20379#Klagelieder,1,1#1. «WIE weilt so einsam die Stadt / die reich an Volk! / Ist worden wie die Witwe / die groß war bei den Völkern / die Fürstin bei den Ländern / verfallen der Fron.
20380#Klagelieder,1,2#2. Sie weinet, weint des Nachts / die Träne auf der Wange / hat keinen, der tröstet / von all ihren Liebsten. / All ihre Freunde waren treulos / sind Feinde ihr worden.
20381#Klagelieder,1,3#3. Fort ist Jehuda / vor Elend und schwerer Fron / weilt es bei den Völkern / fand keine Ruhstatt. / Alldie es jagten, ereiltens / im Gezwänge.
20382#Klagelieder,1,4#4. Die Wege Zijons trauern / da keiner zum Fest kommt. / All ihre Tore verödet / die Priester ächzend / die Jungfraun vergrämt / und ihr - ists bitter.
20383#Klagelieder,1,5#5. Es waren ihre Dränger hochauf / ihre Feinde getrost; / denn der Ewige hat sie betrübt / ob der Fülle ihrer Sünden. / Ihre Kindlein zogen gefangen / vor dem Bedränger.
20384#Klagelieder,1,6#6. So schwand von Zijons Tochter / all ihre Pracht / es waren ihre Obern wie Hirsche / die Weide nicht finden / sie zogen kraftlos / vor dem Verfolger.
20385#Klagelieder,1,7#7. Es gedachte Jeruschalaim / zur Zeit ihres Elends und Jammers / all ihrer Köstlichkeiten, die gewesen / seit Urzeittagen. / Da fiel ihr Volk in Feindeshand / und keiner half ihr / zusahen die Dränger und lachten / ob ihrer Vernichtung!
20386#Klagelieder,1,8#8. Versündigt hatte sich Jeruschalaim / ist drum zum Abscheu worden. / Alldie sie geehrt, verachten sie / weil ihre Blöße sie sahen. / Und sie auch stöhnt / und kehrt sich ab.
20387#Klagelieder,1,9#9. Ihr Schmutz an ihrer Schleppe! / Sie dacht nicht ihrer Zukunft / so sank sie unfaßbar / hat keinen Tröster. / ,Sieh, Ewger, mein Elend / da der Feind beschimpft.'
20388#Klagelieder,1,10#10. Seine Hand legt der Feind / auf all ihre Schätze / denn Völker sah sie / in ihr Heiligtum dringen / wo du geboten, daß sie nie / zur Volksschar dir kommen.
20389#Klagelieder,1,11#11. All ihr Volk, es ächzt / sie betteln um Brot / sie gaben ihre Schätze für Speise / die Seele zu halten. / Schau, Ewger, und sieh / daß ich erniedrigt!
20390#Klagelieder,1,12#12. Ists zu euch nicht gedrungen / all ihr Wandrer der Straße? / Schaut aus und seht! / Gibts Schmerz wie den meinen / der mir ward getan / da der Ewge mich kränkte / am Tag seiner Zornglut?
20391#Klagelieder,1,13#13. Hochher warf er den Brand in mein Gebein / und läßt ihn wüten / er legt' ein Netz für meine Füße / trieb mich zurück / er macht' mich starr / allezeit wund.
20392#Klagelieder,1,14#14. Geknüpft ist meiner Frevel Joch / von seiner Hand. / Verflochten legt es sich auf meinen Nacken / lähmt meine Kraft. / Preisgab der Herr mich Händen / draus ich nicht aufkann.
20393#Klagelieder,1,15#15. Verworfen hat all meine Führer / der Herr in meiner Mitte. / Hat wider mich zum Fest geladen / zu brechen meine Jünglinge. / Die Kelter hat der Herr getreten / der Maid, Tochter Jehudas.
20394#Klagelieder,1,16#16. Darüber wein ich / mein Aug, mein Auge fließt in Tränen / weil fern mir ein Tröster / der die Seele mir hielte / verstarrt sind meine Kinder / da gesiegt der Feind.
20395#Klagelieder,1,17#17. Es breitet Zijon die Hände / hat keinen Tröster. / Aufbot der Ewge wider Jaakob / ringsum seine Dränger. / Geworden ist Jeruschalaim / ein Abscheu bei ihnen.
20396#Klagelieder,1,18#18. ,Gerecht ist der Ewge / da seinem Mund ich trotzte. / O hört es, Völker alle / und seht meinen Schmerz; / meine Mädchen und Jünglinge / sie zogen gefangen.
20397#Klagelieder,1,19#19. Ich rief meinen Liebsten / sie trogen mich. / Meine Priester und Greise / in der Stadt hinstarben / da sie Speise sich suchten / die Seele zu halten.
20398#Klagelieder,1,20#20. Sieh, Ewger, wie mir angst ist / mein Innres siedet / mein Herz, es wendet sich in mir / weil ich trotzig gewesen. / Würgt draußen das Schwert / und drin ists wie Sterben.
20399#Klagelieder,1,21#21. Sie hörten, daß ich ächze / hab keinen Tröster / all meine Feinde hörten mein Unglück / frohlocken, daß du es gewirkt. / Bringst du den Tag, den du ausriefst / sind sie wie ich.
20400#Klagelieder,1,22#22. Es komme all ihr Arg vor dich / daß ihnen du tust / wie mir du getan / ob all meiner Frevel! / Denn viel ist mein Ächzen / und wund mein Herz.»
20401#Klagelieder,2,1#1. «Wie umdüstert im Zorn / der Herr die Tochter Zijons! / Er warf vom Himmel zur Erde / die Pracht Jisraëls / gedachte nicht des Schemels seiner Füße / am Tag seines Zorns.
20402#Klagelieder,2,2#2. Vernichtet ohn Erbarmen hat der Herr / alle Fluren Jaakobs / zerstört in seinem Grimm / die Vesten der Tochter Jehudas / zuboden gebracht und geschändet / Königtum und Obre.
20403#Klagelieder,2,3#3. Er hieb ab in seines Zornes Glut / alles Horn Jisraëls / zog zurück seine Rechte / vor dem Feind / und loht' in Jaakob wie Flammenbrand / der ringsum fraß.
20404#Klagelieder,2,4#4. Den Bogen spannt' er wie ein Feind / den Schwertgriff seine Rechte wie ein Dränger / und würgte aller Augen Lieblinge; / im Zelt der Tochter Zijons / goß er wie Feuer seinen Grimm.
20405#Klagelieder,2,5#5. Es ward der Herr zum Feind / zerstörte Jisraël / zerstörte all seine Paläste / vernichtete seine Vesten / er häufte bei der Tochter Jehudas / Weinen und Wehruf.
20406#Klagelieder,2,6#6. Entkleidet' wie den Garten ihn von Laub / zerstört' seinen Festort / vergessen macht' der Ewige in Zijon / Festtag und Sabbat / verwarf in seines Zornes Grimm / König und Priester.
20407#Klagelieder,2,7#7. Verschmäht hat der Herr seinen Altar / verworfen sein Heiligtum / in Feindeshand gegeben / die Mauern ihrer Paläste. / Auflärmten sie in des Ewigen Haus / wie festtags.
20408#Klagelieder,2,8#8. Gesonnen hat der Ewge, zu vernichten / die Mauer der Tochter Zijons / gespannt die Schnur, nicht wendend / seine Hand vom Verderben / verkümmert Wall und Mauer / mitsamt sie schmachten.
20409#Klagelieder,2,9#9. Im Boden eingesunken ihre Tore / vernichtet', zerschlug ihre Balken / ihr König, ihre Obern - bei den Völkern. / Da ist keine Weisung / auch die Begeisteten, sie fanden / keine Schau vom Ewgen.
20410#Klagelieder,2,10#10. Verstummt zuboden sitzen / die Greise der Tochter Zijons / sie taten Staub auf ihr Haupt / gürteten Sackzeug. / Zuboden senkten ihr Haupt / die Jungfraun Jeruschalaims.
20411#Klagelieder,2,11#11. Meine Augen vergehen in Tränen / mein Innres siedet / die Leber gießt sich mir zur Erde / beim Sturz der Tochter meines Volks / da Kindlein und Säuglinge schmachten / auf den Plätzen der Stadt.
20412#Klagelieder,2,12#12. Zu ihren Müttern sie sprachen: / ,Wo ist Korn und Wein?' / Da sie schmachten wie gemordet / auf den Plätzen der Stadt / da ihr Leben sich ausgoß / in den Schoß ihrer Mütter.
20413#Klagelieder,2,13#13. Was beriefe, was gliche ich dir / Tochter Jeruschalaims / was setzt ich gleich dir, dich zu trösten / Maid, Tochter Zijons? / Denn groß ist wie das Meer dein Riß / wer könnt dich heilen?
20414#Klagelieder,2,14#14. Deine Begeisteten schauten dir / Falsches und Spucketünchen / und deckten deine Schuld nicht auf / dir Umkehr zu kehren / sie schauten dir Sprüche / voll Falsch und Verführung.
20415#Klagelieder,2,15#15. Die Hände ballten ob dir / alle Wandrer der Straße / sie zischten, schüttelten das Haupt / ob der Tochter Jeruschalaims: / ,Ist das die Stadt, die man hieß / der Schönheit Vollendung / die Lust aller Erden?'
20416#Klagelieder,2,16#16. Den Mund rissen auf wider dich / all deine Feinde; / sie zischten, fletschten die Zähne / und sprachen: ,Wir tilgten! / Ha, das ist der Tag, den wir erhofft! / Erreicht ists, wir schauens!'
20417#Klagelieder,2,17#17. Vollbracht, was er sann, hat der Ewige / erfüllt sein Wort / das er entboten seit Urzeit. / Er hat zerstört ohn Erbarmen / erfreut ob dir den Feind / gehöht das Horn deiner Dränger.
20418#Klagelieder,2,18#18. Aufschrie ihr Herz zum Herrn! / O Mauer der Tochter Zijons / laß fließen gleich dem Bach die Tränen / bei Tag und Nacht! / Gönn nimmer dir Rast / nie ruhe dein Auge!
20419#Klagelieder,2,19#19. Auf! Jammre des Nachts / vornan bei den Wachen! / Schütt aus wie Wasser dein Herz / vor dem Antlitz des Herrn! / Heb zu ihm deine Hände / um deiner Kindlein Leben / die vor Hunger verschmachten / vornan auf allen Straßen.
20420#Klagelieder,2,20#20. Sieh, Ewiger, und schau / wem solches du getan: / Solln Fraun verzehren ihre Frucht / die Kindlein, gehegt / gemordet werden in dem Heiligtum des Herrn / Begeisteter und Priester?
20421#Klagelieder,2,21#21. Zur Erde lagen auf den Gassen / Knabe und Greis! / Meine Mädchen und Jünglinge / sie fielen durchs Schwert! / Du würgtest am Tag deines Zorns / hinschlachtend, ohne Schonen.
20422#Klagelieder,2,22#22. Du riefest wie zum Festtag / meine Schrecker ringsum. / Da gabs am Zornestag des Ewgen / nicht Flüchtling noch Restling! / Die ich gehegt und großgezogen / mein Feind hat sie vernichtet!»
20423#Klagelieder,3,1#1. «Ich bin der Mann, der Elends sich ersättigt / vom Stab seines Zorns. /
20424#Klagelieder,3,2#2. Mich trieb er, ließ mich gehn / im Dunkel, ohne Licht; /
20425#Klagelieder,3,3#3. auf mich nur kehrt er wieder / die Hand alletag.
20426#Klagelieder,3,4#4. Zerstört hat er mir Fleisch und Haut / zerschlagen mein Gebein; /
20427#Klagelieder,3,5#5. umbaut mich, rings umstellt / zu Haupt und zu Ferse; /
20428#Klagelieder,3,6#6. in Finsternis mich weilen lassen / wie Tote der Verborgenheit.
20429#Klagelieder,3,7#7. Umbaut mich, daß ich nicht fort kann / beschwert meine Ketten /
20430#Klagelieder,3,8#8. und schrei ich auch und flehe / verschlossen meinem Beten /
20431#Klagelieder,3,9#9. verbaut mit Quadern meine Wege / meine Pfade verkehrt.
20432#Klagelieder,3,10#10. Ein Bär, der lauert, ist er mir / ein Leu im Versteck. /
20433#Klagelieder,3,11#11. Meine Wege umdornt' er und zerriß mich / macht' mich erstarren. /
20434#Klagelieder,3,12#12. Er spannte seinen Bogen und stellt' mich / als Ziel dem Pfeil.
20435#Klagelieder,3,13#13. Er jagte mir in die Nieren / seines Köchers Kinder. /
20436#Klagelieder,3,14#14. Zum Hohn bin allem Volk ich worden / ihr Spottlied allezeit. /
20437#Klagelieder,3,15#15. Er sättigte mich mit Bitternissen / tränkt' mich mit Fluchtrank.
20438#Klagelieder,3,16#16. Macht' ausbeißen, leergeputzt, meine Zähne / trat mich in Asche; /
20439#Klagelieder,3,17#17. dem Heil entsagte meine Seele / hab vergessen des Glücks. /
20440#Klagelieder,3,18#18. Ich sagte: ,Hin ist mein Hoffen / und mein Erharrtes von dem Ewigen.'
20441#Klagelieder,3,19#19. Gedenk mein Elend, meine Qual / Fluchkraut und Gift! /
20442#Klagelieder,3,20#20. Des denket und sinkt / an mir meine Seele. /
20443#Klagelieder,3,21#21. Dies kehr ich mir zu Herzen / drum kann ich hoffen:
20444#Klagelieder,3,22#22. Des Ewigen Liebe, daß sie nicht dahin / daß nicht zuende sein Erbarmen /
20445#Klagelieder,3,23#23. erneut mit jedem Morgen / groß deine Treue! /
20446#Klagelieder,3,24#24. ,Mein Anteil ist der Ewge' / spricht meine Seele / ,drum harr ich sein.'
20447#Klagelieder,3,25#25. Des Ewgen Glück ist deren, die sein Harren / der Seele, die ihn sucht /
20448#Klagelieder,3,26#26. Glück, daß man stille harre / der Hilfe des Ewgen /
20449#Klagelieder,3,27#27. Glück für den Mann, da er getragen / ein Joch in seiner Jugend:
20450#Klagelieder,3,28#28. Er sitzt einsam und schweigt / da er es ihm auflegt /
20451#Klagelieder,3,29#29. er tut in den Staub den Mund / vielleicht ist Hoffnung. /
20452#Klagelieder,3,30#30. Er bietet dem Schläger die Wange / ersattet der Schmach.
20453#Klagelieder,3,31#31. Denn nicht verwirft / auf immer der Herr. /
20454#Klagelieder,3,32#32. Denn kränkt er, erbarmt es ihn / weil reich seine Liebe. /
20455#Klagelieder,3,33#33. Ja, nicht aus seinem Herzen quält er / und kränkt die Menschenkinder.
20456#Klagelieder,3,34#34. Daß unter seinen Füßen man zermalmt / all des Landes Gefangne /
20457#Klagelieder,3,35#35. daß Mannes Recht man beugt / kommt vor des Höchsten Antlitz; /
20458#Klagelieder,3,36#36. daß Menschen man im Rechtsstreit krümmt - / der Herr, sieht ers nicht?
20459#Klagelieder,3,37#37. Wer ist, der sprach, daß es so ward / wo der Herr nicht geboten? /
20460#Klagelieder,3,38#38. Kommt aus des Höchsten Mund nicht / das Böse und Gute? /
20461#Klagelieder,3,39#39. Worüber klagt der Mensch, der lebt / der Mann mit seinen Sünden?
20462#Klagelieder,3,40#40. Laßt unsern Wandel prüfen und ergründen / und zu dem Ewgen wiederkehren! /
20463#Klagelieder,3,41#41. Laßt mit den Händen uns das Herz erheben / zu Gott im Himmel: /
20464#Klagelieder,3,42#42. Wir frevelten und trotzten / du hast nicht verziehn.
20465#Klagelieder,3,43#43. In Zorn verhüllt, hast du uns nachgesetzt / erschlagen ohn Erbarmen. /
20466#Klagelieder,3,44#44. Hast in die Wolke dich verhüllt / daß kein Gebet hindurchdrang. /
20467#Klagelieder,3,45#45. Zum Kehricht und zum Abscheu uns gemacht / inmitten der Völker.
20468#Klagelieder,3,46#46. Den Mund rissen auf wider uns / all unsere Feinde. /
20469#Klagelieder,3,47#47. Da ward uns Graun und Grube / Verstörung und Sturz. /
20470#Klagelieder,3,48#48. In Bächen Wassers strömt mein Auge / beim Sturz der Tochter meines Volkes.
20471#Klagelieder,3,49#49. Mein Auge rinnt und ruht nicht / sich nie erschöpfend /
20472#Klagelieder,3,50#50. bis niederschaut und sieht / der Ewige vom Himmel. /
20473#Klagelieder,3,51#51. Mein Aug tats an meiner Seele / ob aller Töchter meiner Stadt.
20474#Klagelieder,3,52#52. Sie fingen mich wie einen Vogel / die grundlos mir feind /
20475#Klagelieder,3,53#53. sie tilgten in der Grube mein Leben / und warfen Steine auf mich /
20476#Klagelieder,3,54#54. es strömten Wasser um mein Haupt / ich dachte: Ich vergehe.
20477#Klagelieder,3,55#55. Da rief ich deinen Namen, Ewiger / aus der Grube tiefunten /
20478#Klagelieder,3,56#56. du hörtest meinen Ruf: ,Verschließ dein Ohr nicht / zu helfen meinem Schrei!' /
20479#Klagelieder,3,57#57. Nah warst du an dem Tag, da ich dich rief / sprachst: ,Fürchte nicht!'
20480#Klagelieder,3,58#58. Du strittest, Herr, mir meiner Seele Streite / erlöstest mein Leben. /
20481#Klagelieder,3,59#59. Du sahst, o Ewger, meine Unbill / o, richte mir Recht! /
20482#Klagelieder,3,60#60. Du sahst all ihre Rachgier / allwas sie trachten wider mich!
20483#Klagelieder,3,61#61. Du hörtest, Ewiger, ihr Schmähen / allwas sie trachten gegen mich /
20484#Klagelieder,3,62#62. was meiner Gegner Lippen raunen / wider mich allezeit! /
20485#Klagelieder,3,63#63. Ihr sitzen und ihr Stehen, schau es / ich bin ihr Spottlied.
20486#Klagelieder,3,64#64. Zahl ihnen Lohn, o Ewger / nach dem Tun ihrer Hände! /
20487#Klagelieder,3,65#65. Gib, daß umsonst ihr Sinnen! / Dein Fluch für sie! /
20488#Klagelieder,3,66#66. Jag nach im Grimm und tilge sie / unter des Ewigen Himmel!»
20489#Klagelieder,4,1#1. «Wie ist verdunkelt das Gold / entstellt das edle Metall / verschüttet die heiligen Steine / vornan auf allen Straßen!
20490#Klagelieder,4,2#2. Die Kinder Zijons, die Edlen / denen Feingold gleich Schlacken - / wie achtet man sie gleich des Tones Scherben / die Töpferhand fertigt.
20491#Klagelieder,4,3#3. Schakale selbst reichen die Brust / und säugen ihre Jungen; / meines Volkes Tochter bei Grausamen / wie Jeënäer in der Wüste.
20492#Klagelieder,4,4#4. Dem Säugling klebte die Zunge / verdurstend am Gaumen; / es bettelten Kindlein um Brot / reichts ihnen keiner!
20493#Klagelieder,4,5#5. Die Leckereien gespeiset / verstarrn auf den Straßen; / die man auf Purpur gewartet / umfangen den Dung.
20494#Klagelieder,4,6#6. War größer meines Volkes Sünde / als die Schuld Sedoms / das wie im Nu zerstört ward / da Hände nicht dran rührten.
20495#Klagelieder,4,7#7. Noch reiner als Schnee ihre Geweihten / noch weißer als Milch / vor Schmuckstein rosig ihr Leib / Saphir drein geschnitten -
20496#Klagelieder,4,8#8. Ihr Ansehn ward finstrer als Schwärze / unkenntlich auf den Straßen / verrunzelt am Knochen ihre Haut / erdorret wie Holz.
20497#Klagelieder,4,9#9. War besser dran, wer durch das Schwert fiel / als die der Hunger gefällt / die sich verblutet, durchbohrt / als ob der Frucht auf dem Feld.
20498#Klagelieder,4,10#10. Mildherziger Frauen Hände / sie kochten ihre Kinder / zur Nahrung warden sie ihnen / beim Sturz meines Volkes.
20499#Klagelieder,4,11#11. Erschöpft hat der Ewge seinen Grimm / ergossen die Zornglut / und Brand in Zijon entzündet / der fraß dessen Grundbau.
20500#Klagelieder,4,12#12. Nicht glaubten die Könige der Erde / alle Wohner des Festlands / daß Feind und Dränger je kämen / in die Tore Jeruschalaims.
20501#Klagelieder,4,13#13. Ob ihrer Begeisteten Vergehen / der Priester Verbrechen / die in ihr vergossen / das Blut der Gerechten.
20502#Klagelieder,4,14#14. Blind taumelten sie durch die Straßen / mit Blut besudelt / daß man nimmer konnt rühren / an ihre Gewänder.
20503#Klagelieder,4,15#15. ,Fort! Unrein!' riefen sie / ,Fort! Fort! Nicht berühren!' / Ja flüchteten, flohen. / Man rief bei den Völkern: / ,Nicht solln sie mehr weilen.
20504#Klagelieder,4,16#16. Vor sich hat sie der Ewige geschieden / schaut nimmer auf sie.' / So nahm man nicht Rücksicht auf Priester / schont nicht der Greise.
20505#Klagelieder,4,17#17. Noch schmachteten uns die Augen / nach richtiger Hilfe / auf unsrer Warte spähend / nach dem Volk - das nicht rettet.
20506#Klagelieder,4,18#18. Sie hinderten unsere Schritte / zu gehn auf unseren Plätzen / nah unser Ende, voll unsre Tage; / da kam unser Ende.
20507#Klagelieder,4,19#19. Schnell waren unsre Verfolger / vor den Adlern des Himmels / auf den Bergen hetzten sie uns / in der Wüste lauerten sie unser.
20508#Klagelieder,4,20#20. Der Odem unsres Antlitzes, des Ewgen Gesalbter / fing sich in ihren Gruben / in dessen Schatten wir gedacht / zu leben unter den Völkern.
20509#Klagelieder,4,21#21. Frohlocke und juble, Maid Edoms / die wohnt im Lande Uz! / An dich auch kommt der Kelch / wirst trunken und dich entblößen.
20510#Klagelieder,4,22#22. Getilgt ist, Maid Zijons, deine Schuld / nie mehr treibt er dich fort. / Gedacht hat deiner Schuld er, Maid Edoms / enthüllt deine Sünden.»
20511#Klagelieder,5,1#1. «Denk, Ewiger, was uns geschehen / schau her und sieh unsre Schmach! /
20512#Klagelieder,5,2#2. An andre fiel unser Erbe / an Fremde unsre Häuser. /
20513#Klagelieder,5,3#3. Wir warden Waisen, ohne Vater / gleich Witwen unsre Mütter. /
20514#Klagelieder,5,4#4. Unser Wasser, wir trankens für Geld / für Entgelt kam uns unser Holz. /
20515#Klagelieder,5,5#5. Am Nacken verfolgte man uns / ermattet, ward uns nicht Ruh. /
20516#Klagelieder,5,6#6. Mizraim reichten wir die Hand / Aschschur - um Brotes zu ersatten. /
20517#Klagelieder,5,7#7. Unsre Väter, die verfehlt, sind nicht mehr / wir aber trugen ihre Schuld. /
20518#Klagelieder,5,8#8. Es herrschten Knechte über uns / und niemand entriß ihrer Hand. /
20519#Klagelieder,5,9#9. Ums Leben holten wir Brot uns / vor dem Schwert der Wüste /
20520#Klagelieder,5,10#10. unsre Haut, sie brannte wie ein Ofen / vor Fieber des Hungers. /
20521#Klagelieder,5,11#11. Fraun hat man geschändet in Zijon / Jungmädchen in Jehudas Städten. /
20522#Klagelieder,5,12#12. Erhängt von ihnen wurden Obre / die Greise nicht verschont; /
20523#Klagelieder,5,13#13. den Mühlstein schleppten Jünglinge / hinstürzten von der Holzlast Knaben. /
20524#Klagelieder,5,14#14. Die Alten schwanden von den Toren / die Jünglinge vom Saitenspiel. /
20525#Klagelieder,5,15#15. Dahin ging unsres Herzens Fröhlichkeit / in Trauer wandelt uns sich die Schalmei. /
20526#Klagelieder,5,16#16. Es fiel unsres Hauptes Krone / weh uns, daß wir gesündigt! /
20527#Klagelieder,5,17#17. Darob war siech unser Herz / darum verdunkelt unsre Augen: /
20528#Klagelieder,5,18#18. des Zijonsberges wegen, der verwüstet / Schakale drauf streifen. /
20529#Klagelieder,5,19#19. Du, Ewiger, du bleibst für immer / dein Thron für Zeit um Zeiten. /
20530#Klagelieder,5,20#20. Warum willst du für immer uns vergessen / verlassen uns für lange Zeit? /
20531#Klagelieder,5,21#21. Führ, Ewger, uns zurück zu dir, daß wir heimkehren / erneure unsere Tage wie voreinst! /
20532#Klagelieder,5,22#22. Hast du doch uns verworfen / gezürnt uns ohne Maßen!»

19015#Jeremia,1,1#1. WORTE Jirmejahus, des Sohnes Hilkijahus, von den Priestern, die in Anatot im Land Binjamin waren,
19016#Jeremia,1,2#2. an den das Wort des Ewigen erging in den Tagen Joschijahus, des Sohnes Amons, des Königs von Jehuda, im dreizehnten Jahr seiner Regierung,
19017#Jeremia,1,3#3. dann erging in den Tagen Jehojakims, des Sohnes Joschijahus, des Königs von Jehuda, bis zum Ende des elften Jahres Zidkijahus, des Sohnes Joschijahus, des Königs von Jehuda, bis zur Wegführung Jeruschalaims im fünften Monat:
19018#Jeremia,1,4#4. «Da erging das Wort des Ewigen an mich, besagend:
19019#Jeremia,1,5#5. ,Bevor ich dich geformt im Mutterleib / ersah ich dich / und eh du vorkamst aus dem Schoß / da weiht ich dich / setzt als Begeisteten den Völkern dich.'
19020#Jeremia,1,6#6. Da sprach ich: ,Ach, Herr, o Gott! Sieh, ich weiß nicht zu reden, denn ich bin ein Knabe!'
19021#Jeremia,1,7#7. Da sprach der Ewige zu mir: ,Sag nicht: Ich bin ein Knabe! Sondern, allwohin ich dich sende, geh; und allwas ich dir gebiete, rede!
19022#Jeremia,1,8#8. Fürchte nicht vor ihnen, denn mit dir bin ich, dich zu retten, ist des Ewigen Spruch.'
19023#Jeremia,1,9#9. Und der Ewige streckte seine Hand aus und brachte sie an meinen Mund. Und der Ewige sprach zu mir: ,Sieh, ich lege meine Worte in deinen Mund.
19024#Jeremia,1,10#10. Sieh an, ich bestelle dich heut / für die Völker und Reiche / zu roden und zu reuten / zu zernichten und zu zerstören / - zu bauen und zu pflanzen.'
19025#Jeremia,1,11#11. Und es erging das Wort des Ewigen an mich, besagend: ,Was siehst du, Jirmejahu?' Und ich sprach: ,Einen Mandeltrieb-1- sehe ich.' -1) -+makkel schaked-.++
19026#Jeremia,1,12#12. Da sprach der Ewige zu mir: ,Recht hast du gesehen! Denn ich betreibe-1- mein Wort, es auszuführen.' -1) -+schoked-.++
19027#Jeremia,1,13#13. Dann erging das Wort des Ewigen zum zweiten Mal an mich, besagend: ,Was siehst du?' Und ich sprach: ,Einen angefachten Kessel sehe ich, und sein-1- Gesicht ist von der Nordseite her.' -1) des Anfachenden.++
19028#Jeremia,1,14#14. Da sprach der Ewige zu mir: ,Von Norden her tut das Unheil sich auf / wider alle Bewohner des Landes.
19029#Jeremia,1,15#15. Denn sieh, ich rufe alle Geschlechter der Königreiche des Nordens, ist des Ewigen Spruch, und sie kommen und setzen jedes seinen Thron an den Eingang der Tore Jeruschalaims, an alle seine Mauern ringsum und an alle Städte Jehudas.
19030#Jeremia,1,16#16. Und ich werde mein Recht mit ihnen sprechen ob all ihrer Bosheit, daß sie mich verließen und anderen Göttern räucherten und sich niederwarfen vor ihrer Hände Werk.
19031#Jeremia,1,17#17. Du aber gürte deine Lenden, mach dich auf und rede zu ihnen alles, was ich dir gebiete. Schrick nicht vor ihnen / sonst schreck ich dich vor ihnen.
19032#Jeremia,1,18#18. Ich aber, sieh, ich mache dich heut zur festen Stadt, zum Eisenpfeiler und zur Mauer von Erz wider das ganze Land, die Könige von Jehuda, seine Fürsten, seine Priester und das Volk des Landes.
19033#Jeremia,1,19#19. Und sie werden dich bekämpfen / doch dir nicht ankönnen / denn mit dir bin ich / ist des Ewigen Spruch / um dich zu retten!'
19034#Jeremia,2,1#1. Und es erging das Wort des Ewigen an mich, besagend:
19035#Jeremia,2,2#2. ,Geh hin und rufe vor die Ohren Jeruschalaims und sprich: So spricht der Ewige: Gedacht hab ich dir deiner Jugend Minne / die Liebe deiner Brautschaft / wie du mir nachgingst in der Wüste / im unbesäten Land. /
19036#Jeremia,2,3#3. Geweiht war Jisraël dem Ewigen / der Erstling seiner Ernte; / alldie davon gegessen, büßten / das Unheil traf sie! / Ist des Ewigen Spruch.
19037#Jeremia,2,4#4. Hört an das Wort des Ewgen, Jaakobs Haus / und ihr Geschlechter all des Hauses Jisraël! /
19038#Jeremia,2,5#5. So spricht der Ewige: / Was fanden eure Väter unrecht an mir / daß sie von mir sich schieden / daß sie dem Nichts nachgingen und nichts wurden? /
19039#Jeremia,2,6#6. Und nimmer sagten: / Wo ist er, der Ewige / der aus dem Land Mizraim uns heraufgeführt / der uns geleitet in der Wüste / im Land der Niederung und Senke / im Land des Durstes und Toddüsters / im Land, das nie ein Mann durchzogen / wo nie ein Mensch gesiedelt?
19040#Jeremia,2,7#7. Dann bracht ich euch ins Gartenland / um seine Frucht und seinen Segen zu genießen; / ihr aber kamt / besudeltet mein Land / und machtet mein Besitztum mir zum Greuel. /
19041#Jeremia,2,8#8. Die Priester sprachen nicht: / Wo ist der Ewige? / Der Weisung Walter kannten mich nicht / die Hirten fielen von mir ab / und die Begeisteten weissagten bei dem Baal / und gingen denen, die nicht frommen, nach.
19042#Jeremia,2,9#9. Drum will ich fort mit euch noch rechten / ist des Ewigen Spruch / und noch mit euren Kindeskindern will ich rechten! /
19043#Jeremia,2,10#10. Denn: Geht hinüber zu den Inseln der Kittäer / und sehet zu / schickt aus nach Kedar / merkt wohl und seht: / Ist solches je geschehn? /
19044#Jeremia,2,11#11. Hat je ein Volk den Gott getauscht? / - Und das sind keine Götter! - / Mein Volk jedoch tauscht' seine Herrlichkeit / um - was nicht frommt! /
19045#Jeremia,2,12#12. Entsetzt euch, Himmel, drob / erstarret, ganz verstört! / Ist des Ewigen Spruch. /
19046#Jeremia,2,13#13. Denn zwiefach Schlimmes tat mein Volk: / Mich ließen sie / den Quell lebendgen Wassers / um Wassergruben sich zu haun / geborstne Gruben / die kein Wasser halten.
19047#Jeremia,2,14#14. Ist Sklave Jisraël, er hausgeboren? / Warum ward er zum Raub? /
19048#Jeremia,2,15#15. Es brüllen Löwen gegen ihn / erheben ihre Stimme / und machen ihm sein Land zur Öde / verheert sind seine Städte, ohne Wohner. /
19049#Jeremia,2,16#16. Ja, auch die Kinder Nofs und Tahpanhes' / weiden ab deinen Scheitel. /
19050#Jeremia,2,17#17. Geschieht dir das nicht, weil du ließest / den Ewgen, deinen Gott / als er den Weg dich führte? /
19051#Jeremia,2,18#18. Nun denn: / Was frommts dir, nach Mizraim gehn / des Schihors Flut zu trinken? / Was frommt es dir, nach Aschschur gehn / vom Stromwasser zu trinken?
19052#Jeremia,2,19#19. Es züchtigt dich deine Bosheit, und dein Abfall straft dich. So wisse und sieh, daß schlimm und bitter es ist, daß du den Ewigen, deinen Gott, verließest, und keine Scheu vor mir bei dir ist! ist der Spruch des Herrn, des Gottes der Scharen.
19053#Jeremia,2,20#20. Denn von jeher brachst du dein Joch / zerrissest deine Bande / und sprachst: Ich will nicht her! / Denn auf jeder hohen Höhe / und unter jedem grünen Baum / bist du als Buhlweib gekleidet! /
19054#Jeremia,2,21#21. Ich aber pflanzte dich als Edelrebe / ganz echten Samens / doch wie hast du dich mir gewandelt / zu Wildweinranken! /
19055#Jeremia,2,22#22. Ja, wüschest du dich auch mit Natron / und nähmst viel Lauge dir: / bleibt schmutzig deine Schuld vor mir! / Ist Gottes Spruch, des Herrn. /
19056#Jeremia,2,23#23. Wie sprichst du: Ward nicht unrein / lief nicht den Baalen nach! / Sieh deinen Wandel im Tal / merk, was du getan! / Die schnelle Jungkamelin / die ihren Weg verknüpft /
19057#Jeremia,2,24#24. dem wilden Esel, in der Steppe heimisch! / In ihrer Seele Gier / schlingt sie nur Wind. / Mit ihr zu tändeln, wer verwehrt ihrs? / Alldie ihr nachstelln, haben keine Müh / in ihrem Paarungsmonat findet man sie. /
19058#Jeremia,2,25#25. Spar deinem Fuß das Bloßgehn / und deiner Kehle Durst! / Doch du sprichst: Nein! Vergebens! / Ich lieb die Fremden / lauf ihnen nach!
19059#Jeremia,2,26#26. Wie Diebes Scham / wird er ertappt / so ward zur Scham / Haus Jisraël / sie, ihre Könige und Fürsten / und ihre Priester und Begeisteten /
19060#Jeremia,2,27#27. die Vater sagen zu dem Holz / zum Steine: Du hast uns geboren! / Denn mir, mir kehren sie den Nacken / und nicht das Antlitz / doch zu der Zeit des Unglücks sprechen sie: / Auf, hilf uns! /
19061#Jeremia,2,28#28. Und wo sind deine Götter / die du dir gemacht? / Laß sie doch aufstehn, ob sie dir da helfen / zu deines Unglücks Zeit! / Denn deinen Städten waren gleich an Zahl / deine Götter, Jehuda!
19062#Jeremia,2,29#29. Was rechtet ihr mit mir? / Ihr alle wart mir treulos! / Ist des Ewigen Spruch. /
19063#Jeremia,2,30#30. Umsonst schlug ich eure Söhne / Zucht nahmen sie nicht. / Euer Schwert fraß eure Gottbegeisteten / wie ein reißender Leu. /
19064#Jeremia,2,31#31. O du Geschlecht! Seht an, ihr / ist des Ewigen Wort! / War Wüste ich für Jisraël / ein Land des Dunkels? / Warum denn sprach mein Volk: Los gehn wir! / Kommen nimmer zu dir! /
19065#Jeremia,2,32#32. Vergißt die Maid ihres Schmucks / die Braut ihrer Kettchen? / Doch mein Volk vergaß mich / unzählige Tage!
