3. Horch auf mein Schreien, du mein König und mein Gott, / denn ich will zu dir beten. /
13982#Psalm,5,4#4. O Herr, frühe vernimmst du meine Stimme; / frühe rüste ich dir ein Opfer und spähe aus. / -Ps. 88,14.
13983#Psalm,5,5#5. Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; / wer böse ist, darf nicht bei dir weilen. / -Ps. 34,17.
13984#Psalm,5,6#6. Prahler dürfen nicht vor deine Augen treten; / du hassest alle Übeltäter. /
13985#Psalm,5,7#7. Umkommen lässest du die Lügner; / Mörder und Falsche sind dem Herrn ein Greuel. / -Ps. 55,24.
13986#Psalm,5,8#8. Ich aber darf durch deine grosse Gnade eingehen in dein Haus, / darf in Ehrfurcht anbeten vor deinem heiligen Tempel. / -Ps. 138,2.
13987#Psalm,5,9#9. Herr, leite mich in deiner Gerechtigkeit / um meiner Feinde willen; / ebne vor mir deinen Weg. / -Ps. 25,4.5; 27,11.
13988#Psalm,5,10#10. Denn in ihrem Munde ist nichts Aufrichtiges; / ihr Inneres sinnt Verderben; / ihre Kehle ist ein offenes Grab, / und glatt ist ihre Zunge. / -Ps. 55,22; Röm. 3,13.
13989#Psalm,5,11#11. Lass sie büssen, o Gott, / lass sie fallen durch ihre Anschläge. / Ob der Menge ihrer Sünden verstosse sie; / denn sie lehnen sich auf wider dich. /
13990#Psalm,5,12#12. Aber lass sich freuen alle, die auf dich trauen, / lass sie jubeln immerdar; / du wollest sie beschirmen, / dass jauchzen über dich, die deinen Namen lieben. / -Ps. 40,17.
13991#Psalm,5,13#13. Denn du, Herr, segnest den Gerechten; / wie mit einem Schilde deckst du ihn mit deiner Gnade.
13992#Psalm,6,1#1. EIN Psalm Davids.
13993#Psalm,6,2#2. Herr, strafe mich nicht in deinem Zorne / und züchtige mich nicht in deinem Grimme. / -Ps. 38,2.
13994#Psalm,6,3#3. Sei mir gnädig, o Herr, denn ich verschmachte: / heile mich, o Herr, denn meine Gebeine sind erschrocken, / -Ps. 41,5.
13995#Psalm,6,4#4. tief erschrocken meine Seele. / Du aber, o Herr, wie lange -? / -Ps. 13,2.3.
13996#Psalm,6,5#5. Kehre wieder, o Herr, errette mein Leben; / hilf mir um deiner Gnade willen. /
13997#Psalm,6,6#6. Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; / wer wird in der Unterwelt dich preisen? / -Ps. 30,10; 88,11-13; 115,17.
13998#Psalm,6,7#7. Ich bin müde geworden von meinem Seufzen; / die ganze Nacht tränke ich mein Bette, / feuchte mein Lager mit meinen Tränen. /
13999#Psalm,6,8#8. Mein Auge schwindet hin vor Gram, / ist trübe geworden ob all meinen Drängern. / -Ps. 31,10; Hiob 17,7.
14000#Psalm,6,9#9. Weichet von mir, ihr Übeltäter alle, / denn der Herr hat mein lautes Weinen gehört, /
14001#Psalm,6,10#10. der Herr hat mein Flehen gehört, / der Herr nimmt an mein Gebet. /
14002#Psalm,6,11#11. Es werden zuschanden, es erschrecken alle meine Feinde; / und abermals werden sie zuschanden im Nu. -Ps. 35,4-6; 40,15.
14003#Psalm,7,1#1. EIN Lied Davids, das er dem Herrn sang wegen des Benjaminiten Kusch.
14004#Psalm,7,2#2. Du Herr, mein Gott, bist meine Zuflucht; / hilf mir vor meinem Verfolger und errette mich, /
14005#Psalm,7,3#3. dass er mich nicht zerreisse wie ein Löwe, / da kein Helfer ist und kein Erretter. / -Ps. 10,9.
14006#Psalm,7,4#4. O Herr, mein Gott, habe ich das getan, / ist Unrecht an meinen Händen, /
14007#Psalm,7,5#5. habe ich dem Böses getan, der mit mir friedsam gelebt, / und den bedrückt, der mich ohne Ursache bedrängt hat, /
14008#Psalm,7,6#6. so verfolge der Feind mich und hole mich ein, / trete zu Boden mein Leben und lege in den Staub meine Ehre!
14009#Psalm,7,7#7. Stehe auf, o Herr, in deinem Zorne, / erhebe dich wider den Grimm meiner Feinde / und wache auf, mein Gott, der du Gericht bestellt hast! /
14010#Psalm,7,8#8. Lass die Schar der Völker sich um dich sammeln, / und throne über ihr in der Höhe! /
14011#Psalm,7,9#9. Der Herr richtet die Völker. / Schaffe mir Recht, o Herr, nach meiner Gerechtigkeit / und nach der Unschuld, die in mir ist! /
14012#Psalm,7,10#10. Mache ein Ende der Bosheit der Gottlosen / und festige den Gerechten; / der du prüfest die Herzen und Nieren, / gerechter Gott! / -Ps. 104,35; Jer. 17,10; Offb. 2,23.
14013#Psalm,7,11#11. Meinen Schild hält Gott, / der denen hilft, die aufrichtigen Herzens sind. /
14014#Psalm,7,12#12. Gott ist ein gerechter Richter / und ein Gott, der täglich straft. -Ps. 9,5.
14015#Psalm,7,13#13. Fürwahr, wieder schärft er-1- sein Schwert, / spannt seinen Bogen und zielt; / -1) d.h. der Feind.
14016#Psalm,7,14#14. aber sich selbst nur rüstet er die Todeswaffen / und macht er seine Pfeile zu brennenden. /
14017#Psalm,7,15#15. Siehe, Frevel trägt er in sich, / geht mit Unheil schwanger, und Trug wird er gebären. / -Hiob 15,35; Jes. 59,4.
14018#Psalm,7,16#16. Er gräbt eine Grube und höhlt sie aus; / doch er stürzt in die Grube, die er gemacht. / -Ps. 9,16; 35,7.8; 57,7; 141,10; Spr. 26,27.
14019#Psalm,7,17#17. Sein Frevel kommt zurück auf sein Haupt, / auf seinen Scheitel seine Untat. / -1.Kön. 8,32.
14020#Psalm,7,18#18. Ich will dem Herrn danken nach seiner Gerechtigkeit / und will lobsingen dem Namen Gottes, des Höchsten.
14021#Psalm,8,1#1. EIN Psalm Davids.
14022#Psalm,8,2#2. Herr, unser Herrscher, / wie herrlich ist dein Name in allen Landen! / Besingen-1-* will ich deine Hoheit über dem Himmel / -1) aüs. gleichfalls mit Hilfe von Textänderung: «Du, dessen Hoheit gepriesen wird über den Himmeln, aus dem Munde von Kindern und Säuglingen hast du dir eine Macht gegründet . . .».
14023#Psalm,8,3#3. mit dem Munde des Unmündigen und Säuglings. / Eine Feste hast du dir gegründet / um deiner Widersacher willen, / dass du zum Schweigen bringest / den Feind und den Rachgierigen. /
14024#Psalm,8,4#4. Wenn ich schaue deine Himmel, / das Werk deiner Finger, / den Mond und die Sterne, / die du hingesetzt hast: / -Ps. 102,26.
14025#Psalm,8,5#5. Was ist doch der Mensch, dass du seiner gedenkst? / und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? / -Ps. 144,3.
14026#Psalm,8,6#6. Du machtest ihn wenig geringer als Engel, / mit Ehre und Hoheit kröntest du ihn. /
14027#Psalm,8,7#7. Du setztest ihn zum Herrscher über das Werk deiner Hände, / alles hast du ihm unter die Füsse gelegt: / -1.Mo. 1,28.
14028#Psalm,8,8#8. Schafe und Rinder allzumal, / dazu auch die Tiere des Feldes, /
14029#Psalm,8,9#9. die Vögel des Himmels, die Fische im Meere, / was da die Pfade der Fluten durchzieht. /
14030#Psalm,8,10#10. Herr, unser Herrscher, / wie herrlich ist dein Name in allen Landen!
14031#Psalm,9,1#1. EIN Psalm Davids.
14032#Psalm,9,2#2. Ich will dem Herrn danken von ganzem Herzen, / will alle deine Wunder erzählen. / -Ps. 138,1.
14033#Psalm,9,3#3. Ich will mich deiner freuen und frohlocken, / will deinem Namen lobsingen, o Höchster, /
14034#Psalm,9,4#4. dass meine Feinde zurückgewichen, / dass sie gefallen und vergangen sind vor deinem Angesichte; /
14035#Psalm,9,5#5. denn du hast mein Recht und meine Sache geführt, / du hast zu Gerichte gesessen, ein gerechter Richter. / -Ps. 7,12.
14036#Psalm,9,6#6. Du hast die Heiden bescholten, die Gottlosen vernichtet; / du hast ihren Namen vertilgt auf immer und ewig. /
14037#Psalm,9,7#7. Der Feind - ewig stumm sind seine Trümmer; / die Städte, die du zerstört - dahin ist ihr Gedächtnis. / -Ps. 34,17.
14038#Psalm,9,8#8. Aber der Herr thront ewiglich; / er hat seinen Thron zum Gerichte aufgestellt. /
14039#Psalm,9,9#9. Und er richtet den Erdkreis mit Gerechtigkeit, / er spricht Recht den Völkern mit Billigkeit. / -Ps. 96,13; 98,9; Apg. 17,31.
14040#Psalm,9,10#10. So ist der Herr eine Burg des Bedrückten, / eine Burg zu den Zeiten der Not. /
14041#Psalm,9,11#11. Darum vertrauen auf dich, die deinen Namen kennen; / denn du verlässest nicht, die dich suchen, o Herr! /
14042#Psalm,9,12#12. Singet dem Herrn, der auf Zion thront; / verkündigt seine Taten unter den Völkern. /
14043#Psalm,9,13#13. Denn er, der Blutschuld rächt, hat ihrer gedacht, / hat nicht vergessen das Geschrei der Elenden. / -Hiob 34,28.
14044#Psalm,9,14#14. Sei mir gnädig, o Herr, / siehe, wie elend ich bin durch meine Hasser, / der du mich erhebst aus den Pforten des Todes, /
14045#Psalm,9,15#15. auf dass ich all dein Lob erzähle, / in den Toren der Tochter Zion frohlocke ob deiner Hilfe. /
14046#Psalm,9,16#16. Die Heiden sind versunken in die Grube, die sie bereitet; / in dem Netze, das sie gestellt, hat sich ihr Fuss gefangen. / -Ps. 7,16; 35,7.8.
14047#Psalm,9,17#17. Kundgetan hat sich der Herr, hat Gericht geübt; / in dem Werke seiner Hände ist der Gottlose verstrickt. /
14048#Psalm,9,18#18. Die Gottlosen müssen ins Totenreich kehren, / alle Heiden, die Gottes vergessen. /
14049#Psalm,9,19#19. Denn nicht auf immer bleibt der Arme vergessen, / nicht ist die Hoffnung der Elenden ewig verloren. /
14050#Psalm,9,20#20. Stehe auf, o Herr, dass nicht der Mensch obsiege, / dass die Heiden vor dir gerichtet werden. /
14051#Psalm,9,21#21. Lege, o Herr, einen Schrecken auf sie; / es sollen die Heiden erkennen, dass sie Menschen sind. /
14052#Psalm,10,1#1. Warum, Herr, stehst du ferne, / verbirgst dich zu den Zeiten der Not? /
14053#Psalm,10,2#2. Ob dem Hochmut der Gottlosen ängstigt sich der Elende. / Sie sollen sich fangen in den Ränken, / die sie erdacht haben. /
14054#Psalm,10,3#3. Denn der Gottlose preist sein Gelüsten, / wohl lässt sich's sein der Räuber. / Es verachtet den Herrn der Gottlose in seinem Hochmut. /
14055#Psalm,10,4#4. «Er ahndet's nicht! es ist kein Gott!» / sind alle seine Gedanken. /
14056#Psalm,10,5#5. Sein Tun gelingt zu aller Zeit. / Hoch droben, fern von ihm, sind deine Gerichte; / alle seine Feinde, er bläst sie (verächtlich) an. /
14057#Psalm,10,6#6. Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nimmer wanken; / es hat keine Not für und für. /
14058#Psalm,10,7#7. Von Fluch ist sein Mund erfüllt, / von Falschheit und Gewalttat; / unter seiner Zunge ist Verderben und Unheil. /
14059#Psalm,10,8#8. Er liegt auf der Lauer in den Gehöften, / im Verborgenen erwürgt er den Unschuldigen, / seine Augen spähen nach dem Armen. / -Ps. 37,32.
14060#Psalm,10,9#9. Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe im Dickicht; / er lauert, dass er den Elenden erhasche; / er fängt den Elenden, indem er sein Netz zuzieht. /
14061#Psalm,10,10#10. Er duckt sich, kauert nieder, / und durch seine Pranken fallen die Unglücklichen. /
14062#Psalm,10,11#11. Er spricht in seinem Herzen: Gott hat es vergessen, / er hat sein Angesicht verborgen, / er sieht es nimmermehr. / -Ps. 64,6; 73,11; 94,7; Jes. 29,15.
14063#Psalm,10,12#12. Stehe auf, o Herr, mein Gott, / erhebe deine Hand, vergiss nicht der Elenden! /
14064#Psalm,10,13#13. Warum darf der Frevler Gott verachten / und bei sich denken, du ahndest es nicht? /
14065#Psalm,10,14#14. Du siehst es wohl, du schaust / auf das Elend und den Jammer, / dass du's in deine Hand nehmest; / dir befiehlt es der Arme, / ein Helfer bist du der Waise. / -Ps. 68,6.
14066#Psalm,10,15#15. Zerbrich den Arm des Gottlosen und Bösen; / ahnde seine Missetat, dass man nichts mehr von ihm findet. / -Ps. 37,17.
14067#Psalm,10,16#16. Der Herr ist König immer und ewig; / die Heiden sind aus seinem Lande verschwunden. / -Ps. 93,1.2.
14068#Psalm,10,17#17. Das Sehnen der Dulder hast du erhört, o Herr; / du achtest darauf, du neigest dein Ohr, /
14069#Psalm,10,18#18. Recht zu schaffen der Waise und dem Gedrückten; / nicht soll ferner Schrecken verbreiten / ein Mensch von der Erde. -5.Mo. 10,18.
14070#Psalm,11,1#1. VON David. Der Herr ist meine Zuflucht! / Wie sagt ihr denn zu mir: / «Flieh nach den Bergen wie ein Vogel! /
14071#Psalm,11,2#2. Denn siehe da die Gottlosen! / sie spannen den Bogen / und legen den Pfeil auf die Sehne, / dass sie im Dunkel schiessen / auf die, die aufrichtigen Herzens sind. / -Ps. 37,14; 64,4.5.
14072#Psalm,11,3#3. Wenn die Pfeiler (der Rechtsordnung) stürzen, / was hat der Gerechte ausgerichtet?» /
14073#Psalm,11,4#4. Der Herr ist in seinem heiligen Palaste, / des Herrn Thron ist im Himmel; / seine Augen sehen herab auf die Erde, / seine Wimpern prüfen die Menschenkinder. / -Jes. 66,1; Hab. 2,20.
14074#Psalm,11,5#5. Der Herr prüft den Gerechten und den Gottlosen, / und den, der Frevel liebt, hasst seine Seele. /
14075#Psalm,11,6#6. Er lässt regnen über die Gottlosen / Feuerkohlen und Schwefel, / und Glutwind ist der Trank, den er ihnen zuteilt. / -Ps. 140,11.
14076#Psalm,11,7#7. Denn der Herr ist gerecht, / er hat Gerechtigkeit lieb; / die Redlichen schauen sein Angesicht. -Ps. 45,8.
14077#Psalm,12,1#1. EIN Psalm Davids.
14078#Psalm,12,2#2. Hilf, Herr, denn dahin ist der Fromme, / verschwunden die Treue unter den Menschenkindern. /
14079#Psalm,12,3#3. Lügen reden sie einer zum andern; / mit glatter Zunge, mit doppeltem Herzen reden sie. /
14080#Psalm,12,4#4. Der Herr wolle ausrotten alle falschen Lippen / und die Zunge, die hochfahrend redet. /
14081#Psalm,12,5#5. Die da sagen: Durch unsre Zunge sind wir gewaltig; / unser Mund ist für uns, wer will uns meistern? /
14082#Psalm,12,6#6. Weil denn die Elenden unterdrückt werden / und die Armen seufzen, / so will ich mich nun aufmachen, spricht der Herr; / ich will Heil schaffen dem, den man verachtet. /
14083#Psalm,12,7#7. Die Reden des Herrn sind lautere Reden, / sind Silber, im Tiegel zu Boden geschmolzen, / siebenfach geläutert. / -Ps. 18,31; 19,9; Spr. 30,5.
14084#Psalm,12,8#8. Du, o Herr, wollest uns bewahren, / du wollest uns beschützen / vor diesem Geschlecht auf ewig. /
14085#Psalm,12,9#9. Ringsum wandeln die Gottlosen, / wenn Gemeinheit emporkommt unter den Menschenkindern.
14086#Psalm,13,1#1. EIN Psalm Davids.
14087#Psalm,13,2#2. Wie lange, o Herr, willst du meiner so ganz vergessen? / Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir? / -Ps. 42,10; Hab. 1,2.
14088#Psalm,13,3#3. Wie lange soll ich Schmerzen hegen in meiner Seele, / Kummer im Herzen Tag und Nacht? / Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben? /
14089#Psalm,13,4#4. Schaue her, erhöre mich, o Herr, mein Gott! / Mache hell meine Augen, dass ich nicht zum Tode entschlafe, /
14090#Psalm,13,5#5. dass nicht mein Feind sich rühme: «Ich habe ihn überwältigt!» / Meine Widersacher jubeln, dass ich wanke; / -Ps. 25,2.
14091#Psalm,13,6#6. ich aber vertraue deiner Gnade. / Es frohlocke mein Herz ob deiner Hilfe! / Singen will ich dem Herrn, dass er mir Gutes getan.
14092#Psalm,14,1#1. VON David. Die Toren sprechen in ihrem Herzen: / «Es ist kein Gott.» / Verderbt, abscheulich handeln sie; / keiner ist, der Gutes tut. / -Ps. 10,4.
14093#Psalm,14,2#2. Der Herr schaut vom Himmel herab auf die Menschenkinder, / dass er sehe, ob ein Verständiger da sei, der nach Gott frage. / -Ps. 33,13; 102,20.
14094#Psalm,14,3#3. Alle sind sie entartet und miteinander verdorben; / keiner ist, der Gutes tut, auch nicht einer. /
14095#Psalm,14,4#4. Haben denn keinen Verstand die Übeltäter, / die mein Volk verzehren? / Sie essen das Brot des Herrn und rufen ihn nicht an. /
14096#Psalm,14,5#5. Da trifft sie gewaltiger Schrecken, / denn Gott ist bei dem Geschlecht der Gerechten. /
14097#Psalm,14,6#6. Ihr wollt zuschanden machen den Trost des Elenden, / dass der Herr seine Zuflucht ist. /
14098#Psalm,14,7#7. O dass von Zion die Hilfe für Israel käme! / Wenn der Herr wendet seines Volkes Geschick, / wird Jakob frohlocken, Israel fröhlich sein. -Ps. 126,1; Jes. 35,10.
14099#Psalm,15,1#1. EIN Psalm Davids. Herr, wer darf Gast sein in deinem Zelte? / Wer darf weilen auf deinem heiligen Berge? / -Ps. 24,3.
14100#Psalm,15,2#2. Der unsträflich wandelt und Gerechtigkeit übt / und die Wahrheit redet von Herzen; /
14101#Psalm,15,3#3. der nicht verleumdet mit seiner Zunge / und seinem Nächsten kein Arges tut / und keine Schmähung ausspricht wider den Nachbar; /
14102#Psalm,15,4#4. der den Verworfenen verachtet, / aber die Gottesfürchtigen ehrt; / der Wort hält, auch wenn er sich zum Schaden geschworen; /
14103#Psalm,15,5#5. der sein Geld nicht um Zins-1- gibt / und nicht Bestechung annimmt wider den Unschuldigen. / Wer das tut, wird nimmer wanken. -2.Mo. 22,25; Spr. 17,23.   1) aüs: «Wucher».
14104#Psalm,16,1#1. VON David. Bewahre mich, o Gott, denn ich vertraue auf dich. / -Ps. 25,20.
14105#Psalm,16,2#2. Ich spreche zu dem Herrn: Du bist mein Herr; / es gibt für mich kein Glück ausser dir. /
14106#Psalm,16,3#3. Die Heiligen, die im Lande sind, sie sind die Herrlichen, / an denen ich mein Wohlgefallen habe. /
14107#Psalm,16,4#4. Viel sind der Schmerzen derer, / die andern (Göttern) nacheilen. / Ich aber werde ihnen nimmer Trankopfer von Blut spenden, / noch ihren Namen auf meine Lippen nehmen. /
14108#Psalm,16,5#5. Der Herr ist mein Erb' und mein Teil; / du lenkst mein Geschick. / -Ps. 73,26.
14109#Psalm,16,6#6. Mein Los ist mir an lieblicher Stätte gefallen; / ja, mein Erbe gefällt mir wohl. /
14110#Psalm,16,7#7. Ich preise den Herrn, der mich beraten; / auch des Nachts mahnt mich mein Inneres. /
14111#Psalm,16,8#8. Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; / steht er mir zur Rechten, so wanke ich nicht. /
14112#Psalm,16,9#9. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele, / auch mein Leib wird sicher wohnen. /
14113#Psalm,16,10#10. Denn du gibst mein Leben nicht dem Tode preis / und lässest deinen Frommen nicht die Grube schauen. /
14114#Psalm,16,11#11. Du weisest mir den Pfad des Lebens: / Fülle der Freuden vor deinem Angesicht / und Wonnen in deiner Rechten ewiglich.
14115#Psalm,17,1#1. EIN Gebet Davids. Höre, o Herr, gerechte Sache, merke auf mein Flehen; / vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch. /
14116#Psalm,17,2#2. Von dir geht aus mein Recht; / deine Augen schauen Rechtschaffenheit. /
14117#Psalm,17,3#3. Prüfst du mein Herz, siehest nach bei Nacht, / erprobst du mich, du triffst kein Arges: / mein Mund vergeht sich nicht. /
14118#Psalm,17,4#4. Im Blick auf den Lohn, den der Mensch empfängt, / habe ich, nach dem Wort deiner Lippen, / mich bewahrt vor den Wegen des Gewalttätigen. /
14119#Psalm,17,5#5. Mein Schritt hält sich in deinen Geleisen; / nicht wankten meine Tritte. /
14120#Psalm,17,6#6. Ich rufe dich an, denn du erhörst mich, o Gott; / neige dein Ohr zu mir, vernimm meine Rede. /
14121#Psalm,17,7#7. Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, / die vor den Widersachern sich deiner Rechten vertrauen. /
14122#Psalm,17,8#8. Behüte mich wie den Stern im Auge, / im Schatten deiner Flügel wollest du mich bergen / -Ps. 36,8; 5.Mo. 32,10.11.
14123#Psalm,17,9#9. vor den Gottlosen, die mich verderben, / meinen Todfeinden, die mich umringen. /
14124#Psalm,17,10#10. Ihr Herz haben sie verschlossen, / hochfahrend redet ihr Mund. /
14125#Psalm,17,11#11. Sie lauern mir auf, jetzt umstellen sie mich; / ihr Trachten ist, zu Boden zu strecken, /
14126#Psalm,17,12#12. dem Löwen gleich, der begierig ist, zu zerreissen, / dem Jungleu, der im Versteck haust. /
14127#Psalm,17,13#13. Stehe auf, o Herr, tritt ihm entgegen, / wirf ihn nieder, rette mein Leben / vor dem Gottlosen durch dein Schwert, /
14128#Psalm,17,14#14. vor den Männern durch deine Hand, o Herr, / vor den Männern, deren Teil von der Welt ist, ihr Leben lang, / deren Bauch du füllst mit deinen Gütern, dass sie satt werden, / und die den Kindern ihren Überfluss hinterlassen. /
14129#Psalm,17,15#15. Ich aber will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen, / will mich sättigen, wenn ich erwache, an deinem Bilde.
14130#Psalm,18,1#1. VON David, dem Knecht des Herrn, der dem Herrn die Worte dieses Liedes sang zur Zeit, als der Herr ihn aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls errettet hatte;
14131#Psalm,18,2#er sprach: 2. Ich liebe dich, Herr, meine Stärke! /
14132#Psalm,18,3#3. Der Herr ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter, / mein Gott, mein Hort, auf den ich mich verlasse, / mein Schild und meines Heiles Horn und meine Zuflucht. /
14133#Psalm,18,4#4. Gepriesen, rufe ich, sei der Herr; / so werde ich vor meinen Feinden errettet. /
14134#Psalm,18,5#5. Mich hatten die Wogen des Todes umfangen, / und die Bäche des Verderbens erschreckten mich; / -Ps. 55,5; 116,3.
14135#Psalm,18,6#6. die Bande der Unterwelt umstrickten mich, / auf mich fielen die Schlingen des Todes. /
14136#Psalm,18,7#7. Als ich in Angst war, rief ich den Herrn an / und schrie zu meinem Gott; / da hörte er meine Stimme von seinem Tempel, / und mein Schreien drang an sein Ohr. / -Jona 2,3.
14137#Psalm,18,8#8. Da wankte und schwankte die Erde, / und die Grundfesten der Erde erbebten; sie wankten, / denn er war zornentbrannt. / -Ps. 68,9.
14138#Psalm,18,9#9. Rauch stieg auf in seiner Nase, / verzehrendes Feuer ging aus seinem Munde, / glühende Kohlen sprühten aus ihm. / -Ps. 97,3; 2.Mo. 19,18.
14139#Psalm,18,10#10. Er neigte den Himmel und fuhr herab, / Wolkendunkel unter seinen Füssen. / -Ps. 144,5.
14140#Psalm,18,11#11. Er fuhr auf dem Cherub und flog daher und schwebte auf Flügeln des Windes. / -Ps. 99,1.
14141#Psalm,18,12#12. Er machte Finsternis zu seiner Hülle, / dunkle Wasser und dichte Wolken / rings um sich her zu seinem Gezelt. /
14142#Psalm,18,13#13. Aus dem Glanz vor ihm brach sein Gewölk, / Hagel und glühende Kohlen. /
14143#Psalm,18,14#14. Da donnerte der Herr im Himmel, / der Höchste liess seine Stimme erschallen. /
14144#Psalm,18,15#15. Er schoss seine Pfeile und streute sie, / er schleuderte Blitze und jagte sie. / -Ps. 144,6.
14145#Psalm,18,16#16. Da sah man das Bette des Meeres, / und aufgedeckt wurden die Gründe der Erde / vor deinem Schelten, o Herr, / vor dem Schnauben deiner Nase. /
14146#Psalm,18,17#17. Er langte herab aus der Höhe, ergriff mich, / zog mich aus grossen Wassern, / -Ps. 32,6; 144,7.
14147#Psalm,18,18#18. entriss mich meinem mächtigen Feinde, / meinen Hassern, denn sie waren mir zu stark. /
14148#Psalm,18,19#19. Sie überfielen mich an meinem Unglückstage, / doch der Herr ward meine Stütze /
14149#Psalm,18,20#20. und führte mich heraus ins Weite, / befreite mich, weil er Gefallen hat an mir. / -Ps. 31,9.
14150#Psalm,18,21#21. Der Herr tat mir nach meiner Gerechtigkeit, / nach der Reinheit meiner Hände vergalt er mir; / -Hiob 22,30.
14151#Psalm,18,22#22. denn ich hielt des Herrn Wege, / fiel nicht frevelnd ab von meinem Gott. /
14152#Psalm,18,23#23. Denn alle seine Rechte hatte ich vor Augen, / und seine Satzungen tat ich nicht von mir. /
14153#Psalm,18,24#24. Ich war unsträflich gegen ihn / und hütete mich vor meiner Sünde. /
14154#Psalm,18,25#25. Darum vergalt mir der Herr nach meiner Gerechtigkeit, / nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen. /
14155#Psalm,18,26#26. Gegen den Frommen zeigst du dich fromm, / gegen den Redlichen redlich; /
14156#Psalm,18,27#27. gegen den Reinen zeigst du dich rein, / gegen den Verkehrten verkehrt. /
14157#Psalm,18,28#28. Ja, du hilfst gedrücktem Volke, / doch hochfahrenden Sinn demütigst du. / -Hiob 22,29; 1.Petr. 5,5.
14158#Psalm,18,29#29. Ja, du lässest meine Leuchte strahlen, / der Herr, mein Gott, erhellt meine Nacht. / -Hiob 29,3.
14159#Psalm,18,30#30. Ja, mit dir zerbreche ich Wälle, / mit meinem Gott überspringe ich Mauern. / -Ps. 60,14.
14160#Psalm,18,31#31. Gottes Weg ist unsträflich, / und das Wort des Herrn ist lauter; / Schild ist er allen, die auf ihn vertrauen. /
14161#Psalm,18,32#32. Denn wer ist Gott als nur der Herr? / wer ist Fels ausser unserm Gott? / -1.Sam. 2,2; Jes. 44,8.
14162#Psalm,18,33#33. - dem Gott, der mich mit Kraft umgürtet / und ebene Bahn mir schafft, /
14163#Psalm,18,34#34. der meine Füsse gleich den Hinden macht / und mich auf Höhen stellt, /
14164#Psalm,18,35#35. der meine Hände den Streit lehrt / und meinen Arm, den ehernen Bogen zu spannen. / -Ps. 144,1.
14165#Psalm,18,36#36. Du reichst mir den Schild deiner Hilfe, / deine Rechte stützt mich, / deine Güte macht mich gross. /
14166#Psalm,18,37#37. Weiten Raum schaffst du meinen Schritten, / und meine Knöchel wanken nicht. /
14167#Psalm,18,38#38. Ich jage meinen Feinden nach, erreiche sie / und kehre nicht wieder, bis ich sie vertilgt; /
14168#Psalm,18,39#39. ich schmettre sie nieder, sie stehen nicht mehr auf / und fallen unter meine Füsse. /
14169#Psalm,18,40#40. Du umgürtest mich mit Kraft zum Streite, / beugst unter mich, die sich wider mich erheben. /
14170#Psalm,18,41#41. Du schaffst, dass meine Feinde vor mir fliehen, / und die mich hassen, vertilge ich. / -2.Mo. 23,27.
14171#Psalm,18,42#42. Sie schreien um Hilfe - da ist kein Helfer - / zum Herrn - doch er erhört sie nicht. /
14172#Psalm,18,43#43. Und ich zermalme sie wie Staub vor dem Winde, / schütte sie aus wie Kot auf den Gassen. /
14173#Psalm,18,44#44. Du rettest mich aus Volkskämpfen, / du setzest mich zum Haupt von Völkern, / und Leute, die ich nicht kannte, werden mir untertan. /
14174#Psalm,18,45#45. Auf blosses Gerücht werden sie mir gehorsam; / die Söhne der Fremde schmeicheln mir. /
14175#Psalm,18,46#46. Die Söhne der Fremde sinken hin / und kommen zitternd hervor aus ihren Schlössern. /
14176#Psalm,18,47#47. Der Herr lebt, und gepriesen ist mein Fels, / erhaben der Gott meines Heils, /
14177#Psalm,18,48#48. der Gott, der mir Rache verleiht / und die Völker unter mich zwingt, /
14178#Psalm,18,49#49. der mich von meinen Feinden errettet, / ja, der du über meine Widersacher mich erhebst, / mich befreist von dem Manne der Gewalttat. /
14179#Psalm,18,50#50. Darum will ich dich preisen unter den Völkern, / o Herr, und deinem Namen lobsingen, / -Ps. 57,10; 108,4.
14180#Psalm,18,51#51. der du deinem König grosses Heil verleihst / und deinem Gesalbten Huld erweisest, / David und seinem Hause ewiglich. -Ps. 89,29.30.
14181#Psalm,19,1#1. EIN Psalm Davids.
14182#Psalm,19,2#2. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, / und die Feste verkündigt das Werk seiner Hände. / -Röm. 1,20.
14183#Psalm,19,3#3. Ein Tag sagt es dem andern, / und eine Nacht tut es der andern kund - /
14184#Psalm,19,4#4. ohne Sprache, ohne Worte, / mit unhörbarer Stimme. /
14185#Psalm,19,5#5. Ihr Klingen geht aus durch alle Lande, / ihr Reden bis zum Ende der Welt. / Dort hat er der Sonne ein Zelt gesetzt, /
14186#Psalm,19,6#6. und sie, wie ein Bräutigam geht sie hervor aus ihrer Kammer, / läuft freudig wie ein Held die Bahn. /
14187#Psalm,19,7#7. Sie geht auf an einem Ende des Himmels / und läuft um bis wieder an das Ende, / nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen.
14188#Psalm,19,8#8. DAS Gesetz des Herrn ist vollkommen und erquickt die Seele; / das Zeugnis des Herrn ist verlässlich und macht Einfältige weise. / -Ps. 119,130.
14189#Psalm,19,9#9. Die Befehle des Herrn sind recht und erfreuen das Herz; / das Gebot des Herrn ist lauter und erleuchtet die Augen. / -Ps. 119,105.
14190#Psalm,19,10#10. Die Furcht des Herrn ist rein und bleibet ewig; / die Rechte des Herrn sind Wahrheit, sind allzumal gerecht. /
14191#Psalm,19,11#11. Sie sind köstlicher als Gold, ja viel feines Gold, / und süsser als Honig und Wabenseim. / -Ps. 119,72.127.
14192#Psalm,19,12#12. Auch dein Knecht hat ihre Warnung vernommen; / wer sie hält, dem wird reicher Lohn. /
14193#Psalm,19,13#13. Wer kann merken, wie oft er fehle? / Sprich mich ledig von meinen verborgenen Fehlern. /
14194#Psalm,19,14#14. Auch vor den Übermütigen bewahre deinen Knecht, / dass sie nicht über mich herrschen; / dann bin ich unsträflich und bleibe rein / von grosser Verschuldung. /
14195#Psalm,19,15#15. Lass dir wohlgefallen die Reden meines Mundes / und das Sinnen meines Herzens, / o Herr, mein Fels und mein Erlöser!
14196#Psalm,20,1#1. EIN Psalm Davids.
14197#Psalm,20,2#2. Der Herr erhöre dich am Tage der Not, / der Name des Gottes Jakobs beschütze dich! / -Spr. 18,10.
14198#Psalm,20,3#3. Er sende dir Hilfe vom Heiligtum, / vom Zion her stütze er dich! /
14199#Psalm,20,4#4. Er gedenke all deiner Speisopfer / und achte für fett deine Brandopfer. /
14200#Psalm,20,5#5. Er gebe dir, was dein Herz begehrt, / und lasse all deine Pläne gelingen. / -Ps. 21,3; 37,4.
14201#Psalm,20,6#6. Wir wollen jauchzen über deinen Sieg, / im Namen unsres Gottes das Panier erheben! / Der Herr erfülle alle deine Bitten!
14202#Psalm,20,7#7. Nun weiss ich, der Herr hilft seinem Gesalbten, / erhört ihn von seinem heiligen Himmel / mit der hilfreichen Macht seiner Rechten. /
14203#Psalm,20,8#8. Durch Wagen sind jene, durch Rosse stark, / wir durch den Namen des Herrn, unsres Gottes. / -Jes. 31,1; Sach. 4,6; 9,10.
14204#Psalm,20,9#9. Sie sinken und fallen, / wir stehen und bleiben. /
14205#Psalm,20,10#10. O Herr, hilf dem König! / Erhöre uns am Tage, da wir rufen!
14206#Psalm,21,1#1. EIN Psalm Davids.
14207#Psalm,21,2#2. Herr, es freut sich der König deiner Kraft, / ob deiner Hilfe - wie jubelt er laut! /
14208#Psalm,21,3#3. Du hast ihm seines Herzens Wunsch gewährt / und ihm nicht verweigert der Lippen Begehr. / -Ps. 20,5; 37,4.
14209#Psalm,21,4#4. Denn du kamst ihm entgegen mit Segen und Glück, / setztest aufs Haupt ihm die goldene Krone. / -Ps. 132,18.
14210#Psalm,21,5#5. Um Leben bat er dich, du gabst es ihm, / langes Leben auf immer und ewig. /
14211#Psalm,21,6#6. Gross ist sein Ruhm durch deine Hilfe, / Glanz und Hoheit hast du auf ihn gelegt. /
14212#Psalm,21,7#7. Ja, du machtest ihn zum Bild des Segens für immerdar, / du erquicktest ihn mit Freude vor deinem Angesicht. /
14213#Psalm,21,8#8. Ja, der König vertraut auf den Herrn, / und durch die Huld des Höchsten wird er nicht wanken. /
14214#Psalm,21,9#9. Deine Hand erreiche alle deine Feinde; / deine Rechte erreiche die, die dich hassen. /
14215#Psalm,21,10#10. Du wirst sie verderben wie im Feuerofen, / sobald du erscheinst, o Herr; / in seinem Zorne wird er sie verzehren, / und das Feuer wird sie fressen. /
14216#Psalm,21,11#11. Du wirst ihr Geschlecht von der Erde vertilgen / und ihre Nachkommen aus den Menschenkindern. / -Ps. 109,13.
14217#Psalm,21,12#12. Wenn sie Böses wider dich anzetteln, Arglist ersinnen, / sie führen's nicht durch. /
14218#Psalm,21,13#13. Denn du machst, dass sie den Rücken wenden, / sobald du mit deinem Bogen auf ihr Antlitz zielst. /
14219#Psalm,21,14#14. Erhebe dich, o Herr, in deiner Kraft, / so wollen wir singen und preisen deine Stärke.
14220#Psalm,22,1#1. EIN Psalm Davids.
14221#Psalm,22,2#2. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, / bleibst ferne meiner Rettung und den Worten meiner Klage? / -Mt. 27,46; Mk. 15,34.
14222#Psalm,22,3#3. Mein Gott, ich rufe bei Tage, und du antwortest nicht / - des Nachts, und finde nicht Ruhe. /
14223#Psalm,22,4#4. Und doch bist du der Heilige, / der thront über den Lobgesängen Israels. / -Ps. 80,2.
14224#Psalm,22,5#5. Auf dich vertrauten unsre Väter; / sie vertrauten, und du halfest ihnen. /
14225#Psalm,22,6#6. Zu dir schrieen sie und wurden errettet; / auf dich vertrauten sie und wurden nicht zuschanden. / -Ps. 25,2.3.20.
14226#Psalm,22,7#7. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, / ein Spott der Leute und verachtet vom Volke. /
14227#Psalm,22,8#8. Alle, die mich sehen, spotten meiner, / verziehen die Lippen und schütteln den Kopf: / -Ps. 35,16; Hiob 16,10; Mt. 27,39.
14228#Psalm,22,9#9. «Er warf's auf den Herrn, der möge ihm helfen; / er rette ihn, denn er hat ja Gefallen an ihm.» / -Mt. 27,43.
14229#Psalm,22,10#10. Ja, du bist's, der mich zog aus dem Mutterschoss, / mich sicher barg an meiner Mutter Brust. /
14230#Psalm,22,11#11. Auf dich ward ich geworfen aus Mutterschoss, / von Mutterleib an bist du mein Gott. / -Ps. 71,6.
14231#Psalm,22,12#12. Sei nicht ferne von mir, denn Not ist nahe, / niemand ist, der helfe. /
14232#Psalm,22,13#13. Mich umgeben mächtige Stiere, / Büffel von Basan umringen mich. /
14233#Psalm,22,14#14. Sie sperren den Rachen wider mich auf / wie ein reissender, brüllender Löwe. /
14234#Psalm,22,15#15. Wie Wasser bin ich hingeschüttet, / es lösen sich all meine Gebeine; / mein Herz ist gleich dem Wachs geworden, / zerflossen in meiner Brust. /
14235#Psalm,22,16#16. Trocken wie Scherben ist mein Gaumen, / und meine Zunge klebt an meinem Schlund; / in den Staub des Todes legst du mich. / -Ps. 69,4.
14236#Psalm,22,17#17. Denn Hunde lagern rings um mich, / und mich umkreist die Rotte der Übeltäter; / sie durchbohren mir Hände und Füsse. /
14237#Psalm,22,18#18. Ich kann all meine Gebeine zählen; / sie aber schauen her, sehen ihre Lust an mir. /
14238#Psalm,22,19#19. Sie teilen meine Kleider unter sich / und werfen das Los um mein Gewand. / -Mt. 27,35; Joh. 19,23.24.
14239#Psalm,22,20#20. Aber du, Herr, sei nicht ferne! / Du meine Stärke, eile, mir zu helfen! / -Ps. 38,22.23.
14240#Psalm,22,21#21. Errette vor dem Schwerte mein Leben, / aus der Gewalt der Hunde mein Kleinod-1-. / -Ps. 35,17.   1) Ausdruck für «Seele».
14241#Psalm,22,22#22. Hilf mir aus dem Rachen des Löwen, / den Hörnern der Büffel entreisse mich. /
14242#Psalm,22,23#23. Verkünden will ich deinen Namen meinen Brüdern, / inmitten der Gemeinde will ich dich preisen: / -Ps. 35,18; 109,30.
14243#Psalm,22,24#24. «Die ihr den Herrn fürchtet, preiset ihn! / Ihr alle vom Stamme Jakobs, ehret ihn, / bebet vor ihm, ihr alle vom Stamme Israels! /
14244#Psalm,22,25#25. Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut des Elenden Elend / und nicht sein Angesicht vor ihm verborgen, / und da er zu ihm schrie, hat er ihn erhört.» /
14245#Psalm,22,26#26. Dir danke ich's, dass ich lobpreisen kann in grosser Gemeinde; / meine Gelübde erfülle ich vor denen, die ihn fürchten. / -Ps. 50,14.
14246#Psalm,22,27#27. Es werden essen die Gebeugten und gesättigt werden, / den Herrn werden preisen, die ihn suchen. / Aufleben soll euer Herz für immer! / -Ps. 69,33.
14247#Psalm,22,28#28. Alle Enden der Erde werden dessen gedenken / und sich zu dem Herrn bekehren; / und alle Geschlechter der Heiden / werden vor ihm niederfallen. /
14248#Psalm,22,29#29. Denn des Herrn ist das Reich, / und er ist Herrscher über die Völker. /
14249#Psalm,22,30#30. Vor ihm nur werden niederfallen / alle, die in der Erde schlafen, / vor ihm die Kniee beugen alle, / die in den Staub hinabfuhren. / Doch meine Seele - ihm lebt sie! /
14250#Psalm,22,31#31. Meine Kinder werden ihm dienen, / werden erzählen vom Herrn dem kommenden Geschlecht, /
14251#Psalm,22,32#32. und künden werden sie seine Gerechtigkeit / noch ungeborenem Volk; / denn der Herr hat es getan.
14252#Psalm,23,1#1. EIN Psalm Davids. Der Herr ist mein Hirte, / mir wird nichts mangeln. / -Ps. 34,11.
14253#Psalm,23,2#2. Auf grünen Auen lässt er mich lagern, / zur Ruhstatt am Wasser führt er mich. / -Hes. 34,14.15; Offb. 7,17.
14254#Psalm,23,3#3. Er stillt mein Verlangen; / er leitet mich auf rechtem Pfade / um seines Namens willen. /
14255#Psalm,23,4#4. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, / ich fürchte kein Unglück; / denn du bist bei mir, / dein Stecken und Stab, der tröstet mich. /
14256#Psalm,23,5#5. Du deckst mir den Tisch / im Angesicht meiner Feinde; / du salbst mein Haupt mit Öl / und schenkst mir den Becher voll ein. / -Ps. 92,11.
14257#Psalm,23,6#6. Lauter Glück und Gnade werden mir folgen / all meine Tage, / und ich werde in des Herrn Hause weilen / mein Leben lang.
14258#Psalm,24,1#1. EIN Psalm Davids. Des Herrn ist die Erde und was sie erfüllt, / der Erdkreis und die darauf wohnen. / -Ps. 50,12; 89,12.
14259#Psalm,24,2#2. Er ist's, der sie auf Meere gegründet, / auf Strömen sie festgestellt hat. /
14260#Psalm,24,3#3. «Wer darf hinaufziehen zum Berge des Herrn? / wer treten an seine heilige Stätte?» /
14261#Psalm,24,4#4. «Wer reine Hände hat und ein lauteres Herz; / wer nicht auf Trug sinnt und nicht falsch schwört. /
14262#Psalm,24,5#5. Der wird Segen von dem Herrn empfangen / und Heil vom Gott seiner Hilfe. /
14263#Psalm,24,6#6. Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, / das dein Angesicht sucht, Gott Jakobs.» /
14264#Psalm,24,7#7. Hebt hoch, ihr Tore, eure Häupter, / erhöht euch, ihr uralten Pforten, / dass der König der Herrlichkeit einziehe! /
14265#Psalm,24,8#8. «Wer ist denn der König der Herrlichkeit?» / Der Herr, der Starke und Held, / der Herr, der Held im Streit! / -2.Mo. 15,3.
14266#Psalm,24,9#9. Hebt hoch, ihr Tore, eure Häupter, / erhöht euch, ihr uralten Pforten, / dass der König der Herrlichkeit einziehe! /
14267#Psalm,24,10#10. «Wer ist denn der König der Herrlichkeit?» / Der Herr der Heerscharen, / er ist der König der Herrlichkeit!
14268#Psalm,25,1#1. VON David. Zu dir, o Herr, erhebe ich meine Seele, / deiner harre ich allezeit, mein Gott. /
14269#Psalm,25,2#2. Auf dich vertraue ich, lass mich nicht zuschanden werden, / lass meine Feinde nicht über mich frohlocken. / -Ps. 22,6; 30,2; Jes. 49,23.
14270#Psalm,25,3#3. Nein, keiner, der auf dich harrt, wird zuschanden; / zuschanden werden die schnöden Verräter. /
14271#Psalm,25,4#4. Zeige mir, o Herr, deine Wege, / deine Pfade lehre mich. / -Ps. 27,11; 86,11; 139,24; 143,10.
14272#Psalm,25,5#5. Leite mich in deiner Wahrheit, lehre mich, / denn du bist der Gott meines Heils. /
14273#Psalm,25,6#6. Gedenke, o Herr, deiner Barmherzigkeit / und deiner Gnaden, die von Ewigkeit her sind. /
14274#Psalm,25,7#7. Der Sünden meiner Jugend gedenke nicht; / nach deiner Gnade gedenke mein, / o Herr, um deiner Güte willen. /
14275#Psalm,25,8#8. Der Herr ist gütig und gerecht; / darum weist er Irrenden den Weg. /
14276#Psalm,25,9#9. Er lässt die Frommen wandeln nach dem Rechte, / er lehrt die Gebeugten seinen Weg. /
14277#Psalm,25,10#10. Alle Pfade des Herrn sind Huld und Treue / denen, die seinen Bund und seine Gesetze halten. /
14278#Psalm,25,11#11. Um deines Namens willen, Herr, / verzeihe meine Schuld, denn sie ist gross. /
14279#Psalm,25,12#12. Wer ist der Mann, der den Herrn fürchtet? / Ihm zeigt er den Weg, den er erwählen soll. / -Ps. 32,8.
