7121#Jakobus,1,1#1. ICH, Jakobus, ein Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, sende den zwölf in der Zerstreuung (unter den Heiden) lebenden Stämmen meinen Gruß.
7122#Jakobus,1,2#2. ERACHTET es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen-1- geratet; -1) d.h. Prüfungen, Anfechtungen.
7123#Jakobus,1,3#3. ihr erkennt ja, daß die Bewährung-1- eures Glaubens standhaftes Ausharren-2- bewirkt. -1) aÜs: Erprobung, Prüfung.   2) o: Geduld.
7124#Jakobus,1,4#4. Das standhafte Ausharren muß aber zu voller Betätigung führen, damit ihr vollkommen und tadellos seid und sich in keiner Beziehung ein Mangel an euch zeigt.
7125#Jakobus,1,5#5. SOLLTE aber jemand von euch Mangel an Weisheit haben, so erbitte er sie sich von Gott, der allen ohne weiteres und ohne laute Vorwürfe-1- gibt: dann wird sie ihm zuteil werden. -1) = barsche Abweisung.
7126#Jakobus,1,6#6. Nur bitte er im Glauben-1-, ohne irgend einen Zweifel zu hegen; denn wer da zweifelt, der gleicht einer vom Wind getriebenen und hin und her geworfenen Meereswoge. -1) o: mit Zuversicht.
7127#Jakobus,1,7#7. Ein solcher Mensch darf nicht erwarten, daß er etwas vom Herrn empfangen werde,
7128#Jakobus,1,8#8. er, ein Mann mit zwei Seelen-1-, unbeständig auf allen seinen Wegen-2-. -1) = mit geteiltem Herzen.   2) d.h. in seiner ganzen Lebensführung.
7129#Jakobus,1,9#9. ES rühme sich aber der niedrig stehende Bruder seiner Höhe-1-, -1) o: Hoheit.
7130#Jakobus,1,10#10. der reiche dagegen seiner Niedrigkeit-1-, weil er wie die Blumen des Grases vergehen wird. -1) = Armseligkeit.
7131#Jakobus,1,11#11. Denn die Sonne geht mit ihrer Glut-1- auf und versengt das Gras; dann fallen seine Blumen ab, und seine ganze Schönheit ist dahin-a-: so wird auch der Reiche in seinen Wegen-2- verwelken. - -1) aÜs: zusammen mit dem Glutwind.   2) = in seinen Unternehmungen.   a) Jes. 40,6.7.
7132#Jakobus,1,12#12. Selig ist der Mann, der die Versuchung-a- standhaft erträgt! denn nachdem er sich bewährt hat, wird er das Leben als Siegeskranz empfangen, den er-1- denen verheißen hat, die ihn lieben. -1) d.h. Gott.   a) V. 2.
7133#Jakobus,1,13#13. NIEMAND sage-1-, wenn er (zum Bösen) versucht wird: «Von Gott werde ich versucht»; denn Gott kann nicht vom Bösen-2- versucht werden, versucht aber auch seinerseits niemand. -1) o: meine.   2) o: zum Bösen.
7134#Jakobus,1,14#14. Nein, ein jeder wird (zum Bösen) versucht, indem er von seiner eigenen Lust-1- gereizt und gelockt wird. -1) o: Begierde.
7135#Jakobus,1,15#15. Sodann, wenn die Lust empfangen hat-1-, gebiert sie Sünde; die Sünde aber gebiert, wenn sie zur Vollendung gekommen ist, den Tod. - -1) = befruchtet ist.
7136#Jakobus,1,16#16. Irret euch nicht, meine geliebten Brüder:
7137#Jakobus,1,17#17. lauter gute Gabe und lauter vollkommenes Geschenk kommt von oben herab, vom Vater der Himmelslichter, bei dem keine Veränderung und keine zeitweilige Verdunkelung-1- stattfindet. -1) w: kein Schatten eines Wechsels.
7138#Jakobus,1,18#18. Aus freiem Liebeswillen hat er uns durch das Wort der Wahrheit ins Dasein gerufen-1-, damit wir gewissermaßen die Erstlingsfrucht unter seinen Geschöpfen wären. -1) o: neu geboren.
7139#Jakobus,1,19#19. WISSET-1-, meine geliebten Brüder: es sei (aber) jeder Mensch schnell (bereit) zum Hören, langsam zum Reden und langsam zum Zorn; -1) = laßt es euch gesagt sein.
7140#Jakobus,1,20#20. denn der Zorn des Menschen tut nicht, was vor Gott recht ist-1-. -1) aÜs: wirkt oder übt keine Gottesgerechtigkeit.
7141#Jakobus,1,21#21. Darum legt alle Unsauberkeit-1- und den letzten Rest der Bosheit ab und nehmt mit Sanftmut das euch eingepflanzte Wort an, das eure Seelen zu retten vermag. -1) = schmutzige Gesinnung.
7142#Jakobus,1,22#22. Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, sonst betrügt ihr euch selbst.
7143#Jakobus,1,23#23. Denn wer nur ein Hörer des Wortes ist, aber kein Täter, der gleicht einem Menschen, der sein leibliches Gesicht im Spiegel beschaut;
7144#Jakobus,1,24#24. denn nachdem er sich beschaut hat und weggegangen ist, vergißt er alsbald, wie er ausgesehen hat.
7145#Jakobus,1,25#25. Wer dagegen in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und bei ihm verbleibt, indem er nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein wirklicher Täter-1- ist, der wird in seinem Tun selig sein. -1) o: ein Täter des Werkes Gottes.
7146#Jakobus,1,26#26. WENN jemand Gott zu dienen meint-1- und dabei seine Zunge nicht im Zaume hält, vielmehr sein Herz-2- betrügt, dessen Gottesdienst-3- ist nichtig. -1) aÜs: wenn jemand denkt, er sei fromm (= sich für fromm hält).   2) = sich selbst.   3) o: Frömmigkeit.
7147#Jakobus,1,27#27. Ein reiner und fleckenloser Gottesdienst vor Gott dem Vater besteht darin, daß man Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besucht und sich selbst von der Welt unbefleckt erhält.
7148#Jakobus,2,1#1. MEINE Brüder, habt den Glauben an unsern Herrn Jesus Christus, (den Herrn) der Herrlichkeit, nicht so, daß Ansehen der Person-1- damit verbunden ist. -1) = Menschengefälligkeit.
7149#Jakobus,2,2#2. Wenn zum Beispiel in eure (gottesdienstliche) Versammlung ein Mann mit goldenen Ringen an den Fingern und in prächtiger Kleidung tritt und zugleich ein Armer in unsauberem Anzug erscheint,
7150#Jakobus,2,3#3. und ihr dann eure Blicke auf den prächtig Gekleideten richtet und zu ihm sagt: «Setze du dich hierher auf den guten Platz», während ihr zu dem Armen sagt: «Stelle du dich dorthin oder setze dich hier unten auf meinen Fußschemel!» -
7151#Jakobus,2,4#4. seid ihr da nicht in Zwiespalt-1- mit euch selbst geraten und zu Richtern mit bösen Erwägungen-2- geworden? -1) o: Widerspruch.   2) o: Hintergedanken.
7152#Jakobus,2,5#5. Hört (mich an), meine geliebten Brüder! Hat Gott nicht gerade die, welche für die Welt-1- arm sind, dazu erwählt, reich im-2- Glauben und Erben des Reiches zu sein, das er denen verheißen hat, die ihn lieben? -1) = in den Augen der Welt.   2) o: durch.
7153#Jakobus,2,6#6. Ihr aber habt den Armen mißachtet. Sind es nicht gerade die Reichen, die euch gewalttätig behandeln, und ziehen nicht gerade sie euch vor die Gerichte?
7154#Jakobus,2,7#7. Sind nicht gerade sie es, die den guten-1- Namen lästern, der (bei der Taufe) über euch angerufen-2- worden ist? -1) = edlen.   2) o: ausgesprochen.
7155#Jakobus,2,8#8. ALLERDINGS-1-, wenn ihr das königliche Gesetz nach dem Schriftwort erfüllt-a-: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst», so tut ihr recht daran; -1) o: gewiß.   a) 3.Mo. 19,18.
7156#Jakobus,2,9#9. wenn ihr aber die Person anseht, so begeht ihr Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter überführt-1-. -1) o: erwiesen.
7157#Jakobus,2,10#10. Denn wer das ganze Gesetz erfüllt, aber gegen ein einziges Gebot verstößt, der hat sich damit gegen das ganze (Gesetz) vergangen.
7158#Jakobus,2,11#11. Denn der da geboten hat: «Du sollst nicht ehebrechen», der hat auch geboten: «Du sollst nicht töten.» Wenn du nun zwar kein Ehebrecher bist, wohl aber ein Mörder, so bist du ein Übertreter des (ganzen) Gesetzes geworden.
7159#Jakobus,2,12#12. Redet so und handelt so wie Leute, die (einst) durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen.
7160#Jakobus,2,13#13. Denn das Gericht verfährt erbarmungslos gegen den, der kein Erbarmen geübt hat; die Barmherzigkeit dagegen rühmt sich gegen das Gericht-1-. -1) = erweist sich dem Gericht überlegen, o: triumphiert über das Gericht.
7161#Jakobus,2,14#14. WAS nützt es, meine Brüder, wenn jemand behauptet, Glauben zu besitzen, dabei aber keine Werke (aufzuweisen) hat? Vermag etwa der Glaube ihn zu retten?
7162#Jakobus,2,15#15. Wenn zum Beispiel ein Bruder oder eine Schwester keine Kleidung hat und an der täglichen Nahrung Mangel leidet,
7163#Jakobus,2,16#16. und dann jemand von euch zu ihnen sagt: «Geht hin in Frieden, wärmt euch-1- und eßt euch satt!» ohne ihnen jedoch das zu geben, was ihr Leib bedarf: welchen Nutzen hat das für sie? -1) = kleidet euch warm.
7164#Jakobus,2,17#17. So steht es auch mit dem Glauben: hat er keine Werke (aufzuweisen), so ist er an sich selbst-1- tot. -1) = für sich allein.
7165#Jakobus,2,18#18. Doch es wird jemand einwenden: «Du hast Glauben, und ich habe Werke; weise mir deinen Glauben nach, der ohne Werke ist, und ich will dir aus meinen Werken den Glauben nachweisen!»
7166#Jakobus,2,19#19. Du glaubst, daß es nur einen Gott gibt? Du tust recht daran; aber das glauben auch die Teufel-1- und - schaudern dabei. -1) = die bösen Geister.
7167#Jakobus,2,20#20. Willst du wohl einsehen, du gedankenloser Mensch, daß der Glaube ohne die Werke unnütz-1- ist? -1) o: wertlos. - aL: tot = unwirksam, fruchtlos.
7168#Jakobus,2,21#21. IST nicht unser Vater Abraham aus Werken-1- gerechtfertigt worden, da er seinen Sohn Isaak auf dem Opferaltar darbrachte? -1) = auf Grund von Werken.
7169#Jakobus,2,22#22. Daran siehst du, daß der Glaube mit seinen Werken zusammengewirkt hat und der Glaube erst durch die Werke zur Vollendung-1- gebracht ist, -1) = Vollständigkeit.
7170#Jakobus,2,23#23. und daß so erst das Schriftwort sich erfüllt hat, das da lautet-a-: «Abraham glaubte aber Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet», und er wurde ,Gottes Freund' genannt-b-. -a) 1.Mo. 15,6.   b) Jes. 41,8.
7171#Jakobus,2,24#24. So seht ihr, daß der Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein.
7172#Jakobus,2,25#25. Ist nicht ebenso auch die Dirne Rahab auf Grund von Werken gerechtfertigt worden, weil sie die Kundschafter bei sich aufgenommen und sie auf einem anderen Wege wieder (aus dem Hause) entlassen hatte?
7173#Jakobus,2,26#26. Denn ebenso, wie der Leib ohne Geist tot ist, ebenso ist auch der Glaube ohne Werke tot.
7174#Jakobus,3,1#1. DRÄNGT euch nicht zum Lehrerberuf-1-, meine Brüder! Bedenkt wohl, daß wir (Lehrer) ein um so strengeres Urteil-2- empfangen werden-3-. -1) w: werdet nicht in großer Zahl Lehrer.   2) o: Gericht.   3) = zu erwarten haben.
7175#Jakobus,3,2#2. Wir fehlen ja allesamt vielfach; wer sich beim Reden nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mann und vermag auch den ganzen Leib im Zaume zu halten.
7176#Jakobus,3,3#3. Wenn wir den Pferden die Zäume ins Maul legen, um sie uns gehorsam zu machen, so haben wir damit auch ihren ganzen Leib in Gewalt.
7177#Jakobus,3,4#4. Seht, auch die Schiffe, die doch so groß sind und von starken Winden getrieben werden, lassen sich durch ein ganz kleines Steuerruder dahin lenken, wohin das Belieben des Steuermannes sie haben will.
7178#Jakobus,3,5#5. So ist auch die Zunge nur ein kleines Glied und kann sich doch großer Dinge-1- rühmen. Seht, wie klein ist das Feuer und wie groß der Wald, den es in Brand setzt! -1) = Wirkungen.