19066#Jeremia,2,33#33. Wie machst so schön du deinen Gang / um Liebe zu suchen! / Nun hast du Schlechte selbst gelehrt / bei deinem Wandel. /
19067#Jeremia,2,34#34. Ja, an deinen Säumen gefunden / ward Lebensblut schuldloser Armer; / hast sie beim Einbruch nicht betroffen. / -
19068#Jeremia,2,35#35. Doch bei alledem / sprachst du: Bin doch schuldlos / wich' von mir sein Zorn nur! / Ich will mit dir rechten / weil du gesprochen: Ich bin sündlos!
19069#Jeremia,2,36#36. Wie bist du gar gemein / deinen Weg zu wechseln! / Auch von Mizraim wird dir Schmach nur / wie Schmach dir ward von Aschschur. /
19070#Jeremia,2,37#37. Von dort auch kommst du hervor / die Hände am Haupt! / Der Ewge spottet derer, denen du vertraust / dir glückts nicht mit ihnen!'
19071#Jeremia,3,1#1. Besagend: / ,Wenn da ein Mann sein Weib entläßt / sie geht von ihm / wird eines andern Manns - / kehrt er dann noch zu ihr zurück? / Fiel jenes Land dann nicht in Schuld? / Du aber buhltest vielen Liebsten nach - / und sollst zurück zu mir? / Ist des Ewigen Spruch. /
19072#Jeremia,3,2#2. Heb zu den Auen deinen Blick und sieh: / Wo lag man dir nicht bei? / Du harrtest an den Wegen ihrer / wie ein Araber der Wüste / befreveltest das Land durch deine Buhlschaft / und deine Bosheit.
19073#Jeremia,3,3#3. Da hielt das Rieseln ein / kein Spätregen fiel. / Du aber hattest eines Buhlweibs Stirn / der Scham dich weigernd; /
19074#Jeremia,3,4#4. riefst du nunmehr nicht Vater mich / mein Jugendfreund bist du? /
19075#Jeremia,3,5#5. Wird er denn ewig zürnen / nachtragen immerdar? / So sprichst du, tust das Böse / und sollst obsiegen?'
19076#Jeremia,3,6#6. Und der Ewige sprach zu mir in den Tagen des Königs Joschijahu: ,Hast du gesehen, was die Abtrünnige, Jisraël, getan hat? Sie geht auf jeden hohen Berg und unter jeden grünen Baum und buhlt dort.
19077#Jeremia,3,7#7. Und ich dachte: Nachdem sie all dies getan, wird sie wieder zu mir umkehren; aber sie kehrte nicht um. Da sah die Treulose, ihre Schwester Jehuda -
19078#Jeremia,3,8#8. und ich sah's, sodaß ich eben wegen all des Ehebruchs, den die Abtrünnige, Jisraël, getrieben, sie fortgeschickt und ihr ihren Scheidebrief gegeben hatte; aber sie fürchtete sich nicht, ihre treulose Schwester Jehuda, ging hin und buhlte, auch sie.
19079#Jeremia,3,9#9. Und es war, da ihre Buhlschaft ihr noch gering schien, befrevelte sie das Land und trieb Ehebruch mit Stein und Holz.
19080#Jeremia,3,10#10. Doch auch nach alledem kehrte ihre treulose Schwester Jehuda nicht mit ganzem Herzen zu mir um, sondern in Lüge! Ist des Ewigen Spruch.'
19081#Jeremia,3,11#11. Und der Ewige sprach zu mir: ,Gerechter erwiesen hat sich die Abtrünnige, Jisraël, als die Treulose, Jehuda.
19082#Jeremia,3,12#12. Geh und rufe diese Worte nach Norden und sprich: Kehr um, Abtrünnige, Jisraël! / Ist des Ewigen Spruch. / Ich leg nicht mehr auf euch den Zorn / denn liebreich bin ich / ist des Ewigen Spruch. / Nicht groll ich ewig! /
19083#Jeremia,3,13#13. Erkenn nur deine Schuld / daß gegen deinen Gott, den Ewgen, du gefrevelt / verschwendetest den Fremden deine Liebesgänge / hin unter jedem grünen Baum / auf meine Stimme aber hörtet ihr nicht! / Ist des Ewigen Spruch.
19084#Jeremia,3,14#14. Kehrt um, abtrünnige Kinder! Ist des Ewigen Spruch; denn ich bin Herr über euch. Und ich will euch nehmen, eins aus einer Stadt und zwei aus einer Sippe, und euch nach Zijon bringen.
19085#Jeremia,3,15#15. Dann will ich euch Hirten nach meinem Herzen geben, die werden euch weiden in Erkenntnis und Einsicht.
19086#Jeremia,3,16#16. Und es wird dann sein, wenn ihr euch mehrt und fruchtet im Land, in jenen Tagen, ist des Ewigen Spruch, da wird man nicht mehr sprechen: ,Die Bundeslade des Ewigen'; sie wird keinem in den Sinn kommen, man wird ihrer nicht gedenken und sie nicht vermissen, und sie wird nicht wiederhergestellt werden.
19087#Jeremia,3,17#17. In jener Zeit wird man Jeruschalaim nennen: ,Des Ewigen Thronsitz', und alle Völker werden sich dahin versammeln, zum Namen des Ewigen, nach Jeruschalaim, und werden nicht mehr der Starrheit ihres bösen Herzens nachgehn.
19088#Jeremia,3,18#18. In jenen Tagen werden das Haus Jehuda und das Haus Jisraël mitsammen gehen und gemeinsam kommen aus dem Land des Nordens auf das Land, das ich euren Vätern zum Erbbesitz gegeben habe.
19089#Jeremia,3,19#19. Ich aber dachte: / Wie wollt ich bei den Kindern dich bestellen! / Gab dir ein köstlich Land / den liebsten Lustbesitz der Völker. / Und meint', du wirst mich Vater nennen / nie von mir dich kehren. /
19090#Jeremia,3,20#20. Doch wie ein Weib, dem Liebsten untreu / so wart ihr untreu mir, Haus Jisraël. / Ist des Ewigen Spruch.
19091#Jeremia,3,21#21. Ein Hall tönt an den Auen / ein Weinen, Flehn der Kinder Jisraël / daß ihren Weg sie krumm gemacht / den Ewgen, ihren Gott, vergessen. /
19092#Jeremia,3,22#22. ,Kehrt um, abtrünnige Kinder / ich heile eure Untreu!' / ,Da sind wir, kommen zu dir / bist, Ewiger, ja unser Gott! /
19093#Jeremia,3,23#23. Nein, nur zum Trug kommt von den Hügeln / der Berge Brausen. / Nein, nur beim Ewgen, unserm Gott / ist Jisraëls Heil! /
19094#Jeremia,3,24#24. Da fraß das Schmachwerk unsrer Väter Mühn / von unsrer Jugend: / So ihre Schafe, Rinder, Söhne, Töchter. /
19095#Jeremia,3,25#25. Laßt uns in unsrer Schmach hinliegen / und unsre Schande uns bedecken! Denn gegen den Ewigen, unsern Gott, haben wir gesündigt, wir und unsere Väter, von unserer Jugend an bis zu diesem Tag, und haben nicht gehört auf die Stimme des Ewigen, unseres Gottes.'
19096#Jeremia,4,1#1. Wenn du umkehrst, Jisraël, ist des Ewigen Spruch, zu mir umkehrst, und wenn du deine Greuel abtust vor mir und nicht fortschweifst,
19097#Jeremia,4,2#2. und schwörst ,Es lebt der Ewige!' in Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit, dann werden Völker sich mit ihm segnen und seiner sich rühmen.
19098#Jeremia,4,3#3. Denn so spricht der Ewige zum Mann von Jehuda und zu Jeruschalaim: Brecht Neubruch euch / und sät nicht in Dornen! /
19099#Jeremia,4,4#4. Beschneidet euch dem Ewigen / entfernet eures Herzens Wildwuchs / du, Mann Jehudas und Jeruschalaims Wohner / daß nicht mein Grimm wie Feuer losbricht / und brennt, und keiner löscht / ob eurer Taten Arg.
19100#Jeremia,4,5#5. Verkündet in Jehuda / laßt hören in Jeruschalaim / und sprecht; / ins Horn stoßt durchs Land / ruft voll aus, sprecht: / ,Bergt euch und laßt uns kommen / in die festen Städte!' /
19101#Jeremia,4,6#6. Höht Stangenzeichen nach Zijon / sucht Zuflucht, haltet nicht! / Denn Unheil bring ich vom Norden / gewaltigen Sturz! /
19102#Jeremia,4,7#7. Aufstieg der Leu aus seinem Dickicht / der Völkervernichter brach auf / verließ seine Stätte / dein Land zur Wüste zu machen / deine Städte veröden / weil keiner drin wohnt. /
19103#Jeremia,4,8#8. Drum gürtet euch Sackzeug / und klaget und heult / daß des Ewigen Zornglut / von uns nicht gewichen.
19104#Jeremia,4,9#9. Und es wird sein an jenem Tag, ist des Ewigen Spruch, da schwindet der Verstand des Königs und der Fürsten, es erstarren die Priester, und gaffen alle Begeisteten.
19105#Jeremia,4,10#10. Und ich sprach: ,Weh, Herr, o Gott, so hast du doch dies Volk und Jeruschalaim getäuscht, da du sprachst: Frieden werdet ihr haben - und nun rührt das Schwert ans Leben!'
19106#Jeremia,4,11#11. In jener Zeit wird man von diesem Volk und von Jeruschalaim sprechen: ,Wind glüht der Wüste Auen / meines Volkes Weg; / nichts da zum Worfeln, nichts zum Säubern! /
19107#Jeremia,4,12#12. Wind, voll für solches kommt an mich.' / Nun will auch ich denn sprechen / den Richtspruch ihnen! /
19108#Jeremia,4,13#13. Sieh an, wie Wolken steigts herauf / wie Sturm seine Wagen / als Adler schneller seine Rosse! / Weh uns, daß wir verheert! /
19109#Jeremia,4,14#14. Wasch rein von Arg dein Herz, Jeruschalaim / daß Rettung dir wird! / Bis wann verweilt in dir / dein Unheilstrachten? /
19110#Jeremia,4,15#15. Denn eine Stimme meldet es von Dan / und kündet Unheil vom Gebirg Efraim: /
19111#Jeremia,4,16#16. Erwähnts den Völkern / ja, lauthin an Jeruschalaim: / Bedränger kamen an von fernem Land / erhoben an Jehudas Städte ihr Geschrei. /
19112#Jeremia,4,17#17. Wie Feldeshüter waren sie rings drum / denn mir hat es getrotzt! / Ist des Ewigen Spruch. /
19113#Jeremia,4,18#18. Dein Wandel bracht dir das und deine Taten! / Da deine Bosheit, daß es bitter / es dir ans Herz rührt!
19114#Jeremia,4,19#19. Mein Innres, Innerstes! Ich zittre! / O meines Herzens Wände! / Es ächzt mein Herz mir! / Kann still nicht bleiben! / Hörst du ja, Seele, Hörnerschall / des Kriegs Gebrüll! /
19115#Jeremia,4,20#20. Sturz trifft auf Sturz / da alles Land geplündert. / Miteins sind verheert meine Zelte / mir im Nu die Behänge! /
19116#Jeremia,4,21#21. Bis wann muß ich das Stangenzeichen schaun / des Hornes Schall hören?
19117#Jeremia,4,22#22. Denn töricht ist mein Volk, mich kennen sie nicht. Dumme Kinder sind sie, unverständig sind sie. Klug sind sie, Böses zu tun, aber Gutes zu tun verstehen sie nicht.
19118#Jeremia,4,23#23. Ich schaut die Erde - siehe, bloß und bar! / Zum Himmel auf - dahin sein Licht! /
19119#Jeremia,4,24#24. Ich schaut' die Berge - sieh, sie beben / und alle Höhen umgerüttelt. /
19120#Jeremia,4,25#25. Ich schaute - sieh, da war kein Mensch / und alle Himmelsvögel warn entflohn! /
19121#Jeremia,4,26#26. Ich schaut' - da war das Gartenland zur Wüste / und alle seine Städte sind zerstört / vom Ewgen her, vor seines Angesichtes Glut.
19122#Jeremia,4,27#27. Denn so spricht der Ewige: Zur Ödnis wird das ganze Land - doch garaus will ich nicht machen.
19123#Jeremia,4,28#28. Drob trauert die Erde / erdunkelt der Himmel oben / weil ich gesprochen, geplant / mich nicht bedenk, nicht davon lasse.
19124#Jeremia,4,29#29. Vorm Lärm der Reiter und der Bogenschützen / flieht alle Stadt. / Sie gehn zu den Wolken / ersteigen die Felsenhöhen. / Ganz ist die Stadt verlassen / kein Mensch bleibt drin. /
19125#Jeremia,4,30#30. Und du, verheert / was willst du tun? / Ob du dich auch in Scharlach kleidest / mit Goldschmuck schmückst / mit Schminke deine Augen aufreißt - / vergebens putzt du dich! / Verschmähet haben dich die Buhlen / dein Leben wolln sie! /
19126#Jeremia,4,31#31. Denn Schrei wie der Kreißenden hör ich / Angststöhnen wie der Erstgebärenden. / Der Tochter Zijons Stimme, da sie keucht / die Hände breitet: / O weh mir! Meine Seele / erliegt den Mördern!
19127#Jeremia,5,1#1. Durchstreift Jeruschalaims Gassen / und schaut, erkundet / und sucht auf ihren Plätzen / ob einen ihr findet / obs einen gibt / der Recht übt und nach Treue strebt - / so verzeih ich ihr! /
19128#Jeremia,5,2#2. Doch sagen sie: Es lebt der Ewige! / So schwören doch sie zur Lüge! /
19129#Jeremia,5,3#3. O Ewger, deine Augen, sind sie nicht / auf Treue aus? / Du schlugst sie - doch sie fühltens nicht; / du riebst sie auf - sie weigerns, Zucht zu nehmen / sie machten härter als den Fels ihr Antlitz / sich weigernd der Umkehr. /
19130#Jeremia,5,4#4. Und ich, ich dachte: Nur die Niedern sinds / die Toren, die des Ewgen Weg nicht kennen / das Recht ihres Gottes! /
19131#Jeremia,5,5#5. So will ich zu den Großen gehn / mit denen reden. / Sie kennen doch des Ewgen Weg / das Recht ihres Gottes! / Doch sie, allsamt zerbrachen sie das Joch / zerrissen die Bande! /
19132#Jeremia,5,6#6. Drum schlug der Leu sie aus dem Wald / verheert der Wolf der Steppe sie / der Panther lauert ihren Städten auf / allwer aus ihnen vorkommt, wird zerrissen. / Denn viel sind ihre Sünden / gewaltig ihr Abfall. /
19133#Jeremia,5,7#7. Kann ich drob dir verzeihn? Die Söhne dein verließen mich / und schworen bei Ungöttern; / ich macht sie satt - / sie trieben Ehebruch / und scharten sich im Dirnenhaus. /
19134#Jeremia,5,8#8. Gemästet, geile Rosse wurden sie / sie wiehern, jeder nach des Nächsten Weib. /
19135#Jeremia,5,9#9. Sollt solches ich nicht ahnden? / Ist des Ewigen Spruch / sich meine Seele nicht an solchem Volke rächen?
19136#Jeremia,5,10#10. Steigt auf in ihre Pflanzung und verderbet - doch macht nicht ganz zunichte! Entfernt ihre Ranken, denn nicht des Ewigen sind sie!
19137#Jeremia,5,11#11. Denn untreu ward an mir Haus Jisraël und Haus Jehuda, ist des Ewigen Spruch.
19138#Jeremia,5,12#12. Verleugneten den Ewigen und sprachen: ,Ein Nichts ist er! Nicht wird über uns Unheil kommen, und Schwert und Hunger werden wir nicht sehen.
19139#Jeremia,5,13#13. Und die Gottbegeisteten sind zu Wind, und nimmer ist das Wort bei ihnen. Also soll ihnen geschehen . . .'
19140#Jeremia,5,14#14. Darum spricht so der Ewige, der Gott der Scharen: Weil ihr dieses Wort geredet, mache ich meine Worte in deinem Mund zu Feuer und dieses Volk zu Holz, und es soll sie verzehren!
19141#Jeremia,5,15#15. Sieh, ich bringe über euch / ein Volk aus der Ferne / Haus Jisraël / ist des Ewigen Spruch. / Ein ewig Volk ists / ein Volk von Urzeit ist es / ein Volk, des Sprache du nicht kennst / und, was es redet, nicht verstehst /
19142#Jeremia,5,16#16. sein Köcher wie ein offen Grab / sie alle Helden. /
19143#Jeremia,5,17#17. Das frißt dir deine Mahd, dein Brot / sie fressen deine Söhne, deine Töchter / das frißt dir deine Schafe, deine Rinder / frißt deinen Weinstock, deinen Feigenbaum / zertrümmert deine festen Städte / drauf du vertrauest, mit dem Schwert.
19144#Jeremia,5,18#18. Doch auch in jenen Tagen, ist des Ewigen Spruch, will ich euch nicht garaus machen.
19145#Jeremia,5,19#19. Und es wird sein, wenn ihr da sprecht: ,Wofür tat uns der Ewige, unser Gott, all dies?' Dann sollst du ihnen sagen: ,Wie ihr mich verlassen habt und Fremdgöttern dientet in eurem Land, so sollt ihr Fremden dienen in einem Land, das nicht euer ist!'
19146#Jeremia,5,20#20. Verkündet dies im Haus Jaakob / und laßt es hören in Jehuda, sprecht: /
19147#Jeremia,5,21#21. O höret dies, ihr, töricht, unverständig Volk! / Die Augen haben und nicht sehen / die Ohren haben und nicht hören. /
19148#Jeremia,5,22#22. Wollt mich ihr nicht fürchten / ist des Ewigen Spruch / vor mir nicht beben? / Der ich den Sand zur Grenze setzt dem Meer / als ewge Schranke, die's nicht überschreitet; / da tosen sie, vermögens nicht / aufrauschen seine Wogen, können nicht hinüber.
19149#Jeremia,5,23#23. Doch diesem Volk, ihm ward ein störrig, trotzig Herz / sie wandten sich, gingen. /
19150#Jeremia,5,24#24. Und sprachen nicht in ihrem Herzen: / ,Laßt uns den Ewgen fürchten, unsern Gott / der Regen, Früh- und Spätguß gibt zu seiner Zeit / des Schnittes feste Wochenzeiten für uns wahrt.' /
19151#Jeremia,5,25#25. Es haben eure Sünden dies gestört / und eure Schuld das Gute von euch ferngehalten. /
19152#Jeremia,5,26#26. Denn Bösewichter finden sich in meinem Volk / den Rechtlichen, den fangen sie wie Kleingetier / sie stellen Fallen auf, sie fangen Menschen. /
19153#Jeremia,5,27#27. So wie ein Kasten voll von Vögeln / sind ihre Häuser voll Betrugs / so wurden groß und reich sie. /
19154#Jeremia,5,28#28. Sie wurden fett und feist, ja, fließen über / bei bösen Dingen / Recht sprechen sie nicht, Recht der Waise / - und sind im Glück - / und führen nicht der Elenden Gericht. /
19155#Jeremia,5,29#29. Sollt dieses ich nicht ahnden / ist des Ewigen Spruch / sich meine Seele nicht an solchem Volke rächen?
19156#Jeremia,5,30#30. Entsetzliches und Schauervolles ist geschehn im Land: /
19157#Jeremia,5,31#31. Begeistete, sie weissagten in Lüge / die Priester streichen ein auf ihre Hände / und mein Volk liebt es so! / Was aber werdet ihr am Ende tun?
19158#Jeremia,6,1#1. O flieht, ihr Binjamins-Söhne / aus Jeruschalaims Mitte! / In Tekoa tutet Horn / auf Bet-ha-Kerem richtet Richtbrand auf: / denn Unheil droht vom Norden her / gewaltiger Sturz! /
19159#Jeremia,6,2#2. Die Schöne schienst du und Gezärtelte / o Tochter Zijons. /
19160#Jeremia,6,3#3. Es kommen wider sie die Hirten / mit ihren Herden / sie schlagen Zelte auf rings um sie / abweidend jeder seinen Platz.
19161#Jeremia,6,4#4. ,Weiht wider sie zum Kampf! / Auf! Steigen wir an am Mittag!' / ,Weh uns, da fort der Tag / die Abendschatten sich strecken!' /
19162#Jeremia,6,5#5. ,Auf, steigen wir an des Nachts / zerstören ihre Paläste!'
19163#Jeremia,6,6#6. Denn so spricht der Ewige der Scharen: Fällt Holz, schüttet auf / den Wall an Jeruschalaim! / Dies ist die Stadt, ders zugedacht / voll drinnen der Bedrückung. /
19164#Jeremia,6,7#7. So wie ein Born sein Wasser sprudelt / so sprudelt sie ihr Arg / Raub und Verheerung wird drin laut / stets seh ich vor mir Weh und Wunde. /
19165#Jeremia,6,8#8. Nimm Zucht, Jeruschalaim, an / daß nicht mein Herz von dir sich schüttle / daß ich dich nicht zur Öde mach / zum unbewohnten Land!
19166#Jeremia,6,9#9. So spricht der Ewige der Scharen: Nachlesen wird man wie am Weinstock / Jisraëls Rest. / Leg nochmals deine Hand an / wie der Winzer ans Geranke! /
19167#Jeremia,6,10#10. Zu wem soll ich reden und zeugen / daß sie es hören? / Sieh, ungeöffnet ist ihr Ohr / sie können nicht lauschen. / Das Wort des Ewgen, sieh, ward ihnen Schimpf / sie mögens nicht. /
19168#Jeremia,6,11#11. Doch von des Ewgen Grimm bin ich erfüllt / kann ihn nicht halten / daß ich ihn schütte auf den Säugling in der Gasse / mitsammen auf der Burschen trauten Kreis! / Denn da wird Mann wie Weib gepackt / Graukopf samt Vollbetagtem. /
19169#Jeremia,6,12#12. Und ihre Häuser fallen andern zu / die Äcker und die Weiber mit / wenn meine Hand ich recke / hin ob des Landes Wohner! / Ist des Ewigen Spruch. /
19170#Jeremia,6,13#13. Denn von dem Kleinen bis zum Großen, alles / rafft Raub / vom Gottbegeisteten zum Priester, alles / übt Trug! /
19171#Jeremia,6,14#14. Sie heilen meines Volkes Bruch / dem Verschwärten / da sie da sprechen: ,Friede, Friede!' / Und ist kein Friede!
19172#Jeremia,6,15#15. Beschämt werden sie, da sie Greuel verübt! Aber auch Scham haben sie nicht, und zu erröten wissen sie nicht. Drum sollen sie fallen mit den Fallenden, zur Zeit, da ichs ihnen ahnde, sollen sie niederbrechen! spricht der Ewige.
19173#Jeremia,6,16#16. So spricht der Ewige: Hin an die Wege tretet, schaut / und fraget nach den ewgen Pfaden: / Wo ist des Glückes Weg? Den geht / und findet Ruh für eure Seele! Aber sie sprachen: Wir wollen nicht gehen!
19174#Jeremia,6,17#17. Und ich stellte Späher über euch: ,Merkt auf den Schall der Posaune!' Aber sie sprachen: ,Wir wollen nicht merken!'
19175#Jeremia,6,18#18. Darum hört, Völker, und erkenne, Gemeinde, was an ihnen ist!
19176#Jeremia,6,19#19. Höre, Erde! Sieh, ich bringe Unheil über dieses Volk, als Frucht ihres Trachtens. Denn auf meine Worte merkten sie nicht, und meine Weisung haben sie verworfen.
19177#Jeremia,6,20#20. Was soll mir denn der Weihrauch / der von Scheba kommt / und was mir das Würzrohr / aus fernem Land? / Die Hochopfer von euch sind nicht genehm / und eure Schlachtung mir nicht lieblich!
19178#Jeremia,6,21#21. Darum, so spricht der Ewige, lege ich vor dieses Volk Anstöße, und es werden daran straucheln Väter und Söhne mitsammen, Nachbar und Freund, sie gehn zugrunde.
19179#Jeremia,6,22#22. So spricht der Ewige: Sieh da, es kommt ein Volk / von des Nordens Land / ein großes Volk steht auf / von der Erde Fernen. /
19180#Jeremia,6,23#23. Schußbogen führen sie und Spieß / erzgrausam ist es, ohn Erbarmen! / Ihr Lärmen toset wie das Meer / auf Rossen reiten sie / gerüstet wie ein Mann zum Krieg / gegen dich, Maid Zijons! /
19181#Jeremia,6,24#24. Wir hörten seine Kunde / da sanken unsre Hände / da packte die Angst uns / der Gebärenden Zittern. /
19182#Jeremia,6,25#25. Geht nicht hinaus aufs Feld / zieht nimmer des Wegs / denn Schwerter der Feind führt / ein Grauen ringsum! /
19183#Jeremia,6,26#26. Mein Volk, gürte Sackzeug / und wälz dich in Asche / rüst Trauer um den Einzgen dir / ein bitteres Klagen! / Denn plötzlich wird kommen / der Plündrer an uns!
19184#Jeremia,6,27#27. Zum Prüfer setzt ich dich in meinem Volk nach Schätzen / so merk und prüfe ihren Weg! /
19185#Jeremia,6,28#28. Sie alle sind trutztrotzig / gehn um mit Verleumdung / nur Kupfer sie und Eisen / verdorben sie alle. /
19186#Jeremia,6,29#29. Es brennt der Blasebalg vom Feuer - / am Ende ists Blei! / Umsonst hat mans geschmelzt / nicht schieden sich die Schlacken. /
19187#Jeremia,6,30#30. Verworfnes Silber nennt man sie / denn der Ewge hat sie verworfen!»
19188#Jeremia,7,1#1. Das Wort, das an Jirmejahu erging vom Ewigen, besagend:
19189#Jeremia,7,2#2. «Tritt ins Tor des Hauses des Ewigen und rufe dort dieses Wort und sprich: Hört das Wort des Ewigen, ganz Jehuda, die ihr eingeht in diese Tore, euch vor dem Ewigen niederzuwerfen!
19190#Jeremia,7,3#3. So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Bessert eure Wege und eure Taten, dann will ich euch wohnen lassen an dieser Stätte.
19191#Jeremia,7,4#4. Verlaßt euch nicht auf die Worte des Trugs, da man spricht: Des Ewigen Tempel, des Ewigen Tempel, des Ewigen Tempel ist dies!
19192#Jeremia,7,5#5. Sondern, nur wenn ihr eure Wege und eure Taten bessert, wenn ihr Recht übt zwischen einem Menschen und seinem Genossen,
19193#Jeremia,7,6#6. Fremdling, Waise und Witwe nicht bedrückt und unschuldig Blut nicht vergießt an dieser Stätte und anderen Göttern nicht nachgeht, euch zum Unheil:
19194#Jeremia,7,7#7. Dann will ich euch wohnen lassen an dieser Stätte, in dem Land, das ich euren Vätern gegeben, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
19195#Jeremia,7,8#8. Seht, ihr verlaßt euch auf die Worte des Trugs, zu keinem Nutzen!
19196#Jeremia,7,9#9. Ha! Stehlen, morden, ehebrechen, falsch schwören, dem Baal räuchern und anderen Göttern nachgehn, die ihr nicht kennt,
19197#Jeremia,7,10#10. und dann kommt ihr und tretet vor mich in diesem Haus, über dem mein Name genannt wird, und sprecht: ,Wir sind gerettet!' - um all diese Greuel zu tun!
19198#Jeremia,7,11#11. Ja, ward denn eine Räuberhöhle dieses Haus, über dem mein Name genannt wird, in euren Augen? Doch auch ich habe es gesehen! ist des Ewigen Spruch.
19199#Jeremia,7,12#12. So geht doch hin an meine Stätte in Schilo, wo ich vormals meinen Namen wohnen ließ, und seht, was ich ihr getan ob der Bosheit meines Volkes Jisraël!
19200#Jeremia,7,13#13. Und nun, weil ihr alle diese Taten tut, ist des Ewigen Spruch, und ich zu euch sprach, allmorgen wieder sprach, und ihr nicht hörtet, und euch rief, und ihr nicht antwortet:
19201#Jeremia,7,14#14. So will ich diesem Haus, über dem mein Name genannt wird, auf das ihr euch verlaßt, und dieser Stätte, die ich euch und euren Vätern gegeben, so tun, wie ich Schilo getan!
19202#Jeremia,7,15#15. Und ich schleudere euch fort aus meinem Angesicht, wie ich alle eure Brüder fortgeschleudert habe, allen Samen Efraims.
19203#Jeremia,7,16#16. Und du, bete nicht für dieses Volk, erhebe nicht für sie Flehen und Gebet und dringe nicht in mich, denn ich höre dich nicht.
19204#Jeremia,7,17#17. Siehst du nicht, was sie tun in den Städten Jehudas und den Gassen Jeruschalaims?
19205#Jeremia,7,18#18. Die Kinder lesen Holz auf, die Väter setzen das Feuer in Brand, und die Frauen kneten Teig, um Bildkuchen für die Himmelskönigin zu formen, und man gießt Gußspenden anderen Göttern, um mich zu kränken.
19206#Jeremia,7,19#19. Kränken sie denn mich? ist des Ewigen Spruch. Nicht vielmehr sich selbst, zur Beschämung ihres Angesichts?
19207#Jeremia,7,20#20. Darum spricht so Gott, der Herr: Sieh, mein Zorn und Grimm ergießt sich über diese Stätte, über Mensch und Vieh, über den Baum des Feldes und die Frucht des Bodens, und brennt und löscht nicht aus!
19208#Jeremia,7,21#21. So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Schlagt eure Hochopfer zu euren Schlachtungen und eßt das Fleisch!
19209#Jeremia,7,22#22. Denn ich sprach nicht zu euren Vätern und befahl ihnen nichts am Tag, da ich sie aus dem Land Mizraim führte, wegen Hoch- und Schlachtopfern.
19210#Jeremia,7,23#23. Sondern dieses Wort befahl ich ihnen: ,Hört auf meine Stimme! Dann will ich euch Gott sein, und ihr sollt mir Volk sein. Und wandelt ganz auf dem Weg, den ich euch gebiete, daß es euch wohlergehe.'
19211#Jeremia,7,24#24. Sie aber hörten nicht und neigten ihr Ohr nicht, sondern gingen entschlossen dahin in der Starrheit ihres bösen Herzens und wurden zum Rücken und nicht zum Antlitz.
19212#Jeremia,7,25#25. Von dem Tag an, da eure Väter aus dem Land Mizraim zogen, bis zu diesem Tag schickte ich euch alle meine Knechte, die Gottbegeisteten, schickte sie allmorgen wieder.
19213#Jeremia,7,26#26. Sie aber hörten nicht auf mich und neigten ihr Ohr nicht und steiften ihren Nacken, schlimmer als ihre Väter.
19214#Jeremia,7,27#27. Und redest du zu ihnen all diese Worte, werden sie auf dich nicht hören, und rufst du ihnen zu, werden sie dir nicht antworten.
19215#Jeremia,7,28#28. So sprich zu ihnen: Dies ist das Volk, das auf die Stimme des Ewigen, seines Gottes, nicht gehört und nicht Zucht genommen! Dahin ist die Wahrhaftigkeit und getilgt aus ihrem Mund!
19216#Jeremia,7,29#29. Scher ab dein Weihhaar, wirf es hin / stimm an die Klage an den Auen / dieweil verwarf, verstieß der Ewige / das Geschlecht seines Zorns.
19217#Jeremia,7,30#30. Denn die Söhne Jehudas taten, was böse ist in meinen Augen, ist des Ewigen Spruch. Sie haben ihre Greuel getan in das Haus, über dem mein Name genannt wird, um es zu verunreinigen,
19218#Jeremia,7,31#31. und sie haben die Kultkammern des Tofet im Tal Ben-Hinnom gebaut, um ihre Söhne und Töchter im Feuer zu verbrennen - was ich nicht geboten und was mir nie in den Sinn gekommen!
19219#Jeremia,7,32#32. Darum, sieh, da kommen Tage, ist des Ewigen Spruch, da wird man nicht mehr sagen: ,Das Tofet und Tal Ben-Hinnom', sondern ,Würgetal', und im Tofet wird man begraben, weil kein Platz ist.
19220#Jeremia,7,33#33. Und dienen wird das Aas dieses Volkes zum Fraß dem Vogelvolk des Himmels und dem Getier der Erde, und niemand wird sie scheuchen.
19221#Jeremia,7,34#34. Und ich werde austilgen aus den Städten Jehudas und den Gassen Jeruschalaims den Schall des Jubels und der Freude, den Schall von Bräutigam und Braut, denn zur Wüstenei wird das Land werden.
19222#Jeremia,8,1#1. In jener Zeit, ist des Ewigen Spruch, da wird man die Gebeine der Könige Jehudas, die Gebeine seiner Oberen, die Gebeine der Priester, die Gebeine der Gottbegeisteten und die Gebeine der Bewohner Jeruschalaims aus ihren Gräbern herausschaffen
19223#Jeremia,8,2#2. und wird sie ausbreiten vor Sonne, Mond und dem ganzen Himmelsheer, die sie geliebt und denen sie gedient haben, denen sie nachgegangen sind, die sie aufgesucht und denen sie sich niedergeworfen haben; sie werden nicht eingetan und bestattet werden, zum Dünger auf dem Ackerboden sollen sie werden.
19224#Jeremia,8,3#3. Und vorgezogen wird der Tod dem Leben von dem ganzen Überrest derer, die übriggeblieben sind von dieser bösen Sippschaft, die übriggeblieben an allen Orten, wohin ich sie verstoßen habe! ist der Spruch des Ewigen der Scharen.
19225#Jeremia,8,4#4. Und sprich zu ihnen: So spricht der Ewige: / Fällt man und steht nicht auf? / Kehrt ab sich, kehrt nicht um? /
19226#Jeremia,8,5#5. Warum brach los dies Volk, Jeruschalaim / in ewiger Abkehr / sie halten fest am Trug / verweigern die Umkehr? /
19227#Jeremia,8,6#6. Ich lauschte hin und hörte: / unwahr sie reden! / Nicht einen dauerts seiner Bosheit / zu sprechen: ,Was tat ich?' / Sie alle stürzen fort im Lauf / wie hin das Roß im Kampf stürmt. /
19228#Jeremia,8,7#7. Kennt selbst der Storch am Himmel / ja seine Zeiten / und Turtel, Schwalbe, Wandervogel / sie wahren ihrer Heimkunft Frist; / mein Volk nur, es kennt nicht / des Ewigen Recht! /
19229#Jeremia,8,8#8. Wie sprecht ihr: ,Weise sind wir! / Des Ewgen Weisung ist bei uns!' / Fürwahr, zum Truge schuf die Schrift / zu Lug die Schreiber! /
19230#Jeremia,8,9#9. Zuschanden sind die Weisen worden / bestürzt, ertappt. / Sie haben ja des Ewgen Wort verworfen - / welch Wissen bliebe ihnen?
19231#Jeremia,8,10#10. Drum geb ich andern ihre Weiber preis / an Erben ihre Äcker / denn von dem Kleinen bis zum Großen, alles / rafft Raub / vom Gottbegeisteten zum Priester, alles / übt Trug. /
19232#Jeremia,8,11#11. Sie heilen meines Volkes Bruch / dem Verschwärten / da sie da sprechen: ,Friede, Friede!' / Und ist kein Friede!
19233#Jeremia,8,12#12. Beschämt werden sie, da sie Greuel verübt! Aber auch Scham haben sie nicht, und zu erröten wissen sie nicht. Drum sollen sie fallen mit dem Fallenden, zur Zeit ihrer Ahndung sollen sie niederbrechen! spricht der Ewige.
19234#Jeremia,8,13#13. Will sammeln, fort sie schaffen, spricht der Ewige: / Sind keine Beeren da am Weinstock / und keine Feigen an dem Feigenbaum / und welk das Laub! / Und gab ich ihnen, schwindets ihnen fort!