14280#Psalm,25,13#13. Er selbst wird im Glücke wohnen, / und sein Geschlecht wird das Land besitzen. / -Ps. 37,9.
14281#Psalm,25,14#14. Der Herr zieht, die ihn fürchten, ins Vertrauen, / und seinen Bund lässt er sie wissen. /
14282#Psalm,25,15#15. Meine Augen sehen stets auf den Herrn; / denn er wird meine Füsse aus dem Netze ziehen. /
14283#Psalm,25,16#16. Wende dich zu mir und sei mir gnädig; / denn ich bin einsam und elend. /
14284#Psalm,25,17#17. Erlöse mich von den Ängsten meines Herzens, / führe mich heraus aus meinen Nöten. /
14285#Psalm,25,18#18. Nimm hinweg meinen Jammer und mein Elend, / und vergib mir alle meine Sünden. /
14286#Psalm,25,19#19. Sieh, wie meiner Feinde so viel sind, / wie sie mich hassen mit frevlem Hasse. / -Ps. 3,2.
14287#Psalm,25,20#20. Bewahre meine Seele und errette mich; / lass mich nicht zuschanden werden, denn dir vertraue ich. / -Ps. 16,1; 86,2.
14288#Psalm,25,21#21. Unschuld und Redlichkeit mögen mich behüten; / denn ich harre dein, o Herr. /
14289#Psalm,25,22#22. O Gott, erlöse Israel / aus allen seinen Nöten! -Ps. 130,8.
14290#Psalm,26,1#1. VON David. Schaffe mir Recht, o Herr, denn unsträflich bin ich gewandelt, / habe auf den Herrn vertraut ohne Wanken. /
14291#Psalm,26,2#2. Prüfe mich, Herr, und erprobe mich, / erforsche mir Nieren und Herz! / -Ps. 139,23.
14292#Psalm,26,3#3. Denn deine Güte war mir vor Augen, / und ich bin gewandelt in deiner Wahrheit. /
14293#Psalm,26,4#4. Ich sass nie bei falschen Menschen, / und bei Heuchlern trat ich nicht ein. / -Ps. 1,1.
14294#Psalm,26,5#5. Ich hasse die Versammlung der Missetäter, / nie setzte ich mich zu den Gottlosen. /
14295#Psalm,26,6#6. Ich wasche meine Hände in Unschuld / und umwandle deinen Altar, o Herr, / -Ps. 73,13.
14296#Psalm,26,7#7. dass ich laut den Lobgesang anstimme / und alle deine Wunder verkünde. /
14297#Psalm,26,8#8. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses / und den Ort, da deine Herrlichkeit wohnt. / -Ps. 27,4; 84,5.
14298#Psalm,26,9#9. Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern, / nicht  mein Leben mit Blutbefleckten, /
14299#Psalm,26,10#10. an deren Händen Schandtat klebt / und deren Rechte voll Bestechung ist. /
14300#Psalm,26,11#11. Ich aber wandle unsträflich; / erlöse mich, Herr, und sei mir gnädig! /
14301#Psalm,26,12#12. Mein Fuss steht fest auf ebenem Plan. / Ich will den Herrn loben in der Gemeinde. -Ps. 22,23; 35,18; 109,30.
14302#Psalm,27,1#1. VON David. Der Herr ist mein Licht und mein Heil / vor wem sollte ich mich fürchten? / Der Herr ist meines Lebens Zuflucht, / vor wem sollte ich erschrecken? / -Ps. 56,5.
14303#Psalm,27,2#2. Wenn Bösewichte mich überfallen, / mich zu zerfleischen, / meine Dränger und meine Feinde, / so müssen sie straucheln und stürzen. /
14304#Psalm,27,3#3. Mag ein Heer sich wider mich lagern, / mein Herz fürchtet sich nicht; / mag Krieg sich wider mich erheben, / ich bleibe dennoch getrost. / -Ps. 3,7.
14305#Psalm,27,4#4. Eins habe ich vom Herrn erbeten, / darnach verlangt mich: / dass ich weilen dürfe im Hause des Herrn / mein Leben lang, / die Freundlichkeit des Herrn zu schauen / und meine Lust zu sehen an seinem Tempel. / -Ps. 26,8; 84,2.3.
14306#Psalm,27,5#5. Denn er birgt mich in seiner Hütte / am Tage des Unglücks, / er schirmt mich im Schirm seines Zeltes, / auf einen Felsen hebt er mich. / -Ps. 31,21.
14307#Psalm,27,6#6. Nun ragt mein Haupt hoch / über meine Feinde ringsum; / drum will ich in seinem Zelte Opfer bringen / unter Posaunenschall, / will dem Herrn singen und spielen.
14308#Psalm,27,7#7. Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen, / sei mir gnädig und erhöre mich! /
14309#Psalm,27,8#8. Mir sagt das Herz, dass du gebeutst: Suchet mein Antlitz! / Dein Antlitz, o Herr, will ich suchen. / -Ps. 24,6; 105,4.
14310#Psalm,27,9#9. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, / weise deinen Knecht nicht ab im Zorn! / Du warst meine Hilfe, / verstosse mich nicht und verlass mich nicht, / du Gott meines Heils! /
14311#Psalm,27,10#10. Denn Vater und Mutter haben mich verlassen, / aber der Herr nimmt mich auf. / -Jes. 49,15.
14312#Psalm,27,11#11. Lehre mich, Herr, deinen Weg / und leite mich auf ebener Bahn / um meiner Feinde willen. / -Ps. 25,4; 86,11; 139,24; 143,10.
14313#Psalm,27,12#12. Gib mich nicht preis, o Herr, / der Gier meiner Dränger; / denn falsche Zeugen stehen wider mich / und schnauben Verderben. /
14314#Psalm,27,13#13. Ach, wenn ich nicht die Zuversicht hätte, / die Güte des Herrn zu schauen / im Lande der Lebenden - -! / -Ps. 142,6; Jes. 38,11.
14315#Psalm,27,14#14. Harre des Herrn!  Sei getrost und unverzagt, / und harre des Herrn! -Ps. 31,25.
14316#Psalm,28,1#1. VON David. Dich rufe ich an, o Herr, mein Fels, / schweige mir nicht; / denn bliebest du stille, so würde ich denen gleich, / die zur Grube fahren. / -Ps. 143,7.
14317#Psalm,28,2#2. Höre mein lautes Flehen, / wenn ich zu dir schreie, / wenn ich aufhebe meine Hände / zu deinem Allerheiligsten. /
14318#Psalm,28,3#3. Raffe mich nicht hin mit den Gottlosen / und mit den Übeltätern, / die mit dem Nächsten freundlich reden / und Böses hegen im Herzen. / -Ps. 26,9.
14319#Psalm,28,4#4. Gib ihnen nach ihrem Tun / und nach der Bosheit ihrer Taten; / nach dem Werk ihrer Hände gib ihnen, / vergilt ihnen, wie sie es verdient! /
14320#Psalm,28,5#5. Denn sie achten nicht auf die Taten des Herrn, / noch auf das Werk seiner Hände; / so wird er sie zerstören und nicht wieder aufbauen. / -Jes. 5,12.
14321#Psalm,28,6#6. Gelobt sei der Herr, denn er hat erhört / mein lautes Flehen. /
14322#Psalm,28,7#7. Der Herr ist meine Stärke und mein Schild, / auf ihn vertraute mein Herz; / da ward mir geholfen, und mein Herz frohlockte, / mit meinem Liede will ich ihm danken. /
14323#Psalm,28,8#8. Der Herr ist seines Volkes Hort, / eine rettende Wehr seinem Gesalbten. /
14324#Psalm,28,9#9. Hilf deinem Volke und segne dein Erbe, / und weide und trage sie immerdar! -Ps. 78,71; 5.Mo. 9,29.
14325#Psalm,29,1#1. EIN Psalm Davids. Bringet dar dem Herrn, ihr Himmlischen, / bringet dar dem Herrn Ehre und Stärke! /
14326#Psalm,29,2#2. Bringet dar dem Herrn die Ehre seines Namens, / betet den Herrn an in heiligem Schmuck! / -Ps. 96,8.9.
14327#Psalm,29,3#3. Die Stimme des Herrn ob den Wassern! / der Gott der Herrlichkeit donnert, / der Herr ob mächtigen Wassern! / -Hiob 37,4.
14328#Psalm,29,4#4. Die Stimme des Herrn erschallt mit Macht, / die Stimme des Herrn dröhnt hehr! /
14329#Psalm,29,5#5. Die Stimme des Herrn zerbricht Zedern, / die Zedern des Libanon zerschmettert der Herr. /
14330#Psalm,29,6#6. Er macht den Libanon hüpfen wie ein Kälblein / und den Sirjon wie einen jungen Büffel. / -Ps. 114,4; 5.Mo. 3,8.9.
14331#Psalm,29,7#7. Die Stimme des Herrn sprüht Feuerflammen. /
14332#Psalm,29,8#8. Die Stimme des Herrn macht die Wüste beben, / die Wüste von Kades macht beben der Herr. /
14333#Psalm,29,9#9. Die Stimme des Herrn macht Eichen wirbeln, / ja, er reisst Wälder kahl. / Und in seinem Palast ruft alles: «Ehre!» /
14334#Psalm,29,10#10. Der Herr thront ob der Flut, / als König thront der Herr in Ewigkeit. /
14335#Psalm,29,11#11. Der Herr gebe seinem Volke Kraft, / der Herr segne sein Volk mit Heil!
14336#Psalm,30,1#1. EIN Psalm. Lied zur Tempelweihe. Von David.
14337#Psalm,30,2#2. Ich will dich erheben, o Herr, / denn du hast mich aus der Tiefe gezogen / und hast nicht zugelassen, / dass meine Feinde sich über mich freuen. / -Ps. 35,19.24.
14338#Psalm,30,3#3. O Herr, mein Gott, ich schrie zu dir, / und du hast mich gesund gemacht. /
14339#Psalm,30,4#4. Herr, du hast meine Seele aus dem Totenreich heraufgebracht / und zum Leben mich zurückgerufen / aus der Schar derer, die zur Grube fahren. / -Ps. 86,13; 116,3.4.
14340#Psalm,30,5#5. Lobsinget dem Herrn, ihr seine Frommen, / und preiset seinen heiligen Namen! /
14341#Psalm,30,6#6. Denn sein Zorn währt einen Augenblick, / seine Huld aber lebenslang: / am Abend kehrt Weinen ein / und am Morgen Jubel. / -Ps. 126,5.6; Jes. 54,7.8.
14342#Psalm,30,7#7. Ich aber wähnte, da es mir wohl ging: / «Ich werde nimmermehr wanken.» /
14343#Psalm,30,8#8. Herr, warst du mir hold, / so stelltest du mich auf Felsengrund; / verbargst du dein Antlitz, / so war ich erschrocken. /
14344#Psalm,30,9#9. Zu dir, o Herr, rief ich, / zu meinem Gotte flehte ich: /
14345#Psalm,30,10#10. «Was hilft es dir, wenn ich sterbe, / wenn ich zur Grube fahre? / Kann der Staub dich preisen, / kann er deine Treue verkünden? / -Ps. 6,6; 88,11.12; 115,17.
14346#Psalm,30,11#11. Höre, Herr, und sei mir gnädig! / Herr, sei du mein Helfer!» - /
14347#Psalm,30,12#12. da hast du mir meine Klage in Reigen verwandelt, / mein Trauerkleid gelöst, mich mit Freude gegürtet, /
14348#Psalm,30,13#13. auf dass meine Seele dir lobsinge und nicht schweige. / Herr, mein Gott, in Ewigkeit will ich dich preisen.
14349#Psalm,31,1#1. EIN Psalm Davids.
14350#Psalm,31,2#2. Auf dich, o Herr, vertraue ich, / lass mich nimmermehr zuschanden werden; / errette mich nach deiner Gerechtigkeit, / -Ps. 71,1.2.
14351#Psalm,31,3#3. neige dein Ohr zu mir. / Eilends erlöse mich, o Herr, / sei mir ein Hort der Zuflucht, / eine feste Burg, mir zu helfen; /
14352#Psalm,31,4#4. ja, mein Fels und meine Burg bist du, / und um deines Namens willen wirst du mich leiten. / -Ps. 23,3.
14353#Psalm,31,5#5. Du wirst mich befreien aus dem Netze, / das sie mir heimlich gestellt haben; / denn du bist meine Zuflucht. / -Ps. 25,15; 140,6.
14354#Psalm,31,6#6. In deine Hand befehle ich meinen Geist; / du erlösest mich, Herr, du getreuer Gott. / -Lk. 23,46.
14355#Psalm,31,7#7. Du hassest, die sich an nichtige Götzen halten; / ich aber verlasse mich auf den Herrn. /
14356#Psalm,31,8#8. Ich will frohlocken und deiner Güte mich freuen, / dass du mein Elend angesehen / und der Not meiner Seele geachtet hast, / -Ps. 9,3.4.
14357#Psalm,31,9#9. dass du mich nicht in die Hand des Feindes gegeben, / meine Füsse gestellt hast auf weiten Plan. / -Ps. 18,20.
14358#Psalm,31,10#10. Sei mir gnädig, Herr, denn mir ist so bange; / zerfallen ist vor gram / mein Auge, meine Seele, mein Leib. / -Ps. 6,8; Hiob 17,17.
14359#Psalm,31,11#11. Ja, mein Leben schwindet hin in Kummer / und in Seufzen meine Jahre; / ermattet ist im Elend meine Kraft, / und meine Gebeine sind zerfallen. / -Ps. 32,3.
14360#Psalm,31,12#12. Vor allen meinen Feinden bin ich zum Spott geworden / und meinen Nachbarn zum Hohn, / ein Schrecken meinen Bekannten; / die mich auf der Gasse sehen, fliehen vor mir. / -Ps. 69,12.13.
14361#Psalm,31,13#13. Ich bin dem Gedächtnis entschwunden wie ein Toter, / bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäss. /
14362#Psalm,31,14#14. Ja, ich höre das Zischeln vieler - / Grauen ringsum! / Zusammen ratschlagen sie wider mich, / sinnen darauf, mir das Leben zu nehmen. / -Jer. 20,10.
14363#Psalm,31,15#15. Ich aber vertraue auf dich, o Herr; / ich spreche: Du bist mein Gott. / -Ps. 140,7.
14364#Psalm,31,16#16. In deiner Hand steht mein Geschick; / rette mich aus der Hand meiner Feinde / und vor denen, die mich verfolgen. /
14365#Psalm,31,17#17. Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knechte, / hilf mir durch deine Gnade! / -4.Mo. 6,25.
14366#Psalm,31,18#18. Herr, lass mich nicht zuschanden werden, / denn ich rufe dich an. / Die Gottlosen sollen zuschanden werden / und stumm zur Unterwelt fahren. /
14367#Psalm,31,19#19. Lass verstummen die Lügenlippen, / die wider den Gerechten freche Worte reden / in Hochmut und in Verachtung. /
14368#Psalm,31,20#20. Wie gross ist deine Güte, / die du aufgespart hast denen, die dich fürchten, / die du vor aller Welt erwiesen / denen, die auf dich vertrauen! /
14369#Psalm,31,21#21. Du schirmst sie im Schirme deines Angesichts / vor dem Toben der Menschen; / du birgst sie in einer Hütte / vor dem Gezänk der Zungen. / -Ps. 27,5.
14370#Psalm,31,22#22. Gepriesen sei der Herr; denn wunderbare Gnade / hat er mir erwiesen in der Zeit der Drangsal. /
14371#Psalm,31,23#23. Ich aber wähnte in meiner Verzagtheit: / «Ich bin verstossen aus deinen Augen.» / Fürwahr, da hast du mein lautes Flehen erhört, / als ich zu dir schrie. /
14372#Psalm,31,24#24. Liebet den Herrn, all seine Frommen! / Die Getreuen behütet der Herr, / doch reichlich vergilt er dem, der Hochmut übt. /
14373#Psalm,31,25#25. Seid mir getrost und unverzagt, / ihr alle, die ihr des Herrn harret! -Ps. 27,14.
14374#Psalm,32,1#1. VON David. Wohl dem, dessen Übertretung vergeben / und dessen Sünde bedeckt ist! /
14375#Psalm,32,2#2. Wohl dem Manne, dem der Herr die Schuld nicht anrechnet / und in dessen Herzen kein Falsch ist! /
14376#Psalm,32,3#3. Da ich's verschwieg, zerfiel mein Gebein / ob meines unablässigen Stöhnens; / -Ps. 31,11.
14377#Psalm,32,4#4. denn Tag und Nacht lag deine Hand schwer auf mir, / vertrocknet war mein Lebenssaft / wie durch Gluten des Sommers. / -Ps. 38,3; 102,5-12.
14378#Psalm,32,5#5. Da bekannte ich dir meine Sünde, / und meine Schuld verbarg ich nicht. / Ich sprach: «Bekennen will ich dem Herrn meine Übertretung»; / du aber vergabst mir die Schuld meiner Sünde. / -Ps. 38,19; Spr. 28,13.
14379#Psalm,32,6#6. Darum soll zu dir beten / jeder Fromme zur Zeit der Drangsal; / wenn grosse Wasser einherfluten - / ihn werden sie nicht erreichen. /
14380#Psalm,32,7#7. Du bist mir Schirm, bewahrst vor Not mich, / umgibst mich mit Rettung. /
14381#Psalm,32,8#8. «Ich will dich unterweisen und dir zeigen / den Weg, den du wandeln sollst, / will mein Auge auf dich richten. / -Ps. 25,12; Spr. 4,11.
14382#Psalm,32,9#9. Sei nicht wie das Ross und das Maultier, / die keinen Verstand haben; / mit Zaum und Zügel muss man bändigen ihr Ungestüm, / sonst nahen sie nicht zu dir.» /
14383#Psalm,32,10#10. Der Gottlose hat viel Plage, / wer aber auf den Herrn vertraut, / den umgibt er mit Güte. /
14384#Psalm,32,11#11. Freut euch des Herrn und frohlockt, ihr Gerechten, / und jauchzet alle, / die ihr aufrichtigen Herzens seid! -Ps. 64,11; 97,12.
14385#Psalm,33,1#1. JAUCHZET, ihr Gerechten, dem Herrn! / Den Frommen ist Wonne der Lobgesang. /
14386#Psalm,33,2#2. Preiset den Herrn mit der Laute, / spielt ihm auf zehnsaitiger Harfe! / -Ps. 92,4.
14387#Psalm,33,3#3. Singet ihm ein neues Lied, / schlagt fein die Saiten beim Posaunenschall! / -Ps. 96,1; 98,1; 144,9.
14388#Psalm,33,4#4. Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig, / und all sein Walten ist voll Treue. /
14389#Psalm,33,5#5. Er liebt Gerechtigkeit und Recht; / die Erde ist voll der Güte des Herrn. /
14390#Psalm,33,6#6. Durch das Wort des Herrn sind die Himmel gemacht, / durch den Hauch seines Mundes ihr ganzes Heer. / -1.Mo. 1,6.14.
14391#Psalm,33,7#7. Er fasst wie im Schlauche die Wasser des Meeres, / er legt in Kammern den Ozean. /
14392#Psalm,33,8#8. Alle Welt fürchte den Herrn, / es bebe vor ihm, wer den Erdkreis bewohnt! / -Ps. 67,8.
14393#Psalm,33,9#9. Denn er, er sprach, und es geschah; / er gebot, und es stand da. / -Ps. 148,5.
14394#Psalm,33,10#10. Der Herr vereitelt den Ratschlag der Nationen / und macht zunichte die Pläne der Völker. /
14395#Psalm,33,11#11. Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, / seines Herzens Gedanken für und für. /
14396#Psalm,33,12#12. Heil dem Volke, dessen Gott der Herr ist, / der Nation, die er sich zu eigen erwählt hat! / -Ps. 144,15.
14397#Psalm,33,13#13. Vom Himmel herab schaut der Herr, / sieht alle die Menschenkinder. / -Ps. 14,2; 102,20.
14398#Psalm,33,14#14. Von der Stätte, da er thront, blickt er / auf alle, die auf Erden wohnen, /
14399#Psalm,33,15#15. er, der aller Herzen gebildet, / der achthat auf all ihre Werke. /
14400#Psalm,33,16#16. Dem König hilft nicht seine grosse Macht, / der Held rettet sich nicht durch seine grosse Stärke. / -1.Sam. 17,45-47.
14401#Psalm,33,17#17. Trügerische Hilfe ist das Ross, / mit seiner grossen Kraft errettet es nicht. /
14402#Psalm,33,18#18. Doch das Auge des Herrn / ruht auf denen, die ihn fürchten, / auf denen, die seiner Güte harren, /
14403#Psalm,33,19#19. dass er ihre Seele vom Tode errette / und in der Teuerung ihr Leben erhalte. / -Ps. 34,10; 37,19.
14404#Psalm,33,20#20. Unsre Seele harrt auf den Herrn, / er ist uns Hilfe und Schild. /
14405#Psalm,33,21#21. Ja, seiner freut sich unser Herz, / wir vertrauen seinem heiligen Namen. /
14406#Psalm,33,22#22. Deine Güte, o Herr, walte über uns, / wie wir deiner harren!
14407#Psalm,34,1#1. VON David, als er sich wahnsinnig stellte vor Abimelech und dieser ihn forttrieb und er hinwegging. -1.Sam. 21,12-15.
14408#Psalm,34,2#2. Ich will den Herrn preisen allezeit, / sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. /
14409#Psalm,34,3#3. Meine Seele rühme sich des Herrn; / die Gebeugten mögen es hören und sich freuen. /
14410#Psalm,34,4#4. Erhebet den Herrn mit mir / und lasset uns alle seinen Namen erhöhen! /
14411#Psalm,34,5#5. Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört, / hat von all meiner Furcht mich errettet. /
14412#Psalm,34,6#6. Blicket auf zu ihm, so strahlt euer Antlitz, / und ihr müsst nicht zuschanden werden. /
14413#Psalm,34,7#7. Es rief da ein Unglücklicher, und der Herr hat's gehört, / hat aus all seinen Nöten ihm geholfen. / -Ps. 91,15.
14414#Psalm,34,8#8. Der Engel des Herrn lagert sich rings um die, / die ihn fürchten, und errettet sie. / -Ps. 91,11; 1.Mo. 32,1.2; 2.Kön. 6,16.17.
14415#Psalm,34,9#9. Schmecket und sehet, wie gütig der Herr ist. / Wohl dem Manne, der auf ihn vertraut! /
14416#Psalm,34,10#10. Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; / denn die ihn fürchten, leiden nicht Mangel. /
14417#Psalm,34,11#11. Junge Löwen mögen darben und hungern, / wer aber den Herrn sucht, dem mangelt kein Gut. /
14418#Psalm,34,12#12. Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu; / die Furcht des Herrn will ich euch lehren. /
14419#Psalm,34,13#13. Wer ist der Mann, der ein glückliches Leben begehrt / und gern gute Tage sähe? /
14420#Psalm,34,14#14. Der hüte seine Zunge vor dem Bösen / und seine Lippen vor trügerischer Rede; /
14421#Psalm,34,15#15. der meide das Böse und tue das Gute, / suche den Frieden und jage ihm nach. / -Ps. 37,27; Hebr. 12,14.
14422#Psalm,34,16#16. Die Augen des Herrn achten auf die Gerechten / und seine Ohren auf ihren Hilferuf. /
14423#Psalm,34,17#17. Das Antlitz des Herrn steht wider die Übeltäter, / dass er ihr Gedächtnis von der Erde vertilge.-1- / -1) in der Originalüs. ist V. 17 dem V. 16 vorangestellt.
14424#Psalm,34,18#18. Schreien sie, so hört es der Herr / und errettet sie aus all ihren Nöten. /
14425#Psalm,34,19#19. Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, / hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. / -Ps. 51,19; Jes. 57,15; 66,2; Lk. 18,13.
14426#Psalm,34,20#20. Der Gerechte muss viel leiden; / aber aus dem allem errettet ihn der Herr. /
14427#Psalm,34,21#21. Er behütet alle seine Gebeine, / dass ihrer nicht eins zerbrochen wird. /
14428#Psalm,34,22#22. Den Gottlosen wird das Unheil töten, / und die den Gerechten hassen, werden es büssen. /
14429#Psalm,34,23#23. Der Herr erlöst die Seele seiner Knechte, / und alle, die auf ihn trauen, werden nicht büssen.
14430#Psalm,35,1#1. VON David. Streite, Herr, wider die, die gegen mich streiten, / bekriege, die mich bekriegen. /
14431#Psalm,35,2#2. Ergreife Schild und Tartsche / und mache dich auf, mir zu helfen. /
14432#Psalm,35,3#3. Zücke Speer und Streitaxt gegen meine Verfolger, / sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe. /
14433#Psalm,35,4#4. Es sollen in Schmach und Schande fallen, / die mir nach dem Leben stellen; / es sollen zurückweichen und beschämt werden, / die auf mein Unglück sinnen. / -Ps. 40,15.
14434#Psalm,35,5#5. Sie sollen werden wie Spreu vor dem Winde, / und der Engel des Herrn jage sie. / -Ps. 1,4.
14435#Psalm,35,6#6. Ihr Weg soll finster und schlüpfrig sein, / und der Engel des Herrn stürze sie. / -Ps. 73,18.
14436#Psalm,35,7#7. Denn ohne Ursache haben sie mir ihr Netz gestellt, / ohne Ursache mir eine Grube gegraben. /
14437#Psalm,35,8#8. Ihn ereile das Verderben unversehens, / und sein Netz, das er gestellt hat, fange ihn, / in die Grube stürze er selbst hinein. / -Ps. 7,16; 9,16; 57,7; 141,10.
14438#Psalm,35,9#9. Meine Seele aber wird dem Herrn frohlocken, / wird sich freuen ob seiner Hilfe. /
14439#Psalm,35,10#10. Alle meine Gebeine werden sagen: / Herr, wer ist wie du, / der den Elenden errettet vor dem Übermächtigen / und den Armen vor dem Räuber? /
14440#Psalm,35,11#11. Frevle Zeugen stehen auf; / wovon ich nichts weiss, des zeihen sie mich. /
14441#Psalm,35,12#12. Sie vergelten mir Gutes mit Bösem; / Verlassenheit ist mein Teil. / -Ps. 38,21.
14442#Psalm,35,13#13. Ich aber hüllte mich ins Trauergewand, als sie krank waren, / und quälte mich ab mit Fasten. / Ich betete gebeugten Hauptes, /
14443#Psalm,35,14#14. als wäre es mein Freund, mein Bruder. / Ich ging einher, wie man um eine Mutter Leid trägt, / in Trauer und gebeugt. /
14444#Psalm,35,15#15. Nun, da ich fiel, freuen sie sich und tun sich zusammen; / es rotten sich wider mich Lästerer, die ich nicht kenne, / sie schmähen und hören nicht auf. /
14445#Psalm,35,16#16. Ruchlos spotten sie und spotten, / fletschen die Zähne wider mich. / -Hiob 16,9.
14446#Psalm,35,17#17. Herr, wie lange willst du zusehen? / Errette meine Seele vor den Brüllern, / vor den Jungleuen mein Leben. / -Ps. 22,21.
14447#Psalm,35,18#18. Ich will dir danken in grosser Gemeinde, / unter vielem Volk will ich dich preisen. / -Ps. 22,23; 40,10; 116,14.
14448#Psalm,35,19#19. Lass nicht frohlocken über mich, / die mir grundlos feind sind, / noch mit den Augen zwinkern, / die mich ohne Ursache hassen. / -Ps. 69,5.
14449#Psalm,35,20#20. Denn gar unfreundlich reden sie / über die Stillen im Lande. / Worte des Truges ersinnen sie /
14450#Psalm,35,21#21. und sperren ihr Maul weit auf wider mich; / sie sprechen: «Ha! ha! Wir haben's mit eignen Augen gesehen.» / -Ps. 40,16; Kla. 2,16; 3,46.
14451#Psalm,35,22#22. Du hast es gesehen, o Herr, schweige nicht! / Herr, sei nicht ferne von mir! /
14452#Psalm,35,23#23. Erhebe dich, wache auf, mir Recht zu schaffen, / meine Sache zu führen, mein Gott und mein Herr! / -Ps. 44,24.
14453#Psalm,35,24#24. Schaffe mir Recht nach deiner Gerechtigkeit, / Herr, mein Gott, dass sie sich nicht über mich freuen. /
14454#Psalm,35,25#25. Sie sollen nicht sprechen in ihrem Herzen: / «Ha, das ist's, was wir wünschten!» / sollen nicht sagen: «Wir haben ihn verschlungen.» /
14455#Psalm,35,26#26. Es müssen sich schämen und erröten zumal, / die sich meines Unglücks freuen; / Schmach und Schande müsse bedecken, / die wider mich grosstun. /
14456#Psalm,35,27#27. Lass jauchzen und sich freuen, / die mir wünschen, dass ich Recht behalte; / lass sie immerdar sprechen: Hochgelobt sei der Herr, / der da will das Heil seines Knechtes! /
14457#Psalm,35,28#28. Und meine Zunge soll verkünden deine Gerechtigkeit, / deinen Ruhm den ganzen Tag.
14458#Psalm,36,1#1. VON dem Knecht des Herrn, von David.
14459#Psalm,36,2#2. Es spricht der Frevler: / «Gottlos zu sein bin ich gesonnen.» / Er kennt kein Erschrecken vor Gott. /
14460#Psalm,36,3#3. Denn er schmeichelt sich selbst in seinem Wahn, / dass seine Schuld nicht aufgefunden, nicht gehasst werde. /
14461#Psalm,36,4#4. Die Worte seines Mundes sind Lug und Trug; / er hat es aufgegeben, weise und gut zu handeln. /
14462#Psalm,36,5#5. Frevel sinnt er auf seinem Lager, / tritt hin auf schlimmen Weg, / das Arge scheut er nicht. -Mi. 2,1.
14463#Psalm,36,6#6. O Herr, bis an den Himmel reicht deine Güte, / und deine Treue bis zu den Wolken. / -Ps. 57,11; 108,5.
14464#Psalm,36,7#7. Deine Gerechtigkeit ist wie die ewigen Berge, / deine Gerichte wie die grosse Flut. / Den Menschen und den Tieren hilfst du, Herr! /
14465#Psalm,36,8#8. Wie köstlich ist deine Güte, o Gott! / Im Schatten deiner Flügel bergen sich die Menschenkinder. / -Ps. 17,8; 57,2; 61,5.
14466#Psalm,36,9#9. Sie laben sich am Überflusse deines Hauses, / und mit dem Strome deiner Wonnen tränkst du sie. / -Ps. 65,5.
14467#Psalm,36,10#10. Denn bei dir ist der Quell des Lebens, / in deinem Lichte schauen wir das Licht. / -Jer. 2,13.
14468#Psalm,36,11#11. Erhalte deine Gnade denen, die dich kennen, / und deine Treue denen, die aufrichtigen Herzens sind. /
14469#Psalm,36,12#12. Nicht trete mich der Fuss der Hoffart, / und die Hand der Gottlosen verscheuche mich nicht. /
14470#Psalm,36,13#13. Da müssen fallen die Übeltäter, / werden gestürzt und vermögen nicht aufzustehen.
14471#Psalm,37,1#1. VON David. Erhitze dich nicht über die Bösewichte, / und ereifre dich nicht über die Missetäter. / -Spr. 24,19.
14472#Psalm,37,2#2. Denn sie verwelken schnell wie das Gras, / und wie das grüne Kraut verdorren sie. /
14473#Psalm,37,3#3. Hoffe auf den Herrn und tue, was gut ist; / bleibe im Lande und übe Treue, /
14474#Psalm,37,4#4. so hast du deine Wonne an dem Herrn, / und er gibt dir, was dein Herz begehrt. /
14475#Psalm,37,5#5. Befiehl dem Herrn deine Wege / und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen; /
14476#Psalm,37,6#6. er wird dein Recht aufgehen lassen wie das Licht / und deine Gerechtigkeit wie den Mittag. / -Ps. 112,4; Hiob 11,17; Spr. 4,18.
14477#Psalm,37,7#7. Sei stille dem Herrn und harre auf ihn; / erhitze dich nicht über den, dem alles wohlgerät, / über den Mann, der Ränke übt. / -Ps. 62,2.6.
14478#Psalm,37,8#8. Stehe ab vom Zorn und lass den Grimm; / erhitze dich nicht, du tätest nur übel. / -Eph. 4,26.31.
14479#Psalm,37,9#9. Denn die Bösewichte werden ausgerottet; / die aber des Herrn harren, sie gewinnen das Land. / -Ps. 25,13; Mt. 5,5.
14480#Psalm,37,10#10. Ein Weilchen noch, und der Gottlose ist nicht mehr; / achtest du auf seine Stätte, so ist er dahin. / -Hiob 20,8.9.
14481#Psalm,37,11#11. Aber die Gebeugten werden das Land gewinnen / und ihre Lust haben an einer Fülle von Heil. /
14482#Psalm,37,12#12. Der Gottlose sinnt Ränke wider den Gerechten / und fletscht gegen ihn die Zähne. /
14483#Psalm,37,13#13. Aber der Herr lacht seiner; / denn er sieht, dass sein Tag kommt. /
14484#Psalm,37,14#14. Die Gottlosen zücken das Schwert / und spannen ihren Bogen, / den Elenden und Armen zu fällen, / und hinzuschlachten, die redlich wandeln - /
14485#Psalm,37,15#15. ihr Schwert dringt in ihr eignes Herz, / und ihre Bogen werden zerbrochen. /
14486#Psalm,37,16#16. Das Wenige, das der Gerechte hat, ist besser / als der Überfluss vieler Gottlosen. / -Spr. 15,16; 16,8.
14487#Psalm,37,17#17. Denn die Arme der Gottlosen werden zerbrochen, / aber der Herr stützt die Gerechten. / -Ps. 10,15.
14488#Psalm,37,18#18. Der Herr kennt die Tage der Frommen, / und ihr Gut wird ewiglich bleiben. /
14489#Psalm,37,19#19. Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit, / in den Tagen des Hungers werden sie satt. / -Ps. 33,19.
14490#Psalm,37,20#20. Denn die Gottlosen werden umkommen, / und die Feinde des Herrn sind wie die Pracht der Auen; / sie schwinden hin, wie Rauch schwinden sie hin. / -Ps. 68,3.
14491#Psalm,37,21#21. Der Gottlose muss borgen und kann nicht bezahlen; / der Gerechte kann schenken und geben. /
14492#Psalm,37,22#22. Denn die Gesegneten des Herrn gewinnen das Land, / seine Verfluchten aber werden vertilgt. / -Spr. 2,21.22; Mt. 25,34.41.
14493#Psalm,37,23#23. Der Herr leitet die Schritte des Mannes, / er hält den, dessen Weg ihm gefällt. /
14494#Psalm,37,24#24. Wenn er schon strauchelt, er stürzt nicht hin; / denn der Herr stützt seine Hand. / -Ps. 145,14.
14495#Psalm,37,25#25. Ich bin jung gewesen und bin alt geworden, / und nie sah ich den Gerechten verlassen / und seine Kinder nach Brot gehen. / -Ps. 109,10.
14496#Psalm,37,26#26. Allezeit ist er mildtätig und leiht, / und seine Kinder werden zum Segen. /
14497#Psalm,37,27#27. Meide das Böse und tue das Gute, / so wirst du ewiglich bleiben; / -Ps. 34,15.
14498#Psalm,37,28#28. denn der Herr hat das Recht lieb / und verlässt seine Frommen nicht. / Die Ruchlosen werden auf ewig vertilgt, / und das Geschlecht der Gottlosen wird ausgerottet. /
14499#Psalm,37,29#29. Die Gerechten werden das Land gewinnen / und für und für darin wohnen. / -Jes. 60,21.
14500#Psalm,37,30#30. Der Mund des Gerechten spricht Weisheit, / und seine Zunge bekennt sich zum Recht. /
14501#Psalm,37,31#31. Das Gesetz seines Gottes hat er im Herzen, / seine Tritte wanken nicht. /
14502#Psalm,37,32#32. Der Gottlose lauert auf den Gerechten / und trachtet darnach, ihn zu töten. /
14503#Psalm,37,33#33. Doch der Herr gibt ihn nicht seiner Gewalt preis, / lässt ihn nicht verdammen, wenn er gerichtet wird. /
14504#Psalm,37,34#34. Harre auf den Herrn und halte dich an seinen Weg, / so wird er dich erhöhen, dass du das Land gewinnst; / du wirst zusehen, wie die Gottlosen vernichtet werden. /
14505#Psalm,37,35#35. Ich sah einen Gottlosen trotzig, / hoch sich reckend wie die Zeder des Libanon. /
14506#Psalm,37,36#36. Wieder ging ich vorüber, und siehe, er war dahin; / ich suchte ihn, und er war nicht zu finden. /
14507#Psalm,37,37#37. Bleibe fromm und halte dich recht; / denn eine Zukunft hat der Mann des Friedens. /
14508#Psalm,37,38#38. Die Frevler aber werden allzumal vertilgt, / vernichtet wird der Gottlosen Zukunft. / -Ps. 73,19.
14509#Psalm,37,39#39. Die Hilfe der Gerechten kommt von dem Herrn, / er ist ihre Zuflucht in der Zeit der Not. / -Ps. 46,2.
14510#Psalm,37,40#40. Der Herr steht ihnen bei und errettet sie, / errettet sie von den Gottlosen und hilft ihnen, / weil sie auf ihn trauen.
14511#Psalm,38,1#1. EIN Psalm Davids.
14512#Psalm,38,2#2. Herr, strafe mich nicht in deinem Zorne, / und züchtige mich nicht in deinem Grimme. / -Ps. 6,2.
14513#Psalm,38,3#3. Denn deine Pfeile haben mich getroffen, / und deine Hand ist auf mich herabgefahren. / -Ps. 32,4; Hiob 6,4.
14514#Psalm,38,4#4. Nichts Gesundes ist an meinem Fleische ob deines Grolls, / nichts Heiles ist an meinen Gebeinen ob meiner Sünde. /
14515#Psalm,38,5#5. Denn meine Missetaten gehen über mein Haupt, / wie eine schwere Last erdrücken sie mich. /
14516#Psalm,38,6#6. Es riechen, es eitern meine Wunden ob meiner Torheit. /
14517#Psalm,38,7#7. Ich bin gekrümmt und tief gebeugt, / den ganzen Tag gehe ich trauernd einher. /
14518#Psalm,38,8#8. Denn meine Lenden sind voll Brandes, / und nichts Gesundes ist an meinem Fleische. /
14519#Psalm,38,9#9. Kraftlos bin ich und ganz zerschlagen, / ich schreie lauter, als der Löwe brüllt. /
14520#Psalm,38,10#10. Herr, all mein Verlangen liegt offen vor dir, / und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. /
14521#Psalm,38,11#11. Mein Herz pocht heftig, meine Kraft hat mich verlassen; / auch das Licht meiner Augen ist nicht mehr. /
14522#Psalm,38,12#12. Meine Freunde und Genossen stehen abseits von mir, / und meine Nächsten halten sich ferne. / -Ps. 88,9.19; Hiob 19,14.15.
14523#Psalm,38,13#13. Die mir nach dem Leben stellen, legen Schlingen, / und die mein Unheil suchen, beschliessen Verderben / und sinnen auf Arglist den ganzen Tag. /
14524#Psalm,38,14#14. Aber ich bin wie ein Tauber, der nicht hört, / und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut. /
14525#Psalm,38,15#15. Ich bin wie einer, der nicht hört / und in dessen Mund kein Widerreden ist. /
14526#Psalm,38,16#16. Denn deiner harre ich, Herr; / du wirst mich erhören, o Herr, mein Gott. /
14527#Psalm,38,17#17. Ich spreche: «Dass sie sich nur nicht freuen über mich, / die wider mich grosstun, wenn mein Fuss wankt!» /
14528#Psalm,38,18#18. Denn ich bin nahe dem Falle, / und mein Schmerz verlässt mich nie. /
14529#Psalm,38,19#19. Ja, ich bekenne meine Schuld / und bin bekümmert ob meiner Sünde. / -Ps. 32,5.
14530#Psalm,38,20#20. Dabei sind stark, die mich grundlos befeinden, / und viel sind derer, die mich ohne Ursache hassen, /
14531#Psalm,38,21#21. die mir Gutes mit Bösem vergelten, / die wider mich sind, weil ich dem Guten nachjage. / -Ps. 35,12.
14532#Psalm,38,22#22. Verlass mich nicht, o Herr! / Mein Gott, sei mir nicht ferne! /
14533#Psalm,38,23#23. Eile mir zu helfen, o Herr, mein Heil! -Ps. 40,14.
14534#Psalm,39,1#1. VON Jeduthun. Ein Psalm Davids.
14535#Psalm,39,2#2. Ich dachte: «Ich will achthaben auf mein Verhalten, / dass ich nicht sündige mit meiner Zunge; / ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, / solange der Gottlose vor mir steht.» /
14536#Psalm,39,3#3. So blieb ich stumm und stille, / schwieg, um nicht unbesonnen zu reden, / doch mein Schmerz ward aufgestört. /
14537#Psalm,39,4#4. Das Herz entbrannte mir im Busen, / bei meinem Sinnen entfachte sich ein Feuer, / da musste ich reden. /
14538#Psalm,39,5#5. Tue mir kund, o Herr, mein Ende, / und welches das Mass meiner Tage sei, / dass ich erkenne, wie vergänglich ich bin. / -Ps. 90,12.
14539#Psalm,39,6#6. Sieh, nur handbreit hast du meine Tage gemacht, / und meine Lebenszeit ist wie nichts vor dir. / Ja, ein Hauch nur ist alles, was Mensch heisst. /
14540#Psalm,39,7#7. Nur wie ein Schatten geht der Mensch einher, / macht Lärm um ein Nichts, häuft zusammen / und weiss nicht, wer einsammeln wird. / -Hiob 14,1.2; Lk. 12,18-21.
14541#Psalm,39,8#8. Und nun, worauf harre ich, Herr? / Meine Hoffnung, sie steht zu dir. /
14542#Psalm,39,9#9. Errette mich von all meinen Sünden, / lass mich nicht dem Toren zum Spotte werden. /
14543#Psalm,39,10#10. Ich bin verstummt, will meinen Mund nicht auftun; / denn du hast es gefügt. /
14544#Psalm,39,11#11. Nimm deine Plage von mir, / ich vergehe unter der Wucht deiner Hand. /
14545#Psalm,39,12#12. Mit Strafen züchtigst du den Menschen um der Schuld willen / und lässest seine Anmut zergehen wie die Motte; / ein Hauch nur ist alles, was Mensch heisst. /
14546#Psalm,39,13#13. Höre mein Gebet, o Herr, vernimm mein Schreien, / schweige nicht zu meinen Tränen; / denn ich bin ein Gast bei dir, / ein Beisass wie alle meine Väter. / -Ps. 119,19; 3.Mo. 25,23; 1.Chr. 29,15; Hebr. 11,13.
14547#Psalm,39,14#14. Schaue weg von mir, dass ich heiter blicke, / ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin.
14548#Psalm,40,1#1. EIN Psalm Davids.
14549#Psalm,40,2#2. Unerschüttert harrte ich des Herrn, / und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. /
14550#Psalm,40,3#3. Er zog mich aus der Grube des Verderbens, / aus tiefem Schlamm, / und stellte meine Füsse auf den Fels, / machte fest meine Tritte, / -Ps. 69,3.15.
14551#Psalm,40,4#4. gab mir ein neues Lied in den Mund, / einen Lobgesang auf unsern Gott. / Viele werden es schauen, werden erschauern / und Vertrauen fassen zum Herrn. /
14552#Psalm,40,5#5. Wohl dem Manne, der sein Vertrauen auf den Herrn setzt / und sich nicht wendet zu den Trotzigen / und zu den abtrünnigen Lügnern! /
14553#Psalm,40,6#6. Viel sind der Wunder und Ratschlüsse, / die du an uns vollbracht, o Herr, mein Gott; / nichts ist dir zu vergleichen! / Wollte ich sie verkünden und davon reden - / es sind ihrer zu viel, sie zu zählen. / -Ps. 92,6; 139,18.
14554#Psalm,40,7#7. Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, / doch Ohren hast du mir gegraben; / Brandopfer und Sündopfer forderst du nicht. / -Ps. 50,13; 51,18; Jes. 1,11; Jer. 6,20; 7,22; Amos 5,22; Mi. 6,6.7.
14555#Psalm,40,8#8. Da sprach ich: Siehe, hier bin ich, / in der Schriftrolle steht, was ich tun muss. /
14556#Psalm,40,9#9. Ich habe Lust, deinen Willen zu tun, mein Gott, / und dein Gesetz trage ich im Herzen. / -Jer. 31,33.
14557#Psalm,40,10#10. Ich verkündigte (dein) Heil in grosser Gemeinde, / ja, ich verschloss nicht meine Lippen, Herr, du weisst es. / -Ps. 22,23.26; 35,18.
14558#Psalm,40,11#11. Deine Gerechtigkeit verbarg ich nicht im Herzen, / ich redete von deiner treuen Hilfe; / ich verhehlte nicht deine Güte und Treue / vor der grossen Gemeinde. /
14559#Psalm,40,12#12. Du, o Herr, wirst dein Erbarmen nicht vor mir verschliessen; / deine Güte und Treue werden mich allewege behüten. /
14560#Psalm,40,13#13. Denn Leiden ohne Zahl haben mich umgeben, / meine Sünden haben mich ereilt, und ich kann nicht aufsehn; / ihrer sind mehr als die Haare meines Hauptes, / und mein Mut hat mich verlassen. /
14561#Psalm,40,14#14. Lass es dir gefallen, Herr, mich zu erretten; / eile, o Herr, mir zu helfen! /
14562#Psalm,40,15#15. Es werden sich noch schämen und erröten allzumal, / die mir nach dem Leben trachten; / es werden zurückweichen und zuschanden werden, / die sich meines Unglücks freuen; / -Ps. 35,4.
14563#Psalm,40,16#16. es werden sich entsetzen ob ihrer Schmach, / die zu mir sprachen: «Ha! ha!» / -Ps. 35,21.
14564#Psalm,40,17#17. Es werden noch frohlocken und deiner sich freuen / alle, die dich suchen; / die dein Heil lieben, werden allezeit sagen: / «Der Herr ist gross!» / -Ps. 35,27.
14565#Psalm,40,18#18. Doch jetzt bin ich arm und elend; / o Herr, eile zu mir! / Meine Hilfe und mein Retter bist du; / mein Gott, säume nicht!
14566#Psalm,41,1#1. EIN Psalm Davids.
14567#Psalm,41,2#2. Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! / Zur bösen Zeit wird der Herr ihn erretten. /
14568#Psalm,41,3#3. Er wird ihn behüten und wird ihn erhalten, / sodass er glücklich gepriesen wird im Lande. / Ja, du wollest ihn nicht preisgeben der Gier der Feinde. /
14569#Psalm,41,4#4. Der Herr stützt ihn auf dem Siechbette; / sein ganzes Krankenlager wandelst du. /
14570#Psalm,41,5#5. Ich sprach: Herr, sei mir gnädig; / heile mich, denn ich habe gegen dich gesündigt. / -Ps. 6,3.