7179#Jakobus,3,6#6. Auch die Zunge ist ein Feuer; als der Inbegriff-1- der Ungerechtigkeit steht die Zunge unter unsern Gliedern da, sie, die den ganzen Leib befleckt, die sowohl das (rollende) Rad des Seins-2- in Brand setzt-3- als auch (selbst) von der Hölle in Brand gesetzt wird. -1) w: die Welt; aÜs: die Fülle, o: der Schmuck (= die Verherrlicherin).   2) d.h. den ganzen Lauf des Lebens = die ganze Lebensbahn.   3) = zur Hölle macht.
7180#Jakobus,3,7#7. Denn jede Art der vierfüßigen Tiere-1- und Vögel, der Schlangen und Seetiere wird von der menschlichen Natur gebändigt und ist von ihr gebändigt worden; -1) o: wilden Landtiere.
7181#Jakobus,3,8#8. aber die Zunge vermag kein Mensch zu bändigen, dies ruhelose Übel, voll todbringenden Giftes.
7182#Jakobus,3,9#9. Mit ihr segnen-1- wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die doch nach Gottes Bild geschaffen sind: -1) = preisen.
7183#Jakobus,3,10#10. aus demselben Munde gehen Segen und Fluch hervor. Das darf nicht so sein, meine Brüder.
7184#Jakobus,3,11#11. Läßt etwa eine Quelle aus derselben Öffnung süßes und bitteres Wasser sprudeln?
7185#Jakobus,3,12#12. Kann etwa, meine Brüder, ein Feigenbaum Oliven tragen oder ein Weinstock Feigen? Ebensowenig kann eine Salzquelle süßes Wasser geben.
7186#Jakobus,3,13#13. WER ist weise und einsichtsvoll unter euch? Der beweise durch seinen guten Wandel seine Werke-1- in sanftmütiger Weisheit-2-! -1) o: was er leisten kann.   2) o: durch die Gelassenheit eines Weisen.
7187#Jakobus,3,14#14. Wenn ihr aber bittere Eifersucht und Zanksucht-1- in eurem Herzen hegt, so rühmt euch nicht lügnerisch im Widerspruch mit der Wahrheit. -1) o: Rechthaberei.
7188#Jakobus,3,15#15. Das ist nicht die Weisheit, die von obenher kommt, sondern ist eine irdische, sinnliche-1-, teuflische-2-. -1) o: natürliche.   2) o: von bösen Geistern eingegebene.
7189#Jakobus,3,16#16. Denn wo Eifersucht und Zanksucht-1- herrschen, da gibt's Unfrieden-2- und alle Arten bösen Tuns. -1) o: Rechthaberei.   2) o: Unordnung.
7190#Jakobus,3,17#17. Die Weisheit dagegen, die von oben kommt, ist fürs erste lauter-1-, sodann friedfertig-2-, freundlich, nachgiebig, reich an Erbarmen und guten Früchten, frei von Zweifel-3- und ohne Heuchelei. -1) = rein.   2) o: friedsam = friedenschaffend.   3) = Mißtrauen.
7191#Jakobus,3,18#18. (Der Same) aber, (der) die Frucht der Gerechtigkeit (hervorbringt), wird in Frieden für die-1- gesät, die Frieden stiften-2-. -1) o: von denen.   2) = schaffen.
7192#Jakobus,4,1#1. WOHER kommen die Kämpfe und woher die Streitigkeiten bei euch? Doch wohl daher, daß eure Lüste einen Kampf in euren Gliedern führen?
7193#Jakobus,4,2#2. Ihr seid begehrlich - und gelangt doch nicht zum Besitz; ihr mordet-1- und seid neidisch, ohne doch eure Wünsche erfüllt zu sehen; ihr lebt in Kampf und Streitigkeiten und gelangt doch nicht zum Besitz, weil ihr nicht betet; -1) = haßt auf den Tod.
7194#Jakobus,4,3#3. ihr betet wohl, empfangt aber nichts, weil ihr in böser Absicht betet, nämlich um (das Erbetene) in euren Lüsten wieder durchzubringen.
7195#Jakobus,4,4#4. Ihr gottabtrünnigen Seelen-1-! wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes. -1) w: ihr Ehebrecherinnen! Vgl. Mt. 12,39.
7196#Jakobus,4,5#5. Oder meint ihr, die Schrift mache leere Worte, wenn sie sagt: «Eifersüchtiges Verlangen hegt der Geist, den er-1- Wohnung in uns hat nehmen lassen-2-»? -1) d.h. Gott.   2) aÜs: oder meint ihr, die Schrift sage ohne Grund: «Gegen den Neid richtet sein Begehren der Geist, der in uns Wohnung genommen hat; um so größer ist aber auch die Gnade, die er schenkt.» - Die hier angeführten W. finden sich nicht im AT. Doch ist Gott 2.Mo. 20,5 ein «eifersüchtiger» Gott genannt, der keine and. Götter neben sich duldet.
7197#Jakobus,4,6#6. Um so reicher ist aber die Gnade, die er zuteilt. Darum heißt es-a-: «Gott widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.» -a) Spr. 3,34.
7198#Jakobus,4,7#7. Unterwerft euch also Gott und widersteht dem Teufel, so wird er von euch fliehen.
7199#Jakobus,4,8#8. Nahet euch zu Gott, so wird er sich zu euch nahen; reinigt euch die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Doppelherzigen-1-! -1) = Menschen mit geteiltem Sinn, vgl. Jak. 1,8.
7200#Jakobus,4,9#9. Fühlt euer Elend, trauert und weint! Euer Lachen verwandle sich in Traurigkeit und eure Freude in Betrübnis!
7201#Jakobus,4,10#10. Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen!
7202#Jakobus,4,11#11. Redet nicht feindselig gegeneinander, liebe Brüder! Wer feindselig gegen seinen Bruder redet oder seinen Bruder richtet, der redet feindselig gegen das Gesetz und richtet das Gesetz; wenn du aber das Gesetz richtest, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter-1-. -1) = machst dich zum Richter.
7203#Jakobus,4,12#12. Nur einer ist Gesetzgeber und Richter; er, der die Macht hat zu erretten und zu verderben. Wer aber bist du, daß du dich zum Richter über den Nächsten machst?
7204#Jakobus,4,13#13. WEITER nun: Ihr, die ihr sagt: «Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt ziehen, wollen dort ein Jahr bleiben, Geschäfte machen und Geld verdienen», -
7205#Jakobus,4,14#14. und ihr wißt doch nicht, was der morgende Tag bringen wird, wie es dann um euer Leben steht. Ihr seid doch nur ein Rauch-1-, der für kurze Zeit sichtbar wird und dann verschwindet. -1) o: Hauch.
7206#Jakobus,4,15#15. Statt dessen solltet ihr sagen: «Wenn es der Wille des Herrn ist, werden wir am Leben bleiben und dies oder jenes tun.»
7207#Jakobus,4,16#16. So aber tut ihr noch groß mit euren hochfahrenden Gedanken! Alle derartige Großtuerei ist verwerflich.
7208#Jakobus,4,17#17. Wer also weiß, wie er sich richtig zu verhalten hat, es aber nicht tut, für den ist es Sünde.
7209#Jakobus,5,1#1. WEITER nun: Ihr Reichen, weinet und jammert über die Leiden, die euch bevorstehen!
7210#Jakobus,5,2#2. Euer Reichtum ist vermodert, und eure Gewänder sind ein Fraß für die Motten geworden;
7211#Jakobus,5,3#3. euer Gold und Silber ist vom Rost angefressen, und ihr Rost wird ein Zeugnis für euch sein-1-, und der Rost wird euer Fleisch fressen wie Feuer. Noch jetzt in der Endzeit-2- habt ihr euch Schätze gesammelt! -1) d.h. ein Zeugnis eures eigenen Verderbens. - aÜs: wird Zeugnis gegen euch ablegen.   2) w: in den letzten Tagen (vor der Wiederkunft des Herrn).
7212#Jakobus,5,4#4. Wisset wohl: Der Lohn, den ihr den Arbeitern, die eure Ernte eingebracht haben, vorenthalten habt, schreit (aus euren Häusern zum Himmel empor), und die Klagerufe eurer Schnitter sind zu den Ohren des Herrn der Heerscharen gedrungen.
7213#Jakobus,5,5#5. Ihr habt hier auf Erden geschwelgt und gepraßt, habt euch noch am Tage der Schlachtung nach Herzenslust gütlich getan.
7214#Jakobus,5,6#6. Ihr habt den Gerechten-1- verurteilt, ihn gemordet; er leistet euch keinen Widerstand. -1) gemeint ist nicht Jesus, sondern allgemein solche Personen, die im Besitz der Gottesgerechtigkeit und im Recht waren.
7215#Jakobus,5,7#7. SO harret denn standhaft aus, liebe Brüder, bis zur Ankunft-1- des Herrn! Bedenket: Der Landmann wartet auf die köstliche Frucht der Erde-2- und geduldet sich ihretwegen, bis sie den Früh- und Spätregen-3- empfängt. -1) = Wiederkunft.   2) o: seines Feldes.   3) = Herbst- und Frühlingsregen.
7216#Jakobus,5,8#8. So haltet auch ihr geduldig aus und macht eure Herzen fest, denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor.
7217#Jakobus,5,9#9. Seufzt nicht-1- gegeneinander, liebe Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet! Bedenkt wohl: Der Richter steht (schon) vor der Tür! -1) = werdet nicht ungehalten.
7218#Jakobus,5,10#10. Nehmt euch, liebe Brüder, für die Leiden und das geduldige Aushalten die Propheten zum Vorbild, die im Namen des Herrn geredet haben!
7219#Jakobus,5,11#11. Seht, wir preisen die selig, welche geduldig ausgeharrt haben. Vom standhaften Ausharren Hiobs habt ihr gehört und von dem Ausgang, den der Herr ihm bereitet hat-a-; erkennet daraus, daß der Herr reich an Mitleid und voll Erbarmens ist. -a) Hiob 42,10-17.
7220#Jakobus,5,12#12. VOR allem aber, meine Brüder, schwöret nicht, weder beim Himmel noch bei der Erde noch sonst irgend einen Eid; es sei vielmehr euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt.
7221#Jakobus,5,13#13. Hat jemand unter euch zu leiden, so bete er; geht es jemandem gut-1-, so singe er Loblieder. -1) aÜs: ist jemand guten Muts.
7222#Jakobus,5,14#14. Ist jemand unter euch krank, so lasse er die Ältesten der Gemeinde zu sich kommen; diese sollen dann über ihm beten, nachdem sie ihn im Namen des Herrn mit Öl gesalbt haben;
7223#Jakobus,5,15#15. alsdann wird das gläubige Gebet den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten-1-, und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm Vergebung zuteil werden. -1) = aufstehen lassen.
7224#Jakobus,5,16#16. Bekennet also einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr Heilung erlangt; das Gebet eines Gerechten besitzt eine große Kraft, wenn es ernstlich ist.
7225#Jakobus,5,17#17. Elia war ein Mensch von gleicher Art wie wir und betete inständig, es möchte nicht regnen; da regnete es drei und ein halbes Jahr lang nicht im Lande-1-. -1) o: auf Erden.
7226#Jakobus,5,18#18. Er betete dann nochmals: da gab der Himmel wieder Regen, und die Erde ließ ihre Frucht sprossen.
7227#Jakobus,5,19#19. Meine Brüder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit abgeirrt ist und einer ihn zur Umkehr bringt,
7228#Jakobus,5,20#20. so soll er wissen-1-: Wer einen Sünder von seinem Irrweg bekehrt, der wird damit seine Seele-2- vom Tode retten und eine Menge von Sünden bedecken-a-. -1) aL: so wisset.   2) gemeint ist wohl die Seele des Sünders.   a) vgl. Spr. 10,12; Jes. 55,7.

6818#Hebräer,1,1#1. NACHDEM Gott vorzeiten vielfältig-1- und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat in den Propheten-2-, -1) = zu vielen Malen.   2) vgl. 1.Petr. 1,10.11; die Üs. «durch die Propheten» ist weniger zutreffend.
6819#Hebräer,1,2#2. hat er am Ende dieser Tage-1- zu uns geredet im Sohn-2-, den er zum Erben von allem-3- eingesetzt-4-, durch den er auch die Weltzeiten-5-* geschaffen hat. -1) d.h. in dieser Endzeit.   2) w: in einem, der Sohn ist, d.h. mehr als alle Propheten.   3) o: «zum Gesamterben» (o: zum Erben des Alls).   4) = bestellt.   5) o: Welten, vgl. Hebr. 11,3.
6820#Hebräer,1,3#3. Dieser ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und die Ausprägung-1- seines Wesens und trägt das Weltall durch sein Allmachtswort; er hat sich, nachdem er die Reinigung von den Sünden vollbracht hat, zur Rechten der Erhabenheit-2- in den Himmelshöhen gesetzt -1) = der Abdruck o: das Ebenbild.   2) = der Majestät Gottes.
6821#Hebräer,1,4#4. und ist dadurch um so viel größer-1- geworden als die Engel, wie der Name, den er als Erbteil erhalten hat, den ihrigen überragt. -1) = erhabener.
6822#Hebräer,1,5#5. DENN zu welchem von den Engeln hätte Gott jemals gesagt-a-: «Mein Sohn bist du: ich habe dich heute gezeugt»? Und ein andermal-b-: «Ich will ihm Vater sein, und er soll für mich Sohn sein»? -a) Ps. 2,7.   b) 2.Sam. 7,14.
6823#Hebräer,1,6#6. Weiter sagt er von der Zeit, in welcher er den Erstgeborenen wiederum-1- in die Menschenwelt einführen wird-a-: «Alle Engel Gottes sollen vor ihm huldigend sich neigen-2-.» -1) = zum zweitenmal.   2) o: anbetend niederfallen. a) Ps. 97,7.