19235#Jeremia,8,14#14. Was sitzen wir da? / Bergt euch und laßt uns kommen / in die festen Städte / und dort ersterben! / Denn er ließ uns, der Ewge, unser Gott, ersterben / tränkt uns mit giftgem Wasser / da wir dem Ewgen uns versündigt. /
19236#Jeremia,8,15#15. Man harrt des Friedens - ist kein Heil! / Der Zeit der Lindrung - sieh da: Schrecken! /
19237#Jeremia,8,16#16. Von Dan her wird laut / seiner Rosse Schnauben / vom jauchzenden Ruf seiner Ritter / erbebt alles Land. / Sie kommen und fressen / das Land und was es füllt / die Stadt und ihre Sassen. /
19238#Jeremia,8,17#17. Denn sieh, ich lasse los gegen euch Basilisken-Schlangen, gegen die es keine Beschwörung gibt, und sie werden euch beißen! ist des Ewigen Spruch.
19239#Jeremia,8,18#18. Getröstung mir im Kummer? / Mein Herz ist mir siech! /
19240#Jeremia,8,19#19. Horch! Wehgeschrei der Tochter meines Volkes / aus fernem Land: / ,Ist nicht der Ewige in Zijon / sein König nicht drin?' / Was kränkten sie mit ihren Bildern mich / Wahnwesen der Fremde? /
19241#Jeremia,8,20#20. Vorbei ist der Schnitt / die Sommerlese hin / uns war keine Hilfe! /
19242#Jeremia,8,21#21. Ob meines Volkes Sturz ward ich gebrochen / verfinstert hält Entsetzen mich gepackt! /
19243#Jeremia,8,22#22. Gibts keinen Balsam im Gil'ad? / Ist da kein Arzt? / Warum doch erwuchs nicht / meinem Volke Genesung? /
19244#Jeremia,8,23#23. Wer machte doch mein Haupt zur Flut / mein Aug zum Tränenquell / daß Tag und Nacht ich beweine / meines Volkes Erschlagne!
19245#Jeremia,9,1#1. Wer setzte in die Wüste mich / wo Wandrer nachten! / Ich wollt mein Volk verlassen / von ihnen gehn! / Denn Ehebrecher sind sie alle / Verräterrotte. /
19246#Jeremia,9,2#2. Da spannen ihre Zunge sie / der Lüge Bogen / und nicht zu Treuen siegen sie im Land. / Da sie von Bosheit fort zu Bosheit ziehn / und mich nicht kennen! / Ist des Ewigen Spruch. /
19247#Jeremia,9,3#3. Es hüte vor dem Freunde sich der Mann / traut keinem Bruder! / Denn jeder Bruder trachtet Trug / und jeder Traute trägt dich aus. /
19248#Jeremia,9,4#4. Ein jeder täuscht den Nächsten / sie reden nimmer wahr; / sie lehrten ihre Zunge / Lug reden, krümmen / sie können nicht (zurück). /
19249#Jeremia,9,5#5. Dein Weilen ist in Arglist Mitte / in Arglist wollen sie mich nimmer kennen! / Ist des Ewigen Spruch. /
19250#Jeremia,9,6#6. Darum spricht so der Ewige der Scharen: / Ich schmelze ein und prüfe sie! / Was tät ich anders ob der Tochter meines Volks? /
19251#Jeremia,9,7#7. Ein Mordpfeil ihre Zunge / Trug redet man / spricht mit dem Munde friedlich zu dem Nächsten / und legt im Herzen seinen Hinterhalt! /
19252#Jeremia,9,8#8. Sollt ihnen solches ich nicht ahnden? / Ist des Ewigen Spruch / sich meine Seele nicht / an solchem Volke rächen?
19253#Jeremia,9,9#9. Anheb ich über den Bergen / Gewein und Klage / und an den Auen der Wüste / das Totenlied. / Daß sie verheert, kein Mensch sie durchzieht / man nicht vernimmt der Herden Laut / des Himmels Vögel wie das Vieh / entflohn, enteilten!
19254#Jeremia,9,10#10. So mach Jeruschalaim ich zum Steingehäuf / zur Hausung der Schakale / Jehudas Städte mache ich zur Ödnis / drin keiner wohnt.
19255#Jeremia,9,11#11. Wer ist der weise Mann, der dies versteht, und zu dem des Ewigen Mund gesprochen? Der solls künden: Weswegen ging zugrund das Land, ward öde wie die Wüste, ohne Wandrer?
19256#Jeremia,9,12#12. Da hat der Ewige gesprochen: Weil sie verließen meine Weisung, die ich ihnen vorgelegt, nicht hörten auf meine Stimme und ihr nicht nachwandelten,
19257#Jeremia,9,13#13. sondern nachgingen der Starrheit ihres Herzens und den Baalen, an die ihre Väter sie gewöhnt.
19258#Jeremia,9,14#14. Darum spricht so der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Ich gebe ihnen, diesem Volk, Fluchkraut zu essen und Giftwasser zu trinken,
19259#Jeremia,9,15#15. zerstreue sie unter die Völker, die sie nicht gekannt, sie und ihre Väter, und sende das Schwert hinter ihnen drein, bis ich sie ausgetilgt!
19260#Jeremia,9,16#16. So spricht der Ewige der Scharen: Merkt auf und ruft die Klageweiber / daß her sie kommen / und nach den weisen Frauen schickt / auf daß sie kommen /
19261#Jeremia,9,17#17. hereilen, Klagelied ob uns erheben / daß unsre Augen Tränen triefen / und unsre Wimpern Wassers strömen. /
19262#Jeremia,9,18#18. Denn Jammerlaut erschallt von Zijon: / ,Wie sind wir verheert! / So sehr in Beschämung / da das Land wir verließen / man unsre Wohnstatt hingestürzt.' /
19263#Jeremia,9,19#19. Ja hört, ihr Fraun, des Ewgen Wort / und seines Mundes Rede fasse euer Ohr / lehrt eure Töchter Jammer / ein Weib das andre Totenlied. /
19264#Jeremia,9,20#20. Stieg ja der Tod in unsre Fensterluken / drang ein in unsre Paläste / die Kindlein auszurotten auf der Gasse / die Burschen von den Plätzen.
19265#Jeremia,9,21#21. Rede: So ist des Ewigen Spruch: / Da fällt der Menschen Aas / wie Dünger auf dem Feld / wie die Garbe hinterm Schnitter / und keiner nimmts auf.
19266#Jeremia,9,22#22. So spricht der Ewige: Nicht rühme sich der Weise seiner Weisheit, nicht rühme sich der Starke seiner Stärke, nicht rühme sich der Reiche seines Reichtums.
19267#Jeremia,9,23#23. Sondern des rühme sich, wer sich rühmen mag: Klug zu sein und mich zu erkennen, daß ich, der Ewige, Liebe, Recht und Gerechtigkeit auf Erden übe, denn daran habe ich Gefallen! ist des Ewigen Spruch.
19268#Jeremia,9,24#24. Sieh, Tage kommen, ist des Ewigen Spruch, da ahnde ichs an allem, was beschnitten ist an der Vorhaut:
19269#Jeremia,9,25#25. An Mizraim, an Jehuda, an Edom, an den Söhnen Ammons, an Moab und an allen Schläfengelockten, die die Wüste bewohnen. Denn alle Völker sind unbeschnitten - und das ganze Haus Jisraël: Unbeschnittenen Herzens.
19270#Jeremia,10,1#1. Hört das Wort, das der Ewige über euch redet, Haus Jisraël.
19271#Jeremia,10,2#2. So spricht der Ewige: Der Völker Weise lernet nicht / und vor des Himmels Wunderzeichen schreckt euch nicht / ob auch die Völker sich vor ihnen schrecken. /
19272#Jeremia,10,3#3. Denn was die Völker sich bestimmt - Wahn ists! / Denn Holz ists, das man aus dem Wald gehaun / vom Schnitzer angefertigt mit dem Meißel. /
19273#Jeremia,10,4#4. Mit Silber und mit Gold ziert er es aus / mit Nägeln, Hämmern schlägt man fest sie, daß nichts wankt /
19274#Jeremia,10,5#5. wie starre Säule sind sie, sprechen nicht / getragen werden sie, weil sie nicht schreiten. / Schreckt nicht vor ihnen, weil sie ja nicht schaden / und auch zu nützen steht bei ihnen nicht.
19275#Jeremia,10,6#6. Wo keiner ist wie du, o Ewiger! / Groß bist du, groß in Kraft dein Name. /
19276#Jeremia,10,7#7. Wer sollte dich nicht fürchten, Völkerkönig? / Denn dir kommts zu, weil unter aller Völker Weisen / in allen ihren Reichen keiner ist wie du! /
19277#Jeremia,10,8#8. Und allsamt sind sie töricht und sind dumm. / Der Wahngebilde Abgetanes, Holz ists /
19278#Jeremia,10,9#9. gedeckt mit Silber, das aus Tarschisch man gebracht / und Gold aus Ufas, Werk des Schnitzers und von Feinschmieds Händen / von Purpur, blau und rot, ist ihr Gewand / der Künstler Werk sie alle. /
19279#Jeremia,10,10#10. Der Ewge aber, Gott, ist wahr / er ist lebendger Gott und ewger König. / Vor seinem Zorn erbebt die Erde / und nicht ertragen Völker seinen Grimm.
19280#Jeremia,10,11#11. So sollt ihr zu ihnen sprechen-1-: ,Die Götter / die Himmel und Erden nicht gemacht / verschwinden von der Erd und unter diesem Himmel weg!' -1) aramäisch.++
19281#Jeremia,10,12#12. Der schuf in seiner Kraft die Erde / das Festland rüstete in seiner Weisheit / in seiner Kunst den Himmel spannte. /
19282#Jeremia,10,13#13. Hebt er die Stimme, braust im Himmel Wasser / läßt Wolken schweben von der Erde Ende / er schuf dem Regen Blitze / und läßt den Wind aus seinen Kammern fahren. /
19283#Jeremia,10,14#14. Dumm steht da, ohne Wissen jeder Mensch / in Schanden jeder Feinschmied ob des Bilds / Lug ist sein Gußbild, ist kein Odem drin /
19284#Jeremia,10,15#15. Wahn sind sie, Truggemächt / zu ihrer Ahndung Zeit gehn sie zugrunde. /
19285#Jeremia,10,16#16. Nicht ist wie diese Jaakobs Anteil / denn Schöpfer ist des Alls er / und Jisraël ist seines Erbes Stamm / der Ewige der Scharen ist sein Name.
19286#Jeremia,10,17#17. Bring ein vom Land dein Gut, die du weilest in Belagerung.
19287#Jeremia,10,18#18. Denn so spricht der Ewige: Sieh, ich beschieße die Bewohner des Landes dieses Mal und belagere sie, daß sie es ausfinden.
19288#Jeremia,10,19#19. Ach mir ob meines Bruchs / wie weh meine Wunde! / Doch ich, ich dachte: / Das ist nun die Krankheit / ich muß sie tragen! /
19289#Jeremia,10,20#20. Mein Zelt ist verheert / all meine Stricke zerrissen! / Meine Söhne sind fort mir gezogen / sind nimmermehr da / mehr keiner, der da wieder spannt mein Zelt / errichtet meine Behänge. /
19290#Jeremia,10,21#21. Weil verdummt die Hirten / den Ewigen sie nicht gesucht; / drum merkten sie es nicht / und alle ihre Herde, sie zerstob.
19291#Jeremia,10,22#22. Horch, Kunde, sieh, kommt / und groß Gebrause von des Nordens Land / Jehudas Städte wüst zu machen / zur Hausung der Schakale.
19292#Jeremia,10,23#23. Ich weiß es, Ewiger / daß nicht beim Menschen steht sein Weg / beim Mann nicht, daß er führe / und richte seinen Schritt. /
19293#Jeremia,10,24#24. O züchtge, Ewger, mich, jedoch nach Recht / nach deinem Zorne nicht, machst mich sonst zu gering. /
19294#Jeremia,10,25#25. Gieß deinen Grimm aus auf die Völker / die dich nicht kennen / auf die Geschlechter, die nicht deinen Namen rufen. / Denn sie, sie haben Jaakob gefressen, aufgefressen / Garaus gemacht und seine Trift verödet.»
19295#Jeremia,11,1#1. Das Wort, das an Jirmejahu erging vom Ewigen, besagend:
19296#Jeremia,11,2#2. «Hört die Worte dieses Bundes und redet zu dem Mann von Jehuda und zu den Bewohnern Jeruschalaims!
19297#Jeremia,11,3#3. Und sprich zu ihnen: So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Verflucht der Mann, der nicht hört auf die Worte dieses Bundes,
19298#Jeremia,11,4#4. den ich euren Vätern geboten an dem Tag, da ich sie aus dem Land Mizraim führte, aus dem Eisenschmelzofen, indem ich sprach: Hört auf meine Stimme und tut danach, ganz wie ich euch gebiete. Dann sollt ihr mir Volk sein, und ich will euch Gott sein.
19299#Jeremia,11,5#5. Um den Schwur zu halten, den ich euren Vätern geschworen habe, ihnen ein Land zu geben, das von Milch und Honig fließt, wie dies heute ist!' - Und ich antwortete und sprach: ,Amen, Ewiger!'
19300#Jeremia,11,6#6. Dann sprach der Ewige zu mir: ,Rufe all diese Worte in den Städten Jehudas und den Gassen Jeruschalaims und sprich: Hört die Worte dieses Bundes und führt sie aus!
19301#Jeremia,11,7#7. Denn verwarnt habe ich eure Väter am Tag, da ich sie aus dem Land Mizraim heraufführte, bis zum heutigen Tag, allmorgen verwarnt, sprechend: Hört auf meine Stimme!
19302#Jeremia,11,8#8. Aber sie hörten nicht und neigten ihr Ohr nicht, sondern wandelten jeder in der Starrheit ihres bösen Herzens. Da brachte ich über sie alle Worte dieses Bundes, den ich auszuführen geboten, und den sie nicht ausgeführt.'
19303#Jeremia,11,9#9. Und der Ewige sprach zu mir: ,Gefunden hat sich Verschwörung an dem Mann von Jehuda und den Bewohnern Jeruschalaims.
19304#Jeremia,11,10#10. Sie sind zurückgekehrt zu den Sünden ihrer ersten Vorväter, die sich weigerten, meine Worte zu hören. Und sie gingen anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen; gebrochen hat das Haus Jisraël und das Haus Jehuda meinen Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen.
19305#Jeremia,11,11#11. Darum spricht so der Ewige: Sieh, ich bringe ihnen Unheil, aus dem sie nicht werden heraus können. Sie werden dann zu mir schreien, aber ich werde nicht auf sie hören.
19306#Jeremia,11,12#12. Dann werden die Städte Jehudas und die Bewohner Jeruschalaims hingehn und zu den Göttern schreien, denen sie räuchern; aber Hilfe werden die ihnen nicht bringen zur Zeit ihrer Not.
19307#Jeremia,11,13#13. Denn so zahlreich wie deine Städte waren deine Götter, Jehuda, und nach der Zahl der Gassen Jeruschalaims habt ihr Altäre erstellt für den Schandgötzen, Altäre, dem Baal zu räuchern. -
19308#Jeremia,11,14#14. Du aber bete nicht für dieses Volk und erhebe nicht für sie Flehen und Gebet; denn ich höre nicht zur Zeit, da sie mich wegen ihre Unglücks anrufen.
19309#Jeremia,11,15#15. Was hat's mit meinem Liebling / daß sie in meinem Haus / den Treubruch verübt? / Die Rabbim-1- / mitsamt dem Sar Kodesch-2- / laß von dir sie gehn! / Doch wie du schlecht bist / frohlockst du da noch! -1) Götzenherren.   2) heiligem Aberfürsten.++
19310#Jeremia,11,16#16. Frischgrüner Ölbaum, schön an Frucht und Wuchs / so nannt der Ewge deinen Namen. / Mit mächtgem Prasseln legt er Brand an ihn - / da splittert sein Gezweig!
19311#Jeremia,11,17#17. Der Ewige der Scharen, der dich gepflanzt, hat Unheil über dich geredet wegen der Bosheit des Hauses Jisraël und des Hauses Jehuda, die sie bei sich verübten, um mich zu kränken, indem sie dem Baal räucherten.'
19312#Jeremia,11,18#18. Der Ewge ließ michs wissen - und da wußt ichs / da zeigtest du mir ihr Treiben. /
19313#Jeremia,11,19#19. Ich aber war wie frommes Lamm / zur Schlachtbank geführt / und wußte nicht, daß wider mich / sie Pläne planten: / ,Laßt mit der Brotfrucht uns den Baum zerstören / und ihn vertilgen aus des Lebens Land / und seines Namens werde nimmermehr gedacht!'
19314#Jeremia,11,20#20. Der Ewige der Scharen aber richtet Recht / prüft Herz und Nieren. Laß deine Rache mich an ihnen sehn / denn dir hab meinen Streit ich offenbart!
19315#Jeremia,11,21#21. Darum spricht so der Ewige über die Männer von Anatot, die dir nach dem Leben trachten und sagen: ,Weissage nicht im Namen des Ewigen, daß du nicht stirbst durch unsere Hand!'
19316#Jeremia,11,22#22. Darum spricht so der Ewige der Scharen: Sieh, ich ahnde es an ihnen: Die Jungmannen werden durchs Schwert sterben, ihre Söhne und Töchter werden durch Hunger sterben.
19317#Jeremia,11,23#23. Und ein Rest wird ihnen nicht bleiben, wenn ich Unheil bringe über die Männer von Anatot, das Jahr ihrer Heimsuchung.
19318#Jeremia,12,1#1. Gerecht bist, Ewger, du, als daß ich mit dir stritte / muß dennoch mit dir rechtens reden: / Warum doch hat der Frevler Weg Gelingen? / In Ruhe leben alle Treuvergeßnen? /
19319#Jeremia,12,2#2. Du pflanztest sie, sie schlagen Wurzel auch / gehn auf, ja, tragen Frucht. / Nah bist du ihnen im Mund / doch fern ihrem Innern! /
19320#Jeremia,12,3#3. Du aber kennst mich, Ewiger / siehst mich und prüfst mein Herz bei dir! / Reiß sie wie Schafe zu der Schlachtbank hin / und weihe sie dem Tag des Würgens!
19321#Jeremia,12,4#4. Wie lang soll das Land kümmern, und das Kraut alles Feldes dorren? Wegen der Bosheit seiner Einwohner sind hingerafft Vieh und Vogel. Denn sie sprechen: ,Er sieht unsere Zukunft nicht!'
19322#Jeremia,12,5#5. Da du mit Männern liefst, und sie dich machtlos zeigten / wie willst du mit den Rossen dich verwetten? / Und: Fühlst im Friedenslande du dich sicher? / Wie willst du's machen in des Jardens Hochstand?
19323#Jeremia,12,6#6. Denn deine Brüder selbst und deines Vaters Haus, auch sie sind treulos gegen dich, auch sie rufen voll hinter dir her; trau ihnen nicht, wenn sie gütlich zu dir reden.
19324#Jeremia,12,7#7. Hab verlassen mein Haus / verstoßen mein Erbe / gegeben meiner Seele Liebste / in die Hand ihrer Feinde! /
19325#Jeremia,12,8#8. Es ward mir mein Erbe / wie der Löwe im Wald / erhob gegen mich sein Gebrüll. / Drum haß ich es!
19326#Jeremia,12,9#9. Ward Beutevögeln, Raubgetier mein Erbe? / Raubvögel rings darum! / Auf, holt des Feldes Tiere all heran / herbei zum Fraß! /
19327#Jeremia,12,10#10. Viel Hirten wüsteten mein Weinland / verdarben meinen Acker / verwandelten mein Lustgefild / zur öden Steppe /
19328#Jeremia,12,11#11. man hats zur Öde gemacht / es kümmert mir, verödet. / Verwüstet ist das ganze Land / denn niemand nimmts zu Herzen. /
19329#Jeremia,12,12#12. Über alle Auen der Wüste / sind Plünderer gekommen. Denn ein Schwert vom Ewigen frißt von einem Ende des Landes bis zum andern. Kein Friede allem Fleisch!
19330#Jeremia,12,13#13. Sie haben Weizen gesät und Dornen geerntet, sich abgeplackt ohne Nutzen. So werdet zuschanden an eurem Ertrag ob der Zornglut des Ewigen.
19331#Jeremia,12,14#14. So spricht der Ewige über alle meine bösen Nachbarn, die das Erbteil antasten, das ich meinem Volk Jisraël zum Besitz gegeben: Sieh, ich reiße sie aus ihrem Boden aus, und das Haus Jehuda reiße ich aus ihrer Mitte.
19332#Jeremia,12,15#15. Es wird aber sein, nachdem ich sie ausgerissen habe, will ich mich ihrer wieder erbarmen und sie zurückführen, jeden zu seinem Erbbesitz und jeden in sein Land.
19333#Jeremia,12,16#16. Und es soll sein, wenn sie die Wege meines Volkes lernen werden, in meinem Namen zu schwören: ,Es lebt der Ewige!', wie sie mein Volk gelehrt, beim Baal zu schwören - dann sollen sie aufgebaut werden inmitten meines Volkes.
19334#Jeremia,12,17#17. Wenn sie aber nicht hören werden, dann werde ich jenes Volk ausreißen, ausreißen und tilgen! ist des Ewigen Spruch.'
19335#Jeremia,13,1#1. So sprach der Ewige zu mir: ,Geh und kaufe dir einen linnenen Gurt und lege ihn an deine Hüften, aber in Wasser sollst du ihn nicht bringen.'
19336#Jeremia,13,2#2. Da kaufte ich den Gurt nach dem Wort des Ewigen und legte ihn an meine Hüften.
19337#Jeremia,13,3#3. Dann erging das Wort des Ewigen zum zweiten Mal an mich, besagend:
19338#Jeremia,13,4#4. ,Nimm den Gurt, den du gekauft, und der an deinen Hüften ist, mach dich auf und geh nach Perat und verbirg ihn dort in einer Spalte des Felsens.'
19339#Jeremia,13,5#5. Da ging ich hin und verbarg ihn in Perat, wie der Ewige mir geboten hatte.
19340#Jeremia,13,6#6. Es war nun nach Ablauf vieler Tage, da sprach der Ewige zu mir: ,Mach dich auf, geh nach Perat und nimm von dort den Gurt, den ich dir geboten dort zu verbergen.'
19341#Jeremia,13,7#7. Da ging ich nach Perat, grub nach und nahm den Gurt von der Stelle, woselbst ich ihn verborgen hatte. Und sieh, der Gurt war verdorben, taugte zu nichts mehr.
19342#Jeremia,13,8#8. Da erging an mich das Wort des Ewigen, besagend:
19343#Jeremia,13,9#9. ,So spricht der Ewige: So werde ich verderben den Stolz Jehudas und den großen Stolz Jeruschalaims!
19344#Jeremia,13,10#10. Dieses böse Volk, die sich weigern, auf meine Worte zu hören, die wandeln in der Starrheit ihres Herzens und anderen Göttern nachgehn, um ihnen zu dienen und sich ihnen niederzuwerfen, es wird wie dieser Gurt werden, der zu nichts mehr taugt.
19345#Jeremia,13,11#11. Denn wie der Gurt sich anlegt an des Mannes Hüften, so habe ich mir angelegt das ganze Haus Jisraël und das ganze Haus Jehuda, ist des Ewigen Spruch, daß es mir zum Volk werde und zu Ruf und Ruhm und Zier - aber sie haben nicht gehört.
19346#Jeremia,13,12#12. Und du sollst zu ihnen dieses Wort sprechen: So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Jeder Krug wird mit Wein gefüllt! Und wenn sie dann zu dir sprechen: ,Wissen wir denn nicht, daß jeder Krug mit Wein gefüllt wird?'
19347#Jeremia,13,13#13. so sollst du zu ihnen sprechen: So spricht der Ewige: Sieh, ich fülle alle Bewohner dieses Landes und die Könige, die auf Dawids Thron sitzen, die Priester, die Gottbegeisteten und alle Bewohner Jeruschalaims mit Trunkenheit
19348#Jeremia,13,14#14. und zerschmettere sie, einen an dem andern, und die Väter und die Kinder allesamt! - ist des Ewigen Spruch. Nicht Mitleid, Schonung, noch Erbarmen üb ich, sie nicht zu vernichten!
19349#Jeremia,13,15#15. O hört, merkt auf / seid nimmer stolz / da der Ewge gesprochen! /
19350#Jeremia,13,16#16. Gebt eurem Gott, dem Ewigen, die Ehre / eh's dunkel wird / eh daß sich eure Füße stoßen an dunkelnden Bergen! / Da hofft ihr auf Licht - / er machts zu Todesdüster / verkehrts in Finsternis! /
19351#Jeremia,13,17#17. Und hört ihrs nicht / weint im Geheimen meine Seele / vom Innern drin / es tränet, tränt / mein Auge fließt in Tränen / weil fortgetrieben / des Ewigen Herde!
19352#Jeremia,13,18#18. Sprich zum König und zur Herrscherin: Tiefnieder sitzt / da abgefallen euch vom Haupt / eurer Krone Pracht! /
19353#Jeremia,13,19#19. Des Südlands Städte sind geschlossen / und keiner tut auf / verschleppt ist völlig Jehuda / vollzählig verschleppt!
19354#Jeremia,13,20#20. Hebt eure Augen und seht / die da kommen von Norden! / Wo ist die Herde, die dir anvertraut / deiner Schafe Pracht?
19355#Jeremia,13,21#21. Was sagst du, wenn er dir die Rechnung macht? und du hast selbst sie ja an dich gewöhnt, die Leitböcke vornan. Ergreifen dich nicht Wehen / gleich gebärendem Weib? /
19356#Jeremia,13,22#22. Und sprichst du in deinem Herzen: / ,Warum traf dies mich?' / Ob deiner Sünden Menge / sind enthüllt deine Säume / entblößt deine Fersen! /
19357#Jeremia,13,23#23. Verwandelt seine Haut der Mohr / der Panther seine Flecken? / So könntet ihr auch gut tun / gewohnt des Bösen! /
19358#Jeremia,13,24#24. So laß ich sie stieben / wie Spreu verfliegt / zum Wind der Wüste. /
19359#Jeremia,13,25#25. Dies ist dein Los, dein Teil / von mir dir zugemessen / ist des Ewigen Spruch / weil mich du vergaßest / vertrautest auf Lug! /
19360#Jeremia,13,26#26. So schlag auch ich dir übers Antlitz deinen Saum / daß sichtbar werde deine Schande /
19361#Jeremia,13,27#27. dein Ehebrechen, deine geile Lust / deines Buhlens Treubruch / auf den Höhen im Feld; / ich sah deine Greuel! / Weh dir, Jeruschalaim / wirst nimmer rein / wie lange nachher noch!»
19362#Jeremia,14,1#1. Was als Wort des Ewigen an Jirmejahu erging wegen der Dürre:
19363#Jeremia,14,2#2. «Jehuda trauert / seine Tore schmachten / zu Boden düster / aufsteigt Jeruschalaims Schrei. /
19364#Jeremia,14,3#3. Die Hirten sandten ihre Knappen aus nach Wasser / sie kamen an die Gruben, fanden Wasser nicht / sie kehrten heim, leer ihr Gefäß / in Scham und Schanden hüllen sie ihr Haupt. /
19365#Jeremia,14,4#4. Des Bodens wegen, der erstarrt / da's keinen Regen gab im Land / sind verschämt die Bauern / und hüllen ihr Haupt. /
19366#Jeremia,14,5#5. Ja, auch die Hindin auf der Flur / gebiert und läßts / weil Grün nicht gekommen /
19367#Jeremia,14,6#6. Wildesel stehen an den Auen / Wind schlingend, wie Schakale / ihre Augen vergehn / weil Gras nicht ist.
19368#Jeremia,14,7#7. Wenn unsre Sünden zeugen gegen uns / o Ewger, tu um deines Namens willen / denn groß ist unser Abfall / dir haben wir gesündigt. /
19369#Jeremia,14,8#8. O Hoffnung Jisraëls / sein Retter in der Zeit der Not! / Warum bist wie ein Fremdsaß du im Land / und wie ein Wandrer, der zum Nachten eingekehrt? /
19370#Jeremia,14,9#9. Warum bist du wie ein bestürzter Mann / so wie ein Krieger, der nicht retten kann? / Bist doch in unsrer Mitte, Ewger, du / dein Name wird ja über uns genannt! / Laß uns nicht!»
19371#Jeremia,14,10#10. «So spricht der Ewige von diesem Volk: ,So liebten sie umherzuschweifen, ihre Füße schonten sie nicht. So hat der Ewige kein Gefallen an ihnen, nun gedenkt er ihrer Verfehlung und ahndet ihre Sünden.'
19372#Jeremia,14,11#11. Und der Ewige sprach zu mir: ,Bete nicht für dieses Volk um Heil!
19373#Jeremia,14,12#12. Wenn sie fasten, höre ich nicht auf ihr Rufen, und wenn sie Hochopfer und Mehlspende darbringen, habe ich kein Gefallen an ihnen; sondern durch Schwert, Hunger und Pest will ich sie tilgen.'
19374#Jeremia,14,13#13. Da sprach ich: ,Weh, Herr, Gott! Sieh, die Begeisteten sagen ihnen: Schwert sollt ihr nicht sehen, und Hunger soll euch nicht treffen, sondern währenden Frieden gebe ich euch an dieser Stätte.'
19375#Jeremia,14,14#14. Da sprach der Ewige zu mir: ,Lüge weissagen die Begeisteten in meinem Namen, ich habe sie nicht gesandt und nicht entboten und nicht zu ihnen geredet. Lügengesichte, Wahrsagerei voll Nichtigkeit und Trug aus ihrem eigenen Herzen weissagen sie euch.
19376#Jeremia,14,15#15. Darum spricht so der Ewige über die Begeisteten, die in meinem Namen weissagen, da ich sie nicht gesandt, und die da sprechen: ,Schwert und Hunger wird nicht in diesem Land sein': Durch Schwert und Hunger sollen jene Begeisteten schwinden.
19377#Jeremia,14,16#16. Das Volk aber, dem sie weissagen, soll hingeworfen liegen auf den Gassen Jeruschalaims vor Hunger und Schwert, und niemand sie bestatten, sie, ihre Weiber, ihre Söhne und ihre Töchter. Und ich will ihre Bosheit ausgießen über sie.
19378#Jeremia,14,17#17. Und sprich zu ihnen dieses Wort: ,Meine Augen gießen Tränen nachts und tags / nie endend / denn schweren Bruchs zerbrach die Jungfrau / meines Volkes Maid / ganz schmerzlichen Schlags! /
19379#Jeremia,14,18#18. Geh ich aufs Feld hinaus / sieh, Schwerterschlagne / und kehr zur Stadt ich ein / sieh, Hungers Siechtum! Denn Gottbegeisteter wie Priester zogen fort / in unbekanntes Land.
19380#Jeremia,14,19#19. Hast du Jehuda denn verworfen / ists, daß es deine Seele Zijons graut? / Was schlugst du uns, daß wir nicht Heilung finden? / Man harrt des Friedens - ist kein Heil / der Zeit der Lindrung - sieh da: Schrecken. /
19381#Jeremia,14,20#20. Wir kennen, Ewger, unsern Frevel / unsrer Väter Schuld / daß dir wir gesündigt. /
19382#Jeremia,14,21#21. Verwirf nicht, deines Namens wegen / entweih den Thron nicht deiner Herrlichkeit! / Gedenke, brich nicht deinen Bund mit uns! /
19383#Jeremia,14,22#22. Gibts bei der Völker Wahngebilden Regenspendende / und können sie vom Himmel Rieseln senden? / Bist du der Ewge, unser Gott nicht, des wir harren? / Denn du tust all dies!'»
19384#Jeremia,15,1#1. Und der Ewige sprach zu mir: «Wenn Mosche und Schemuël vor mich hinträten - würd' ich mich nicht zu diesem Volke kehren. Jag sie hinweg aus meinem Antlitz, daß sie fortgehn!
19385#Jeremia,15,2#2. Und wenn sie dann zu dir sprechen: ,Wohin sollen wir fortgehn?' So sprich zu ihnen: so spricht der Ewige: Wer des Todes - zum Tod! Wer des Schwerts - zum Schwert! Wer des Hungers - zum Hunger! Wer des Verschleppens - zur Verschleppung!
19386#Jeremia,15,3#3. Und ich bestelle über sie viererlei Gesippe, ist des Ewigen Spruch: Das Schwert - zu würgen; die Hunde - fortzuzerren; das Vogelvolk des Himmels und der Erde Getier - zu fressen und zu tilgen.
19387#Jeremia,15,4#4. Und ich will sie zum Schauder machen für alle Königreiche der Erde, um Menaschsches willen, des Sohnes Jehiskijahus, des Königs von Jehuda, ob dessen, was er in Jeruschalaim getan.
19388#Jeremia,15,5#5. Denn wer erbarmt sich dein, Jeruschalaim / wer zeigt dir Bedauern / wer tritt herzu / dich nach dem Wohl zu fragen? /
19389#Jeremia,15,6#6. Du hast mich verlassen / ist des Ewigen Spruch / bist rückwärts geschritten / so streck ich gegen dich die Hand / verderbe dich / laß nimmer michs geleiden! /
19390#Jeremia,15,7#7. Hab mit der Schaufel sie geworfelt / in des Landes Toren / beraubt hab ich der Kinder, hingetilgt mein Volk / sie kehrten nicht von ihren Wegen. /
19391#Jeremia,15,8#8. Mehr wurden seine Witwen mir / als der Sand der Meere / ich brachte ihnen, Jungmann mit der Mutter / den Plündrer am Mittag / ich senkte plötzlich über sie / Erschrecken und Angst. /
19392#Jeremia,15,9#9. Hinwelkt, die sieben geboren / verseufzt ihre Seele / da Tag noch, sank ihre Sonne / in Scham sie erblaßt! / Und ihren Rest geb ich dem Schwerte preis / vor ihren Feinden! / Ist des Ewigen Spruch.'
19393#Jeremia,15,10#10. Weh, Mutter, mir / daß du mich geboren / den Mann zu Streit und Hader / fürs ganze Land! / Hab keine Fordrung / fordert keiner mich - / und flucht mir alles!
19394#Jeremia,15,11#11. Es sprach der Ewige: ,Hab ich dich nicht zum Heil ersehn / trieb ich dich nicht zur Zeit von Not und Angst / des Feindes wegen! /
19395#Jeremia,15,12#12. Bricht Eisen, Eisen aus Norden / und Erz?
19396#Jeremia,15,13#13. Dein Gut und deine Schätze / geb ich zum Raub / nicht für Entgelt / ob all deiner Sünden / in all deinen Marken /
19397#Jeremia,15,14#14. und schaffs an deine Feinde / in Land, dir unbekannt. / Denn Feuer lodert auf in meinem Angesicht / brennt gegen euch.'
19398#Jeremia,15,15#15. Du weißt es, Ewiger / gedenke, denke mein! / und schaff Vergeltung mir an den Verfolgern / halt mich an deine Langmut nicht! / Bedenk, daß um dich / ich Schande getragen! /
19399#Jeremia,15,16#16. Fand deine Rede sich, ich schlang sie / es ward dein Wort mir / zur Freude und zur Wonne meines Herzens / weil über mir dein Name ist genannt / o Ewger, Gott der Scharen! /
19400#Jeremia,15,17#17. Nie saß im Kreis der Frohen ich / und war da fröhlich: / Ob deiner Hand saß einsam ich / da Grimms du mich erfüllt. /
19401#Jeremia,15,18#18. Warum ward ewig mir mein Schmerz / todweh meine Wunde / will nimmer heilen? / Bist wie ein Trugbach mir geworden / nicht währendes Wasser!
19402#Jeremia,15,19#19. Darum spricht so der Ewige: ,Kehrst um du, laß ich heim dich kehren / magst vor mir stehn! / Und wenn du Lautres vorbringst ohn Gemeines / bist wie mein Mund du. / Sie solln zu dir sich kehren / nicht du zu ihnen. /
19403#Jeremia,15,20#20. So setz ich dich vor diesem Volk / zur festen Mauer von Erz / daß sie dich bekämpfen / doch dir nicht ankönnen! / Denn mit dir bin ich, dir zu helfen / und dich zu retten! / Ist des Ewigen Spruch. /
19404#Jeremia,15,21#21. Ich rette aus der Hand der Bösen dich / befreie dich aus der Gewaltgen Faust.'