14571#Psalm,41,6#6. Meine Feinde reden Arges wider mich: / «Wann wird er sterben und sein Name vergehen?» /
14572#Psalm,41,7#7. Und wenn einer kommt, (mich) zu besuchen, / so redet falsch sein Herz; / er sammelt sich Bosheit, geht hinweg und spricht sie aus. /
14573#Psalm,41,8#8. Allzumal zischeln sie wider mich; / alle, die mich hassen, sinnen mir Unheil: /
14574#Psalm,41,9#9. «Verderben ist über ihn ausgegossen; / und wer einmal liegt, steht nicht wieder auf.» /
14575#Psalm,41,10#10. Ja, auch mein Freund, auf den ich vertraute, / der mein Brot ass, tut wider mich gross.* / -Ps. 55,13.14.
14576#Psalm,41,11#11. Du aber, Herr, sei mir gnädig und richte mich auf, / so will ich es ihnen vergelten. /
14577#Psalm,41,12#12. Daran erkenne ich, dass du Gefallen an mir hast, / wenn mein Feind nicht über mich jauchzen darf. /
14578#Psalm,41,13#13. Ja, mich hältst du fest um meiner Unschuld willen / und lässest mich vor deinem Angesicht stehen allezeit. /
14579#Psalm,41,14#14. Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, / von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen, Amen!
14580#Psalm,42,1#1. EIN Lied der Korahiten. -4.Mo. 26,11.
14581#Psalm,42,2#2. Wie der Hirsch lechzt an versiegten Bächen, / also lechzt meine Seele, o Gott, nach dir! /
14582#Psalm,42,3#3. Meine Seele dürstet nach Gott, dem lebendigen Gott. / Wann werde ich kommen und Gottes Angesicht schauen? / -Ps. 63,2.
14583#Psalm,42,4#4. Tränen sind meine Speise geworden bei Tag und Nacht, / da man täglich zu mir sagt: «Wo ist nun dein Gott?» / -Ps. 79,10; 115,2; Joel 2,17.
14584#Psalm,42,5#5. Dessen muss ich gedenken mit überquellendem Herzen, / wie ich wallte in der Schar der Edlen zum Hause Gottes / mit lautem Frohlocken und Danken in feiernder Menge. /
14585#Psalm,42,6#6. Was bist du so gebeugt, meine Seele, / und so unruhig in mir? / Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, / ihm, meinem Helfer und meinem Gott!
14586#Psalm,42,7#7. Gebeugt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich dein / vom Lande des Jordan her und des Hermon, vom Berge Mizar. /
14587#Psalm,42,8#8. Flut ruft der Flut beim Tosen deiner Wasserstürze; / all deine Wellen und Wogen gehen über mich hin. / -Ps. 69,2; 88,8.
14588#Psalm,42,9#9. Des Tags seufze ich: Es sende / der Herr seine Gnade! / und des Nachts singe ich ihm / und flehe zum lebendigen Gott. /
14589#Psalm,42,10#10. Ich spreche zu Gott, meinem Fels: / Warum hast du meiner vergessen? / Warum muss ich trauernd einhergehn, da der Feind mich bedrängt? /
14590#Psalm,42,11#11. Wie Frass in meinen Gebeinen / ist mir der Hohn meiner Dränger, / da sie täglich zu mir sagen: «Wo ist nun dein Gott?» /
14591#Psalm,42,12#12. Was bist du so gebeugt, meine Seele, / und so unruhig in mir? / Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, / ihm, meinem Helfer und meinem Gott!
14592#Psalm,43,1#1. Schaffe mir Recht, o Gott, und führe meine Sache / wider liebloses Volk, / errette mich vor falschen und bösen Menschen! / -Ps. 26,1.
14593#Psalm,43,2#2. Denn du bist der Gott meiner Zuflucht - / warum verstössest du mich? / Warum muss ich trauernd einhergehn, / da der Feind mich bedrängt? /
14594#Psalm,43,3#3. Sende dein Licht und deine Treue, / dass sie mich leiten, / mich bringen zu deinem heiligen Berg / und zu deinen Wohnungen. /
14595#Psalm,43,4#4. Lass mich hineingehen zum Altare Gottes, / zu dem Gott, der meine Freude ist; / lass mich jubeln und auf der Harfe dich preisen, / o Herr, mein Gott! /
14596#Psalm,43,5#5. Was bist du so gebeugt, meine Seele, / und so unruhig in mir? / Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, / ihm, meinem Helfer und meinem Gott!
14597#Psalm,44,1#1. EIN Lied der Korahiten.
14598#Psalm,44,2#2. O Gott, mit unsern Ohren haben wir es gehört, / unsre Väter haben es uns erzählt: / Eine Tat hast du getan in ihren Tagen, / in den Tagen der Vorzeit mit deiner Hand. /
14599#Psalm,44,3#3. Völker hast du vertrieben, sie aber eingepflanzt, / hast Nationen vernichtet, sie aber ausgebreitet. / -Ps. 80,9.
14600#Psalm,44,4#4. Denn nicht mit ihrem Schwert gewannen sie das Land, / und nicht ihr Arm schuf ihnen den Sieg, / nein, deine Rechte und dein Arm / und das Licht deines Angesichts; denn du warst ihnen hold. /
14601#Psalm,44,5#5. Du bist's, mein König und mein Gott, / der Sieg entbietet für Jakob. /
14602#Psalm,44,6#6. Durch dich stossen wir nieder unsre Bedränger; / in Kraft deines  Namens zertreten wir unsre Gegner. /
14603#Psalm,44,7#7. Denn nicht auf meinen Bogen verlasse ich mich, / und mein Schwert kann mir nicht helfen. / -Jos. 24,12; 1.Sam. 17,47.
14604#Psalm,44,8#8. Nein, du hilfst uns vor unsern Bedrängern / und machst zuschanden, die uns hassen. /
14605#Psalm,44,9#9. Gottes rühmen wir uns allezeit, / und deinen Namen preisen wir immerdar. /
14606#Psalm,44,10#10. Und doch hast du uns verstossen, mit Schmach uns bedeckt, / und ziehst nicht aus mit unsern Heeren. / -Ps. 60,12.
14607#Psalm,44,11#11. Du liessest uns weichen vor dem Feinde, / und die uns hassen, machten sich Beute. /
14608#Psalm,44,12#12. Du gabst uns hin wie Schafe zum Frass / und zerstreutest uns unter die Heiden. /
14609#Psalm,44,13#13. Du verkauftest dein Volk um ein Spottgeld, / leichten Kaufes gabst du es preis. /
14610#Psalm,44,14#14. Du machtest uns zur Schmach bei unsern Nachbarn, / zum Spott und Hohn derer, die uns umgeben. / -Ps. 79,4; 80,7.
14611#Psalm,44,15#15. Du machtest uns zum Sprichwort unter den Heiden, / dass die Völker den Kopf über uns schütteln. /
14612#Psalm,44,16#16. Allezeit ist meine Schmach vor meinen Augen, / und Scham bedeckt mein Angesicht /
14613#Psalm,44,17#17. ob der Stimme des lästernden Spötters, / ob dem Blick des rachgierigen Feindes. /
14614#Psalm,44,18#18. All das hat uns getroffen, und wir haben doch dein nicht vergessen / und haben deinen Bund nicht verraten. /
14615#Psalm,44,19#19. Unser Herz ist nicht abtrünnig geworden, / noch ist gewichen von deinem Pfad unser Tritt, /
14616#Psalm,44,20#20. dass du uns verstiessest an die Stätte der Schakale / und mit Finsternis uns bedecktest. /
14617#Psalm,44,21#21. Wenn wir des Namens unsres Gottes vergassen, / unsre Hände erhoben zu einem fremden Gott - /
14618#Psalm,44,22#22. würde Gott solches nicht erforschen? / Er kennt ja die Heimlichkeiten des Herzens. /
14619#Psalm,44,23#23. Nein, um deinetwillen werden wir hingewürgt Tag für Tag / und sind wir geachtet wie Schlachtschafe. /
14620#Psalm,44,24#24. Wach auf! Warum schläfst du, o Herr? / Erwache! Verstosse nicht ewig! / -Ps. 35,23.
14621#Psalm,44,25#25. Warum verbirgst du dein Angesicht, / vergissest unsres Elends und unsrer Drangsal? /
14622#Psalm,44,26#26. Denn in den Staub ist gebeugt unsre Seele, / und unser Leib klebt an der Erde. / -Ps. 119,25.
14623#Psalm,44,27#27. Mache dich auf, uns zu helfen, / und erlöse uns um deiner Gnade willen!
14624#Psalm,45,1#1. EIN Lied der Korahiten. Lied der Liebe.
14625#Psalm,45,2#2. Mein Herz wallt auf von anmutiger Rede, / singen will ich mein Lied dem König; / meine Zunge ist der Griffel eines gewandten Schreibers. /
14626#Psalm,45,3#3. Du bist der Schönste unter den Menschenkindern, / Anmut ist ausgegossen über deine Lippen; / darum hat dich Gott auf immer gesegnet. /
14627#Psalm,45,4#4. Gürte dein Schwert an die Hüfte, du Held! / In Pracht und Prunk
14628#Psalm,45,5#5. fahre hin mit Glück / für die Sache der Wahrheit und für das Recht! / Und furchtbare Taten lehre dich dein Arm! /
14629#Psalm,45,6#6. Deine Pfeile geschärft! Völker unter dir! / So werden mutlos die Feinde des Königs. /
14630#Psalm,45,7#7. Dein Thron, o Göttlicher, bleibt immer und ewig, / das Szepter deiner Herrschaft ist ein Szepter des Rechts. /
14631#Psalm,45,8#8. Du liebst Gerechtigkeit und hassest den Frevel; / drum hat dich der Herr, dein Gott, gesalbt / mit Freudenöl vor deinen Genossen. /
14632#Psalm,45,9#9. Von Myrrhe und Aloe, von Kassia duftet all dein Gewand, / aus Elfenbeinhallen erfreut dich Saitenspiel. /
14633#Psalm,45,10#10. Königstöchter schreiten einher in deinen Kleinodien, / die Braut dir zur Rechten in Gold von Ophir. /
14634#Psalm,45,11#11. Höre, meine Tochter, und siehe und neige dein Ohr: / Vergiss dein Volk und das Haus deines Vaters! /
14635#Psalm,45,12#12. Und verlangt den König nach deiner Schönheit - / er ist ja dein Herr -, so neige dich ihm. /
14636#Psalm,45,13#13. Und Tyrus wird kommen mit Gaben, / die Reichsten im Volke werden dir huldigen. / -Ps. 72,10.
14637#Psalm,45,14#14. Lauter Pracht ist die Königstochter, / Korallen und Edelgestein und Gold ihr Gewand. /
14638#Psalm,45,15#15. In gestickten Kleidern wird sie zum König geführt, / Jungfrauen sind ihr Geleite; / ihre Gespielinnen führen sie hin, /
14639#Psalm,45,16#16. geleiten sie mit Freuden und Frohlocken, / ziehen ein in den Königspalast. /
14640#Psalm,45,17#17. An deiner Väter Statt treten einst deine Söhne, / du wirst sie zu Fürsten setzen im ganzen Lande. /
14641#Psalm,45,18#18. Ich will deinen Namen kundmachen unter allen Geschlechtern; / darum werden die Völker dich preisen immer und ewig.
14642#Psalm,46,1#1. EIN Lied der Korahiten.
14643#Psalm,46,2#2. Gott ist unsre Zuflucht und Stärke, / als mächtige Hilfe bewährt in Nöten. / -Ps. 37,39.
14644#Psalm,46,3#3. Drum fürchten wir nichts, wenn gleich die Erde sich wandelt / und die Berge taumeln in die Tiefe des Meeres. / -Jes. 54,10.
14645#Psalm,46,4#4. Mögen tosen, mögen schäumen seine Wogen, / die Berge erzittern bei seinem Aufruhr: / der Herr der Heerscharen ist mit uns, / eine Burg ist uns der Gott Jakobs.-1- -1) das Lied besteht aus drei gleichartigen Strophen; daher ist der Kehrvers 8 und 12 auch hier einzusetzen.
14646#Psalm,46,5#5. Eines Stromes Arme erfreuen die Gottesstadt, / die heiligste der Wohnungen des Höchsten. /
14647#Psalm,46,6#6. Gott ist in ihrer Mitte; so wankt sie nimmer. / Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht. /
14648#Psalm,46,7#7. Völker tobten, Königreiche wankten; / er donnerte drein, da bebte die Erde. /
14649#Psalm,46,8#8. Der Herr der Heerscharen ist mit uns, / eine Burg ist uns der Gott Jakobs.
14650#Psalm,46,9#9. Geht hin und schauet die Werke des Herrn, / der Erstaunliches geschaffen auf Erden, / -Ps. 66,5.
14651#Psalm,46,10#10. der den Kriegen steuert bis ans Ende der Welt, / der den Bogen zerbricht, den Speer zerschlägt / und die Schilde im Feuer verbrennt. / -Ps. 76,4; Sach. 7,10.
14652#Psalm,46,11#11. «Lasset ab und erkennet, dass ich Gott bin, / erhaben unter den Völkern, erhaben auf Erden!» /
14653#Psalm,46,12#12. Der Herr der Heerscharen ist mit uns, / eine Burg ist uns der Gott Jakobs.
14654#Psalm,47,1#1. EIN Psalm der Korahiten.
14655#Psalm,47,2#2. Ihr Völker alle, klatscht in die Hände! / Jauchzet Gott zu mit jubelndem Schall! /
14656#Psalm,47,3#3. Denn der Herr, der Höchste, ist furchtbar, / ein grosser König über die ganze Welt. /
14657#Psalm,47,4#4. Er zwang Völker unter uns, / Nationen unter unsre Füsse. /
14658#Psalm,47,5#5. Er erwählte uns unser Erbteil, / die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt. /
14659#Psalm,47,6#6. Empor stieg Gott unter Siegesgeschrei, / der Herr beim Schall der Posaune. / -Ps. 68,19.
14660#Psalm,47,7#7. Singet Gott, lobsinget! / Singet unserm König, lobsinget! /
14661#Psalm,47,8#8. Denn Gott ist König der ganzen Erde; / singet ihm ein Lied! /
14662#Psalm,47,9#9. Gott ist König geworden über die Völker, / Gott hat sich gesetzt auf seinen heiligen Thron. /
14663#Psalm,47,10#10. Die Fürsten der Völker sind versammelt / als Volk des Gottes Abrahams; / denn Gottes sind die Schilde der Erde, / hoch erhaben ist er.
14664#Psalm,48,1#1. EIN Lied. Ein Psalm der Korahiten.
14665#Psalm,48,2#2. Gross ist und hoch zu preisen die Stadt unsres Gottes! /
14666#Psalm,48,3#3. Sein heiliger Berg, schön ragend, ist die Wonne der Welt, / der Berg Zion hoch im Norden ist eines grossen Königs Stadt. / -Kla. 2,15.
14667#Psalm,48,4#4. Gott hat in ihren Palästen als Hort sich kundgetan. / -Ps. 46,6.8.
14668#Psalm,48,5#5. Denn siehe, Könige taten sich zusammen, zogen heran insgesamt. /
14669#Psalm,48,6#6. Sie sahen es und starrten, erschraken, flohen davon. /
14670#Psalm,48,7#7. Zittern ergriff sie daselbst, Wehen wie eine Gebärende. / -Jes. 13,8.
14671#Psalm,48,8#8. Durch den Oststurm zerschmetterst du Tharsisschiffe. /
14672#Psalm,48,9#9. Wie wir es gehört, so haben wir es gesehen / in der Stadt des Herrn der Heerscharen, in der Stadt unsres Gottes: / Gott lässt sie bestehen auf immer und ewig. /
14673#Psalm,48,10#10. Wir bedenken, o Gott, deine Gnade inmitten deines Tempels. /
14674#Psalm,48,11#11. Wie dein Name, o Gott, so geht dein Ruhm bis ans Ende der Erde. / Deine Rechte ist voller Gerechtigkeit,
14675#Psalm,48,12#12. des freut sich der Zion; / es frohlocken die Töchter Judas ob deines Gerichts. / -Ps. 97,8.
14676#Psalm,48,13#13. Umkreiset den Zion, umwandelt ihn und zählt seine Türme; /
14677#Psalm,48,14#14. beachtet sein Bollwerk, durchwandert seine Paläste, / auf dass ihr erzählet dem künftigen Geschlecht: /
14678#Psalm,48,15#15. Dies ist der Herr, unser Gott auf immer und ewig; / er wird uns leiten.
14679#Psalm,49,1#1. EIN Psalm der Korahiten.
14680#Psalm,49,2#2. Höret an, ihr Völker alle! / Merket auf, alle Bewohner der Welt, /
14681#Psalm,49,3#3. geringe Leute sowohl wie Herren, / der Reiche und der Arme zumal! /
14682#Psalm,49,4#4. Mein Mund soll Weisheit reden / und das Dichten meines Herzens Einsicht sein. /
14683#Psalm,49,5#5. Ich will mein Ohr einem Spruche neigen, / bei Harfenklang mein Rätsel lösen. / -Ps. 78,2.
14684#Psalm,49,6#6. Warum muss ich mitansehn die Tage des Bösen, / wo mich mit Frevel umgeben meine tückischen Feinde, /
14685#Psalm,49,7#7. die sich verlassen auf ihr Vermögen / und ihres grossen Reichtums sich rühmen? / -Ps. 52,9.
14686#Psalm,49,8#8. Doch loskaufen kann sich keiner, / keiner Gott das Lösegeld für sich bezahlen - /
14687#Psalm,49,9#9. zu teuer ist der Kaufpreis für ihr Leben. / Für immer muss er davon abstehn, / -Mt. 16,26.
14688#Psalm,49,10#10. dass er weiter lebe, dass er niemals schaue die Grube. /
14689#Psalm,49,11#11. Nein, er schaut sie! Weise sterben, / Tor und Narr kommen um zumal, / und andern lassen sie ihr Vermögen. / -Pred. 2,16.
14690#Psalm,49,12#12. Gräber sind ihre Behausung auf immer, / ihre Wohnungen für und für, / ob sie auch Länder benannten mit ihren Namen. /
14691#Psalm,49,13#13. Der Mensch in seiner Pracht ist ohne Bestand, / wird gleich dem Vieh, das abgetan wird. / -Ps. 49,21; Pred. 3,19.
14692#Psalm,49,14#14. Das ist das Geschick derer, die so zuversichtlich sind, / und der Ausgang derer, die sich in grossen Worten gefallen. /
14693#Psalm,49,15#15. Schafen gleich sinken sie zur Unterwelt, der Tod weidet sie; / geraden Wegs fahren sie zu Grabe. / Ihre Gestalt zerfällt, die Unterwelt wird ihre Wohnung. /
14694#Psalm,49,16#16. Aber Gott wird meine Seele erlösen / aus der Gewalt der Unterwelt; denn er wird mich entrücken. /
14695#Psalm,49,17#17. Lass dich's nicht anfechten, wenn einer auch reich wird / und die Herrlichkeit seines Hauses sich mehrt. /
14696#Psalm,49,18#18. Denn im Tode nimmt er das alles nicht mit, / seine Herrlichkeit steigt nicht mit ihm hinab. / -Hiob 27,19; 1.Tim. 6,7.
14697#Psalm,49,19#19. Mag er seine Seele preisen in seinem Leben / und sie loben, dass sie sich gütlich tut - /
14698#Psalm,49,20#20. sie kommt doch zu der Wohnung seiner Väter, / die das Licht nimmermehr schauen. /
14699#Psalm,49,21#21. Der Mensch in Pracht, doch ohne Verstand, / wird gleich dem Vieh, das abgetan wird.
14700#Psalm,50,1#1. EIN Psalm Asaphs. Der Gott der Götter, der Herr, redet und ruft der Erde / vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. /
14701#Psalm,50,2#2. Vom Zion her, der Krone der Schönheit, strahlt Gott auf. /
14702#Psalm,50,3#3. Unser Gott kommt und kann nicht schweigen; / verzehrendes Feuer geht vor ihm her, / und rings um ihn ist ein mächtiges Wetter. /
14703#Psalm,50,4#4. Er ruft dem Himmel droben zu / und der Erde, um sein Volk zu richten. /
14704#Psalm,50,5#5. Versammelt ihm seine Frommen, / die mit ihm beim Opfer einen Bund geschlossen! /
14705#Psalm,50,6#6. Und die Himmel sollen seine Gerechtigkeit verkünden; / denn Gott selbst will Richter sein. /
14706#Psalm,50,7#7. «Höre, mein Volk, ich will reden, / o Israel, ich will dich mahnen; / der Herr, dein Gott, bin ich. /
14707#Psalm,50,8#8. Nicht wegen deiner Opfer will ich dich rügen, / sind doch deine Brandopfer allezeit vor mir. /
14708#Psalm,50,9#9. Ich mag nicht den Stier aus deinem Hause, / noch Böcke aus deinen Hürden. /
14709#Psalm,50,10#10. Mein ist ja alles Getier des Waldes, / das Wild auf meinen Bergen zu Tausenden. /
14710#Psalm,50,11#11. Ich kenne alle Vögel des Himmels, / und was auf dem Felde sich regt, ist mir kund. /
14711#Psalm,50,12#12. Wenn mich hungerte, ich brauchte es dir nicht zu sagen; / denn mein ist der Erdkreis und was ihn erfüllt. / -Ps. 24,1; 89,12.
14712#Psalm,50,13#13. Sollte ich das Fleisch von Stieren essen / und das Blut von Böcken trinken? / -Ps. 40,7; 51,18.
14713#Psalm,50,14#14. Bringe Gott Dank als Opfer dar / und bezahle so dem Höchsten deine Gelübde. / -Hiob 22,27; Hebr. 13,15.16.
14714#Psalm,50,15#15. Und rufe mich an am Tage der Not, / so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.» / -Ps. 91,15.
14715#Psalm,50,16#16. Zum Gottlosen aber spricht Gott: / «Was zählst du meine Satzungen her / und führst mein Gesetz im Munde, /
14716#Psalm,50,17#17. da du doch Zucht hassest / und meine Worte hinter dich wirfst? /
14717#Psalm,50,18#18. Siehst du einen Dieb, so hältst du zu ihm, / und mit Ehebrechern hast du Gemeinschaft. /
14718#Psalm,50,19#19. Deinen Mund lässest du Böses reden, / und deine Zunge flicht Betrug. /
14719#Psalm,50,20#20. Du setzest dich hin und redest wider den Bruder, / beschimpfst den Sohn deiner Mutter. /
14720#Psalm,50,21#21. Das hast du getan, und ich habe geschwiegen; / da wähntest du, ich sei gleich wie du. / Nun rüge ich dich und stelle es dir vor Augen. /
14721#Psalm,50,22#22. Merket doch das, die ihr Gottes vergessen, / damit ich nicht zerreisse - und niemand rettet. /
14722#Psalm,50,23#23. Wer Dank opfert, der ehrt mich; / und wer unsträflich wandelt, / den lasse ich schauen mein Heil.»
14723#Psalm,51,1#1. EIN Psalm Davids,
14724#Psalm,51,2#2. als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er sich mit Bathseba vergangen. -2.Sam. 12.
14725#Psalm,51,3#3. Sei mir gnädig, o Gott, nach deiner Güte, / nach deinem grossen Erbarmen tilge meine Verfehlung. / -Lk. 18,13.
14726#Psalm,51,4#4. Wasche mich rein von meiner Schuld, / reinige mich von meiner Sünde. /
14727#Psalm,51,5#5. Denn ich selber kenne mein Vergehen, / und meine Sünde steht mir immerdar vor Augen. /
14728#Psalm,51,6#6. An dir allein habe ich gesündigt, / habe getan, was dir missfällt. / Du musst Recht behalten in deinem Spruch, / musst rein dastehen in deinem Richten. /
14729#Psalm,51,7#7. Siehe, in Schuld bin ich geboren, / und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. / -Joh. 3,6.
14730#Psalm,51,8#8. Siehe, an Wahrheit im Innersten hast du Gefallen; / tue mir im Verborgnen Weisheit kund. /
14731#Psalm,51,9#9. Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; / wasche mich, dass ich weisser werde als Schnee. / -4.Mo. 19,18; Jes. 1,18.
14732#Psalm,51,10#10. Sättige mich mit Freude und Wonne, / dass die Gebeine frohlocken, die du zermalmt hast. /
14733#Psalm,51,11#11. Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden / und tilge alle meine Missetaten. /
14734#Psalm,51,12#12. Schaffe mir, o Gott, ein reines Herz / und gib mir einen neuen gewissen Geist. / -Hes. 36,26; Mt. 5,8.
14735#Psalm,51,13#13. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht / und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. /
14736#Psalm,51,14#14. Gib mir wieder die Wonne deiner Hilfe / und stütze mich durch einen willigen Geist, /
14737#Psalm,51,15#15. so will ich die Übertreter deine Wege lehren, / dass sich zu dir bekehren die Sünder. /
14738#Psalm,51,16#16. Errette mich vor blutigem Anschlag, / o Herr, du Gott meines Heils! / So wird meine Zunge deine Treue preisen. /
14739#Psalm,51,17#17. Herr, tue meine Lippen auf, / dass mein Mund dein Lob verkünde. /
14740#Psalm,51,18#18. Denn Schlachtopfer begehrst du nicht, / und gäbe ich Brandopfer, es gefiele dir nicht. / -Ps. 40,7; 50,13; Jes. 1,11; Jer. 6,20; Amos 5,22; Mi. 6,7.
14741#Psalm,51,19#19. Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerbrochener Geist, / ein zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten. -Ps. 34,19; Jes. 57,15; 66,2.
14742#Psalm,51,20#20. Tue Zion Gutes nach deiner Gnade, / baue die Mauern Jerusalems auf! / -Ps. 147,2.
14743#Psalm,51,21#21. Dann hast du Gefallen an rechten Opfern, / dann bringt man Stiere auf deinen Altar.
14744#Psalm,52,1#1. EIN Lied Davids,
14745#Psalm,52,2#2. als Doeg, der Edomiter, kam und dem Saul die Kunde brachte, dass David in das Haus Ahimelechs gekommen sei. -1.Sam. 22,9-19.
14746#Psalm,52,3#3. Was rühmst du dich der Bosheit, Tyrann, / wider den Frommen allezeit? /
14747#Psalm,52,4#4. Auf Verderben geht deine Zunge / wie ein scharfes Messer, du Ränkeschmied! /
14748#Psalm,52,5#5. Du liebst das Böse mehr als das Gute, / mehr die Lüge als wahrhafte Rede. /
14749#Psalm,52,6#6. Du liebst lauter verderbliches Reden mit trügerischer Zunge. /
14750#Psalm,52,7#7. So wird dich Gott auch niederbrechen auf immer, / dich packen und herausreissen aus dem Zelte / und dich entwurzeln aus dem Lande der Lebenden. /
14751#Psalm,52,8#8. Und die Gerechten werden es schauen und schaudern, / und sie werden seiner lachen: /
14752#Psalm,52,9#9. «Seht, das ist der Mann, der nicht Gott zu seiner Zuflucht machte, / der da vertraute auf seinen grossen Reichtum, / der da trotzte auf seine Schätze.» / -Ps. 49,7.
14753#Psalm,52,10#10. Ich aber bin wie ein grünender Ölbaum im Hause Gottes, / ich verlasse mich auf Gottes Gnade immer und ewig. /
14754#Psalm,52,11#11. Ich will dich immerdar preisen, denn du machst es wohl, / will vor deinen Frommen verkünden, / dass dein Name voll Güte ist.
14755#Psalm,53,1#1. EIN Lied Davids.
14756#Psalm,53,2#2. Die Toren sprechen in ihrem Herzen: / «Es ist kein Gott!» / Verderbt, abscheulich freveln sie; / keiner ist, der Gutes tut. /
14757#Psalm,53,3#3. Gott schaut vom Himmel herab auf die Menschenkinder, / dass er sehe, ob ein Verständiger da sei, der nach Gott frage. /
14758#Psalm,53,4#4. Alle sind sie entartet und miteinander verdorben; / keiner ist, der Gutes tut, auch nicht einer. /
14759#Psalm,53,5#5. Haben denn keinen Verstand die Übeltäter, / die mein Volk verzehren? / Sie essen Gottes Brot und rufen ihn nicht an. /
14760#Psalm,53,6#6. Da trifft sie gewaltiger Schrecken; / denn Gott zerstreut die Gebeine des Ruchlosen. / Sie werden zuschanden; denn Gott hat sie verworfen. /
14761#Psalm,53,7#7. O dass von Zion die Hilfe für Israel käme! / Wenn Gott wendet seines Volkes Geschick, / wird Jakob frohlocken, Israel fröhlich sein!
14762#Psalm,54,1#1. EIN Lied Davids,
14763#Psalm,54,2#2. als die Siphiter zu Saul kamen und ihm sagten: Sieh, David hält sich bei uns verborgen. -1.Sam. 23,19; 26,1.
14764#Psalm,54,3#3. O Gott, hilf mir durch deinen Namen / und schaffe mir Recht durch deine Kraft. /
14765#Psalm,54,4#4. O Gott, erhöre mein Gebet, / vernimm die Rede meines Mundes. /
14766#Psalm,54,5#5. Denn Freche sind wider mich aufgestanden, / und Gewalttätige stellen mir nach dem Leben; / sie haben Gott nicht vor Augen. / -Ps. 86,14.
14767#Psalm,54,6#6. Siehe, Gott ist mein Helfer; / der Herr ist es, der mein Leben erhält. /
14768#Psalm,54,7#7. Das Unheil soll auf meine Feinde zurückfallen; / vernichte sie, Herr, nach deiner Treue. /
14769#Psalm,54,8#8. So will ich dir willig Opfer bringen, / will deinen Namen preisen, dass er voll Güte ist. /
14770#Psalm,54,9#9. Denn er errettet mich aus aller Not, / und mein Auge schaut seine Lust an meinen Feinden. -Ps. 59,11; 92,12.
14771#Psalm,55,1#1. EIN Lied Davids.
14772#Psalm,55,2#2. Vernimm, o Gott, mein Gebet, / und verbirg dich nicht vor meinem Flehen. / -Ps. 54,4.
14773#Psalm,55,3#3. Merke auf mich und erhöre mich; / ich irre umher in meiner Klage. /
14774#Psalm,55,4#4. Ich bin in Unruhe ob des Lärmens der Feinde, / ob des Schreiens der Gottlosen; / denn sie wälzen Unheil auf mich / und befeinden mich grimmig. /
14775#Psalm,55,5#5. Mein Herz ängstet sich in meiner Brust, / und die Schrecken des Todes befallen mich. /
14776#Psalm,55,6#6. Furcht und Zittern kommt mich an, / und Grauen bedeckt mich. /
14777#Psalm,55,7#7. Da sprach ich: O hätte ich Flügel wie die Taube! / Wie wollte ich fliegen, bis ich Ruhe fände! /
14778#Psalm,55,8#8. Ja, fernhin wollte ich flüchten, / wollte herbergen in der Wüste. /
14779#Psalm,55,9#9. Ich wollte hineilen, wo ich sicher wäre / vor dem Sturmwind, vor dem Wetter. /
14780#Psalm,55,10#10. Verwirre, Herr, entzweie ihre Zungen! / Denn ich sehe Gewalttat und Hader in der Stadt. /
14781#Psalm,55,11#11. Sie umkreisen sie Tag und Nacht auf ihren Mauern, / und Frevel und Ungemach ist in ihrem Innern. /
14782#Psalm,55,12#12. Verderben wohnt in ihrer Mitte, / Bedrückung und Trug weicht nicht von ihrem Markt. /
14783#Psalm,55,13#13. Denn nicht mein Feind schmäht mich, / das wollte ich tragen; / nicht mein Hasser tut gross wider mich, / vor ihm wollte ich mich bergen. /
14784#Psalm,55,14#14. Nein du, ein Mensch meinesgleichen, / mein Freund und Vertrauter, / -Ps. 41,10.
14785#Psalm,55,15#15. die wir zusammen süsser Gemeinschaft pflogen, / zum Hause Gottes wallten im lauten Gedränge. /
14786#Psalm,55,16#16. Der Tod soll sie überfallen, / sie mögen lebend ins Totenreich fahren! / denn Bosheit ist in ihrer Wohnung, in ihrem Herzen. / -4.Mo. 16,33.
14787#Psalm,55,17#17. Ich will zu Gott rufen, / und der Herr wird mir helfen. /
14788#Psalm,55,18#18. Abends und morgens und mittags / will ich klagen und seufzen, / und er wird meine Stimme hören. / -Dan. 6,10.
14789#Psalm,55,19#19. Sicherheit schafft er meiner Seele, / dass sie nicht an mich können; / denn ihrer viele sind wider mich. /
14790#Psalm,55,20#20. Gott wird erhören, wird sie demütigen, / er, der da thront von Urzeit her. / Denn sie ändern sich nicht und fürchten Gott nicht. /
14791#Psalm,55,21#21. Er-1- legt Hand an seine Freunde, / entweiht seinen Bund. / -1) d.h. der Feind.
14792#Psalm,55,22#22. Glatt wie Butter ist seine Rede, / doch Streit ist sein Sinnen; / seine Worte sind linder als Öl / und sind doch gezückte Schwerter. / -Ps. 57,5; Jer. 9,8.
14793#Psalm,55,23#23. Wirf dein Anliegen auf den Herrn, / er wird dich versorgen; / er lässt den Gerechten nimmer wanken. /
14794#Psalm,55,24#24. Doch du, o Gott, wirst sie hinabstossen / in die Tiefe der Grube; / die Blutgierigen und Falschen / werden ihre Tage nicht auf die Hälfte bringen. / Ich aber vertraue auf dich.
14795#Psalm,56,1#1. VON David, als ihn die Philister in Gath ergriffen. -1.Sam. 21,11-13.
14796#Psalm,56,2#2. Erbarme dich meiner, o Gott, / denn Menschen schnauben wider mich, / allezeit bedrängen mich Krieger. /
14797#Psalm,56,3#3. Meine Feinde schnauben den ganzen Tag, / ja, viele bekriegen mich bitter. /
14798#Psalm,56,4#4. Tag für Tag rufe ich zu dir; / 5. ich vertraue auf Gott,
14799#Psalm,56,5#preise sein Wort. / Auf Gott vertraue ich, fürchte mich nicht; / was könnten Menschen mir antun? / -Ps. 118,6.
14800#Psalm,56,6#6. Unablässig fechten sie mich an, / ihr ganzes Sinnen geht auf mein Verderben. /
14801#Psalm,56,7#7. Sie rotten sich zusammen und lauern; / sie spähen nach meinen Fersen, / wie solche, die mir nach dem Leben trachten. /
14802#Psalm,56,8#8. Ob des Frevels gibt es für sie kein Entrinnen. / Im Zorne stürze die Völker, o Gott! /
14803#Psalm,56,9#9. Du hast gezählt die Tage meines Elends, / meine Tränen hebst du bei dir auf; / stehen sie doch in deinem Buche. /
14804#Psalm,56,10#10. Da werden meine Feinde zurückweichen; / ich bin dessen gewiss, dass Gott für mich ist. / -Röm. 8,31.
14805#Psalm,56,11#11. Gott will ich preisen ob seines Wortes, / ob seines Wortes preisen den Herrn. /
14806#Psalm,56,12#12. Auf Gott vertraue ich, fürchte mich nicht; / was könnten Menschen mir antun? /
14807#Psalm,56,13#13. Ich schulde dir, Gott, Gelübde; / Dankopfer will ich dir bezahlen. /
14808#Psalm,56,14#14. Denn du hast mein Leben vom Tode errettet, / ja, meine Füsse vom Sturze, / dass ich vor Gott wandle im Lichte des Lebens. -Ps. 116,8.9.
14809#Psalm,57,1#1. VON David, als er vor Saul in die Höhle floh. -1.Sam. 22,1.
14810#Psalm,57,2#2. Erbarme dich, Gott, erbarme dich meiner! / Denn bei dir ist mein Leben geborgen, / und in den Schatten deiner Flügel flüchte ich, / bis das Verderben vorüber ist. / -Ps. 36,8; 61,5.
14811#Psalm,57,3#3. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, / zu Gott, der meine Sache hinausführt. /
14812#Psalm,57,4#4. Er wird vom Himmel senden, mir helfen / aus der Hand derer, die wider mich schnauben; / Gott wird senden seine Güte und Treue. /
14813#Psalm,57,5#5. Mitten unter Löwen muss ich mich lagern, / unter Flammensprühenden, unter Menschen, / deren Zähne Spiesse und Pfeile sind / und deren Zunge ein scharfes Schwert. / -Ps. 55,22; 64,4.
14814#Psalm,57,6#6. Erhebe dich über die Himmel, o Gott, / über die ganze Erde deine Herrlichkeit!
14815#Psalm,57,7#7. Sie haben meinen Füssen ein Netz gestellt, / niedergebeugt meine Seele; / sie haben vor mir eine Grube gegraben / und - sind darein gefallen. / -Ps. 7,16; 35,7.8; 141,10.
14816#Psalm,57,8#8. Mein Herz ist bereit, o Gott, / mein Herz ist bereit; / ich will singen und spielen. / -V. 8-12: Ps. 108,2-6
14817#Psalm,57,9#9. Wache auf, meine Seele, / wacht auf, Psalter und Harfe! / Wecken will ich das Morgenrot! /
14818#Psalm,57,10#10. Ich will dich preisen unter den Völkern, o Herr, / will dir lobsingen unter den Nationen. / -Ps. 18,50.
14819#Psalm,57,11#11. Denn gross bis zum Himmel ist deine Güte / und deine Treue bis an die Wolken. / -Ps. 36,6.
14820#Psalm,57,12#12. Erhebe dich über die Himmel, o Gott, / über die ganze Erde deine Herrlichkeit!
14821#Psalm,58,1#1. VON David.
14822#Psalm,58,2#2. Sprecht ihr in Wahrheit Recht, ihr Gewaltigen, / richtet ihr gerecht die Menschenkinder? /
14823#Psalm,58,3#3. Vielmehr, ihr alle übt Frevel im Lande, / der Gewalttat schaffen Bahn eure Hände. /
14824#Psalm,58,4#4. Abtrünnig sind die Gottlosen vom Mutterschoss an, / von Geburt an gehen irre die Lügner. /
14825#Psalm,58,5#5. Ihr Gift ist gleich dem Gift der Schlange, / gleich dem der tauben Otter, die ihr Ohr verschliesst, / -Ps. 140,4.
14826#Psalm,58,6#6. dass sie nicht höre die Stimme der Beschwörer, / des bannspruchkundigen Zauberers. /
14827#Psalm,58,7#7. O Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Munde, / zerschlage, o Herr, das Gebiss der jungen Löwen! /
14828#Psalm,58,8#8. Sie sollen zergehen wie Wasser, das dahinrinnt, / wie zartes Gras, das dahinwelkt, /
14829#Psalm,58,9#9. wie eine Schnecke, die in Schleim zerfliesst, / wie eine Fehlgeburt, welche die Sonne nicht schaut. / -Hiob 3,16.
14830#Psalm,58,10#10. Ehe eure Töpfe des Dornes Feuer merken, / wird Gott ihn, ob frisch, ob brennend, hinwegfegen. /
14831#Psalm,58,11#11. Der Gerechte wird sich freuen, dass er Rache schaut, / wird seine Füsse baden im Blute des Gottlosen. / -Ps. 68,24.
14832#Psalm,58,12#12. Dann wird man sagen: Ja, Lohn wird dem Gerechten! / Ja, es gibt noch ein göttliches Gericht auf Erden!
14833#Psalm,59,1#1. VON David, als Saul Leute sandte und sie das Haus bewachten, um ihn zu töten. -1.Sam. 19,11.
14834#Psalm,59,2#2. Errette mich vor meinen Feinden, mein Gott, / vor meinen Widersachern beschütze mich. /
14835#Psalm,59,3#3. Errette mich vor den Übeltätern, / und hilf mir gegen die Blutmenschen. /
14836#Psalm,59,4#4. Denn siehe, sie stellen mir nach dem Leben, / Mächtige rotten sich wider mich zusammen, / und doch ist, o Herr, nicht Frevel noch Sünde an mir. /
14837#Psalm,59,5#5. Ob ich schon unschuldig bin, / laufen sie heran und rüsten sich. / Wache auf, komm mir entgegen und siehe darein! /
14838#Psalm,59,6#6. Bist du doch, o Herr der Heerscharen, / der Gott Israels! / Wache auf, alle Heiden zu züchtigen! / Sei keinem der frevlen Verräter gnädig! /
14839#Psalm,59,7#7. Jeden Abend wieder heulen sie wie Hunde / und durchstreifen die Stadt. /
14840#Psalm,59,8#8. Siehe, sie lästern mit ihrem Munde, / Schmähungen sind auf ihren Lippen; / denn (sie denken): Wer hört es? /
14841#Psalm,59,9#9. Aber du, o Herr, lachst ihrer, du spottest aller Heiden. / -Ps. 2,4.
14842#Psalm,59,10#10. Meine Stärke, auf dich will ich achten; / denn Gott ist meine Burg.
14843#Psalm,59,11#11. Mein Gott kommt mir entgegen mit seiner Güte; / Gott lässt mich meine Lust sehen an meinen Feinden. / -Ps. 54,9; 92,12.
14844#Psalm,59,12#12. Töte sie nicht, damit mein Volk es nicht vergesse; / zerstreue sie mit deinem Heer und stürze sie! /
14845#Psalm,59,13#13. Gib sie hin, o Herr, in die Sünde ihres Mundes / in das Gerede ihrer Lippen, / dass sie sich fangen in ihrem Stolze / wegen des Fluches und der Lüge, die sie reden. /
14846#Psalm,59,14#14. Vertilge sie im Zorne, vertilge sie, / dass sie nicht mehr sind, / damit sie es erfahren, dass Gott Herrscher ist in Jakob / bis an die Enden der Erde. /
14847#Psalm,59,15#15. Jeden Abend wieder heulen sie wie Hunde / und durchstreifen die Stadt. /
14848#Psalm,59,16#16. Sie schweifen umher nach Speise, / murren, wenn sie nicht satt werden. /
14849#Psalm,59,17#17. Ich aber will deine Macht besingen / und jeden Morgen jubeln ob deiner Güte; / denn du bist meine Burg geworden / und meine Zuflucht zur Zeit meiner Not. /
14850#Psalm,59,18#18. Meine Stärke, auf dich will ich achten; / denn Gott ist meine Burg.
14851#Psalm,60,1#1. VON David,
14852#Psalm,60,2#2. als er wider die Syrer von Mesopotamien und wider die Syrer von Zoba Krieg führte und Joab sich wandte und die Edomiter im Salztal schlug, zwölftausend Mann. -2.Sam. 8,3-14; 10,6-19.
14853#Psalm,60,3#3. O Gott, du hast uns verstossen, unsre Reihen durchbrochen; / du hast gezürnt, hast uns zurückweichen lassen. /
14854#Psalm,60,4#4. Du hast die Erde erbeben gemacht, hast sie zerrissen; / heile ihre Risse, denn sie wankt. /
14855#Psalm,60,5#5. Du hast dein Volk Hartes erfahren lassen, / hast uns getränkt mit Taumelwein. / -Ps. 75,9; Jer. 25,15-18.
14856#Psalm,60,6#6. Du hast denen, die dich fürchten, ein Panier gegeben, / dass sie sich flüchten vor dem Bogen. /
14857#Psalm,60,7#7. Auf dass, die dir lieb sind, errettet werden, / hilf mit deiner Rechten und erhöre uns! / -V. 7-14: Ps. 108,7-14.
14858#Psalm,60,8#8. Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen: / «Ich will frohlocken, will Sichem verteilen / und das Tal von Sukkoth ausmessen. /
14859#Psalm,60,9#9. Mein ist Gilead, mein auch Manasse; / Ephraim ist die Schutzwehr meines Hauptes, / Juda ist mein Herrscherstab. /
14860#Psalm,60,10#10. Moab ist mein Waschbecken, / auf Edom werfe ich meinen Schuh; / jauchzen will ich über das Philisterland!» /
14861#Psalm,60,11#11. Wer wird mich führen nach der Feste, / wer mich geleiten nach Edom? /
14862#Psalm,60,12#12. Hast du doch, o Gott, uns verstossen / und ziehst nicht aus mit unsern Scharen! / -Ps. 44,10.
14863#Psalm,60,13#13. Schaffe uns Hilfe vor dem Bedränger! / eitel ist ja Menschenhilfe. /
14864#Psalm,60,14#14. Mit Gott werden wir Taten tun; / er wird unsre Bedränger zertreten. -Ps. 44,6.
14865#Psalm,61,1#1. VON David.
14866#Psalm,61,2#2. Höre, o Gott, meine Klage, / merke auf mein Gebet! /
14867#Psalm,61,3#3. Vom Ende der Erde rufe ich zu dir, / da mein Herz verschmachtet; / auf den Fels (der Rettung) geleite du mich - / mir ist er zu hoch. /
14868#Psalm,61,4#4. Denn du bist meine Zuflucht, / ein starker Turm vor dem Feinde. /
14869#Psalm,61,5#5. Lass mich Gast sein in deinem Zelte immerdar, / mich bergen im Schirm deiner Flügel. / -Ps. 36,8; 63,8.
14870#Psalm,61,6#6. Denn du, o Gott, hörst meine Gelübde, / erfüllst den Wunsch derer, die deinen Namen fürchten. /
14871#Psalm,61,7#7. Du wollest dem König die Tage seines Lebens mehren / und seine Jahre von Geschlecht zu Geschlecht. /
14872#Psalm,61,8#8. Er möge ewig thronen vor Gottes Angesicht; / lass Gnade und Treue ihn behüten! /
14873#Psalm,61,9#9. So will ich deinem Namen lobsingen allezeit, / meine Gelübde bezahlen Tag für Tag. -Ps. 22,26; 66,13; 116,14.18.
14874#Psalm,62,1#1. EIN Psalm Davids.
14875#Psalm,62,2#2. Zu Gott allein ist stille meine Seele; / von ihm kommt mir Hilfe. / -Ps. 37,7.
14876#Psalm,62,3#3. Nur er ist mein Fels und meine Hilfe, / meine Burg; ich werde nicht allzusehr wanken. /
14877#Psalm,62,4#4. Wie lange zetert ihr wider einen Mann, / schreiet ihr alle / wie beim Sinken einer Wand, / beim Einsturz einer Mauer? /
14878#Psalm,62,5#5. Sie ratschlagen nur, ihn von seiner Höhe zu stürzen, / sie lieben die Lüge. / Mit ihrem Munde segnen sie, / aber im Herzen fluchen sie. /
14879#Psalm,62,6#6. Zu Gott allein sei stille, meine Seele! / denn von ihm kommt mir Hoffnung. /
14880#Psalm,62,7#7. Nur er ist mein Fels und meine Hilfe, / meine Burg; ich werde nicht wanken. /
14881#Psalm,62,8#8. Auf Gott steht mein Heil und meine Ehre; / mein starker Fels, meine Zuflucht ist Gott. /
14882#Psalm,62,9#9. Vertraue auf ihn, du ganze Volksgemeinde, / schüttet euer Herz vor ihm aus! / Gott ist unsre Zuflucht. /
14883#Psalm,62,10#10. Nur ein Hauch sind die Menschenkinder, / ein Trug die Sterblichen. / Auf der Waage schnellen sie empor, / allzumal leichter als ein Hauch. / -Ps. 78,39; 144,4; Hiob 7,7; Jak. 4,14.