6824#Hebräer,1,7#7. Und in bezug auf die Engel heißt es zwar-a-: «Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zur Feuerflamme», -a) Ps. 104,4.
6825#Hebräer,1,8#8. aber in bezug auf den Sohn-a-: «Dein Thron, o Gott, steht fest in alle Ewigkeit, und der Stab-1- der Geradheit-2- ist der Stab deiner Königsherrschaft. -1) = das Zepter.   2) Geradheit = Aufrichtigkeit, aber im Sinn des AT = «Gerechtigkeit».   a) Ps. 45,7.8.
6826#Hebräer,1,9#9. Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzwidrigkeit gehaßt; darum hat dich, o Gott, dein Gott mit Freudenöl gesalbt vor deinen Genossen-1-.» -1) = wie keinen deinesgleichen.
6827#Hebräer,1,10#10. Und ferner-a-: «Du hast im Anfang, Herr, die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werke; -a) Ps. 102,26-28.
6828#Hebräer,1,11#11. sie werden vergehen, du aber bleibst, und sie werden alle veralten wie ein Gewand;
6829#Hebräer,1,12#12. wie einen Mantel wirst du sie zusammenrollen, und sie werden verwandelt werden; du aber bleibst derselbe, und deine Jahre werden kein Ende nehmen.»
6830#Hebräer,1,13#13. Zu welchem Engel hätte er ferner jemals gesagt-a-: «Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege zum Schemel deiner Füße»? -a) Ps. 110,1.
6831#Hebräer,1,14#14. Sind sie nicht allesamt (nur) dienstbare Geister, die zu Dienstleistungen ausgesandt werden um derer willen, welche die Rettung-1- ererben sollen? -1) o: das Heil.
6832#Hebräer,2,1#1. DARUM müssen wir uns um so fester an das halten, was wir gehört haben, um seiner ja nicht verlustig zu gehen-1-. -1) aÜs: vorbeigerissen o. daran vorbeigespült (o. vorbeigetrieben) zu werden = das Ziel zu verfehlen.
6833#Hebräer,2,2#2. Denn wenn schon das durch Vermittlung von Engeln verkündete Wort-1- unverbrüchlich war, und jede Übertretung und jeder Ungehorsam die gebührende Vergeltung empfing-a-: -1) = das Gesetz; vgl. Apg. 7,38.53; Gal. 3,19. a) Hebr. 10,28.
6834#Hebräer,2,3#3. wie sollten wir da (der Strafe) entrinnen, wenn wir ein so hohes Heil unbeachtet lassen? Dieses hat ja seinen Anfang von der Verkündigung durch den Herrn (selbst) genommen und ist uns dann von den Ohrenzeugen zuverlässig bestätigt worden,
6835#Hebräer,2,4#4. wobei auch Gott noch Zeugnis dafür abgelegt hat durch Zeichen und Wunder, durch mannigfache Krafttaten-1- und Austeilungen des Heiligen Geistes, nach seinem Ermessen-2-. -1) = Machterweise.   2) = wie es ihm wohlgefällig war.
6836#Hebräer,2,5#5. DENN nicht Engeln hat er* die zukünftige Welt, von der wir hier reden, unterstellt,
6837#Hebräer,2,6#6. vielmehr hat jemand an einer Stelle ausdrücklich bezeugt-a-: «Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, oder des Menschen Sohn, daß du ihn beachtest? -a) Ps. 8,5-7.
6838#Hebräer,2,7#7. Du hast ihn für eine kurze Zeit unter die Engel erniedrigt, ihn (dann aber) mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt;
6839#Hebräer,2,8#8. alles hast du ihm unter die Füße unterworfen.» Dadurch nämlich, daß er «ihm alles unterworfen hat», hat er nichts von der Unterwerfung unter ihn ausgenommen. Bisher nehmen wir allerdings noch nicht wahr, daß ihm alles-1- unterworfen ist; -1) o: das All.
6840#Hebräer,2,9#9. wohl aber sehen wir den, der für eine kurze Zeit unter die Engel erniedrigt gewesen ist, nämlich Jesus, um seines Todesleidens willen mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt; er sollte ja durch Gottes Gnade für jeden-1- den Tod schmecken. -1) = zum Besten eines jeden.
6841#Hebräer,2,10#10. DENN es geziemte ihm-1-, um dessen willen alles ist und durch den alles ist, nachdem er viele Söhne zur Herrlichkeit geführt hatte, den Urheber-a- ihrer Rettung* durch Leiden hindurch zur Vollendung zu bringen. -1) d.h. es war Gott (und seinem Heilsratschluß) angemessen = es entsprach dem Wesen Gottes.   a) vgl. Hebr. 12,2.
6842#Hebräer,2,11#11. Denn beide, sowohl der Heiligende-a- als auch die, welche (von ihm) geheiligt werden, (kommen-1-) alle von dem gleichen Vater her; aus diesem Grunde schämt er sich auch nicht, sie «Brüder» zu nennen, -1) = stammen.   a) Joh. 17,19.
6843#Hebräer,2,12#12. indem er sagt-a-: «Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkündigen, inmitten der Gemeinde will ich dich preisen»; -a) Ps. 22,23.
6844#Hebräer,2,13#13. und an einer andern Stelle-a-: «Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen»; und wiederum-b-: «Siehe, hier bin ich und die Kinder, die Gott mir gegeben hat.» -a) Jes. 8,17.   b) Jes. 8,18.
6845#Hebräer,2,14#14. WEIL nun die Kinder (leiblich) am Blut und Fleisch Anteil haben, hat auch er gleichermaßen Anteil an ihnen erhalten, um durch seinen Tod den zu vernichten, der die Macht des Todes-1- hat, nämlich den Teufel, -1) o: Gewalt über den Tod.
6846#Hebräer,2,15#15. und um alle die in Freiheit zu setzen, die durch Furcht vor dem Tode während ihres ganzen Lebens in Knechtschaft gehalten wurden-1-. -1) o: durch Todesfurcht der Knechtschaft verfallen waren.
6847#Hebräer,2,16#16. Denn es sind doch sicherlich nicht Engel, deren er sich anzunehmen hat, sondern der Nachkommenschaft Abrahams nimmt er sich an;
6848#Hebräer,2,17#17. und daher mußte er in allen Stücken seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester Gott gegenüber-1-, um für die Sünden des Volkes Vergebung zu erwirken. -1) = im Dienst vor Gott.
6849#Hebräer,2,18#18. Denn eben deshalb, weil er selbst Versuchungen erlitten hat-1-, vermag er denen zu helfen, die versucht werden. -1) o: denn worin er selbst Versuchung erlitten hat, . . .
6850#Hebräer,3,1#1. DARUM, heilige Brüder, Genossen der himmlischen Berufung, richtet euer Augenmerk auf den Gottesboten und Hohenpriester unsers Bekenntnisses, auf Jesus,
6851#Hebräer,3,2#2. der da «treu» war dem, der ihn geschaffen-1- hat, wie auch Mose (treu gewesen ist) «in Gottes ganzem Hause»-a-. -1) o: dazu gemacht.   a) 4.Mo. 12,7.
6852#Hebräer,3,3#3. Denn einer größeren Herrlichkeit-1- als Mose ist dieser würdig erachtet worden, in dem Maße, als der, welcher das Haus hergestellt hat, höher an Ehre steht als das Haus-2-. -1) o: Ehre.   2) d.h. die Hausgenossen.
6853#Hebräer,3,4#4. Denn jedes Haus wird von jemand hergestellt; der aber alles hergestellt hat-1-, das ist Gott. -1) = der Baumeister des Alls.
6854#Hebräer,3,5#5. Und was Mose betrifft, so ist er zwar «in seinem-1- ganzen Hause treu» gewesen, (aber doch nur) als «Diener», um Zeugnis abzulegen für das, was als Offenbarung-2- verkündigt werden sollte; -1) = Gottes.   2) o: als Gesetz.
6855#Hebräer,3,6#6. Christus dagegen (ist treu) als «Sohn» über «sein eigenes Haus», und sein Haus sind wir, vorausgesetzt, daß wir an der freudigen Zuversicht und an der Hoffnung, deren wir uns rühmen, bis ans Ende unerschütterlich festhalten.
6856#Hebräer,3,7#7. DESHALB (gilt uns) das Wort des heiligen Geistes-a-: «Heute, wenn ihr seine Stimme hört, -a) Ps. 95,7-11.
6857#Hebräer,3,8#8. verhärtet eure Herzen nicht, wie (es einst) bei der Erbitterung-1- am Tage der Versuchung in der Wüste (geschah), -1) = dem bitteren Zerwürfnis.
6858#Hebräer,3,9#9. wo eure Väter (mich) mit einer Erprobung versuchten; und doch haben sie meine Werke-1- vierzig Jahre hindurch gesehen. -1) = Taten.
6859#Hebräer,3,10#10. Deshalb ward ich über dieses Geschlecht entrüstet und sprach: ,Allezeit gehen sie mit ihrem Herzen irre!' Sie aber erkannten meine Wege nicht,
6860#Hebräer,3,11#11. so daß ich in meinem Zorn schwur: ,Sie sollen nimmermehr in meine Ruhe eingehen!'»
6861#Hebräer,3,12#12. Gebt acht, liebe Brüder, daß sich in keinem von euch ein böses Herz des Unglaubens im Abfall von dem lebendigen Gott zeige!
6862#Hebräer,3,13#13. Ermahnt euch vielmehr selbst-1- an jedem Tage, solange das «Heute» noch gilt-2-, damit keiner von euch durch den Betrug der Sünde verhärtet werde. -1) o: ermahnt vielmehr einander.   2) w: solange das «Heute» ausgerufen wird = solange es noch «heute» heißt.
6863#Hebräer,3,14#14. DENN Genossen Christi-1- sind wir geworden, wenn anders wir die anfängliche Glaubenszuversicht bis ans Ende unerschütterlich festhalten. -1) d.h. Teilhaber seiner Herrlichkeit, vgl. Röm. 8,18-25.
6864#Hebräer,3,15#15. Wenn es heißt-a-: «Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht, wie es bei der Erbitterung-b- geschah»: - -a) Ps. 95,7.8.   b) V. 8.
6865#Hebräer,3,16#16. wer waren denn die Leute, die, obgleich sie (seine Verheißung) gehört hatten, dennoch sich erbittern ließen-1-? Waren es nicht alle, die durch Moses Vermittlung aus Ägypten ausgezogen waren? -1) aÜs: dennoch Erbitterung bewirkten (= Gott erbitterten).
6866#Hebräer,3,17#17. Und wer waren die Leute, über die er vierzig Jahre lang entrüstet gewesen ist? Doch wohl die, welche gesündigt hatten und deren Glieder (dann) in der Wüste zerfallen sind.
6867#Hebräer,3,18#18. Und wer waren die Leute, denen er zugeschworen hat, sie sollten nicht in seine Ruhe eingehen? Doch wohl die, welche sich ungehorsam bewiesen hatten.
6868#Hebräer,3,19#19. So sehen wir denn, daß sie nicht haben hineingelangen können infolge (ihres) Unglaubens.
6869#Hebräer,4,1#1. DA nun die Verheißung des Eingehens in seine Ruhe noch unerfüllt geblieben ist-1-, so wollen wir ängstlich darauf bedacht sein, daß es sich bei keinem von euch herausstelle, er sei zurückgeblieben-2-. -1) o: immer noch besteht.   2) = nicht ans Ziel gekommen.
6870#Hebräer,4,2#2. Denn die Heilsbotschaft ist an uns ebensogut ergangen wie an jene; aber jenen hat das Wort, das sie zu hören bekamen, nichts genützt, weil es bei den Hörern nicht mit dem Glauben vereinigt-1- war. -1) = fest verwachsen.
6871#Hebräer,4,3#3. Wir dagegen, die wir zum Glauben gekommen sind, gehen in die Ruhe ein, wie er-1- gesagt hat-a-: «So daß ich in meinem Zorn schwur: ,Sie sollen nimmermehr in meine Ruhe eingehen!'»- wiewohl doch das Wirken (Gottes) seit-2- der Vollendung der Weltschöpfung zum Abschluß gekommen war. -1) = Gott.   2) o: mit.   a) Ps. 95,11.
6872#Hebräer,4,4#4. Er hat sich ja an einer Stelle über den siebten Tag so ausgesprochen-a-: «Gott ruhte am siebten Tage von allen seinen Werken»; -a) 1.Mo. 2,2.
6873#Hebräer,4,5#5. an unserer Stelle dagegen heißt es-a-: «Sie sollen nimmermehr in meine Ruhe eingehen!» -a) Ps. 95,11.
6874#Hebräer,4,6#6. Da also das Eingehen einiger in die Ruhe bestehen bleibt, andrerseits die, welche zuerst die beglückende Botschaft empfangen haben, infolge (ihres) Ungehorsams nicht hineingelangt sind,
6875#Hebräer,4,7#7. so setzt (Gott) aufs neue einen Tag fest, ein «Heute», indem er nach so langer Zeit durch David, wie schon vorhin-a- gesagt worden ist, verkündigt: «Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht!» -a) Hebr. 3,7.
6876#Hebräer,4,8#8. Denn wenn Josua sie wirklich in die Ruhe eingeführt hätte, so würde (Gott) nicht von einem anderen, späteren Tage reden.