19405#Jeremia,16,1#1. Und es erging an mich das Wort des Ewigen, besagend:
19406#Jeremia,16,2#2. ,Du sollst dir kein Weib nehmen und sollst nicht Söhne und Töchter haben an diesem Ort!
19407#Jeremia,16,3#3. Denn so spricht der Ewige über die Söhne und über die Töchter, die an diesem Ort geboren werden, und über ihre Mütter, die sie gebären, und über ihre Väter, die sie zeugen in diesem Land:
19408#Jeremia,16,4#4. Qualvollen Todes werden sie sterben, werden nicht beklagt und nicht bestattet werden. Zum Dünger auf dem Ackerboden sollen sie werden, durch Schwert und Hunger sollen sie zugrundegehn, und ihr Aas soll dem Vogelvolk des Himmels und dem Getier der Erde zum Fraß dienen.
19409#Jeremia,16,5#5. Denn so spricht der Ewige: Komm nicht ins Feierhaus und geh nicht zum Klagen und zeig ihnen kein Bedauern, denn ich habe meinen Frieden fortgenommen von diesem Volk, ist des Ewigen Spruch, die Liebe und das Erbarmen.
19410#Jeremia,16,6#6. Und es sterben Groß und Klein in diesem Land und werden nicht bestattet, nicht klagt man noch ritzt man sich um sie, noch schert man sich ihretwegen kahl.
19411#Jeremia,16,7#7. Man bricht ihnen nicht Brot zur Trauer, zum Trost um einen Toten, und reicht ihnen nicht den Trostesbecher um Vater und Mutter.
19412#Jeremia,16,8#8. Und komm auch nicht ins Mahlhaus, mit ihnen zu sitzen, zu essen und zu trinken.
19413#Jeremia,16,9#9. Denn so spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Sieh, ich tilge aus diesem Ort, vor euren Augen und in euren Tagen, den Schall des Jubels und der Freude, den Schall von Bräutigam und Braut.
19414#Jeremia,16,10#10. Und es soll sein, wenn du diesem Volk all diese Worte verkündest, und sie zu dir sprechen: ,Weshalb hat der Ewige über uns all dieses große Unheil ausgesprochen, und was ist unsere Schuld und unsere Sünde, die wir gegen den Ewigen, unsern Gott, begangen haben?'
19415#Jeremia,16,11#11. dann sollst du zu ihnen sprechen: Weil eure Väter mich verließen, ist des Ewigen Spruch, und anderen Göttern nachgingen, ihnen dienten und sich vor ihnen niederwarfen, mich aber verließen und meine Weisung nicht wahrten.
19416#Jeremia,16,12#12. Ihr aber habt noch schlimmer gehandelt als eure Väter, und ihr wandelt, jeder in der Starrheit seines bösen Herzens, ohne auf mich zu hören.
19417#Jeremia,16,13#13. So will ich euch aus diesem Land fortschleudern in das Land, das ihr nicht gekannt, ihr und eure Väter, daß ihr dort anderen Göttern dienet Tag und Nacht, da ich euch keine Gnade geben werde.
19418#Jeremia,16,14#14. Darum, sieh, kommen Tage, ist des Ewigen Spruch, da wird man nicht mehr sagen: ,Es lebt der Ewige, der die Kinder Jisraël aus dem Land Mizraim heraufgeführt hat!',
19419#Jeremia,16,15#15. sondern: ,Es lebt der Ewige, der die Kinder Jisraël heraufgeführt hat aus dem Land des Nordens und aus all den Ländern, wohin er sie verstoßen!' Und ich werde sie zurückführen auf ihren Boden, den ich ihren Vätern gegeben.
19420#Jeremia,16,16#16. Sieh, ich sende nach vielen Fischern, ist des Ewigen Spruch, und sie sollen sie fischen, und danach sende ich nach vielen Fängern, und sie sollen sie fangen, von jedem Berg und jeder Höhe und aus den Spalten der Felsen.
19421#Jeremia,16,17#17. Denn meine Augen sind auf allen ihren Wegen, sie sind nicht verborgen vor mir, und ihre Schuld ist vor meinen Augen nicht versteckt.
19422#Jeremia,16,18#18. Und ich zahle erstwillig heim ein Doppel ihrer Schuld und ihrer Sünde, daß sie mein Land entweiht haben mit dem Aas ihrer Scheusale, und ihre Greuel mein Erbe erfüllten.'
19423#Jeremia,16,19#19. O Ewger, meine Macht und Burg / und meine Zuflucht an dem Tag der Not! / Zu dir hin werden Völker wallen / von der Erde Enden / und sprechen: / ,Nur Lug erwarben unsre Väter / nur Wahn, daran nichts frommt!'
19424#Jeremia,16,20#20. ,Kann der Mensch sich Götter machen? Die sind doch keine Götter!
19425#Jeremia,16,21#21. Drum tue ich ihnen kund, diesmal tue ich ihnen kund meine Macht und meine Gewalt, daß sie wissen, daß mein Name ist: Der Ewige!'
19426#Jeremia,17,1#1. Geschrieben ist Jehudas Sünde / auf eiserner Platte / hartsteinernem Obelisk / auf ihres Herzens Tafel eingegraben. . . . und an den Hörnern eurer Altäre.
19427#Jeremia,17,2#2. Wie sie ihrer Kinder gedenken, so ihrer Altäre und Weihbäume an grünem Gehölz, auf den hohen Höhen.
19428#Jeremia,17,3#3. Bergbewohner im Gefild, dein Gut, all deine Schätze geb ich zum Raub, deine Kultkammern um die Sünde in all deinen Marken.
19429#Jeremia,17,4#4. Und du wirst aus eigener Schuld dein Erbe lassen, das ich dir gegeben, und ich will dich deinen Feinden verknechten in einem Land, das du nicht kennst. Denn Feuer habt ihr entflammt in meinem Antlitz, das brennt für ewig!
19430#Jeremia,17,5#5. So spricht der Ewige: Verflucht der Mann / der auf Menschen vertraut / und Fleisch zu seinem Arm macht / vom Ewgen aber wendet sich sein Herz. /
19431#Jeremia,17,6#6. Er gleicht dem Kahlstrauch in der Steppensenke / der nie ersieht, daß Gutes käm / in Gluten in der Wüste weilt / in salzigem und unbewohntem Boden. /
19432#Jeremia,17,7#7. Gesegnet ist der Mann / der auf den Ewigen vertraut / und dessen Zuversicht der Ewige. /
19433#Jeremia,17,8#8. Er gleicht dem Baum, am Wasser eingepflanzt / der an dem Bach die Wurzeln streckt / der nie ersieht, daß Hitze käm / und dessen Laubwerk grünend bleibt / der in der Dürre Jahr nicht bangt / und nimmer aussetzt Frucht zu tragen.
19434#Jeremia,17,9#9. Verborgen mehr als alles ist das Herz / Unfaßbar: Wer mags kennen? /
19435#Jeremia,17,10#10. Ich, Ewiger, erforsch das Herz / erprob die Nieren / um jedem nach dem Wandel zu erstatten / der Frucht seiner Taten.
19436#Jeremia,17,11#11. Da rufts ,dagar', und hat doch nicht gelegt - / so ist, wer Reichtum schafft, nicht rechtens. / Muß ihn in seiner Tage Mitte lassen / an seinem Ende steht er schmählich da.
19437#Jeremia,17,12#12. Der Herrlichkeit Thron / von Urbeginn erhaben / unsres Heiligtums Stätte! /
19438#Jeremia,17,13#13. O Hoffnung Jisraëls, o Ewiger / die dich verlassen, werden all zuschanden. / Abtrünnig mir im Lande werden sie verzeichnet / daß sie den Quell lebendgen Wassers ließen / den Ewigen.
19439#Jeremia,17,14#14. Heil' Ewger mich, so werd ich heil / hilf mir, so wird mir Hilfe / denn du bist Ruhm mir! /
19440#Jeremia,17,15#15. Sieh an, sie sprechen zu mir: / Wo ist des Ewgen Wort? Mags kommen! /
19441#Jeremia,17,16#16. Doch ich, ich hab dem Hirten, dir nach nie gedrängt / und nach dem Unheilstage nicht begehrt / du weißt es. / Was kam von meinen Lippen / es lag vor deinem Antlitz! /
19442#Jeremia,17,17#17. Sei nicht zur Schrecknis mir / du, Zuflucht mir am Unheilstag! /
19443#Jeremia,17,18#18. Laß die Verfolger mein zuschanden werden / nicht mich in Schanden / laß sie sich ängsten und nicht mich in Angst. / Bring über sie des Unheils Tag / brich doppelt sie zu Bruch!
19444#Jeremia,17,19#19. So sprach der Ewige zu mir: «Geh und tritt in das Tor der Söhne des Volkes, durch das die Könige von Jehuda ein- und ausgehn, und in alle Tore Jeruschalaims.
19445#Jeremia,17,20#20. Und sprich zu ihnen: Hört das Wort des Ewigen, ihr Könige von Jehuda und ganz Jehuda und alle Bewohner Jeruschalaims, die ihr eingeht in diese Tore!
19446#Jeremia,17,21#21. So spricht der Ewige: Hütet euch um eures Lebens willen, daß ihr nicht Last aufladet am Sabbattag und sie in die Tore Jeruschalaims bringt!
19447#Jeremia,17,22#22. Und führt keine Last aus euren Häusern am Sabbattag und tut keinerlei Werk und heiligt den Sabbattag, wie ich euren Vätern geboten habe.
19448#Jeremia,17,23#23. Die aber hörten nicht und neigten ihr Ohr nicht, sondern steiften ihren Nacken, nicht zu hören und keine Zucht anzunehmen.
19449#Jeremia,17,24#24. So soll es sein: Wenn ihr auf mich hören werdet, ist des Ewigen Spruch, keine Last in die Tore dieser Stadt am Sabbattag zu bringen, und den Sabbattag zu heiligen, daß ihr keinerlei Werk an ihm tut:
19450#Jeremia,17,25#25. Dann werden eingehn in die Tore dieser Stadt Könige und Amtsobere, die auf dem Thron Dawids sitzen und mit Wagen und Rossen daherfahren, sie und ihre Amtsoberen, die Männer von Jehuda und Bewohner Jeruschalaims, und diese Stadt wird stehen für ewig.
19451#Jeremia,17,26#26. Dann werden (Leute) kommen aus den Städten Jehudas und der Umgebung Jeruschalaims, aus dem Land Binjamin, aus dem Tiefland, dem Gebirge und der Südsteppe, die Hochopfer, Schlachtungen und Mehlspende und Weihrauch darbringen und Huldigungsopfer bringen ins Haus des Ewigen.
19452#Jeremia,17,27#27. Wenn ihr aber nicht auf mich hört, den Sabbattag zu heiligen und keine Last aufzuladen und so in die Tore Jeruschalaims am Sabbattag zu kommen: So werde ich Feuer an seine Tore legen, und es wird die Paläste Jeruschalaims fressen und nicht erlöschen.»
19453#Jeremia,18,1#1. Das Wort, das an Jirmejahu erging vom Ewigen, besagend:
19454#Jeremia,18,2#2. «Auf, steig hinab zum Haus des Töpfers, und dort will ich dich meine Worte hören lassen.»
19455#Jeremia,18,3#3. Da stieg ich hinab zum Haus des Töpfers, und sieh, er tat sein Werk auf der Töpferscheibe.
19456#Jeremia,18,4#4. Mißriet ihm nun das Gefäß, das er machte aus dem Ton, der in der Hand des Töpfers war, dann machte er daraus wieder ein anderes Gefäß, wie es zu schaffen dem Töpfer recht erschien.
19457#Jeremia,18,5#5. Da erging an mich das Wort des Ewigen, besagend:
19458#Jeremia,18,6#6. ,Kann ich nicht wie dieser Töpfer euch tun, Haus Jisraël? ist des Ewigen Spruch. Seht, wie Ton in des Töpfers Hand seid ihr in meiner Hand, Haus Jisraël.
19459#Jeremia,18,7#7. Bald spreche ich aus über ein Volk und ein Reich, es auszuroden und zu reuten und zu vernichten;
19460#Jeremia,18,8#8. kehrt aber dieses Volk, über das ich gesprochen, um von seiner Bosheit, so lasse ich michs des Unheils gereuen, das ich ihm anzutun gedachte.
19461#Jeremia,18,9#9. Bald aber spreche ich aus über ein Volk und ein Reich, es zu bauen und zu pflanzen;
19462#Jeremia,18,10#10. tut es aber, was böse ist in meinen Augen, indem es nicht auf meine Stimme hört, so lasse ich michs des Guten gereuen, womit ich ihm wohlzutun gedachte. -
19463#Jeremia,18,11#11. Nun aber, sprich doch zum Mann von Jehuda und an die Bewohner Jeruschalaims: So spricht der Ewige: Sieh, ich schaffe über euch Unheil und plane einen Plan gegen euch; kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg, und bessert euren Wandel und eure Taten.
19464#Jeremia,18,12#12. Sie aber sagen: Vergeblich! Sondern unseren Gedanken wollen wir nachgehn und jeder den Starrsinn seines bösen Herzens ausführen.
19465#Jeremia,18,13#13. Darum spricht so der Ewige: Fragt doch um bei den Völkern: / Wer hörte dergleichen? / Gar Schauervolles beging / die Maid Jisraël. /
19466#Jeremia,18,14#14. Verläßt den Fels des Gebirges / des Libanons Schnee? / Versiegen die fernen, die kühlen / die fließenden Wasser? /
19467#Jeremia,18,15#15. Doch mich vergaß mein Volk / sie räuchern dem Trug / das bracht auf ihren Wegen sie zu Fall / der Ewigkeit Bahnen / daß sie die Steige gehn / bahnloser Pfade /
19468#Jeremia,18,16#16. ihr Land zu machen zum Geschnaube / zu ewgem Gezisch; / allwer vorbeizieht, schnaubt / und schüttelt sein Haupt. /
19469#Jeremia,18,17#17. Dem Oststurm gleich zerstäub ich sie / vorm Feind her. / Seh sie den Nacken zeigend, nicht das Antlitz / am Tag ihres Sturzes.'
19470#Jeremia,18,18#18. Und sie sprachen: ,Auf, laßt uns gegen Jirmejahu Pläne schmieden! / Denn nimmer wird dem Priester Weisung ausgehn / dem Klugen Rat / und Rede dem Begeisteten! / Auf, schlagen wir ihn mit der Zunge / daß aller seiner Worte wir nicht achten!' /
19471#Jeremia,18,19#19. Horch, Ewiger, auf mich / und hör auf meiner Gegner Stimme! /
19472#Jeremia,18,20#20. Zahlt man für Gutes Böses / daß eine Grube meinem Leben sie gehöhlt! / Gedenk, wie ich vor dir stand / von ihnen gut zu reden / von ihnen deinen Grimm zu wenden! /
19473#Jeremia,18,21#21. Darum gib ihre Söhne preis dem Hunger / und stürze sie ins Schwert / daß ihre Fraun der Kinder sind beraubt, verwitwet / und ihre Männer hingewürgt im Tod / die Jünglinge im Kampf vom Schwert erschlagen. /
19474#Jeremia,18,22#22. Wehschrein erschallt aus ihren Häusern / bringst plötzlich du die Heerschar über sie / denn eine Grube haben sie gehöhlt, um mich zu fangen / und Schlingen sie verscharrt für meine Füße. /
19475#Jeremia,18,23#23. Du aber, Ewger, kennst / all ihre Todespläne gegen mich. / Vergib nicht ihre Schuld / und ihre Sünde lösche nicht vor dir. / Laß sie vor dir gestürzt erliegen / zu deines Zornes Zeit mach dich an sie!»
19476#Jeremia,19,1#1. So sprach der Ewige: «Geh und kaufe eine Flasche, vom Töpfer (gefertigt), (du) und einige der Ältesten des Volkes und der Ältesten der Priester,
19477#Jeremia,19,2#2. und geh hinaus ins Tal Ben-Hinnom, das am Eingang zum Scherbentor liegt, und rufe dort die Worte aus, die ich zu dir reden werde.
19478#Jeremia,19,3#3. Und sprich: Hört das Wort des Ewigen, Könige von Jehuda und Bewohner Jeruschalaims! So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Sieh, ich bringe Unheil über diese Stätte, daß jedem, der davon hört, die Ohren gellen sollen!
19479#Jeremia,19,4#4. Darum, weil sie mich verließen und diese Stätte verfremdeten und an ihr andern Göttern räucherten, die sie nicht gekannt, ihre Väter und die Könige von Jehuda, und diese Stätte füllten mit dem Blut Unschuldiger,
19480#Jeremia,19,5#5. und weil sie die Kultkammern des Baal bauten, um ihre Kinder im Feuer zu verbrennen als Hochopfer dem Baal - was ich nie geboten und nie gesprochen, und was mir nie in den Sinn gekommen ist.
19481#Jeremia,19,6#6. Darum, sieh, kommen Tage, ist des Ewigen Spruch, da wird man diese Stätte nicht mehr nennen: Das Tofet und Tal Ben-Hinnom, sondern: Tal des Würgens.
19482#Jeremia,19,7#7. Und ich werde den Rat Jehudas und Jeruschalaims herausleeren an dieser Stätte, und sie durchs Schwert fallen lassen vor ihren Feinden und durch die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und ich werde ihr Aas dem Vogelvolk des Himmels und dem Getier der Erde zum Fraß preisgeben.
19483#Jeremia,19,8#8. Und ich werde diese Stadt zum Geschnaube und zum Gezisch machen; jeder, der an ihr vorbeizieht, wird schnauben und zischen ob all ihrer Wunden.
19484#Jeremia,19,9#9. Ich will sie verzehren lassen das Fleisch ihrer Söhne und das Fleisch ihrer Töchter, und jeder wird das Fleisch seines Nächsten essen, in Drängnis und Engnis, womit ihre Feinde und die, die ihnen nach dem Leben trachten, sie beengen.
19485#Jeremia,19,10#10. Dann zerbrich die Flasche vor den Augen der Männer, die mit dir gehen,
19486#Jeremia,19,11#11. und sprich zu ihnen: So spricht der Ewige der Scharen: So zerbreche ich dieses Volk und diese Stadt, wie man den Töpferkram zerbricht, daß er nie wieder heil werden kann! Und im Tofet wird man bestatten, weil kein Platz zum Bestatten sein wird.
19487#Jeremia,19,12#12. So will ich dieser Stätte tun, ist des Ewigen Spruch, und ihren Bewohnern, und diese Stadt dem Tofet gleichmachen.
19488#Jeremia,19,13#13. Dann werden die Häuser Jeruschalaims und die Häuser der Könige Jehudas wie die Stätte des Tofet sein, die unreinen, alle Häuser, auf deren Dächern sie allem Heer des Himmels räucherten und Gußopfer anderen Göttern spendeten.»
19489#Jeremia,19,14#14. Als nun Jirmejahu vom Tofet kam, wohin ihn der Ewige gesandt hatte, um zu weissagen, da trat er in den Hof des Hauses des Ewigen und sprach zu allem Volk:
19490#Jeremia,19,15#15. «So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Sieh, ich bringe über diese Stadt und über alle zu ihr gehörigen Städte all das Unheil, das ich über sie verkündet habe; denn sie haben ihren Nacken gesteift, nicht auf meine Worte zu hören.»
19491#Jeremia,20,1#1. Als aber der Priester Paschhur, der Sohn Immers - der war Oberaufseher im Haus des Ewigen - Jirmejahu diese Worte weissagen hörte,
19492#Jeremia,20,2#2. da schlug Paschhur Jirmejahu, den Gottbegeisteten, und tat ihn in das Kerkergewölbe, das im obern Binjamintor im Haus des Ewigen war.
19493#Jeremia,20,3#3. Es war aber am folgenden Tag, da ließ Paschhur Jirmejahu aus dem Kerkergewölbe heraus. Da sprach Jirmejahu zu ihm: «Nicht Paschhur nennt der Ewige deinen Namen, sondern: Schrecken ringsum.
19494#Jeremia,20,4#4. Denn so spricht der Ewige: Sieh, ich mache dich zum Schrecken dir und all deinen Freunden, und sie werden fallen durchs Schwert ihrer Feinde, da deine Augen es sehen, und ganz Jehuda gebe ich in die Hand des Königs von Babel; der wird sie nach Babel verschleppen und mit dem Schwert schlagen.
19495#Jeremia,20,5#5. Und ich gebe allen Reichtum dieser Stadt und all ihr Erarbeitetes und all ihren Prunk und alle Schätze der Könige Jehudas, gebe sie in die Hand ihrer Feinde, die sollen sie plündern und nehmen und nach Babel bringen.
19496#Jeremia,20,6#6. Du aber, Paschhur, und alle Bewohner dieses Hauses, ihr werdet in die Gefangenschaft gehen, nach Babel wirst du kommen, dort sterben und dort begraben werden, du und alle deine Freunde, denen du lügnerisch geweissagt hast!»
19497#Jeremia,20,7#7. «Verlocktest, Ewger, mich - / ich ließ mich locken / ergriffst mich, siegtest - / so ward ich zum Gelächter alletag / mein spottet alles. /
19498#Jeremia,20,8#8. Denn so ich rede, schrei ich / ruf Raub! Verheerung! / Ward ja des Ewgen Wort zu Schimpf / und Hohn mir alletag. /
19499#Jeremia,20,9#9. Sprach ich: ,Will sein nicht gedenken / nicht reden mehr in seinem Namen' - / so wards im Herzen mir wie brennend Feuer / verpreßt mir im Gebein / konnts in mich nicht schließen / vermocht es nicht! /
19500#Jeremia,20,10#10. Denn ich vernahm das Raunen Vieler / den Schrecken ringsumher: / ,Verkündets! Wollen wirs ihm künden!' / All meiner Freundschaft Leute / die auf mein Straucheln lauern: / ,Leicht läßt er sich bereden / daß wir ihm ankönnen / und unsre Rache an ihm nehmen!' /
19501#Jeremia,20,11#11. Der Ewge aber ist mit mir / wie gewaltiger Held; / drum werden meine Hetzer straucheln / und nicht ersiegen / sie werden arg zuschanden / da nichts sie erreichen / zu ewger Schmach, die nicht vergessen wird. /
19502#Jeremia,20,12#12. Du, Ewiger der Scharen / der prüft gerecht / schaut Herz und Nieren / laß deine Rache mich an ihnen sehn / denn dir hab meinen Streit ich offenbart. /
19503#Jeremia,20,13#13. Besingt den Ewgen, lobt den Ewigen / der rettet des Elenden Leben / aus der Hand der Bösen.
19504#Jeremia,20,14#14. Verflucht der Tag, da ich geboren / der Tag, da meine Mutter mich gebar, sei ungesegnet! /
19505#Jeremia,20,15#15. Verflucht der Mann, der meinem Vater Frohbotschaft brachte, sprach: / ,Geboren ist dir ein Sohn' / ihn so erfreute! /
19506#Jeremia,20,16#16. Es sei jener Mann / so wie die Städte, die der Ewge umgestürzt / sichs nicht geleidend. / Er höre Wehgeschrei am Morgen / Gelärm am Mittag! /
19507#Jeremia,20,17#17. Daß er vom Schoß mich nicht getötet! / Und wär die Mutter mir zum Grab / ihr Schoß ewig tragend!
19508#Jeremia,20,18#18. Warum denn kam ich aus dem Schoß hervor? / Um Mühsal zu erschaun und Kummer / daß schwinden in Schmach meine Tage!»
19509#Jeremia,21,1#1. Das Wort, das an Jirmejahu erging vom Ewigen, als der König Zidkijahu Paschhur, den Sohn Malkijas, und den Priester Zefanja, den Sohn Maasejas, zu ihm sandte mit den Worten:
19510#Jeremia,21,2#2. «Befrage doch für uns den Ewigen, denn Nebuchadrezzar, der König von Babel, bekriegt uns. Vielleicht wird der Ewige mit uns nach all seinen Wundertaten tun, daß er von uns abzieht?»
19511#Jeremia,21,3#3. Da sprach Jirmejahu zu ihnen: «So sollt ihr sprechen zu Zidkijahu:
19512#Jeremia,21,4#4. So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Sieh, ich wende die Kriegswaffen in eurer Hand, womit ihr wider den König von Babel und die Kasdäer, die euch bedrängen, außerhalb der Mauer ankämpft, und hole sie herein in diese Stadt.
19513#Jeremia,21,5#5. Dann will ich gegen euch kämpfen mit ausgestreckter Hand und mit starkem Arm, und mit Zorn und Grimm und großer Wut.
19514#Jeremia,21,6#6. Und ich werde die Bewohner dieser Stadt schlagen, so Mensch wie Vieh, in einer großen Pest sollen sie sterben.
19515#Jeremia,21,7#7. Und danach, ist des Ewigen Spruch, gebe ich Zidkijahu, den König von Jehuda, seine Diener, das Volk und die in dieser Stadt von der Pest, vom Schwert und vom Hunger Übriggebliebenen in die Hand Nebuchadrezzars, des Königs von Babel, und in die Hand ihrer Feinde und in die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und er wird sie schlagen, ins Schwert hinein, ohne Mitleid mit ihnen, ohne Schonung und ohne Erbarmen.
19516#Jeremia,21,8#8. Zu diesem Volk aber sprich: So spricht der Ewige: Seht, ich lege vor euch den Weg des Lebens und den Weg des Todes:
19517#Jeremia,21,9#9. Wer in dieser Stadt bleibt, wird durch Schwert, Hunger und Pest sterben; wer aber hinausgeht und zu den Kasdäern überläuft, die euch belagern, der wird am Leben bleiben, und sein Leben wird ihm zur Beute sein.
19518#Jeremia,21,10#10. Denn ich habe mein Antlitz gegen diese Stadt gesetzt zum Unheil und nicht zum Heil, ist des Ewigen Spruch. In die Hand des Königs von Babel wird sie gegeben werden, und er wird sie im Feuer verbrennen.
19519#Jeremia,21,11#11. Und zum Haus des Königs von Jehuda: Hört an des Ewigen Wort /
19520#Jeremia,21,12#12. Haus Dawids! / So spricht der Ewige: / Allmorgen übt Gericht / und rettet den Beraubten aus Bedrückers Hand / sonst fährt wie Feuer aus mein Grimm / und brennt, und keiner löscht / ob eurer Taten Bosheit.
19521#Jeremia,21,13#13. Ich will an dich, des Tales Sassin / des Felsens in der Ebene! / Ist des Ewigen Spruch. / Die ihr da denkt: / Wer könnt' herab zu uns? / Wer dringt in unsre Hausung? /
19522#Jeremia,21,14#14. Ich will es an euch ahnden / nach eurer Taten Frucht! / Ist des Ewigen Spruch. / Ich lege Feuer dann an ihren Wald / es frißt allum sie.
19523#Jeremia,22,1#1. So spricht der Ewige: Steig hinab in das Haus des Königs von Jehuda und rede dort dieses Wort
19524#Jeremia,22,2#2. und sprich: Höre das Wort des Ewigen, König von Jehuda, der du auf Dawids Thron sitzt, du und deine Diener und dein Volk, die durch diese Tore eingehn!
19525#Jeremia,22,3#3. So spricht der Ewige: Übt Recht und Gerechtigkeit, rettet den Beraubten aus des Bedrückers Hand, Fremdling, Waise und Witwe drückt nicht, beraubet nicht und unschuldig Blut vergießt nicht an dieser Stätte.
19526#Jeremia,22,4#4. Denn wenn ihr nach diesem Wort tut, dann werden in die Tore dieses Hauses Könige einziehen, die für Dawid auf seinem Thron sitzen, einherfahren mit Wagen und Rossen, er, seine Diener und sein Volk.
19527#Jeremia,22,5#5. Wenn ihr aber nicht auf diese Worte hört, so schwöre ich bei mir, ist des Ewigen Spruch, daß dieses Haus zur Wüstenei werden soll!
19528#Jeremia,22,6#6. Denn so spricht der Ewige über das Haus des Königs von Jehuda: Wie Gil'ad giltst du mir / des Libanon Gipfel. / Ob ich dich nicht zur Wüste mach / wie Städte, unbewohnt! /
19529#Jeremia,22,7#7. Verderber weih ich wider dich / den Mann und seine Waffen / die fällen deiner Zedern schönste / und werfen sie ins Feuer.
19530#Jeremia,22,8#8. Dann werden viele Völker an dieser Stadt vorbeiziehn und eins zum andern sprechen: ,Wofür hat der Ewige so dieser großen Stadt getan?'
19531#Jeremia,22,9#9. Und sie werden sagen: ,Dafür, daß sie den Bund des Ewigen, ihres Gottes, verließen und sich andern Göttern niederwarfen und ihnen dienten.'
19532#Jeremia,22,10#10. Beweint nicht den Toten / und klagt nicht um ihn! / Beweint den, der scheidet / denn nie kehrt er wieder / sein Geburtsland zu schauen!
19533#Jeremia,22,11#11. Denn so spricht der Ewige über Schallum, den Sohn Joschijahus, des Königs von Jehuda, der König wurde anstelle seines Vaters Joschijahu, der von diesem Ort hinauszog: Er kehrt nicht mehr dorthin zurück,
19534#Jeremia,22,12#12. sondern an dem Ort, wohin man ihn weggeführt hat, dort wird er sterben, und dieses Land wird er nicht mehr sehen!
19535#Jeremia,22,13#13. Weh, der sein Haus mit Unrecht baut / seine Söller mit Unbill / mit seinem Nächsten werkt umsonst / und seinen Lohn ihm nicht gibt! /
19536#Jeremia,22,14#14. Der spricht: / ,Ein Riesenhaus erbau ich / mit räumigen Söllern / brech Fenster dran / bälk es mit Zedern / bemal es mit Rotstein.'
19537#Jeremia,22,15#15. Bist so du König, daß du in Zedern wetteiferst? Gewiß, dein Vater, der aß und trank - er übte Recht und Gerechtigkeit, da war ihm wohl!
19538#Jeremia,22,16#16. Er sprach dem Armen und Elenden Recht, da ging es wohl! Heißt nicht das mich kennen? ist des Ewigen Spruch.
19539#Jeremia,22,17#17. Doch dir stehen Augen und Herz auf nichts als auf deinen Gewinn und darauf, unschuldig Blut zu vergießen und Druck und Erpressung zu üben.
19540#Jeremia,22,18#18. Darum spricht der Ewige so über Jehojakim, den Sohn Joschijahus, den König von Jehuda: Man wird um ihn nicht klagen: ,Ach Bruder!' und ,Ach Schwester!', nicht um ihn klagen ,Ach Herr!' und ,Ach Hoheit!'
19541#Jeremia,22,19#19. Wie einen Esel man vergräbt, wird er verscharrt, gezerrt und hingeworfen weit fort vor den Toren Jeruschalaims!
19542#Jeremia,22,20#20. Ersteig den Libanon und schrei / laß schallen im Baschan / von Abarim schrei, weil zerbrochen / all deine Liebsten! /
19543#Jeremia,22,21#21. Ich sprach zu dir, als es dir wohlging; / du sagtest: ,Ich hör nicht!' / Das war von jung auf deine Weise / daß du auf mich nicht hörtest. /
19544#Jeremia,22,22#22. All deine Führer führt der Wind fort / und deine Liebsten gehn gefangen. / Ja, dann kommst du in Schmach und Schanden / ob all deiner Bosheit. /
19545#Jeremia,22,23#23. Des Libanons Sassin / auf Zedern genistet / wie mitleidswert, da Wehen dir kommen / der Gebärenden Zittern!
19546#Jeremia,22,24#24. Ich lebe! ist des Ewigen Spruch: Wäre auch Konjahu, der Sohn Jehojakims, des Königs von Jehuda, ein Siegelring an meiner rechten Hand, wollt auch von da ich dich reißen
19547#Jeremia,22,25#25. und dich in die Hand derer geben, die dir nach dem Leben trachten, und in die Hand derer, vor denen dir graut, und in Nebuchadrezzars Hand, des Königs von Babel, und in die Hand der Kasdäer.
19548#Jeremia,22,26#26. Und ich schleudere dich und deine Mutter, die dich geboren, in anderes Land, darin ihr nicht geboren wurdet, und dort sollt ihr sterben.
19549#Jeremia,22,27#27. Aber in das Land, in das zurückzukehren sie ihre Seele richten, dorthin werden sie nicht zurückkehren.
19550#Jeremia,22,28#28. Ist ein verworfen, zerschlagen Gebild / der Mann Konjahu / ein Ding, das keiner will? / Warum ward fortgeschleudert / er und sein Same / geworfen in ein Land / das sie nicht kannten?
19551#Jeremia,22,29#29. Land, Land, Land! Höre das Wort des Ewigen!
19552#Jeremia,22,30#30. So spricht der Ewige: Schreibt ausgerodet diesen Menschen an / als Mann, dem Zeit des Lebens nichts gelingt / denn nicht vollbringts von seinem Samen / ein Mann, auf Dawids Thron zu sitzen / und Herrscher in Jehuda mehr zu sein.
19553#Jeremia,23,1#1. Weh, Hirten / die verlaufen lassen und zerstreun / die Schafe meiner Hut! / Ist des Ewigen Spruch.
19554#Jeremia,23,2#2. Darum spricht so der Ewige, Jisraëls Gott, über die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Schafe zerstreut und versprengt und sie nicht aufgesucht - so will ich an euch heimsuchen die Bosheit eurer Taten! ist des Ewigen Spruch.
19555#Jeremia,23,3#3. Dann will ich den Rest meiner Schafe sammeln aus all den Ländern, dahin ich sie versprengt habe, und sie zurückführen zu ihrer Trift, und sie werden fruchten und sich mehren.
19556#Jeremia,23,4#4. Und ich werde Hirten über sie bestellen, die sie weiden sollen, und sie werden nicht mehr fürchten noch erschrecken noch vermißt werden! ist des Ewigen Spruch.
19557#Jeremia,23,5#5. Sieh, Tage kommen, ist des Ewigen Spruch, da will ich Dawid erstehen lassen einen gerechten Sproß, der wird als König herrschen und weise handeln und Recht und Gerechtigkeit üben im Land.
19558#Jeremia,23,6#6. In seinen Tagen wird Jehuda Hilfe werden und Jisraël in Sicherheit wohnen. Und dies ist der Name, mit dem man ihn nennen wird: ,Der Ewige ist unsere Gerechtigkeit.' -
19559#Jeremia,23,7#7. Darum, sieh, kommen Tage, ist des Ewigen Spruch, da wird man nicht mehr sagen: ,Es lebt der Ewige, der die Kinder Jisraël aus dem Land Mizraim heraufgeführt hat',
19560#Jeremia,23,8#8. sondern: ,Es lebt der Ewige, der heraufgeführt und gebracht hat den Samen des Hauses Jisraël aus dem Land des Nordens und aus all den Ländern, wohin ich sie versprengt habe, daß sie auf ihrem Boden wohnen.'»
19561#Jeremia,23,9#9. Betreffs der Begeisteten: «Gebrochen ist mein Herz in mir / es bebt all mein Gebein / ward wie ein trunkner Mensch / ein Mann, den Wein überströmt / vor des Ewigen Antlitz / und seinen heilgen Worten. /
19562#Jeremia,23,10#10. Von Ehebrechern voll ist ja das Land - / denn vor dem Fluche kümmert hin das Land / erdorren die Auen der Trift. / Ihr Tummeln, böse war es / ihr Siegen: Unrecht. /
19563#Jeremia,23,11#11. Denn Gottbegeisteter wie Priester freveln / in meinem Haus selbst fand ich ihre Bosheit / ist des Ewigen Spruch. /
19564#Jeremia,23,12#12. Drum werde ihnen ihr Weg / wie Glattfels im Dunkel / sie stoßen sich und fallen drein. / Denn Unheil bring ich über sie / das Jahr ihrer Ahndung! Ist des Ewigen Spruch.