14884#Psalm,62,11#11. Verlasset euch nicht auf Gewalt / und setzt nicht eitle Hoffnung auf Raub. / Wenn der Reichtum wächst, / hänget euer Herz nicht daran. / -Lk. 12,19.20; 1.Tim. 6,17.
14885#Psalm,62,12#12. Eines hat Gott geredet, / zwei Dinge sind's, die ich gehört: / dass Gottes die Macht ist, /
14886#Psalm,62,13#13. und dein, o Herr, die Gnade. / Denn du vergiltst einem jeden nach seinem Tun.
14887#Psalm,63,1#1. EIN Psalm von David, als er in der Wüste Juda war. -1.Sam. 23,14; 24,2.
14888#Psalm,63,2#2. O Gott, du bist mein Gott, dich suche ich; / meine Seele dürstet nach dir. / Mein Leib schmachtet nach dir / wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser. / -Ps. 42,3; 143,6.
14889#Psalm,63,3#3. So habe ich dich geschaut im Heiligtum, / habe gesehen deine Macht und Herrlichkeit. /
14890#Psalm,63,4#4. Denn deine Gnade ist besser als das Leben; / meine Lippen sollen dich preisen. /
14891#Psalm,63,5#5. Also will ich dich loben mein Leben lang, / will meine Hände erheben und dich anrufen. /
14892#Psalm,63,6#6. Gleich wie an Mark und Fett ersättigt sich meine Seele, / und mit jauchzenden Lippen lobpreist mein Mund, /
14893#Psalm,63,7#7. wenn ich deiner auf meinem Lager gedenke, / in Nachtwachen über dich sinne. /
14894#Psalm,63,8#8. Denn du bist meine Hilfe geworden, / und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich. / -Ps. 17,8; 36,8.
14895#Psalm,63,9#9. Meine Seele hängt an dir, / deine Rechte hält mich fest. /
14896#Psalm,63,10#10. Sie aber, die mir nach dem Leben stellen, / werden in die Tiefen der Erde hinabfahren. /
14897#Psalm,63,11#11. Sie werden dem Schwerte dahingegeben, / die Beute der Schakale werden sie. /
14898#Psalm,63,12#12. Doch der König wird sich Gottes freuen, / alle, die bei ihm schwören, werden sich rühmen; / denn den Lügnern wird der Mund gestopft.
14899#Psalm,64,1#1. EIN Psalm Davids.
14900#Psalm,64,2#2. Höre, o Gott, meine Stimme, wenn ich klage; / bewahre mein Leben vor dem Schrecken des Feindes. /
14901#Psalm,64,3#3. Birg mich vor dem Rat der Bösewichte, / vor der tobenden Rotte der Übeltäter, /
14902#Psalm,64,4#4. die ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, / mit giftigem Worte zielen wie mit einem Pfeil, / -Ps. 57,5.
14903#Psalm,64,5#5. um im Versteck auf den Frommen zu schiessen, / plötzlich auf ihn zu schiessen ohne Scheu. / -Ps. 11,2.
14904#Psalm,64,6#6. Fest sind sie entschlossen zu bösem Anschlag, / sie reden davon, Fallstricke zu legen, / und sprechen: «Wer wird sie sehen?» / -Ps. 94,7.
14905#Psalm,64,7#7. Sie planen Freveltaten, verbergen den ersonnenen Plan; / das Innere ist heillos und ein Abgrund das Herz. /
14906#Psalm,64,8#8. Aber Gott wird sie treffen mit dem Pfeil; / plötzlich ist ihre Verwundung da. /
14907#Psalm,64,9#9. Er bringt sie zu Fall ob ihrer Zunge; / es höhnen alle, die auf sie sehen. /
14908#Psalm,64,10#10. Da fürchten sich alle Menschen / und verkünden Gottes Tun / und verstehen sein Walten. /
14909#Psalm,64,11#11. Der Gerechte wird sich des Herrn freuen / und zu ihm seine Zuflucht nehmen, / und alle redlichen Herzen werden sich rühmen. -Ps. 68,4.
14910#Psalm,65,1#1. EIN Psalm Davids, ein Lied.
14911#Psalm,65,2#2. Dir gebührt Lobpreis, o Gott, auf Zion, / und dir bezahle man Gelübde, /
14912#Psalm,65,3#3. der du Gebete erhörst! / Zu dir kommt alles Fleisch /
14913#Psalm,65,4#4. um der Verschuldungen willen. / Werden uns zu mächtig unsre Sünden, / du sühnest sie. /
14914#Psalm,65,5#5. Wohl dem, den du erwählst und nahen lässest, / dass er in deinen Vorhöfen wohne! / Lass uns satt werden am Segen deines Hauses, / deines heiligen Tempels! / -Ps. 36,9; 84,3.5.
14915#Psalm,65,6#6. Mit gewaltigen Taten antwortest du in Treuen, / du Gott unsres Heils, / du Zuversicht aller Enden der Erde / und der fernen Gestade, /
14916#Psalm,65,7#7. der du die Berge feststellst durch deine Kraft, / mit Macht umgürtet, /
14917#Psalm,65,8#8. der du stillest das Brausen der Meere, / das Brausen ihrer Wellen und das Tosen der Völker - / -Ps. 89,10.
14918#Psalm,65,9#9. sodass, die da wohnen an den Enden (der Welt), / sich fürchten vor deinen Zeichen. / Du schaffst Jubel, wo der Morgen aufgeht / und wo der Abend anbricht. /
14919#Psalm,65,10#10. Du schaust auf das Land und schenkst ihm Überfluss, / du machst es gar reich. / Mit dem Gottesquell, der Wasser die Fülle hat, / bereitest du ihr Korn; / ja, du bereitest es zu: / -V. 10-14: Ps. 104,10-15.
14920#Psalm,65,11#11. du wässerst seine Furchen und ebnest seine Schollen; / du machst es weich durch Regenschauer / und segnest sein Gewächs. /
14921#Psalm,65,12#12. Du krönst das Jahr mit deiner Güte, / und deine Spuren triefen von Fett. /
14922#Psalm,65,13#13. Es triefen die Anger der Steppe, / und mit Jubel gürten sich die Hügel; /
14923#Psalm,65,14#14. die Berge bekleiden sich mit Herden, / und die Täler hüllen sich in Korn, / jauchzen sich zu und singen.
14924#Psalm,66,1#1. EIN Lied, ein Psalm. Jauchzet Gott, alle Lande! / -Ps. 98,4; 100,1.
14925#Psalm,66,2#2. Singet vom Ruhm seines Namens, / machet herrlich sein Lob! /
14926#Psalm,66,3#3. Sprechet zu Gott: Wie furchtbar ist dein Walten! / Ob der Grösse deiner Macht schmeicheln dir deine Feinde. /
14927#Psalm,66,4#4. Der ganze Erdkreis bete dich an und lobsinge dir, / lobsinge deinem Namen! /
14928#Psalm,66,5#5. Kommt und schauet die Taten Gottes, / der mächtig waltet über den Menschenkindern. / -Ps. 46,9.
14929#Psalm,66,6#6. Er wandelte das Meer in trockenes Land; / durch den Strom gingen sie zu Fuss. / Freuen wollen wir uns seiner, / -2.Mo. 14,21; Jos. 3,17.
14930#Psalm,66,7#7. der ewiglich herrscht durch seine Macht. / Seine Augen haben acht auf die Völker; / die Widerspenstigen dürfen sich nicht erheben. /
14931#Psalm,66,8#8. Preiset unsern Gott, ihr Völker, / lasset laut sein Lob erschallen! /
14932#Psalm,66,9#9. der unsre Seele am Leben erhielt / und unsern Fuss nicht wanken liess. /
14933#Psalm,66,10#10. Denn du hast uns geprüft, o Gott, / hast uns geläutert, wie man Silber läutert. / -Spr. 17,3.
14934#Psalm,66,11#11. Du hast uns ins Netz geraten lassen, / hast drückende Last auf unsre Hüften gelegt; /
14935#Psalm,66,12#12. du hast Menschen über unser Haupt dahinfahren lassen. / Wir sind durch Feuer und Wasser gegangen, / aber du hast uns herausgeführt ins Weite. / -Jes. 43,2.
14936#Psalm,66,13#13. Ich komme mit Brandopfern in dein Haus / und bezahle dir meine Gelübde, / -Ps. 22,26; 61,9; 116,18.
14937#Psalm,66,14#14. zu denen sich aufgetan meine Lippen / und die mein Mund gesprochen in meiner Not. /
14938#Psalm,66,15#15. Fette Brandopfer bringe ich dir / samt dem Rauch von Widdern; / ich rüste dir Rinder zu samt Böcken. /
14939#Psalm,66,16#16. Auf! und höret mir zu, / alle, die ihr Gott fürchtet: / ich will erzählen, was er meiner Seele getan hat. /
14940#Psalm,66,17#17. Zu ihm rief ich mit meinem Munde, / und Lobpreis war auf meiner Zunge. /
14941#Psalm,66,18#18. Hätte ich auf Unrecht gedacht in meinem Herzen, / so würde der Herr nicht hören. / -Spr. 28,9; Joh. 9,31.
14942#Psalm,66,19#19. Aber wahrlich, Gott hat gehört, / er hat auf mein Flehen geachtet. /
14943#Psalm,66,20#20. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verworfen, / noch seine Gnade von mir gewendet hat!
14944#Psalm,67,1#1. EIN Psalm, ein Lied.
14945#Psalm,67,2#2. Gott sei uns gnädig und segne uns, / er lasse sein Angesicht bei uns leuchten, / -4.Mo. 6,24.25.
14946#Psalm,67,3#3. dass man auf Erden deinen Weg erkenne, / unter allen Völkern dein Heil! /
14947#Psalm,67,4#4. Es müssen dich preisen, o Gott, die Völker, / dich preisen die Völker alle! /
14948#Psalm,67,5#5. Es müssen sich freuen und jauchzen die Nationen, / dass du die Völker gerecht richtest / und leitest die Nationen auf Erden. / -Ps. 96,13.
14949#Psalm,67,6#6. Es müssen dich preisen, o Gott, die Völker, / dich preisen die Völker alle! /
14950#Psalm,67,7#7. Das Land hat seinen Ertrag gegeben, / es segnet uns Gott, unser Gott. / -Ps. 85,13.
14951#Psalm,67,8#8. Es segnet uns Gott, und es sollen ihn fürchten / alle Enden der Erde!
14952#Psalm,68,1#1. EIN Psalm Davids, ein Lied.
14953#Psalm,68,2#2. Gott erhebt sich: seine Feinde zerstieben, / und die ihn hassen, fliehen vor ihm. / -4.Mo. 10,35.
14954#Psalm,68,3#3. Wie Rauch vor dem Winde verweht, / wie Wachs vor dem Feuer zerschmilzt, / vergehen die Frevler vor Gottes Antlitz. / -Hos. 13,3.
14955#Psalm,68,4#4. Doch die Gerechten freuen sich, / frohlocken vor Gott und jauchzen in Wonne. /
14956#Psalm,68,5#5. Singet Gott, spielt seinem Namen, / erhebt ihn, der durch Steppen einherfährt! / Freut euch des Herrn und frohlockt vor ihm! /
14957#Psalm,68,6#6. Ein Vater der Waisen, ein Richter der Witwen / ist Gott in seiner heiligen Wohnstatt. /
14958#Psalm,68,7#7. Gott bringt Verlassene wieder heim, / führt Gefangene heraus zum Wohlstand; / nur Widerspenstige wohnen in dürrem Lande. / -Ps. 146,7.
14959#Psalm,68,8#8. O Gott, als du auszogst vor deinem Volk, / als du einherschrittest in der Wüste, / -2.Mo. 13,21; Ri. 5,4.
14960#Psalm,68,9#9. da erbebte die Erde, ja, die Himmel troffen vor Gott; / der Sinai zitterte vor dem Herrn, dem Gott Israels. / -2.Mo. 19,16.18.
14961#Psalm,68,10#10. Reichen Regen sprengtest du, Gott;  / dein verschmachtendes Erbe stelltest du her. /
14962#Psalm,68,11#11. Deine Schar fand darin Wohnung; / durch deine Güte, o Gott, stelltest du es her für die Elenden. /
14963#Psalm,68,12#12. Der Herr lässt Kunde erschallen - / der Siegesbotinnen ist ein grosses Heer -: /
14964#Psalm,68,13#13. «Die Könige der Heerscharen, sie fliehen, sie fliehen, / und die Hausfrau verteilt die Beute!» /
14965#Psalm,68,14#14. «Wollt ihr zwischen den Hürden liegen?» / «Flügel der Taube, überzogen mit Silber, / und ihre Schwingen mit gelbem Golde!» /
14966#Psalm,68,15#15. Als der Allmächtige Könige daselbst zerstreute, / fiel Schnee auf dem Zalmon. /
14967#Psalm,68,16#16. Ein Gottesberg ist der Berg Basans, / ein Berg vieler Gipfel der Basansberg. /
14968#Psalm,68,17#17. Was blickt ihr feindselig, ihr Berge, ihr Gipfel, / auf den Berg, wo Gott Lust hat zu weilen? / Ja, ewiglich wird der Herr darauf thronen! /
14969#Psalm,68,18#18. Der Wagen Gottes sind vielmal tausend, / tausend und aber tausend; / der Herr ist vom Sinai hergekommen ins Heiligtum. / -2.Kön. 6,17; Dan. 7,10.
14970#Psalm,68,19#19. Du bist emporgestiegen zur Höhe, / hast Gefangene weggeführt. / Du hast Gaben empfangen unter den Menschen; / auch die widerstrebten, werden nun wohnen bei Gott, dem Herrn. /
14971#Psalm,68,20#20. Gelobt sei der Herr Tag für Tag! / Uns trägt der Gott, der unsre Hilfe ist. /
14972#Psalm,68,21#21. Gott ist uns ein Gott des Sieges, / Gott, der Herr, errettet vom Tode. /
14973#Psalm,68,22#22. Ja, Gott zerschmettert das Haupt seiner Feinde, / den Scheitel dessen, der einherschreitet in seiner Schuld. /
14974#Psalm,68,23#23. Der Herr hat gesprochen: Aus Basan bringe ich heim, / bringe heim aus den Tiefen des Meeres; /
14975#Psalm,68,24#24. auf dass du deinen Fuss badest in Blut / und die Zunge deiner Hunde an den Feinden sich letze. / -Ps. 58,11.
14976#Psalm,68,25#25. Man schaute, o Gott, deine Festzüge, / die Festzüge meines Gottes und Königs, im Heiligtum. /
14977#Psalm,68,26#26. Sänger zogen voran, darnach Saitenspieler, / inmitten von Jungfrauen mit Handpauken. /
14978#Psalm,68,27#27. «In Versammlungen lobet Gott, den Herrn, / die ihr vom Quell Israels seid!» /
14979#Psalm,68,28#28. Da schreitet voran Benjamin, der Jüngste, / die Fürsten Judas in buntem Schmuck, / die Fürsten Sebulons, die Fürsten von Naphthali. /
14980#Psalm,68,29#29. Entbiete, o Gott, deine Macht, erweise dich mächtig, / o Gott, der du für uns gewirkt hast /
14981#Psalm,68,30#30. von deinem Tempel über Jerusalem! / Könige sollen dir Gaben darbringen! / -Ps. 72,10.
14982#Psalm,68,31#31. Bedrohe das Tier im Schilf, / die Rotte der Starken unter den Völkerkälbern; / tritt nieder, die das Silber liebhaben, / zerstreue die Völker, die Lust haben an Kriegen! /
14983#Psalm,68,32#32. Mit Salböl aus Ägypten werden sie kommen; / Äthiopien wird eilends seine Gaben vor Gott bringen. / -Jes. 19,21; 45,14.
14984#Psalm,68,33#33. Ihr Königreiche der Erde, singet Gott, / spielet dem Herrn! /
14985#Psalm,68,34#34. Ihm, der daherfährt im höchsten Himmel, dem ewigen! / Siehe, er lässt seine Stimme erschallen, eine mächtige Stimme. /
14986#Psalm,68,35#35. Gebet Gott die Macht! / Über Israel waltet seine Hoheit und seine Macht in den Wolken. /
14987#Psalm,68,36#36. Furchtbar ist Gott von seinem Heiligtum aus. / Der Gott Israels, er gibt Kraft und Stärke dem Volke. / Gelobt sei Gott! -Ps. 29,11.
14988#Psalm,69,1#1. VON David.
14989#Psalm,69,2#2. Hilf mir, o Gott! / denn die Wasser gehen mir bis an die Seele. / -Jona 2,6.
14990#Psalm,69,3#3. Ich bin versunken in tiefen Schlamm, / wo kein Grund ist; / ich bin in Wassertiefen geraten, / und die Flut schwillt über mich her. /
14991#Psalm,69,4#4. Ich bin müde von meinem Rufen, / vertrocknet ist meine Kehle. / Meine Augen verzehren sich / im Harren auf meinen Gott. /
14992#Psalm,69,5#5. Derer, die mich ohne Ursache hassen, / sind mehr als der Haare auf meinem Haupte. / Zahlreich sind, die mich verderben, / die mich grundlos anfeinden; / was ich nicht geraubt habe, soll ich erstatten. / -Ps. 35,19.
14993#Psalm,69,6#6. O Gott, du weisst um meine Torheit, / und was ich verschuldet, ist dir nicht verborgen. /
14994#Psalm,69,7#7. Lass nicht in mir zuschanden werden, / die auf dich hoffen, Herr der Heerscharen! / Lass nicht in mir beschämt werden, / die dich suchen, o Gott Israels! /
14995#Psalm,69,8#8. Denn um deinetwillen trage ich Schande, / bedeckt Schmach mein Angesicht. / -Ps. 44,16; Jer. 15,15.
14996#Psalm,69,9#9. Fremd bin ich geworden meinen Brüdern, / ein Unbekannter den Söhnen meiner Mutter. / -Hiob 19,13.14.
14997#Psalm,69,10#10. Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt, / und die Schmähungen derer, die dich schmähen, / sind auf mich gefallen. /
14998#Psalm,69,11#11. Ich peinigte durch Fasten meine Seele, / und es ward mir zur Schmach. /
14999#Psalm,69,12#12. Ich nahm das Trauergewand zum Kleide, / da ward ich ihnen zum Spottlied. /
15000#Psalm,69,13#13. Es schwatzen von mir, die im Tore sitzen, / von mir singen die Zecher beim Saitenspiel. /
15001#Psalm,69,14#14. Ich aber bete zu dir, o Herr, / zur Zeit, da es dir wohlgefällt; / nach deiner grossen Güte erhöre mich / mit deiner treuen Hilfe! /
15002#Psalm,69,15#15. Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke, / dass ich errettet werde vor meinen Hassern! / Lass nicht aus Wasserschlünden / -Ps. 40,3.
15003#Psalm,69,16#16. die Flut mich überströmen; / lass nicht die Tiefe mich verschlingen, / noch den Brunnen über mir sich schliessen. /
15004#Psalm,69,17#17. Erhöre mich, o Herr, nach der Güte deiner Huld; / nach deiner grossen Barmherzigkeit wende dich zu mir! /
15005#Psalm,69,18#18. Verbirg dein Antlitz nicht vor deinem Knechte, / denn mir ist bange; eilends erhöre mich! /
15006#Psalm,69,19#19. Nahe dich meiner Seele, erlöse sie, / um meiner Feinde willen befreie mich! /
15007#Psalm,69,20#20. Du weisst ja meine Schmach, / und meine Widersacher kennst du alle. /
15008#Psalm,69,21#21. Die Schmach bricht mir das Herz, / unheilbar ist meine Schande und mein Schimpf; / ich harrte auf einen, der mitleidig wäre, aber da war keiner, / und auf Tröster, doch ich fand sie nicht. / -Kla. 1,2.9.
15009#Psalm,69,22#22. Und sie gaben mir Gift zur Speise / und Essig zu trinken für meinen Durst. / -Mt. 27,34.48; Joh. 19,28.29.
15010#Psalm,69,23#23. Der Tisch vor ihnen möge zur Schlinge werden / und ihre Opfergelage zum Fallstrick. /
15011#Psalm,69,24#24. Ihre Augen mögen dunkel werden, dass sie nicht sehen, / und ihre Lenden lass immerdar wanken. /
15012#Psalm,69,25#25. Schütte aus über sie deinen Grimm, / und die Glut deines Zornes erreiche sie. /
15013#Psalm,69,26#26. Ihr Lagerplatz möge veröden, / und niemand wohne in ihren Zelten. /
15014#Psalm,69,27#27. Denn sie verfolgen, die du geschlagen hast, / und mehren den Schmerz um deine Gefallenen. /
15015#Psalm,69,28#28. Rechne ihnen Schuld auf Schuld zu, / und lass sie nicht kommen zu deinem Heil. /
15016#Psalm,69,29#29. Sie sollen getilgt werden aus dem Buche der Lebenden, / sollen nicht aufgeschrieben werden unter die Gerechten. / -2.Mo. 32,32.33.
15017#Psalm,69,30#30. Ich aber bin elend und voller Schmerzen; / deine Hilfe, o Gott, wird mich erhöhen. /
15018#Psalm,69,31#31. Ich will den Namen Gottes preisen im Liede, / will ihn hoch ehren mit Lobgesang. /
15019#Psalm,69,32#32. Das wird dem Herrn besser gefallen als Rinder, / als Stiere mit Hörnern und Klauen. /
15020#Psalm,69,33#33. Schaut her, ihr Gebeugten, und freuet euch! / Die ihr Gott suchet, euer Herz lebe auf! / -Ps. 22,27.
15021#Psalm,69,34#34. Denn der Herr erhört die Armen, / und seine Gefangenen verachtet er nicht. /
15022#Psalm,69,35#35. Es lobe ihn Himmel und Erde, / das Meer und alles, was darin sich regt. /
15023#Psalm,69,36#36. Denn Gott wird Zion helfen / und die Städte Judas aufbauen, / dass man dort Wohnung nehme und sie besitze. /
15024#Psalm,69,37#37. Und das Geschlecht seiner Knechte wird es ererben; / die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.
15025#Psalm,70,1#1. VON David.
15026#Psalm,70,2#2. O Gott, eile, mich zu erretten, / eile, o Herr, mir zu helfen! /
15027#Psalm,70,3#3. Es werden sich noch schämen und erröten, / die mir nach dem Leben trachten; / es werden zurückweichen und zuschanden werden, / die sich meines Unglücks freuen. /
15028#Psalm,70,4#4. Sie werden abziehen ob ihrer Schmach, / die da höhnen: «Ha! ha!» /
15029#Psalm,70,5#5. Es werden noch frohlocken und deiner sich freuen / alle, die dich suchen, / und die dein Heil lieben, werden allzeit sagen: / Gott ist gross! /
15030#Psalm,70,6#6. Doch jetzt bin ich arm und elend; / o Gott, eile zu mir! / Meine Hilfe und mein Retter bist du; / o Herr, säume nicht!
15031#Psalm,71,1#1. AUF dich, o Herr, vertraue ich / lass mich nimmermehr zuschanden werden! / -V. 1-3: Ps. 31,2-4.
15032#Psalm,71,2#2. Errette mich nach deiner Gerechtigkeit und befreie mich; / neige dein Ohr zu mir und hilf mir! /
15033#Psalm,71,3#3. Sei mir ein Hort der Zuflucht, / eine feste Burg, dass du mir helfest; / denn du bist mein Fels und meine Feste. / -Ps. 18,3.
15034#Psalm,71,4#4. Mein Gott, errette mich aus der Hand des Gottlosen, / aus der Faust des Frevlers und Unterdrückers. /
15035#Psalm,71,5#5. Denn du bist meine Hoffnung, Herr, mein Gott, / meine Zuversicht seit meiner Jugend. /
15036#Psalm,71,6#6. Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an, / vom Mutterschoss an bist du mein Schutz; / von dir singt mein Loblied allezeit. / -Ps. 22,11.
15037#Psalm,71,7#7. Ein Wunder bin ich für viele, / und du bist meine starke Zuflucht. /
15038#Psalm,71,8#8. Mein Mund ist deines Lobes voll, / voll deines Preises den ganzen Tag. /
15039#Psalm,71,9#9. Verwirf mich nicht in den Tagen des Alters; / wenn meine Kraft schwindet, verlass mich nicht. / -Jes. 46,4.
15040#Psalm,71,10#10. Denn meine Feinde reden über mich, / und die auf mein Leben lauern, ratschlagen
15041#Psalm,71,11#und sprechen: / 11. «Gott hat ihn verlassen; so jaget ihm nach / und ergreift ihn, denn da ist kein Retter!» /
15042#Psalm,71,12#12. O Gott, sei nicht ferne von mir, / mein Gott, eile, mir zu helfen! /
15043#Psalm,71,13#13. Es müssen zuschanden werden und umkommen, / die meiner Seele feind sind, / mit Schmach und Schande sich bedecken, / die mein Unglück suchen. /
15044#Psalm,71,14#14. Ich aber will immerdar harren / und mehren all deinen Ruhm. /
15045#Psalm,71,15#15. Mein Mund soll deine Gerechtigkeit verkünden, / deine Hilfe den ganzen Tag; / denn ich kann sie nicht ermessen. /
15046#Psalm,71,16#16. Ich komme mit den Grosstaten des Herrn, / deine Gerechtigkeit allein will ich rühmen. /
15047#Psalm,71,17#17. Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf, / und bis jetzt verkünde ich deine Wunder. /
15048#Psalm,71,18#18. Auch im Alter noch, wenn ich grau werde, / verlass mich nicht, o Gott, / dass ich deinen Arm der Nachwelt verkünde, / deine Kraft allen, die noch kommen werden, /
15049#Psalm,71,19#19. und deine Gerechtigkeit, o Gott, für und für. / Der du so grosse Dinge getan, / Gott, wer ist dir gleich? / -Ps. 40,6; 86,8; Jer. 10,6.
15050#Psalm,71,20#20. Der du uns schauen liessest viel Angst und Not, / du wirst uns wieder beleben, / uns wieder heraufführen aus den Tiefen der Erde. / -Ps. 86,13; 1.Sam. 2,6.
15051#Psalm,71,21#21. Du wirst mich zu hohen Ehren bringen / und wirst mich wiederum trösten. /
15052#Psalm,71,22#22. So will auch ich dir danken, mein Gott, / deiner Treue danken mit Harfenspiel, / will dir spielen auf der Laute, Heiliger Israels. /
15053#Psalm,71,23#23. Meine Lippen sollen frohlocken / und meine Seele, die du erlöst hast. /
15054#Psalm,71,24#24. Auch meine Zunge soll den ganzen Tag / reden von deiner Gerechtigkeit; / denn zuschanden wurden, erröten mussten, / die mein Unglück suchten. -Ps. 40,15.
15055#Psalm,72,1#1. VON Salomo. O Gott, gib dein Gericht dem König / und deine Gerechtigkeit dem Königssohne, /
15056#Psalm,72,2#2. dass er dein Volk richte mit Gerechtigkeit / und deine Elenden nach dem Recht. /
15057#Psalm,72,3#3. Die Berge mögen dem Volke Heil tragen / und die Hügel Gerechtigkeit. /
15058#Psalm,72,4#4. Er wird Recht schaffen den Elenden des Volkes, / wird den Armen helfen und den Bedrücker zermalmen. /
15059#Psalm,72,5#5. Er wird leben, solange die Sonne scheint / und der Mond, Geschlecht um Geschlecht. / -Ps. 89,37.38.
15060#Psalm,72,6#6. Er ist wie Regen, der herabströmt auf die Au, / wie die Tropfen, die die Erde netzen. /
15061#Psalm,72,7#7. In seinen Tagen blüht das Recht / und reiches Glück, bis der Mond nicht mehr ist. /
15062#Psalm,72,8#8. Er wird herrschen von Meer zu Meer, / vom Euphrat bis an die Enden der Erde. / -Sach. 9,10.
15063#Psalm,72,9#9. Vor ihm müssen sich beugen die Widersacher / und seine Feinde den Staub lecken. /
15064#Psalm,72,10#10. Die Könige von Tharsis und den Inseln / müssen Geschenke geben, / die Könige von Saba und Seba / müssen Gaben darbringen. / -Ps. 68,30; 1.Kön. 10,1-13.
15065#Psalm,72,11#11. Alle Könige müssen ihm huldigen, / alle Völker müssen ihm dienen. / -Ps. 2,10.11.
15066#Psalm,72,12#12. Denn er errettet den Armen, der schreit, / den Elenden und den, der keinen Helfer hat. /
15067#Psalm,72,13#13. Er erbarmt sich des Geringen und Armen, / den Seelen der Armen hilft er. /
15068#Psalm,72,14#14. Von Druck und Gewalttat erlöst er ihre Seele, / und ihr Blut ist kostbar in seinen Augen. /
15069#Psalm,72,15#15. Er lebe, und man gebe ihm vom Golde aus Saba, / für ihn bete man immerdar, / allezeit soll man ihn segnen. /
15070#Psalm,72,16#16. Es wird Überfluss an Korn sein im Lande, / auf den Höhen der Berge wird es rauschen. / Seine Frucht wird sein wie der Libanon; / sie werden hervorblühen aus der Stadt / wie das Gras der Erde. /
15071#Psalm,72,17#17. Sein Name soll ewiglich bleiben, / soll sprossen, solange die Sonne scheint. / Mit seinem Namen sollen sich Segen wünschen / alle Geschlechter der Erde, / alle Völker sollen ihn glücklich preisen.
15072#Psalm,72,18#18. Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, / der allein Wunder tut! / -Ps. 136,4.
15073#Psalm,72,19#19. Und gelobt sei sein herrlicher Name in Ewigkeit, / alle Lande sollen seiner Herrlichkeit voll werden! Amen! Amen! /
15074#Psalm,72,20#20. Zu Ende sind die Gebete Davids, des Sohnes Isais.
15075#Psalm,73,1#1. EIN Psalm Asaphs. Lauter Güte ist Gott gegen den Frommen, / der Herr gegen die, die reines Herzens sind. /
15076#Psalm,73,2#2. Ich aber wäre beinahe gestrauchelt; / um ein Kleines, so wäre mein Fuss ausgeglitten. /
15077#Psalm,73,3#3. Denn Eifer wider die Übermütigen ergriff mich, / da ich sah, wie es den Gottlosen so wohlging: / -Hiob 21,7; Jer. 12,1.
15078#Psalm,73,4#4. sie leiden keine Qualen; / gesund und wohlgenährt ist ihr Leib. /
15079#Psalm,73,5#5. Von der Mühsal der Sterblichen sind sie frei, / sie sind nicht geplagt wie andre Menschen. /
15080#Psalm,73,6#6. Darum ist Hoffart ihr Halsgeschmeide, / Gewalttat das Gewand, das sie umhüllt. /
15081#Psalm,73,7#7. Aus der Verstockung kommt ihr Unrecht, / es überwallen die Anschläge ihres Herzens. /
15082#Psalm,73,8#8. Sie höhnen und reden in Bosheit; / Verkehrtes reden sie von oben herab. /
15083#Psalm,73,9#9. Sie erheben gegen den Himmel ihr Maul / und lassen auf Erden ihrer Zunge den Lauf. /
15084#Psalm,73,10#10. Darum wendet sich ihnen das Volk zu / und schlürft Wasser in Fülle /
15085#Psalm,73,11#11. und spricht: «Wie wüsste es Gott? / wie wäre Wissen beim Höchsten?» / -Ps. 10,11; 94,7; Jes. 29,15; Hes. 8,12.
15086#Psalm,73,12#12. Siehe, so treiben es die Gottlosen! / Immer im Glück, häufen sie Reichtum. /
15087#Psalm,73,13#13. Ganz umsonst hielt ich rein mein Herz / und wusch meine Hände in Unschuld; / -Ps. 26,6.
15088#Psalm,73,14#14. war ich doch geplagt allezeit, / und meine Züchtigung war jeden Morgen da. /
15089#Psalm,73,15#15. Wenn ich gedacht hätte: «Ich will auch so reden», / siehe, so hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verraten. /
15090#Psalm,73,16#16. Da sann ich nach und suchte es zu verstehen - / es war eine Qual in meinen Augen -, /
15091#Psalm,73,17#17. bis ich erfasste Gottes heiliges Walten / und achthatte auf ihr Ende. /
15092#Psalm,73,18#18. Ja, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund, / 19. du lässest sie fallen in Täuschung. /
15093#Psalm,73,19#Wie werden sie zum Entsetzen im Nu, / werden hingerafft, nehmen ein Ende mit Schrecken! /
15094#Psalm,73,20#20. Wie man einen Traum verachtet beim Erwachen, / wirst du, Herr, wenn du dich aufmachst, ihr Bild verachten. /
15095#Psalm,73,21#21. Als mein Herz erbittert war / und es mich stach in meinen Nieren, /
15096#Psalm,73,22#22. da war ich dumm und ohne Einsicht, / war wie ein Tier vor dir. /
15097#Psalm,73,23#23. Nun aber bleibe ich stets bei dir, / du hältst mich bei meiner rechten Hand. /
15098#Psalm,73,24#24. Du leitest mich nach deinem Ratschluss / und nimmst mich hernach in die Herrlichkeit. / -Ps. 49,16; 1.Mo. 5,24; 2.Kön. 2,3.5.
15099#Psalm,73,25#25. Wen hätte ich im Himmel ausser dir? / Und wenn ich dich habe, so wünsche ich nichts auf Erden. /
15100#Psalm,73,26#26. Mag Leib und Sinn mir schwinden, / Gott ist ewiglich mein Fels und mein Teil. / -Ps. 16,5.
15101#Psalm,73,27#27. Denn siehe, die dir fernbleiben, kommen um; / du vernichtest alle, die dir untreu werden. /
15102#Psalm,73,28#28. Mir aber ist es köstlich, Gott nahe zu sein; / ich setze meine Zuversicht auf Gott, den Herrn, / und verkünde alle deine Werke.
15103#Psalm,74,1#1. EIN Lied Asaphs. Warum, o Gott, verstössest du uns auf immer, / flammt dein Zorn wider die Schafe deiner Weide? /
15104#Psalm,74,2#2. Gedenke deiner Gemeinde, die du vor alters erworben, / die du erlöst hast, dass sie dein Volk sei, / des Berges Zion, auf dem du Wohnung genommen. /
15105#Psalm,74,3#3. Erhebe deine Schritte zu den uralten Trümmern; / alles hat der Feind im Heiligtum verheert. /
15106#Psalm,74,4#4. Deine Widersacher brüllten inmitten deiner heiligen Stätte, / stellten ihre Paniere als Zeichen auf. /
15107#Psalm,74,5#5. Es war anzusehen, wie wenn man die Axt / hochschwingt im Dickicht des Waldes; /
15108#Psalm,74,6#6. und dann zerschlugen sie das Schnitzwerk / allzumal mit Beilen und Hämmern. /
15109#Psalm,74,7#7. Sie haben dein Heiligtum in Brand gesteckt, / bis auf den Grund entweiht die Wohnstatt deines Namens. /
15110#Psalm,74,8#8. Sie dachten bei sich: «Wir vertilgen sie allzumal!» / sie verbrannten alle Gottesstätten im Lande. /
15111#Psalm,74,9#9. Unsre Zeichen sehen wir nimmer, kein Prophet ist mehr da; / niemand unter uns weiss, bis wie lange. /
15112#Psalm,74,10#10. Wie lange, o Gott, soll der Widersacher noch schmähen, / soll der Feind deinen Namen immerfort lästern? /
15113#Psalm,74,11#11. Warum ziehst du die Hand zurück, / hältst deine Rechte im Busen verborgen? /
15114#Psalm,74,12#12. Aber Gott ist mein König von alters her, / der Heilstaten vollbringt auf Erden. /
15115#Psalm,74,13#13. Du hast das Meer zerspalten mit deiner Kraft, / die Häupter der Drachen über den Fluten zerschmettert. / -2.Mo. 14,21.
15116#Psalm,74,14#14. Du hast zerschlagen die Köpfe des Leviathan, / dem Volke der Wüstentiere ihn zum Frass gegeben. /
15117#Psalm,74,15#15. Du hast aufgetan Quellen und Bäche, / hast ausgetrocknet mächtige Ströme. / -Ps. 104,10; 2.Mo. 17,6; Jos. 3,16.
15118#Psalm,74,16#16. Dein ist der Tag, dein auch die Nacht; / du hast hingesetzt Leuchte und Sonne. / -Ps. 104,19.
15119#Psalm,74,17#17. Du hast festgestellt alle Grenzen der Erde; / Sommer und Winter, du hast sie geschaffen. /
15120#Psalm,74,18#18. Gedenke dessen, da der Feind schmäht, o Herr, / da törichtes Volk deinen Namen lästert. /
15121#Psalm,74,19#19. Gib nicht dem Raubtier preis die Seele deiner Taube, / und vergiss nicht ewig des Lebens deiner Elenden! /
15122#Psalm,74,20#20. Blicke auf die Fettstrotzenden, wie sie voll sind! / Die Schlupfwinkel des Landes sind Stätten der Gewalttat.-1- / -1) die Üs. ist unsicher. Andere Deut: «Blicke auf deinen Bund! Denn voll sind die Schlupfwinkel des Landes von Stätten der Gewalttat.»
15123#Psalm,74,21#21. Lass nicht den Geringen in Schande davongehen; / der Arme und Elende müsse deinen Namen preisen. /
15124#Psalm,74,22#22. Stehe auf, o Gott, und führe deinen Streit, / gedenke, wie du stetsfort von Gottlosen geschmäht wirst. /
15125#Psalm,74,23#23. Vergiss nicht des Geschreis deiner Feinde, / des Tobens deiner Widersacher, das allzeit emporsteigt.
15126#Psalm,75,1#1. EIN Psalm Asaphs, ein Lied.
15127#Psalm,75,2#2. Wir preisen dich, o Gott, wir preisen dich, / und die deinen Namen anrufen, / erzählen von deinen Wundern. /
15128#Psalm,75,3#3. «Wenn ich mir gleich eine Frist nehme - / ich halte doch gerechtes Gericht. /
15129#Psalm,75,4#4. Ob auch die Erde wankt und alle, die darauf wohnen - / ich selbst habe festgestellt ihre Säulen.» /
15130#Psalm,75,5#5. Ich spreche zu den Rasenden: Raset nicht! / und zu den Gottlosen: Erhebt nicht das Horn-1-! / -1) vgl. Anm. zu 1.Sam. 2,1.
15131#Psalm,75,6#6. Erhebt nicht gegen den Himmel euer Horn-1-, / redet nicht vermessen wider unsern Fels! / -Ps. 94,4.   1) vgl. Anm. zu 1.Sam. 2,1.
15132#Psalm,75,7#7. Denn weder vom Aufgang noch vom Niedergang / noch von der Wüste her kommt Erhöhung; /
15133#Psalm,75,8#8. sondern Gott ist der Richter: / den einen erniedrigt, den andern erhöht er. / -1.Sam. 2,7.
15134#Psalm,75,9#9. Denn ein Kelch ist in der Hand des Herrn / mit schäumendem Wein, stark gewürztem; / und er schenkt ein der Reihe nach, / auch seine Hefe müssen schlürfen, / müssen trinken alle Gottlosen der Erde. / -Ps. 60,5; Jer. 25,15-26.
15135#Psalm,75,10#10. Ich aber will immerdar jubeln, / will lobsingen dem Gotte Jakobs. /
15136#Psalm,75,11#11. Alle Hörner-1- der Gottlosen schlägt er ab; / aber hoch werden erhoben die Hörner des Gerechten. -1) vgl. Anm. zu 1.Sam. 2,1.
15137#Psalm,76,1#1. EIN Psalm Asaphs, ein Lied.
15138#Psalm,76,2#2. Gott ist in Juda bekannt, / sein Name ist gross in Israel. /
15139#Psalm,76,3#3. In Salem erstand seine Hütte / und seine Wohnstatt auf Zion. / -Ps. 132,13.
15140#Psalm,76,4#4. Dort zerbrach er die Blitze des Bogens, / Schild und Schwert und Krieg. / -Ps. 46,10; Sach. 7,10.
15141#Psalm,76,5#5. Furchtbar bist du, herrlich, / von den ewigen Bergen her. /
15142#Psalm,76,6#6. Zur Beute wurden die Tapfern, / sanken hin in ihren Schlaf; / allen Kriegshelden versagte die Kraft. /
15143#Psalm,76,7#7. Vor deinem Schelten, o Gott Jakobs, / versank in Betäubung so Reiter wie Ross. /
15144#Psalm,76,8#8. Furchtbar bist du! Wer kann bestehen / vor dir ob der Gewalt deines Zorns? /
15145#Psalm,76,9#9. Vom Himmel herab verkündest du Gericht - / die Erde erschrickt und verstummt, /
15146#Psalm,76,10#10. wenn Gott sich erhebt zum Gericht, / allen Gebeugten auf Erden zu helfen. /
15147#Psalm,76,11#11. Ja, die Menschenvölker sollen dich preisen, / der Überrest der Völker dir Feste feiern.-1- / -1) die gegebene Üs. beruht auf mehrfacher Textänderung. Der überlieferte Text bed: «Denn der Zorn des Menschen preist dich; / mit dem Überrest der Zornausbrüche gürtest du dich.»
15148#Psalm,76,12#12. Tut Gelübde und erfüllt sie dem Herrn, eurem Gott; / alle ringsum sollen Gaben bringen dem Furchtbaren, /
15149#Psalm,76,13#13. der Fürstenhochmut dämpft, / furchtbar den Königen der Erde.
15150#Psalm,77,1#1. EIN Psalm Asaphs.
15151#Psalm,77,2#2. Laut will ich schreien zu Gott, / laut zu Gott, dass er auf mich höre. /
15152#Psalm,77,3#3. Am Tage meiner Not suche ich den Herrn, / des Nachts ist unermüdlich meine Hand ausgestreckt; / meine Seele will sich nicht trösten lassen. /
15153#Psalm,77,4#4. Ich denke an Gott und seufze; / ich sinne nach, und mein Geist will verzagen. /
15154#Psalm,77,5#5. Von nächtlichem Wachen gehalten sind meine Augen; / ich bin voll Unruhe und kann nicht reden. /
15155#Psalm,77,6#6. Ich sinne über die Tage der Vorzeit, / urlängst vergangener Jahre gedenke ich. / -Ps. 143,5.
15156#Psalm,77,7#7. Ich flüstre des Nachts für mich hin; / ich sinne nach, und es forscht mein Geist. /
15157#Psalm,77,8#8. Will denn der Herr auf ewig verstossen? / will er nimmermehr gnädig sein? / -Ps. 79,5; 85,6; 89,47.
15158#Psalm,77,9#9. Hat seine Güte für immer ein Ende? / ist es aus mit seiner Treue für alle Zeiten? /
15159#Psalm,77,10#10. Hat Gott des Erbarmens vergessen? / oder hat er im Zorn sein Mitleid verschlossen? /
15160#Psalm,77,11#11. Und ich sprach: Das ist mein Schmerz, / dass so anders geworden das Walten des Höchsten. /
15161#Psalm,77,12#12. Ich will gedenken der Werke des Herrn, / ja gedenken deiner Wunder von Uranfang an, /
15162#Psalm,77,13#13. will nachsinnen über all dein Tun, / will reden von deinen mächtigen Taten. /
15163#Psalm,77,14#14. O Gott, dein Weg ist heilig! / Wo ist ein Gott, gross wie der Herr? /
15164#Psalm,77,15#15. Du allein bist Gott, der du Wunder tust; / du hast deine Macht an den Völkern erwiesen. / -Ps. 98,1.
15165#Psalm,77,16#16. Du hast dein Volk mit starkem Arm erlöst, / die Kinder Jakobs und Josephs. /
15166#Psalm,77,17#17. Die Wasser sahen dich, Gott, / die Wasser sahen dich und erbebten, / die Meerestiefen erzitterten. / -Ps. 114,3.
15167#Psalm,77,18#18. Es gossen Wasser die Wolken, / es donnerte das Himmelsgewölk, / und deine Pfeile fuhren dahin. /
15168#Psalm,77,19#19. Rollend erdröhnte dein Donner, / deine Blitze erhellten den Erdkreis; / die Erde erbebte, erzitterte. /
15169#Psalm,77,20#20. Dein Weg ging durchs Meer / und dein Pfad durch gewaltige Wasser, / doch deine Spuren waren nicht zu erkennen. / -2.Mo. 14.
15170#Psalm,77,21#21. Du führtest dein Volk wie eine Herde / durch Moses und Aarons Hand. -Ps. 78,52.
15171#Psalm,78,1#1. EIN Lied Asaphs. Höre, mein Volk, auf meine Weisung; / neiget euer Ohr den Worten meines Mundes. /
15172#Psalm,78,2#2. Ich will meinen Mund auftun zu Sprüchen, / will Rätsel verkünden aus der Vorzeit, /
15173#Psalm,78,3#3. die wir gehört und verstanden haben, / die unsre Väter uns erzählten. /
15174#Psalm,78,4#4. Nicht ward es verschwiegen von ihren Kindern; / dem kommenden Geschlecht erzählten sie / die Ruhmestaten des Herrn und seine Stärke / und seine Wunder, die er getan hat: /
15175#Psalm,78,5#5. wie er ein Zeugnis aufstellte in Jakob / und eine Satzung gab in Israel, / die er unsern Vätern auftrug / ihren Kindern kundzutun, / -5.Mo. 4,9.
15176#Psalm,78,6#6. damit das kommende Geschlecht sie erfahre, / dass die Kinder, die geboren werden sollten, / aufstünden und sie kundtäten ihren Kindern /
15177#Psalm,78,7#7. und auf Gott ihr Vertrauen setzten, / dass sie der Taten Gottes nicht vergässen / und seine Gebote hielten, /
15178#Psalm,78,8#8. dass sie nicht würden wie ihre Väter, / ein widerspenstiges und trotziges Geschlecht, / ein Geschlecht, dessen Herz nicht fest war / und dessen Geist nicht treulich zu Gott hielt. / -5.Mo. 32,5-43.
15179#Psalm,78,9#9. Die Söhne Ephraims, bogengewappnet, / kehrten um am Tage der Schlacht; /
15180#Psalm,78,10#10. sie hielten den Bund Gottes nicht / und wollten nicht wandeln nach seinem Gesetz. /
15181#Psalm,78,11#11. Sie vergassen seiner Taten, / seiner Wunder, die er sie schauen liess. /
15182#Psalm,78,12#12. Vor ihren Vätern hatte er Wunder getan / im Lande Ägypten, in Zoans Gefilde: / -4.Mo. 13,23.
15183#Psalm,78,13#13. das Meer zerteilte er und führte sie durch, / liess die Wasser feststehen gleich einem Damm, / -2.Mo. 14,22.
15184#Psalm,78,14#14. leitete sie mit der Wolke bei Tage, / die ganze Nacht mit Feuerschein. / -2.Mo. 13,21.
15185#Psalm,78,15#15. Er spaltete Felsen in der Wüste, / tränkte die Steppe wie mit Urzeitsflut, / -2.Mo. 17,6.
15186#Psalm,78,16#16. liess Bäche hervorbrechen aus dem Stein / und Wasser herabfliessen wie Ströme. /
15187#Psalm,78,17#17. Dennoch sündigten sie weiter an ihm / und trotzten dem Höchsten in der Wüste: /
15188#Psalm,78,18#18. sie versuchten Gott in ihrem Herzen, / Speise verlangend nach ihrem Gelüste. / -2.Mo. 16,3; 4.Mo. 11,4.