6877#Hebräer,4,9#9. Somit bleibt dem Volk Gottes eine Sabbatruhe noch vorbehalten;
6878#Hebräer,4,10#10. denn wer in seine-1- Ruhe eingegangen ist, der ist damit auch seinerseits zur Ruhe von seinen Werken gelangt, geradeso wie Gott von den seinigen. -1) d.h. Gottes.
6879#Hebräer,4,11#11. SO wollen wir also eifrig darauf bedacht sein, in jene Ruhe einzugehen, damit keiner zu Fall kommt und dadurch das gleiche warnende Beispiel des Ungehorsams darbiete-1-. -1) w: damit keiner in (o: nach) demselben (warnenden) Beispiel des Ungehorsams zu Fall komme.
6880#Hebräer,4,12#12. Denn lebendig-1- ist das Wort Gottes und wirkungskräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert-2-: es dringt hindurch, bis es Seele und Geist, Gelenke und Mark scheidet, und ist ein Richter über die Regungen-3- und Gedanken des Herzens; -1) = voller Leben.   2) o: Messer.   3) o: Gesinnungen.
6881#Hebräer,4,13#13. und es gibt nichts Geschaffenes, das sich vor ihm-1- verbergen könnte, nein, alles liegt entblößt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft abzulegen haben. -1) d.h. vor Gott.
6882#Hebräer,4,14#14. DA wir nun einen großen-1- Hohenpriester haben, der durch die Himmel hindurchgegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so wollen wir am Bekenntnis (zu ihm) festhalten. -1) = erhabenen.
6883#Hebräer,4,15#15. Wir haben ja (an ihm) nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitgefühl mit unsern Schwachheiten haben könnte, sondern einen solchen, der in allen Stücken auf gleiche Weise (wie wir) versucht worden ist, nur ohne Sünde-1-. -1) = ohne zu sündigen.
6884#Hebräer,4,16#16. So wollen wir denn mit freudiger Zuversicht zum Thron der Gnade hinzutreten, um Barmherzigkeit zu empfangen und Gnade zu finden zu rechtzeitiger Hilfe-1-. -1) d.h. daß wir Hilfe zu rechter Zeit finden.
6885#Hebräer,5,1#1. DENN jeder aus der Zahl der Menschen genommene Hohepriester wird für Menschen zum Dienst vor Gott-1- eingesetzt, um teils unblutige teils blutige Opfer für Sünden darzubringen; -1) aÜs: in ihren Beziehungen zu Gott (o: für ihr Verhältnis zu Gott).
6886#Hebräer,5,2#2. und er ist dabei wohl imstande, die Unwissenden und Irrenden billig-1- zu beurteilen, weil er ja selbst mit Schwachheit behaftet ist. -1) o: mit Nachsicht.
6887#Hebräer,5,3#3. Und um dieser willen muß er wie für das Volk, so auch für sich selbst Opfer der Sünden wegen darbringen.
6888#Hebräer,5,4#4. Und niemand kann sich selbst diese Würde zueignen, sondern er muß von Gott dazu berufen werden, ganz so, wie es auch bei Aaron der Fall gewesen ist.
6889#Hebräer,5,5#5. So hat denn auch Christus sich nicht selbst-1- die hohe Würde des Hohenpriesters zugeeignet, sondern der (hat sie ihm verliehen), der zu ihm gesagt hat-a-: «Mein Sohn bist du, ich selbst habe dich heute gezeugt»; -1) = eigenmächtig.   a) Ps. 2,7.
6890#Hebräer,5,6#6. wie er auch an einer anderen Stelle sagt-a-: «Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.» -a) Ps. 110,4.
6891#Hebräer,5,7#7. Er hat in den Tagen seines Fleisches-1- Gebete und flehentliche Bitten mit lautem Schreien-2- und Tränen vor den gebracht, der ihn vom Tode zu erretten vermochte, und hat auch Erhörung gefunden (und ist) aus seiner Angst (befreit worden)-3- -1) = Erdenlebens.   2) = Klageruf.   3) aÜs: und hat auch Erhörung gefunden infolge seiner Gottesfurcht.
6892#Hebräer,5,8#8. und hat trotz seiner Sohnesstellung an seinem Leiden den Gehorsam gelernt.
6893#Hebräer,5,9#9. Nachdem er so zur Vollendung gelangt war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber ewigen Heils geworden,
6894#Hebräer,5,10#10. er, der von Gott mit der Bezeichnung «Hoherpriester nach der Ordnung-1- Melchisedeks» angeredet-2- worden ist. -1) o: nach der Weise o. Art o. Stellung = Ehren- o. Rangstellung.   2) o: begrüßt.
6895#Hebräer,5,11#11. DARÜBER hätten wir noch viel zu sagen, doch es ist schwer, euch das klar zu machen, weil eure Fassungskraft stumpf geworden ist-1-. -1) w: weil ihr harthörig o. stumpf am Gehör geworden seid.
6896#Hebräer,5,12#12. Denn während ihr nach (der Länge) der Zeit schon Lehrer sein müßtet, bedürft ihr umgekehrt noch der Belehrung in den Anfangsgründen der göttlichen Offenbarungsworte und seid dahin gekommen, daß ihr Milch statt fester Nahrung nötig habt.
6897#Hebräer,5,13#13. Denn jeder, der noch auf Milch angewiesen ist, versteht sich noch nicht auf das Wort der Gerechtigkeit-1-; er ist eben noch ein unmündiges Kind. -1) aÜs: auf richtige Rede (= Redeweise der Erwachsenen) - ist noch unerfahren in der eigentlichen Lehre.
6898#Hebräer,5,14#14. Für Gereifte-1- dagegen ist die feste Nahrung da, nämlich für die, welche infolge ihrer Gewöhnung geübte Sinne-2- besitzen, so daß sie das Gute und das Schlechte-3- zu unterscheiden vermögen. -1) o: Vollkommene, d.h. Erwachsene.   2) = Sinneswerkzeuge.   3) d.h. was gut oder schlecht schmeckt o: was bekömmlich oder schädlich ist.
6899#Hebräer,6,1#1. DARUM wollen wir (jetzt) von den Anfangsgründen der Lehre Christi-1- absehen und uns zur vollen Reife-2- erheben, wollen nicht noch einmal den Grund legen mit Sinnesänderung, die sich von toten Werken abkehrt, und mit dem Glauben an Gott, -1) o: über Christus.   2) o: Lehre für Gereifte.
6900#Hebräer,6,2#2. mit der Belehrung über Waschungen-1- und Handauflegung, über Totenauferstehung und ewiges Gericht. -1) o: Taufen.
6901#Hebräer,6,3#3. Ja, dies wollen wir tun, wenn anders Gott es gelingen läßt.
6902#Hebräer,6,4#4. Denn es ist unmöglich, solche, die einmal die Erleuchtung empfangen und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des heiligen Geistes teilhaftig geworden sind
6903#Hebräer,6,5#5. und das köstliche Gotteswort und die Kräfte der zukünftigen Welt gekostet-1- haben -1) = geschmeckt.
6904#Hebräer,6,6#6. und dann doch abgefallen sind, noch einmal zur Sinnesänderung zu erneuern, weil sie für ihre Person den Sohn Gottes von neuem kreuzigen und ihn der Beschimpfung preisgeben-1-. -1) o: ihren Spott mit ihm treiben.
6905#Hebräer,6,7#7. Denn wenn ein Acker den oftmals-1- auf ihn fallenden Regen in sich eingesogen hat und denen, für die er bestellt wird, nützlichen Ertrag hervorbringt, so macht er sich den von Gott kommenden Segen zu eigen; -1) o: reichlich.
6906#Hebräer,6,8#8. bringt er dagegen Dornen und Disteln-a- hervor, so ist er unbrauchbar und geht dem Fluch entgegen, dessen Ende zum Feuerbrand führt. -a) 1.Mo. 3,17.18.
6907#Hebräer,6,9#9. WIR sind aber in Bezug auf euch, Geliebte, wenn wir auch so reden, doch eines Besseren gewiß, nämlich dessen, was in engster Beziehung zur Errettung-a- steht. -a) vgl. Phil. 3,21.
6908#Hebräer,6,10#10. Denn Gott ist nicht ungerecht, daß er eure Arbeit-1- und die Liebe vergäße, die ihr für seinen Namen dadurch an den Tag gelegt habt, daß ihr den Heiligen Dienste geleistet habt und auch jetzt noch leistet. -1) = das, was ihr geleistet habt.
6909#Hebräer,6,11#11. Wir wünschen aber innig, daß jeder einzelne von euch den gleichen Eifer an den Tag legen möge, um die Hoffnung bis ans Ende mit voller Gewißheit festzuhalten,
6910#Hebräer,6,12#12. damit ihr nicht stumpf-1- werdet, sondern dem Vorbild derer nachfolgt, die durch Glauben und standhaftes Ausharren-2- die verheißenen Heilsgüter erben. -1) o: lässig.   2) o: Geduld.
6911#Hebräer,6,13#13. NACHDEM Gott nämlich dem Abraham die Verheißung gegeben hatte, schwur er, weil er bei keinem Höheren schwören konnte, bei sich selbst
6912#Hebräer,6,14#14. mit den Worten-a-: «Fürwahr, ich will dich reichlich segnen und dich überaus zahlreich machen!» -a) 1.Mo. 22,16.17.
6913#Hebräer,6,15#15. und auf diese Weise-1- harrte jener geduldig aus und erlangte das Verheißene. -1) d.h. auf diesen Eidschwur hin.
6914#Hebräer,6,16#16. Menschen schwören bekanntlich bei dem Höheren, und der Eid dient ihnen zur Bekräftigung, so daß alle Widerrede ausgeschlossen ist.
6915#Hebräer,6,17#17. Aus diesem Grunde ist auch Gott, weil er den Erben seiner Verheißung das Unabänderliche seines Ratschlusses in besonderem Grade deutlich dartun wollte, als Bürge mit einem Eid eingetreten,
6916#Hebräer,6,18#18. damit wir durch zwei unabänderliche Tatsachen-1-, bei denen Gott unmöglich getäuscht haben kann, eine starke Ermutigung besäßen, wir, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die uns eröffnete Hoffnung zu ergreifen. -1) gemeint sind Verheißungen und Eidschwur.
6917#Hebräer,6,19#19. In dieser besitzen wir ja gleichsam einen festen und zuverlässigen Anker für unsere Seele, der bis hinter den Vorhang (in das himmlische Heiligtum) hineinreicht,
6918#Hebräer,6,20#20. wohin Jesus als Vorläufer uns zum Heil hineingegangen ist, insofern er «Hoherpriester nach der Ordnung-a- Melchisedeks» geworden ist in Ewigkeit. -a) Hebr. 5,10.
6919#Hebräer,7,1#1. DIESER Melchisedek nämlich, König von Salem, Priester des höchsten Gottes, ging dem Abraham entgegen, als dieser von der Besiegung der Könige-a- zurückkehrte, und segnete ihn; -a) 1.Mo. 14,17-20.
6920#Hebräer,7,2#2. dafür teilte Abraham ihm dann auch den Zehnten von der ganzen Beute zu. Zunächst ist er, wenn man seinen Namen deutet, ,König der Gerechtigkeit', sodann aber auch ,König von Salem', das bedeutet ,König des Friedens';
6921#Hebräer,7,3#3. er hat-1- keinen Vater, keine Mutter, keine Ahnenreihe, weder einen Anfang seiner Tage noch ein Ende seines Lebens, gleicht vielmehr dem Sohne Gottes: er bleibt Priester für immer. -1) im biblischen Bericht.
6922#Hebräer,7,4#4. BEACHTET nun wohl, wie groß dieser Mann dasteht, dem der Erzvater Abraham den Zehnten von den auserlesensten Beutestücken gegeben hat!
6923#Hebräer,7,5#5. Wohl sind auch diejenigen Nachkommen Levis, die das Priestertum empfangen, berechtigt, den Zehnten von dem Volk in der vom Gesetz vorgeschriebenen Weise zu erheben-a-, also von ihren Brüdern-1-, obgleich doch auch diese leibliche Nachkommen Abrahams sind; -1) = Volksgenossen.   a) 4.Mo. 18,20-30.
6924#Hebräer,7,6#6. jener aber hat, wiewohl er seiner Abstammung nach mit ihnen in keiner Verbindung steht, von Abraham (selbst) den Zehnten erhoben und den, der im Besitz der Verheißungen war, gesegnet.
6925#Hebräer,7,7#7. Nun ist es aber durchaus unbestreitbar, daß das Geringere von dem Höheren gesegnet wird.
6926#Hebräer,7,8#8. Und hier-1- sind es sterbliche Menschen, welche die Zehnten entgegennehmen, dort aber-2- ist es einer, dem-3- bezeugt wird, daß er lebt-a-. -1) o: in dem einen Fall.   2) o: in dem andern Fall.   3) o: von dem.   a) V. 3.
6927#Hebräer,7,9#9. Weiter: in der Person Abrahams ist gewissermaßen auch vom Zehntenempfänger Levi der Zehnte erhoben worden;
6928#Hebräer,7,10#10. denn er-1- befand sich (damals) noch in der Lende seines Stammvaters, als Melchisedek diesem entgegenging. -1) Levi.