19565#Jeremia,23,13#13. Auch bei den Begeisteten Schomerons sah ich (Verstreichen mit) Spucke: Sie weissagten durch den Baal und führten mein Volk Jisraël irre.
19566#Jeremia,23,14#14. Doch bei Jeruschalaims Begeisteten sah ich Grauenvolles: Ehebruch, Wandeln im Lug, und daß sie der Übeltäter Hände festigten, daß sie nicht umkehrten, jeglicher von seiner Bosheit. Sie wurden mir alle wie Sedom, und ihre Bewohner wie Amora.
19567#Jeremia,23,15#15. Darum spricht so der Ewige der Scharen über die Begeisteten: Sieh, ich gebe ihnen Fluchkraut zu essen und Giftwasser zu trinken, denn von Jeruschalaims Begeisteten ist Verruchtheit ausgegangen über das ganze Land.
19568#Jeremia,23,16#16. So spricht der Ewige der Scharen: Hört nicht auf die Worte der Begeisteten, die euch weissagen! Sie narren euch nur! Ihres Herzens Schau künden sie und nicht aus des Ewigen Mund!
19569#Jeremia,23,17#17. Da sprechen sie zu meinen Verächtern: ,Der Ewige hat geredet: Friede wird euch sein!' Und jedem, der in seines Herzens Starrheit wandelt, dem sagen sie: ,Nichts Böses kommt über euch!'
19570#Jeremia,23,18#18. Denn wer stand in des Ewigen Rat und schaute und hörte sein Wort? Wer lauschte seinem Wort und hörte es?
19571#Jeremia,23,19#19. Sieh, der Wetterwind des Ewigen bricht grimmig los und drohender Sturm; auf der Frevler Haupt fährt er herab.
19572#Jeremia,23,20#20. Nicht wird der Zorn des Ewigen umkehren, bis er ausgeführt und vollbracht hat das Trachten seines Herzens. In späten Tagen werdet ihr des inne.
19573#Jeremia,23,21#21. Nicht sandt ich die Begeisteten - / doch sie, sie liefen! / Nicht redet ich zu ihnen - / doch sie weissagten! /
19574#Jeremia,23,22#22. Wenn drum in meinem Rat sie standen / so sollten meinem Volk sie meine Worte künden / fort sie vom bösen Wege wenden / vom Arg ihrer Taten. /
19575#Jeremia,23,23#23. Bin ich ein Gott nur nahhin / ist des Ewigen Spruch / und nicht auch fernhin Gott? /
19576#Jeremia,23,24#24. Verbärg ein Mann sich im Verborgensten / und säh ich ihn nicht? / Ist des Ewigen Spruch. / Füll ich den Himmel und die Erde nicht? / Ist des Ewigen Spruch.
19577#Jeremia,23,25#25. Ich habs gehört, wie die Begeisteten, die in meinem Namen Lug weissagen, sprechen: ,Ich träumte, ich träumte!'
19578#Jeremia,23,26#26. Bis wann? Steht das im Herzen der Begeisteten, die Lug weissagen, der Begeisteten aus ihres Herzens Trug,
19579#Jeremia,23,27#27. daß sie denken, mein Volk meinen Namen vergessen zu machen durch ihre Träume, die sie einander erzählen, wie ihre Väter meinen Namen über dem Baal vergaßen?
19580#Jeremia,23,28#28. Der Begeistete, dem ein Traum geworden, erzähle den Traum; doch wem mein Wort geworden, der rede mein wahrhaft Wort! Was soll das Stroh beim Korn? ist des Ewigen Spruch.
19581#Jeremia,23,29#29. Ist so nicht mein Wort: Wie Feuer, ist des Ewigen Spruch, und wie der Hammer, der den Felsen trümmert?
19582#Jeremia,23,30#30. Darum, sieh, will ich an die Begeisteten, ist des Ewigen Spruch, die meine Worte stehlen einer von dem andern!
19583#Jeremia,23,31#31. Ja, ich will an die Begeisteten, ist des Ewigen Spruch, die ihre Zunge glätten und sprechen: (Gottes) Spruch!
19584#Jeremia,23,32#32. Sieh, ich will an sie, die mit Lügenträumen weissagen, ist des Ewigen Spruch, und sie erzählen und mein Volk irreführen mit ihren Lügen und Prahlereien - wo ich doch sie nicht gesandt und nicht entboten - und Nutzen diesem Volk nicht bringen! ist des Ewigen Spruch.
19585#Jeremia,23,33#33. Wenn dich aber dieses Volk oder der Begeistete oder Priester fragt und spricht: ,Was ist der Ausspruch-1- des Ewigen?' so sprich zu ihnen: ,Was, der Anspruch-2-? Ich will euch fahren lassen! ist des Ewigen Spruch.' -1) -+Massa-.   2) -+massa, maschscha-.++
19586#Jeremia,23,34#34. Begeisteter und Priester aber, und Volk, das sagt: ,Ausspruch des Ewigen', an jenem Mann und seinem Haus will ich es ahnden!
19587#Jeremia,23,35#35. So sollt ihr sprechen einer zum andern und jeder zum Bruder: ,Was hat der Ewige geantwortet', und: ,Was hat der Ewige geredet?'
19588#Jeremia,23,36#36. Aber ,Ausspruch des Ewigen' sollt ihr nicht mehr erwähnen, denn ,Anspruch' ist für jedermann die ihm eigene Sache. So hättet ihr die Worte des lebendigen Gottes verdreht, des Ewigen der Scharen, unseres Gottes.
19589#Jeremia,23,37#37. So sollst du zum Begeisteten sprechen: ,Was hat dir der Ewige geantwortet', und: ,Was hat der Ewige geredet?'
19590#Jeremia,23,38#38. Wenn ihr aber ,Ausspruch des Ewigen' sagt - darum spricht der Ewige also: Weil ihr dieses Wort sagt: ,Anspruch des Ewigen', wo ich zu euch entsandt und gesprochen: Ihr sollt nicht sagen: ,Anspruch des Ewigen!',
19591#Jeremia,23,39#39. darum, sieh, will ich euch als Schuldanspruch behandeln und euch fahren lassen, euch und die Stadt, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, aus meinem Angesicht!
19592#Jeremia,23,40#40. Und ich lege auf euch ewigen Schimpf und ewige Schande, die nie vergessen wird!»
19593#Jeremia,24,1#1. «Schauen ließ mich der Ewige: Sieh, da waren zwei Körbe Feigen bereitgestellt vor dem Tempel des Ewigen - nachdem Nebuchadrezzar, der König von Babel, Jechonjahu, den Sohn Jehojakims, des Königs von Jehuda, und die Obersten Jehudas und Schmied und Schlosser aus Jeruschalaim fortgeführt und nach Babel gebracht hatte. -
19594#Jeremia,24,2#2. Der eine Korb mit sehr guten Feigen wie die Feigen der Frühreife und der andere Korb sehr schlechte Feigen, die man, weil sie so schlecht, nicht essen konnte.
19595#Jeremia,24,3#3. Dann sprach der Ewige zu mir: ,Was siehst du, Jirmejahu?' Und ich sprach: ,Feigen! Die guten Feigen sind sehr gut, die schlechten aber sehr schlecht, daß man sie, weil sie so schlecht sind, nicht essen kann.'
19596#Jeremia,24,4#4. Da erging an mich das Wort des Ewigen, besagend:
19597#Jeremia,24,5#5. ,So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Wie diese guten Feigen, so kennzeichne ich die Deportierten Jehudas, die ich von diesem Ort ins Land der Kasdäer habe ziehen lassen, zum Guten.
19598#Jeremia,24,6#6. Und ich richte mein Auge auf sie zum Guten, führ sie heim in dieses Land, bau sie auf und reiß nicht ein, und pflanze sie und reiße nimmer aus.
19599#Jeremia,24,7#7. Und ich gebe ihnen ein Herz, mich zu erkennen, daß ich der Ewige bin. Und sie sollen mir Volk sein, und ich ihnen Gott, wenn sie mit ihrem ganzen Herzen zu mir zurückkehren.
19600#Jeremia,24,8#8. Aber wie die schlechten Feigen, die, weil sie so schlecht sind, nicht gegessen werden können, so spricht der Ewige, so will ich Zidkijahu, den König von Jehuda, machen, seine Obersten und den Überrest Jeruschalaims, die in diesem Land zurückbleiben und die im Land Mizraim wohnen.
19601#Jeremia,24,9#9. Und ich will sie zum Schauder, zum Unheil machen für alle Königreiche der Erde, zum Schimpf und zum Gleichnis, zum Gerede und zum Fluch an allen Orten, wohin ich sie verstoße.
19602#Jeremia,24,10#10. Und ich entsende gegen sie das Schwert, den Hunger und die Pest, bis sie von dem Boden getilgt sind, den ich ihnen und ihren Vätern gegeben habe.»
19603#Jeremia,25,1#1. Das Wort, das an Jirmejahu erging über alles Volk Jehudas im vierten Jahr Jehojakims, des Sohnes Joschijahus, des Königs von Jehuda, das ist das erste Jahr Nebuchadrezzars, des Königs von Babel,
19604#Jeremia,25,2#2. das Jirmejahu, der Gottbegeistete, redete zu allem Volk Jehudas und zu allen Bewohnern Jeruschalaims, sprechend:
19605#Jeremia,25,3#3. «Seit dem dreizehnten Jahr Joschijahus, des Sohnes Amons, des Königs von Jehuda, bis zu diesem Tag, seit dreiundzwanzig Jahren erging das Wort des Ewigen an mich, und ich redete zu euch allmorgen wieder, ihr aber hörtet nicht.
19606#Jeremia,25,4#4. Und der Ewige sandte zu euch alle seine Diener, die Gottbegeisteten, allmorgen wieder - ihr aber hörtet nicht und neigtet nicht euer Ohr zu hören -
19607#Jeremia,25,5#5. sprechend: ,Kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg und von der Bosheit eurer Taten, daß ihr wohnen bleibt auf dem Boden, den der Ewige euch und euren Vätern gegeben, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
19608#Jeremia,25,6#6. Und wandelt nicht anderen Göttern nach, ihnen zu dienen und euch vor ihnen niederzuwerfen, und kränkt mich nicht durch eurer Hände Werk, daß ich euch nichts Böses tue.'
19609#Jeremia,25,7#7. Aber ihr hörtet nicht auf mich, ist des Ewigen Spruch, um mich zu kränken durch eurer Hände Werk, euch zum Unheil.
19610#Jeremia,25,8#8. Darum spricht so der Ewige der Scharen: Weil ihr meine Worte nicht gehört,
19611#Jeremia,25,9#9. sieh, sende ich hin und hole herbei alle Geschlechter des Nordens, ist des Ewigen Spruch, und zu Nebuchadrezzar, dem König von Babel, meinem Knecht, und bringe sie über dieses Land und seine Bewohner und über all diese Völker ringsumher und banne sie und mache sie zum Geschnaube und Gezisch und zu Wüsteneien auf ewig,
19612#Jeremia,25,10#10. und ich tilge aus ihnen den Schall des Jubels und der Freude, den Schall von Bräutigam und Braut, den Schall der Mühle und der Lampe Licht.
19613#Jeremia,25,11#11. Da wird dieses ganze Land zu Wüstenei und Öde werden, und diese Völker werden dem König von Babel dienen, siebzig Jahre.
19614#Jeremia,25,12#12. Und es soll sein, wenn die siebzig Jahre voll sind, dann werde ich an dem König von Babel und an jenem Volk, ist des Ewigen Spruch, ihre Schuld heimsuchen und am Land der Kasdäer, und werde es zu ewiger Einöde machen,
19615#Jeremia,25,13#13. und ich lasse über jenes Land eintreffen alle meine Worte, die ich darüber geredet habe, alles was in diesem Buch niedergeschrieben ist, was Jirmejahu über alle Völker geweissagt hat.
19616#Jeremia,25,14#14. Denn auch sie nehmen viele Völker und große Könige zu Knechten, so will ich ihnen heimzahlen nach ihrem Tun und nach ihrer Hände Werk.»
19617#Jeremia,25,15#15. «Denn so sprach der Ewige, der Gott Jisraëls, zu mir: ,Nimm diesen Becher Zorneswein aus meiner Hand und gib ihn allen Völkern zu trinken, zu denen ich dich sende,
19618#Jeremia,25,16#16. daß sie trinken und toben und rasen vor dem Schwert, das ich unter sie sende.'
19619#Jeremia,25,17#17. Da nahm ich den Becher aus der Hand des Ewigen und gab allen Völkern zu trinken, zu denen mich der Ewige gesandt hatte:
19620#Jeremia,25,18#18. Jeruschalaim und den Städten Jehudas, ihren Königen und Oberen, sie zu Wüstenei und Einöde, zum Gezisch und Fluch zu machen - wie dies heute ist,
19621#Jeremia,25,19#19. Par'o, dem König von Mizraim, seinen Dienern, seinen Oberen und all seinem Volk
19622#Jeremia,25,20#20. und der ganzen Steppenniederung und allen Königen des Landes Uz, und allen Königen des Pelischtäerlandes, Aschkelon, Asa, Ekron und dem Rest von Aschdod;
19623#Jeremia,25,21#21. Edom, Moab, und den Söhnen Ammons.
19624#Jeremia,25,22#22. Und allen Königen von Zor und allen Königen von Zidon und allen Königen des Seelands jenseits des Meeres;
19625#Jeremia,25,23#23. Dedan, Tema, Bus und allen Schläfengelockten.
19626#Jeremia,25,24#24. Allen Königen Arabiens und allen Königen der Steppenniederung, die die Wüste bewohnen.
19627#Jeremia,25,25#25. Allen Königen der Simriter, allen Königen Elams und allen Königen Madais,
19628#Jeremia,25,26#26. und allen Königen des Nordens, einander nah und fern, und allen den Königreichen der Welt auf der Erde Fläche - aber der König (von) Scheschach-1- soll nach ihnen trinken. -1) Babel.+ +
19629#Jeremia,25,27#27. Und sprich zu ihnen: So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Trinkt, werdet trunken, speit und fallt und steht nicht auf - vor dem Schwert, das ich unter euch sende.
19630#Jeremia,25,28#28. Geschieht es aber, daß sie sich weigern, den Becher aus deiner Hand zu nehmen um zu trinken, so sprich zu ihnen: So spricht der Ewige der Scharen: Ihr müßt trinken!
19631#Jeremia,25,29#29. Denn sieh, bei der Stadt, über der mein Name genannt wird, hebe ich an Unheil anzurichten - und ihr wollt frei ausgehn? Nimmer sollt ihr frei ausgehn! Denn das Schwert rufe ich auf gegen alle Bewohner des Landes, ist der Spruch des Ewigen der Scharen.
19632#Jeremia,25,30#30. Du aber weissage ihnen alle diese Worte und sprich zu ihnen: Der Ewge, aus der Höhe brüllt er / von seiner heilgen Wohnstatt läßt ers hallen / brüllt laut hin über seine Aue / Hedad! wie die Kelterer ruft er / ob allen Bewohnern der Erde. /
19633#Jeremia,25,31#31. Es dringt das Tosen zu der Erde Ende / denn Rechtsstreit hat der Ewge mit den Völkern / hält ab Gericht mit allem Fleisch / die Frevler gibt dem Schwert er preis! / Ist des Ewigen Spruch.
19634#Jeremia,25,32#32. So spricht der Ewige der Scharen: Sieh, Unheil geht aus / von Volk zu Volk / gewaltger Sturm bricht los / von der Erde Fernen.
19635#Jeremia,25,33#33. Da werden vom Ewigen Erschlagene sein an jenem Tag von einem Ende der Erde bis zu dem andern. Sie werden nicht beklagt, nicht eingetan und nicht bestattet werden, zum Dünger auf dem Ackerboden sollen sie werden.
19636#Jeremia,25,34#34. O heult, ihr Hirten, und schreit / und wälzet euch, der Schafe Hirten! / Denn voll ist eure Zeit zum Schlachten / zersprengt, zerfallet ihr wie köstlich Ding. /
19637#Jeremia,25,35#35. Verloren ist die Zuflucht da den Hirten / und ein Entrinnen für der Schafe Hüter! /
19638#Jeremia,25,36#36. Horch auf! Geschrei der Hirten / und Heulen von der Schafe Hütern / denn der Ewge verheert ihre Hut. /
19639#Jeremia,25,37#37. Stumm werden die Auen des Friedens / vor der Glut im Antlitz des Ewgen. /
19640#Jeremia,25,38#38. Er verläßt wie ein Leu sein Versteck / denn ihr Land ist zur Einöde worden / vor des Drängers Wut / und vor der Glut in seinem Antlitz.»
19641#Jeremia,26,1#1. Im Anfang der Regierung Jehojakims, des Sohnes Joschijahus, des Königs von Jehuda, erging folgendes Wort vom Ewigen, besagend:
19642#Jeremia,26,2#2. «So spricht der Ewige: Tritt in den Hof des Hauses des Ewigen und rede zu allen Städten Jehudas, die kommen, um sich niederzuwerfen im Haus des Ewigen, alle die Worte, die ich dir befohlen, zu ihnen zu reden. Nimm kein Wort davon!
19643#Jeremia,26,3#3. Vielleicht werden sie hören und umkehren, jeder von seinem bösen Weg, daß ich michs gereuen lasse des Bösen, das ich ihnen zu tun gedenke wegen der Bosheit ihrer Taten.
19644#Jeremia,26,4#4. Und sprich zu ihnen: So spricht der Ewige: Wenn ihr nicht auf mich hört, daß ihr nach meiner Weisung wandelt, die ich euch vorgelegt habe,
19645#Jeremia,26,5#5. daß ihr hört auf die Worte meiner Knechte, der Gottbegeisteten, die ich zu euch sende, allmorgen wieder, ohne daß ihr hört:
19646#Jeremia,26,6#6. Dann will ich dieses Haus gleich Schilo machen, und diese Stadt zum Fluch setzen für alle Völker der Erde.»
19647#Jeremia,26,7#7. Da hörten die Priester und Begeisteten und alles Volk Jirmejahu diese Worte im Haus des Ewigen reden.
19648#Jeremia,26,8#8. Und es war nun, als Jirmejahu zuende war zu reden, alles was ihm der Ewige befohlen hatte, zu allem Volk zu reden, da ergriffen ihn die Priester, Begeisteten und alles Volk und sprachen: «Sterben mußt du!
19649#Jeremia,26,9#9. Warum weissagst du im Namen des Ewigen und sprichst: Wie Schilo wird dieses Haus werden, und diese Stadt wüst sein ohne Bewohner!» Und alles Volk rottete sich gegen Jirmejahu im Haus des Ewigen zusammen.
19650#Jeremia,26,10#10. Als aber die Obersten Jehudas von diesen Dingen hörten, stiegen sie vom Haus des Königs ins Haus des Ewigen hinauf und saßen nieder im Eingang des neuen Tores des Ewigen.
19651#Jeremia,26,11#11. Da sprachen die Priester und Begeisteten zu den Obersten und zu allem Volk: «Todesurteil gebührt diesem Mann, weil er über diese Stadt weissagte, wie ihr es mit euren Ohren gehört habt!»
19652#Jeremia,26,12#12. Da sprach Jirmejahu zu allen Obersten und zu allem Volk: «Der Ewige hat mich gesandt, über dieses Haus und diese Stadt all die Worte, die ihr gehört habt, zu weissagen.
19653#Jeremia,26,13#13. Nun aber: Bessert euer Wandeln und euer Handeln und hört auf die Stimme des Ewigen, eures Gottes, dann wird der Ewige sichs des Bösen gereuen lassen, das er über euch geredet hat.
19654#Jeremia,26,14#14. Ich aber, hier bin ich in eurer Hand, tut mir, wie es gut und recht ist in euren Augen!
19655#Jeremia,26,15#15. Nur wißt, daß, wenn ihr mich tötet, ihr unschuldig Blut auf euch und diese Stadt und ihre Bewohner bringt. Denn in Wahrheit hat mich der Ewige gegen euch gesandt, vor euren Ohren alle diese Worte zu sprechen.»
19656#Jeremia,26,16#16. Da sagten die Obersten und alles Volk zu den Priestern und Gottbegeisteten: «Es trifft diesen Mann kein Todesurteil, denn im Namen des Ewigen, unseres Gottes, hat er zu uns geredet.»
19657#Jeremia,26,17#17. Und es traten Männer auf von den Ältesten des Landes, die sprachen zu dem ganzen versammelten Volk:
19658#Jeremia,26,18#18. «Micha aus Moreschet weissagte in den Tagen Hiskijahus, des Königs von Jehuda, und sprach zum ganzen Volk Jehuda: ,So spricht der Ewige der Scharen: Zijon wird als Feld gepflügt / Jeruschalaim zu Trümmern werden / der Tempelberg zu Waldesgrund!'
19659#Jeremia,26,19#19. Hat ihn etwa Hiskijahu, der König von Jehuda, und ganz Jehuda getötet? Hat er nicht vielmehr den Ewigen gefürchtet und des Ewigen Antlitz beschwichtigt, daß der Ewige sichs des Bösen gereuen ließ, das er über sie geredet hatte? Wir aber würden da uns selbst großen Schaden antun!»
19660#Jeremia,26,20#20. Auch noch ein Mann weissagte da im Namen des Ewigen, Urijahu, der Sohn Schema'jahus aus Kirjat-ha-Jearim; und er weissagte über diese Stadt und dieses Land ganz nach den Worten Jirmejahus.
19661#Jeremia,26,21#21. Als aber der König Jehojakim und alle seine Helden und alle die Obersten seine Worte hörten, suchte der König ihn zu töten. Das hörte Urijahu, fürchtete sich, entfloh und kam nach Mizraim.
19662#Jeremia,26,22#22. Dann schickte der König Jehojakim Leute nach Mizraim, Elnatan, den Sohn Achbors, und Leute mit ihm, nach Mizraim.
19663#Jeremia,26,23#23. Und sie holten Urijahu aus Mizraim und brachten ihn zum König Jehojakim; der erschlug ihn mit dem Schwert und warf seinen Leichnam an die Gräber der Leute aus dem Volk.
19664#Jeremia,26,24#24. Jedoch die Hand Ahikams, des Sohnes Schafans, war mit Jirmejahu, daß man ihn nicht in die Hand des Volkes gab, ihn zu töten.
19665#Jeremia,27,1#1. Im Anfang der Regierung Jehojakims, des Sohnes Joschijahus, des Königs von Jehuda, erging dieses Wort an Jirmejahu vom Ewigen, besagend:
19666#Jeremia,27,2#2. «So sprach der Ewige zu mir: Mach dir Stricke und Jochstangen und tu sie an deinen Hals.
19667#Jeremia,27,3#3. Und entsende es an den König von Edom, den König von Moab, den König der Söhne Ammons, den König von Zor und den König von Zidon durch Gesandte, die nach Jeruschalaim zu Zidkijahu, dem König von Jehuda, kommen.
19668#Jeremia,27,4#4. Und entbiete sie an ihre Herren, zu sprechen: So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: So sprecht zu euren Herren:
19669#Jeremia,27,5#5. Ich habe die Erde gemacht und Mensch und Vieh auf der Erde Fläche, durch meine große Kraft und mit meinem ausgestreckten Arm, und sie dem gegeben, der in meinen Augen recht war.
19670#Jeremia,27,6#6. Nunmehr habe ich alle diese Länder in die Hand Nebuchadnezzars, des Königs von Babel, meines Knechtes, gegeben, und selbst das Getier des Feldes habe ich ihm gegeben, daß es ihm diene.
19671#Jeremia,27,7#7. Dienen sollen alle Völker ihm und seinem Sohn und seines Sohnes Sohn, bis daß die Zeit auch für sein Land kommt, daß ihn sich dienstbar machen viele Völker und große Reiche.
19672#Jeremia,27,8#8. So soll es sein: Das Volk und das Reich, das ihm, Nebuchadnezzar, dem König von Babel, nicht dient und seinen Hals in das Joch des Königs von Babel nicht fügt, mit Schwert, Hunger und Pest will ich es ahnden an diesem Volk, ist des Ewigen Spruch, bis ich sie durch seine Hand vertilgt habe.
19673#Jeremia,27,9#9. Ihr aber, hört nicht auf eure Begeisteten, auf eure Wahrsager, auf eure Träume, auf eure Wolkendeuter und auf eure Zauberer, die zu euch sprechen: ,Ihr sollt dem König von Babel nicht dienen!'
19674#Jeremia,27,10#10. Denn Lüge weissagen sie euch, um euch von eurem Boden zu entfernen, daß ich euch verstoße, und ihr zugrundegeht.
19675#Jeremia,27,11#11. Das Volk aber, das seinen Hals ins Joch des Königs von Babel fügt und ihm dient, das will ich auf seinem Boden belassen, ist des Ewigen Spruch, daß es ihn bestelle und darauf wohnen bleibe.»
19676#Jeremia,27,12#12. «Und zu Zidkija, dem König von Jehuda, redete ich gemäß all diesen Worten und sprach: ,Fügt euren Hals in das Joch des Königs von Babel und dient ihm und seinem Volk, damit ihr lebt!
19677#Jeremia,27,13#13. Warum wollt ihr sterben, du und dein Volk, durch Schwert, Hunger und Pest, wie der Ewige von dem Volk verkündet hat, das dem König von Babel nicht dienen will?
19678#Jeremia,27,14#14. Hört nicht auf die Worte der Begeisteten, die zu euch sprechen: Ihr sollt dem König von Babel nicht dienen! Denn Lüge weissagen sie euch.
19679#Jeremia,27,15#15. Denn ich habe sie nicht gesandt, ist des Ewigen Spruch, und sie weissagen in meinem Namen lügnerisch, damit ich euch verstoße und ihr zugrundegeht, ihr mitsamt den Begeisteten, die euch weissagen.'
19680#Jeremia,27,16#16. Und zu den Priestern und zu all diesem Volk redete ich und sprach: ,So spricht der Ewige: Hört nicht auf die Worte eurer Begeisteten, die euch weissagen und sprechen: Sieh, die Geräte des Hauses des Ewigen werden zurückgebracht von Babel, jetzt bald! Denn Lüge weissagen sie euch.
19681#Jeremia,27,17#17. Hört nicht auf sie! Dient dem König von Babel, damit ihr lebt! Warum soll diese Stadt zu Wüstenei werden?
19682#Jeremia,27,18#18. Wenn sie denn Gottbegeistete sind, und wenn des Ewigen Wort bei ihnen ist, dann mögen sie doch den Ewigen der Scharen angehn, daß die Geräte, die noch geblieben sind im Haus des Ewigen, im Palast des Königs von Jehuda und in Jeruschalaim, nicht nach Babel kommen.
19683#Jeremia,27,19#19. Denn so spricht der Ewige der Scharen von den Säulen und von dem ,Meer' und von den Fahrgestellen und vom Rest der Geräte, die übriggeblieben in dieser Stadt,
19684#Jeremia,27,20#20. die Nebuchadnezzar, der König von Babel, nicht genommen, als er Jechonja, den Sohn Jehojakims, den König von Jehuda, von Jeruschalaim nach Babel fortführte, sowie alle Edlen von Jehuda und Jeruschalaim:
19685#Jeremia,27,21#21. Denn so spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls, über die Geräte, die übriggeblieben im Haus des Ewigen und im Haus des Königs von Jehuda und Jeruschalaim:
19686#Jeremia,27,22#22. Nach Babel werden sie gebracht werden und dort werden sie sein bis zu dem Tag, da ich ihrer gedenke, ist des Ewigen Spruch, und sie hinaufbringe und zurückführe an diese Stätte.'
19687#Jeremia,28,1#1. Es war nun in jenem Jahr, im Anfang der Regierung Zidkijas, des Königs von Jehuda, im vierten Jahr, im fünften Monat, da sprach zu mir Hananja, der Begeistete, der Sohn Asurs aus Gib'on, im Haus des Ewigen, angesichts der Priester und des ganzen Volkes:
19688#Jeremia,28,2#2. ,So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Ich habe zerbrochen das Joch des Königs von Babel.
19689#Jeremia,28,3#3. In noch zweier Jahre Frist bringe ich zurück an diese Stätte alle Geräte des Hauses des Ewigen, die Nebuchadnezzar, der König von Babel, von dieser Stätte genommen und nach Babel gebracht hat.
19690#Jeremia,28,4#4. Und Jechonja, den Sohn Jehojakims, den König von Jehuda, und all die Deportierten Jehudas, die nach Babel gekommen sind, bringe ich zurück an diese Stätte, ist des Ewigen Spruch. Denn ich zerbreche das Joch des Königs von Babel!'»
19691#Jeremia,28,5#5. Da sprach Jirmeja, der Gottbegeistete, zu Hananja, dem Begeisteten, angesichts der Priester und angesichts allen Volkes, die im Haus des Ewigen standen.
19692#Jeremia,28,6#6. Es sprach Jirmeja, der Gottbegeistete: «Amen! So tue der Ewige! Der Ewige verwirkliche deine Worte, die du geweissagt hast, daß er zurückführe die Geräte des Hauses des Ewigen und alle Deportierten aus Babel an diese Stätte!
19693#Jeremia,28,7#7. Nur höre doch dieses Wort, das ich vor deinen Ohren und vor den Ohren allen Volkes rede:
19694#Jeremia,28,8#8. Die Gottbegeisteten, die vor mir und vor dir waren von jeher, die weissagten über viele Länder und große Reiche von Krieg, Unglück und Pest.
19695#Jeremia,28,9#9. Der Begeistete aber, der von Heil weissagt - erst wenn das Wort des Begeisteten eintrifft, wird der Begeistete erkannt werden als einer, den der Ewige in Wahrheit gesandt hat!»
19696#Jeremia,28,10#10. Da nahm Hananja, der Begeistete, das Jochholz vom Hals Jirmejas, des Gottbegeisteten, und zerbrach es.
19697#Jeremia,28,11#11. Und Hananja sprach angesichts allen Volkes: «So spricht der Ewige: So zerbreche ich das Joch Nebuchadnezzars, des Königs von Babel, in noch zweier Jahre Frist vom Hals aller Völker!» Da ging Jirmeja, der Gottbegeistete, seines Weges.
19698#Jeremia,28,12#12. Da erging das Wort des Ewigen an Jirmeja, nachdem Hananja, der Begeistete, das Jochholz vom Hals Jirmejas, des Gottbegeisteten, zerbrochen hatte, besagend:
19699#Jeremia,28,13#13. «Geh hin und sprich zu Hananja: So spricht der Ewige: Holzstangen brachst du / so mach statt ihrer Eisenholme!
19700#Jeremia,28,14#14. Denn so spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Ein Joch von Eisen habe ich auf den Hals all dieser Völker gelegt, Nebuchadnezzar, dem König von Babel, zu dienen, und sie sollen ihm dienen, und selbst das Getier des Feldes habe ich ihm gegeben.»
19701#Jeremia,28,15#15. Da sprach Jirmeja, der Gottbegeistete, zu Hananja, dem Begeisteten: «Höre doch, Hananja! Nicht hat dich der Ewige gesandt, und du hast dieses Volk auf Lug vertröstet.
19702#Jeremia,28,16#16. Darum spricht so der Ewige: Sieh, ich sende dich hinweg von der Erde, dieses Jahr noch stirbst du! Denn Lüge hast du geredet gegen den Ewigen!»
19703#Jeremia,28,17#17. Und es starb Hananja, der Begeistete, in jenem Jahr, im siebenten Monat.
19704#Jeremia,29,1#1. Und dies sind die Worte des Sendschreibens, das Jirmeja, der Gottbegeistete, von Jeruschalaim aus an den Rest der Ältesten der Deportierten sandte und an die Priester und die Begeisteten und an alles Volk, das Nebuchadrezzar von Jeruschalaim nach Babel fortgeführt hatte,
19705#Jeremia,29,2#2. nachdem der König Jechonja und die Herrin, die Höflinge, die Obersten von Jehuda und Jeruschalaim und Schmied und Schlosser von Jeruschalaim fortgezogen waren,
19706#Jeremia,29,3#3. durch El'asa, den Sohn Schafans, und Gemarja, den Sohn Hilkijas, die Zidkija, der König von Jehuda, zu Nebuchadnezzar, dem König von Babel, nach Babel sandte, ihnen zu sagen:
19707#Jeremia,29,4#4. «So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls, zu allen Deportierten, die ich aus Jeruschalaim nach Babel fortgeführt habe:
19708#Jeremia,29,5#5. Baut Häuser und bewohnt sie, pflanzt Gärten und eßt ihre Frucht!
19709#Jeremia,29,6#6. Nehmt Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt euren Söhnen Frauen und eure Töchter gebt Männern, daß sie Söhne und Töchter gebären; und mehrt euch dort und mindert euch nicht.
19710#Jeremia,29,7#7. Und strebt nach dem Wohl der Stadt, dahin ich euch fortgeführt habe, und betet für sie zu dem Ewigen, denn mit ihrem Wohl wird auch euch wohl sein.
19711#Jeremia,29,8#8. Denn so spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Nicht sollen eure Begeisteten, die unter euch sind, und eure Wahrsager euch berücken, und hört nicht auf eure Träume, die ihr erträumt.
19712#Jeremia,29,9#9. Denn lügenhaft weissagen sie euch in meinem Namen, ich habe sie nicht gesandt! ist des Ewigen Spruch.
19713#Jeremia,29,10#10. Denn so spricht der Ewige: Sowie voll sind für Babel siebzig Jahre, will ich euch wieder bedenken und an euch meine gute Verheißung verwirklichen, euch an diese Stätte zurückzubringen.
19714#Jeremia,29,11#11. Denn ich weiß die Gedanken, die ich über euch denke, ist des Ewigen Spruch: Gedanken des Heils und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu geben.
19715#Jeremia,29,12#12. Und wenn ihr mich ruft und hingeht und zu mir betet, so werde ich auf euch hören.
19716#Jeremia,29,13#13. Und wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden - so ihr mich sucht mit eurem ganzen Herzen.
19717#Jeremia,29,14#14. Und ich werde mich euch finden lassen, ist des Ewigen Spruch, und werde euch wieder herstellen und werde euch sammeln aus allen Völkern und allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, ist des Ewigen Spruch, und euch zurückführen an die Stätte, daher ich euch fortgeführt habe.
19718#Jeremia,29,15#15. Doch ihr sagt: ,Erstehen lassen hat uns der Ewige Gottbegeistete nach Babel hin!'
19719#Jeremia,29,16#16. Nun, so spricht der Ewige von dem König, der auf Dawids Thron sitzt, und von allem Volk, das in dieser Stadt wohnt, euren Brüdern, die nicht mit euch in die Verbannung gezogen sind.
19720#Jeremia,29,17#17. So spricht der Ewige der Scharen: Sieh, ich sende gegen sie das Schwert, den Hunger und die Pest, und ich mache sie wie die aufgeplatzten Feigen, die, weil sie so schlecht sind, nicht gegessen werden können.
19721#Jeremia,29,18#18. Und ich setze ihnen nach mit Schwert, Hunger und Pest und mache sie zum Schauder für alle Königreiche der Erde, zum Fluch, zum Geschnaube, zum Gezisch und zum Schimpf bei allen Völkern, unter die ich sie verstoßen habe.
19722#Jeremia,29,19#19. Dafür, daß sie nicht auf meine Worte gehört haben, ist des Ewigen Spruch, da ich meine Knechte, die Gottbegeisteten, zu ihnen gesandt, allmorgen gesandt habe, ohne daß ihr hörtet, ist des Ewigen Spruch.
19723#Jeremia,29,20#20. Ihr aber, hört das Wort des Ewigen, all ihr Deportierten, die ich von Jeruschalaim nach Babel fortgesandt habe.
19724#Jeremia,29,21#21. So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls, über Ah'ab, den Sohn Kolajas, und Zidkijahu, den Sohn Maasejas, die euch in meinem Namen Lüge weissagen: Ich gebe sie in die Hand Nebuchadrezzars, des Königs von Babel, und er wird sie erschlagen vor euren Augen.
19725#Jeremia,29,22#22. Und es wird von ihnen ein Fluchwort genommen für alle Deportierten Jehudas, die in Babel sind, das besagt: ,Es mache dich der Ewige wie Zidkijahu und Ehab, die der König von Babel im Feuer verbrannt hat!'