15189#Psalm,78,19#19. Und sie redeten wider Gott: / «Vermag wohl Gott, in der Wüste den Tisch uns zu decken? /
15190#Psalm,78,20#20. Siehe, er hat den Felsen geschlagen, / dass Wasser flossen und Bäche strömten; / vermag er aber auch Brot zu geben, / oder Fleisch zu schaffen seinem Volke?» /
15191#Psalm,78,21#21. Darum, als der Herr das hörte, ward er entrüstet, / Feuer entzündete sich wider Jakob, / und Zorn stieg auf wider Israel, / -4.Mo. 11,1.
15192#Psalm,78,22#22. weil sie Gott nicht glaubten / und nicht vertrauten auf seine Hilfe. /
15193#Psalm,78,23#23. Und er gebot den Wolken droben, / die Tore des Himmels tat er auf, /
15194#Psalm,78,24#24. liess Manna auf sie regnen, sie zu speisen, / und gab ihnen Himmelskorn. / -2.Mo. 16,4-15.
15195#Psalm,78,25#25. Menschen assen Engelbrot, / Zehrung sandte er ihnen in Fülle. /
15196#Psalm,78,26#26. Er liess den Ost aufstehen am Himmel, / führte den Süd heran durch seine Kraft, /
15197#Psalm,78,27#27. liess Fleisch auf sie regnen wie Staub, / fliegende Vögel wie Sand am Meere; /
15198#Psalm,78,28#28. mitten in sein Lager liess er sie fallen, / rings um seine Wohnung her. /
15199#Psalm,78,29#29. Da assen sie und wurden reich gesättigt, / ihr Begehr gewährte er ihnen. /
15200#Psalm,78,30#30. Noch hatten sie ihr Gelüste nicht gestillt, / noch war die Speise in ihrem Munde, /
15201#Psalm,78,31#31. da erhob sich der Zorn Gottes wider sie / und würgte unter ihren Grossen / und streckte Israels Jungmannschaft nieder. / -4.Mo. 11,33.
15202#Psalm,78,32#32. Trotz alledem sündigten sie wieder / und glaubten nicht an seine Wunder. / -4.Mo. 14,11.
15203#Psalm,78,33#33. Darum liess er ihre Tage erfolglos vergehen / und ihre Jahre in Schrecken. / -4.Mo. 14,22.23.
15204#Psalm,78,34#34. Wenn er sie hinwürgte, fragten sie nach ihm / und suchten wiederum Gott, / -Jes. 26,16.
15205#Psalm,78,35#35. gedachten, dass Gott ihr Fels sei / und Gott, der Höchste, ihr Erlöser, /
15206#Psalm,78,36#36. wollten ihn betören mit ihrem Munde / und logen ihm vor mit ihrer Zunge, /
15207#Psalm,78,37#37. da doch ihr Herz  nicht fest zu ihm hielt / und sie untreu waren seinem Bunde. /
15208#Psalm,78,38#38. Er aber in seiner Gnade und seinem Erbarmen, / er vergab ihre Schuld und vertilgte sie nicht / liess oftmals ab von seinem Zorn, / liess nicht aufwachen seinen ganzen Grimm; /
15209#Psalm,78,39#39. denn er gedachte, dass sie Fleisch seien, / ein Hauch, der hinfährt und nicht wiederkehrt. /
15210#Psalm,78,40#40. Wie oft trotzten sie ihm in der Wüste / und kränkten ihn in der Einöde! /
15211#Psalm,78,41#41. Und immer wieder versuchten sie Gott / und betrübten den Heiligen Israels, /
15212#Psalm,78,42#42. gedachten nicht mehr seiner Hand, / des Tages, da er sie vom Feinde erlöste, /
15213#Psalm,78,43#43. da er seine Zeichen tat in Ägypten, / seine Wunder in Zoans Gefilde, /
15214#Psalm,78,44#44. da er ihre Flüsse in Blut verwandelte / und ihre Bäche ungeniessbar machte, / -2.Mo. 7,17-21.
15215#Psalm,78,45#45. da er Geschmeiss auf sie losliess, das sie frass, / und Frösche, die ihnen Verderben brachten, / -2.Mo. 8,2.21.
15216#Psalm,78,46#46. da er ihre Ernte dem Fresser gab / und ihre Arbeit den Heuschrecken, / -2.Mo. 10,4.
15217#Psalm,78,47#47. da er ihren Weinstock mit Hagel schlug / und ihre Sykomoren mit Schlossen, / -2.Mo. 9,22.
15218#Psalm,78,48#48. da er ihr Vieh der Pest preisgab / und ihre Herden den Seuchen, /
15219#Psalm,78,49#49. auf sie losliess die Glut seines Zorns, / Grimm und Wut und Drangsal, / eine Rotte verderbender Engel, /
15220#Psalm,78,50#50. da er freie Bahn schuf seinem Zorn, / ihre Seele nicht vor dem Tode bewahrte / und ihr Leben der Pest dahingab, / -2.Mo. 9,3.6.
15221#Psalm,78,51#51. alle Erstgeburt schlug in Ägypten, / die Blüte der Kraft in den Zelten Hams, / -2.Mo. 12,29.
15222#Psalm,78,52#52. da er sein Volk ausziehen liess wie Schafe, / sie in der Wüste leitete wie eine Herde, /
15223#Psalm,78,53#53. sie sicher führte sonder Schrecken, / während das Meer ihre Feinde bedeckte. / -2.Mo. 14.
15224#Psalm,78,54#54. Er brachte sie nach seinem heiligen Bezirk, / in das Bergland, das er mit seiner Rechten erworben. /
15225#Psalm,78,55#55. Völker vertrieb er vor ihnen, / verteilte sie mit der Meßschnur als Erbe / und liess in ihren Zelten Israels Stämme wohnen. /
15226#Psalm,78,56#56. Aber sie versuchten trotzig den höchsten Gott, / und seine Gesetze hielten sie nicht. /
15227#Psalm,78,57#57. Treulos fielen sie ab wie die Väter, / wandten sich wie ein versagender Bogen. / -Hos. 7,16.
15228#Psalm,78,58#58. Sie erbitterten ihn durch ihren Höhendienst / und reizten ihn zur Eifersucht mit ihren Götzen. /
15229#Psalm,78,59#59. Als Gott es hörte, ward er entrüstet / und verwarf Israel ganz und gar. /
15230#Psalm,78,60#60. Er verwarf die Wohnung zu Silo, / das Zelt, wo er unter den Menschen geweilt. /
15231#Psalm,78,61#61. Er gab seine Macht-1- in Gefangenschaft, / seine Zier-1- in die Hand des Feindes, / -1) gemeint ist die Bundeslade, vgl. 1.Sam. 4,11.21.
15232#Psalm,78,62#62. überlieferte sein Volk dem Schwerte / und war entrüstet über sein Erbe. /
15233#Psalm,78,63#63. Seine Jünglinge frass das Feuer, / und seine Jungfrauen blieben ohne Brautlied. /
15234#Psalm,78,64#64. Seine Priester fielen durch das Schwert, / und seine Witwen konnten nicht Totenklage halten. /
15235#Psalm,78,65#65. Es erwachte der Herr wie ein Schlafender, / wie ein Held, der vom Weine bezwungen war. /
15236#Psalm,78,66#66. Er stiess seine Feinde von sich, / trieb sie in ewige Schande. /
15237#Psalm,78,67#67. Er verwarf das Zelt Josephs, / den Stamm Ephraim erwählte er nicht, /
15238#Psalm,78,68#68. sondern erwählte den Stamm Juda, / den Berg Zion, den er liebhat. /
15239#Psalm,78,69#69. Himmelshöhen gleich baute er sein Heiligtum, / fest wie die Erde, die er auf ewig gegründet. /
15240#Psalm,78,70#70. Er erwählte David, seinen Knecht, / nahm ihn von den Hürden der Herde, / -2.Sam. 7,8.
15241#Psalm,78,71#71. holte ihn weg von den Mutterschafen, / dass er weide sein Volk Jakob / und sein Eigentum Israel. / -1.Sam. 16,11-13.
15242#Psalm,78,72#72. Und er weidete sie mit frommem Sinn, / leitete sie mit weiser Hand.
15243#Psalm,79,1#1. EIN Psalm Asaphs. O Gott, Heiden sind in dein Erbe eingefallen, / haben deinen heiligen Tempel befleckt / und Jerusalem zu Steinhaufen gemacht. / -Jer. 9,11.
15244#Psalm,79,2#2. Sie haben die Leichen deiner Knechte / den Vögeln des Himmels zum Frasse gegeben, / das Fleisch deiner Frommen den Tieren des Feldes, /
15245#Psalm,79,3#3. sie haben ihr Blut vergossen wie Wasser / rings um Jerusalem, und niemand begrub sie. /
15246#Psalm,79,4#4. Wir sind bei unsern Nachbarn zur Schmach geworden, / ein Spott und Hohn denen, die um uns wohnen. / -Ps. 44,14; 80,7.
15247#Psalm,79,5#5. Wie lange, o Herr, willst du immerdar zürnen, / soll dein Eifer lodern wie Feuer? / -Ps. 77,8.
15248#Psalm,79,6#6. Schütte deinen Grimm aus über die Heiden, / die dich nicht kennen, / und über die Königreiche, / die deinen Namen nicht anrufen. / -V. 6-7: Jer. 10,25.
15249#Psalm,79,7#7. Denn sie haben Jakob gefressen / und seine Wohnung verwüstet. /
15250#Psalm,79,8#8. Rechne uns nicht an die Schuld der Vorfahren, / dein Erbarmen komme uns eilends entgegen; / denn wir sind gar schwach geworden. /
15251#Psalm,79,9#9. Hilf uns, du Gott unsres Heils, / um der Ehre deines Namens willen; / errette uns und sühne unsre Sünden / um deines Namens willen! /
15252#Psalm,79,10#10. Warum sollen die Heiden sagen: / Wo ist nun ihr Gott? / Lass kundwerden an den Heiden vor unsern Augen / die Rache für das vergossene Blut deiner Knechte! / -Ps. 42,4.11; 115,2; Joel 2,17.
15253#Psalm,79,11#11. Lass vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; / nach der Macht deines Armes / befreie die dem Tode Geweihten! / -Ps. 102,21.
15254#Psalm,79,12#12. Und unsern Nachbarn vergilt / siebenfältig in ihren Busen den Hohn, / womit sie dich, Herr, gehöhnt haben! /
15255#Psalm,79,13#13. Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, / wir wollen dir ewig Dank sagen / und deinen Ruhm verkünden / von Geschlecht zu Geschlecht. -Ps. 100,3.
15256#Psalm,80,1#1. EIN Zeugnis Asaphs, ein Psalm.
15257#Psalm,80,2#2. Du Hirte Israels, schenke Gehör, / der du Joseph leitest wie Schafe! / Der du auf den Cheruben thronst, erstrahle / -Ps. 99,1.
15258#Psalm,80,3#3. vor Ephraim und Benjamin und Manasse! / Lass aufwachen deine Heldenkraft / und komm uns zu Hilfe! /
15259#Psalm,80,4#4. Herr der Heerscharen, stelle uns wieder her! / lass dein Angesicht leuchten, so wird uns geholfen.
15260#Psalm,80,5#5. Herr der Heerscharen, wie lange / zürnst du noch beim Gebet deines Volkes? /
15261#Psalm,80,6#6. Du speistest uns mit Seufzerbrot / und tränktest uns mit Tränen über die Massen. / -Ps. 42,4; 102,10.
15262#Psalm,80,7#7. Du machtest uns zum Hohn unsern Nachbarn, / und unsre Feinde verspotteten uns. / -Ps. 44,14; 79,4.
15263#Psalm,80,8#8. Herr der Heerscharen, stelle uns wieder her! / lass dein Angesicht leuchten, so wird uns geholfen.
15264#Psalm,80,9#9. Du hobst einen Weinstock aus in Ägypten: / du vertriebst Völker und pflanztest ihn ein. / -Jer. 2,21.
15265#Psalm,80,10#10. Du machtest Raum vor ihm, / und er schlug Wurzel und erfüllte das Land. /
15266#Psalm,80,11#11. Berge wurden bedeckt von seinem Schatten, / von seinen Ranken die Zedern Gottes. /
15267#Psalm,80,12#12. Er breitete seine Zweige bis an das Meer, / bis an den Strom seine Schosse. / -5.Mo. 11,24.
15268#Psalm,80,13#13. Warum hast du seine Mauern zerbrochen, / dass alle, die vorübergehen, von ihm pflücken? / -Ps. 89,41.42.
15269#Psalm,80,14#14. Der Eber aus dem Walde zerfrisst ihn, / und das Getier des Feldes weidet ihn ab. /
15270#Psalm,80,15#15. Herr der Heerscharen, stelle uns wieder her! / lass dein Angesicht leuchten, so wird uns geholfen. Blicke vom Himmel herab und schaue, / sieh nach dem Weinstock hier, /
15271#Psalm,80,16#16. und richte ihn auf, den deine Rechte gepflanzt hat. /
15272#Psalm,80,17#17. Sie haben ihn mit Feuer verbrannt, zerschnitten; / vor dem Dräuen deines Angesichts kommen sie um. /
15273#Psalm,80,18#18. Deine Hand sei über dem Mann deiner Rechten, / über dem Menschenkind, das du dir gestärkt hast. /
15274#Psalm,80,19#19. Lass uns leben, so wollen wir dich anrufen / und wollen nicht von dir weichen. /
15275#Psalm,80,20#20. Herr der Heerscharen, stelle uns wieder her! / lass dein Angesicht leuchten, so wird uns geholfen.
15276#Psalm,81,1#1. VON Asaph.
15277#Psalm,81,2#2. Frohlocket Gott, der unsre Stärke ist, / jauchzet dem Gott Jakobs zu! /
15278#Psalm,81,3#3. Stimmt an den Gesang und schlaget die Handpauke, / die liebliche Laute samt der Harfe! /
15279#Psalm,81,4#4. Stosst am Neumond in die Posaune, / am Vollmond zur Feier unsres Festes! / -4.Mo. 10,10.
15280#Psalm,81,5#5. Denn das ist Satzung für Israel, / ein Gesetz des Gottes Jakobs. /
15281#Psalm,81,6#6. Als Gebot hat er es festgesetzt in Joseph, / da er auszog wider Ägypten. / Eine Sprache, die ich nicht kannte, vernehme ich: /
15282#Psalm,81,7#7. «Ich habe deine Schulter von der Bürde befreit, / deine Hände sind des Tragkorbs ledig. /
15283#Psalm,81,8#8. Du riefst in der Not, und ich riss dich heraus, / ich antwortete dir im Donnergewölk, / am Haderwasser prüfte ich dich. / -2.Mo. 17,2.7; 19,16; 4.Mo. 20,13.
15284#Psalm,81,9#9. Höre, mein Volk, ich will dich vermahnen. / O Israel, wenn du mich hören wolltest! /
15285#Psalm,81,10#10. Kein andrer Gott soll unter dir sein, / du sollst keinen Gott der Fremde anbeten. /
15286#Psalm,81,11#11. Ich, der Herr, bin dein Gott, / der dich heraufführte aus dem Lande Ägypten. / Tue weit deinen Mund auf, so will ich ihn füllen. / -2.Mo. 20,2.
15287#Psalm,81,12#12. Aber mein Volk hörte nicht auf mich, / Israel willfahrte mir nicht. /
15288#Psalm,81,13#13. Da überliess ich sie ihrer Verstocktheit, / dass sie wandelten nach eignem Rat. /
15289#Psalm,81,14#14. O dass mein Volk auf mich hörte, / dass Israel doch wandelte in meinen Wegen! /
15290#Psalm,81,15#15. Wie bald wollte ich ihre Feinde beugen / und meine Hand wider ihre Bedränger wenden! /
15291#Psalm,81,16#16. Ihre Hasser müssten ihnen schmeicheln, / und ihr Glück würde ewig währen. /
15292#Psalm,81,17#17. Ich wollte sie speisen mit dem Mark des Weizens, / mit Honig aus dem Felsen wollte ich sie sättigen.» -5.Mo. 32,13.
15293#Psalm,82,1#1. EIN Psalm Asaphs. Gott steht da in der Gottesversammlung, / inmitten der Götter hält er Gericht. /
15294#Psalm,82,2#2. «Wie lange noch wollt ihr ungerecht richten / und die Person der Gottlosen ansehen? /
15295#Psalm,82,3#3. Seid Richter dem Geringen und der Waise / und helft dem Elenden und Dürftigen zum Recht. / -Jes. 1,17.
15296#Psalm,82,4#4. Rettet den Geringen und Armen, / befreit ihn aus der Hand der Gottlosen.» /
15297#Psalm,82,5#5. Sie sind ohne Einsicht und ohne Verstand, / sie wandeln in Finsternis; / es wanken alle Grundfesten der Erde. /
15298#Psalm,82,6#6. «Wohl habe ich gesprochen: Götter seid ihr, / ihr alle seid Söhne des Höchsten. /
15299#Psalm,82,7#7. Doch wahrlich, wie Menschen sollt ihr sterben, / sollt stürzen wie einer der Fürsten.» /
15300#Psalm,82,8#8. Stehe auf, o Gott, richte die Erde! / denn dein Eigentum sind die Völker alle.
15301#Psalm,83,1#1. EIN Lied, ein Psalm Asaphs.
15302#Psalm,83,2#2. O Herr, bleibe nicht stille! / Schweige doch nicht und ruhe nicht, o Gott! /
15303#Psalm,83,3#3. Denn siehe, deine Feinde toben, / und die dich hassen, erheben das Haupt. /
15304#Psalm,83,4#4. Wider dein Volk machen sie listige Anschläge / und ratschlagen wider deine Schützlinge. /
15305#Psalm,83,5#5. Sie sprechen: «Wohlan, vertilgen wir sie, / dass sie kein Volk mehr sind, / dass Israels nicht mehr gedacht wird!» /
15306#Psalm,83,6#6. Ja, sie beraten einträchtigen Sinnes / und schliessen einen Bund wider dich: /
15307#Psalm,83,7#7. die Zelte Edoms und die Ismaeliter, / Moab und die Hagriter, /
15308#Psalm,83,8#8. Gebal und Ammon und Amalek, / die Philister samt den Bewohnern von Tyrus. /
15309#Psalm,83,9#9. Auch Assur gesellt sich zu ihnen / und leiht seinen Arm den Söhnen Lots. /
15310#Psalm,83,10#10. Tu ihnen wie Midian und Sisera, / wie Jabin am Bache Kison, / -Ri. 4; 7,15.23.
15311#Psalm,83,11#11. die vernichtet wurden zu Endor, / zum Dünger wurden für den Acker. /
15312#Psalm,83,12#12. Mache ihre Edlen wie Oreb und wie Seeb, / wie Sebah und Zalmunna all ihre Fürsten, / -Ri. 7,25; 8,21.
15313#Psalm,83,13#13. die da sprechen: «Wir wollen für uns / die Wohnstatt Gottes einnehmen.» /
15314#Psalm,83,14#14. Mein Gott, mache sie wie Spreu, / wie Stoppeln vor dem Winde. /
15315#Psalm,83,15#15. Dem Feuer gleich, das den Wald verzehrt, / der Flamme gleich, die Berge versengt, /
15316#Psalm,83,16#16. so jage sie mit deinem Wetter / und schrecke sie mit deinem Sturm! /
15317#Psalm,83,17#17. Mache ihr Angesicht voll Schmach, / dass sie nach deinem Namen fragen, o Herr! /
15318#Psalm,83,18#18. Sie sollen beschämt werden und erschrecken für immer, / dass sie vor Schande vergehen. /
15319#Psalm,83,19#19. Dann werden sie erkennen, dass du allein / der Höchste bist über die ganze Erde.
15320#Psalm,84,1#1. EIN Psalm der Korahiten.
15321#Psalm,84,2#2. Wie lieblich sind deine Wohnungen, / o Herr der Heerscharen! /
15322#Psalm,84,3#3. Meine Seele sehnte sich, ja schmachtete / nach den Vorhöfen des Herrn. / Nun jauchzen mein Herz und mein Leib / dem lebendigen Gott entgegen. / -Ps. 27,4.
15323#Psalm,84,4#4. Auch der Sperling hat ein Haus gefunden / und die Schwalbe ein Nest für sich, / darein sie ihre Jungen gelegt hat: / deine Altäre, o Herr der Heerscharen, / mein König und mein Gott! /
15324#Psalm,84,5#5. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, / die dich immerdar preisen! / -Ps. 65,5.
15325#Psalm,84,6#6. Wohl dem, der seine Stärke findet in dir, / wenn er wallfahrten will! /
15326#Psalm,84,7#7. Wenn sie durch das Bakatal-1- ziehen, / macht der Herr es zum Quellort, / ja, mit Segen bedeckt es der Frühregen. / -1) ws. Name eines bestimmten öden Tales. Die Bed. des Namens ist unsicher.
15327#Psalm,84,8#8. Sie wandern mit wachsender Kraft, / bis sie Gott schauen auf Zion. /
15328#Psalm,84,9#9. Herr der Heerscharen, höre mein Gebet, / neige dein Ohr, du Gott Jakobs! /
15329#Psalm,84,10#10. Siehe an unsern Schild-1-, o Gott, / und schaue auf das Antlitz deines Gesalbten! / -Ps. 47,10; 89,19.   1) d.h. den König; vgl. Ps. 89,19.
15330#Psalm,84,11#11. Denn ein Tag in deinen Vorhöfen / ist besser als tausend draussen, / besser an der Schwelle stehen im Hause meines Gottes, / als wohnen in den Zelten des Frevels. /
15331#Psalm,84,12#12. Denn Gott der Herr ist Zinne und Schild, / Gnade und Ehre gibt der Herr; / er versagt nicht Glück / denen, die unsträflich wandeln. /
15332#Psalm,84,13#13. O Herr der Heerscharen, / wohl dem Menschen, der dir vertraut!
15333#Psalm,85,1#1. EIN Psalm der Korahiten.
15334#Psalm,85,2#2. Du hast, o Herr, dein Land begnadet, / hast Jakobs Geschicke gewendet. /
15335#Psalm,85,3#3. Du hast deinem Volke die Schuld vergeben, / hast all ihre Sünden bedeckt. / -Ps. 32,1.
15336#Psalm,85,4#4. Du hast hinweggenommen all deinen Grimm, / hast abgewendet die Glut deines Zorns. /
15337#Psalm,85,5#5. Stelle uns wieder her, Gott unsres Heils, / lass ab von deinem Unmut gegen uns. /
15338#Psalm,85,6#6. Willst du denn ewig über uns zürnen, / deinen Zorn erstrecken von Geschlecht zu Geschlecht? / -Ps. 77,8.
15339#Psalm,85,7#7. Willst du uns nicht wieder beleben, / dass sich dein Volk deiner freue? /
15340#Psalm,85,8#8. Lass uns schauen, o Herr, deine Güte, / und schenke uns dein Heil. /
15341#Psalm,85,9#9. Ich will lauschen, was Gott mir sagt: / Fürwahr, der Herr, er redet von Heil / zu seinem Volk und seinen Frommen, / zu denen, die ihm ihr Herz zuwenden. /
15342#Psalm,85,10#10. Ja, seine Hilfe ist nahe denen, die ihn fürchten, / dass die Herrlichkeit wohne in unsrem Lande. /
15343#Psalm,85,11#11. Gnade und Treue begegnen einander, / Gerechtigkeit und Friede küssen sich. /
15344#Psalm,85,12#12. Treue sprosst auf aus der Erde, / und Gerechtigkeit schaut hernieder vom Himmel. /
15345#Psalm,85,13#13. Dann spendet der Herr auch den Segen, / und unser Land gibt seinen Ertrag. / -Ps. 67,7; 3.Mo. 26,4.
15346#Psalm,85,14#14. Gerechtigkeit geht vor ihm her, / und Heil folgt der Spur seiner Schritte.
15347#Psalm,86,1#1. EIN Gebet Davids. Neige dein Ohr, o Herr, erhöre mich; / denn ich bin elend und arm. /
15348#Psalm,86,2#2. Bewahre meine Seele, denn ich bin fromm; / hilf deinem Knechte, der auf dich vertraut. / 3. Du bist mein Gott,
15349#Psalm,86,3#erbarme dich meiner, o Herr! / denn dich rufe ich an allezeit. /
15350#Psalm,86,4#4. Erfreue die Seele deines Knechtes, o Herr; / denn zu dir erhebe ich meine Seele. /
15351#Psalm,86,5#5. Du bist ja gütig, o Herr, und verzeihst gern, / bist reich an Huld gegen alle, die dich anrufen. /
15352#Psalm,86,6#6. Vernimm, o Herr, mein Gebet / und achte auf mein lautes Flehen. /
15353#Psalm,86,7#7. Am Tage der Not rufe ich dich an; / denn du erhörst mich. / -Ps. 50,15.
15354#Psalm,86,8#8. Dir gleicht keiner unter den Göttern, o Herr, / und nichts gleicht deinen Werken. / -Ps. 40,6; 71,19.
15355#Psalm,86,9#9. Alle Völker, die du geschaffen, / werden kommen und vor dir anbeten, / werden deinen Namen ehren, o Herr. /
15356#Psalm,86,10#10. Denn gross bist du und tust Wunder; / du allein bist Gott. /
15357#Psalm,86,11#11. Lehre mich, o Herr, deinen Weg, / dass ich wandle in deiner Wahrheit; / erhalte mein Herz bei dem einen, / dass es deinen Namen fürchte. / -Ps. 27,11; 139,24; 143,10.
15358#Psalm,86,12#12. Ich will dich preisen, mein Gott, von ganzem Herzen, / will deinen Namen ewiglich ehren. /
15359#Psalm,86,13#13. Denn deine Gnade, Herr, ist gross über mir, / du hast meine Seele errettet aus dem Totenreich drunten. / -Ps. 30,4; 71,20.
15360#Psalm,86,14#14. O Gott, freche Menschen sind wider mich aufgestanden, / eine Rotte Gewalttätiger stellt mir nach dem Leben, / und sie haben dich nicht vor Augen. / -Ps. 54,5.
15361#Psalm,86,15#15. Aber du, o Herr, bist ein barmherziger, gnädiger Gott, / langmütig und reich an Huld und Treue. / -Ps. 103,8; 145,8; 2.Mo. 34,6.
15362#Psalm,86,16#16. Wende dich zu mir und sei mir gnädig! / verleihe deinem Knecht deine Stärke / und hilf dem Sohne deiner Magd. /
15363#Psalm,86,17#17. Tue an mir ein Zeichen zum Guten, / damit, die mich hassen, voll Beschämung es sehen, / dass du, Herr, mir geholfen und mich getröstet hast.
15364#Psalm,87,1#1. EIN Psalm der Korahiten, ein Lied. Der Herr hat lieb seine Gründung auf den heiligen Bergen; /
15365#Psalm,87,2#2. er liebt die Tore Zions mehr / als alle Wohnstätten Jakobs. /
15366#Psalm,87,3#3. Herrliches redet er von dir, / du Stadt Gottes: /
15367#Psalm,87,4#4. «Ich preise Rahab-1- und Babel / um meiner Bekenner willen; / ja, auch vom Philisterland, / von Tyrus und Äthiopien (gilt es): / Der und der ist daselbst geboren. / -1) d.i. Ägypten.
15368#Psalm,87,5#5. Aber Zion nenne ich Mutter; / Mann für Mann ist in ihr geboren.» / Und er selbst, der Höchste, erhält sie. /
15369#Psalm,87,6#6. Der Herr zählt im Buche der Völker: / «Der und der ist daselbst geboren.» /
15370#Psalm,87,7#7. Und sie singen im Reigen: / «All meine Quellen sind in dir.»
15371#Psalm,88,1#1. EIN Lied, ein Psalm der Korahiten, ein Lied des Esrahiten Heman.
15372#Psalm,88,2#2. O Herr, mein Gott, ich rufe um Hilfe bei Tage / und schreie des Nachts vor dir. /
15373#Psalm,88,3#3. Lass mein Gebet vor dich kommen, / neige dein Ohr zu meiner Klage! / -Ps. 17,6.
15374#Psalm,88,4#4. Denn meine Seele ist mit Leiden gesättigt / und mein Leben dem Totenreich nahe. / -Hiob 17,1; 33,22.
15375#Psalm,88,5#5. Schon zähle ich zu denen, die zur Grube fuhren, / ich bin geworden wie ein kraftloser Mann. /
15376#Psalm,88,6#6. Unter den Toten muss ich wohnen, / Erschlagenen gleich, die im Grabe liegen, / deren du nicht mehr gedenkst / und die von deiner Hilfe geschieden sind. /
15377#Psalm,88,7#7. Du hast mich hinunter in die Grube gelegt, / in Finsternisse, in Meerestiefen. /
15378#Psalm,88,8#8. Schwer lastet dein Grimm auf mir, / all deine Wogen gehen über mich hin. / -Ps. 42,8.
15379#Psalm,88,9#9. Meine Freunde hast du mir entfremdet, / hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. / Ich bin gefangen und kann nicht heraus, / -V. 19; Ps. 38,12.
15380#Psalm,88,10#10. mein Auge verschmachtet vor Elend. / Ich rufe dich an, o Herr, allezeit, / ich strecke meine Hände aus zu dir. /
15381#Psalm,88,11#11. Wirst du an den Toten Wunder tun? / Können Schatten aufstehen, dich zu preisen? / -Ps. 30,10.
15382#Psalm,88,12#12. Wird deine Gnade im Grab verkündet / und deine Treue im Abgrund? /
15383#Psalm,88,13#13. Werden deine Wunder in der Finsternis kund, / dein Heil im Lande des Vergessens? /
15384#Psalm,88,14#14. Darum schreie ich zu dir, o Herr, / jeden Morgen tritt mein Gebet vor dich. /
15385#Psalm,88,15#15. Warum, o Herr, verstössest du meine Seele / und verbirgst dein Antlitz vor mir? /
15386#Psalm,88,16#16. Elend, hinsiechend von Jugend auf, / muss ich deine Schrecken tragen und ermatte. /
15387#Psalm,88,17#17. Deine Zornesgluten gehen über mich hin, / deine Schrecknisse vernichten mich. /
15388#Psalm,88,18#18. Sie umfluten mich wie Wasser allezeit, / sie umringen mich allzumal. /
15389#Psalm,88,19#19. Den Freund und Genossen hast du mir entfremdet, / mein Vertrauter ist die Finsternis.
15390#Psalm,89,1#1. EIN Lied Ethans, des Esrahiten.
15391#Psalm,89,2#2. Die Gnade des Herrn will ich ewig besingen, / von Geschlecht zu Geschlecht deine Treue kundtun. /
15392#Psalm,89,3#3. Auf ewig ward Gnade gebaut im Himmel, / ward Treue dort gegründet durch deinen Mund. /
15393#Psalm,89,4#4. Du sprachst: «Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten, / ich habe meinem Knechte David geschworen: / -V. 4-5: 2.Sam. 7,12.13; Ps. 132,11; Jes. 55,3.
15394#Psalm,89,5#5. Auf ewig will ich gründen dein Geschlecht, / für alle Zeiten aufbauen deinen Thron.» /
15395#Psalm,89,6#6. Die Himmel sollen preisen deine Wunder, o Herr, / und die Versammlung der Heiligen deine Treue. /
15396#Psalm,89,7#7. Denn wer in den Wolken darf neben den Herrn sich stellen, / wer ist dem Herrn gleich unter den Gottessöhnen? /
15397#Psalm,89,8#8. Gott ist gefürchtet im Kreise der Heiligen, / gross und furchtbar über allen, die ihn umgeben. /
15398#Psalm,89,9#9. Herr, Gott der Heerscharen, wer ist wie du? / Stark bist du, Herr, und deine Treue ist rings um dich her. /
15399#Psalm,89,10#10. Du meisterst das Ungestüm des Meeres; / wenn seine Wellen sich erheben - du stillst sie. / -Ps. 65,8.
15400#Psalm,89,11#11. Du hast Rahab niedergetreten wie einen Erschlagenen, / mit starkem Arm hast du deine Feinde zerstreut. /
15401#Psalm,89,12#12. Dein ist der Himmel, dein auch die Erde; / der Erdkreis und was ihn erfüllt - du hast sie gegründet. / -Ps. 24,1; 102,26.
15402#Psalm,89,13#13. Nord und Süd hast du geschaffen; / Thabor und Hermon jauchzen ob deines Namens. /
15403#Psalm,89,14#14. Du hast einen Arm voll Heldenkraft; / stark ist deine Hand und hoch erhoben deine Rechte. /
15404#Psalm,89,15#15. Recht und Gerechtigkeit ist deines Thrones Stütze; / Gnade und Treue stehen vor deinem Angesicht. / -Ps. 97,2.
15405#Psalm,89,16#16. Wohl dem Volke, das den Jubelruf kennt, / das im Licht deines Angesichts wandelt, o Herr, /
15406#Psalm,89,17#17. das deinem Namen allezeit frohlockt / und ob deiner Gerechtigkeit jauchzt! /
15407#Psalm,89,18#18. Denn du bist ihre Zier und Stärke, / und durch deine Huld ist hoch erhoben unser Horn-1-. / -1) vgl. Anm. zu 1.Sam. 2,1.
15408#Psalm,89,19#19. Ja, des Herrn ist unser Schild, / des Heiligen Israels unser König. /
15409#Psalm,89,20#20. Einst hast du im Gesichte geredet / mit deinem Frommen, hast gesprochen: / Ich habe die Krone aufgesetzt einem Helden, / einen Erwählten aus dem Volke erhöht. / -1.Sam. 13,14.
15410#Psalm,89,21#21. Ich habe meinen Knecht David gefunden, / mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt. / -1.Sam. 16,13.
15411#Psalm,89,22#22. Beständig soll meine Hand ihn halten, / ja, mein Arm soll ihn stärken. /
15412#Psalm,89,23#23. Kein Feind soll ihn überfallen, / kein Ruchloser soll ihn bedrücken. /
15413#Psalm,89,24#24. Ich will seine Widersacher vor ihm zermalmen, / und die ihn hassen, schlage ich nieder. /
15414#Psalm,89,25#25. Meine Treue und Gnade wird mit ihm sein, / hoch soll sein Horn-1- ragen kraft meines Namens. / -V. 18; Ps. 92,11; 112,9; 1.Sam. 2,1.10. 1) vgl. Anm. zu 1.Sam. 2,1.
15415#Psalm,89,26#26. Ich lasse ihn die Hand auf das Meer legen, / seine Rechte auf die Ströme. /
15416#Psalm,89,27#27. Er wird mich anrufen: «Mein Vater bist du, / mein Gott und der Fels meines Heils.» / -2.Sam. 7,14.
15417#Psalm,89,28#28. Ich aber will ihn zum Erstgebornen machen, / zum höchsten unter den Königen der Erde. / -Ps. 2,7.
15418#Psalm,89,29#29. Immerdar will ich ihm meine Gnade bewahren, / und mein Bund soll ihm festbleiben. /
15419#Psalm,89,30#30. Ich will auf ewig sein Geschlecht erhalten / und seinen Thron, solange der Himmel steht. /
15420#Psalm,89,31#31. Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen / und nicht nach meinen Rechten wandeln, /
15421#Psalm,89,32#32. wenn sie meine Satzungen entweihen / und meine Gebote nicht halten, /
15422#Psalm,89,33#33. so werde ich ihre Sünde mit der Rute ahnden / und ihre Verschuldung mit Schlägen. /
15423#Psalm,89,34#34. Doch meine Gnade will ich ihm nicht entziehen, / und meine Treue will ich nicht brechen. /
15424#Psalm,89,35#35. Ich will meinen Bund nicht entweihen, / und was meine Lippen gesprochen, nicht ändern. /
15425#Psalm,89,36#36. Das eine habe ich bei meiner Heiligkeit geschworen - / nie werde ich David belügen -: /
15426#Psalm,89,37#37. «Sein Geschlecht soll immerdar dauern, / sein Thron wie die Sonne vor mir; / -Ps. 72,5.17.
15427#Psalm,89,38#38. wie der Mond soll er ewig bestehen» - / und der Zeuge in den Wolken ist treu. /
15428#Psalm,89,39#39. Aber nun hast du verstossen, verworfen, / bist entrüstet wider deinen Gesalbten. /
15429#Psalm,89,40#40. Du hast preisgegeben den Bund mit deinem Knechte, / hast seine Krone zu Boden getreten. /
15430#Psalm,89,41#41. Du hast all seine Mauern niedergerissen, / hast seine Festen in Trümmer gelegt. /
15431#Psalm,89,42#42. Es plündern ihn alle, die des Weges kommen, / er ist seinen Nachbarn zum Spott geworden. / -Ps. 44,14; 79,4; 80,7.13.
15432#Psalm,89,43#43. Hoch hast du die Hand seiner Dränger erhoben, / hast alle seine Feinde erfreut. /
15433#Psalm,89,44#44. Ja, du liessest zurückweichen seines Schwertes Schneide, / liessest ihn im Kampfe nicht aufkommen. /
15434#Psalm,89,45#45. Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht, / hast seinen Thron zur Erde gestürzt. /
15435#Psalm,89,46#46. Du hast die Tage seiner Jugend verkürzt, / hast ihn mit Schande bedeckt. / -Ps. 102,24.25.
15436#Psalm,89,47#47. Wie lange, o Herr, willst du dich noch verbergen, / deinen Grimm lodern lassen wie Feuer? / -Ps. 85,6.
15437#Psalm,89,48#48. Bedenke, o Herr: was ist doch das Leben! / wie nichtig alle Menschenkinder, die du geschaffen! / -Ps. 90,9.10.
15438#Psalm,89,49#49. Wo lebt der Mann, der den Tod nicht sieht, / der seine Seele vor dem Totenreich rettet? /
15439#Psalm,89,50#50. Wo sind deine frühern Gnadenbeweise, o Herr, / wie du sie David geschworen bei deiner Treue? /
15440#Psalm,89,51#51. Gedenke, o Herr, der Schmach deines Knechtes, / dass ich im Busen trage den Hohn der Völker, /
15441#Psalm,89,52#52. womit deine Feinde schmähen, o Herr, / womit sie schmähen die Fußstapfen deines Gesalbten!
15442#Psalm,89,53#53. Gelobt sei der Herr in Ewigkeit! Amen, Amen.
15443#Psalm,90,1#1. EIN Gebet Moses, des Mannes Gottes. O Herr, du warst unsre Zuflucht / von Geschlecht zu Geschlecht. /
15444#Psalm,90,2#2. Ehe die Berge geboren waren / und die Erde und die Welt geschaffen, / bist du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. /
15445#Psalm,90,3#3. Du lässest die Menschen zum Staube zurückkehren, / sprichst zu ihnen: «Kehret zurück, ihr Menschenkinder!» / -Pred. 12,7.
15446#Psalm,90,4#4. Denn tausend Jahre sind vor deinen Augen / wie der gestrige Tag, wenn er vergangen, / wie eine Wache in der Nacht. / -2.Petr. 3,8.
15447#Psalm,90,5#5. Du säest sie aus, von Jahr zu Jahr, / sie sind wie das sprossende Gras: /
15448#Psalm,90,6#6. am Morgen erblüht es und sprosst, / am Abend welkt es und verdorrt. / -Ps. 102,12.
15449#Psalm,90,7#7. Denn wir vergehen durch deinen Zorn, / fahren plötzlich dahin durch deinen Grimm. / -Ps. 76,8.
15450#Psalm,90,8#8. Du hast unsre Sünden vor dich gestellt, / unser Geheimstes in das Licht deines Angesichts. /
15451#Psalm,90,9#9. Ja, all unsre Tage schwinden durch deinen Zorn, / unsre Jahre gehen dahin wie ein Seufzer. /
15452#Psalm,90,10#10. Unser Leben währet siebenzig Jahre, / und wenn es hoch kommt, sind es achtzig Jahre, / und das meiste daran-1- ist Mühsal und Beschwer; / denn eilends geht es vorüber, und wir fliegen dahin. / -1) and: «und was ihr Stolz war, ist Mühsal und Beschwer».
15453#Psalm,90,11#11. Wer erkennt die Gewalt deines Zorns, / und wer hegt Furcht vor deinem Grimm? /
15454#Psalm,90,12#12. Lehre uns unsre Tage zählen, / dass wir ein weises Herz gewinnen. -Ps. 39,5.
15455#Psalm,90,13#13. Kehre doch wieder, o Herr! Ach, wie lange! / Habe Erbarmen mit deinen Knechten! /
15456#Psalm,90,14#14. Sättige uns frühe mit deiner Gnade, / dass wir frohlocken und uns freuen unser Leben lang. / -Ps. 143,8.
15457#Psalm,90,15#15. Erfreue uns so viele Tage, wie du uns beugtest, / so viele Jahre, wie wir Unglück litten. /
15458#Psalm,90,16#16. Lass deine Knechte dein Walten schauen / und ihre Kinder deine Herrlichkeit. /
15459#Psalm,90,17#17. Die Huld des Herrn, unsres Gottes, sei über uns! / Das Werk unsrer Hände wollest du fördern, / ja, fördere es, das Werk unsrer Hände!
15460#Psalm,91,1#1. WER unter dem Schirm des Höchsten wohnt, / wer im Schatten des Allmächtigen ruht, /
15461#Psalm,91,2#2. der darf sprechen zum Herrn: «Meine Zuflucht, / meine Feste, mein Gott, auf den ich vertraue!» /
15462#Psalm,91,3#3. Denn er errettet dich aus der Schlinge des Jägers, / vor Tod und Verderben. / -Ps. 124,7.
15463#Psalm,91,4#4. Mit seinem Fittig bedeckt er dich, / und unter seinen Flügeln findest du Zuflucht. /
15464#Psalm,91,5#5. Du brauchst dich nicht zu fürchten vor dem Schrecken der Nacht, / noch vor dem Pfeil, der am Tage fliegt, /
15465#Psalm,91,6#6. nicht vor der Pest, die im Finstern einhergeht, / noch vor der Seuche, die am Mittag verwüstet. /
15466#Psalm,91,7#7. Ob tausend fallen an deiner Seite, / zehntausend zu deiner Rechten, / dich trifft es nicht; / Schild und Schutz ist seine Treue. /
15467#Psalm,91,8#8. Ja, mit eignen Augen darfst du es schauen, / darfst sehen, wie den Gottlosen vergolten wird. / -Ps. 54,9; 59,11; 92,12.
15468#Psalm,91,9#9. Denn deine Zuversicht ist der Herr, / den Höchsten hast du zu deiner Zuflucht gemacht. /
15469#Psalm,91,10#10. Es wird dir kein Unheil begegnen, / keine Plage zu deinem Zelte sich nahen. / -Hiob 5,19.
15470#Psalm,91,11#11. Denn seine Engel wird er für dich entbieten, / dich zu behüten auf all deinen Wegen. / -Ps. 34,8; Mt. 4,6.
15471#Psalm,91,12#12. Sie werden dich auf den Händen tragen, / dass dein Fuss nicht an einen Stein stosse. / -Spr. 3,23.
15472#Psalm,91,13#13. Über Löwen und Ottern wirst du schreiten, / wirst zertreten Leuen und Drachen. / -Lk. 10,19.
15473#Psalm,91,14#14. «Weil er an mir hängt, will ich ihn erretten, / will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen. /
15474#Psalm,91,15#15. Er ruft mich an, und ich erhöre ihn: / ich bin bei ihm in der Not, / reisse ihn heraus und bringe ihn zu Ehren. / -Ps. 50,15.
15475#Psalm,91,16#16. Ich sättige ihn mit langem Leben und lasse ihn schauen mein Heil.» -Ps. 50,23.
15476#Psalm,92,1#1. EIN Psalm, ein Lied für den Sabbattag.
15477#Psalm,92,2#2. Köstlich ist es, den Herrn zu preisen, / deinem Namen, o Höchster, zu singen, / -Ps. 147,1.
15478#Psalm,92,3#3. des Morgens deine Gnade zu verkünden / und deine Treue in den Nächten, /
15479#Psalm,92,4#4. zur zehnsaitigen Laute und Zither, / zum rauschenden Spiel auf der Harfe. / -Ps. 33,2.
15480#Psalm,92,5#5. Denn du hast mich fröhlich gemacht, o Herr, durch dein Walten, / ich frohlocke über das Werk deiner Hände. /
15481#Psalm,92,6#6. Wie gross sind deine Werke, o Herr, / wie tief sind deine Gedanken! /
15482#Psalm,92,7#7. Der unvernünftige Mensch erkennt es nicht, / und der Tor begreift das nicht. /
15483#Psalm,92,8#8. Wenn die Gottlosen sprossten wie das Gras / und alle Übeltäter blühten, / war's nicht, damit sie vertilgt würden auf immer? /
15484#Psalm,92,9#9. Du aber, o Herr, bist der Höchste in Ewigkeit! /
15485#Psalm,92,10#10. Denn fürwahr, deine Feinde, o Herr, / ja fürwahr, deine Feinde müssen vergehen, / alle Übeltäter müssen sich zerstreuen. /
15486#Psalm,92,11#11. Hoch erhebst du mein Horn wie das des Büffels, / übergiessest mich mit frischem Öl. / -Ps. 23,5; 89,18.25; 112,9; 132,17; 148,14.
15487#Psalm,92,12#12. Mein Auge sieht seine Lust / an denen, die mir auflauern, / und meine Ohren hören mit Freude / vom Geschick der Bösewichte. / -Ps. 54,9; 59,11; 91,8.
15488#Psalm,92,13#13. Der Gerechte sprosst wie der Palmbaum, / wächst hoch wie die Zeder auf dem Libanon. /
15489#Psalm,92,14#14. Gepflanzt im Hause des Herrn, / sprossen sie auf in den Vorhöfen unsres Gottes. / -Jes. 61,3.
15490#Psalm,92,15#15. Noch im Alter tragen sie Frucht, / sind saftvoll und frisch, /
15491#Psalm,92,16#16. zu verkünden, wie gerecht der Herr, / mein Fels, an dem kein Unrecht ist. -5.Mo. 32,4.
15492#Psalm,93,1#1. DER Herr ward König! mit Hoheit hat er sich umkleidet, / hat sich umkleidet der Herr, mit Macht sich umgürtet. / Fest steht der Erdkreis und wankt nicht. /
15493#Psalm,93,2#2. Fest steht dein Thron von Anbeginn; / von Ewigkeit her bist du. / -Ps. 9,8.
15494#Psalm,93,3#3. Einst erhoben die Fluten, o Herr, / erhoben die Fluten ihre Stimme - / wieder erheben die Fluten ihr Tosen. /
15495#Psalm,93,4#4. Hehrer als das Brausen grosser Wasser, / hehrer als die Brandung des Meeres, / hehr ist der Herr in der Höhe. /
15496#Psalm,93,5#5. Fest und verlässlich ist, was du bezeugt; / deinem Hause gebührt heilige Scheu, / o Herr, auf ewige Zeiten.
15497#Psalm,94,1#1. DU Gott der Rache, o Herr, / Gott der Rache, erscheine! / -Nah. 1,2.
15498#Psalm,94,2#2. Erhebe dich, du Richter der Welt, / vergilt den Stolzen ihr Tun! / -1.Mo. 18,25.