6929#Hebräer,7,11#11. FREILICH, wenn eine Vollendung-1- durch das levitische Priestertum möglich-2- wäre - auf diesem (Priestertum) beruht ja die ganze Gesetzgebung-3- des Volkes-4- -: welches Bedürfnis hätte dann noch vorgelegen, einen andersartigen Priester «nach der Ordnung Melchisedeks» einzusetzen und ihn nicht (einfach) «nach der Ordnung Aarons» zu benennen? -1) = etwas Vollkommenes.   2) o: zu erreichen gewesen.   3) = Verfassung.   4) w: denn um dieses (des Priestertums) willen war dem Volk das Gesetz zuteilgeworden.
6930#Hebräer,7,12#12. Denn mit einer Änderung-1- des Priestertums tritt mit Notwendigkeit auch eine Änderung des Gesetzes ein. -1) o: Umgestaltung.
6931#Hebräer,7,13#13. Der nämlich, auf den sich jener Ausspruch-a- bezieht, hat ja doch einem anderen Stamme angehört, aus dem niemand (jemals) mit dem Altardienst zu tun gehabt hat. -a) Ps. 110,4.
6932#Hebräer,7,14#14. Es ist ja doch allbekannt, daß unser Herr (Jesus) aus (dem Stamme) Juda hervorgegangen ist, und in Bezug auf diesen Stamm hat Mose nichts verlauten lassen, was sich auf Priester bezieht.
6933#Hebräer,7,15#15. Und vollends klar liegt die Sache dadurch, daß ein andersartiger Priester, der dem Melchisedek ähnlich ist, eingesetzt wird,
6934#Hebräer,7,16#16. der es nicht nach der Bestimmung eines an leibliche Abstammung bindenden Gebotes geworden ist, sondern nach der Kraft unzerstörbaren Lebens.
6935#Hebräer,7,17#17. Denn ihm-1- wird bezeugt-a-: «Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.» -1) o: von ihm = über ihn.   a) Ps. 110,4.
6936#Hebräer,7,18#18. DAMIT tritt einerseits zwar die Aufhebung eines bis dahin gültigen Gebotes ein, weil es sich unwirksam und unbrauchbar erwiesen hatte -
6937#Hebräer,7,19#19. das (mosaische) Gesetz hat ja auch wirklich keine Vollendung-1- zustande gebracht -, andrerseits (tritt dadurch) aber auch die Herbeiführung einer besseren Hoffnung (ein), mittels derer-2- wir Gott (wirklich) nahen können. -1) = nichts Vollkommenes.   2) = bei deren Verwirklichung.
6938#Hebräer,7,20#20. Und insofern (er) nicht ohne Eidesleistung (Priester geworden ist) - jene sind ja ohne Eidschwur Priester geworden,
6939#Hebräer,7,21#21. dieser dagegen mit einem Eidschwur vonseiten dessen, der zu ihm spricht-a-: «Geschworen hat der Herr, und es wird ihn nicht gereuen: du bist Priester in Ewigkeit» -: -a) Ps. 110,4.
6940#Hebräer,7,22#22. dementsprechend ist Jesus um so mehr der Bürge eines besseren Bundes geworden.
6941#Hebräer,7,23#23. Außerdem sind dort Priester als Vielheit-1- vorhanden gewesen, weil sie durch den Tod daran gehindert wurden, (im Amt) zu verbleiben; -1) = in beträchtlicher Anzahl.
6942#Hebräer,7,24#24. hier aber ist es ein solcher, der, weil er «in Ewigkeit» bleibt, ein nie wechselndes Priestertum im Besitz hat.
6943#Hebräer,7,25#25. Daher vermag er auch denen, die durch seine Vermittlung zu Gott hinzutreten, vollkommene Rettung zu schaffen: er lebt ja immerdar, um fürbittend für sie (vor Gott) einzutreten.
6944#Hebräer,7,26#26. DENN einen solchen Hohenpriester mußten wir auch haben-1-, der da heilig, schuldlos, unbefleckt ist, von den Sündern geschieden und über die Himmel hoch erhöht; -1) w: denn ein solcher Hoherpriester war für uns auch angemessen.
6945#Hebräer,7,27#27. der nicht wie die (menschlichen) Hohenpriester Tag für Tag nötig hat, zunächst für seine eigenen Sünden Opfer darzubringen, danach für die des Volkes; denn Letzteres hat er ein für allemal dadurch geleistet, daß er sich selbst (zum Opfer) dargebracht hat.
6946#Hebräer,7,28#28. Denn das (mosaische) Gesetz bestellt zu Hohenpriestern Menschen, die mit Schwachheit behaftet sind; das Wort des Eidschwurs-1- dagegen, der erst nach dem Gesetz erfolgt ist, setzt einen-2- Sohn ein, der für die Ewigkeit vollendet ist. -1) gemeint ist das Psalmwort (Ps. 110,4), das den messianischen Hohepriester mittels eines Eidschwurs einsetzt.   2) o: den.
6947#Hebräer,8,1#1. DIE Hauptsache aber bei der vorliegenden Darlegung ist folgendes: Einen solchen Hohenpriester haben wir, der sich im Himmel zur Rechten des Thrones der göttlichen Erhabenheit-1- gesetzt hat, -1) = Majestät.
6948#Hebräer,8,2#2. und zwar als Verwalter-1- des Heiligtums, nämlich des wahren Zeltes-a-, das der Herr, nicht ein Mensch errichtet hat. -1) o: priesterlicher Diener.   a) vgl. V. 5.
6949#Hebräer,8,3#3. Denn jeder Hohepriester wird zu dem Zweck bestellt, unblutige und blutige Opfer darzubringen; daher muß auch dieser-1- etwas darzubringen haben. -1) d.h. Jesus.
6950#Hebräer,8,4#4. Befände er sich nun auf der Erde, so würde er nicht einmal Priester sein, weil hier ja bereits Priester vorhanden sind, welche die Gaben nach dem (mosaischen) Gesetz darbringen.
6951#Hebräer,8,5#5. Diese versehen freilich den Dienst nur an einer Nachbildung und einem Schattenbild der himmlischen Dinge entsprechend der göttlichen Weisung, die Mose erhielt, als er das Zelt-1- herstellen sollte; denn «Gib wohl acht», sagt der Herr zu ihm-a-, «daß du alles nach dem Vorbild-2- anfertigst, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist». -1) = die Stiftshütte.   2) = Muster.   a) 2.Mo. 25,40.
6952#Hebräer,8,6#6. Nun aber hat er-1- einen um so vorzüglicheren Priesterdienst erlangt, als er auch Mittler eines besseren-2- Bundes ist, der auf der Grundlage besserer-3- Verheißungen festgesetzt worden ist. -1) d.h. Jesus.   2) o: höheren.   3) = bedeutungsvollerer.
6953#Hebräer,8,7#7. Wenn nämlich jener erste (Bund) tadellos gewesen wäre, so würde nicht die Möglichkeit, einen zweiten (Bund) zu schließen, gesucht werden-1-. -1) w: so würde nicht für einen zweiten (o: andersartigen) ein Ort (o: Raum) gesucht werden.
6954#Hebräer,8,8#8. Denn einen Tadel spricht (Gott) gegen sie-1- aus mit den Worten-a-: «Wisset wohl: es kommen Tage», - so lautet der Ausspruch des Herrn -, «da will ich mit dem Hause-2- Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund aufrichten-3-, -1) die Israeliten.   2) aÜs: für das Haus Israel und für das Haus Juda.   3) = abschließen.   a) Jer. 31,31-34.
6955#Hebräer,8,9#9. nicht einen solchen Bund, wie ich ihn mit ihren Vätern-1- damals geschlossen habe, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Lande Ägypten wegzuführen; denn sie sind meinem Bunde nicht treu geblieben, und auch ich habe mich nicht (mehr) um sie gekümmert» - so lautet der Ausspruch des Herrn -. -1) o: für ihre Väter.
6956#Hebräer,8,10#10. «Nein, darin soll der Bund bestehen, den ich mit dem Hause Israel nach jenen Tagen schließen werde» - so lautet der Ausspruch des Herrn -: «Ich will meine Gesetze in ihren Sinn hineinlegen und sie ihnen ins Herz schreiben, und will dann ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
6957#Hebräer,8,11#11. Dann braucht niemand mehr seinem Mitbürger und niemand seinem Bruder Belehrung zu erteilen und ihm vorzuhalten: ,Lerne den Herrn kennen!' Denn sie werden mich allesamt kennen vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen.
6958#Hebräer,8,12#12. Denn ihren Übertretungen gegenüber werde ich Nachsicht üben und ihrer Sünden nicht mehr gedenken.»
6959#Hebräer,8,13#13. Indem er hier von einem «neuen» (Bunde) redet, hat er den ersten für veraltet erklärt; was aber veraltet ist und sich überlebt hat, das geht dem Untergang entgegen-1-. -1) w: das ist dem Verschwinden nahe.
6960#Hebräer,9,1#1. ALLERDINGS hatte auch der erste (Bund) Satzungen-1- für den Gottesdienst und (hatte) auch das weltliche-2- Heiligtum. -1) = feste Bestimmungen.   2) o: irdische.
6961#Hebräer,9,2#2. Es wurde-1- nämlich ein Zelt hergestellt, dessen Vorderraum, in welchem sich der Leuchter, sowie der Tisch mit den aufgelegten Schaubroten befinden, das sogenannte Heilige ist. -1) o: war.
6962#Hebräer,9,3#3. Hinter dem zweiten Vorhang aber liegt der Teil des Zeltes, der das Allerheiligste genannt wird,
6963#Hebräer,9,4#4. mit dem goldenen Räucheraltar-1- und der ganz mit Gold überzogenen Bundeslade, in welcher sich der goldene Krug mit dem Manna, sowie der Stab Aarons, der Blüten getrieben hatte, und die Bundestafeln befinden; -1) der goldene Räucheraltar stand eig. im Heiligen vor dem Vorhang, aber schon in 1.Kön. 6,22 ist er in bes. Beziehung zum Allerheiligsten gesetzt, weil die darauf stehende goldene Schale voll Räucherwerk am großen Versöhnungstag eine wichtige Verwendung im Allerheiligsten fand (3.Mo. 16,12.13).
6964#Hebräer,9,5#5. oben über ihr aber stehen die (beiden) Cherube der Herrlichkeit-1-, welche (mit ihren Flügeln) die Deckplatte überschatten; - doch hierüber soll jetzt nicht im einzelnen geredet werden. -1) = als Zeichen der Gegenwart Gottes, Jes. 37,16.
6965#Hebräer,9,6#6. Seitdem nun dies so eingerichtet worden ist, betreten die Priester, welche die gottesdienstlichen Handlungen zu verrichten haben, den Vorderraum des Zeltes jederzeit;
6966#Hebräer,9,7#7. in den zweiten-1- Raum dagegen darf nur der Hohepriester einmal im Jahr eintreten, (und zwar) nicht ohne Blut, das er für sich selbst und für die Verfehlungen-2- des Volkes darbringt. -1) = hinteren.   2) = Unwissenheitssünden; vgl. 4.Mo. 15,22-31.
6967#Hebräer,9,8#8. Dadurch weist der heilige Geist darauf hin, daß der Weg-1- zum wahrhaften Heiligtum-a- noch nicht geoffenbart-2- ist, solange das vordere Zelt noch Bestand hat. -1) o: Zugang.   2) = für die Allgemeinheit freigegeben. a) Hebr. 8,2.
6968#Hebräer,9,9#9. So ist denn dieser Vorraum ein Sinnbild-1- auf-2- die Gegenwart, insofern in ihm unblutige und blutige Opfer dargebracht werden, die doch nicht imstande sind, den, der (Gott mit ihnen) dient, in seinem Gewissen ans Ziel zu bringen-3-. -1) = sinnbildlicher Hinweis.   2) o: für.   3) = völlig zu befriedigen.
6969#Hebräer,9,10#10. Sie sind ja neben den (Verordnungen über) Speisen, Getränke und mancherlei Waschungen ebenfalls nur als fleischliche-1- Satzungen-2- bis zu der Zeit auferlegt, wo etwas Besseres-3- in Geltung tritt. -1) = äußerliche.   2) o: Verordnungen.   3) = die richtige Ordnung.
6970#Hebräer,9,11#11. Christus dagegen ist, indem er als Hoherpriester der zukünftigen Güter-1- kam-2-, durch das größere-3- und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht ist, das heißt nicht dieser erschaffenen Welt angehört, -1) aL: der (mit ihm) gekommenen o. (von ihm) bereiteten o. erworbenen Heilsgüter.   2) o: erschien.   3) o: erhabenere.
6971#Hebräer,9,12#12. auch nicht mittels des Blutes von Böcken und Kälbern, sondern mittels seines eigenen Blutes ein für allemal in das (himmlische) Heiligtum eingetreten und hat eine ewiggültige Erlösung ausfindig gemacht-1-. -1) d.h. zu vollbringen gewußt (o: zuwege gebracht, o: erreicht).
6972#Hebräer,9,13#13. Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer Kuh-a-, mit der man die Verunreinigten besprengt, Heiligung zu leiblicher Reinheit bewirkt, -a) vgl. 4.Mo. 19.
6973#Hebräer,9,14#14. um wieviel mehr wird da das Blut Christi, der kraft ewigen Geistes sich selbst als ein fehlerloses Opfer Gott dargebracht hat, unser Gewissen von toten Werken reinigen, damit wir dem lebendigen Gott dienen!