19726#Jeremia,29,23#23. Weil sie Schändliches in Jeruschalaim getan und Ehebruch getrieben mit ihrer Nächsten Frauen und in meinem Namen Lügenrede sprachen, die ich ihnen nicht geboten habe. Ich aber bin der Wissende und Zeuge! ist des Ewigen Spruch.
19727#Jeremia,29,24#24. Und zu Schema'jahu aus Nehelam sollst du sprechen:
19728#Jeremia,29,25#25. So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Weil du in deinem Namen Briefe gesandt hast an alles Volk in Jeruschalaim und an den Priester Zefanja, den Sohn Maasejas, und alle Priester, sagend:
19729#Jeremia,29,26#26. Der Ewige hat dich zum Priester gesetzt anstelle des Priesters Jehojada, Aufseher zu sein im Haus des Ewigen über jeden Besessenen und Begeisteten, daß du ihn ins Kerkergewölbe und Gefängnis legst.
19730#Jeremia,29,27#27. Und nun: Warum hast du Jirmejahu aus Anatot nicht bedräut, der euch weissagt?
19731#Jeremia,29,28#28. Hat er doch zu uns nach Babel entsandt, sagend: Lange währts! Baut Häuser und wohnt darin, pflanzt Gärten und eßt ihre Frucht!»
19732#Jeremia,29,29#29. - Aber der Priester Zefanja hatte diesen Brief vor den Ohren Jirmejahus, des Gottbegeisteten, gelesen.
19733#Jeremia,29,30#30. Da erging das Wort des Ewigen an Jirmejahu, besagend:
19734#Jeremia,29,31#31. «Entsende zu allen Deportierten, sagend: So spricht der Ewige über Schema'ja aus Nehelam: Weil euch Schema'ja geweissagt hat, ohne daß ich ihn gesandt habe, und euch auf Lug vertröstet hat,
19735#Jeremia,29,32#32. darum spricht so der Ewige: Ich ahnde es an Schema'ja aus Nehelam und an seinem Samen: Er wird keinen Mann haben, der in dieses Volkes Mitte weilt, und er wird das Gute nicht schauen, das ich meinem Volk erweise, ist des Ewigen Spruch, denn Lug hat er wider den Ewigen geredet.»
19736#Jeremia,30,1#1. Das Wort, das an Jirmejahu vom Ewigen erging, besagend:
19737#Jeremia,30,2#2. «So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Schreibe dir alle die Worte, die ich zu dir gesprochen habe, in ein Buch.
19738#Jeremia,30,3#3. Denn sieh, Tage kommen, ist des Ewigen Spruch, da stelle ich mein Volk Jisraël und Jehuda wieder her, spricht der Ewige, und bringe sie zurück in das Land, das ich ihren Vätern gegeben habe, und sie werden es in Besitz nehmen.
19739#Jeremia,30,4#4. Und dies sind die Worte, die der Ewige betreffs Jisraëls und Jehudas geredet:
19740#Jeremia,30,5#5. Denn so spricht der Ewige: Der Angst Ruf hörten wir / Erschrecken - nimmer Frieden! /
19741#Jeremia,30,6#6. Fragt nach doch und schaut: / Gebiert wohl ein Mann? / Was seh ich jeden Mann / die Hände an den Hüften / der Gebärenden gleich / gewandelt jedes Antlitz / in Blässe? /
19742#Jeremia,30,7#7. Weh, groß ist jener Tag / und ohnegleichen / und Notzeit ists für Jaakob / doch wird ihm daraus Rettung!
19743#Jeremia,30,8#8. Und es soll sein an jenem Tag, ist der Spruch des Ewigen der Scharen, da werde ich sein Joch von deinem Hals zerbrechen und deine Stricke zerreißen, daß nicht mehr Fremde sie knechten,
19744#Jeremia,30,9#9. sondern sie dem Ewigen, ihrem Gott, dienen und Dawid, ihrem König, den ich ihnen erstehen lasse.
19745#Jeremia,30,10#10. Du aber fürchte nicht, mein Knecht Jaakob, ist des Ewigen Spruch, und bange nicht, Jisraël, denn sieh, ich rette dich aus der Ferne und deinen Samen aus dem Land ihrer Gefangenschaft. Und Jaakob kehrt zurück und bleibt in Ruh und Sicherheit, und keiner schreckt auf.
19746#Jeremia,30,11#11. Denn mit dir bin ich, ist des Ewigen Spruch, dir zu helfen. Denn ich mache garaus allen Völkern, unter die ich dich zerstreut habe, doch dir mach ich nicht garaus. Aber ich werde dich nach dem Recht züchtigen und dich nicht frei ausgehn lassen.
19747#Jeremia,30,12#12. Denn so spricht der Ewige: Todweh ist dein Bruch / schwärend deine Wunde! /
19748#Jeremia,30,13#13. Nimmt keiner dein sich an, sie auszudrücken / nicht Pflege, Heilung wird dir. /
19749#Jeremia,30,14#14. All deine Liebsten, sie vergessen dich / sie suchen dich nicht / weil ich mit Feindesschlag dich schlug / eines Fühllosen Zucht; / ob deiner Sünden Menge / weil viel deine Schuld. /
19750#Jeremia,30,15#15. Was klagst du ob deines Bruchs / daß todweh dein Schmerz? / Ob deiner Sünde Menge / weil viel deine Schuld / tat dies ich dir.
19751#Jeremia,30,16#16. Drum werden alle, die dich fressen, selbst verzehrt / ziehn deine Feinde allsamt fort, gefangen / und werden deine Räuber selbst zum Raub / die dich geplündert, geb ich all der Plündrung preis. /
19752#Jeremia,30,17#17. Denn dir bring ich Gesundung / heil dich von deinen Wunden / ist des Ewigen Spruch. / Denn die Verstoßne nannten sie dich / so ist sie, Zijon / fragt keiner nach ihr.
19753#Jeremia,30,18#18. So spricht der Ewige: Ich stelle Jaakobs Zelte wieder her / und seiner Wohnungen erbarm ich mich. / Erbaut wird auf dem Schutt die Stadt / und der Palast in seiner Richte stehn. /
19754#Jeremia,30,19#19. Herkommt von ihnen Huldigung / der Fröhlichen Schall / ich mehre sie, laß sie nicht mindern / bring sie zu Ehren, mach sie nicht gering. /
19755#Jeremia,30,20#20. Es werden seine Söhne wie vordem / gegründet die Gemeinde sein vor mir / ich ahnde es an allen seinen Drängern. /
19756#Jeremia,30,21#21. Sein Hirte kommt aus ihm selbst / sein Herrscher geht hervor aus seiner Mitte / ich laß ihn nahn, er tritt heran zu mir. / Denn wer sonst setzte sich ein Herz / sich mir zu nahen? / Ist des Ewigen Spruch. /
19757#Jeremia,30,22#22. Da werdet ihr mir Volk / und ich euch Gott sein.
19758#Jeremia,30,23#23. Sieh, Wetterwind des Ewigen bricht grimmig los, wirbelnder Sturm, auf der Frevler Haupt fährt er herab.
19759#Jeremia,30,24#24. Nicht wird die Zornglut des Ewigen umkehren, bis er ausgeführt und vollbracht seines Herzens Trachten! In späten Tagen werdet ihr des inne.
19760#Jeremia,30,24#In jener Zeit, ist des Ewigen Spruch, werde ich Gott sein für alle Geschlechter Jisraëls, und sie werden mir Volk sein.
19761#Jeremia,31,1#1. So spricht der Ewige: Fand Lager in der Wüste / das Volk der Schwertentronnenen. / Geh hin, ihm Ruh zu bringen, Jisraël. /
19762#Jeremia,31,2#2. Von fern erschien der Ewge mir: / Ich liebte dich mit ewger Liebe / drum hab ich Treue dir gehalten. /
19763#Jeremia,31,3#3. Noch bau ich wieder dich / wirst aufgebaut / Maid Jisraël! / Noch zierst du dich mit deinen Pauken / ziehst aus du mit der Fröhlichen Schalmei! /
19764#Jeremia,31,4#4. Wirst wieder Weinland pflanzen / auf Schomerons Bergen / es pflanzen die Pflanzer und brechens an. /
19765#Jeremia,31,5#5. Wird ja der Tag / da rufen Hüter auf Efraims Berg: / ,Auf, steigen wir nach Zijon / zum Ewgen, unserm Gott!'
19766#Jeremia,31,6#6. Denn so spricht der Ewige: Zujubelt Jaakob in Freude / und jauchzet bei der Völker Haupt! / Preist laut und sprecht: / ,Hilf, Ewger, deinem Volk / dem Rest Jisraëls!' /
19767#Jeremia,31,7#7. Ich, ja, ich bring sie aus des Nordens Land / hol sie zusammen von der Erde Fernen / den Blinden drunter und den Lahmen / die Schwangre und Gebärende mitsammen / sie kehren in gewaltger Schar hierher zurück. /
19768#Jeremia,31,8#8. Mit Weinen kommen sie / und unter Flehen bring ich sie herbei / geleite sie zu Wasserbächen / auf gradem Weg, darauf sie nimmer straucheln. / Denn ich bin Jisraël zum Vater worden / Efraim ist mein Erstlingskind. /
19769#Jeremia,31,9#9. Vernehmt des Ewgen Wort, ihr Völker / und kündets auf den Seelanden der Ferne / und sprecht: / Der Jisraël zerstreute, sammelt es / und hütets wie der Hirt die Herde. /
19770#Jeremia,31,10#10. Weil ausgelöst der Ewge Jaakob / befreit ihn aus des Stärkern Hand. /
19771#Jeremia,31,11#11. Sie kommen, jubeln da auf Zijons Höhe / und strömen zu des Ewgen Segen hin / an Korn und Most und Ölsaft / an jungen Schafen und Rindern. / Da wird getränktem Garten ihre Seele gleich / nicht ferner solln sie schmachten. /
19772#Jeremia,31,12#12. Dann ist die Jungfrau froh beim Flötenspiel / mitsammen Jünglinge und Greise. / In Wonne kehr ich ihre Trauer / und tröste und erheitre sie vom Leid. /
19773#Jeremia,31,13#13. Ich tränk mit Mark der Priester Seele / mein Volk wird meines Segens satt / ist des Ewigen Spruch.
19774#Jeremia,31,14#14. So spricht der Ewige: Horch, Klage klingt in Rama / ein bitterlich Weinen! / Rahel beweint ihre Kinder / läßt nimmer sich trösten / ob ihrer Kinder, die dahin.
19775#Jeremia,31,15#15. So spricht der Ewige: Spar deiner Stimme Weinen / und deinen Augen Tränen! / Denn Dank gibts dir zum Lohn / ist des Ewigen Spruch / sie kehren heim vom Feindesland! /
19776#Jeremia,31,16#16. Es gibt ein Hoffen dir zur Zukunft / ist des Ewigen Spruch: / Zu ihrer Markung kehren heim die Kinder!
19777#Jeremia,31,17#17. Gehört hab ich / Efraim sich beklagen: / ,Du schlugst mich, und ich ward geschlagen / so wie ein Kalb, nicht angelernt. / Laß mich zurück, so kehr ich um / denn du bist, Ewiger, mein Gott! /
19778#Jeremia,31,18#18. Denn nach meinem Abfall / erfaßte mich Reue / und da ichs erkannte / da schlug ich an die Hüfte / steh in Scham und in Schanden / weil meiner Jugend Schimpf ich trag!'
19779#Jeremia,31,19#19. Ist mir Efraim Lieblingssohn / gezärtelt Kind / daß, so ich von ihm spreche / wenn seiner wieder ich gedenke / darob mein Innres nach ihm schreit / ich seiner mich erbarme? / Ist des Ewigen Spruch.
19780#Jeremia,31,20#20. Marksteine stell dir auf / Wegweiser setz dir / richt auf die Straße deinen Sinn / den Weg, den du gezogen! / Kehr heim, Maid Jisraël / kehr heim zu diesen deinen Städten!
19781#Jeremia,31,21#21. Wie lang noch drückst du dich fort / abtrünnige Tochter? / Denn Neues schuf der Ewige auf Erden: / Das Weib, es weist den Mann hinweg.
19782#Jeremia,31,22#22. So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Noch wird man dieses Wort sprechen im Land Jehuda und in seinen Städten, wenn ich sie wieder herstelle: ,Der Ewge segne dich, Aue des Rechts, Geheiligter Berg!'
19783#Jeremia,31,23#23. Und es werden darin wohnen Jehuda und alle seine Städte insgesamt, Landleute und die mit Herden ziehen.
19784#Jeremia,31,24#24. Denn ich tränke die matte Seele und gebe jeder bangen Seele Fülle.
19785#Jeremia,31,25#25. Darob erwacht ich und sah mich um - Und süß war mir mein Schlummer!
19786#Jeremia,31,26#26. Sieh, Tage kommen, ist des Ewigen Spruch, da säe ich das Haus Jisraël und das Haus Jehuda: Samen von Menschen und Samen von Vieh.
19787#Jeremia,31,27#27. Und es soll sein: Wie ich ihrer bedacht gewesen, zu roden und zu reuten, niederzureißen, zu vernichten und zu verderben, so werde ich ihrer bedacht sein, zu bauen und zu pflanzen, ist des Ewigen Spruch.
19788#Jeremia,31,28#28. In jenen Tagen wird man nicht mehr sagen: ,Die Väter haben die Herblinge aufgegessen, so bleiben denn der Kinder Zähne leer.'
19789#Jeremia,31,29#29. Sondern jeder wird um seine Sünde sterben; jeder Mensch, der die Herblinge gegessen, des Zähne werden leer bleiben.
19790#Jeremia,31,30#30. Sieh, Tage kommen, ist des Ewigen Spruch, da schließe ich mit dem Haus Jisraël und dem Haus Jehuda einen neuen Bund:
19791#Jeremia,31,31#31. Nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen am Tag, da ich sie an der Hand faßte, um sie aus dem Land Mizraim zu führen, wo sie dann meinen Bund übertraten, wiewohl ich ihr Herr geworden, ist des Ewigen Spruch.
19792#Jeremia,31,32#32. Sondern dies ist der Bund, den ich mit dem Haus Jisraël schließen will nach jenen Tagen, ist des Ewigen Spruch: Ich lege meine Weisung in sie und schreibe sie auf ihr Herz! Dann werde ich ihnen Gott, und sie mir Volk sein.
19793#Jeremia,31,33#33. Dann lehrt nicht mehr einer den andern und einer den Bruder, sprechend: ,Erkennt den Ewigen!' Denn sie alle werden mich kennen, von ihrem Kleinsten bis zum Größten! ist des Ewigen Spruch. Denn ich verzeihe ihre Sünde, und ihrer Schuld will ich nicht mehr gedenken.
19794#Jeremia,31,34#34. So spricht der Ewige, der die Sonne bestellt zum Licht bei Tag, die Gesetze des Mondes und der Sterne zum Licht bei Nacht, der bedräut das Meer, daß seine Wellen tosen, der Ewige der Scharen ist sein Name:
19795#Jeremia,31,35#35. Wenn diese Gesetze vor mir schwinden, ist des Ewigen Spruch, dann wird auch der Same Jisraëls aufhören, vor mir Volk zu sein allezeit!
19796#Jeremia,31,36#36. So spricht der Ewige: Wenn ausgemessen werden die Himmel droben, und ergründet die Festen der Erde drunten, so will auch ich verwerfen allen Samen Jisraëls um all dessen, was sie getan! ist des Ewigen Spruch.
19797#Jeremia,31,37#37. Sieh, Tage kommen, ist des Ewigen Spruch, da wird erbaut die Stadt für den Ewigen vom Hanan'elturm bis zum Ecktor.
19798#Jeremia,31,38#38. Hinausgehn wird dann noch die Meßschnur gegenüber auf die Höhe Gareb und umwenden nach Goa.
19799#Jeremia,31,39#39. Und das ganze Tal der Leichen und der Asche und alles Weinland bis zum Bach Kidron, bis zur Ecke des Roßtors nach Osten, ist dem Ewigen geheiligt. Es wird nicht mehr ausgerodet noch niedergebrochen werden für ewig!»
19800#Jeremia,32,1#1. Das Wort, das an Jirmejahu erging vom Ewigen im zehnten Jahr Zidkijahus, des Königs von Jehuda - das ist das achtzehnte Jahr Nebuchadrezzars.
19801#Jeremia,32,2#2. Damals belagerte das Heer des Königs von Babel Jeruschalaim und Jirmejahu, der Gottbegeistete, war im Wachthof im Haus des Königs von Jehuda gefangen,
19802#Jeremia,32,3#3. wo Zidkijahu, der König von Jehuda, ihn gefangen gesetzt hatte, sprechend: «Warum weissagst du und sprichst: ,So spricht der Ewige: Sieh, ich gebe diese Stadt in die Hand des Königs von Babel, und er wird sie erobern,
19803#Jeremia,32,4#4. und Zidkijahu, der König von Jehuda, wird nicht entrinnen aus der Hand der Kasdäer, sondern wird in die Hand des Königs von Babel gegeben, Mund zu Mund wird er mit ihm reden, und Aug in Aug ihn sehen,
19804#Jeremia,32,5#5. und nach Babel wird er Zidkijahu fortführen, und dort wird er bleiben, bis ich sein gedenke, ist des Ewigen Spruch. Wenn ihr mit den Kasdäern kämpft, werdet ihr keinen Erfolg haben.»
19805#Jeremia,32,6#6. Und Jirmejahu sprach: «Ein Wort des Ewigen ist an mich ergangen, besagend:
19806#Jeremia,32,7#7. Sieh, Hanam'el, der Sohn deines Oheims Schallum, wird zu dir kommen und sprechen: ,Erkaufe dir mein Feld in Anatot, denn dir steht das Löserecht zu, es zu erkaufen.'
19807#Jeremia,32,8#8. Dann kam zu mir meines Oheims Sohn Hanam'el, nach dem Wort des Ewigen, in den Wachthof und sprach zu mir: ,Erkaufe doch mein Feld in Anatot im Land Binjamin, denn du hast den Erbanspruch und das Löserecht. Erkaufe es dir!' Da erkannte ich, daß es das Wort des Ewigen war.
19808#Jeremia,32,9#9. So erkaufte ich von meines Oheims Sohn Hanam'el das Feld in Anatot und wog ihm das Geld dar, siebzehn Silberschekel.
19809#Jeremia,32,10#10. Und ich verschrieb es in einem Brief und siegelte ihn und zog Zeugen zu und wog das Geld auf der Wage dar.
19810#Jeremia,32,11#11. Dann nahm ich den Kaufbrief, sowohl den versiegelten mit dem Gebot und den Bestimmungen als auch den offenen,
19811#Jeremia,32,12#12. und gab den Kaufbrief an Baruch, den Sohn Nerijas, des Sohnes Mahsejas, vor den Augen meines Vetters Hanam'el, vor den Augen der Zeugen, die sich im Kaufbrief unterschrieben hatten, und vor den Augen aller Jehudäer, die im Wachthof saßen,
19812#Jeremia,32,13#13. und gebot Baruch vor ihren Augen und sagte:
19813#Jeremia,32,14#14. ,So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraël: Nimm diese Schriftstücke, diesen Kaufbrief, sowohl den versiegelten als auch diesen offenen Brief, und tu sie in ein Tongefäß, damit sie lange Zeit bestehen bleiben.
19814#Jeremia,32,15#15. Denn so spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Wieder wird man die Häuser, Felder und Weinberge erkaufen in diesem Land.'
19815#Jeremia,32,16#16. Und ich betete zum Ewigen, nachdem ich den Kaufbrief an Baruch, den Sohn Nerijas, gegeben hatte und sprach:
19816#Jeremia,32,17#17. ,Ach, Herr, Gott, sieh, du hast Himmel und Erde geschaffen in deiner großen Kraft und mit deinem ausgestreckten Arm, kein Ding ist dir zu kühn!
19817#Jeremia,32,18#18. Der Liebe erweist tausenden (Geschlechtern), aber die Schuld der Väter heimzahlt in den Schoß ihrer Kinder nach ihnen, du großer, starker Gott, des Name der Ewige der Scharen ist!
19818#Jeremia,32,19#19. Groß an Rat und reich an Tat, dessen Augen geöffnet sind über alle Wege der Menschenkinder, jedermann nach seinen Wegen zu geben und nach der Frucht seiner Taten,
19819#Jeremia,32,20#20. der du Wunderzeichen und Wahrbeweise getan im Land Mizraim bis zum heutigen Tag, und an Jisraël und an den (anderen) Menschen, und dir einen Namen gemacht, wie es diesen Tag ist,
19820#Jeremia,32,21#21. der du dein Volk Jisraël aus dem Land Mizraim geführt mit Wunderzeichen und Wahrbeweisen, mit starker Hand und ausgestrecktem Arm und mit großem Schrecken.
19821#Jeremia,32,22#22. Dann gabst du ihnen dieses Land, das ihnen zu geben du ihren Vätern geschworen, ein Land, das von Milch und Honig fließt.
19822#Jeremia,32,23#23. Und sie kamen und nahmen es in Besitz, dann aber hörten sie nicht auf deine Stimme und wandelten nicht in deiner Weisung, alles was du ihnen zu tun befohlen, taten sie nicht, und so ließest du all dieses Unheil sie treffen.
19823#Jeremia,32,24#24. Sieh, die Schüttwälle sind an die Stadt vorgedrungen, um sie zu erobern, und die Stadt ist preisgegeben der Hand der Kasdäer, die sie bekämpfen, infolge des Schwertes, des Hungers und der Pest, und was du verkündet, ist geworden, und du siehst es -
19824#Jeremia,32,25#25. und noch sprichst du zu mir, mein Herr, Gott: Erkaufe dir das Feld um Geld und zieh Zeugen zu! Und die Stadt ist doch der Hand der Kasdäer preisgegeben!»
19825#Jeremia,32,26#26. Da erging das Wort des Ewigen an Jirmejahu, besagend:
19826#Jeremia,32,27#27. «Sieh, ich bin der Ewige, der Gott alles Fleisches; ist mir irgendein Ding zu kühn?
19827#Jeremia,32,28#28. Darum spricht so der Ewige: Ich gebe diese Stadt in die Hand der Kasdäer und in die Hand Nebuchadrezzars, des Königs von Babel, und er wird sie erobern.
19828#Jeremia,32,29#29. Und die Kasdäer, die gegen diese Stadt kämpfen, werden kommen und diese Stadt in Brand stecken und sie verbrennen und die Häuser, auf deren Dächern man dem Baal räucherte und anderen Göttern Gußspenden goß, um mich zu kränken.
19829#Jeremia,32,30#30. Denn die Söhne Jisraëls und Jehudas haben immer nur getan, was böse ist in meinen Augen, von ihrer Jugend an, denn die Kinder Jisraël kränken mich durchaus durch ihrer Hände Werk! ist des Ewigen Spruch.
19830#Jeremia,32,31#31. Denn nur zum Zorn und zum Grimm war mir diese Stadt seit dem Tag, da man sie gebaut, bis auf diesen Tag, so daß ich sie von meinem Antlitz fortschaffe.
19831#Jeremia,32,32#32. Ob aller Bosheit der Söhne Jisraëls und Söhne Jehudas, die sie verübt haben, um mich zu kränken, sie, ihre Könige, Oberen, Priester und Begeisteten, der Mann Jehudas und die Bewohner Jeruschalaims.
19832#Jeremia,32,33#33. Sie wandten mir den Nacken zu und nicht das Gesicht, und ob man sie belehrt, allmorgen wieder, hören sie doch nicht, daß sie Zucht annähmen.
19833#Jeremia,32,34#34. Und sie stellten ihre Scheusale in dem Haus auf, über dem mein Name genannt wird, um es zu verunreinigen.
19834#Jeremia,32,35#35. Und sie bauten die Kultkammern des Baal im Tal Ben-Hinnom, um ihre Söhne und Töchter zum Molech zuzuführen, was ich ihnen nicht geboten, und was mir nie in den Sinn kam, daß sie diesen Greuel tun, um Jehuda in Sünde zu bringen.
19835#Jeremia,32,36#36. Nunmehr spricht darum so der Ewige, der Gott Jisraëls, über diese Stadt, von der ihr sagt: ,Sie ist gegeben in die Hand des Königs von Babel durch das Schwert, den Hunger und die Pest',
19836#Jeremia,32,37#37. sieh, ich sammle sie aus allen Ländern, in die ich sie verstoßen in meinem Zorn und Grimm und in großer Wut, bringe sie zurück an diese Stätte und lasse sie in Sicherheit wohnen.
19837#Jeremia,32,38#38. Und sie werden mir Volk, und ich ihnen Gott sein.
19838#Jeremia,32,39#39. Und ich gebe ihnen ein Herz und einen Weg, mich allezeit zu fürchten, zum Heil für sie und ihre Kinder nach ihnen.
19839#Jeremia,32,40#40. Und ich schließe mit ihnen einen ewigen Bund, daß ich nicht von ihnen lassen werde, ihnen Gutes zu tun, und meine Furcht werde ich in ihr Herz legen, daß sie nicht von mir gehen.
19840#Jeremia,32,41#41. Und ich werde meine Freude an ihnen haben, ihnen wohlzutun, und werde sie in diesem Land einpflanzen in Treuen, mit meinem ganzen Herzen und meiner ganzen Seele.
19841#Jeremia,32,42#42. Denn so spricht der Ewige: Wie ich über dieses Volk all dies große Unheil gebracht, so bringe ich über sie auch all das Heil, das ich über sie verkünde.
19842#Jeremia,32,43#43. Dann wird das Feld erkauft werden in diesem Land, von dem ihr sagt: Eine Öde ist es ohne Mensch und Vieh, gegeben ist es in die Hand der Kasdäer.
19843#Jeremia,32,44#44. Die Felder wird man für Geld erkaufen und es im Kaufbrief verschreiben und versiegeln und Zeugen zuziehn im Land Binjamin und im Umkreis Jeruschalaims, in den Städten Jehudas und den Städten des Gebirges, den Städten des Tieflands und den Städten der Südsteppe: Denn ich werde sie wieder herstellen, ist des Ewigen Spruch.»
19844#Jeremia,33,1#1. Und es erging das Wort des Ewigen an Jirmejahu zum zweiten Mal, während er noch im Wachthof gefangen war, besagend:
19845#Jeremia,33,2#2. «So spricht der Ewige, der sie-1- geschaffen, der Ewige, der sie gebildet, um sie fest zu gründen, der Ewige ist sein Name: -1) die Erde.++
19846#Jeremia,33,3#3. Rufe zu mir, und ich werde dir antworten und dir Großes und Kühnes verkünden, das du nicht ahnst.
19847#Jeremia,33,4#4. Denn so spricht der Ewige, der Gott Jisraëls, über die Häuser dieser Stadt und über die Häuser der Könige Jehudas, die niedergerissen werden vor den Wällen und vor dem Schwert.
19848#Jeremia,33,5#5. Man kommt, um mit den Kasdäern zu kämpfen und jene mit den Leichen der Menschen anzufüllen, die ich in meinem Zorn und Grimm erschlagen. Und wie ich ob all ihrer Bosheit mein Antlitz vor dieser Stadt verhüllt habe,
19849#Jeremia,33,6#6. sieh, werde ich ihr Heilung und Gesundung bringen und sie heilen und ihnen eine Fülle an Frieden und Treue auftun.
19850#Jeremia,33,7#7. Und ich werde Jehuda und Jisraël wiederherstellen und sie aufbaun wie ehedem.
19851#Jeremia,33,8#8. Und ich werde sie reinigen von all ihrer Schuld, womit sie gegen mich gesündigt haben, und werde verzeihen all ihre Sünden, die sie gegen mich begangen und verschuldet haben.
19852#Jeremia,33,9#9. Dann wird sie mir zum Ruhm der Wonne, zum Preis und zur Verherrlichung werden bei allen Völkern der Erde, die, wenn sie von all dem Guten hören, das ich ihnen erweise, in Furcht und Zittern geraten werden ob all dem Guten und allem Heil, das ich ihr erweise.
19853#Jeremia,33,10#10. So spricht der Ewige: Noch wird wieder gehört werden an diesem Ort, von dem ihr sagt: ,Wüst ist er, ohne Mensch und ohne Vieh!', in den Städten Jehudas und in den Gassen Jeruschalaims, die verödet sind, ohne Mensch, ohne Bewohner, ohne Vieh,
19854#Jeremia,33,11#11. der Schall des Jubels und der Freude, der Schall von Bräutigam und Braut, die Stimme derer, die da sprechen: Huldigt dem Ewigen der Scharen, daß gütig ist der Ewige, daß ewig währt seine Liebe! - derer, die Huldigungsopfer bringen ins Haus des Ewigen, wenn ich das Land wiederherstelle wie ehedem! spricht der Ewige!
19855#Jeremia,33,12#12. So spricht der Ewige der Scharen: Noch wird es wieder geben an diesem Ort, der wüst ist ohne Mensch und Vieh, und in all seinen Städten: Eine Trift mit Hirten, die Schafe lagern lassen.
19856#Jeremia,33,13#13. In den Städten des Gebirges, in den Städten des Tieflands, in den Städten der Südsteppe, im Land Binjamin und im Umkreis Jeruschalaims und den Städten Jehudas werden noch wieder die Schafe vorbeiziehn vor dem Zählenden! spricht der Ewige.
19857#Jeremia,33,14#14. Sieh, Tage kommen, ist des Ewigen Spruch, da verwirkliche ich das gütige Wort, das ich über das Haus Jisraël und über das Haus Jehuda geredet.
19858#Jeremia,33,15#15. In jenen Tagen und zu jener Zeit lasse ich Dawid ersprießen einen Sproß der Gerechtigkeit, der wird Recht und Gerechtigkeit im Land üben.
19859#Jeremia,33,16#16. In jenen Tagen wird Jehuda Hilfe werden, und Jeruschalaim in Sicherheit wohnen; und dies ist, wie man es nennen wird: Der Ewige unser Rechtssieg.
19860#Jeremia,33,17#17. Denn so spricht der Ewige: Nie wird Dawid ein Mann ausgehn, der auf dem Thron des Hauses Jisraël sitzt.
19861#Jeremia,33,18#18. Und den Priestern, den Lewiten, wird nie ein Mann vor mir ausgehn, der Hochopfer darbringt und Mehlspende räuchert und Schlachtopfer bereitet allezeit.»
19862#Jeremia,33,19#19. Und es erging das Wort des Ewigen an Jirmejahu, besagend:
19863#Jeremia,33,20#20. «So spricht der Ewige: Wenn ihr meinen Bund mit dem Tag und meinen Bund mit der Nacht brechen könntet, daß nicht Tag und Nacht zu ihrer Zeit wären,
19864#Jeremia,33,21#21. dann würde auch mein Bund mit meinem Knecht Dawid gebrochen, daß er keinen Sohn mehr als König auf seinem Thron hätte, und mit den lewitischen Priestern, meinen Dienern!
19865#Jeremia,33,22#22. Wie des Himmels Heer nicht gezählt, und wie nicht gemessen wird der Sand des Meeres, so will ich zahlreich machen den Samen meines Knechtes Dawid und die Lewiten, die mich bedienen.»
19866#Jeremia,33,23#23. Und es erging das Wort des Ewigen an Jirmejahu, besagend:
19867#Jeremia,33,24#24. «Hast du nicht gemerkt, wie dieses Volk gesprochen hat: ,Die beiden Geschlechter, die der Ewige erwählt hat, die hat er verworfen!' Und so schmähen sie mein Volk, daß es keine Nation mehr sein soll vor ihnen.
19868#Jeremia,33,25#25. So spricht der Ewige: Wenn ich meinen Bund mit Tag und Nacht, des Himmels und der Erde Satzung nicht bestellte,
19869#Jeremia,33,26#26. dann werde ich auch den Samen Jaakobs und meinen Knecht Dawid verwerfen, daß ich nicht aus seinem Samen Herrscher nehme über den Samen Abrahams, Jishaks und Jaakobs, wenn ich sie wiederherstelle und mich ihrer erbarme.»
19870#Jeremia,34,1#1. Das Wort, das an Jirmejahu erging vom Ewigen, als Nebuchadrezzar, der König von Babel, sein ganzes Heer, alle Königreiche der Erde seines Herrschaftsgebietes und alle seine Völker Jeruschalaim und all seine Städte bekriegten, besagend:
19871#Jeremia,34,2#2. «So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Geh hin und sprich zu Zidkijahu, dem König von Jehuda, und sprich zu ihm: So spricht der Ewige: Sieh, ich gebe diese Stadt in die Hand des Königs von Babel, und er wird sie im Feuer verbrennen!
19872#Jeremia,34,3#3. Und auch du wirst seiner Hand nicht entrinnen, sondern wirst ergriffen und in seine Hand gegeben werden. Und deine Augen werden die Augen des Königs von Babel sehen, sein Mund wird zu deinem Mund sprechen, und nach Babel wirst du kommen.
19873#Jeremia,34,4#4. Doch höre das Wort des Ewigen, Zidkijahu, König von Jehuda! So spricht der Ewige über dich: Nicht wirst du durch das Schwert sterben,
19874#Jeremia,34,5#5. in Frieden wirst du sterben; und gleich dem Leichenbrand deiner Väter, der früheren Könige, die vor dir waren, so wird man auch dir den Brand entzünden und ,Weh, Herr!' wird man um dich klagen! Denn das Wort habe ich geredet! ist des Ewigen Spruch.»
19875#Jeremia,34,6#6. Da redete Jirmejahu, der Gottbegeistete, zu Zidkijahu, dem König von Jehuda, all diese Worte in Jeruschalaim.
19876#Jeremia,34,7#7. Das Heer des Königs von Babel aber bekriegte Jeruschalaim und alle Städte Jehudas, die noch übrig waren, Lachisch und Aseka, denn diese waren unter den Städten Jehudas als Festungsstädte übriggeblieben.
19877#Jeremia,34,8#8. Das Wort, das an Jirmejahu erging vom Ewigen, nachdem der König Zidkijahu einen Bundesvertrag mit allem Volk in Jeruschalaim geschlossen hatte, ihnen Freilassung auszurufen:
19878#Jeremia,34,9#9. Daß jedermann seinen ebräischen Sklaven und seine ebräische Magd frei entlasse, sie nicht verknechtet zu halten, jeder seinen jehudäischen Bruder.
19879#Jeremia,34,10#10. Da gehorchten alle Oberen und alles Volk, die in den Vertrag eingetreten waren, daß jedermann seinen Sklaven und jedermann seine Magd frei entlasse, und sie nicht ferner verknechtet halte, sie gehorchten und entließen sie.
19880#Jeremia,34,11#11. Danach aber holten sie die Sklaven und Mägde, die sie frei entlassen hatten, wieder zurück und preßten sie zu Sklaven und Mägden.
19881#Jeremia,34,12#12. Da erging das Wort des Ewigen an Jirmejahu vom Ewigen, besagend:
19882#Jeremia,34,13#13. «So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Ich habe einen Vertrag mit euren Vätern geschlossen an dem Tag, da ich sie aus dem Land Mizraim, aus dem Sklavenhaus, hinausführte, der besagte:
19883#Jeremia,34,14#14. ,Nach Ablauf von sieben Jahren sollt ihr jeder seinen ebräischen Bruder, der dir verkauft wird, entlassen. Er soll dir sechs Jahre dienen, dann sollst du ihn frei von dir entlassen.' Aber eure Väter hörten nicht auf mich und neigten ihr Ohr nicht.
19884#Jeremia,34,15#15. Nun seid ihr heute umgekehrt und habt getan, was recht ist in meinen Augen, Freilassung auszurufen jedermann für seinen Nächsten, und habt einen Vertrag vor mir abgeschlossen in dem Haus, über dem mein Name genannt wird.
19885#Jeremia,34,16#16. Und nun seid ihr wieder umgekehrt und habt meinen Namen geschändet und jeder seinen Sklaven und jeder seine Magd zurückgeholt, die ihr frei, zu eigenem Belieben entlassen habt, und sie gepreßt, euch wieder Sklaven und Mägde zu sein.
19886#Jeremia,34,17#17. Darum spricht so der Ewige: Ihr habt nicht auf mich gehört, Freilassung auszurufen jeder seinem Bruder und jeder seinem Nächsten: So rufe ich euch Freilassung aus, ist des Ewigen Spruch, für das Schwert, die Pest und den Hunger und mache euch zum Schauder für alle Königreiche der Erde.