15499#Psalm,94,3#3. Wie lange sollen die Gottlosen, o Herr, / wie lange noch sollen sie frohlocken? /
15500#Psalm,94,4#4. Es stossen trotzige Reden aus, / es brüsten sich alle Übeltäter. /
15501#Psalm,94,5#5. Sie zertreten dein Volk, o Herr, / und bedrücken dein Eigentum. /
15502#Psalm,94,6#6. Sie erwürgen Witwe und Fremdling / und morden die Waisen / -Hes. 22,7.
15503#Psalm,94,7#7. und denken: Der Herr sieht es nicht, / der Gott Jakobs merkt es nicht. / -Ps. 10,11; 73,11; Hes. 8,12.
15504#Psalm,94,8#8. Merkt's euch doch, ihr Narren im Volke, / ihr Toren, wann werdet ihr klug? /
15505#Psalm,94,9#9. Der das Ohr gepflanzt, sollte der nicht hören? / Der das Auge gebildet, sollte der nicht sehen? / -2.Mo. 4,11; Spr. 20,12.
15506#Psalm,94,10#10. Der die Völker erzieht, sollte der nicht strafen, / er, der die Menschen Erkenntnis lehrt? /
15507#Psalm,94,11#11. Der Herr kennt das Sinnen der Menschen; / sie sind ja ein Hauch. /
15508#Psalm,94,12#12. Wohl dem Manne, den du erziehst, o Herr, / den du unterweisest aus deinem Gesetz, /
15509#Psalm,94,13#13. ihm Ruhe zu schaffen vor den Tagen des Unglücks / bis dem Gottlosen die Grube gegraben wird. /
15510#Psalm,94,14#14. Denn der Herr wird sein Volk nicht verstossen, / wird nicht verlassen sein Eigentum. /
15511#Psalm,94,15#15. Die Richtergewalt wird wieder an den Gerechten kommen, / und ihm folgen alle, die redlichen Herzens sind. /
15512#Psalm,94,16#16. Wer erhebt sich für mich wider die Bösewichte, / wer tritt für mich auf wider die Übeltäter? /
15513#Psalm,94,17#17. Wäre der Herr nicht meine Hilfe, / meine Seele wohnte wohl schon im stillen Lande. /
15514#Psalm,94,18#18. Wenn ich denke: Jetzt wankt mein Fuss, / so stützt mich deine Gnade, o Herr. /
15515#Psalm,94,19#19. Bedrückt die Menge der Sorgen mein Herz, / so erquickt dein Trost meine Seele. / -2.Kor. 1,4.
15516#Psalm,94,20#20. Hat Gemeinschaft mit dir der Thron des Verderbens, / der das Gesetz vorschützt und Unheil schafft? /
15517#Psalm,94,21#21. Sie rotten sich zusammen wider das Leben des Gerechten / und verurteilen unschuldiges Blut. /
15518#Psalm,94,22#22. Der Herr aber ist meine Burg / und mein Gott der Fels meiner Zuflucht. /
15519#Psalm,94,23#23. Er vergilt ihnen ihren Frevel / und vertilgt sie in ihrer Bosheit, / es vertilgt sie der Herr, unser Gott.
15520#Psalm,95,1#1. KOMMT, lasst uns dem Herrn frohlocken, / jauchzen dem Fels unsres Heils! /
15521#Psalm,95,2#2. Lasst uns mit Dank vor sein Angesicht treten, / mit Lobgesängen ihm jauchzen! / -Ps. 100,2.
15522#Psalm,95,3#3. Denn ein grosser Gott ist der Herr, / ein grosser König über alle Götter. / -Ps. 96,4.5; 97,9; 135,5.
15523#Psalm,95,4#4. In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, / sein auch die Gipfel der Berge. /
15524#Psalm,95,5#5. Sein ist das Meer - er hat es gemacht, / sein auch das Festland - seine Hand hat es gebildet. /
15525#Psalm,95,6#6. Ziehet ein! Lasst uns niederfallen und uns beugen, / niederknieen vor dem Herrn, der uns gemacht hat! /
15526#Psalm,95,7#7. Denn er ist unser Gott, / und wir das Volk seiner Weide / und die Schafe seiner Hand. / O dass ihr heute auf seine Stimme hörtet! / -Ps. 100,3.
15527#Psalm,95,8#8. «Verhärtet euer Herz nicht wie zu Meriba, / wie am Tage von Massa in der Wüste, / -2.Mo. 17,2.7.
15528#Psalm,95,9#9. da mich eure Väter versuchten, / mich prüften - und sie sahen doch mein Tun! /
15529#Psalm,95,10#10. Vierzig Jahre hatte ich Abscheu / vor jenem Geschlechte und sprach: / Sie sind ein Volk irren Geistes - / und noch erkannten sie meine Wege nicht. / -4.Mo. 14,34.
15530#Psalm,95,11#11. So schwur ich denn in meinem Zorn: / Sie sollen nicht eingehen zu meiner Ruhstatt.» -4.Mo. 14,23.
15531#Psalm,96,1#1. SINGET dem Herrn ein neues Lied, / singet dem Herrn, alle Lande! / -Ps. 98,1.
15532#Psalm,96,2#2. Singet dem Herrn, lobpreist seinen Namen, / verkündet Tag für Tag sein Heil! /
15533#Psalm,96,3#3. Erzählt bei den Heiden von seiner Hoheit, / bei allen Völkern von seinen Wundern! /
15534#Psalm,96,4#4. Denn gross ist der Herr und hoch zu preisen, / furchtbar ist er über alle Götter. / -Ps. 95,3; 97,9; 135,5.
15535#Psalm,96,5#5. Denn alle Götter der Heiden sind Nichtse, / aber der Herr hat die Himmel geschaffen. /
15536#Psalm,96,6#6. Hoheit und Pracht sind vor seinem Antlitz, / Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum. /
15537#Psalm,96,7#7. Bringt dar dem Herrn, ihr Geschlechter der Völker, / bringt dar dem Herrn Ehre und Stärke! / -Ps. 29,1.2.
15538#Psalm,96,8#8. Bringt dar dem Herrn die Ehre seines Namens, / bringt Gaben und kommt in seine Vorhöfe! /
15539#Psalm,96,9#9. Fallt nieder vor dem Herrn im heiligen Schmuck, / erzittert vor ihm, alle Lande! /
15540#Psalm,96,10#10. Sagt unter den Heiden: «Der Herr ward König! / Fest steht der Erdkreis und wankt nicht. / Er richtet die Völker gerecht.» / -Ps. 93,1.
15541#Psalm,96,11#11. Des freue sich der Himmel, frohlocke die Erde, / es donnere das Meer und was es erfüllt! / -Ps. 98,7; Jes. 49,13.
15542#Psalm,96,12#12. Es juble das Feld und was darauf steht; / dann sollen jauchzen alle Bäume des Waldes / -Jes. 55,12.
15543#Psalm,96,13#13. vor dem Herrn, wenn er kommt, / wenn er kommt, die Erde zu richten. / Er richtet den Erdkreis gerecht / und die Völker nach seiner Treue. -Ps. 98,9.
15544#Psalm,97,1#1. DER Herr ward König! Es frohlocke die Erde, / es sollen sich freuen die vielen Gestade! /
15545#Psalm,97,2#2. Wolkendunkel ist rings um ihn her; / Recht und Gerechtigkeit ist seines Thrones Stütze. / -Ps. 89,15.
15546#Psalm,97,3#3. Feuer geht vor ihm her / und sengt rings seine Feinde hinweg. /
15547#Psalm,97,4#4. Seine Blitze erhellen den Erdkreis, / die Erde sieht es und bebt. /
15548#Psalm,97,5#5. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem Herrn, / vor dem Antlitz des Herrn aller Welt. / -Mi. 1,4.
15549#Psalm,97,6#6. Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel, / und alle Völker schauen seine Herrlichkeit. /
15550#Psalm,97,7#7. Zuschanden werden alle, die den Bildern dienen, / die der Götzen sich rühmen. / Vor ihm beugen sich die Götter alle. /
15551#Psalm,97,8#8. Zion hört es und freut sich, / die Töchter Judas frohlocken, / o Herr, ob deiner Gerichte. / -Ps. 48,12.
15552#Psalm,97,9#9. Denn du bist der Höchste über die ganze Erde, / bist hoch erhaben über alle Götter. / -Ps. 95,3; 96,4; 135,5.
15553#Psalm,97,10#10. Der Herr hat lieb, die das Böse hassen, / er behütet die Seelen seiner Frommen; / aus der Hand der Gottlosen errettet er sie. /
15554#Psalm,97,11#11. Ein Licht erstrahlt dem Gerechten / und Freude den redlichen Herzen. / -Ps. 112,4.
15555#Psalm,97,12#12. Freut euch des Herrn, ihr Gerechten, / und preist seinen heiligen Namen!
15556#Psalm,98,1#1. EIN Psalm. Singet dem Herrn ein neues Lied! / Denn er hat Wunder getan; / seine Rechte hat ihm geholfen, / sein heiliger Arm. / -Ps. 96,1.
15557#Psalm,98,2#2. Der Herr hat kundgetan seine Hilfe, / seine Gerechtigkeit offenbart vor den Augen der Völker. /
15558#Psalm,98,3#3. Er hat seiner Gnade gegenüber Jakob gedacht, / seiner Treue gegen das Haus Israel; / alle Enden der Erde haben geschaut unsres Gottes Hilfe. /
15559#Psalm,98,4#4. Jauchzet dem Herrn, alle Lande! / Brecht in Jubel aus und spielt! / -Ps. 66,1.
15560#Psalm,98,5#5. Spielt dem Herrn auf der Harfe, / auf der Harfe mit lautem Gesang! /
15561#Psalm,98,6#6. Bei Trompeten- und Hörnerschall / jauchzt vor dem König, dem Herrn! /
15562#Psalm,98,7#7. Es donnere das Meer und was es erfüllt, / der Erdkreis und die darauf wohnen! / -Ps. 96,11.
15563#Psalm,98,8#8. Die Ströme sollen in die Hände klatschen / und die Berge allzumal jubeln /
15564#Psalm,98,9#9. vor dem Antlitz des Herrn; denn er kommt, / die Erde zu richten. / Er richtet den Erdkreis gerecht / und die Völker getreu. -Ps. 96,13.
15565#Psalm,99,1#1. DER Herr ward König - es zittern die Völker; / er thront auf den Cheruben - es wankt die Erde. / -Ps. 80,2.
15566#Psalm,99,2#2. Gross ist der Herr in Zion, / erhaben ist er über alle Völker. /
15567#Psalm,99,3#3. Man lobe deinen Namen, so hehr und gross - / heilig ist er! / -Ps. 111,9.
15568#Psalm,99,4#4. Ein Starker, der das Recht liebt, ist König. / Du bist's, der feste Ordnung geschaffen, / Recht und Gerechtigkeit in Jakob geübt. /
15569#Psalm,99,5#5. Erhebet den Herrn, unsern Gott, / und fallt nieder vor seiner Füsse Schemel - / heilig ist er! / -Ps. 132,7.
15570#Psalm,99,6#6. Mose und Aaron sind unter seinen Priestern, / Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen. / Sie riefen zum Herrn, und er erhörte sie; /
15571#Psalm,99,7#7. in der Wolkensäule redete er mit ihnen, / die da bewahrten seine Gebote, / die Satzung, die er ihnen gegeben. / -5.Mo. 31,15.
15572#Psalm,99,8#8. O Herr, unser Gott, du hast sie erhört; / du warst ihnen ein verzeihender Gott, / doch Rächer ihrer Vergehen. /
15573#Psalm,99,9#9. Erhebet den Herrn, unsern Gott, / und fallt nieder vor seinem heiligen Berge; / denn heilig ist der Herr, unser Gott!
15574#Psalm,100,1#1. EIN Psalm zum Dankopfer. Jauchzet dem Herrn, alle Lande! /
15575#Psalm,100,2#2. Dienet dem Herrn mit Freuden, / kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! / -Ps. 95,2.
15576#Psalm,100,3#3. Erkennet, dass der Herr allein Gott ist: / er hat uns gemacht, und sein sind wir, / sein Volk und die Schafe seiner Weide. / -Ps. 95,7.
15577#Psalm,100,4#4. Ziehet ein durch seine Tore mit Danken, / in seine Vorhöfe mit Lobgesang; / danket ihm, preiset seinen Namen! /
15578#Psalm,100,5#5. Denn der Herr ist gütig; ewig währt seine Gnade / und seine Treue von Geschlecht zu Geschlecht. -Ps. 106,1.
15579#Psalm,101,1#1. EIN Psalm Davids. Von Gnade und Recht will ich singen; / dir, o Herr, will ich spielen. /
15580#Psalm,101,2#2. Ich will achthaben auf den Wandel des Frommen, / wenn er vor mich kommt. / Ich wandle mit lauterem Herzen in meinem Hause. /
15581#Psalm,101,3#3. Ich halte mein Auge nicht gerichtet / auf nichtswürdige Dinge; / ich hasse es, Übertretung zu üben, / sie soll mir nicht anhaften. /
15582#Psalm,101,4#4. Falschheit des Herzens bleibt mir fern, / Böses will ich nicht kennen. /
15583#Psalm,101,5#5. Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, / den bring' ich zum Schweigen; / den Hoffärtigen und Hochmütigen, / ihn mag ich nicht ausstehen. /
15584#Psalm,101,6#6. Meine Augen sehen auf die Treuen im Lande, / dass sie bei mir wohnen; / wer auf redlichem Wege wandelt, / soll mein Diener sein. /
15585#Psalm,101,7#7. In meinem Hause soll keiner wohnen, / der Falschheit übt; / wer Lügen redet, / kann nicht bestehen vor meinen Augen. / -Spr. 13,5.
15586#Psalm,101,8#8. Mit jedem Morgen vernichte ich / die Frevler alle im Lande, / rotte aus alle Übeltäter / aus der Stadt des Herrn.
15587#Psalm,102,1#1. GEBET eines Elenden, wenn er verzagt ist und seine Klage vor dem Herrn ausschüttet.
15588#Psalm,102,2#2. O Herr, höre mein Gebet, / mein Hilferuf komme vor dich! /
15589#Psalm,102,3#3. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir / am Tage, da ich in Not bin. / Neige dein Ohr zu mir; / wenn ich rufe, erhöre mich bald! /
15590#Psalm,102,4#4. Denn wie Rauch sind meine Tage entschwunden, / meine Gebeine sind durchglüht wie von Brand. /
15591#Psalm,102,5#5. Versengt ist wie Gras und verdorrt mein Herz; / vergesse ich doch, mein Brot zu essen. /
15592#Psalm,102,6#6. Vor lauter Stöhnen und Seufzen / bin ich nur noch Haut und Bein. / -Hiob 19,20.
15593#Psalm,102,7#7. Ich gleiche der Rohrdommel in der Wüste, / bin wie die Eule in Trümmerstätten. /
15594#Psalm,102,8#8. Ich muss wachen und klagen / wie ein einsamer Vogel auf dem Dache. /
15595#Psalm,102,9#9. Allezeit schmähen mich meine Feinde; / die gegen mich rasen, fluchen mit meinem Namen. /
15596#Psalm,102,10#10. Denn ich esse Asche wie Brot, / mit Tränen mische ich meinen Trank / -Ps. 80,6.
15597#Psalm,102,11#11. ob deines Zorns und deines Grimms; / denn du hast mich aufgehoben und hingeworfen. /
15598#Psalm,102,12#12. Meine Tage neigen sich wie ein Schatten, / und ich muss verdorren wie Gras. / -Ps. 109,23; Hiob 14,2.
15599#Psalm,102,13#13. Du aber, o Herr, thronest ewig, / und dein Gedächtnis bleibt von Geschlecht zu Geschlecht. /
15600#Psalm,102,14#14. Du wirst dich erheben, dich Zions erbarmen; / es ist Zeit, sie zu begnaden, die Stunde ist da. /
15601#Psalm,102,15#15. Denn deine Knechte lieben Zions Steine, / und es jammert sie ihres Schutts. /
15602#Psalm,102,16#16. Dann werden die Heiden den Namen des Herrn fürchten, / und alle Könige auf Erden deine Hoheit, /
15603#Psalm,102,17#17. wenn der Herr Zion wieder gebaut / und sich gezeigt hat in seiner Herrlichkeit, /
15604#Psalm,102,18#18. wenn er sich zugewandt dem Gebet der Entblössten / und ihr Flehen nicht verschmäht hat. /
15605#Psalm,102,19#19. Das wird aufgeschrieben werden / für ein kommendes Geschlecht, / und ein Volk, das noch geschaffen werden soll, / wird den Herrn loben, /
15606#Psalm,102,20#20. wenn er von seiner heiligen Höhe herabgeblickt, / wenn er vom Himmel hernieder auf die Erde geschaut hat, / -Ps. 14,2; 33,13.
15607#Psalm,102,21#21. das Seufzen der Gefangenen zu hören / und die dem Tode Geweihten zu erlösen, / -Ps. 79,11.
15608#Psalm,102,22#22. auf dass sie den Namen des Herrn in Zion preisen / und sein Lob in Jerusalem verkünden, /
15609#Psalm,102,23#23. wenn die Völker sich versammeln zumal / und die Königreiche, dem Herrn zu dienen. /
15610#Psalm,102,24#24. Er hat meine Kraft auf dem Wege gebrochen / und meine Tage verkürzt. / -Ps. 89,46.
15611#Psalm,102,25#25. Nun spreche ich: «Mein Gott, nimm mich nicht hinweg / in der Hälfte meiner Tage!» / Deine Jahre währen von Geschlecht zu Geschlecht: /
15612#Psalm,102,26#26. vor Zeiten hast du die Erde gegründet, / und die Himmel sind deiner Hände Werk. / -Ps. 89,12.
15613#Psalm,102,27#27. Sie werden vergehen, du aber bleibst; / wie ein Gewand zerfallen sie alle, / wie ein Kleid wechselst du sie, und sie gehen dahin. / -Jes. 51,6; Lk. 21,33; 2.Petr. 3,10.
15614#Psalm,102,28#28. Du aber bleibest derselbe, / und deine Jahre nehmen kein Ende. /
15615#Psalm,102,29#29. Die Kinder deiner Knechte werden ruhig wohnen, / und ihr Geschlecht wird vor dir bestehen.
15616#Psalm,103,1#1. VON David. Lobe den Herrn, meine Seele, / und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen! /
15617#Psalm,103,2#2. Lobe den Herrn, meine Seele, / und vergiss nicht, was er dir Gutes getan! /
15618#Psalm,103,3#3. Der dir all deine Schuld vergibt / und alle deine Gebrechen heilt, /
15619#Psalm,103,4#4. der dein Leben vom Verderben erlöst, / der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, /
15620#Psalm,103,5#5. der mit Gutem dein Verlangen stillt, / dass deine Jugend sich erneuert gleich dem Adler. / -Jes. 40,31.
15621#Psalm,103,6#6. Taten des Heils vollbringt der Herr / und schafft Recht allen Unterdrückten. /
15622#Psalm,103,7#7. Er tat Mose seine Wege kund, / den Kindern Israels sein Walten. / -Ps. 90,16.
15623#Psalm,103,8#8. Barmherzig und gnädig ist der Herr, / langmütig und reich an Güte. / -Ps. 86,15; 145,8; 2.Mo. 34,6.
15624#Psalm,103,9#9. Er hadert nicht immerdar / und verharrt nicht ewig im Zorn. / -Jes. 57,16; Jer. 3,12.
15625#Psalm,103,10#10. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden / und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld. /
15626#Psalm,103,11#11. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, / so hoch ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten. /
15627#Psalm,103,12#12. So fern der Aufgang ist vom Niedergang, / so fern tut er unsre Übertretungen von uns. /
15628#Psalm,103,13#13. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmt, / so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten. /
15629#Psalm,103,14#14. Denn er weiss, was für Geschöpfe wir sind, / er gedenkt daran, dass wir Staub sind. / -Hiob 10,9.
15630#Psalm,103,15#15. Des Menschen Tage sind wie das Gras; / er blüht wie die Blume des Feldes: / -Ps. 90,5.6; Hiob 14,2; Jes. 40,6-8.
15631#Psalm,103,16#16. wenn der Wind darüber geht, so ist sie dahin, / und ihre Stätte weiss nichts mehr von ihr. /
15632#Psalm,103,17#17. Aber die Gnade des Herrn währt immer und ewig / und seine Treue auf Kindeskinder / -Lk. 1,50.
15633#Psalm,103,18#18. bei den Frommen, die seinen Bund halten / und seiner Gebote gedenken durch die Tat. / -Ps. 25,10.
15634#Psalm,103,19#19. Der Herr hat seinen Thron im Himmel errichtet, / und seine Königsmacht herrscht über das All. /
15635#Psalm,103,20#20. Lobet den Herrn, ihr seine Engel, / ihr starken Helden, die ihr sein Wort vollführt! /
15636#Psalm,103,21#21. Lobet den Herrn, all seine Heerscharen, / ihr seine Diener, die ihr seinen Willen erfüllt! /
15637#Psalm,103,22#22. Lobet den Herrn, all seine Werke, / an allen Orten seiner Herrschaft! / Lobe den Herrn, meine Seele! -Ps. 145,10.
15638#Psalm,104,1#1. LOBE den Herrn, meine Seele! / O Herr, mein Gott, wie bist du so gross! / Pracht und Hoheit ist dein Gewand, /
15639#Psalm,104,2#2. der du in Licht dich hüllst wie in ein Kleid, / der den Himmel ausspannt wie ein Zeltdach, / -Jes. 44,24.
15640#Psalm,104,3#3. der seinen Söller zimmert über den Wassern, / der Wolken zu seinem Wagen macht, / der einherfährt auf den Flügeln des Sturmes, /
15641#Psalm,104,4#4. der die Winde zu seinen Boten bestellt, / zu seinen Dienern Lohe und Feuer, /
15642#Psalm,104,5#5. der die Erde auf ihre Pfeiler gegründet, / dass sie nimmermehr wankt. /
15643#Psalm,104,6#6. Die Urflut deckte sie wie ein Kleid, / über den Bergen standen die Wasser. /
15644#Psalm,104,7#7. Doch sie flohen vor deinem Schelten, / vor deines Donners Stimme wichen sie scheu. /
15645#Psalm,104,8#8. Da hoben sich Berge, senkten sich Täler / an den Ort, den du ihnen wiesest. /
15646#Psalm,104,9#9. Du hast eine Grenze gesetzt, die sie nicht überschreiten; / sie dürfen nie wieder die Erde bedecken. / -Hiob 26,10; 38,10.11; Jer. 5,22.
15647#Psalm,104,10#10. Du lässest die Quellen rinnen durch die Täler; / da wandern sie zwischen den Bergen hin. / -Ps. 74,15.
15648#Psalm,104,11#11. Sie tränken alle Tiere des Feldes; / die Wildesel stillen ihren Durst. /
15649#Psalm,104,12#12. An ihren Ufern wohnen die Vögel des Himmels; / zwischen den Zweigen hervor erklingt ihr Singen. /
15650#Psalm,104,13#13. Du tränkst die Berge aus deinem Söller; / aus deinen Wolken wird die Erde gesättigt. / -Ps. 65,10.11.
15651#Psalm,104,14#14. Du lässest Gras sprossen für die Tiere / und Gewächse für den Bedarf der Menschen, / dass Brot aus der Erde hervorgehe / -Ps. 147,8.
15652#Psalm,104,15#15. und Wein, der des Menschen Herz erfreue, / dass sein Antlitz erglänze von Öl / und Brot das Herz des Menschen stärke. /
15653#Psalm,104,16#16. Die Bäume des Herrn trinken sich satt, / die Zedern des Libanon, die er gepflanzt, /
15654#Psalm,104,17#17. wo die Vögel ihre Nester bauen, / der Storch, der sein Haus auf Zypressen hat. /
15655#Psalm,104,18#18. Die höchsten Berge sind dem Steinbock, / die Felsen dem Klippdachs eine Zuflucht. /
15656#Psalm,104,19#19. Er hat den Mond gemacht, das Jahr darnach zu teilen; / die Sonne weiss ihren Niedergang. / -Ps. 74,16; 1.Mo. 1,14.
15657#Psalm,104,20#20. Du schaffst Finsternis, und es wird Nacht; / drin regt sich alles Getier des Waldes. /
15658#Psalm,104,21#21. Die jungen Löwen brüllen nach Raub, / heischen von Gott ihre Speise. /
15659#Psalm,104,22#22. Strahlt die Sonne auf; so ziehen sie sich zurück / und lagern sich in ihren Höhlen. /
15660#Psalm,104,23#23. Da tritt der Mensch heraus an sein Werk, / an seine Arbeit bis zum Abend. /
15661#Psalm,104,24#24. O Herr, wie sind deiner Werke so viel! / Du hast sie alle in Weisheit geschaffen, / die Erde ist voll deiner Güter. /
15662#Psalm,104,25#25. Da ist das Meer, so gross und weit; / darin wimmelt es ohne Zahl, kleine Tiere samt grossen. /
15663#Psalm,104,26#26. Da wandeln Ungeheuer, / der Leviathan, den du gebildet hast, damit zu spielen.-1- / -1) and: «darin zu spielen».
15664#Psalm,104,27#27. Sie alle warten auf dich, / dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. / -Ps. 145,15.16.
15665#Psalm,104,28#28. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; / tust du deine Hand auf, so werden sie mit Gutem gesättigt. /
15666#Psalm,104,29#29. Wenn du dein Angesicht verbirgst, erschrecken sie; / nimmst du ihren Odem hin, so verscheiden sie / und werden wieder zu Staub. / -Ps. 146,4.
15667#Psalm,104,30#30. Sendest du deinen Odem aus, so werden sie geschaffen, / und du erneust das Antlitz der Erde. /
15668#Psalm,104,31#31. Die Herrlichkeit des Herrn währe ewig, / der Herr freue sich seiner Werke! /
15669#Psalm,104,32#32. der die Erde anblickt, und sie erbebt, / der die Berge anrührt, und sie rauchen. / -Ps. 144,5.
15670#Psalm,104,33#33. Ich will dem Herrn singen mein Leben lang, / will meinem Gott spielen, solange ich bin. / -Ps. 146,2.
15671#Psalm,104,34#34. Möge mein Dichten ihm wohlgefallen; / ich freue mich des Herrn. / -Ps. 19,15.
15672#Psalm,104,35#35. Möchten die Sünder von der Erde verschwinden / und die Gottlosen nicht mehr sein! / Lobe den Herrn, meine Seele! / Hallelujah! -Ps. 7,10.
15673#Psalm,105,1#1. DANKET dem Herrn, ruft seinen Namen an, / tut kund unter den Völkern seine Taten! / -Jes. 12,4.
15674#Psalm,105,2#2. Singet ihm, spielet ihm, / redet von all seinen Wundern! /
15675#Psalm,105,3#3. Rühmet euch seines heiligen Namens, / es freue sich innig, wer den Herrn sucht! /
15676#Psalm,105,4#4. Fraget nach dem Herrn und seiner Macht, / suchet sein Angesicht allezeit! / -Ps. 27,8.
15677#Psalm,105,5#5. Gedenket der Wunder, die er getan, / seiner Zeichen und Urteilssprüche, /
15678#Psalm,105,6#6. ihr Kinder Abrahams, seines Knechtes, / ihr Söhne Jakobs, seines Erwählten! /
15679#Psalm,105,7#7. Er, der Herr, ist unser Gott, / über alle Lande ergeht sein Gericht. /
15680#Psalm,105,8#8. Auf ewig gedenkt er seines Bundes, / auf tausend Geschlechter des Wortes, das er gegeben, /
15681#Psalm,105,9#9. (des Bundes,) den er mit Abraham schloss, / und des Eides, den er Isaak geschworen. /
15682#Psalm,105,10#10. Er stellte ihn auf für Jakob als Recht, / für Israel als ewigen Bund; /
15683#Psalm,105,11#11. er sprach: «Dir will ich das Land Kanaan geben / als zugemessenes Eigentum.» / -1.Mo. 15,18.
15684#Psalm,105,12#12. Da sie noch wenige Männer waren, / erst kurz im Lande und Fremdlinge dort, /
15685#Psalm,105,13#13. wanderten sie von Volk zu Volk, / von einem Königreiche zum andern. / -1.Mo. 12,1; 13,1.
15686#Psalm,105,14#14. Er liess sie von niemand bedrücken / und wies Könige um ihretwillen zurecht: / -1.Mo. 12,17; 20,3.7.
15687#Psalm,105,15#15. «Tastet meine Gesalbten nicht an / und tut meinen Propheten kein Leid!» /
15688#Psalm,105,16#16. Als er einen Hunger ins Land rief, / jegliche Stütze an Brot zerbrach, / -1.Mo. 41,54.
15689#Psalm,105,17#17. sandte er vor ihnen her einen Mann: / Joseph ward als Sklave verkauft. / -1.Mo. 37,28.
15690#Psalm,105,18#18. Sie zwangen seine Füsse in Fesseln, / in Eisen kam er zu liegen / -1.Mo. 39,20.
15691#Psalm,105,19#19. bis zur Zeit, da sein Wort eintraf, / der Spruch des Herrn ihn bewährte. /
15692#Psalm,105,20#20. Da sandte der König und gab ihn ledig, / der Herrscher der Völker, er liess ihn frei. / -1.Mo. 41,14.
15693#Psalm,105,21#21. Er setzte ihn zum Herrn seines Hauses, / zum Gebieter über all seine Güter, / -1.Mo. 41,40.41.
15694#Psalm,105,22#22. dass er seine Fürsten zurechtweise nach Wunsch / und seine Ältesten Weisheit lehre. /
15695#Psalm,105,23#23. Und Israel kam nach Ägypten, / Jakob ward Gast im Lande Hams. / -1.Mo. 46,5.6.
15696#Psalm,105,24#24. Da machte der Herr sein Volk gar fruchtbar, / machte es stärker als seine Bedränger. / -2.Mo. 1,7.
15697#Psalm,105,25#25. Er wandelte ihren Sinn, sein Volk zu hassen / und Arglist zu üben an seinen Knechten. /
15698#Psalm,105,26#26. Dann sandte er Mose, seinen Knecht, / und Aaron, den er erwählt hatte. / -2.Mo. 3,10; 4,14-16.
15699#Psalm,105,27#27. Die taten seine Zeichen in Ägypten / und Wunder im Lande Hams. / -2.Mo. 7.
15700#Psalm,105,28#28. Er sandte Finsternis, und es ward finster; / doch sie achteten nicht seiner Worte. / -2.Mo. 10,21.
15701#Psalm,105,29#29. Er wandelte ihre Wasser in Blut / und liess hinsterben ihre Fische. / -2.Mo. 7,20.21.
15702#Psalm,105,30#30. Es wimmelte ihr Land von Fröschen; / sie stiegen bis in die Königsgemächer. / -2.Mo. 8,6.
15703#Psalm,105,31#31. Er gebot, da kamen die Bremsen, / die Mücken über ihr ganzes Gebiet. / -2.Mo. 8,16.21.
15704#Psalm,105,32#32. Er sandte ihnen Hagel als Regen, / flammendes Feuer auf ihr Land. / -2.Mo. 9,22-25.
15705#Psalm,105,33#33. Er schlug ihren Weinstock und Feigenbaum, / zerschmetterte die Bäume in ihrem Gebiet. /
15706#Psalm,105,34#34. Er gebot, da kamen die Heuschrecken / und die Grillen ohne Zahl; / -2.Mo. 10,12-15.
15707#Psalm,105,35#35. die frassen alles Kraut ihres Landes, / verzehrten die Frucht ihres Ackers. /
15708#Psalm,105,36#36. Er schlug alle Erstgeburt in ihrem Lande, / die Blüte all ihrer Kraft. / -2.Mo. 12,29.
15709#Psalm,105,37#37. Er liess Israel ausziehen mit Silber und Gold, / und es war kein Strauchelnder in ihren Stämmen. / -2.Mo. 12,35.36.
15710#Psalm,105,38#38. Ägypten ward fröhlich, da sie auszogen; / denn der Schrecken vor ihnen war auf sie gefallen. /
15711#Psalm,105,39#39. Er breitete Wolken aus, sie zu decken, / und Feuer, die Nacht zu erhellen. / -2.Mo. 13,21; 14,19.
15712#Psalm,105,40#40. Sie heischten, da liess er Wachteln kommen / und sättigte sie mit Himmelsbrot. / -2.Mo. 16,13-15.31.
15713#Psalm,105,41#41. Er öffnete den Felsen, da strömten die Wasser, / flossen dahin in der Wüste, ein Strom. / -2.Mo. 17,6.
15714#Psalm,105,42#42. Denn er gedachte seines heiligen Wortes, / das er Abraham, seinem Knechte, gegeben. /
15715#Psalm,105,43#43. So liess er sein Volk ausziehen in Freude, / unter Frohlocken seine Erwählten. /
15716#Psalm,105,44#44. Dann gab er ihnen die Länder der Heiden, / und sie gewannen, was die Völker erworben, / -5.Mo. 11,24.
15717#Psalm,105,45#45. auf dass sie seine Satzungen hielten / und seine Gesetze bewahrten. / Hallelujah!
15718#Psalm,106,1#1. HALLELUJAH! / Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, / und seine Güte währet ewig. / -Ps. 100,5; 107,1; 118,1; 136,1.
15719#Psalm,106,2#2. Wer kann die Machttaten des Herrn alle kundtun / und alle seine Ruhmeswerke erzählen? /
15720#Psalm,106,3#3. Wohl denen, die das Recht einhalten, / die Gerechtigkeit üben allezeit! /
15721#Psalm,106,4#4. Gedenke meiner, o Herr, nach der Liebe zu deinem Volke, / suche mich heim mit deiner Hilfe, /
15722#Psalm,106,5#5. dass ich meine Lust schaue am Glück deiner Erwählten, / mich freue an der Freude deines Volkes, / dass ich mit den Deinen mich rühme. /
15723#Psalm,106,6#6. Wir haben gesündigt gleich unsern Vätern, / wir haben gefehlt und gefrevelt. / -Dan. 9,5.
15724#Psalm,106,7#7. Unsre Väter in Ägypten achteten nicht deiner Wunder, / gedachten nicht der Fülle deiner Gnaden / und trotzten dem Höchsten am Schilfmeer. / -2.Mo. 14,11.12.
15725#Psalm,106,8#8. Aber er half ihnen um seines Namens willen, / auf dass er seine Macht kundtue. /
15726#Psalm,106,9#9. Er schalt das Schilfmeer, da ward es trocken; / er liess sie durch Fluten ziehen wie über die Trift. / -2.Mo. 14,21.22.
15727#Psalm,106,10#10. Er half ihnen aus der Hand des Hassers / und erlöste sie aus der Gewalt des Feindes: /
15728#Psalm,106,11#11. Wasser bedeckten ihre Bedränger, / nicht einer blieb übrig von ihnen. /
15729#Psalm,106,12#12. Da glaubten sie an seine Worte / und sangen seinen Ruhm. / -2.Mo. 15,1-21.
15730#Psalm,106,13#13. Doch alsbald vergassen sie seiner Taten, / harrten nicht seines Ratschlusses. /
15731#Psalm,106,14#14. Sie wurden lüstern in der Wüste / und versuchten Gott in der Einöde. / -V. 14-15: 4.Mo. 11,4-6.18-20.
15732#Psalm,106,15#15. Da gab er ihnen, was sie begehrten, / bis Ekel ihre Seele erfasste. /
15733#Psalm,106,16#16. Sie wurden eifersüchtig im Lager auf Mose / und auf Aaron, den Heiligen des Herrn. / -4.Mo. 16,1-3.
15734#Psalm,106,17#17. Da tat sich die Erde auf und verschlang Dathan / und bedeckte die Rotte Abirams. / -4.Mo. 16,24-33.
15735#Psalm,106,18#18. Feuer verzehrte ihre Rotte, / die Flamme verbrannte die Frevler. /
15736#Psalm,106,19#19. Sie machten ein Kalb am Horeb / und beteten an vor dem gegossenen Bilde; / -2.Mo. 32.
15737#Psalm,106,20#20. so tauschten sie ihren Ruhm-1- / an das Bild eines Rindes, das Gras frisst, / -1) d.h. den Herrn.
15738#Psalm,106,21#21. und vergassen Gottes, ihres Heilands, / der grosse Dinge in Ägypten getan, /
15739#Psalm,106,22#22. Wunder im Lande Hams / und gewaltige Taten am Schilfmeer. /
15740#Psalm,106,23#23. Da gedachte er sie zu verderben, / wäre nicht Mose, sein Auserwählter, / vor ihn in den Riss getreten, / seinen Grimm vom Vertilgen zu wenden. / -2.Mo. 32,11-14.
15741#Psalm,106,24#24. Und sie verschmähten das köstliche Land / und glaubten seiner Verheissung nicht. / -4.Mo. 14,2-4.
15742#Psalm,106,25#25. Sie murrten in ihren Zelten / und hörten nicht auf die Stimme des Herrn. /
15743#Psalm,106,26#26. Und er erhob seine Hand zum Schwur, / sie sterben zu lassen in der Wüste, / -4.Mo. 14,23.29.30.
15744#Psalm,106,27#27. ihre Nachkommen unter die Heiden zu werfen / und sie in der Welt zu zerstreuen. / -Hes. 20,23.
15745#Psalm,106,28#28. Sie hängten sich an den Baal-Peor / und assen Totenopfer. / -4.Mo. 25,3-5.
15746#Psalm,106,29#29. Sie erzürnten ihn mit ihren Taten; / da brach die Plage über sie aus. /
15747#Psalm,106,30#30. Nun trat Pinehas auf und hielt Gericht; / da ward der Plage gewehrt. / -4.Mo. 25,7-11.
15748#Psalm,106,31#31. Das ward ihm zur Gerechtigkeit angerechnet, / von Geschlecht zu Geschlecht auf ewige Zeiten. /
15749#Psalm,106,32#32. Sie erzürnten (den Herrn) am Haderwasser, / und Mose erging es übel um ihretwillen. / -4.Mo. 20,2-13.
15750#Psalm,106,33#33. Denn sie empörten sich wider seinen Geist, / und er redete unbedacht mit seinen Lippen. /
15751#Psalm,106,34#34. Sie rotteten die Völker nicht aus, / wie der Herr es ihnen befohlen, / -5.Mo. 20,16-18.
15752#Psalm,106,35#35. sondern vermischten sich mit den Heiden / und lernten ihre Werke. /
15753#Psalm,106,36#36. Sie dienten ihren Götzen - / die wurden ihnen zum Fallstrick -, / -2.Mo. 23,33.
15754#Psalm,106,37#37. und sie opferten ihre Söhne / und ihre Töchter den bösen Geistern / -5.Mo. 32,17; 2.Kön. 17,17.
15755#Psalm,106,38#38. und vergossen unschuldiges Blut, / das Blut ihrer Söhne und Töchter, / die sie den Götzen Kanaans opferten, / und das Land ward durch Blutschuld entweiht. /
15756#Psalm,106,39#39. Sie verunreinigten sich mit ihren Werken / und wurden untreu durch ihre Taten. /
15757#Psalm,106,40#40. Da entbrannte der Zorn des Herrn wider sein Volk, / und er verabscheute sein Eigentum. /
15758#Psalm,106,41#41. Er gab sie hin in die Hand der Heiden, / sodass ihre Hasser über sie herrschten. / -Ri. 2,14.
15759#Psalm,106,42#42. Ihre Feinde bedrängten sie, / und sie mussten sich beugen unter ihre Hand. /
15760#Psalm,106,43#43. Oftmals befreite er sie; / sie aber trotzten seinem Ratschluss / und vergingen in ihrer Schuld. /
15761#Psalm,106,44#44. Da sah er an ihre Drangsal, / wenn er ihre Klage vernahm, /
15762#Psalm,106,45#45. gedachte zu ihrem Heil seines Bundes / und liess sich's gereuen nach seiner grossen Güte. /
15763#Psalm,106,46#46. Er liess sie Erbarmen finden / bei allen, die sie gefangenhielten. /
15764#Psalm,106,47#47. Hilf uns, Herr, unser Gott, / und sammle uns aus den Heiden, / damit wir deinem heiligen Namen danken und uns rühmen, / dass wir dich preisen dürfen! / -5.Mo. 30,3; 1.Chr. 16,35.
15765#Psalm,106,48#48. Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, / von Ewigkeit zu Ewigkeit! / Und alles Volk spreche: Amen! / Hallelujah! -Ps. 41,14.
15766#Psalm,107,1#1. «DANKET dem Herrn, denn er ist freundlich, / und seine Güte währet ewig.» / -Ps. 106,1; 118,1; 136,1.
15767#Psalm,107,2#2. So sollen sprechen die Erlösten des Herrn, / die er aus Drangsal erlöst hat; /
15768#Psalm,107,3#3. die er aus den Ländern gesammelt, / vom Aufgang her und vom Niedergang, / vom Norden her und vom Meer. /
15769#Psalm,107,4#4. Die irre gingen in der Wüste, der Einöde, / und den Weg zur wohnlichen Stadt nicht fanden; /
15770#Psalm,107,5#5. die hungrig und durstig waren, / dass ihre Seele in ihnen verzagte; /
15771#Psalm,107,6#6. die dann zum Herrn schrieen in ihrer Not / und die er aus ihrer Drangsal errettete, / -Ps. 50,15.
15772#Psalm,107,7#7. auf dem richtigen Wege führte, / dass sie zur wohnlichen Stadt kamen: /
15773#Psalm,107,8#8. sie sollen dem Herrn danken für seine Güte / und für seine Wunder an den Menschenkindern, /
15774#Psalm,107,9#9. dass er die lechzende Seele gesättigt / und die hungrige Seele mit Gutem gelabt hat.
15775#Psalm,107,10#10. Die in Dunkel und Finsternis sassen, / gebunden in Elend und Eisen, /
15776#Psalm,107,11#11. weil sie den Geboten Gottes getrotzt / und den Ratschluss des Höchsten verachtet hatten; /
15777#Psalm,107,12#12. deren Herz durch Mühsal gebeugt war, / die strauchelten, ohne dass einer aufhalf; /
15778#Psalm,107,13#13. die dann zum Herrn schrieen in ihrer Not / und denen er aus ihrer Drangsal half; /
15779#Psalm,107,14#14. die er aus Dunkel und Finsternis herausführte / und deren Bande er zerriss: /
15780#Psalm,107,15#15. sie sollen dem Herrn danken für seine Güte / und für seine Wunder an den Menschenkindern, /
15781#Psalm,107,16#16. dass er die ehernen Pforten zerbrochen / und die eisernen Riegel zerschlagen hat. -Jes. 45,2.
15782#Psalm,107,17#17. Die krank waren ob ihres sündhaften Wandels / und um ihrer Missetaten willen geplagt wurden, /
15783#Psalm,107,18#18. dass ihnen ekelte ob jeglicher Speise / und sie schon nahe waren den Pforten des Todes; /
15784#Psalm,107,19#19. die dann zum Herrn schrieen in ihrer Not / und denen er aus ihrer Drangsal half; /
15785#Psalm,107,20#20. denen er sein Wort sandte, sie zu heilen, / die er errettete aus ihrem Verderben: /
15786#Psalm,107,21#21. sie sollen dem Herrn danken für seine Güte / und für seine Wunder an den Menschenkindern; /
15787#Psalm,107,22#22. sie sollen Opfer des Dankes darbringen / und seine Werke mit Frohlocken erzählen.
15788#Psalm,107,23#23. Die in Schiffen das Meer befuhren / und Handel trieben auf grossen Wassern, /
15789#Psalm,107,24#24. die dort die Werke des Herrn geschaut / und seine Wunder in der Tiefe - /
15790#Psalm,107,25#25. er gebot und liess aufstehen den Wind, / und es türmte die Wellen der Sturm; /
15791#Psalm,107,26#26. sie fuhren hinauf zum Himmel, hinunter zur Tiefe, / dass ihre Seele in Not verzagte; /
15792#Psalm,107,27#27. sie tanzten und wankten wie Trunkene, / mit all ihrer Weisheit war es zu Ende - /
15793#Psalm,107,28#28. die dann zum Herrn schrieen in ihrer Not / und die er aus ihrer Drangsal herausführte, /
15794#Psalm,107,29#29. da er den Sturm zum Säuseln stillte, / dass die Wellen des Meeres schwiegen; /
15795#Psalm,107,30#30. die sich freuten, dass es stille geworden, / und die er an das ersehnte Gestade führte: /
15796#Psalm,107,31#31. sie sollen dem Herrn danken für seine Güte / und für seine Wunder an den Menschenkindern, /
15797#Psalm,107,32#32. sollen ihn erheben in der Gemeinde des Volkes / und ihn loben im Kreise der Alten.
15798#Psalm,107,33#33. Er machte Ströme zur Wüste / und Wasserquellen zu dürrem Land, /
15799#Psalm,107,34#34. fruchtbares Erdreich zur Salzsteppe / wegen der Bosheit derer, die darin wohnten. /
15800#Psalm,107,35#35. Er machte die Wüste zum Wasserteich / und dürres Erdreich zu Wasserquellen / -Jes. 41,18.
15801#Psalm,107,36#36. und liess die Hungrigen daselbst wohnen, / und sie gründeten eine Wohnstatt. /
15802#Psalm,107,37#37. Sie besäten die Felder und pflanzten Weinberge, / die brachten alljährlich Früchte. /
15803#Psalm,107,38#38. Und er segnete sie, dass sie mächtig sich mehrten, / und nicht wenig Vieh gab er ihnen. /
15804#Psalm,107,39#39. Aber sie nahmen ab und wurden gebeugt / unter dem Druck von Unglück und Gram. /
15805#Psalm,107,40#40. «Verachtung schüttet er aus über Edle / und lässt sie irren in pfadloser Öde.»-1- / -1) aus Hiob 12,21.24.
15806#Psalm,107,41#41. Da erhöhte er den Armen aus dem Elend / und schuf Geschlechter herdengleich. /
15807#Psalm,107,42#42. «Die Gerechten sehen's und freuen sich; / alle Bosheit aber verschliesst ihr Maul.»-1- / -1) vgl. Hiob 22,19 und 5,16.
15808#Psalm,107,43#43. Wer ist verständig? Der behalte dieses / und merke auf die Gnadenbeweise des Herrn.
15809#Psalm,108,1#1. EIN Lied, ein Psalm Davids.
15810#Psalm,108,2#2. Mein Herz ist bereit, o Gott; / ich will singen und spielen. / Wache auf, meine Seele, / -V. 2-6: Ps. 57,8-12.
15811#Psalm,108,3#3. wacht auf, Psalter und Harfe! / Wecken will ich das Morgenrot! /
15812#Psalm,108,4#4. Ich will dich preisen unter den Völkern, o Herr, / will dir lobsingen unter den Nationen. /
15813#Psalm,108,5#5. Denn gross bis zum Himmel ist deine Güte / und deine Treue bis an die Wolken. /
15814#Psalm,108,6#6. Erhebe dich über die Himmel, o Gott, / über die ganze Erde deine Herrlichkeit! /
15815#Psalm,108,7#7. Auf dass, die dir lieb sind, errettet werden, / hilf mit deiner Rechten und erhöre uns! / -V. 7-14: Ps. 60,7-14.