6974#Hebräer,9,15#15. UND aus diesem Grunde ist er auch der Mittler eines neuen Bundes, damit auf Grund eines Todes, der zum Erlaß-1- der während der Dauer des ersten Bundes begangenen Übertretungen erfolgt ist, die Berufenen das verheißene Gut des ewigen Erbes empfangen sollten-a-. -1) = zur Sühnung.   a) vgl. Kol. 1,5.
6975#Hebräer,9,16#16. Denn wo eine letztwillige Stiftung-1- vorliegt, da muß unbedingt der Tod dessen, der die Stiftung errichtet hat, (als eingetreten) nachgewiesen werden; -1) = ein Testament.
6976#Hebräer,9,17#17. eine Stiftung wird ja erst nach Eintritt des Todes rechtskräftig, während sie durchaus keine Kraft-1- besitzt, solange der Stifter noch lebt. -1) = Geltung.
6977#Hebräer,9,18#18. Daher ist ja auch der erste Bund nicht ohne Blut eingeweiht worden.
6978#Hebräer,9,19#19. Nachdem nämlich Mose jedes Gebot, wie das Gesetz es vorschrieb, dem ganzen Volke vorgetragen hatte, nahm er das Blut der Kälber und der Böcke nebst Wasser und Scharlachwolle und einem Büschel Isop und besprengte damit wie das Buch selbst, so auch das gesamte Volk,
6979#Hebräer,9,20#20. indem er dabei ausrief: «Dies ist das Blut des Bundes, den Gott für euch angeordnet hat!»-a- -a) 2.Mo. 24,6-8.
6980#Hebräer,9,21#21. Aber auch das Zelt und sämtliche gottesdienstlichen Geräte besprengte er in gleicher Weise mit dem Blute;
6981#Hebräer,9,22#22. überhaupt wird beinahe alles nach dem Gesetz mit Blut gereinigt, und ohne Blutvergießen erfolgt keine Vergebung.
6982#Hebräer,9,23#23. ES mußten also zwar die Nachbildungen der im Himmel (befindlichen Heiligtümer) durch diese Mittel gereinigt werden, aber für die himmlischen Heiligtümer selbst muß es bessere Opfer geben, als jene es sind.
6983#Hebräer,9,24#24. Denn Christus ist nicht in ein von Menschenhänden hergestelltes Heiligtum eingegangen, das nur eine Nachbildung des wahren-1- Heiligtums wäre, sondern in den Himmel selbst, um jetzt uns zum Heil (persönlich) vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen; -1) o: eigentlichen.
6984#Hebräer,9,25#25. auch hat er das nicht in der Absicht getan, sich oftmals als Opfer darzubringen, wie der (irdische) Hohepriester alljährlich mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht;
6985#Hebräer,9,26#26. sonst hätte er ja seit Erschaffung der Welt oftmals leiden müssen. So aber ist er nur einmal am Ende der Weltzeiten-a- offenbar geworden-1-, um die Sünde durch sein Opfer aufzuheben-2-. -1) o: erschienen.   2) = zu beseitigen.   a) Hebr. 1,2.
6986#Hebräer,9,27#27. Und so gewiß es den Menschen bevorsteht-1-, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, -1) o: bestimmt ist.
6987#Hebräer,9,28#28. ebenso wird auch Christus, nachdem er ein einziges Mal als Opfer dargebracht worden ist, um die Sünden vieler wegzunehmen, zum zweitenmal ohne (Beziehung zur) Sünde denen, die auf ihn warten, zum Heil-1- erscheinen. -1) o: zur Errettung, vgl. Phil. 3,20.21.
6988#Hebräer,10,1#1. DENN weil das (mosaische) Gesetz nur das schattenhafte Abbild der zukünftigen Heilsgüter enthält-1-, nicht aber die Gestalt der Dinge selbst-2-, so ist es nimmermehr imstande, alljährlich-a- durch dieselben Opfer, die man immer wieder darbringt, die an den Opfern Teilnehmenden-3- ans Ziel-4- zu bringen. -1) = darbietet.   2) d.h. die wirkliche Erscheinungsform der Dinge.   3) w: die Hinzutretenden, nämlich die Priester und die Volksgemeinde.   4) = zur Vollendung.   a) vgl. Hebr. 9,25.
6989#Hebräer,10,2#2. Würde man sonst nicht mit ihrer Darbringung aufgehört haben, weil doch die Teilnehmer am Gottesdienst keinerlei Schuldbewußtsein mehr gehabt hätten, wenn sie ein für allemal gereinigt gewesen wären?
6990#Hebräer,10,3#3. Statt dessen tritt durch diese Opfer alljährlich eine Erinnerung an (die) Sünden ein;
6991#Hebräer,10,4#4. denn Blut von Stieren und Böcken kann unmöglich Sünden-1- wegschaffen. -1) = Gesetzesübertretungen, Hebr. 9,15; Jer. 11,15.
6992#Hebräer,10,5#5. Daher sagt er-1- auch bei seinem Eintritt in die Welt-a-: «Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht gewollt-2-, wohl aber hast du mir einen Leib bereitet; -1) d.h. der Messias.   2) = haben wollen.   a) Ps. 40,7-9.
6993#Hebräer,10,6#6. an Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen gehabt.
6994#Hebräer,10,7#7. Da sprach ich: 'Siehe, ich komme, - in der Buchrolle-a- steht über mich geschrieben -, um deinen Willen, o Gott, zu tun.'» -a) Ps. 40,8.
6995#Hebräer,10,8#8. Während er zu Anfang sagt: «Schlachtopfer und Speisopfer, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt und kein Wohlgefallen an ihnen gehabt» -, obgleich diese Opfer doch dem Gesetz entsprechend dargebracht werden -,
6996#Hebräer,10,9#9. fährt er danach fort: «Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun»: er hebt (also) das Erste auf, um das Zweite dafür als gültig hinzustellen;
6997#Hebräer,10,10#10. und auf Grund dieses Willens (Gottes) sind wir durch die Darbringung-1- des Leibes Jesu Christi ein für allemal geheiligt-2-. -1) = Opfergabe.   2) d.h. gottgeweiht, also zum Eingang ins Heiligtum befähigt, vgl. V. 19.
6998#Hebräer,10,11#11. UND jeder Priester zwar steht Tag für Tag da, indem er seinen Dienst verrichtet und immer wieder dieselben Opfer darbringt, die doch nimmermehr imstande sind, Sünden wegzuschaffen;
6999#Hebräer,10,12#12. dieser dagegen hat nur ein einziges Opfer für (die) Sünden dargebracht und sich dann für immer zur Rechten Gottes gesetzt;
7000#Hebräer,10,13#13. hinfort wartet er, bis seine Feinde hingelegt sein werden zum Schemel seiner Füße.
7001#Hebräer,10,14#14. Denn durch eine einzige Darbringung-a- hat er die, welche sich (von ihm) heiligen lassen (wollen), für immer ans Ziel-1- gebracht. -1) = zur Vollendung.   a) V. 10.
7002#Hebräer,10,15#15. Dafür gibt uns aber auch der Heilige Geist sein Zeugnis; denn nach den Worten-a-: -a) Jer. 31,33.34.
7003#Hebräer,10,16#16. «Dies ist der Bund, den ich nach jenen Tagen mit ihnen schließen-1- werde», fährt der Herr fort: «Ich will meine Gesetze in ihre Herzen hineinlegen und sie ihnen in den Sinn schreiben», -1) o: für sie festsetzen.
7004#Hebräer,10,17#17. und «ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten will ich nicht mehr gedenken».
7005#Hebräer,10,18#18. Wo diese aber Vergebung gefunden haben, da ist keine Darbringung-a- für Sünde-1- mehr erforderlich. -1) = kein Sündopfer.   a) V. 10.
7006#Hebräer,10,19#19. DA wir also, liebe Brüder, die freudige Zuversicht haben, durch das Blut Jesu in das (himmlische) Heiligtum einzugehen -
7007#Hebräer,10,20#20. das ist der neue, lebendige Weg, den er uns durch den Vorhang hindurch, das heißt durch sein Fleisch, eingeweiht-1- hat -, -1) = erschlossen.
7008#Hebräer,10,21#21. und da wir einen großen-1- Priester haben, der über das Haus Gottes gesetzt ist-2-, -1) o: erhabenen.   2) o: waltet.
7009#Hebräer,10,22#22. so laßt uns mit aufrichtigem Herzen in voller Glaubensgewißheit hinzutreten, nachdem wir uns durch Besprengung der Herzen vom bösen Gewissen-1- befreit und unsern Leib mit reinem Wasser gewaschen-2- haben. -1) = Schuldbewußtsein.   2) o: in reinem Wasser gebadet.
7010#Hebräer,10,23#23. Laßt uns am Bekenntnis der Hoffnung unerschütterlich festhalten; denn treu ist der, welcher die Verheißung gegeben hat.
7011#Hebräer,10,24#24. Und laßt uns auch aufeinander achtgeben, um uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Werken anzuregen,
7012#Hebräer,10,25#25. indem wir unsere Zusammenkünfte-1- nicht versäumen-2-, wie das bei etlichen Gewohnheit ist, sondern uns gegenseitig ermuntern, und zwar um so mehr, als ihr den Tag (der Wiederkunft Jesu) schon nahen seht. -1) = Versammlungen.   2) aÜs: indem wir unsere Entrückung zu ihm nicht aus den Augen verlieren.
7013#Hebräer,10,26#26. DENN wenn wir vorsätzlich-1- sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit erlangt haben, so bleibt uns fortan kein Opfer für die Sünden mehr übrig, -1) = eigenwillig.
7014#Hebräer,10,27#27. sondern nur ein angstvolles Warten auf das Gericht und die Gier des Feuers, das die Widerspenstigen verzehren wird.
7015#Hebräer,10,28#28. Wenn jemand das mosaische Gesetz verworfen-1- hat, so muß er ohne Erbarmen auf (die Aussage von) zwei oder drei Zeugen hin sterben-a-: -1) = freventlich übertreten.   a) 4.Mo. 15,30.31; 5.Mo. 17,6.
7016#Hebräer,10,29#29. eine wieviel härtere Strafe, denkt doch, wird dem zuerkannt werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt worden ist, für wertlos-1- geachtet und mit dem Geist der Gnade Spott getrieben hat! -1) o: gemein.
7017#Hebräer,10,30#30. Wir kennen ja den, der gesagt hat-a-: «Mein ist die Rache-1-, ich will vergelten», und an einer anderen Stelle-b-: «Der Herr wird sein Volk richten.» -1) = das Strafamt.   a) 5.Mo. 32,35.36.   b) Ps. 135,14.
7018#Hebräer,10,31#31. Schrecklich ist es, dem lebendigen Gott in die Hände zu fallen-a-. -a) vgl. 5.Mo. 32,39-41.
7019#Hebräer,10,32#32. DENKT aber an die früheren Tage zurück, in denen ihr nach empfangener Erleuchtung einen harten Leidenskampf geduldig bestanden habt,
7020#Hebräer,10,33#33. indem ihr teils selbst durch Beschimpfungen und Drangsale zum öffentlichen Schauspiel gemacht wurdet, teils an den Geschicken derer teilnehmen mußtet, die in solche Lagen versetzt waren.
7021#Hebräer,10,34#34. Ihr habt ja doch mit den Gefangenen mitgelitten und den Raub eurer Habe mit Freuden hingenommen in der Erkenntnis, daß ihr selbst einen wertvolleren und bleibenden Besitz habt.
7022#Hebräer,10,35#35. Werft also eure freudige Zuversicht nicht weg: sie bringt ja eine hohe Lohnvergeltung mit sich!
7023#Hebräer,10,36#36. Denn standhaftes Ausharren-1- tut euch not, damit ihr nach Erfüllung des göttlichen Willens das verheißene Gut-a- erlangt. -1) o: Geduld.   a) vgl. Kol. 1,5.
7024#Hebräer,10,37#37. Denn es währt «nur noch eine kleine, ganz kurze Zeit, dann wird der kommen, der kommen soll, und nicht auf sich warten lassen.
7025#Hebräer,10,38#38. Mein Gerechter aber wird aus Glauben-1- das Leben haben», und «wenn er kleinmütig zurückweicht, hat mein Herz kein Wohlgefallen an ihm»-a-. -1) = infolge seines Glaubens.   a) Jes. 26,20; Hab. 2,3.4.
7026#Hebräer,10,39#39. Wir aber haben nichts mit dem Zurückweichen-1- zu tun, das zum Verderben führt, sondern (halten es) mit dem Glauben, der das Leben gewinnt-2-. -1) = Kleinmut.   2) aÜs: der den Gewinn der Seele einbringt.
7027#Hebräer,11,1#1. Es ist aber der Glaube ein zuversichtliches Vertrauen auf das, was man hofft, ein festes Überzeugtsein von Dingen-1-, die man (mit Augen) nicht sieht-a-. -1) o: Tatsachen.   a) vgl. Joh. 20,29.
7028#Hebräer,11,2#2. IM Besitz solchen Glaubens haben nämlich die Altvordern (das ehrende) Zeugnis (von Gott) erlangt.
7029#Hebräer,11,3#3. Durch Glauben erkennen-1- wir, daß die Welt* durch Gottes Wort ins Dasein gerufen worden ist; es sollte eben das jetzt Sichtbare nicht aus dem sinnlich Wahrnehmbaren entstanden sein. -1) = verstehen.