19887#Jeremia,34,18#18. Und ich gebe die Männer, die meinen Vertrag übertreten, die die Worte des Vertrags nicht gehalten haben, den sie vor mir abgeschlossen - indem sie das Kalb entzweischnitten und zwischen seinen Stücken hindurchschritten -
19888#Jeremia,34,19#19. die Oberen von Jehuda und Jeruschalaim, die Höflinge, die Priester und alles Volk des Landes, die hindurchschritten zwischen den Stücken des Kalbes -
19889#Jeremia,34,20#20. die gebe ich in die Hand ihrer Feinde und in die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und ihr Aas wird dem Vogelvolk des Himmels und dem Getier der Erde zum Fraß dienen.
19890#Jeremia,34,21#21. Und auch Zidkijahu, den König von Jehuda, und seine Obersten werde ich in die Hand ihrer Feinde geben und in die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und in die Hand des Heers des Königs von Babel, das (jetzt) von euch abgezogen ist.
19891#Jeremia,34,22#22. Sieh, ich gebiete, ist des Ewigen Spruch, und lasse sie umkehren gegen diese Stadt, und sie werden sie bekriegen, sie erobern und im Feuer verbrennen, und die Städte Jehudas werde ich zur Öde machen, ohne Bewohner.»
19892#Jeremia,35,1#1. Das Wort, das an Jirmejahu erging vom Ewigen in den Tagen Jehojakims, des Sohnes Joschijahus, des Königs von Jehuda, besagend:
19893#Jeremia,35,2#2. «Geh hin zum Haus der Rechabiten, rede mit ihnen, bringe sie in das Haus des Ewigen, in eine der Kammern, und gib ihnen Wein zu trinken.»
19894#Jeremia,35,3#3. «Da nahm ich Jaasanja, den Sohn Jirmejahus, des Sohnes Habazzinjas, seine Brüder, alle seine Söhne und das ganze Haus der Rechabiten,
19895#Jeremia,35,4#4. und brachte sie in das Haus des Ewigen, in die Kammer der Söhne Hanans, des Sohnes Jigdaljahus, des Gottesmannes, die neben der Kammer der Obersten oberhalb der Kammer Ma'asejahus, des Sohnes Schallums, des Schwellenhüters, liegt.
19896#Jeremia,35,5#5. Dann setzte ich vor die Söhne des Rechabitenhauses Kelche voll Wein und Becher und sprach zu ihnen: ,Trinkt Wein!'
19897#Jeremia,35,6#6. Sie aber sprachen: ,Wir trinken keinen Wein! Denn unser Vater Jonadab, der Sohn Rechabs, hat uns geboten und gesagt: Ihr sollt keinen Wein trinken, ihr und eure Kinder für ewig.
19898#Jeremia,35,7#7. Und ein Haus sollt ihr nicht bauen, Saat nicht säen, und einen Weinberg nicht pflanzen und nicht besitzen; sondern in Zelten sollt ihr wohnen alle eure Tage, damit ihr viele Tage lebt auf der Fläche des Bodens, darauf ihr verweilt.
19899#Jeremia,35,8#8. Und wir gehorchten der Stimme unseres Vaters Jehonadab, des Sohnes Rechabs, in allem was er uns geboten, daß wir alle unsere Tage keinen Wein trinken, wir, unsere Frauen, unsere Söhne und unsere Töchter,
19900#Jeremia,35,9#9. und keine Häuser bauen zu unserm Wohnsitz, und Weinberg, Feld und Saat nicht besitzen.
19901#Jeremia,35,10#10. So haben wir in Zelten gewohnt und gehorcht und getan, ganz wie uns unser Vater Jonadab geboten.
19902#Jeremia,35,11#11. Als aber Nebuchadrezzar, der König von Babel, gegen das Land heranzog, da sprachen wir: Auf, gehen wir nach Jeruschalaim vor dem Heer der Kasdäer und dem Heer Arams. Und so ließen wir uns in Jeruschalaim nieder.'»
19903#Jeremia,35,12#12. Da erging das Wort des Ewigen an Jirmejahu, besagend:
19904#Jeremia,35,13#13. «So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Geh hin und sprich zum Mann von Jehuda und zu den Bewohnern Jeruschalaims: Wollt ihr nicht Zucht annehmen, auf meine Worte zu hören? ist des Ewigen Spruch.
19905#Jeremia,35,14#14. Gehalten ward das Wort Jehonadabs, des Sohnes Rechabs, der seinen Söhnen geboten, keinen Wein zu trinken - so haben sie nicht getrunken bis auf diesen Tag, denn sie gehorchten dem Gebot ihres Vaters. Ich aber redete zu euch, allmorgen wieder - und ihr habt nicht auf mich gehört.
19906#Jeremia,35,15#15. Und ich sandte zu euch alle meine Knechte, die Gottbegeisteten, allmorgen wieder, sprechend: ,Kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg und bessert eure Taten und wandelt nicht anderen Göttern nach, daß ihr ihnen dient, und bleibt so auf dem Boden, den ich euch und euren Vätern gegeben.' Aber ihr neigtet euer Ohr nicht und hörtet nicht auf mich.
19907#Jeremia,35,16#16. Denn gehalten haben die Söhne Jehonadabs, des Sohnes Rechabs, das Gebot ihres Vaters, das er ihnen geboten, dieses Volk aber hat auf mich nicht gehört.
19908#Jeremia,35,17#17. Darum spricht so der Ewige, der Gott der Scharen, der Gott Jisraëls: Sieh, ich bringe über Jehuda und alle Bewohner Jeruschalaims all das Unheil, das ich über sie geredet, weil ich zu ihnen redete, und sie nicht hörten, ich sie rief, und sie nicht antworteten.»
19909#Jeremia,35,18#18. Zum Haus der Rechabiten aber sprach Jirmejahu: «So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Dafür, daß ihr dem Gebot eures Vaters Jehonadab gehorcht und alle seine Gebote gewahrt und getan habt, ganz wie er euch geboten,
19910#Jeremia,35,19#19. darum spricht so der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Niemals soll Jonadab, dem Sohne Rechabs, ein Mann ausgehn, der vor mir steht, für allezeit.»
19911#Jeremia,36,1#1. Und es war im vierten Jahr Jehojakims, des Sohnes Joschijahus, des Königs von Jehuda, da erging dieses Wort an Jirmejahu vom Ewigen, besagend:
19912#Jeremia,36,2#2. «Nimm dir eine Buchrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe über Jisraël, Jehuda und alle Völker von dem Tag an, da ich zu dir geredet, von den Tagen Joschijahus, bis zu diesem Tag.
19913#Jeremia,36,3#3. Vielleicht wird das Haus Jehuda auf all das Unheil hören, das ich ihnen zu tun gedenke, damit sie umkehren, jeder von seinem bösen Weg, und ich ihrer Schuld und Sünde vergebe.»
19914#Jeremia,36,4#4. Da rief Jirmejahu Baruch, den Sohn Nerijas, und Baruch schrieb vom Mund Jirmejahus alle Worte des Ewigen, die er zu ihm geredet hatte, auf eine Buchrolle.
19915#Jeremia,36,5#5. Dann gebot Jirmejahu Baruch und sagte: «Ich bin eingeschlossen, ich kann nicht in das Haus des Ewigen kommen.
19916#Jeremia,36,6#6. So geh du und lies aus der Buchrolle, die du von meinem Mund geschrieben hast, die Worte des Ewigen, vor den Ohren des Volkes im Haus des Ewigen, an einem Fasttag vor, und auch vor den Ohren aller Jehudäer, die aus ihren Städten kommen, sollst du sie vorlesen.
19917#Jeremia,36,7#7. Vielleicht fällt ihr Flehen vor dem Ewigen nieder, und sie kehren um, jeder von seinem bösen Weg; denn groß ist der Zorn und der Grimm, den der Ewige über dieses Volk verkündet hat.»
19918#Jeremia,36,8#8. Da tat Baruch, der Sohn Nerijas, ganz wie ihm Jirmejahu, der Gottbegeistete, geboten, aus der Buchrolle die Worte des Ewigen im Haus des Ewigen vorzulesen.
19919#Jeremia,36,9#9. Und es war im fünften Jahr Jehojakims, des Sohnes Joschijahus, des Königs von Jehuda, im neunten Monat, da riefen sie ein Fasten aus vor dem Ewigen für alles Volk von Jeruschalaim und alles Volk, das von den Städten Jehudas kam, in Jeruschalaim,
19920#Jeremia,36,10#10. da las Baruch aus dem Buch die Worte Jirmejahus im Haus des Ewigen vor, in der Kammer Gemarjahus, des Sohnes Schafans, des Schreibers, im obern Hof, am Eingang des neuen Tores zum Haus des Ewigen, vor den Ohren des ganzen Volkes.
19921#Jeremia,36,11#11. Da hörte Michajehu, der Sohn Gemarjahus, des Sohnes Schafans, alle Worte des Ewigen aus dem Buch,
19922#Jeremia,36,12#12. und er stieg hinab in das Haus des Königs in die Kammer des Schreibers; und sieh, dort saßen alle Amtsoberen, der Schreiber Elischama, Delajahu, der Sohn Schema'jahus, Elnatan, der Sohn Achbors, Gemarjahu, der Sohn Schafans, Zidkijahu, der Sohn Hananjahus, und alle Oberen.
19923#Jeremia,36,13#13. Da berichtete ihnen Michajehu alle die Dinge, die er gehört hatte, als Baruch aus dem Buch vor den Ohren des Volkes vorlas.
19924#Jeremia,36,14#14. Da sandten alle Amtsoberen Jehudi, den Sohn Netanjahus, des Sohnes Schelemjahus, des Sohnes Kuschis, zu Baruch, ihm zu sagen: «Die Rolle, aus der du vor den Ohren des Volkes vorgelesen hast, nimm sie mit dir und komm!» Da nahm Baruch, der Sohn Nerijahus, die Rolle mit sich und kam zu ihnen.
19925#Jeremia,36,15#15. Da sprachen sie zu ihm: «Sitz doch nieder und lies sie vor unseren Ohren!» Und Baruch las vor ihren Ohren.
19926#Jeremia,36,16#16. Es war nun, als sie all die Worte hörten, da erschraken sie miteinander und sprachen zu Baruch: «Wir müssen dem König all diese Dinge melden!»
19927#Jeremia,36,17#17. Baruch aber fragten sie und sprachen: «Tu uns doch kund: wie hast du all diese Worte von seinem Mund niedergeschrieben?»
19928#Jeremia,36,18#18. Da sagte ihnen Baruch: «Von seinem Mund; er sprach mir all diese Worte vor, indes ich mit Tinte auf das Buch schrieb.»
19929#Jeremia,36,19#19. Da sprachen die Amtsoberen zu Baruch: «Geh, verbirg dich, du und Jirmejahu, und niemand soll wissen, wo ihr seid.»
19930#Jeremia,36,20#20. Dann gingen sie zum König in den Hof, die Rolle aber bewahrten sie in der Kammer des Schreibers Elischama auf, und sie meldeten vor des Königs Ohren all die Dinge.
19931#Jeremia,36,21#21. Da sandte der König Jehudi, die Rolle zu holen, und er holte sie aus der Kammer des Schreibers Elischama; und Jehudi verlas sie vor den Ohren des Königs und vor den Ohren aller Amtsoberen, die um den König standen.
19932#Jeremia,36,22#22. Der König aber saß im Winterpalast - im neunten Monat - das Kohlenbecken angezündet vor sich.
19933#Jeremia,36,23#23. Und es war, wenn Jehudi drei Spalten oder vier verlesen hatte, riß er sie mit dem Schreibermesser ab und warf sie in das Feuer auf dem Kohlenbecken, bis die ganze Rolle in dem Feuer auf dem Kohlenbecken vernichtet war.
19934#Jeremia,36,24#24. Und sie erschraken nicht und zerrissen ihre Kleider nicht, der König und alle seine Diener, die alle diese Worte hörten!
19935#Jeremia,36,25#25. Und obwohl Elnatan, Delajahu und Gemarjahu in den König drangen, die Rolle nicht zu verbrennen, hörte er doch nicht auf sie.
19936#Jeremia,36,26#26. Dann befahl der König Jerahmeël, des Königs Sohn, Serajahu, dem Sohn Asriëls, und Schelemjahu, dem Sohn Abdeëls, Baruch, den Schreiber, und Jirmejahu, den Gottbegeisteten, zu ergreifen. Aber der Ewige verbarg sie.
19937#Jeremia,36,27#27. Und es erging das Wort des Ewigen an Jirmejahu, nachdem der König die Rolle verbrannt hatte und die Worte, die Baruch vom Mund Jirmejahus niedergeschrieben hatte, besagend:
19938#Jeremia,36,28#28. «Nimm dir nochmals eine andere Rolle und schreibe auf sie alle die früheren Worte, die auf der ersten Rolle waren, die Jehojakim, der König von Jehuda, verbrannt hat.
19939#Jeremia,36,29#29. Aber über Jehojakim, den König von Jehuda, sollst du sprechen: So spricht der Ewige: Du hast diese Rolle verbrannt und gesagt: ,Warum hast du auf ihr geschrieben: Kommen wird der König von Babel und wird dieses Land verderben und Mensch und Tier daraus vertilgen?'
19940#Jeremia,36,30#30. Darum spricht so der Ewige über Jehojakim, den König von Jehuda: Er wird keinen haben, der auf dem Thron Dawids sitzt, und sein Leichnam wird hingeworfen sein der Hitze am Tag und dem Sturm bei Nacht.
19941#Jeremia,36,31#31. Und ich werde an ihm, seinem Samen und seinen Dienern ihre Schuld ahnden und werde über sie und die Bewohner Jeruschalaims und den Mann von Jehuda all das Unheil bringen, das ich über sie geredet, ohne daß sie hörten.»
19942#Jeremia,36,32#32. Und Jirmejahu nahm eine andere Rolle und gab sie Baruch, dem Schreiber, dem Sohn Nerijahus, und der schrieb darauf vom Mund Jirmejahus alle Worte des Buches, das Jehojakim, der König von Jehuda, im Feuer verbrannt hatte und noch dazu, zu ihnen, viele Worte gleicher Art.
19943#Jeremia,37,1#1. Und König Zidkijahu, der Sohn Joschijahus, ward König anstelle Konjahus, des Sohnes Jehojakims, den Nebuchadrezzar, der König von Babel, im Land Jehuda als König einsetzte.
19944#Jeremia,37,2#2. Er aber und seine Diener und das Volk des Landes hörten nicht auf die Worte des Ewigen, die er durch Jirmejahu, den Gottbegeisteten, redete.
19945#Jeremia,37,3#3. Und der König Zidkijahu schickte Jehuchal, den Sohn Schelemjas, und den Priester Zefanjahu, den Sohn Maasejas, zu Jirmejahu, dem Gottbegeisteten, ihm zu sagen: «Bete doch für uns zum Ewigen, unserm Gott.»
19946#Jeremia,37,4#4. Jirmejahu aber ging ein und aus inmitten des Volkes, man hatte ihn nicht ins Gefängnis gesetzt.
19947#Jeremia,37,5#5. Aber das Heer Par'os war von Mizraim ausgezogen, und als die Kasdäer, die Jeruschalaim belagerten, die Kunde davon hörten, zogen sie von Jeruschalaim ab.
19948#Jeremia,37,6#6. Da erging das Wort des Ewigen an Jirmejahu, den Gottbegeisteten, besagend:
19949#Jeremia,37,7#7. «So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: So sollt ihr sprechen zum König von Jehuda, der euch zu mir sendet, um mich zu befragen: Sieh, das Heer Par'os, das euch zur Hilfe auszieht, kehrt um in sein Land Mizraim.
19950#Jeremia,37,8#8. Dann werden die Kasdäer wiederkommen und diese Stadt bekriegen, sie erobern und im Feuer verbrennen.
19951#Jeremia,37,9#9. So spricht der Ewige: Betrügt euch nicht selbst, daß ihr denkt: Abziehn werden von uns die Kasdäer! Denn sie werden nicht abziehn!
19952#Jeremia,37,10#10. Sondern, wenn ihr auch das ganze Heer der Kasdäer, die euch bekriegen, schlüget, und es blieben bei ihnen nur durchbohrte Männer übrig, so werden diese sich, jeder in seinem Zelt, erheben und diese Stadt im Feuer verbrennen.»
19953#Jeremia,37,11#11. Es war aber damals, als das Heer der Kasdäer von Jeruschalaim vor dem Heer Par'os abzog,
19954#Jeremia,37,12#12. da verließ Jirmejahu Jeruschalaim, um nach dem Land Binjamin zu gehen, um von dort inmitten des Volkes hinwegzuschlüpfen.
19955#Jeremia,37,13#13. Wie er sich im Binjamintor befand - und dort war ein Wachtkommandant namens Jir'ija, der Sohn Schelemjas, des Sohnes Hananjas -, da ergriff der Jirmejahu, den Gottbegeisteten, und sagte: «Du läufst zu den Kasdäern über!»
19956#Jeremia,37,14#14. Da sprach Jirmejahu: «Lüge! Ich laufe nicht zu den Kasdäern über!» Aber der hörte nicht auf ihn, sondern Jir'ija ergriff Jirmejahu und brachte ihn zu den Amtsoberen.
19957#Jeremia,37,15#15. Da ergrimmten die Oberen über Jirmejahu, schlugen ihn und warfen ihn ins Gefängnis, in das Haus des Schreibers Jehonatan, denn dieses hatten sie zum Gefängnis gemacht.
19958#Jeremia,37,16#16. So kam Jirmejahu in das Schachtverlies und in die Gewölbe; und Jirmejahu blieb dort viele Tage.
19959#Jeremia,37,17#17. Da sandte der König Zidkijahu und ließ ihn holen, und der König befragte ihn insgeheim in seinem Haus und sprach: «Gibt es ein Wort vom Ewigen?» Da sagte Jirmejahu: «Ja!» Und er sprach: «In die Hand des Königs von Babel wirst du gegeben werden!»
19960#Jeremia,37,18#18. Dann sprach Jirmejahu zum König Zidkijahu: «Was habe ich gegen dich, deine Diener und dieses Volk verschuldet, daß ihr mich ins Gefängnis geworfen habt?
19961#Jeremia,37,19#19. Und wo sind nun eure Begeisteten, die euch geweissagt und gesprochen haben: Der König von Babel wird nicht über euch und über dieses Land kommen!
19962#Jeremia,37,20#20. Nun aber, höre doch, mein Herr König! Laß doch mein Flehen vor dich fallen und sende mich nicht zurück in das Haus des Schreibers Jehonatan, daß ich nicht dort umkomme!»
19963#Jeremia,37,21#21. Da gab der König Zidkijahu Befehl, und man verwahrte Jirmejahu im Wachthof und gab ihm einen Laib Brot für den Tag aus der Bäckergasse, bis alles Brot aus der Stadt aufgezehrt war. So blieb Jirmejahu im Wachthof.
19964#Jeremia,38,1#1. Da hörten Schefatjahu, der Sohn Mattans, Gedaljahu, der Sohn Paschhurs, Juchal, der Sohn Schelemjahus, und Paschhur, der Sohn Malkijas, die Worte, die Jirmejahu zu allem Volk geredet hatte, da er sagte:
19965#Jeremia,38,2#2. «So spricht der Ewige: Wer in dieser Stadt bleibt, wird durch Schwert, Hunger und Pest sterben, wer aber zu den Kasdäern hinausgeht, wird am Leben bleiben, er wird seine Seele als Beute haben und leben.
19966#Jeremia,38,3#3. So spricht der Ewige: Gegeben wird diese Stadt in die Hand des Heeres des Königs von Babel, und er wird sie erobern.»
19967#Jeremia,38,4#4. Da sprachen die Obersten zum König: «Getötet werden soll dieser Mann, denn er macht ja die Hände der Kriegsmannen schlaff, die in dieser Stadt geblieben sind, und die Hände des ganzen Volkes, indem er zu ihnen solche Worte redet. Denn dieser Mann erstrebt nicht Heil für dieses Volk, sondern Unheil!»
19968#Jeremia,38,5#5. Da sprach der König Zidkijahu: «Seht, er ist in eurer Hand, denn der König vermag nichts gegen euch!»
19969#Jeremia,38,6#6. Da ergriffen sie Jirmejahu und warfen ihn in die Zisterne des Königssohnes Malkijahu, die im Wachthof war, indem sie Jirmejahu an Stricken hinabließen. In der Zisterne aber war kein Wasser, sondern Schlamm, und Jirmejahu versank im Schlamm.
19970#Jeremia,38,7#7. Als nun der Kuschite Ebedmelech, ein Verschnittener, der im Haus des Königs war, hörte, daß man Jirmejahu in die Zisterne gebracht hatte - der König aber saß im Binjamintor -
19971#Jeremia,38,8#8. da ging Ebedmelech aus dem Haus des Königs und sprach zum König:
19972#Jeremia,38,9#9. «Mein Herr König, übel haben diese Männer gehandelt mit allem, was sie Jirmejahu, dem Gottbegeisteten, angetan haben, daß sie ihn in die Zisterne warfen! Nun kommt er vor Hunger an der Stelle um, denn es ist kein Brot mehr in der Stadt.»
19973#Jeremia,38,10#10. Da befahl der König dem Kuschiten Ebedmelech und sagte: «Nimm mit dir von hier dreißig Mann und hole Jirmejahu, den Gottbegeisteten, aus der Zisterne herauf, bevor er umkommt.»
19974#Jeremia,38,11#11. Da nahm Ebedmelech die Männer mit sich, ging in das Haus des Königs unterhalb der Schatzkammer, nahm von dort Lumpen von abgelegten und zerrissenen Kleidern und ließ sie Jirmejahu an Stricken in die Zisterne hinab.
19975#Jeremia,38,12#12. Und der Kuschite Ebedmelech sprach zu Jirmejahu: «Tu doch die Lumpen der abgelegten und zerrissenen Kleider unter deine Achselhöhlen an den Ort der Stricke!» Da tat Jirmejahu so.
19976#Jeremia,38,13#13. Dann faßten sie Jirmejahu mit den Stricken und holten ihn aus der Zisterne herauf. Und Jirmejahu blieb im Wachthof.
19977#Jeremia,38,14#14. Darauf sandte der König Zidkijahu hin und ließ Jirmejahu, den Gottbegeisteten, zu sich in den dritten Eingang vom Haus des Ewigen bringen, und der König sprach zu Jirmejahu: «Ich will dich etwas fragen, hehle nichts vor mir!»
19978#Jeremia,38,15#15. Da sprach Jirmejahu zu Zidkijahu: «Wenn ich es dir kundtue, wirst du mich ja töten. Und wenn ich dir einen Rat gebe, wirst du doch nicht auf mich hören!»
19979#Jeremia,38,16#16. Da schwor der König Zidkijahu dem Jirmejahu insgeheim und sprach: «Es lebt der Ewige, der uns diese Seele geschaffen hat! Ob ich dich töten und dich in die Hand dieser Männer geben werde, die dir nach dem Leben trachten!»
19980#Jeremia,38,17#17. Da sprach Jirmejahu zu Zidkijahu: «So spricht der Ewige, der Gott der Scharen, der Gott Jisraëls: Wenn du hinausgehst zu den Obersten des Königs von Babel, dann wird deine Seele am Leben bleiben und diese Stadt nicht im Feuer verbrannt werden, und leben bleiben wirst du und dein Haus.
19981#Jeremia,38,18#18. Wenn du aber nicht zu den Obersten des Königs von Babel hinausgehst, dann wird diese Stadt in die Hand der Kasdäer gegeben, und sie werden sie im Feuer verbrennen, und auch du wirst ihrer Hand nicht entrinnen.»
19982#Jeremia,38,19#19. Da sprach der König Zidkijahu zu Jirmejahu: «Ich bange vor den Jehudäern, die zu den Kasdäern übergelaufen sind, daß man mich in ihre Hand gäbe, und sie mich mißhandelten.»
19983#Jeremia,38,20#20. Da sprach Jirmejahu: «Man wird nicht preisgeben! Höre doch auf die Stimme des Ewigen in dem, was ich zu dir rede, dann wird es dir wohlergehn, und deine Seele wird leben.
19984#Jeremia,38,21#21. Wenn du dich aber weigerst hinauszugehn, ist das es, was der Ewige mich schauen ließ:
19985#Jeremia,38,22#22. Sieh, alle Frauen, die noch im Haus des Königs von Jehuda übriggeblieben sind, werden hinausgeführt zu den Obersten des Königs von Babel, und dabei sprechen: ,Sie haben dich verführt, sie konnten an dich / deiner Freundschaft Leute / da dir im Sumpf die Füße sanken / entwichen sie rückwärts!'
19986#Jeremia,38,23#23. Und alle deine Frauen und Kinder führt man zu den Kasdäern hinaus, und auch du wirst ihrer Hand nicht entrinnen, sondern von der Hand des Königs von Babel wirst du ergriffen werden, und diese Stadt wird man im Feuer verbrennen.»
19987#Jeremia,38,24#24. Dann sprach Zidkijahu zu Jirmejahu: «Niemand soll von diesen Dingen wissen, damit du nicht stirbst!
19988#Jeremia,38,25#25. Wenn aber die Obersten hören, daß ich mit dir gesprochen habe, und zu dir kommen und zu dir sagen: ,Tu uns doch kund, was du zum König geredet hast, hehle uns nichts, sonst töten wir dich, und was der König zu dir gesprochen hat',
19989#Jeremia,38,26#26. dann sage ihnen: ,Ich habe mein Flehen vor dem König niedergelegt, daß er mich nicht in das Haus Jehonatans zurückbringen lasse, daß ich dort sterbe.»
19990#Jeremia,38,27#27. Dann kamen alle Obersten zu Jirmejahu und befragten ihn; da erzählte er ihnen gemäß all diesen Worten, die der König befohlen hatte. Da ließen sie schweigend von ihm, denn die Sache war nicht laut geworden.
19991#Jeremia,38,28#28. So blieb Jirmejahu im Wachthof bis zum Tag, da Jeruschalaim erobert wurde.
19992#Jeremia,39,1#Es war aber, als Jeruschalaim erobert war 1. - im neunten Jahr Zidkijahus, des Königs von Jehuda, im zehnten Monat, kam Nebuchadrezzar, der König von Babel, und sein ganzes Heer nach Jeruschalaim, und sie belagerten es.
19993#Jeremia,39,2#2. Im elften Jahr Zidkijahus, im vierten Monat, am Neunten des Monats wurde die Stadt erbrochen.
19994#Jeremia,39,3#3. Da kamen alle Obersten des Königs von Babel und saßen im Mitteltor nieder: Nergal-Schar'ezer, Samgar-Nebo, Sarsechim, der Oberhöfling, Nergal-Schar'ezer, der Großmagier, und alle übrigen Obersten des Königs von Babel.
19995#Jeremia,39,4#4. Es war aber, als Zidkijahu, der König von Jehuda, und alle Kriegsleute dies sahen, da flohen sie und verließen nachts die Stadt auf dem Weg am Königsgarten durch das Tor zwischen den Mauern, und man zog hinaus den Weg zur Niederung.
19996#Jeremia,39,5#5. Da setzte das Heer der Kasdäer ihnen nach, und sie holten Zidkijahu ein in den Niederungen von Jereho, ergriffen ihn und brachten ihn hinauf zu Nebuchadrezzar, dem König von Babel, nach Ribla im Land Hamat, und der sprach ihm Gericht.
19997#Jeremia,39,6#6. Und der König von Babel schlachtete die Söhne Zidkijahus in Ribla vor seinen Augen ab, und auch alle Edlen Jehudas schlachtete der König von Babel ab.
19998#Jeremia,39,7#7. Und die Augen Zidkijahus blendete er und fesselte ihn mit ehernen Ketten, um ihn nach Babel zu bringen.
19999#Jeremia,39,8#8. Und das Haus des Königs und das Volkshaus verbrannten die Kasdäer im Feuer, und die Mauern Jeruschalaims rissen sie nieder.
20000#Jeremia,39,9#9. Aber den Rest des Volkes, das in der Stadt übriggeblieben war, und die Überläufer, die zu ihm abgefallen waren, und den Rest des Volkes, der übriggeblieben war, führte Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, nach Babel.
20001#Jeremia,39,10#10. Aber vom niedern Volk, die nichts besaßen, ließ Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, im Land Jehuda zurück und gab ihnen Weinberge und Äcker an jenem Tag.
20002#Jeremia,39,11#11. Und Nebuchadrezzar, der König von Babel, entbot betreffs Jirmejahus an Nebusar'adan, den Obersten der Leibwächter, ihm sagend:
20003#Jeremia,39,12#12. «Nimm ihn und richte deine Augen auf ihn und tu ihm nichts Böses, sondern wie er zu dir sagen wird, so tu mit ihm.»
20004#Jeremia,39,13#13. Da sandte Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, Nebuschasban, der Oberhöfling, und Nergal-Schar'ezer, der Großmagier, und alle Großen des Königs von Babel,
20005#Jeremia,39,14#14. die sandten hin, ließen Jirmejahu aus dem Wachthof holen und übergaben ihn Gedaljahu, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, um ihn ins Haus hinauszuführen. Und er blieb inmitten des Volkes.
20006#Jeremia,39,15#15. An Jirmejahu aber war das Wort des Ewigen ergangen, während er im Wachthof eingeschlossen war, besagend:
20007#Jeremia,39,16#16. «Geh hin und sprich zu dem Kuschiten Ebedmelech: So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Sieh, ich bringe meine Worte über diese Stadt zum Unheil und nicht zum Heil, und sie werden vor dir geschehen an jenem Tag.
20008#Jeremia,39,17#17. Dich aber werde ich retten an jenem Tag, ist des Ewigen Spruch, und du wirst nicht in die Hand der Männer gegeben werden, vor denen du dich fürchtest.
20009#Jeremia,39,18#18. Denn ich werde dich entrinnen lassen, und du wirst nicht durchs Schwert fallen, und dein Leben wird dir zur Beute sein, da du auf mich vertraut hast! ist des Ewigen Spruch.»
20010#Jeremia,40,1#1. Das Wort, das an Jirmejahu erging vom Ewigen, nachdem ihn Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, von ha-Rama entlassen hatte, indem er ihn holen ließ; er aber war mit Ketten gefesselt inmitten aller Deportierten von Jeruschalaim und Jehuda, die nach Babel fortgeführt wurden.
20011#Jeremia,40,2#2. Da ließ der Oberste der Leibwächter Jirmejahu holen und sprach zu ihm: «Der Ewige, dein Gott, hat dieses Unheil über diesen Ort geredet.
20012#Jeremia,40,3#3. Vollbracht und getan hat nun der Ewige, wie er es geredet hat; weil ihr gegen den Ewigen gesündigt und nicht auf seine Stimme gehört habt, so ist euch dies geschehen.
20013#Jeremia,40,4#4. Nun aber, sieh, ich habe dich heute von den Fesseln losgemacht, die an deiner Hand waren. Wenn es dir gefällt, mit mir nach Babel zu gehen, so komm, und ich will mein Auge auf dich richten; und wenn es dir mißfällt, mit mir nach Babel zu gehen, so laß es. Sieh, das ganze Land liegt vor dir: Wohin es in deinen Augen gut und recht ist zu gehen, dahin geh.»
20014#Jeremia,40,5#5. Und da er noch nicht umkehrte: - «Kehre zurück zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, den der König von Babel (zum Statthalter) in den Städten Jehudas bestellt hat, und bleibe bei ihm unter dem Volk, oder wohin immer es in deinen Augen recht erscheint zu gehen, geh.» Dann gab ihm der Oberste der Leibwächter Wegzehrung und Ehrengabe und entließ ihn.
20015#Jeremia,40,6#6. So kam Jirmejahu zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, nach ha-Mizpa und blieb bei ihm inmitten des Volkes, das im Land zurückgeblieben war.
20016#Jeremia,40,7#7. Als alle die Truppenführer die mit ihren Mannen noch im offenen Feld waren, hörten, daß der König von Babel Gedaljahu, den Sohn Ahikams, im Land bestellt und ihm Männer, Frauen und Kinder anvertraut hatte und von den Armen des Landes, die nicht nach Babel fortgeführt waren,
20017#Jeremia,40,8#8. da kamen sie zu Gedalja nach ha-Mizpa, und auch Jischmaël, der Sohn Netanjahus, Johanan und Jonatan, die Söhne Kareahs, Seraja, der Sohn Tanhumets, die Söhne Efais aus Netofa und Jesanjahu, der Sohn des Ma'achatiters, sie und ihre Mannen.
20018#Jeremia,40,9#9. Und Gedaljahu, der Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, schwor ihnen und ihren Leuten, indem er sprach: «Fürchtet nicht, den Kasdäern zu dienen! Bleibt im Land und dient dem König von Babel, daß es euch wohlergehe.
20019#Jeremia,40,10#10. Ich aber, ich bleibe in ha-Mizpa, um vor den Kasdäern, die zu uns kommen, einzustehn. Ihr aber bringt Wein und Obst und Öl ein und tut es in eure Gefäße, und bleibt in euren Städten, die ihr in Besitz genommen habt!»
20020#Jeremia,40,11#11. Und auch alle Jehudäer in Moab, bei den Söhnen Ammons und in Edom und die in allen Ländern, hörten, daß der König von Babel Jehuda einen Überrest gelassen, und daß er Gedaljahu, den Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, über sie bestellt hatte.
20021#Jeremia,40,12#12. Da kehrten alle Jehudäer von all den Orten, dahin sie versprengt worden waren, zurück und kamen ins Land Jehuda zu Gedaljahu nach ha-Mizpa und brachten sehr viel Wein und Obst ein.
20022#Jeremia,40,13#13. Und Johanan, der Sohn Kareahs, und all die Truppenführer, die im Feld waren, kamen zu Gedaljahu nach ha-Mizpa
20023#Jeremia,40,14#14. und sprachen zu ihm: «Weißt du auch, daß Baalis, der König der Söhne Ammons, Jischmaël, den Sohn Netanjas, gesandt hat, um dich zu erschlagen?» Aber Gedaljahu, der Sohn Ahikams, glaubte ihnen nicht.
20024#Jeremia,40,15#15. Und Johanan, der Sohn Kareahs, sprach zu Gedaljahu insgeheim in ha-Mizpa: «Ich will doch hingehn und Jischmaël, den Sohn Netanjas, erschlagen, und niemand soll es wissen. Warum soll er dich erschlagen, daß ganz Jehuda, das sich um dich gesammelt hat, sich zerstreut, und der Rest Jehudas zugrunde geht?»
20025#Jeremia,40,16#16. Aber Gedaljahu, der Sohn Ahikams, sprach zu Johanan, dem Sohn Kareahs: «Tu das nicht, denn Lüge redest du über Jischmaël!»
20026#Jeremia,41,1#1. Es war aber im siebenten Monat, da kam Jischmaël, der Sohn Netanjas, des Sohnes Elischamas, vom Königsstamm, und die Großen des Königs, und zehn Mann mit ihm zu Gedaljahu, dem Sohn Ahikams, nach ha-Mizpa, und sie aßen dort miteinander Brot in ha-Mizpa.
20027#Jeremia,41,2#2. Da erhob sich Jischmaël, der Sohn Netanjas, und die zehn Männer, die mit ihm waren, und sie erschlugen Gedaljahu, den Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, mit dem Schwert, und man tötete ihn, den der König von Babel im Land bestellt hatte.
20028#Jeremia,41,3#3. Und alle Jehudäer, die bei ihm, bei Gedaljahu, in ha-Mizpa waren, und die Kasdäer, die sich dort befanden, die Kriegsleute, erschlug Jischmaël.
20029#Jeremia,41,4#4. Es war aber am zweiten Tag nach der Ermordung Gedaljahus - da niemand davon wußte -
20030#Jeremia,41,5#5. da kamen Männer von Schechem, von Schilo und von Schomeron, achtzig Mann, den Bart geschoren, die Kleider zerrissen und (die Haut) eingeritzt, Mehlspende und Weihrauch bei sich führend, um sie ins Haus des Ewigen zu bringen.