15816#Psalm,108,8#8. Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen: / «Ich will frohlocken, will Sichem verteilen / und das Tal von Sukkoth ausmessen. /
15817#Psalm,108,9#9. Mein ist Gilead, mein auch Manasse; / Ephraim ist die Schutzwehr meines Hauptes, / Juda ist mein Herrscherstab. /
15818#Psalm,108,10#10. Moab ist mein Waschbecken, / auf Edom werfe ich meinen Schuh; / jauchzen will ich über das Philisterland!» /
15819#Psalm,108,11#11. Wer wird mich führen nach der Feste, / wer mich geleiten nach Edom? /
15820#Psalm,108,12#12. Hast du doch, o Gott, uns verstossen / und ziehst nicht aus mit unsern Scharen! /
15821#Psalm,108,13#13. Schaffe uns Hilfe vor dem Bedränger; / eitel ist ja Menschenhilfe. /
15822#Psalm,108,14#14. Mit Gott werden wir Taten tun; / er wird unsre Bedränger zertreten.
15823#Psalm,109,1#1. EIN Psalm Davids. Gott, den ich preise, schweige nicht! /
15824#Psalm,109,2#2. Denn ihr gottloses Lügenmaul / haben sie wider mich aufgetan, / reden zu mir mit falscher Zunge. /
15825#Psalm,109,3#3. Mit Worten voll Hass umgeben sie mich / und streiten wider mich ohne Ursache. /
15826#Psalm,109,4#4. Für meine Liebe befeinden sie mich, / während ich für sie bete. /
15827#Psalm,109,5#5. Sie vergelten mir Gutes mit Bösem / und meine Liebe mit Hass. / -Ps. 35,12; 38,21.
15828#Psalm,109,6#6. Bestelle seinen Frevel wider ihn, / als Ankläger stehe er zu seiner Rechten. /
15829#Psalm,109,7#7. Kommt er vor Gericht, so soll er als schuldig hervorgehen, / und sein Bitten gelte als Sünde. /
15830#Psalm,109,8#8. Seiner Tage mögen wenige werden, / und sein Amt empfange ein andrer. /
15831#Psalm,109,9#9. Seine Kinder sollen zu Waisen werden / und sein Weib eine Witwe. /
15832#Psalm,109,10#10. Unstet sollen seine Kinder umherziehn und betteln, / verjagt werden aus ihren Trümmerstätten. / -Hiob 24,12.
15833#Psalm,109,11#11. Der Wucherer laure auf all seine Habe, / und Fremde sollen rauben die Frucht seiner Arbeit. /
15834#Psalm,109,12#12. Es sei niemand, der ihm Gnadenfrist gebe, / und niemand, der sich seiner Waisen erbarme. /
15835#Psalm,109,13#13. Sein Nachwuchs falle der Vernichtung anheim, / im nächsten Geschlecht soll sein Name erlöschen. / -Ps. 21,11.
15836#Psalm,109,14#14. Der Schuld seiner Väter werde gedacht, / und seiner Mutter Sünde werde nicht ausgelöscht; /
15837#Psalm,109,15#15. sie seien dem Herrn allezeit vor Augen, / dass er sein Gedächtnis von der Erde vertilge, /
15838#Psalm,109,16#16. weil er nicht daran dachte, Liebe zu üben, / sondern den elenden und armen Mann verfolgte, / ihn, der bis zum Tode verzagt war. / -Jak. 2,13.
15839#Psalm,109,17#17. Er liebte den Fluch - so komme er über ihn; / er verschmähte den Segen - so bleibe er ihm ferne. /
15840#Psalm,109,18#18. Er zog den Fluch an wie sein Gewand - / so dringe er wie Wasser in sein Inneres / und wie Öl in seine Gebeine; /
15841#Psalm,109,19#19. er werde ihm wie das Kleid, in das er sich hüllt, / und zum Gürtel, mit dem er sich täglich gürtet. /
15842#Psalm,109,20#20. Das sei der Lohn meiner Widersacher / und derer, die Arges gegen mich reden. /
15843#Psalm,109,21#21. Du aber, o Herr, mein Gott, / sei mit mir um deines Namens willen; / nach deiner gnädigen Güte errette mich. /
15844#Psalm,109,22#22. Denn ich bin elend und arm, / und mein Herz ängstet sich in der Brust. /
15845#Psalm,109,23#23. Ich schwinde dahin wie ein Schatten, wenn er sich neigt, / bin wie eine Heuschrecke, die man von sich abschüttelt. / -Ps. 102,12.
15846#Psalm,109,24#24. Meine Kniee wanken vom Fasten, / mein Fleisch nimmt ab und wird mager. /
15847#Psalm,109,25#25. Ich bin ihnen zum Gespötte geworden; / sie sehen mich und schütteln den Kopf. / -Ps. 22,8.
15848#Psalm,109,26#26. Hilf mir, o Herr, mein Gott! / Errette mich nach deiner Güte /
15849#Psalm,109,27#27. und lass sie erkennen, dass dies deine Hand ist, / dass du, o Herr, es getan hast. /
15850#Psalm,109,28#28. Sie mögen fluchen, du wirst segnen! / Meine Gegner sollen zuschanden werden, / dein Knecht aber möge sich freuen! /
15851#Psalm,109,29#29. Meine Widersacher müssen mit Schmach sich bedecken, / in ihre Schande sich hüllen wie in einen Mantel. /
15852#Psalm,109,30#30. Ich will den Herrn laut preisen mit meinem Munde, / inmitten der Menge will ich ihn loben. /
15853#Psalm,109,31#31. Denn er steht dem Armen zur Rechten, / ihm zu helfen vor denen, die ihn verdammen.
15854#Psalm,110,1#1. EIN Psalm Davids. Es spricht der Herr zu meinem Herrn: / «Setze dich zu meiner Rechten, / bis dass ich hinlege deine Feinde / als Schemel für deine Füsse.» / -Mt. 22,44.
15855#Psalm,110,2#2. Der Herr wird dein mächtiges Szepter / ausstrecken vom Zion; / herrsche inmitten deiner Feinde /
15856#Psalm,110,3#in heiligem Schmuck! / 3. Bei dir ist Hoheit am Tage deiner Kraft;-1- / aus dem Schosse der Morgenröte / kommt dir der Tau deiner Jugend. / -1) aüs. V. 2d-3a: «Dein Volk (stellt sich) willig an deinem Heertag in heiligem Schmuck.»
15857#Psalm,110,4#4. Der Herr hat geschworen - es wird ihn nicht gereuen - / «Du bist Priester in Ewigkeit / nach der Weise Melchisedeks.» / -1.Mo. 14,18; Hebr. 7,17.
15858#Psalm,110,5#5. Der Herr steht zu deiner Rechten, / er zerschmettert Könige am Tag seines Zorns. / -Jes. 24,21.
15859#Psalm,110,6#6. Er hält unter den Heiden Gericht, / dass es voll wird von Leichen, / er zerschmettert Häupter auf weitem Lande. /
15860#Psalm,110,7#7. Er-1- trinkt aus dem Bach am Wege; / darum erhebt er das Haupt. -1) d.h. der König.
15861#Psalm,111,1#1. HALLELUJAH! / Ich will dem Herrn danken von ganzem Herzen, / im Kreise der Frommen und in der Gemeinde. /
15862#Psalm,111,2#2. Gross sind die Werke des Herrn, / denkwürdig für alle, die daran Gefallen haben. /
15863#Psalm,111,3#3. Majestät und Hoheit ist sein Tun, / und seine Gerechtigkeit bleibt ewig bestehen. /
15864#Psalm,111,4#4. Er hat ein Gedächtnis seiner Wunder gestiftet; / gnädig und barmherzig ist der Herr. /
15865#Psalm,111,5#5. Er gab Speise denen, die ihn fürchten; / er gedenkt auf ewig seines Bundes. /
15866#Psalm,111,6#6. Er tat seines Waltens Macht seinem Volke kund, / da er ihnen das Erbe der Heiden gab. /
15867#Psalm,111,7#7. Die Werke seiner Hände sind Treue und Recht; / verlässlich sind alle seine Gebote. /
15868#Psalm,111,8#8. Sie stehen fest auf immer und ewig, / erfüllt in Treue und Redlichkeit. /
15869#Psalm,111,9#9. Er hat seinem Volke Erlösung gesandt, / hat seinen Bund auf ewig bestellt; / heilig und furchtbar ist sein Name. /
15870#Psalm,111,10#10. Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit; / einsichtig handelt, wer darnach tut, / sein Ruhm bleibt ewig bestehen. -Hiob 28,28; Spr. 1,7; 9,10.
15871#Psalm,112,1#1. HALLELUJAH! / Wohl dem Manne, der den Herrn fürchtet, / an seinen Geboten so recht seine Lust hat! / -Ps. 1,1.2; 128,1.
15872#Psalm,112,2#2. Gewaltig auf Erden wird sein Nachwuchs sein, / das Geschlecht der Rechtschaffenen wird gesegnet. / -Spr. 20,7.
15873#Psalm,112,3#3. Reichtum und Überfluss ist in seinem Hause, / und sein Heil bleibt ewig bestehen. /
15874#Psalm,112,4#4. Den Rechtschaffenen erstrahlt im Dunkel ein Licht; / mild und barmherzig ist der Gerechte. / -Ps. 97,11; Jes. 58,8.
15875#Psalm,112,5#5. Glücklich der Mann, der mild ist und leiht / und seine Sachen ausrichtet nach dem Recht. /
15876#Psalm,112,6#6. Denn er wird nimmermehr wanken; / in ewigem Gedächtnis bleibt der Gerechte. /
15877#Psalm,112,7#7. Von schlimmer Kunde hat er nichts zu fürchten; / sein Herz ist fest und vertraut auf den Herrn. /
15878#Psalm,112,8#8. Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nicht, / bis er seine Lust an den Feinden sieht. /
15879#Psalm,112,9#9. Er streut aus, er gibt den Armen; / sein Heil bleibt ewig bestehen, / sein Horn-1- ragt hoch in Ehren. / -1) vgl. Anm. zu 1.Sam. 2,1.
15880#Psalm,112,10#10. Der Gottlose sieht es, und es verdriesst ihn, / er knirscht mit den Zähnen und vergeht; / der Gottlosen Verlangen wird zunichte.
15881#Psalm,113,1#1. HALLELUJAH! / Lobet, ihr Knechte des Herrn, / lobet den Namen des Herrn! / -Ps. 135,1.
15882#Psalm,113,2#2. Der Name des Herrn sei gelobt / von nun an bis in Ewigkeit! /
15883#Psalm,113,3#3. Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang / sei gepriesen der Name des Herrn! /
15884#Psalm,113,4#4. Der Herr ist erhaben über alle Völker, / und seine Herrlichkeit über die Himmel! /
15885#Psalm,113,5#5. Wer ist dem Herrn gleich, unserm Gott, / im Himmel und auf der Erde? /
15886#Psalm,113,6#6. Ihm, der droben thront in der Höhe, / der herniederschaut in die Tiefe; /
15887#Psalm,113,7#7. der aus dem Staub den Geringen aufrichtet, / aus dem Kot den Armen erhebt, / -1.Sam. 2,8.
15888#Psalm,113,8#8. dass er ihn setze neben Fürsten, / neben die Fürsten seines Volkes; /
15889#Psalm,113,9#9. der die Unfruchtbare, die Kinderlose / zur fröhlichen Mutter von Kindern macht. / Hallelujah! -1.Sam. 2,5.
15890#Psalm,114,1#1. ALS Israel aus Ägypten zog, / das Haus Jakobs aus dem Volk fremder Zunge, /
15891#Psalm,114,2#2. da ward Juda sein Heiligtum, / ward Israel sein Königreich. / -2.Mo. 19,6.
15892#Psalm,114,3#3. Das Meer sah es und floh; / der Jordan wandte sich zurück. / -2.Mo. 14,21; Jos. 3,16.
15893#Psalm,114,4#4. Die Berge hüpften wie Widder, / die Hügel wie junge Lämmer. / -2.Mo. 19,18.
15894#Psalm,114,5#5. Was ist dir, du Meer, dass du fliehst? / du Jordan, dass du zurückweichst? /
15895#Psalm,114,6#6. ihr Berge, dass ihr wie Widder hüpft, / wie junge Lämmer, ihr Hügel? /
15896#Psalm,114,7#7. Vor dem Herrn erbebe, o Erde, / vor dem Angesichte des Gottes Jakobs, / -Ps. 104,32.
15897#Psalm,114,8#8. der den Felsen wandelt zur Wasserflut / und den Kiesel zum sprudelnden Quell. -2.Mo. 17,6; Jes. 48,21.
15898#Psalm,115,1#1. NICHT uns, o Herr, nicht uns, / sondern deinem Namen schaffe Ehre / um deiner Gnade, um deiner Treue willen! /
15899#Psalm,115,2#2. Warum sollen die Heiden sagen: / Wo ist denn ihr Gott? / -Ps. 42,4.11; 79,10.
15900#Psalm,115,3#3. Ist doch unser Gott im Himmel; / alles, was er will, vollbringt er. / -Ps. 135,6.
15901#Psalm,115,4#4. Ihre Götzen sind Silber und Gold, / ein Machwerk von Menschenhänden. / -Ps. 135,15-20.
15902#Psalm,115,5#5. Sie haben einen Mund und können nicht reden, / haben Augen und können nicht sehen; /
15903#Psalm,115,6#6. sie haben Ohren und hören nicht, / haben eine Nase und riechen nicht; /
15904#Psalm,115,7#7. sie haben Hände und können nicht greifen, / haben Füsse und können nicht gehen, / geben auch keinen Laut mit ihrer Kehle. /
15905#Psalm,115,8#8. Ihnen werden gleich sein, die sie machen, / alle, die auf sie vertrauen. /
15906#Psalm,115,9#9. Israel, vertraue auf den Herrn! / Er ist ihre Hilfe und ihr Schild. /
15907#Psalm,115,10#10. Haus Aarons, vertraut auf den Herrn! / Er ist ihre Hilfe und ihr Schild. /
15908#Psalm,115,11#11. Die ihr den Herrn fürchtet, vertraut auf den Herrn! / Er ist ihre Hilfe und ihr Schild. /
15909#Psalm,115,12#12. Der Herr hat unser gedacht: er wird segnen, / wird segnen das Haus Israels, / wird segnen das Haus Aarons. /
15910#Psalm,115,13#13. Er wird segnen, die den Herrn fürchten, / die Kleinen samt den Grossen. /
15911#Psalm,115,14#14. Der Herr wolle euch mehren, / euch selbst und eure Kinder! /
15912#Psalm,115,15#15. Gesegnet seid ihr vom Herrn, / der Himmel und Erde gemacht hat. /
15913#Psalm,115,16#16. Die Himmel sind Himmel des Herrn, / aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. /
15914#Psalm,115,17#17. Die Toten preisen den Herrn nicht, / keiner von allen, die zur Stille hinabgefahren. / -Ps. 6,6; 30,10; Jes. 38,18.
15915#Psalm,115,18#18. Wir aber, wir loben den Herrn / von nun an bis in Ewigkeit. / Hallelujah!
15916#Psalm,116,1#1. ICH liebe den Herrn, denn er erhört / mein flehentlich Rufen; /
15917#Psalm,116,2#2. ja, er hat sein Ohr zu mir geneigt - / ich will ihn anrufen mein Leben lang. /
15918#Psalm,116,3#3. Die Stricke des Todes hatten mich umfangen, / die Ängste der Unterwelt mich befallen, / ich kam in Not und in Kummer; / -Ps. 18,6.
15919#Psalm,116,4#4. aber ich rief den Namen des Herrn an: / «Ach, Herr, errette mein Leben!» /
15920#Psalm,116,5#5. Gnädig ist der Herr und gerecht, / und unser Gott ist barmherzig. / -Ps. 86,15.
15921#Psalm,116,6#6. Der Herr behütet die Einfältigen; / bin ich schwach, so hilft er mir. /
15922#Psalm,116,7#7. Kehre wieder, meine Seele, zu deiner Ruhstatt; / denn der Herr erweist dir Gutes. /
15923#Psalm,116,8#8. Ja, du hast mein Leben vom Tode errettet, / mein Auge vor Tränen bewahrt, / meinen Fuss vor dem Falle. / -Ps. 56,14.
15924#Psalm,116,9#9. Ich darf vor dem Herrn wandeln / im Lande der Lebenden. /
15925#Psalm,116,10#10. Ich behielt den Glauben, auch wenn ich sprach: / «Ich bin tiefgebeugt.» /
15926#Psalm,116,11#11. Ich sprach in meiner Bestürzung: / «Eitel Trug sind die Menschen alle.» /
15927#Psalm,116,12#12. Wie soll ich dem Herrn vergelten / alles Gute, das er an mir getan? /
15928#Psalm,116,13#13. Ich will den Becher des Heils erheben / und den Namen des Herrn anrufen. /
15929#Psalm,116,14#14. Meine Gelübde will ich dem Herrn bezahlen, / bezahlen vor seinem ganzen Volke. / -Ps. 22,26; 61,9; 66,13.
15930#Psalm,116,15#15. Teuer ist in den Augen des Herrn / das Leben seiner Frommen - / -Ps. 72,14.
15931#Psalm,116,16#16. ach ja, o Herr, ich bin doch dein Knecht, / ich bin dein Knecht, der Sohn deiner Magd; / du hast meine Bande gelöst. /
15932#Psalm,116,17#17. Dir will ich ein Opfer des Dankes bringen / und den Namen des Herrn anrufen. /
15933#Psalm,116,18#18. Mein Gelübde will ich dem Herrn bezahlen, / bezahlen vor seinem ganzen Volke /
15934#Psalm,116,19#19. in den Vorhöfen am Hause des Herrn, / in deiner Mitte, Jerusalem! / Hallelujah!
15935#Psalm,117,1#1. LOBET den Herrn, alle Völker! / Preiset ihn, ihr Nationen alle! /
15936#Psalm,117,2#2. Denn mächtig waltet über uns seine Güte / und die Treue des Herrn bis in Ewigkeit. / Hallelujah!
15937#Psalm,118,1#1. «DANKET dem Herrn, denn er ist freundlich, / und seine Güte währet ewig!» / -Ps. 106,1; 107,1; 136,1.
15938#Psalm,118,2#2. So spreche denn Israel: / «Ja, seine Güte währet ewig!» /
15939#Psalm,118,3#3. So spreche das Haus Aarons: / «Ja, seine Güte währet ewig!» /
15940#Psalm,118,4#4. So sprechen, die den Herrn fürchten: / «Ja, seine Güte währet ewig!» /
15941#Psalm,118,5#5. Aus der Bedrängnis rief ich den Herrn an; / der Herr hat mich erhört und befreit. /
15942#Psalm,118,6#6. Der Herr ist für mich, ich fürchte mich nicht; / was sollten mir Menschen tun? / -Ps. 56,5.12; Röm. 8,31.
15943#Psalm,118,7#7. Der Herr ist für mich unter meinen Helfern; / ich werde meine Lust sehen an meinen Hassern. / -Ps. 54,9; 92,12.
15944#Psalm,118,8#8. Es ist besser, auf den Herrn zu vertrauen, / als sich auf Menschen zu verlassen. / -Jer. 17,5; Ps. 146,3.
15945#Psalm,118,9#9. Es ist besser, auf den Herrn zu vertrauen, / als sich auf Fürsten zu verlassen. /
15946#Psalm,118,10#10. Umringen mich alle Völker, / in Kraft des Herrn vertilge ich sie. /
15947#Psalm,118,11#11. Umringen sie mich um und um, / in Kraft des Herrn vertilge ich sie. /
15948#Psalm,118,12#12. Umringen sie mich wie Bienen, / wie Feuer die Dornen, / in Kraft des Herrn vertilge ich sie. /
15949#Psalm,118,13#13. Man stiess mich, dass ich fallen sollte; / aber der Herr hat mir geholfen. /
15950#Psalm,118,14#14. Meine Stärke und mein Loblied ist der Herr, / und er ward mein Heil. / -2.Mo. 15,2; Jes. 12,2.
15951#Psalm,118,15#15. Frohlocken und Siegesjubel erschallt / in den Hütten der Gerechten: / «Die Rechte des Herrn schafft Sieg! /
15952#Psalm,118,16#16. Die Rechte des Herrn erhöht! / Die Rechte des Herrn schafft Sieg!» /
15953#Psalm,118,17#17. Ich werde nicht sterben, ich werde leben / und die Taten des Herrn verkünden. /
15954#Psalm,118,18#18. Gezüchtigt hat mich der Herr, / aber dem Tod mich nicht übergeben. /
15955#Psalm,118,19#19. Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, / dass ich durch sie einziehe, dem Herrn zu danken. / -Jes. 26,2.
15956#Psalm,118,20#20. Dies ist das Tor des Herrn, / da die Gerechten einziehen dürfen. /
15957#Psalm,118,21#21. Ich danke dir, dass du mich erhört hast / und mir zum Retter geworden bist. /
15958#Psalm,118,22#22. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, / der ist zum Eckstein geworden. / -Jes. 28,16; Mt. 21,42; Apg. 4,11.
15959#Psalm,118,23#23. Von dem Herrn ist das gewirkt, / es ist ein Wunder in unsern Augen. /
15960#Psalm,118,24#24. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; / lasst uns frohlocken und seiner uns freuen! /
15961#Psalm,118,25#25. Ach, Herr, hilf doch! / Ach, Herr, lass wohl gelingen! /
15962#Psalm,118,26#26. Gesegnet sei, wer da kommt, im Namen des Herrn! / Wir segnen euch vom Hause des Herrn her. / -Mt. 21,9; 23,39.
15963#Psalm,118,27#27. Der Herr ist Gott; er leuchte uns! / Schlinget den Reigen mit Maien / bis an die Hörner des Altars! /
15964#Psalm,118,28#28. Du bist mein Gott, ich will dir danken; / mein Gott, ich will dich erheben. /
15965#Psalm,118,29#29. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, / und seine Güte währet ewig!
15966#Psalm,119,1#1. -1-WOHL denen, die unsträflich wandeln, / die das Gesetz des Herrn befolgen! / -Ps. 1,1.2.   1) dieser Psalm baut sich im Grundtext künstlich auf dem hebr. Alphabet auf. Die Anfangsbuchstaben der 22 Strophen ergeben zusammengereiht das hebr. Alphabet. Ausserdem beginnen jeweils alle acht Verse einer Strophe mit dem gleichen Buchstaben.
15967#Psalm,119,2#2. Wohl denen, die seine Vorschriften beachten, / die ihn von ganzem Herzen suchen, /
15968#Psalm,119,3#3. die auch kein Unrecht tun, / auf seinen Wegen wandeln! /
15969#Psalm,119,4#4. Du hast deine Befehle erlassen, / dass man sie eifrig halte. /
15970#Psalm,119,5#5. O dass mein Wandel doch fest wäre, / deine Satzungen zu halten! /
15971#Psalm,119,6#6. Dann werde ich nicht zuschanden, / wenn ich auf all deine Gebote schaue. /
15972#Psalm,119,7#7. Ich will dir mit aufrichtigem Herzen danken, / wenn ich deine gerechten Ordnungen lerne. /
15973#Psalm,119,8#8. Deine Satzungen will ich halten; / verlass mich nicht ganz und gar!
15974#Psalm,119,9#9. Wie wird ein Jüngling seinen Pfad rein erhalten? - / Wenn er sich hält nach deinem Wort. /
15975#Psalm,119,10#10. Ich suche dich von ganzem Herzen; / lass mich nicht abirren von deinen Geboten! / -Jer. 29,13.14.
15976#Psalm,119,11#11. Ich berge deinen Spruch in meinem Herzen, / auf dass ich mich nicht an dir versündige. /
15977#Psalm,119,12#12. Gelobt seist du, o Herr! / Lehre mich deine Satzungen. /
15978#Psalm,119,13#13. Mit meinen Lippen zähle ich her / alle Ordnungen deines Mundes. /
15979#Psalm,119,14#14. Ich freue mich, nach deinen Vorschriften zu wandeln, / mehr als über jeglichen Reichtum. /
15980#Psalm,119,15#15. Über deine Befehle will ich sinnen / und auf deine Pfade schauen. /
15981#Psalm,119,16#16. An deinen Satzungen habe ich meine Lust, / ich vergesse deines Wortes nicht.
15982#Psalm,119,17#17. Gewähre deinem Knechte zu leben; / so will ich dein Wort halten. /
15983#Psalm,119,18#18. Öffne mir die Augen, dass ich schaue / die Wunder an deinem Gesetze. /
15984#Psalm,119,19#19. Ich bin ein Gast auf Erden; / verbirg mir deine Gebote nicht. / -Ps. 39,13.
15985#Psalm,119,20#20. Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht / nach deinen Ordnungen zu aller Zeit. /
15986#Psalm,119,21#21. Du bedräust die Übermütigen; / verflucht sind, die von deinen Geboten abirren. / -5.Mo. 27,26; Jer. 11,3.
15987#Psalm,119,22#22. Nimm weg von mir Schmach und Verachtung; / denn ich halte deine Ordnungen. /
15988#Psalm,119,23#23. Ob auch Fürsten sitzen und wider mich ratschlagen - / dein Knecht sinnt über deine Satzungen. /
15989#Psalm,119,24#24. Ja, deine Vorschriften sind mein Ergötzen, / sie sind meine Ratgeber.
15990#Psalm,119,25#25. Meine Seele klebt am Staube; / belebe mich nach deinem Worte. / -Ps. 44,26.
15991#Psalm,119,26#26. Ich erzählte mein Geschick, und du erhörtest mich; / lehre mich deine Satzungen. /
15992#Psalm,119,27#27. Unterweise mich, nach deinen Befehlen zu wandeln, / und ich will über deine Wunder sinnen. /
15993#Psalm,119,28#28. Meine Seele tränt vor Kummer; / richte mich auf nach deinem Worte. /
15994#Psalm,119,29#29. Halte fern von mir den Weg der Lüge / und mit deinem Gesetze begnade mich. /
15995#Psalm,119,30#30. Den Weg der Wahrheit habe ich erwählt, / nach deinen Ordnungen verlangt mich. /
15996#Psalm,119,31#31. Ich halte fest an deinen Vorschriften; / o Herr, lass mich nicht zuschanden werden! /
15997#Psalm,119,32#32. Den Weg deiner Gebote will ich laufen; / denn du öffnest mir den Sinn.
15998#Psalm,119,33#33. Zeige mir, Herr, den Weg deiner Satzungen, / und ich will ihn bis ans Ende einhalten. /
15999#Psalm,119,34#34. Gib mir Einsicht, dass ich dein Gesetz bewahre / und es halte von ganzem Herzen. /
16000#Psalm,119,35#35. Lass mich wandeln auf dem Pfade deiner Gebote; / denn ich habe Gefallen an ihm. /
16001#Psalm,119,36#36. Neige mein Herz zu deinen Vorschriften / und nicht zur Gewinnsucht. /
16002#Psalm,119,37#37. Wende meine Augen ab, dass sie nicht schauen nach Eitlem; / belebe mich durch dein Wort. /
16003#Psalm,119,38#38. Erfülle deinem Knechte deine Verheissung, / die denen gilt, die dich fürchten. /
16004#Psalm,119,39#39. Wende ab meine Schmach, vor der mir bangt; / denn deine Ordnungen sind gut. /
16005#Psalm,119,40#40. Siehe, mich verlangt nach deinen Befehlen; / belebe mich durch deine Gerechtigkeit.
16006#Psalm,119,41#41. Lass deine Gnade über mich kommen, o Herr, / dein Heil nach deiner Verheissung, /
16007#Psalm,119,42#42. damit ich dem antworten kann, der mich schmäht; / denn ich vertraue auf dein Wort. /
16008#Psalm,119,43#43. Nimm nicht meinem Munde das Wort der Wahrheit; / denn ich hoffe auf deine Ordnungen. /
16009#Psalm,119,44#44. Und ich will dein Gesetz halten / allewege, immer und ewig. /
16010#Psalm,119,45#45. Lass mich wandeln auf weitem Plan; / denn ich frage nach deinen Befehlen. /
16011#Psalm,119,46#46. Von deinen Vorschriften will ich reden / vor Königen und mich nicht scheuen. /
16012#Psalm,119,47#47. Ich habe meine Freude und meine Lust / an deinen Geboten, die ich liebe. /
16013#Psalm,119,48#48. Ich erhebe meine Hände zu deinen Geboten, / will sinnen über deine Satzungen.
16014#Psalm,119,49#49. Gedenke des Wortes an deinen Knecht, / dieweil du mich hoffen liessest. /
16015#Psalm,119,50#50. Das ist mein Trost in meinem Elend, / dass deine Verheissung mich am Leben erhält. /
16016#Psalm,119,51#51. Freche spotten meiner und höhnen; / doch ich weiche nicht ab von deinem Gesetze. /
16017#Psalm,119,52#52. Ich gedenke deiner Ordnungen aus der Urzeit, / o Herr, und so werde ich getrost. /
16018#Psalm,119,53#53. Zornglut erfasst mich wegen der Gottlosen, / die dein Gesetz verlassen. /
16019#Psalm,119,54#54. Deine Satzungen preise ich im Gesang / in dem Hause meiner Pilgerschaft. /
16020#Psalm,119,55#55. Des Nachts gedenke ich deines Namens, o Herr, / dass ich dein Gesetz halte. / -Ps. 42,9; 63,7.
16021#Psalm,119,56#56. Das ist mir zuteil geworden, / dass ich deine Befehle beachte.
16022#Psalm,119,57#57. Ich spreche: «Mein Teil ist es, o Herr, / deine Worte zu halten.» /
16023#Psalm,119,58#58. Ich suche deine Huld von ganzem Herzen; / erbarme dich meiner nach deiner Verheissung. /
16024#Psalm,119,59#59. Ich überdenke meine Wege / und lenke meine Schritte zu deinen Vorschriften. /
16025#Psalm,119,60#60. Ich eile und säume nicht, / deine Gebote zu halten. /
16026#Psalm,119,61#61. Die Stricke der Gottlosen umfangen mich; / doch deines Gesetzes vergesse ich nicht. /
16027#Psalm,119,62#62. Um Mitternacht stehe ich auf, dir zu danken / für deine gerechten Ordnungen. / -Ps. 42,9; 63,7.
16028#Psalm,119,63#63. Ich bin ein Genosse aller, die dich fürchten, / und derer, die deine Befehle halten. /
16029#Psalm,119,64#64. Die Erde ist voll deiner Güte, o Herr; / lehre mich deine Satzungen. -Ps. 33,5; 104,24.
16030#Psalm,119,65#65. Du hast deinem Knechte Gutes getan, / o Herr, nach deinem Worte. /
16031#Psalm,119,66#66. Lehre mich rechtes Urteil und Verständnis; / denn ich glaube deinen Geboten. /
16032#Psalm,119,67#67. Ehe ich gebeugt ward, irrte ich; / nun aber halte ich dein Wort. /
16033#Psalm,119,68#68. Du bist gütig und tust Gutes; / lehre mich deine Satzungen. /
16034#Psalm,119,69#69. Freche erdichten Lügen wider mich; / ich aber halte deine Befehle von ganzem Herzen. /
16035#Psalm,119,70#70. Ihr Herz ist fühllos wie Fett; / ich aber habe meine Lust an deinem Gesetze. /
16036#Psalm,119,71#71. Es ist mir gut, dass ich gebeugt ward, / auf dass ich deine Satzungen lerne. /
16037#Psalm,119,72#72. Das Gesetz deines Mundes ist mir köstlicher / als Tausende Goldes und Silbers. -Ps. 19,11.
16038#Psalm,119,73#73. Deine Hände haben mich gemacht und bereitet; / gib mir Einsicht, dass ich deine Gebote lerne. / -Ps. 139,14; Hiob 10,8.
16039#Psalm,119,74#74. Die dich fürchten, sehen mit Freuden, / dass ich auf dein Wort harre. /
16040#Psalm,119,75#75. Ich weiss, o Herr, dass deine Ordnungen gerecht sind, / und in Treuen hast du mich gebeugt. /
16041#Psalm,119,76#76. Lass doch deine Gnade mir zum Troste werden / nach deiner Verheissung an deinen Knecht. /
16042#Psalm,119,77#77. Lass dein Erbarmen über mich kommen, dass ich lebe; / denn dein Gesetz ist meine Lust. /
16043#Psalm,119,78#78. Lass die Frechen zuschanden werden, / weil sie mich ohne Ursache bedrücken; / ich aber will über deine Befehle sinnen. /
16044#Psalm,119,79#79. Mir mögen sich zuwenden, die dich fürchten, / die deine Vorschriften kennen. /
16045#Psalm,119,80#80. Mein Herz bleibe unsträflich bei deinen Satzungen, / auf dass ich nicht zuschanden werde.
16046#Psalm,119,81#81. Meine Seele schmachtet nach deiner Hilfe; / ich harre auf dein Wort. /
16047#Psalm,119,82#82. Meine Augen schmachten nach deiner Verheissung / und fragen: «Wann wirst du mich trösten?» /
16048#Psalm,119,83#83. Denn ich bin wie ein Schlauch im Rauche; / doch deiner Satzung vergesse ich nicht. /
16049#Psalm,119,84#84. Wie wenig Tage bleiben noch deinem Knechte! / Wann wirst du über meine Verfolger Gericht halten? /
16050#Psalm,119,85#85. Die Frechen haben mir Gruben gegraben, / sie, die nicht nach deinem Gesetze tun. / -Ps. 35,7.
16051#Psalm,119,86#86. Alle deine Gebote sind Wahrheit. / Ohne Ursache verfolgen sie mich. Hilf mir! /
16052#Psalm,119,87#87. Beinahe hätten sie mich aufgerieben im Lande; / ich aber habe deine Befehle nicht verlassen. /
16053#Psalm,119,88#88. Lass mich am Leben nach deiner Gnade, / dass ich die Vorschriften deines Mundes halte.
16054#Psalm,119,89#89. Auf ewig bleibt, o Herr, dein Wort, / steht fest im Himmel. /
16055#Psalm,119,90#90. Für alle Zeiten gilt deine Verheissung, / ist festgegründet auf Erden und bleibt bestehen. /
16056#Psalm,119,91#91. Deine Ordnungen, sie bestehen noch heute; / denn alles ist dir dienstbar. / -Ps. 148,6.
16057#Psalm,119,92#92. Wäre dein Gesetz nicht meine Lust, / so wäre ich verkommen in meinem Elend. /
16058#Psalm,119,93#93. Nie will ich deiner Befehle vergessen; / denn durch sie hast du mich am Leben erhalten. /
16059#Psalm,119,94#94. Ich bin dein, hilf mir; / denn ich forsche in deinen Satzungen. /
16060#Psalm,119,95#95. Gottlose lauern mir auf, mich zu verderben; / aber ich achte auf deine Vorschriften. / -Ps. 37,32.
16061#Psalm,119,96#96. Aller Vollkommenheit sah ich ein Ende; / aber dein Gebot ist unendlich.
16062#Psalm,119,97#97. Wie habe ich dein Gesetz so lieb! / den ganzen Tag ist es mein Sinnen. /
16063#Psalm,119,98#98. Dein Gebot macht mich weiser als meine Feinde; / denn allezeit ist es mir gegenwärtig. / -5.Mo. 4,6.
16064#Psalm,119,99#99. Ich bin klüger geworden als alle meine Lehrer; / denn deine Vorschriften sind mein Sinnen. /
16065#Psalm,119,100#100. Ich bin verständiger als die Alten; / denn ich beobachte deine Befehle. /
16066#Psalm,119,101#101. Von jedem bösen Wege hielt ich meine Füsse zurück, / auf dass ich dein Wort halte. / -Spr. 1,15; 4,27.
16067#Psalm,119,102#102. Von deinen Ordnungen wich ich nicht; / denn du hast mich gelehrt. /
16068#Psalm,119,103#103. Wie süss ist deine Rede meinem Gaumen, / süsser als Honig meinem Munde! / -Ps. 19,11.
16069#Psalm,119,104#104. Aus deinen Befehlen schöpfe ich Einsicht; / darum hasse ich jeden Weg der Lüge.
16070#Psalm,119,105#105. Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuss / und ein Licht auf meinem Pfade. / -Spr. 6,23; Joh. 8,12.
16071#Psalm,119,106#106. Ich habe geschworen und habe es gehalten, / habe beobachtet deine gerechten Ordnungen. /
16072#Psalm,119,107#107. Ich bin gar tief gebeugt; / Herr, belebe mich nach deinem Worte! /
16073#Psalm,119,108#108. Lass dir, o Herr, die Opfer meines Mundes gefallen / und lehre mich deine Ordnungen. /
16074#Psalm,119,109#109. Mein Leben ist allezeit in Gefahr; / doch deines Gesetzes vergesse ich nicht. /
16075#Psalm,119,110#110. Die Gottlosen legen mir Fallstricke; / doch ich irre nicht ab von deinen Befehlen. / -Ps. 140,6; 141,9.
16076#Psalm,119,111#111. Deine Vorschriften sind mein ewiges Erbe; / denn sie sind meines Herzens Wonne. /
16077#Psalm,119,112#112. Mein Herz ist willig, immerdar / deine Satzungen zu befolgen bis ans Ende.
16078#Psalm,119,113#113. Ich hasse, die in sich zwiespältig sind; / aber dein Gesetz habe ich lieb. /
16079#Psalm,119,114#114. Du bist mein Schirm und mein Schild; / ich harre auf dein Wort. /
16080#Psalm,119,115#115. Weichet von mir, ihr Bösewichte, / damit ich die Gebote meines Gottes beachte. /
16081#Psalm,119,116#116. Stütze mich nach deiner Verheissung, dass ich lebe; / lass mich nicht zuschanden werden mit meiner Hoffnung! / -Ps. 25,2.
16082#Psalm,119,117#117. Halte mich, dass ich gerettet werde; / so will ich beständig auf deine Satzungen schauen. /
16083#Psalm,119,118#118. Du verwirfst alle, die von deinen Befehlen abirren; / denn ihr Sinnen ist eitel. /
16084#Psalm,119,119#119. Für Schlacken achtest du alle Gottlosen im Lande; / darum liebe ich deine Vorschriften. /
16085#Psalm,119,120#120. Mir schauert die Haut aus Furcht vor dir, / und mir bangt vor deinen Gerichten.
16086#Psalm,119,121#121. Ich habe Recht und Gerechtigkeit geübt; / überlass mich nicht denen, die mir Gewalt antun! /
16087#Psalm,119,122#122. Tritt ein für das Wohl deines Knechtes, / dass die Frechen mich nicht unterdrücken. /
16088#Psalm,119,123#123. Meine Augen schmachten nach deiner Hilfe / und nach deiner gerechten Verheissung. /
16089#Psalm,119,124#124. Handle an deinem Knecht nach deiner Gnade / und lehre mich deine Satzungen. /
16090#Psalm,119,125#125. Ich bin dein Knecht, gib mir Einsicht, / dass ich deine Vorschriften verstehe. /
16091#Psalm,119,126#126. Es ist Zeit, dass der Herr einschreite; / sie haben dein Gesetz gebrochen. /
16092#Psalm,119,127#127. Darum liebe ich deine Gebote / mehr als Gold und als feines Gold. /
16093#Psalm,119,128#128. Darum wandle ich genau nach all deinen Befehlen; / ich hasse jeden Weg der Lüge.
16094#Psalm,119,129#129. Wunder sind deine Vorschriften; / darum beobachtet sie meine Seele. /
16095#Psalm,119,130#130. Die Erschliessung deiner Worte erleuchtet / und macht die Einfältigen verständig. / -Ps. 19,8.
16096#Psalm,119,131#131. Ich tue meinen Mund auf und lechze; / denn mich verlangt nach deinen Geboten. /
16097#Psalm,119,132#132. Wende dich zu mir und sei mir gnädig, / wie denen gebührt, die deinen Namen lieben. /
16098#Psalm,119,133#133. Mache meine Tritte fest in deinem Worte / und lass kein Unrecht über mich herrschen. /
16099#Psalm,119,134#134. Erlöse mich von der Bedrückung der Menschen, / damit ich deine Befehle halte. /
16100#Psalm,119,135#135. Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knechte / und lehre mich deine Satzungen. /
16101#Psalm,119,136#136. Aus meinen Augen strömen Wasserbäche, / weil man dein Gesetz nicht hält.
16102#Psalm,119,137#137. Du bist gerecht, o Herr, / und untadlig sind deine Gerichte. /
16103#Psalm,119,138#138. Du hast deine Vorschriften gegeben / in grosser Gerechtigkeit und Treue. /
16104#Psalm,119,139#139. Mich verzehrt der Eifer darob, / dass meine Widersacher deiner Worte vergessen. / -Ps. 69,10.
16105#Psalm,119,140#140. Dein Wort ist rein und lauter, / und dein Knecht hat es lieb. / -Ps. 19,9.
16106#Psalm,119,141#141. Ich bin gering und verachtet; / doch deiner Befehle vergesse ich nicht. /
16107#Psalm,119,142#142. Deine Gerechtigkeit bleibt ewig Gerechtigkeit, / und dein Gesetz ist Wahrheit. /
16108#Psalm,119,143#143. Angst und Not haben mich ergriffen; / doch deine Gebote sind meine Lust. /
16109#Psalm,119,144#144. Deine Vorschriften bleiben auf ewig gerecht; / gib mir Einsicht, dass ich lebe.
16110#Psalm,119,145#145. Ich rufe von ganzem Herzen, erhöre mich; / ich will deine Satzungen bewahren. /
16111#Psalm,119,146#146. Ich rufe dich an, o Herr, hilf mir, / so will ich deine Vorschriften halten. /
16112#Psalm,119,147#147. Ich komme schon in der Frühe und schreie; / ich harre auf dein Wort. /
16113#Psalm,119,148#148. Meine Augen eilen den Nachtwachen voraus, / dass ich über deine Rede sinne. / -Ps. 63,7.
16114#Psalm,119,149#149. Höre meine Stimme nach deiner Gnade; / o Herr, erhalte mein Leben nach deiner Ordnung! /
16115#Psalm,119,150#150. Es nahen sich, die mich in Bosheit verfolgen; / sie sind ferne von deinem Gesetze. /
16116#Psalm,119,151#151. Du bist nahe, o Herr, / und alle deine Gebote sind Wahrheit. /
16117#Psalm,119,152#152. Von lange her weiss ich aus deinen Vorschriften, / dass du sie für ewig gegründet hast.
16118#Psalm,119,153#153. Sieh mein Elend an und errette mich; / denn ich habe deines Gesetzes nicht vergessen. /
16119#Psalm,119,154#154. Führe meine Sache und erlöse mich; / erhalte mein Leben nach deiner Verheissung. /
16120#Psalm,119,155#155. Das Heil ist fern von den Gottlosen; / denn sie fragen nicht nach deinen Satzungen. /
16121#Psalm,119,156#156. Dein Erbarmen ist gross, o Herr; / erhalte mein Leben nach deinen Ordnungen. /
16122#Psalm,119,157#157. Viele sind, die mich verfolgen und bedrängen; / doch ich weiche nicht ab von deinen Vorschriften. /
16123#Psalm,119,158#158. Sehe ich die Abtrünnigen, so empfinde ich Abscheu, / weil sie dein Wort nicht halten. /
16124#Psalm,119,159#159. Sieh, ich liebe deine Befehle; / o Herr, erhalte mein Leben nach deiner Gnade! /
16125#Psalm,119,160#160. Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, / und ewig währen all deine gerechten Ordnungen.
16126#Psalm,119,161#161. Fürsten verfolgen mich ohne Ursache; / doch mein Herz fürchtet nur dein Wort. /
16127#Psalm,119,162#162. Ich freue mich über deine Satzung / wie einer, der grosse Beute davonträgt. /
16128#Psalm,119,163#163. Ich hasse die Lüge und verabscheue sie; / dein Gesetz habe ich lieb. /
16129#Psalm,119,164#164. Siebenmal des Tages lobe ich dich / um deiner gerechten Ordnungen willen. /
16130#Psalm,119,165#165. Die dein Gesetz lieben, haben Heil die Fülle; / es trifft sie kein Unfall. /
16131#Psalm,119,166#166. Ich harre auf deine Hilfe, o Herr, / und erfülle deine Gebote. / -1.Mo. 49,18.
16132#Psalm,119,167#167. Meine Seele hält deine Vorschriften, / und ich liebe sie innig. /
16133#Psalm,119,168#168. Ich halte deine Befehle und Vorschriften; / denn alle meine Wege sind dir bekannt.
16134#Psalm,119,169#169. Lass meine Klage zu dir nahen, o Herr; / gib mir Einsicht nach deinem Worte. /
16135#Psalm,119,170#170. Lass mein Flehen vor dich kommen; / errette mich nach deiner Verheissung. /
16136#Psalm,119,171#171. Meine Lippen sollen von Lob überströmen; / denn du lehrst mich deine Satzungen. /
16137#Psalm,119,172#172. Meine Zunge soll dein Wort besingen; / denn alle deine Gebote sind gerecht. /
16138#Psalm,119,173#173. Deine Hand komme mir zu Hilfe; / denn ich habe deine Befehle erwählt. /
16139#Psalm,119,174#174. Mich verlangt nach deinem Heil, o Herr, / und dein Gesetz ist meine Lust. /
16140#Psalm,119,175#175. Lass meine Seele leben, dass sie dich lobe, / und deine Ordnungen mögen mir helfen! /
16141#Psalm,119,176#176. Ich bin verirrt wie ein verlorenes Schaf; / suche deinen Knecht, / denn deiner Gebote habe ich nicht vergessen.
16142#Psalm,120,1#1. EIN Wallfahrtslied. Den Herrn rief ich an in meiner Not, / und er hat mich erhört. /
16143#Psalm,120,2#2. Herr, errette mich vor dem Lügenmaul / und vor der falschen Zunge! - /
16144#Psalm,120,3#3. Was soll er dir zufügen / und was noch weiter, du falsche Zunge? /
16145#Psalm,120,4#4. Kriegerpfeile, geschärfte, dazu Kohlen vom Ginsterstrauch! - /
16146#Psalm,120,5#5. Wehe mir, dass ich weile in Mesech, / dass ich wohne bei den Zelten von Kedar! /
16147#Psalm,120,6#6. Zu lange schon wohne ich zusammen / mit denen, die den Frieden hassen! /
16148#Psalm,120,7#7. Ich halte Frieden; doch wenn ich nur rede, / so suchen sie Streit.
16149#Psalm,121,1#1. EIN Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: / woher wird mir Hilfe kommen? /
16150#Psalm,121,2#2. Meine Hilfe kommt von dem Herrn, / der Himmel und Erde gemacht hat. / -Ps. 124,8.
16151#Psalm,121,3#3. Er kann deinen Fuss nicht gleiten lassen; / der dich behütet, kann nicht schlummern! /
16152#Psalm,121,4#4. Nein, er schlummert nicht und schläft nicht, / der Israel behütet. /
16153#Psalm,121,5#5. Der Herr ist dein Hüter, der Herr dein Schatten, / er geht zu deiner Rechten: /
16154#Psalm,121,6#6. bei Tage wird dich die Sonne nicht stechen, / noch der Mond des Nachts. /
16155#Psalm,121,7#7. Der Herr behütet dich vor allem Übel, / er behütet dein Leben. /
16156#Psalm,121,8#8. Der Herr behütet deinen Ausgang und Eingang, / jetzt und immerdar. -5.Mo. 28,6.
16157#Psalm,122,1#1. EIN Wallfahrtslied. Von David. Ich freute mich, da sie zu mir sprachen: / «Lasst uns wallen zum Hause des Herrn!» / -Jes. 2,3.