7030#Hebräer,11,4#4. DURCH Glauben hat Abel Gott ein wertvolleres Opfer als Kain dargebracht und durch ihn das Zeugnis erhalten, er sei ein Gerechter, indem Gott (selbst) Zeugnis für seine Opfergaben ablegte; und durch ihn-1- redet er auch jetzt noch nach seinem Tode. - -1) d.h. mittels solchen Glaubens.
7031#Hebräer,11,5#5. Durch Glauben-1- wurde Henoch-a- entrückt, damit er den Tod nicht sähe, und «er war (auf Erden) nicht mehr zu finden, weil Gott ihn entrückt hatte»-b-; denn vor seiner Entrückung ist ihm bezeugt worden, daß er Gottes Wohlgefallen besessen habe. -1) = wegen seines Glaubens.   a) vgl. Jud. 14.   b) 1.Mo. 5,24.
7032#Hebräer,11,6#6. Ohne Glauben aber kann man (Gott) unmöglich wohlgefallen; denn wer sich Gott nahen will, muß glauben, daß es einen Gott gibt und daß er denen, die ihn suchen, ihren Lohn zukommen läßt. -
7033#Hebräer,11,7#7. Durch Glauben hat Noah, als er die (göttliche) Weisung erhalten hatte, in Besorgnis um die Dinge, die noch nicht sichtbar vor Augen lagen-1-, eine Arche zur Rettung seiner Familie gebaut; durch solchen Glauben hat er der Welt das Urteil gesprochen und ist ein Erbe der glaubensgemäßen Gerechtigkeit geworden. -1) andere, vlt. richtigere Üs.: als er Weisung erhalten hatte über Dinge, die noch nicht zu sehen waren, in frommem Gehorsam eine Arche usw.
7034#Hebräer,11,8#8. DURCH Glauben leistete Abraham dem Ruf Folge, der ihn in ein Land ziehen hieß, das er zum Erbbesitz empfangen sollte: er wanderte aus, ohne zu wissen wohin.
7035#Hebräer,11,9#9. Durch Glauben siedelte er sich als Beisasse-1- in dem verheißenen Lande wie in der Fremde an und wohnte in Zelten samt-2- Isaak und Jakob, den Miterben der gleichen Verheißung; -1) = ohne Besitzrecht.   2) o: im Verein mit.
7036#Hebräer,11,10#10. denn er wartete auf die Stadt, welche die festen Grundmauern hat, deren Erbauer und Werkmeister Gott ist.
7037#Hebräer,11,11#11. Durch Glauben empfing ebenso auch Sara die Kraft, trotz ihres hohen Alters Mutter zu werden, weil sie den für zuverlässig ansah, der ihr die Verheißung gegeben hatte.
7038#Hebräer,11,12#12. Daher sind auch von einem einzigen und zwar einem bereits erstorbenen Manne Nachkommen entsprossen so zahlreich wie die Sterne des Himmels und wie der Sand am Gestade des Meeres, den niemand zählen kann. -
7039#Hebräer,11,13#13. Im Glauben sind diese alle gestorben, ohne die (Erfüllung der) Verheißungen erlangt zu haben; nur von ferne haben sie diese gesehen und freudig begrüßt und bekannt, daß sie nur Fremdlinge und Gäste auf der Erde seien;
7040#Hebräer,11,14#14. denn wer ein solches Bekenntnis ablegt, gibt dadurch zu erkennen, daß er ein Vaterland-1- sucht. -1) o: eine Heimat.
7041#Hebräer,11,15#15. Hätten sie nun dabei an jenes (Vaterland) gedacht, aus dem sie ausgewandert waren, so hätten sie Zeit-1- zur Rückkehr dorthin gehabt; -1) o: Gelegenheit.
7042#Hebräer,11,16#16. so aber tragen sie nach einem besseren (Vaterland) Verlangen, nämlich nach dem himmlischen. Daher schämt sich auch Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden; er hat ihnen ja (bereits) eine Stadt (als Wohnung) bereitet. -
7043#Hebräer,11,17#17. Durch Glauben hat Abraham, als er versucht wurde, den Isaak zur Opferung dargebracht; ja er wollte seinen einzigen (Sohn) opfern, obgleich er die Verheißungen empfangen hatte
7044#Hebräer,11,18#18. und ihm zugesagt worden war-a-: «Nach-1- Isaak soll dir Nachkommenschaft genannt werden»; -1) o: in.   a) 1.Mo. 21,12.
7045#Hebräer,11,19#19. er bedachte eben, daß Gott die Macht habe, auch aus den Toten zu erwecken; daher hat er ihn auch als ein Gleichnis-1- zurückerhalten. - -1) o: Sinnbild.
7046#Hebräer,11,20#20. Durch Glauben segnete Isaak auch den Jakob und Esau im Hinblick auf zukünftige Geschicke-1-. - -1) o: Güter.
7047#Hebräer,11,21#21. Durch Glauben segnete Jakob bei seinem Sterben jeden der (beiden) Söhne Josephs und betete zu Gott, auf die Spitze seines Stabes gelehnt. -
7048#Hebräer,11,22#22. Durch Glauben gedachte Joseph bei seinem Lebensende des (einstigen) Auszuges der Israeliten und traf Anordnungen in betreff seiner Gebeine.
7049#Hebräer,11,23#23. DURCH Glauben geschah es, daß Mose nach seiner Geburt drei Monate lang von seinen Eltern verborgen gehalten wurde, weil sie die Schönheit des Knäbleins sahen, und daß sie sich vor dem Befehl des Königs nicht fürchteten.
7050#Hebräer,11,24#24. Durch Glauben verschmähte es Mose, als er herangewachsen war, ein Sohn der Tochter des Pharaos zu heißen;
7051#Hebräer,11,25#25. lieber wollte er mit dem Volke Gottes Drangsale erleiden, als einen vorübergehenden Genuß von der Sünde haben:
7052#Hebräer,11,26#26. er achtete die Schmach Christi für einen größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er hatte die (himmlische) Belohnung im Auge.
7053#Hebräer,11,27#27. Durch Glauben verließ er Ägypten, ohne Furcht vor dem Zorn des Königs; denn er wurde stark-1-, als ob er den Unsichtbaren sähe. -1) o: harrte aus.
7054#Hebräer,11,28#28. Durch Glauben hat er das Passah und die Besprengung (der Türpfosten) mit dem Blute angeordnet, damit der Würgengel die Erstgeburten der Israeliten nicht antaste.
7055#Hebräer,11,29#29. Durch Glauben sind sie durch das Rote Meer gezogen wie über trockenes Land, während die Ägypter ertranken, als sie denselben Versuch machten. -
7056#Hebräer,11,30#30. Durch Glauben geschah es, daß die Mauern Jerichos einstürzten, nachdem man sieben Tage lang um sie herumgezogen war. -
7057#Hebräer,11,31#31. Durch Glauben kam die Dirne Rahab nicht zugleich mit den Ungehorsamen-1- ums Leben, weil sie die Kundschafter friedlich bei sich aufgenommen hatte. -1) = Ungläubigen.
7058#Hebräer,11,32#32. UND was soll ich noch weiter sagen? Die Zeit würde mir ja fehlen, wenn ich von Gideon und Barak, von Simson und Jephta, von David und Samuel und den Propheten reden wollte:
7059#Hebräer,11,33#33. Durch Glauben haben diese (Männer) Königreiche überwältigt, (vergeltende) Gerechtigkeit geübt, (Erfüllung von) Verheißungen erlangt, Löwenrachen verschlossen,
7060#Hebräer,11,34#34. die Kraft des Feuers ausgelöscht; sie sind der Schärfe des Schwertes entronnen, aus Kraftlosigkeit wieder erstarkt-1-, im Kampfe Helden-2- geworden, haben Heere fremder Völker in die Flucht geschlagen; -1) o: von Krankheiten geheilt.   2) o: Sieger.
7061#Hebräer,11,35#35. Frauen haben ihre Toten durch Auferweckung zurückerhalten. Andere haben sich martern lassen und die Befreiung-1- zurückgewiesen, um einer desto herrlicheren Auferstehung teilhaftig zu werden. -1) o: jede Schonung.
7062#Hebräer,11,36#36. Wieder andere haben Verhöhnung und Geißelung, dazu noch Ketten und Kerker über sich ergehen lassen;
7063#Hebräer,11,37#37. sie sind gesteinigt, gefoltert, zersägt, mit dem Henkerbeil hingerichtet worden, sind in Schaffellen, in Ziegenhäuten unter Entbehrungen, Drangsalen und Mißhandlungen umhergezogen;
7064#Hebräer,11,38#38. sie, deren die Welt nicht wert war, haben in Einöden und Gebirgen, in Höhlen und Erdklüften umherirren müssen.
7065#Hebräer,11,39#39. Und diese alle, denen doch durch den Glauben ihr Zeugnis zuteil geworden ist, haben die (Erfüllung der) Verheißung nicht erlangt,
7066#Hebräer,11,40#40. weil Gott für uns etwas Besseres zuvorersehen hatte: sie sollten nicht ohne uns zur (himmlischen) Vollendung gelangen.
7067#Hebräer,12,1#1. SO wollen denn auch wir, da wir uns von einer solchen Wolke von Zeugen umgeben sehen, alles, was uns beschwert, und (besonders) die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und mit standhafter Ausdauer in dem uns obliegenden Wettkampfe laufen,
7068#Hebräer,12,2#2. indem wir dabei hinblicken-1- auf Jesus, den Anfänger-2- und Vollender des Glaubens, der um den Preis der Freude, die ihn (als Siegeslohn) erwartete-3-, den Kreuzestod erduldet und die Schmach für nichts geachtet, dann sich aber zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. -1) w: hinwegblicken, d.h. von den leicht entmutigenden Leiden hinweg auf Jesus, den Auferstandenen, zur Rechten Gottes Erhöhten hin.   2) aÜs: den Urheber, den Begründer, den Führer oder Anführer, den Heerführer oder Herzog.   3) aÜs: um die vor ihm liegende Freude zu erlangen; o: anstatt der Freude, die er hätte haben können.
7069#Hebräer,12,3#3. Ja denkt an ihn, der ein derartiges Widersprechen-1- von den Sündern gegen sich geduldig ertragen hat, damit ihr (im Lauf) nicht ermattet und euren Mut nicht sinken laßt! -1) o: solche Anfeindungen.
7070#Hebräer,12,4#4. DENN bis jetzt habt ihr im Kampf gegen die Sünde-a- noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet -a) vgl. V. 3.
7071#Hebräer,12,5#5. und habt das Mahnwort vergessen, das zu euch wie zu Söhnen spricht-a-: «Mein Sohn, achte die Züchtigung des Herrn nicht gering und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen-1- wirst; -1) o: heimgesucht.   a) Spr. 3,11.12.
7072#Hebräer,12,6#6. denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er und geißelt jeden Sohn, den er als den seinigen annimmt.»
7073#Hebräer,12,7#7. Haltet standhaft-1- aus, um euch erziehen zu lassen! Gott verfährt mit euch wie mit Söhnen; denn wo wäre wohl ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt? -1) o: geduldig.
7074#Hebräer,12,8#8. Wenn ihr dagegen ohne Züchtigung bliebet, die doch allen (anderen Söhnen) zuteil geworden ist, so wäret ihr ja unechte Kinder und keine Söhne.
7075#Hebräer,12,9#9. Ferner (bedenkt): wir haben doch unter der Zucht unserer leiblichen Väter gestanden und ihnen Ehrerbietung erwiesen; wollten-1- wir uns da nicht viel eher dem Vater der Geister unterwerfen und dadurch zum Leben gelangen? -1) o: sollten.
7076#Hebräer,12,10#10. Denn jene haben doch nur für kurze Zeit nach ihrem Ermessen Zucht (an uns) geübt, er aber zu unserm wahren Besten, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig würden.
7077#Hebräer,12,11#11. Jede Züchtigung scheint uns freilich für den Augenblick nicht erfreulich, sondern betrübend zu sein; hinterher aber läßt sie denen, die sich durch sie haben üben lassen, die friedvolle-1- Frucht der Gerechtigkeit erwachsen. -1) o: friedsame = friedenschaffende.
7078#Hebräer,12,12#12. DARUM «richtet die erschlafften Hände-1- und die ermatteten Kniee wieder auf»-a- -1) o: Arme.   a) Jes. 35,3.
7079#Hebräer,12,13#13. und «stellt für eure Füße gerade Bahnen her»-a-, damit das Lahme-1- nicht ganz vom rechten Wege abkomme-2-, sondern vielmehr geheilt-3- werde. -1) d.h. die lahmen Gemeindeglieder.   2) aÜs: nicht ganz ausgerenkt werde.   3) = gesund.   a) Spr. 4,26.
7080#Hebräer,12,14#14. Trachtet eifrig nach dem Frieden mit jedermann und nach der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird;
7081#Hebräer,12,15#15. und gebt acht darauf, daß niemand hinter der Gnade Gottes zurückbleibe-1-, daß keine «Wurzel voll Bitterkeit-2-» aufwachse und Unheil anrichte-a- und gar viele durch sie befleckt-3- werden; -1) = die Gnade versäume.   2) = kein giftiger Wurzelschoß.   3) o: vergiftet.   a) 5.Mo. 29,17.
7082#Hebräer,12,16#16. daß niemand ein ehebrecherischer-1- oder verworfener Mensch sei wie Esau, der für eine einzige Mahlzeit sein Erstgeburtsrecht verkauft hat. -1) = von Gott abtrünniger.