16158#Psalm,122,2#2. Und nun stehen unsre Füsse / in deinen Toren, Jerusalem! /
16159#Psalm,122,3#3. Jerusalem, die du gebaut bist / wie eine wohlgefügte Stadt, /
16160#Psalm,122,4#4. wohin die Stämme wallfahren, / die Stämme des Herrn. / Gesetz für Israel ist es, den Herrn dort zu preisen. /
16161#Psalm,122,5#5. Denn dort standen einst Throne zum Gericht, / Throne des Hauses Davids. /
16162#Psalm,122,6#6. Wünschet Jerusalem Heil: / Sicher seien deine Gezelte! /
16163#Psalm,122,7#7. Friede herrsche in deinen Mauern, / Sicherheit in deinen Palästen! /
16164#Psalm,122,8#8. Um meiner Brüder und Freunde willen / will ich dir Frieden wünschen. /
16165#Psalm,122,9#9. Um des Hauses des Herrn, unsres Gottes, willen / will ich um Glück flehen für dich.
16166#Psalm,123,1#1. EIN Wallfahrtslied. Zu dir, der du im Himmel thronst, / erhebe ich meine Augen, /
16167#Psalm,123,2#2. siehe, wie Knechte ihre Augen erheben zu der Hand ihres Herrn. / Ja, wie die Augen der Magd auf die Hand der Gebieterin, / so blicken unsre Augen auf den Herrn, unsern Gott, / bis er uns gnädig ist. /
16168#Psalm,123,3#3. Sei uns gnädig, o Herr, sei uns gnädig! / Denn übersatt sind wir des Hohnes. /
16169#Psalm,123,4#4. Übersatt ist unsre Seele des Spottes der Sichern / und des Hohnes der Stolzen.
16170#Psalm,124,1#1. EIN Wallfahrtslied. Von David. «Wäre der Herr nicht für uns gewesen -» / so möge Israel sprechen - /
16171#Psalm,124,2#2. «wäre der Herr nicht für uns gewesen, / als Menschen wider uns aufstanden: /
16172#Psalm,124,3#3. dann hätten sie uns lebendig verschlungen, / da ihr Zorn wider uns entbrannt war, / -Spr. 1,12.
16173#Psalm,124,4#4. dann hätten die Wasser uns überflutet, / es wäre der Wildbach über uns hingegangen, /
16174#Psalm,124,5#5. über uns hingegangen wären / die überwallenden Wasser.» /
16175#Psalm,124,6#6. Gelobt sei der Herr, der uns nicht dahingab / ihren Zähnen zum Raube! /
16176#Psalm,124,7#7. Unsre Seele ist wie ein Vogel, / der dem Netze der Vogelsteller entronnen; / das Netz ist zerrissen, und wir sind entronnen. / -Spr. 6,5.
16177#Psalm,124,8#8. Unsre Hilfe steht im Namen des Herrn, / der Himmel und Erde gemacht hat. -Ps. 121,2.
16178#Psalm,125,1#1. EIN Wallfahrtslied. Die auf den Herrn vertrauen, / sind wie der Berg Zion, der nicht wankt. / -Spr. 10,30.
16179#Psalm,125,2#2. Ewig sicher steht Jerusalem, / rings von Bergen umhegt; / so umhegt der Herr rings sein Volk, / jetzt und immerdar: /
16180#Psalm,125,3#3. er lässt das gottlose Szepter nicht lasten / auf dem Land der Gerechten, / auf dass die Gerechten ihre Hände / nicht ausstrecken zum Frevel. /
16181#Psalm,125,4#4. Tue Gutes, o Herr, den Guten / und denen, die aufrichtigen Herzens sind! /
16182#Psalm,125,5#5. Die aber auf krumme Wege abbiegen, / die lasse der Herr hinfahren mit den Übeltätern! / Heil über Israel!
16183#Psalm,126,1#1. EIN Wallfahrtslied. Als der Herr wandte Zions Geschick, / da waren wir wie Träumende, / -Ps. 14,7.
16184#Psalm,126,2#2. da war unser Mund voll Lachens / und unsre Zunge voll Jubels. / Da sprach man unter den Heiden: / «Der Herr hat Grosses an ihnen getan!» / -Hiob 8,21.
16185#Psalm,126,3#3. Ja, der Herr hat Grosses an uns getan; / des waren wir fröhlich. /
16186#Psalm,126,4#4. Wende, o Herr, unser Geschick, / wie du im Mittagsland versiegte Bäche wiederbringst. / -5.Mo. 30,3.
16187#Psalm,126,5#5. Die mit Tränen säen, / werden mit Jubel ernten. / -Joh. 16,20.
16188#Psalm,126,6#6. Man schreitet dahin unter Tränen / und streut den Samen, / mit Jubel kehrt man heim, / trägt hoch seine Garben.
16189#Psalm,127,1#1. EIN Wallfahrtslied. Von Salomo. Wenn der Herr nicht das Haus baut, / so mühen sich umsonst, die daran bauen; / wenn der Herr nicht die Stadt behütet, / so wacht der Hüter umsonst. /
16190#Psalm,127,2#2. Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht / und spät euch niedersetzt / und euer Brot in Mühsal esst - / den Seinen gibt er's im Schlaf. -Spr. 10,22.
16191#Psalm,127,3#3. Siehe, Söhne sind eine Gabe des Herrn, / ein Lohn ist die Frucht des Leibes. / -1.Mo. 33,5.
16192#Psalm,127,4#4. Wie Pfeile in der Hand des Helden, / so sind Söhne der Jugendkraft. /
16193#Psalm,127,5#5. Wohl dem Manne, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat: / er wird nicht zuschanden, / wenn er mit den Widersachern redet im Tor.
16194#Psalm,128,1#1. EIN Wallfahrtslied. Wohl einem jeden, der den Herrn fürchtet / und auf seinen Wegen wandelt! / -Ps. 1,1.2; 112,1.
16195#Psalm,128,2#2. Deiner Hände Arbeit darfst du geniessen; / wohl dir, du wirst es gut haben! /
16196#Psalm,128,3#3. Dein Weib im Innern deines Hauses / ist wie ein fruchtbarer Weinstock, / deine Kinder rings um deinen Tisch / wie junge Ölbäumchen. /
16197#Psalm,128,4#4. Wahrlich, gesegnet wird der Mann, / der den Herrn fürchtet. /
16198#Psalm,128,5#5. Ja, so wird dich segnen / der Herr vom Zion her, / dass du deine Lust schauest am Glück Jerusalems / alle Tage deines Lebens, / -Ps. 134,3.
16199#Psalm,128,6#6. dass du schauest Kindeskinder. / Heil über Israel!
16200#Psalm,129,1#1. EIN Wallfahrtslied. «Sie haben mich viel bedrängt von Jugend an» - / so spreche Israel - /
16201#Psalm,129,2#2. «sie haben mich viel bedrängt von Jugend an / und haben mich nicht überwältigt. / -2.Mo. 1,11.12.
16202#Psalm,129,3#3. Auf meinem Rücken haben die Pflüger gepflügt / und ihre Furchen lang gezogen.» / -Jes. 51,23.
16203#Psalm,129,4#4. Der Herr, der Gerechte, hat zerhauen / der Gottlosen Stränge. /
16204#Psalm,129,5#5. Zuschanden werden und zurückweichen / müssen alle, die Zion hassen. /
16205#Psalm,129,6#6. Sie sollen werden wie das Gras auf den Dächern, / das verwelkt, noch ehe es aufwächst, / -Jes. 37,27.
16206#Psalm,129,7#7. mit dem der Schnitter die Hand nicht füllt, / noch der Garbenbinder den Arm, /
16207#Psalm,129,8#8. sodass, die vorübergehen, nicht sprechen: / «Der Segen des Herrn sei mit euch! / Wir segnen euch im Namen des Herrn.»
16208#Psalm,130,1#1. EIN Wallfahrtslied. Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir, / -Kla. 3,55.
16209#Psalm,130,2#2. höre auf meine Stimme! / Lass deine Ohren merken auf mein lautes Flehen! /
16210#Psalm,130,3#3. Wenn du die Sünden anrechnest, / Herr, wer kann bestehen? /
16211#Psalm,130,4#4. Doch bei dir ist Vergebung, / auf dass man dich fürchte. / -Jes. 55,7.
16212#Psalm,130,5#5. Ich hoffe auf dich, o Herr, / meine Seele hofft auf dein Wort. /
16213#Psalm,130,6#6. Meine Seele harrt auf den Herrn, / mehr als die Wächter auf den Morgen. / Mehr als die Wächter auf den Morgen, /
16214#Psalm,130,7#7. harre, Israel, auf den Herrn! / Denn bei dem Herrn ist die Gnade, / bei ihm ist reichlich Erlösung. /
16215#Psalm,130,8#8. Ja, er wird Israel erlösen / von all seinen Sünden.
16216#Psalm,131,1#1. EIN Wallfahrtslied. Von David. Herr, mein Herz ist nicht hoffärtig, / und meine Augen sind nicht stolz; / ich gehe nicht mit Dingen um, / die mir zu hoch und zu wunderbar sind. / -1.Petr. 5,5.
16217#Psalm,131,2#2. Fürwahr, ich habe meine Seele / gestillt und beruhigt. / Wie ein Entwöhnter bei seiner Mutter, / wie ein Entwöhnter ist stille in mir meine Seele. /
16218#Psalm,131,3#3. Harre, Israel, auf den Herrn / von nun an bis in Ewigkeit! -Ps. 130,7.
16219#Psalm,132,1#1. EIN Wallfahrtslied. Gedenke, o Herr, dem David / all seine Mühseligkeit, /
16220#Psalm,132,2#2. wie er dem Herrn geschworen, / dem Starken Jakobs gelobt hat: /
16221#Psalm,132,3#3. «Ich will nicht in das Zelt meines Hauses gehen, / noch auf das Lager meines Bettes steigen, /
16222#Psalm,132,4#4. ich will meinen Augen keinen Schlaf gönnen / und meinen Wimpern keinen Schlummer, / -Spr. 6,4.
16223#Psalm,132,5#5. bis ich dem Herrn eine Stätte finde, / eine Wohnung dem Starken Jakobs.» /
16224#Psalm,132,6#6. Siehe, wir haben von ihr gehört in Ephrath, / haben sie gefunden im Waldgefilde-1-. / -1) vlt. Bez. für die Ortschaft Kirjath-Jearim. Vgl. 1.Sam. 7,1.
16225#Psalm,132,7#7. Lasst uns ziehen zu seiner Wohnung, / niederfallen vor dem Schemel seiner Füsse. / -Ps. 99,5.
16226#Psalm,132,8#8. Mache dich auf, o Herr, zu deiner Ruhstatt, / und mit dir deine machtvolle Lade! / -4.Mo. 10,35.36; 2.Chr. 6,41.
16227#Psalm,132,9#9. Deine Priester sollen sich in Gerechtigkeit kleiden, / und deine Frommen sollen jubeln! /
16228#Psalm,132,10#10. Um Davids, deines Knechtes, willen / weise deinen Gesalbten nicht ab! /
16229#Psalm,132,11#11. Der Herr hat dem David geschworen / wahrhaften Eid, davon er nicht abgeht: / «Einen Spross aus deinem Geschlechte / will ich auf deinen Thron setzen. / -Ps. 89,4.5.
16230#Psalm,132,12#12. Wenn deine Söhne meinen Bund halten / und meine Gesetze, die ich sie lehren will, / so sollen auch ihre Söhne für und für / auf deinem Throne sitzen. - /
16231#Psalm,132,13#13. Denn der Herr hat Zion erwählt, / als Wohnung für sich erkoren. - / -Ps. 76,3; 78,68.
16232#Psalm,132,14#14. Dies ist meine Ruhstatt für und für; / hier will ich wohnen, denn ich habe sie erkoren. /
16233#Psalm,132,15#15. Mit Nahrung will ich sie reichlich segnen, / mit Brot ihre Armen sättigen. /
16234#Psalm,132,16#16. Ihre Priester will ich mit Heil bekleiden, / und ihre Frommen sollen laut jubeln. /
16235#Psalm,132,17#17. Dort will ich David ein Horn-1- sprossen lassen; / meinem Gesalbten habe ich eine Leuchte bereitet. / -1.Kön. 11,36.   1) vgl. Anm. zu 1.Sam. 2,1.
16236#Psalm,132,18#18. Seine Feinde will ich mit Schande bekleiden, / doch ihm soll auf dem Haupte die Krone glänzen.»
16237#Psalm,133,1#1. EIN Wallfahrtslied. Von David. Siehe, wie fein und lieblich ist es, / wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! / -1.Mo. 13,8.
16238#Psalm,133,2#2. Wie das köstliche Öl auf dem Haupte, / das niederfliesst auf den Bart, den Bart Aarons, / niederfliesst auf den Saum seiner Gewänder! / -2.Mo. 29,7.
16239#Psalm,133,3#3. Wie Hermontau, der herabfällt, / auf die Berge Zions! / Denn dahin hat der Herr den Segen entboten, / Leben bis in Ewigkeit.
16240#Psalm,134,1#1. EIN Wallfahrtslied. Auf! lobet den Herrn, all ihr Knechte des Herrn, / die ihr steht im Hause des Herrn in den Nächten! /
16241#Psalm,134,2#2. Hebt empor eure Hände zum Heiligtum / und lobet den Herrn! /
16242#Psalm,134,3#3. Vom Zion her segne dich der Herr, / der Himmel und Erde gemacht hat! -Ps. 128,5.
16243#Psalm,135,1#1. HALLELUJAH! / Lobet den Namen des Herrn, / lobt ihn, ihr Knechte des Herrn, / -Ps. 113,1; 134,1.
16244#Psalm,135,2#2. die ihr steht im Hause des Herrn, / in den Vorhöfen am Haus unsres Gottes! /
16245#Psalm,135,3#3. Lobet den Herrn, denn der Herr ist gütig; / lobsingt seinem Namen, denn er ist lieblich! /
16246#Psalm,135,4#4. Denn der Herr hat sich Jakob erwählt, / Israel zu seinem Eigentum. / -5.Mo. 7,6.
16247#Psalm,135,5#5. Ja, ich weiss: Der Herr ist gross, / unser Herr ist grösser als alle Götter. /
16248#Psalm,135,6#6. Alles, was er will, vollbringt der Herr / im Himmel und auf Erden, / im Meer und in allen Tiefen: /
16249#Psalm,135,7#7. der Wolken heraufführt vom Ende der Erde, / der Blitze zu Regen macht, / der den Wind hervorholt aus seinen Kammern; /
16250#Psalm,135,8#8. der die Erstgeburt in Ägypten schlug / unter Menschen und Tieren; / -2.Mo. 12,29.
16251#Psalm,135,9#9. der Zeichen und Wunder sandte / in deine Mitte, Ägypten, / über den Pharao und all seine Knechte; / -Ps. 78,43-51.
16252#Psalm,135,10#10. der viele Völker schlug / und mächtige Könige tötete: / -Ps. 136,17.18.
16253#Psalm,135,11#11. Sihon, den König der Amoriter, / und Og, den König von Basan, / und alle Reiche in Kanaan. / -4.Mo. 21,21-24.33-35.
16254#Psalm,135,12#12. Und er gab ihr Land zu eigen, / zu eigen Israel, seinem Volke. / -Jos. 11,23; 12.
16255#Psalm,135,13#13. Herr, dein Name währt ewig, / dein Gedächtnis, o Herr, von Geschlecht zu Geschlecht. / -Ps. 102,13.
16256#Psalm,135,14#14. Denn der Herr schafft Recht seinem Volke, / hat Mitleid mit seinen Knechten. / -5.Mo. 32,36.
16257#Psalm,135,15#15. Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, / ein Machwerk von Menschenhänden. / -V. 15-20: Ps. 115,4-11.
16258#Psalm,135,16#16. Sie haben einen Mund und können nicht reden, / haben Augen und können nicht sehen. /
16259#Psalm,135,17#17. Sie haben Ohren und hören nicht; / auch ist kein Odem in ihrem Munde. /
16260#Psalm,135,18#18. Ihnen werden gleich sein, die sie machen, / alle, die auf sie vertrauen. /
16261#Psalm,135,19#19. Haus Israels, preiset den Herrn! / Haus Aarons, preiset den Herrn! /
16262#Psalm,135,20#20. Haus Levis, preiset den Herrn! / Die ihr den Herrn fürchtet, preiset den Herrn! /
16263#Psalm,135,21#21. Gepriesen sei der Herr vom Zion her, / er, der in Jerusalem thront! / Hallelujah!
16264#Psalm,136,1#1. DANKET dem Herrn, denn er ist freundlich. / Ja, seine Güte währet ewig! / -Ps. 106,1; 107,1; 118,1.
16265#Psalm,136,2#2. Danket dem Gott der Götter! / Ja, seine Güte währet ewig! /
16266#Psalm,136,3#3. Danket dem Herrn aller Herren! / Ja, seine Güte währet ewig! /
16267#Psalm,136,4#4. ihm, der allein grosse Wunder tut, / ja, seine Güte währet ewig! / -Ps. 72,18.
16268#Psalm,136,5#5. der die Himmel mit Weisheit geschaffen, / ja, seine Güte währet ewig! / -Jer. 10,12.
16269#Psalm,136,6#6. der die Erde auf die Wasser gegründet, / ja, seine Güte währet ewig! /
16270#Psalm,136,7#7. der die grossen Lichter gemacht hat: / ja, seine Güte währet ewig! / -Jer. 31,35.
16271#Psalm,136,8#8. die Sonne zur Herrschaft am Tage, / ja, seine Güte währet ewig! /
16272#Psalm,136,9#9. den Mond und die Sterne zur Herrschaft bei Nacht, / ja, seine Güte währet ewig! /
16273#Psalm,136,10#10. der die Erstgeburt schlug in Ägypten, / ja, seine Güte währet ewig! /
16274#Psalm,136,11#11. und Israel von dannen herausführte, / ja, seine Güte währet ewig! /
16275#Psalm,136,12#12. mit starker Hand und ausgerecktem Arm, / ja, seine Güte währet ewig! / -5.Mo. 4,34.
16276#Psalm,136,13#13. der das Schilfmeer in Stücke zerteilte, / ja, seine Güte währet ewig! / -2.Mo. 14,16-31.
16277#Psalm,136,14#14. und Israel mitten hindurchziehen liess, / ja, seine Güte währet ewig! /
16278#Psalm,136,15#15. und den Pharao samt seinem Heere hineintrieb, / ja, seine Güte währet ewig! /
16279#Psalm,136,16#16. der sein Volk durch die Wüste führte, / ja, seine Güte währet ewig! /
16280#Psalm,136,17#17. der grosse Könige schlug, / ja, seine Güte währet ewig! /
16281#Psalm,136,18#18. und gewaltige Könige tötete: / ja, seine Güte währet ewig! / -Ps. 135,10.11.
16282#Psalm,136,19#19. Sihon, den König der Amoriter, / ja, seine Güte währet ewig! / -V. 19-20: 4.Mo. 21,21-24.33-35.
16283#Psalm,136,20#20. und Og, den König von Basan, / ja, seine Güte währet ewig! /
16284#Psalm,136,21#21. und ihr Land zu eigen gab, / ja, seine Güte währet ewig! /
16285#Psalm,136,22#22. zu eigen Israel, seinem Knechte; / ja, seine Güte währet ewig! /
16286#Psalm,136,23#23. der in unsrer Niedrigkeit unser gedachte, / ja, seine Güte währet ewig! /
16287#Psalm,136,24#24. und uns losriss von unsern Bedrängern; / ja, seine Güte währet ewig! /
16288#Psalm,136,25#25. der Speise gibt allem Fleisch. / Ja, seine Güte währet ewig! / -Ps. 145,15.
16289#Psalm,136,26#26. Danket dem Herrn des Himmels! Ja, seine Güte währet ewig!
16290#Psalm,137,1#1. AN den Strömen Babels, da sassen wir und weinten, / wenn wir Zions gedachten; / -Hes. 1,1; 3,15.
16291#Psalm,137,2#2. an die Weiden im Lande / hängten wir unsre Harfen. /
16292#Psalm,137,3#3. Denn dort hiessen uns singen, die uns hinweggeführt, / hiessen uns fröhlich sein unsre Peiniger: / «Singt uns eines von den Zionsliedern!» /
16293#Psalm,137,4#4. Wie könnten wir des Herrn Lied singen / auf fremder Erde? /
16294#Psalm,137,5#5. Vergesse ich deiner, Jerusalem, / so müsse meine Rechte verdorren! /
16295#Psalm,137,6#6. Die Zunge müsse mir am Gaumen kleben, / wenn ich dein nicht gedenke, / wenn ich nicht Jerusalem setze / über meine höchste Freude! /
16296#Psalm,137,7#7. Denke, o Herr, den Söhnen Edoms / an den Tag Jerusalems, / die da sprachen: «Nieder, nieder mit ihr bis auf den Grund!» / -Hes. 25,12.13; Ob. 8-15.
16297#Psalm,137,8#8. Tochter Babel, Verwüsterin! / Wohl dem, der dir vergilt, / was du uns getan! / -Jes. 13,16-22; Jer. 50,29.
16298#Psalm,137,9#9. Wohl dem, der deine Kindlein packt / und am Felsen zerschmettert!
16299#Psalm,138,1#1. VON David. Ich danke dir, Herr, von ganzem Herzen, / vor den Göttern will ich dir lobsingen. /
16300#Psalm,138,2#2. Ich will anbeten vor deinem heiligen Tempel / und will deinen Namen preisen / um deiner Güte und Treue willen; / denn du hast deinen Namen über alles herrlich gemacht. / -Ps. 5,8.
16301#Psalm,138,3#3. Am Tage, da ich rief, erhörtest du mich; / du gabst meiner Seele grosse Kraft. /
16302#Psalm,138,4#4. Es preisen dich, Herr, alle Könige der Erde, / wenn sie die Worte deines Mundes hören, /
16303#Psalm,138,5#5. und singen von den Wegen des Herrn; / denn gross ist die Herrlichkeit des Herrn. /
16304#Psalm,138,6#6. Ja, das Hohe und Niedrige sieht er, / und den Stolzen stürzt er von ferne. /
16305#Psalm,138,7#7. Wandle ich mitten in Drangsal, so erhältst du mich, / reckst gegen den Zorn meiner Feinde die Hand, / und deine Rechte hilft mir. /
16306#Psalm,138,8#8. Der Herr wird es für mich vollenden. / Herr, deine Güte währet ewig; / lass nicht fahren das Werk deiner Hände!
16307#Psalm,139,1#1. Ein Psalm Davids. Herr, du erforschest mich und kennest mich. /
16308#Psalm,139,2#2. Ich sitze oder stehe, du weisst es; / du verstehst meine Gedanken von ferne. /
16309#Psalm,139,3#3. Ich gehe oder liege, du ermissest es, / mit all meinen Wegen bist du vertraut. / -Hiob 31,4.
16310#Psalm,139,4#4. Ja, es ist kein Wort auf meiner Zunge, / das du, o Herr, nicht wüsstest. /
16311#Psalm,139,5#5. Du hältst mich hinten und vorn umschlossen, / hast deine Hand auf mich gelegt. /
16312#Psalm,139,6#6. Zu wunderbar ist es für mich und unbegreiflich, / zu hoch, als dass ich es fasste. /
16313#Psalm,139,7#7. Wohin soll ich gehen vor deinem Geiste? / Wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? /
16314#Psalm,139,8#8. Stiege ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; / schlüge ich mein Lager in der Unterwelt auf - auch da bist du. / -Hiob 26,6; Amos 9,2.
16315#Psalm,139,9#9. Nähme ich Flügel der Morgenröte / und liesse mich nieder zuäusserst am Meer, / -Jona 1,3.
16316#Psalm,139,10#10. so würde auch dort deine Hand mich greifen / und deine Rechte mich fassen. /
16317#Psalm,139,11#11. Und spräche ich: Lauter Finsternis soll mich bedecken, / und Nacht sei das Licht um mich her, / -Hiob 34,22.
16318#Psalm,139,12#12. so wäre auch die Finsternis nicht finster für dich, / die Nacht würde leuchten wie der Tag. /
16319#Psalm,139,13#13. Denn du hast meine Nieren geschaffen, / hast mich gewoben im Mutterschoss. /
16320#Psalm,139,14#14. Ich danke dir, dass ich so herrlich bereitet bin, / so wunderbar; wunderbar sind deine Werke. / Meine Seele kanntest du wohl, / -Ps. 119,73; Hiob 10,8.
16321#Psalm,139,15#15. mein Gebein war dir nicht verborgen, / da ich im Dunkeln gebildet ward, / kunstvoll gewirkt in Erdentiefen. /
16322#Psalm,139,16#16. Deine Augen sahen all meine Tage, / in deinem Buche standen sie alle; / sie wurden geschrieben, wurden gebildet, / als noch keiner von ihnen da war. /
16323#Psalm,139,17#17. Mir aber, wie schwer sind mir deine Gedanken, / o Gott, wie gewaltig ist ihre Zahl! / -Ps. 40,6.
16324#Psalm,139,18#18. Wollte ich sie zählen, ihrer wären mehr als der Sand; / wenn ich aufwache, ist mein Sinn noch bei dir. /
16325#Psalm,139,19#19. Ach wolltest du, Gott, den Frevler doch töten! / Dass doch die Blutmenschen von mir wichen, /
16326#Psalm,139,20#20. die freventlich dir widerstreben / und deinen Namen missbrauchen! /
16327#Psalm,139,21#21. Sollte ich nicht hassen, o Herr, die dich hassen, / nicht verabscheuen, die sich wider dich auflehnen? /
16328#Psalm,139,22#22. Ich hasse sie mit vollkommenem Hasse, / als Feinde gelten sie mir. /
16329#Psalm,139,23#23. Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; / prüfe mich und erkenne meine Gedanken. / -Ps. 26,2.
16330#Psalm,139,24#24. Sieh, ob ich auf dem Wege zur Pein bin, / und leite mich auf ewigem Wege!-1- -Ps. 86,11.   1) nach and. alten L: «Sieh, ob Falschheit an mir ist, / und leite mich auf geradem Wege!»
16331#Psalm,140,1#1. EIN Psalm Davids.
16332#Psalm,140,2#2. Errette mich, Herr, vor den bösen Menschen, / vor den Gewalttätigen bewahre mich, /
16333#Psalm,140,3#3. die im Herzen auf Böses sinnen / und allezeit Streit erregen! /
16334#Psalm,140,4#4. Sie haben scharfe Zungen wie eine Schlange; / Otterngift ist unter ihren Lippen. / -Ps. 58,5.
16335#Psalm,140,5#5. Behüte mich, Herr, vor den Händen der Gottlosen, / vor den Gewalttätigen bewahre mich, / die darauf denken, mich zu Fall zu bringen, /
16336#Psalm,140,6#6. die mir versteckte Schlingen und Stricke gelegt, / ein Netz ausgebreitet für meine Füsse, / zur Seite des Weges mir Fallen gestellt! / -Ps. 141,9; 142,4.
16337#Psalm,140,7#7. Ich spreche zum Herrn: «Du bist mein Gott, / vernimm, o Herr, mein lautes Flehen! / -Ps. 31,15; 142,6.7.
16338#Psalm,140,8#8. O Herr, mein Gott, du meine starke Hilfe, / du beschirmst mein Haupt am Tage des Kampfes. /
16339#Psalm,140,9#9. Gewähre nicht, o Herr, die Wünsche des Gottlosen, / lass seinen Anschlag wider mich nicht gelingen!» /
16340#Psalm,140,10#10. Nicht sollen das Haupt erheben, die mich umzingeln; / das Unheil ihrer Lippen bedecke sie! / -Ps. 7,17.
16341#Psalm,140,11#11. Er lasse feurige Kohlen auf sie regnen, / er stürze sie in die Tiefe, dass sie nicht mehr aufstehn! / -Ps. 11,6.
16342#Psalm,140,12#12. Der Verleumder wird nicht bestehen im Lande; / den Gewalttätigen wird Unglück jagen, Stoss auf Stoss. /
16343#Psalm,140,13#13. Ich weiss, der Herr führt der Elenden Sache, / er schafft den Armen ihr Recht. / -Ps. 9,19; 34,7.
16344#Psalm,140,14#14. Ja, die Gerechten werden deinen Namen preisen, / die Frommen werden vor deinem Angesicht wohnen.
16345#Psalm,141,1#1. EIN Psalm Davids. Herr, ich rufe dich an, eile zu mir; / o höre meine Stimme, wenn ich zu dir rufe. /
16346#Psalm,141,2#2. Mein Gebet gelte vor dir als Räucherwerk, / meiner Hände Erheben als ein Abendopfer. /
16347#Psalm,141,3#3. Setze, o Herr, eine Wache meinem Munde / und eine Hut der Tür meiner Lippen. /
16348#Psalm,141,4#4. Lass mein Herz sich nicht neigen zum Bösen, / dass ich gottlose Taten beginge / mit Menschen, die Übles tun; / von ihren Leckerbissen will ich nicht kosten. /
16349#Psalm,141,5#5. Schlägt mich der Gerechte, so ist es Güte, / züchtigt er mich, so ist es Öl für das Haupt; / nicht soll mein Haupt es zurückweisen.-1- / -Spr. 27,5.6.   1) der Schluss von V. 5 und die V. 6-7 sind unübersetzbar.
16350#Psalm,141,5#
16351#Psalm,141,5#
16352#Psalm,141,8#8. Doch auf dich, o Herr, mein Gott, / sind meine Augen gerichtet, / auf dich vertraue ich. / Schütte mein Leben nicht aus! /
16353#Psalm,141,9#9. Behüte mich vor der Schlinge, die sie mir gelegt, / und vor den Fallstricken der Übeltäter. /
16354#Psalm,141,10#10. Lass die Gottlosen allzumal fallen ins eigne Netz, / indes ich (sicher) vorübergehe. -Ps. 7,16; 9,16; 35,8; 57,7.
16355#Psalm,142,1#1. EIN Lied Davids, als er in der Höhle war. Ein Gebet. -1.Sam. 22.
16356#Psalm,142,2#2. Laut schreie ich zum Herrn, / laut flehe ich zum Herrn, /
16357#Psalm,142,3#3. meine Klage schütte ich vor ihm aus, / tue kund vor ihm meine Not. /
16358#Psalm,142,4#4. Wenn mein Geist in mir verzagt ist, / du weisst meinen Pfad; / auf dem Wege, den ich wandle, / haben sie mir eine Schlinge gelegt. / -Ps. 140,6.
16359#Psalm,142,5#5. Ich blicke zur Rechten und schaue: / niemand ist, der meiner achtet. / Verloren ist für mich die Zuflucht; / niemand fragt nach meinem Leben. /
16360#Psalm,142,6#6. Ich schreie zu dir, o Herr, / ich spreche: Du bist meine Zuversicht, / mein Teil im Lande der Lebenden. / -Ps. 27,13.
16361#Psalm,142,7#7. O merke auf mein Flehen; / denn ich bin gar schwach. / Errette mich vor meinen Verfolgern; / denn sie sind mir zu mächtig. /
16362#Psalm,142,8#8. Führe mich hinaus aus dem Kerker, / dass ich deinen Namen preise! / Die Gerechten werden sich um mich scharen, / wenn du mir Gutes erweisest. -Ps. 25,17; 143,11.
16363#Psalm,143,1#1. EIN Psalm Davids. O Herr, höre auf mein Gebet, / vernimm mein Flehen, / in deiner Treue, in deiner Gnade erhöre mich! /
16364#Psalm,143,2#2. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; / kein Lebender ist ja vor dir gerecht. / -Ps. 14,3; Hiob 4,17; 9,2; 25,4.
16365#Psalm,143,3#3. Denn der Feind trachtet mir nach dem Leben; / er tritt mich zu Boden, zermalmt mich, / legt mich in Finsternis gleich ewig Toten. / -Kla. 3,6.
16366#Psalm,143,4#4. Und mein Geist in mir will verzagen, / mein Herz erstarrt in der Brust. /
16367#Psalm,143,5#5. Ich gedenke vergangener Tage, / ich sinne nach über all dein Tun / und erwäge das Werk deiner Hände. / -Ps. 77,6.
16368#Psalm,143,6#6. Ich breite meine Hände aus zu dir; / meine Seele verlangt nach dir wie lechzendes Land. / -Ps. 63,2.
16369#Psalm,143,7#7. Erhöre mich bald, o Herr, / mein Geist verzehrt sich; / verbirg dein Angesicht nicht vor mir, / dass ich nicht denen gleich werde, die zur Grube fahren. / -Ps. 28,1.
16370#Psalm,143,8#8. Lass mich frühe deine Gnade hören, / denn ich vertraue auf dich. / Tue mir kund den Weg, den ich gehen soll, / denn zu dir erhebe ich meine Seele. / -Ps. 90,14.
16371#Psalm,143,9#9. Errette mich vor meinen Feinden, o Herr! / zu dir nehme ich meine Zuflucht. /
16372#Psalm,143,10#10. Lehre mich deinen Willen tun, / denn du bist mein Gott; / dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. / -Ps. 27,11; 86,11.
16373#Psalm,143,11#11. Um deines Namens willen, o Herr, erhalte mich! / in deiner Treue führe meine Seele aus der Not. / -Ps. 142,8.
16374#Psalm,143,12#12. In deiner Güte vertilge meine Feinde / und lass umkommen alle, die mich bedrängen; / denn ich bin dein Knecht.
16375#Psalm,144,1#1. VON David. Gelobt sei der Herr, mein Fels, / der meine Hände den Kampf lehrt / und meine Fäuste den Krieg. / -Ps. 18,35.
16376#Psalm,144,2#2. Mein Hort und meine Burg, / meine Feste und mein Erretter, / mein Schild, du, auf den ich vertraue, / der die Völker unter mich zwingt. / -Ps. 18,3.
16377#Psalm,144,3#3. Herr, was ist der Mensch, dass du dich seiner annimmst, / und das Menschenkind, dass du sein achtest? / -Ps. 8,5.
16378#Psalm,144,4#4. Der Mensch gleicht einem Hauche, / seine Tage sind wie ein flüchtiger Schatten. / -Ps. 62,10; Hiob 7,7; 14,2; Jak. 4,14.
16379#Psalm,144,5#5. Herr, neige deinen Himmel und fahre herab, / rühre die Berge an, dass sie rauchen! / -Ps. 18,10; 104,32.
16380#Psalm,144,6#6. Schleudre Blitze und zerstreue sie, / schiesse deine Pfeile und jage sie! / -Ps. 18,15.
16381#Psalm,144,7#7. Recke deine Hand aus der Höhe, / rette, reisse mich aus grossen Wassern, / aus der Hand der Söhne des fremden Landes, / -Ps. 18,17.
16382#Psalm,144,8#8. deren Mund Lüge redet / und deren Rechte Meineid schwört. /
16383#Psalm,144,9#9. O Gott, ich will dir ein neues Lied singen, / auf zehnsaitiger Harfe will ich dir spielen! / -Ps. 33,2.3.
16384#Psalm,144,10#10. der du den Königen Sieg gibst / und deinen Knecht David errettest. / 11. Vom bösen Schwerte
16385#Psalm,144,11#errette mich, / reisse mich aus der Hand der Söhne des fremden Landes, / deren Mund Lüge redet / und deren Rechte Meineid schwört.
16386#Psalm,144,12#12. Unsre Söhne sind in ihrer Jugendkraft / gleich hochgezogenen Stämmen, / unsre Töchter sind wie Säulen, / gemeisselt für den Palastbau. /
16387#Psalm,144,13#13. Unsre Speicher sind gefüllt / und spenden Vorrat von jeder Art. / Unsre Schafe mehren sich tausendfach, / vieltausendfach auf unsern Fluren. /
16388#Psalm,144,14#14. Unsre Rinder sind schwer beladen. / Kein Unglück, kein Ausfall / und kein Geschrei auf unsern Strassen! /
16389#Psalm,144,15#15. Wohl dem Volke, dem es also geht! / wohl dem Volke, dessen Gott der Herr ist!
16390#Psalm,145,1#1. EIN Lobgesang Davids. Ich will dich erheben, mein Gott und König, / und deinen Namen preisen immer und ewig! /
16391#Psalm,145,2#2. Täglich will ich dich preisen / und deinen Namen rühmen immer und ewig! /
16392#Psalm,145,3#3. Gross ist der Herr und hoch zu loben, / und seine Grösse ist unerforschlich. / -Ps. 147,5.
16393#Psalm,145,4#4. Ein Geschlecht rühmt dem andern deine Werke / und verkündet deine mächtigen Taten. /
16394#Psalm,145,5#5. Von der hehren Pracht deiner Hoheit reden sie, / deine Wunder will ich besingen. /
16395#Psalm,145,6#6. Von der Macht deiner furchtbaren Taten sagen sie, / deine Grosstaten will ich erzählen. /
16396#Psalm,145,7#7. Das Gedächtnis deiner grossen Güte verkünden sie / und jubeln ob deiner Gerechtigkeit. /
16397#Psalm,145,8#8. Gnädig und barmherzig ist der Herr, / langmütig und reich an Huld. / -Ps. 103,8; 2.Mo. 34,6.
16398#Psalm,145,9#9. Der Herr ist gütig gegen alle, / und sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. /
16399#Psalm,145,10#10. Es preisen dich, Herr, all deine Werke, / und deine Frommen loben dich. / -Ps. 103,22.
16400#Psalm,145,11#11. Sie rühmen die Herrlichkeit deines Reiches / und reden von deiner Macht, /
16401#Psalm,145,12#12. dass sie den Menschen deine Machttaten kundtun / und die hehre Pracht deines Reiches. /
16402#Psalm,145,13#13. Dein Reich ist ein Reich für alle Ewigkeit, / und deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht. / Der Herr ist treu in allen seinen Worten / und gnädig in all seinem Tun. / -Ps. 90,1.2; Mt. 6,13.
16403#Psalm,145,14#14. Der Herr stützt alle, die da fallen, / und richtet alle Gebeugten auf. / -Ps. 146,8.
16404#Psalm,145,15#15. Aller Augen warten auf dich, / und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. / -Ps. 104,27.28.
16405#Psalm,145,16#16. Du tust deine Hand auf / und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. /
16406#Psalm,145,17#17. Der Herr ist gerecht in allen seinen Wegen / und gnädig in all seinem Tun. / -5.Mo. 32,4.
16407#Psalm,145,18#18. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, / allen, die ihn mit Ernst anrufen. /
16408#Psalm,145,19#19. Er erfüllt der Gottesfürchtigen Begehr, / er hört ihr Schreien und hilft ihnen. / -Spr. 10,24; Joh. 9,31.
16409#Psalm,145,20#20. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, / alle Gottlosen aber wird er vertilgen. /
16410#Psalm,145,21#21. Mein Mund soll das Lob des Herrn verkünden, / und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen, immer und ewig!
16411#Psalm,146,1#1. HALLELUJAH! / Lobe den Herrn, meine Seele! /
16412#Psalm,146,2#2. Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, / will meinem Gott singen, solange ich bin. / -Ps. 104,33.
16413#Psalm,146,3#3. Verlasset euch nicht auf Fürsten, / nicht auf den Menschen, bei dem doch keine Hilfe ist. / -Ps. 118,9.
16414#Psalm,146,4#4. Fährt sein Odem aus, so kehrt er wieder zur Erde, / und alsbald ist's aus mit seinen Plänen. / -Ps. 104,29; 1.Mo. 3,19; Pred. 3,20; 12,7.
16415#Psalm,146,5#5. Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs, / dessen Hoffnung der Herr, sein Gott, ist, /
16416#Psalm,146,6#6. der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, / das Meer und alles, was in ihnen ist, / der ewiglich Treue hält, /
16417#Psalm,146,7#7. der Recht schafft den Unterdrückten, / der den Hungernden Brot gibt. / Der Herr erlöst die Gefangenen, /
16418#Psalm,146,8#8. der Herr öffnet den Blinden die Augen, / der Herr richtet die Gebeugten auf, / der Herr liebt die Gerechten. / -Ps. 145,14.
16419#Psalm,146,9#9. Der Herr behütet den Fremdling, / Waisen und Witwen hilft er auf, / doch in die Irre führt er die Gottlosen. / -Ps. 68,6.
16420#Psalm,146,10#10. Der Herr wird herrschen in Ewigkeit, / dein Gott, o Zion, von Geschlecht zu Geschlecht!
16421#Psalm,147,1#1. HALLELUJAH! / Lobet den Herrn! Denn schön ist's, ihm zu singen; / unserm Gott gebührt Lobgesang. / -Ps. 92,2.
16422#Psalm,147,2#2. Der Herr baut Jerusalem auf, / er sammelt die Versprengten Israels, / -Jes. 11,12.
16423#Psalm,147,3#3. der da heilt, die gebrochenen Herzens sind, / und ihre Wunden verbindet; / -Jes. 61,1.
16424#Psalm,147,4#4. der den Sternen die Zahl bestimmt / und sie alle mit Namen ruft. / -Jes. 40,26.
16425#Psalm,147,5#5. Gross ist unser Herr und reich an Macht; / seine Weisheit ist nicht zu ermessen. / -Ps. 145,3.
16426#Psalm,147,6#6. Der Herr hilft den Gebeugten auf, / die Gottlosen erniedrigt er in den Staub. / -Ps. 145,14; 146,8.
16427#Psalm,147,7#7. Hebt an und singet dem Herrn ein Danklied, / spielt unserm Gott auf der Harfe! /
16428#Psalm,147,8#8. der den Himmel mit Wolken bedeckt, / der der Erde den Regen schafft, / der auf den Bergen das Gras lässt spriessen / und Gewächse für den Bedarf der Menschen; / -Ps. 104,14.
16429#Psalm,147,9#9. der dem Getier seine Speise gibt, / den jungen Raben, die zu ihm schreien. / -Hiob 38,41; Lk. 12,24.
16430#Psalm,147,10#10. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, / nicht Gefallen an den Schenkeln des Mannes. /
16431#Psalm,147,11#11. Dem Herrn gefallen, die ihn fürchten, / die auf seine Güte harren. /
16432#Psalm,147,12#12. Jerusalem, preise den Herrn, / lobsinge, Zion, deinem Gott! /
16433#Psalm,147,13#13. dass er die Riegel deiner Tore gefestigt, / deine Kinder in dir gesegnet; /
16434#Psalm,147,14#14. ihm, der deinen Grenzen Frieden schafft, / mit dem Mark des Weizens dich sättigt, /
16435#Psalm,147,15#15. der sein Wort zur Erde entsendet - / in Eile läuft sein Gebot -, /
16436#Psalm,147,16#16. der Schnee spendet gleich Wollflocken / und Reif wie Asche ausstreut, /
16437#Psalm,147,17#17. der sein Eis gleich Brocken hinwirft, / vor dessen Frost die Wasser erstarren. /
16438#Psalm,147,18#18. Er sendet sein Wort - es zerschmelzt sie; / er lässt seinen Wind wehen - da rieseln die Wasser. /
16439#Psalm,147,19#19. Er verkündet Jakob sein Wort, / Israel seine Satzungen und Rechte. /
16440#Psalm,147,20#20. Dergleichen hat er keinem Volke getan: / seine Rechte kennen sie nicht. / Hallelujah! -5.Mo. 4,8; Apg. 14,16.
16441#Psalm,148,1#1. HALLELUJAH! / Lobet den Herrn vom Himmel her, lobet ihn in den Höhen! / -Lk. 2,13.14.
16442#Psalm,148,2#2. Lobet ihn, all seine Engel, / lobet ihn, alle seine Heerscharen! / -Ps. 103,20.21.
16443#Psalm,148,3#3. Lobet ihn, Sonne und Mond, / lobet ihn, ihr leuchtenden Sterne! /
16444#Psalm,148,4#4. Lobet ihn, ihr Himmel aller Himmel, / und ihr Wasser über der Feste! /
16445#Psalm,148,5#5. Sie sollen loben den Namen des Herrn; / denn er gebot, und sie waren geschaffen. / -Ps. 33,9.
16446#Psalm,148,6#6. Er stellte sie fest auf immer und ewig; / er gab eine Ordnung, die übertreten sie nicht. / -Ps. 119,91; Jer. 31,35.36.
16447#Psalm,148,7#7. Lobet den Herrn von der Erde her, / ihr Ungetüme und Fluten alle! /
16448#Psalm,148,8#8. du Feuer und Hagel, Schnee und Rauch, / du Sturmwind, der sein Wort ausrichtet! /
16449#Psalm,148,9#9. ihr Berge und Hügel allzumal, / ihr Fruchtbäume und Zedern alle, /
16450#Psalm,148,10#10. ihr wilden Tiere und ihr zahmen, / du Gewürm und ihr, beschwingte Vögel! /
16451#Psalm,148,11#11. ihr Könige der Erde und all ihr Völker, / ihr Fürsten und Richter der Erde zumal, /
16452#Psalm,148,12#12. ihr Jünglinge und ihr Jungfrauen alle, / ihr Greise mitsamt den Kindern! /
16453#Psalm,148,13#13. Sie sollen loben den Namen des Herrn; / denn sein Name allein ist erhaben, / seine Hoheit geht über Erde und Himmel. /
16454#Psalm,148,14#14. Er wird das Horn-1- seinem Volk erhöhen - / ein Ruhm für all seine Frommen, / für die Söhne Israels, das Volk, das ihm nahesteht. / Hallelujah! -1) vgl. Anm. zu 1.Sam. 2,1.
16455#Psalm,149,1#1. HALLELUJAH! / Singet dem Herrn ein neues Lied, / sein Lob erschalle in der Gemeinde der Frommen! / -Ps. 96,1.
16456#Psalm,149,2#2. Es freue sich Israel seines Schöpfers, / die Söhne Zions sollen ob ihrem König frohlocken, /
16457#Psalm,149,3#3. sollen seinen Namen loben im Reigen, / mit Handpauken und Harfen ihm spielen! /
16458#Psalm,149,4#4. Denn der Herr hat Wohlgefallen an seinem Volke; / er krönt die Gebeugten mit Sieg. / -Jes. 62,4.
16459#Psalm,149,5#5. Die Frommen werden frohlocken in Ehre / und jauchzen auf ihren Lagern, /
16460#Psalm,149,6#6. Lobpreisungen Gottes im Munde / und ein zweischneidiges Schwert in der Hand, /
16461#Psalm,149,7#7. Rache zu üben an den Heiden / und Züchtigung an den Nationen, /
16462#Psalm,149,8#8. ihre Könige mit Ketten zu binden / und ihre Edlen mit eisernen Fesseln, /
16463#Psalm,149,9#9. an ihnen zu vollziehen geschriebenes Gericht. / Ehre ist solches für all seine Frommen. / Hallelujah!
16464#Psalm,150,1#1. HALLELUJAH! / Lobet Gott in seinem Heiligtum, / lobet ihn in seiner starken Feste! /
16465#Psalm,150,2#2. Lobet ihn ob seiner mächtigen Taten, / lobet ihn nach der Fülle seiner Hoheit! /
16466#Psalm,150,3#3. Lobet ihn mit dem Schall der Posaunen; / lobet ihn mit Psalter und Harfe! /
16467#Psalm,150,4#4. Lobet ihn mit Handpauken und Reigen, / lobet ihn mit Saitenspiel und Schalmei! /
16468#Psalm,150,5#5. Lobet ihn mit klingenden Zimbeln, / lobet ihn mit schallenden Zimbeln! /
16469#Psalm,150,6#6. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! / Hallelujah! -Offb. 5,13.