7083#Hebräer,12,17#17. Ihr wißt ja, daß er auch später, als er den Segen zum Erbe erlangen wollte, abgewiesen wurde; denn er fand keinen Raum-1- zu einer Gesinnungsumkehr, obgleich er sie unter Tränen suchte-2-. -1) = keine Möglichkeit.   2) aÜs: obgleich er ihn (den Segen) mit Tränen suchte; o: er fand keine Möglichkeit zur Sinnesänderung (seines Vaters), obgleich er sie mit Tränen suchte (vgl. 1.Mo. 27,38).
7084#Hebräer,12,18#18. DENN ihr seid nicht zu einem mit Händen greifbaren und im Feuer lodernden Berge-1- herangetreten, nicht zu Wolkendunkel, Finsternis und Gewittersturm, -1) w: zu etwas Greifbarem und in Feuer Loderndem = zu einer mit Händen greifbaren Erscheinung.
7085#Hebräer,12,19#19. nicht zu Posaunenschall und Donnerworten, bei denen die Zuhörer die Bitte aussprachen, es möchte nicht weiter zu ihnen geredet werden -
7086#Hebräer,12,20#20. sie konnten nämlich die Verordnung nicht ertragen, (die an sie erging-a-): «Selbst ein Tier, das den Berg berührt, soll gesteinigt werden!» - -a) 2.Mo. 19,12.13.
7087#Hebräer,12,21#21. ja, so furchtbar war die Erscheinung, daß (sogar) Mose erklärte-a-: «Ich bin voller Furcht und Zittern!» -a) 5.Mo. 9,19.
7088#Hebräer,12,22#22. Nein, ihr seid zu dem Berge Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, herangetreten und zu vielen Tausenden von Engeln, zu einer Festversammlung
7089#Hebräer,12,23#23. und zur Gemeinde der im Himmel aufgeschriebenen Erstgeborenen und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten,
7090#Hebräer,12,24#24. und zu Jesus, dem Mittler des neuen Bundes, und zum Blute der Besprengung, das Besseres-1- redet als (das Blut) Abels. -1) o: wirksamer.
7091#Hebräer,12,25#25. HÜTET euch, daß ihr den nicht ablehnt-1-, der (zu euch) redet! Denn wenn jene nicht ungestraft geblieben sind, die den ablehnten, der sich ihnen auf Erden kundgab: wieviel weniger werden wir dann davonkommen, wenn wir uns von dem abwenden, der vom Himmel her (zu uns redet)! -1) d.h. euch nicht weigert, den anzuhören.
7092#Hebräer,12,26#26. Seine Stimme hat damals die Erde erschüttert; jetzt aber hat er diese Verheißung gegeben-a-: «Noch einmal werde ich nicht nur die Erde, sondern auch den Himmel erbeben machen.» -a) Hag. 2,6.
7093#Hebräer,12,27#27. Das Wort «noch einmal» weist auf die Umwandlung dessen hin, das erschüttert wird, weil es etwas Geschaffenes ist; es soll eben etwas Bleibendes entstehen, das nicht erschüttert werden kann.
7094#Hebräer,12,28#28. Darum wollen wir, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen sollen, dankbar dafür sein; denn dadurch dienen wir Gott so, wie es ihm wohlgefällig ist, mit frommer Scheu und Furcht;
7095#Hebräer,12,29#29. denn auch unser Gott ist ein verzehrendes Feuer-a-. -a) 5.Mo. 4,24.
7096#Hebräer,13,1#1. BLEIBT fest in der Bruderliebe-1-! -1) w: die Bruderliebe bleibe bestehen, o: daure fort.
7097#Hebräer,13,2#2. Vergeßt die Gastfreundschaft nicht; denn durch diese haben einige, ohne es zu wissen, Engel beherbergt.
7098#Hebräer,13,3#3. Gedenkt der Gefangenen, als ob ihr mitgefangen wäret, der Mißhandelten als solche, die gleichfalls noch im Leibe sind-1-. -1) = den Leib an sich tragen.
7099#Hebräer,13,4#4. Die Ehe werde von allen in Ehren gehalten, und das Ehebett bleibe unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.
7100#Hebräer,13,5#5. Euer Sinn-1- sei frei von Geldgier; begnügt euch mit dem, was euch gerade zu Gebote steht, denn er-2- selbst hat gesagt-a-: «Ich will dir nimmermehr meine Hilfe versagen und dich nicht verlassen»; -1) o: Verhalten.   2) d.h. Gott.   a) Jos. 1,5.
7101#Hebräer,13,6#6. daher dürfen wir auch zuversichtlich sagen-a-: «Der Herr ist meine Hilfe, ich will mich nicht fürchten: was können Menschen mir antun?» -a) Ps. 118,6.
7102#Hebräer,13,7#7. BLEIBT eurer Führer-1- eingedenk, die euch das Wort Gottes verkündigt haben! Betrachtet immer wieder den Ausgang ihres Wandels und nehmt ihren Glauben zum Vorbild-2-! -1) o: Vorsteher.   2) = folgt ihrem Glauben nach.
7103#Hebräer,13,8#8. Jesus Christus ist gestern und heute derselbe und (ist's auch-1-) in Ewigkeit! - -1) = bleibt's auch.
7104#Hebräer,13,9#9. Laßt euch nicht durch mancherlei und fremdartige Lehren fortreißen-1-! denn es ist gut-2-, daß das Herz durch Gnade gefestigt wird, nicht durch Speisen, mit denen sich zu befassen noch niemandem Nutzen gebracht hat. -1) = vom rechten Wege abbringen!   2) o: heilsam.
7105#Hebräer,13,10#10. Wir besitzen einen Opferaltar, von dem zu essen die kein Recht haben, welche dem Zelt-1- obliegen; -1) = Stiftshüttendienst.
7106#Hebräer,13,11#11. denn von den Tieren, deren Blut zur Sühnung der Sünde durch den Hohenpriester in das Heiligtum hineingebracht wird, werden die Leiber außerhalb des Lagers verbrannt-a-. -a) 3.Mo. 16,27.
7107#Hebräer,13,12#12. Deshalb hat auch Jesus, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, außerhalb des Stadttores gelitten.
7108#Hebräer,13,13#13. So wollen wir denn zu ihm vor das Lager hinausgehen und seine Schmach tragen.
7109#Hebräer,13,14#14. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt-1-, sondern suchen die zukünftige. -1) = Wohnstätte, Heimat.
7110#Hebräer,13,15#15. So wollen wir also durch ihn Gott allezeit ein Lobopfer darbringen, das heißt die «Frucht-1- unserer Lippen»-a-, die seinen Namen bekennen. -1) = den Tribut.   a) Hos. 14,3; Jes. 57,19.
7111#Hebräer,13,16#16. WOHLZUTUN und mitzuteilen-1- vergeßt nicht, denn das sind Opfer, an denen Gott Wohlgefallen hat. - -1) aÜs: die Pflege der Gemeinschaft.
7112#Hebräer,13,17#17. Gehorcht euren Führern-1- und fügt euch ihnen, denn sie wachen über eure Seelen als solche, die einst Rechenschaft abzulegen haben, möchten sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen, denn das wäre für euch kein Gewinn-2-! -1) o: Vorstehern.   2) o: nicht heilsam.
7113#Hebräer,13,18#18. Betet für uns; denn wir sind uns bewußt, ein gutes Gewissen zu haben, weil wir bestrebt sind, in allen Beziehungen einen ehrbaren Wandel zu führen.
7114#Hebräer,13,19#19. Um so dringender aber fordere ich euch dazu auf, damit ich euch um so schneller zurückgegeben werde.
7115#Hebräer,13,20#20. DER Gott des Friedens aber, der den großen-1- Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten-2- heraufgeführt-3- hat durch das Blut des ewigen Bundes, -1) = erhabenen.   2) = aus der Totenwelt.   3) o: wiedergebracht.
7116#Hebräer,13,21#21. der möge euch in-1- allem Guten zur Ausrichtung seines Willens ausrüsten und in uns das wirken, was (vor) ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus, dem die Herrlichkeit-2- gebührt in alle Ewigkeit! Amen. -1) o: mit.   2) o: Ehre.
7117#Hebräer,13,22#22. Ich ermahne euch aber, liebe Brüder: laßt euch dies (mein) Mahnwort-1- gefallen; ich habe euch ja auch nur kurz geschrieben. -1) = Mahnschreiben.
7118#Hebräer,13,23#23. Vernehmt die Mitteilung, daß unser Bruder Timotheus freigelassen ist; mit ihm zusammen werde ich euch besuchen, wenn er bald kommt.
7119#Hebräer,13,24#24. Grüßt alle eure Vorsteher und alle Heiligen. Die (Brüder) aus Italien lassen euch grüßen.
7120#Hebräer,13,25#25. Die Gnade sei mit euch allen!

6793#Philemon,1,1#1. ICH, Paulus, ein Gefangener (um) Christi Jesu (willen), und der Bruder Timotheus senden dem geliebten Philemon, unserm Mitarbeiter,
6794#Philemon,1,2#2. sowie der Schwester Appia und unserm Mitstreiter Archippus nebst der Gemeinde in deinem Hause unsern Gruß:
6795#Philemon,1,3#3. Gnade (sei mit) euch und Friede von Gott unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus!
6796#Philemon,1,4#4. ICH sage meinem Gott allezeit Dank, sooft ich deiner in meinen Gebeten gedenke;
6797#Philemon,1,5#5. ich höre ja, welche Liebe und welchen Glauben-1- du dem Herrn Jesus und allen Heiligen gegenüber bewährst. -1) o: welche Treue.
6798#Philemon,1,6#6. (Dahin geht aber mein Gebet,) daß die aus deinem Glauben erwachsene gemeinnützige Tätigkeit sich in der Erkenntnis all des Guten wirksam erweise, das in uns vorhanden ist auf Christus hin.
6799#Philemon,1,7#7. Ja, große Freude und reichen Trost habe ich deiner Liebe zu verdanken, weil die Herzen der Heiligen durch dich, lieber Bruder, erquickt-1- worden sind. -1) = ermutigt o: gestärkt.
6800#Philemon,1,8#8. DARUM, wenn ich es mir auch in Christus unbedenklich herausnehmen dürfte, dir vorzuschreiben, was sich gebührt-1-, -1) = was deine Pflicht ist.
6801#Philemon,1,9#9. so ziehe ich es doch um der Liebe willen vor, nur eine Bitte gegen dich auszusprechen: ein Mann, wie ich es bin, ein alter Paulus und jetzt obendrein ein Gefangener (um) Christi Jesu (willen),
6802#Philemon,1,10#10. ich bitte dich für mein (Glaubens)kind, dessen Vater ich in meiner Gefangenschaft geworden bin, für Onesimus-1-, -1) der Name Onesimus bed. «der Nützliche, Hilfreiche». Hierauf wird V. 11 und 16 angespielt.
6803#Philemon,1,11#11. der sich dir zwar ehemals als ein Nichtsnutz erwiesen hat, jetzt aber dir ebenso wie mir von großem Nutzen ist.
6804#Philemon,1,12#12. Ich sende ihn, das will sagen mein eigenes Herz, hiermit dir zurück.
6805#Philemon,1,13#13. Gern hätte ich ihn hier bei mir behalten, damit er mir als dein Vertreter in der Gefangenschaft, die ich für die Heilsbotschaft leide, Dienste leisten möchte;
6806#Philemon,1,14#14. doch ohne deine Einwilligung habe ich nichts tun wollen, damit deine Guttat nicht erzwungen erscheine, sondern als eine freiwillige Leistung erfolge.
6807#Philemon,1,15#15. Vielleicht ist er nämlich nur deswegen eine Zeitlang (von dir) getrennt gewesen, damit du ihn auf ewig wieder erhieltest,
6808#Philemon,1,16#16. (und zwar) nicht mehr als einen Sklaven, sondern als einen, der etwas Besseres darstellt, nämlich einen geliebten Bruder, als der er mir schon in besonderem Maße gilt, wieviel mehr noch dir, dem er sowohl mit seinem Leibe als nun auch im Herrn-1- angehört! -1) = als Mitchrist.
6809#Philemon,1,17#17. Wenn du dich nun mit mir eng verbunden weißt, so nimm ihn auf wie mich selbst!
6810#Philemon,1,18#18. Und hat er dich irgendwie geschädigt oder ist er dir etwas schuldig, so setze das mir auf Rechnung!
6811#Philemon,1,19#19. Ich, Paulus, gebe es dir hier schriftlich: Ich will es bezahlen! Dabei brauche ich dir nicht zu sagen, daß auch du mir etwas-1- schuldig bist, nämlich dich selbst. -1) o: noch mehr.
6812#Philemon,1,20#20. Ja, lieber Bruder, ich möchte dich gern ein wenig ausnutzen im Herrn: erfülle mir einen Herzenswunsch in Christus!
6813#Philemon,1,21#21. IM Vertrauen auf deinen Gehorsam schreibe ich dir; ich weiß ja, du wirst sogar noch mehr tun, als ich verlange.
6814#Philemon,1,22#22. Zugleich rüste dich aber auch, mich als Gast bei dir aufzunehmen, denn ich hoffe, infolge eurer Gebete euch geschenkt zu werden.
6815#Philemon,1,23#23. Es grüßen dich Epaphras, mein Mitgefangener in Christus Jesus,
6816#Philemon,1,24#24. Markus, Aristarchus, Demas und Lukas, meine Mitarbeiter.
6817#Philemon,1,25#25. Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geiste!