20031#Jeremia,41,6#6. Da kam Jischmaël, der Sohn Netanjas, ihnen entgegen von ha-Mizpa heraus, ging und weinte im Gehen. Und es war, als er sie traf, da sprach er zu ihnen: «Kommt zu Gedaljahu, dem Sohn Ahikams!»
20032#Jeremia,41,7#7. Es war aber, als sie in die Stadt gekommen waren, da schlachtete sie Jischmaël, der Sohn Netanjas, in die Zisterne hinein, er und die Leute, die mit ihm waren.
20033#Jeremia,41,8#8. Zehn Männer aber befanden sich unter ihnen, die sprachen zu Jischmaël: «Töte uns nicht, denn wir haben vergrabenes Gut auf dem Feld: Weizen, Gerste, Öl und Honig!» Da stand er davon ab und tötete sie nicht inmitten ihrer Brüder.
20034#Jeremia,41,9#9. Die Zisterne aber, in die Jischmaël alle Leichen der Männer warf, die er Gedaljahus wegen erschlagen hatte, ist die, die der König Asa Ba'schas wegen, des Königs von Jisraël, angelegt hatte; sie füllte Jischmaël, der Sohn Netanjas, mit Erschlagenen.
20035#Jeremia,41,10#10. Dann machte Jischmaël den ganzen Rest des Volkes, der in ha-Mizpa war, zu Gefangenen, die Königstöchter und das ganze Volk, das in ha-Mizpa zurückgeblieben war, und das Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, Gedaljahu, dem Sohn Ahikams, anvertraut hatte, die machte Jischmaël, der Sohn Netanjas, zu Gefangenen und zog fort, um zu den Söhnen Ammons hinüberzukommen.
20036#Jeremia,41,11#11. Da hörten Johanan, der Sohn Kareahs, und alle Truppenführer, die bei ihm waren, all das Böse, das Jischmaël, der Sohn Netanjas, getan hatte,
20037#Jeremia,41,12#12. und sie nahmen alle Mannen und zogen aus, um gegen Jischmaël, den Sohn Netanjas, zu kämpfen, und fanden ihn an dem großen Wasser zu Gib'on.
20038#Jeremia,41,13#13. Als nun alles Volk, das bei Jischmaël war, Johanan, den Sohn Kareahs, und alle Truppenführer, die bei ihm waren, erblickten, da freuten sie sich,
20039#Jeremia,41,14#14. und es wandte sich alles Volk, das Jischmaël von ha-Mizpa gefangen fortgeführt hatte, und sie kehrten um und gingen zu Johanan, dem Sohn Kareahs.
20040#Jeremia,41,15#15. Jischmaël aber, der Sohn Netanjas, entrann mit acht Mann vor Johanan und ging zu den Söhnen Ammons.
20041#Jeremia,41,16#16. Dann nahm Johanan, der Sohn Kareahs, und alle Truppenführer, die bei ihm waren, den ganzen Überrest des Volkes, den er zurückgebracht hatte von Jischmaël, dem Sohn Netanjas, von ha-Mizpa, nachdem der Gedalja, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, Männer, Kriegsleute, Frauen, Kinder und Verschnittene, die er von Gib'on zurückgebracht hatte,
20042#Jeremia,41,17#17. und sie zogen und blieben in Gerut-Kimham, das bei Bet-Lehem liegt, um weiterzuziehn und nach Mizraim zu gelangen
20043#Jeremia,41,18#18. vor den Kasdäern; denn sie fürchteten vor ihnen, weil Jischmaël, der Sohn Netanjas, Gedaljahu, den Sohn Ahikams, erschlagen, den der König von Babel im Land bestellt hatte.
20044#Jeremia,42,1#1. Da traten alle Truppenführer und Johanan, der Sohn Kareahs, Jesanja, der Sohn Hoscha'jas, und alles Volk von klein bis groß heran
20045#Jeremia,42,2#2. und sprachen zu Jirmejahu, dem Gottbegeisteten: «Laß doch unser Flehen vor dir niederfallen und bete für uns zu dem Herrn, deinem Gott, für diesen ganzen Überrest - denn wir sind wenig von viel geblieben, wie deine Augen uns sehen -
20046#Jeremia,42,3#3. daß uns der Ewige, dein Gott, den Weg kundtue, den wir gehen, und das, was wir tun sollen.»
20047#Jeremia,42,4#4. Da sprach zu ihnen Jirmejahu, der Gottbegeistete: «Ich habe es gehört. Ich will zu dem Ewigen, eurem Gott, beten nach euren Worten, und so werde ich denn alles, was der Ewige euch antworten wird, euch kundtun, ich werde euch kein Wort vorenthalten.»
20048#Jeremia,42,5#5. Sie aber sprachen zu Jirmejahu: «Es sei der Ewige gegen uns zum wahren und wahrhaftigen Zeugen, wenn wir nicht ganz nach dem Wort, womit der Ewige, dein Gott, dich zu uns sendet, so tun werden.
20049#Jeremia,42,6#6. Ob gut, ob schlimm: Auf die Stimme des Ewigen, unseres Gottes, zu dem wir dich senden, wollen wir hören, damit es uns wohl ergehe, wenn wir auf die Stimme des Ewigen, unseres Gottes, hören.
20050#Jeremia,42,7#7. Es war nun nach Ablauf von zehn Tagen, da erging das Wort des Ewigen an Jirmejahu.
20051#Jeremia,42,8#8. Da berief er Johanan, den Sohn Kareahs, alle Truppenführer, die bei ihm waren, und alles Volk von klein bis groß
20052#Jeremia,42,9#9. und sprach zu ihnen: «So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls, zu dem ihr mich gesandt, um euer Flehen vor ihm niederzulegen:
20053#Jeremia,42,10#10. Wenn ihr wohnen bleibt in diesem Land, so werde ich euch aufbauen und nicht niederreißen, euch einpflanzen und nicht ausreißen, denn es gereut mich des Unheils, das ich euch angetan habe.
20054#Jeremia,42,11#11. Fürchtet nicht vor dem König von Babel, vor dem ihr in Furcht seid, fürchtet nicht vor ihm, ist des Ewigen Spruch, denn mit euch bin ich, euch zu helfen und euch aus seiner Hand zu retten.
20055#Jeremia,42,12#12. Ich werde euch Erbarmen schaffen, und er wird sich eurer erbarmen und euch zu eurem Boden zurückbringen.
20056#Jeremia,42,13#13. Wenn ihr aber sagt: ,Wir wollen nicht in diesem Land wohnen bleiben!', so daß ihr nicht auf die Stimme des Ewigen, eures Gottes, hört,
20057#Jeremia,42,14#14. indem ihr sagt: ,Nein! Ins Land Mizraim wollen wir kommen, daß wir Krieg nicht sehen, den Schall des Horns nicht hören und nach Brot nicht hungern, und dort wollen wir wohnen bleiben!'
20058#Jeremia,42,15#15. Und nun, hört darum das Wort des Ewigen, Rest Jehudas! So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Wenn ihr euer Antlitz darauf richtet, nach Mizraim zu kommen, und ihr dorthin kommt, um dort zu verweilen,
20059#Jeremia,42,16#16. so wird das Schwert, vor dem ihr fürchtet, euch dort erreichen im Land Mizraim, und der Hunger, vor dem ihr bangt, euch dorthin, nach Mizraim, nachsetzen, und werdet ihr dort sterben.
20060#Jeremia,42,17#17. Und dann werden alle die Männer, welche ihr Antlitz richten, nach Mizraim zu kommen, um dort zu verweilen, durch Schwert, Hunger und Pest umkommen, und es wird ihnen kein Restling und Flüchtling bleiben vor dem Unheil, das ich über sie bringe.
20061#Jeremia,42,18#18. Denn so spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Wie sich ergossen hat mein Zorn und Grimm über die Bewohner Jeruschalaims, so wird sich mein Grimm über euch ergießen, wenn ihr nach Mizraim kommt, und ihr werdet zum Fluch und zum Gezischel, zur Verwünschung und zum Schimpf werden und werdet diese Stätte nicht mehr sehen!
20062#Jeremia,42,19#19. Geredet hat der Ewige über euch, Rest Jehudas: Ihr sollt nicht nach Mizraim kommen! Wissen sollt ihr, daß ich euch heute verwarnt habe!
20063#Jeremia,42,20#20. Denn um euer Leben habt ihr Täuschung verübt, da ihr mich zum Ewigen, eurem Gott, gesandt und gesprochen habt: ,Bete für uns zum Ewigen, unserm Gott, und ganz wie der Ewige, unser Gott, sprechen wird, so tu es uns kund, und wir wollen es tun!'
20064#Jeremia,42,21#21. Nun habe ich es euch heute kundgetan, ihr aber habt nicht gehört auf die Stimme des Ewigen, eures Gottes, und auf alles, womit er mich zu euch gesandt.
20065#Jeremia,42,22#22. Nunmehr wißt, daß ihr durch Schwert, Hunger und Pest umkommen werdet an dem Ort, dahin ihr kommen wolltet, um dort zu verweilen.»
20066#Jeremia,43,1#1. Es war aber, als Jirmejahu geendet hatte, zu allem Volk alle Worte des Ewigen, ihres Gottes, zu reden, womit ihn der Ewige, ihr Gott, zu ihnen gesandt hatte, alle diese Worte,
20067#Jeremia,43,2#2. da sprach Asarja, der Sohn Hoscha'jas, und Johanan, der Sohn Kareahs, und alle die böswilligen Männer, sie sagten zu Jirmejahu: «Lüge redest du! Nicht hat dich der Ewige, unser Gott, gesandt und gesprochen: ,Ihr sollt nicht nach Mizraim kommen, dort zu verweilen!'
20068#Jeremia,43,3#3. Sondern Baruch, der Sohn Nerijas, reizt dich gegen uns auf, um uns in die Hand der Kasdäer zu geben, daß sie uns töten und uns nach Babel fortführen!»
20069#Jeremia,43,4#4. Und Johanan, der Sohn Kareahs, die Truppenführer und alles Volk hörten nicht auf die Stimme des Ewigen, im Land Jehuda wohnen zu bleiben,
20070#Jeremia,43,5#5. sondern es nahmen Johanan, der Sohn Kareahs, und alle Truppenführer den ganzen Überrest Jehudas, die von allen Völkern, wohin sie versprengt worden, zurückgekehrt waren, um im Land Jehuda zu weilen,
20071#Jeremia,43,6#6. die Männer, Frauen und Kinder und die Königstöchter und all die Personen, die Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, bei Gedaljahu, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, belassen hatte, und auch Jirmejahu, den Gottbegeisteten, und Baruch, den Sohn Nerijahus,
20072#Jeremia,43,7#7. und zogen ins Land Mizraim, denn sie hörten nicht auf die Stimme des Ewigen. Und sie gelangten bis nach Tahpanhes.
20073#Jeremia,43,8#8. Und es erging das Wort des Ewigen an Jirmejahu in Tahpanhes, besagend:
20074#Jeremia,43,9#9. «Nimm mit dir große Steine und vergrabe sie mit Mörtel im Ziegelpflaster, das am Eingang zum Haus Par'os in Tahpanhes ist, vor den Augen jehudäischer Männer,
20075#Jeremia,43,10#10. und sprich zu ihnen: So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Sieh, ich sende hin und hole Nebuchadrezzar, den König von Babel, meinen Knecht, und setze seinen Thron über diese Steine, die ich vergraben habe, und er wird sein Netz über sie ausspannen.
20076#Jeremia,43,11#11. Und er kommt und schlägt das Land Mizraim: Was des Todes - dem Tod, was der Gefangenschaft - der Gefangenschaft, was des Schwertes - dem Schwert.
20077#Jeremia,43,12#12. Und ich werde Feuer anlegen an die Tempel der Götter Mizraims, und er wird sie verbrennen und zu Gefangenen machen und wird das Land Mizraim umschütteln, wie der Hirt seinen Mantel umschüttelt, und wird von dort in Frieden abziehn.
20078#Jeremia,43,13#13. Und zerbrechen wird er die Standmale des Sonnentempels im Land Mizraim, und die Göttertempel Mizraims im Feuer verbrennen.»
20079#Jeremia,44,1#1. Das Wort, das an Jirmejahu erging für alle Jehudäer, die im Land Mizraim wohnten, die wohnten in Migdol und Tahpanhes, in Nof und im Land Patros, besagend:
20080#Jeremia,44,2#2. «So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Ihr habt all das Unheil gesehn, das ich über Jeruschalaim und alle Städte Jehudas gebracht habe, und sie sind heute Wüstenei, und kein Bewohner ist in ihnen.
20081#Jeremia,44,3#3. Ob ihrer Bosheit, die sie verübt, mich zu kränken, da sie hingingen und räucherten und dienten andern Göttern, die sie nicht gekannt, sie, ihr und eure Väter.
20082#Jeremia,44,4#4. Und ich sandte zu euch alle meine Knechte, die Gottbegeisteten, allmorgen wieder, sagend: ,Tut doch nicht dieses Greuelwerk, das ich hasse!'
20083#Jeremia,44,5#5. Sie aber hörten nicht und neigten ihr Ohr nicht, daß sie umkehrten von ihrer Bosheit, nicht anderen Göttern zu räuchern.
20084#Jeremia,44,6#6. Da ergoß sich mein Grimm und mein Zorn und brannte in den Städten Jehudas und den Gassen Jeruschalaims, und sie wurden zu Wüstenei und Einöde, wie es heute ist.
20085#Jeremia,44,7#7. Und nun spricht so der Ewige, der Gott der Scharen, der Gott Jisraëls: Warum tut ihr euch selbst so großes Übel, euch auszurotten Mann und Weib, Kleinkind und Säugling aus Jehuda, euch keinen Überrest zu lassen,
20086#Jeremia,44,8#8. daß ihr mich kränkt durch eurer Hände Werk, räuchert andern Göttern im Land Mizraim, wohin ihr kommt, da zu verweilen, damit er euch ausrotte, und daß ihr zum Fluch und zum Schimpf werdet unter allen Völkern der Erde?
20087#Jeremia,44,9#9. Habt ihr die Übeltaten eurer Väter vergessen, die Übeltaten der Könige von Jehuda und die Übeltaten seiner Frauen, und eure Übeltaten und die Übeltaten eurer Frauen, die sie im Land Jehuda und in den Gassen Jeruschalaims begingen?
20088#Jeremia,44,10#10. Sie haben sich nicht gebeugt bis auf diesen Tag, sie fürchten nicht und wandeln nicht nach meiner Weisung und meinen Satzungen, die ich euch und euren Vätern vorgelegt habe.
20089#Jeremia,44,11#11. Darum spricht so der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Sieh, ich richte mein Antlitz gegen euch zum Unheil, und um ganz Jehuda auszurotten.
20090#Jeremia,44,12#12. Und ich nehme den Rest Jehudas, die ihr Antlitz gerichtet haben, nach Mizraim zu kommen, um dort zu verweilen, und sie werden alle zugrundegehn im Land Mizraim, durchs Schwert fallen, durch Hunger zugrundegehn von klein bis groß, durch Schwert und Hunger werden sie sterben, und sie werden sein zum Fluch, zum Gezischel, zur Verwünschung und zum Schimpf.
20091#Jeremia,44,13#13. Und ich werde es ahnden an denen, die im Land Mizraim wohnen, wie ich es geahndet an Jeruschalaim, mit Schwert, Hunger und Pest.
20092#Jeremia,44,14#14. Nicht wird Flüchtling und Restling sein dem Überrest Jehudas, die kamen, um dort zu verweilen, im Land Mizraim, und um dann zurückzukehren ins Land Jehuda, auf das sie ihre Seele richten, zurückzukehren und dort zu wohnen; denn sie werden nicht zurückkehren, außer als Entronnene.»
20093#Jeremia,44,15#15. Da antworteten Jirmejahu all die Männer, die wußten, daß ihre Frauen andern Göttern räucherten, und alle herumstehenden Frauen, eine große Schar, und alles Volk, das in Mizraim, in Patros wohnte, und sprachen:
20094#Jeremia,44,16#16. «Das Wort, das du zu uns im Namen des Ewigen geredet hast, darin hören wir nicht auf dich!
20095#Jeremia,44,17#17. Sondern tun wollen wir ganz nach dem Wort, das aus unserm Mund gekommen ist, der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Gußspenden zu gießen, so wie wir es getan haben, wir und unsere Väter, unsere Könige und unsere Oberen in den Städten Jehudas und den Gassen Jeruschalaims; da aßen wir uns satt an Brot und waren wohlauf und sahen kein Böses.
20096#Jeremia,44,18#18. Aber seitdem wir aufhörten, der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Gußspenden zu gießen, haben wir Mangel an allem und schwinden durch Schwert und Hunger dahin.
20097#Jeremia,44,19#19. Und wenn wir der Himmelskönigin räuchern und ihr Gußspenden gießen, haben wir etwa ohne unsere Männer ihr Bildkuchen gemacht, um sie abzubilden, und ihr Gußspenden gegossen?»
20098#Jeremia,44,20#20. Da sprach Jirmejahu zu allem Volk, zu den Männern, den Frauen und allem Volk, das ihm so geantwortet hatte:
20099#Jeremia,44,21#21. «Fürwahr, der Räucherung, die ihr in den Städten Jehudas und den Gassen Jeruschalaims geräuchert habt, ihr und eure Väter, eure Könige und eure Oberen und das Volk des Landes, ihrer gedachte der Ewige, und sie kam ihm in den Sinn;
20100#Jeremia,44,22#22. und weil der Ewige es nicht mehr ertragen konnte wegen der Bosheit eurer Taten und wegen der Greuel, die ihr getan, ward euer Land zu Wüstenei und zum Gezischel und zur Verwünschung, ohne Bewohner, wie es heute ist.
20101#Jeremia,44,23#23. Deswegen, weil ihr geräuchert habt, und weil ihr gegen den Ewigen gesündigt und nicht auf des Ewigen Stimme gehört habt und nach seiner Weisung, seinen Satzungen und Bezeugungen nicht gewandelt seid, deswegen hat euch dieses Unheil betroffen, wie es heute ist.»
20102#Jeremia,44,24#24. Und Jirmejahu sprach zu allem Volk und zu allen Frauen: «Hört das Wort des Ewigen, ganz Jehuda, die ihr im Land Mizraim seid!
20103#Jeremia,44,25#25. So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Ihr und eure Frauen, sprecht aus mit eurem Mund und vollführt mit euren Händen, was ihr sagtet: ,Ausführen wollen wir unsere Gelöbnisse, die wir gelobt haben, der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Gußspenden zu gießen.' Haltet nur eure Gelöbnisse und führt nur eure Gelöbnisse aus!
20104#Jeremia,44,26#26. Darum hört das Wort des Ewigen, ganz Jehuda, die ihr wohnt im Land Mizraim! Sieh, geschworen habe ich bei meinem großen Namen, spricht der Ewige: Ob fürder mein Name genannt sein wird im Mund aller Männer Jehudas, der da spräche: ,Es lebt Gott, der Herr!' im ganzen Land Mizraim.
20105#Jeremia,44,27#27. Sieh, ich bin ihretwegen bedacht zum Bösen und nicht zum Guten, daß zugrundegehn alle Männer von Jehuda, die im Land Mizraim sind, durch Schwert und Hunger, bis sie vernichtet sind.
20106#Jeremia,44,28#28. Und Schwertentronnene werden zurückkehren aus dem Land Mizraim in das Land Jehuda, gezählte Männer; und erkennen soll der ganze Rest Jehudas, derer die nach dem Land Mizraim gekommen sind, um dort zu verweilen, wessen Wort bestehen wird: Meines oder ihres.
20107#Jeremia,44,29#29. Und dies sei euch das Wunderzeichen, ist des Ewigen Spruch, daß ichs an euch ahnde an diesem Ort, damit ihr erkennt, daß meine Worte über euch bestehen werden, zum Unheil:
20108#Jeremia,44,30#30. So spricht der Ewige: Sieh, ich gebe Par'o Hofra, den König von Mizraim, in die Hand seiner Feinde und in die Hand derer, die ihm nach dem Leben trachten, wie ich Zidkijahu, den König von Jehuda, in die Hand Nebuchadrezzars, des Königs von Babel, gegeben habe, seines Feindes, der ihm nach dem Leben trachtete.»
20109#Jeremia,45,1#1. Das Wort, das Jirmejahu, der Gottbegeistete, redete zu Baruch, dem Sohn Nerijas, als der diese Worte vom Mund Jirmejahus auf ein Buch geschrieben hatte, im vierten Jahr Jehojakims, des Sohnes Joschijahus, des Königs von Jehuda, besagend:
20110#Jeremia,45,2#2. «So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls, über dich, Baruch:
20111#Jeremia,45,3#3. Du hast gesagt: Ach, weh mir / daß der Ewige gefügt / mir Kummer zum Schmerz! / Erschöpft bin ich vom Seufzen / Ruh fand ich nicht!
20112#Jeremia,45,4#4. So sprich zu ihm: So spricht der Ewige: Sieh, was ich aufgebaut / das reiß ich nieder / was ich gepflanzt / das rod ich aus / das ganze Land, das mein ist /
20113#Jeremia,45,5#5. und du suchst Großes dir? / Such nimmer! / Denn, sieh, ich bringe Unheil über alles Fleisch / ist des Ewigen Spruch / dir aber geb dein Leben ich zur Beute / an allen Orten, wo du hingehst.»
20114#Jeremia,46,1#1. Was als Wort des Ewigen an Jirmejahu, den Gottbegeisteten, erging über die Völker:
20115#Jeremia,46,2#2. Über Mizraim, über das Heer Par'o Nechos, des Königs von Mizraim, das am Strom Perat in Karkemisch stand, welches Nebuchadrezzar, der König von Babel, schlug im vierten Jahr Jehojakims, des Sohnes Joschijahus, des Königs von Jehuda:
20116#Jeremia,46,3#3. «Bereitet Schild und Tartsche / und tretet an zum Kampf! /
20117#Jeremia,46,4#4. Schirrt an die Rosse / sitzt auf, ihr Reiter / stellt euch in Helmen / macht blank die Lanzen / legt an die Panzer! /
20118#Jeremia,46,5#5. Was seh ich sie zagen / zurück sie weichen / ihre Helden zerschmettert / zur Flucht sich stürzen / sich nimmer wendend / vor Grauen ringsum? / Ist des Ewigen Spruch.
20119#Jeremia,46,6#6. Nicht entkomme der Schnelle / nicht entrinne der Starke! / Im Norden, am Perat-Strom / sie stürzten, fielen.
20120#Jeremia,46,7#7. Wer ists, der ansteigt wie der Strom / des Wasser wie die Flüsse wogen? /
20121#Jeremia,46,8#8. Mizraim, ansteigts wie der Strom / und wie die Flüsse drin die Wasser wogen. Es spricht: ,Ansteigen will ich, will das Land bedecken / vernichten Stadt und Sassen drin!' /
20122#Jeremia,46,9#9. Heran, ihr Rosse / und tummelt euch, Wagen / daß ausziehn die Helden / Kusch da und Put, die Schilde führend / die Ludier, im Griff den Bogen spannend.
20123#Jeremia,46,10#10. Und jener Tag ist für den Herrn / den Gott der Scharen / ein Tag der Rache / an seinen Feinden sich zu rächen; / da frißt das Schwert sich satt / und trinkt an ihrem Blut sich voll. / Denn eine Schlachtung hält der Herr / der Gott der Scharen / in Nordens Land / am Strom Perat.
20124#Jeremia,46,11#11. Steig nach Gil'ad, hol Balsam / Maid, Tochter Mizraims! / Vergeblich häufst du Arzneien / dir wird nicht Genesung! /
20125#Jeremia,46,12#12. Es hören Völker deine Schmach / und deines Jammers ist die Erde voll / denn Krieger  über Krieger stürzt / zusammen beide fallen.»
20126#Jeremia,46,13#13. Das Wort, das der Ewige zu Jirmejahu, dem Gottbegeisteten, redete, als Nebuchadrezzar, der König von Babel, kam, das Land Mizraim zu schlagen:
20127#Jeremia,46,14#14. «Verkündet in Mizraim, ruft in Migdol aus / ruft aus in Nof und Tahpanhes! / Sprecht: / Stell auf dich, sei bereit / denn um dich frißt das Schwert. /
20128#Jeremia,46,15#15. Warum sind deine Ritter fortgefegt? / Sie hielten nicht, da sie der Ewge fortstieß! /
20129#Jeremia,46,16#16. Viel ließ er straucheln / ja, Mann stürzt über Mann / sie sprechen: / ,Auf! Kehren wir zu unserm Volk zurück / in unser Heimatland / vor dem würgenden Schwert!' /
20130#Jeremia,46,17#17. Sie nannten dort Par'o, Mizraims König: / Ein Brausen, das die Frist versäumte. /
20131#Jeremia,46,18#18. ,Ich lebe!' spricht der König / der Ewige der Scharen ist sein Name / daß wie der Tabor unter Bergen / wie Karmel überm Meer es anrückt! /
20132#Jeremia,46,19#19. Gerät zur Wandrung richte dir / Maid, Sassin Mizraims / denn Nof wird Ödnis werden / wüst, ohne Wohner. /
20133#Jeremia,46,20#20. Vielschöne Jungkuh Mizraim / der Stecher kommt vom Norden, kommt. /
20134#Jeremia,46,21#21. Auch ihre Söldlinge in ihr / wie Kälber, gekoppelt / ja, sie auch wenden sich / sie fliehn allsamt / sie halten nicht stand / denn ihres Sturzes Tag kommt über sie / die Zeit ihrer Ahndung. /
20135#Jeremia,46,22#22. Horch! / Wie wenn die Schlange kommt! / Denn sie, mit Kriegsmacht kommen sie / mit Äxten gehen sie sie an / Holzhauern gleich /
20136#Jeremia,46,23#23. sie hauen ihren Wald / ist des Ewigen Spruch. / Denn nicht zu messen ist es / mehr als der Heuschreck sind sie / sind ohne Zahl. /
20137#Jeremia,46,24#24. Zuschanden wird Mizraims Tochter / gegeben in des Nordvolks Hand.
20138#Jeremia,46,25#25. Gesprochen hat der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Sieh, ich suche heim den Amon von No, Par'o und Mizraim, seine Götter und seine Könige, Par'o und die auf ihn vertrauen,
20139#Jeremia,46,26#26. und gebe sie in die Hand derer, die ihnen nach dem Leben trachten, und in die Hand Nebuchadrezzars, des Königs von Babel, und seiner Diener. Doch nachher wird es bestehen wie in den Tagen der Vorzeit, ist des Ewigen Spruch.
20140#Jeremia,46,27#27. Du aber, fürchte nicht, mein Knecht Jaakob, und bange nicht, Jisraël, denn sieh, ich rette dich aus der Ferne und deinen Samen aus dem Land ihrer Gefangenschaft. Und Jaakob kehrt zurück und bleibt in Ruh und Sicherheit, und keiner schreckt auf.
20141#Jeremia,46,28#28. Du, fürchte nicht, mein Knecht Jaakob, ist des Ewigen Spruch, denn mit dir bin ich. Denn ich mache garaus allen Völkern, unter die ich dich verstoßen, doch dir mach ich nicht garaus. Aber ich werde dich nach dem Recht züchtigen und dich nicht frei ausgehn lassen.»
20142#Jeremia,47,1#1. Was als Wort des Ewigen an Jirmejahu, den Gottbegeisteten, erging über die Pelischtäer, ehe Par'o Asa schlug:
20143#Jeremia,47,2#2. «So spricht der Ewige: Sieh, Wasser flutet auf von Norden / und wird zum reißenden Strom / verschwemmt das Land und was es füllt / Stadt und Bewohner / es schrein die Menschen / es heulen alle Sassen des Landes. /
20144#Jeremia,47,3#3. Vor seiner Ritter stampfenden Hufen / dem Rasseln seiner Wagen / dem Dröhnen seiner Räder / schaun nicht die Väter nach den Söhnen um / weil schlaff die Hände. /
20145#Jeremia,47,4#4. Des Tages wegen, der da kommt / zu plündern die Pelischter alle / zu tilgen für Zor und Zidon / jeden Rest eines Helfers. / Denn es verheert der Ewge die Pelischter / den Rest vom Kaftorseeland. /
20146#Jeremia,47,5#5. Kahlschur kommt über Asa / hinschwindet Aschkelon / der Rest ihres Tals. / Bis wann noch ritzt du dich (zur Trauer)? /
20147#Jeremia,47,6#6. Weh, Schwert des Ewgen / wie lang noch rastlos? / Zieh heim in die Scheide / sei ruhig und still! /
20148#Jeremia,47,7#7. Wie könntest du rasten! / Da es der Ewige entboten / nach Aschkelon und an die Meeresküste / dorthin es bestimmt.»
20149#Jeremia,48,1#1. Über Moab: «So spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Weh ob Nebo, daß es verheert / zuschanden, eingenommen Kirjataim / zuschanden ist die Hochburg und verzagt! /
20150#Jeremia,48,2#2. Nicht mehr gilt Moabs Ruhm in Heschbon / gesponnen hat man Unheil gegen es: / ,Auf! Tilgen wir es aus als Volk!' / Wirst, Madmen, mit erstummen / dir nach zieht das Schwert. /
20151#Jeremia,48,3#3. Schrei schallt von Horonaim / Verheerung, schwerer Sturz! /
20152#Jeremia,48,4#4. Gebrochen ist Moab! / Es jammern laut seine Burschen. /
20153#Jeremia,48,5#5. Ja, Luhits Steige steigt / der Weinende mit Weinen / am Hang von Horonaim hört / man der Zerschmettrung Krampfgeschrei. /
20154#Jeremia,48,6#6. Flieht, rennt um euer Leben! / Sie werden wie der Kahlstrauch in der Wüste. /
20155#Jeremia,48,7#7. Weil du auf deine Werke, deine Schätze dich verließest / wirst du auch bezwungen. / Da geht Kemosch ins Elend / die Priester ihm und Obersten gesamt. /
20156#Jeremia,48,8#8. Es kommt der Plündrer über jede Stadt / kein Ort entrinnt. / Verloren ist die Senke und vertilgt die Ebne / wie der Ewge gesprochen. /
20157#Jeremia,48,9#9. Gebt Moab Flügel / daß flugs es entflüchte / und seine Städte Öde werden / ohne Wohner darin. /
20158#Jeremia,48,10#10. Verflucht, wer lässig tut des Ewgen Werk / verflucht, wer da sein Schwert vom Blut zurückhält!
20159#Jeremia,48,11#11. Geruhig war von jung auf Moab / klart stille seine Hefen ab / nicht umgeleert von Faß zu Faß / ging nie ins Elend. / Drum blieb ihm sein Geschmack beständig / sein Duft ihm ungewandelt.
20160#Jeremia,48,12#12. Darum, sieh, kommen Tage, ist des Ewigen Spruch, da sende ich ihm Stürzer, die es stürzen und seine Fässer leeren und ihre Schläuche bersten machen.
20161#Jeremia,48,13#13. Und zuschanden wird Moab an Kemosch, wie zuschanden ward das Haus Jisraël an Bet-El, ihrem Hort.
20162#Jeremia,48,14#14. Wie sprecht ihr: ,Helden sind wir / kriegstüchtige Männer!' /
20163#Jeremia,48,15#15. Verheert ist Moab / an seine Burgen steigt man / und seiner Burschen Bestes sinkt zur Schlachtung! / Ist der Spruch des Königs / der Ewige der Scharen ist sein Name. /
20164#Jeremia,48,16#16. Nah ist, im Kommen, Moabs Sturz / rasch eilt sein Unglück! /
20165#Jeremia,48,17#17. Beklaget es, Umwohner alle / alldie ihr seinen Namen kennt. / Sprecht: / ,Wie brach das machtvolle Zepter / der prächtige Stab!' /
20166#Jeremia,48,18#18. Hinab vom Reichtum / und sitz im Schmachten / Insassin, Maid Dibons! / Denn Moabs Plünderer ersteigt dich / zerstört deine Vesten. /
20167#Jeremia,48,19#19. Am Wege steh, schau aus / Insassin Aroërs! / Den Flüchtling, die Entronnene befrage / sprich: ,Was ist geschehn?' /
20168#Jeremia,48,20#20. Beschämt ist Moab, verzagt! / Heult auf und schreit! / Verkündet am Arnon / daß Moab verheert!
20169#Jeremia,48,21#21. Das Gericht ist gekommen über das Land der Ebene, über Holon und Jahza und Mefaat
20170#Jeremia,48,22#22. und über Dibon und Nebo und Bet-Diblataim
20171#Jeremia,48,23#23. und über Kirjataim und Bet-Gamul und Bet-Meon
20172#Jeremia,48,24#24. und über Kerijot und Bozra und über alle Städte des Landes Moab, die fernen und die nahen.
20173#Jeremia,48,25#25. Gefällt ist Moabs Horn / sein Arm gebrochen! / Ist des Ewigen Spruch. /
20174#Jeremia,48,26#26. Machts trunken / weil es zum Ewigen den Mund geweitet / daß Moab voll wird des Gespeis / und selbst auch zum Gespött wird.
20175#Jeremia,48,27#27. Und ward dir nicht Jisraël zum Gespött? Ward es unter Dieben ertappt, daß, wenn du von ihm redest, du dich schüttelst?
20176#Jeremia,48,28#28. Verlaßt die Städte, haust im Felsen / Bewohner Moabs / seid wie die Taube, die nistet / an Hängen gähnenden Abgrunds. /
20177#Jeremia,48,29#29. Wir hörten Moabs Hoffart; / so sehr hochstolz / sein Übermut, die Hoffart und sein Stolz / und seines Herzens Hochmut! /
20178#Jeremia,48,30#30. Ich kenne, spricht der Ewge, seinen grimmen Mut / das Unrecht / wie seine Räte Unrecht taten. /
20179#Jeremia,48,31#31. Drum muß ich heulen ob Moab / allüber Moab muß ich schrein / da seufzt es ob der Männer von Kir-Heres. /
20180#Jeremia,48,32#32. Klag ich um Ja'ser, klage ich um dich / Weinstock von Sibma / des Ranken wucherten bis übers Meer / zum Meer, Ja'ser berührend. / Auf deine Frucht und deine Lese / stürzt sich der Plündrer. /
20181#Jeremia,48,33#33. Verschwunden ist da Fröhlichkeit und Lust / vom Gartenland, von Moabs Erde / Wein aus den Keltern hab ich ausgetilgt / man tritt nicht mit Hedad! / Hedad - kein Hedad mehr! /
20182#Jeremia,48,34#34. Vom Schrei Heschbons bis El'ale / bis Jahaz heben sie die Stimme / von Zoar an bis Horonaim / Eglat, Schelischija. / Denn auch die Wasser von Nimrim / sie werden zu Öden.
20183#Jeremia,48,35#35. Und ich werde austilgen aus Moab, ist des Ewigen Spruch, Darbringer in der Kultkammer und Räucherer für seine Götter.
20184#Jeremia,48,36#36. Drum klagt mein Herz um Moab Flöten gleich / klagt um Kir-Heres' Männer mir mein Herz wie Flöten / drum daß der Rest, den es geschafft, verloren. /
20185#Jeremia,48,37#37. Denn jedes Haupt ist Kahlschur / und jeder Bart Ausraufung / an allen Händen Ritze / und an den Hüften Sackzeug. /
20186#Jeremia,48,38#38. Auf allen Dächern Moabs / und in den Gassen / ist alles Klage / weil Moab ich zerbrochen / wie Ding, das keiner will! / Ist des Ewigen Spruch. /
20187#Jeremia,48,39#39. Wie ists verzagt! Oh, heult! / Wie hat den Nacken Moab doch gewandt in Schanden / ward Moab zum Spott / zum Schreck für alle seine Nachbarn!
20188#Jeremia,48,40#40. Denn so spricht der Ewige: Sieh, wie der Adler fliegts heran / und breitet seine Flügel über Moab. /
20189#Jeremia,48,41#41. Genommen ist die Stadt / die Burg erobert / da wird das Herz der Helden Moabs / an jenem Tag / wie Weibes Herz in Kindeswehn. /
20190#Jeremia,48,42#42. Vertilgt wird Moab als Volk / weil es zum Ewigen den Mund geweitet! /
20191#Jeremia,48,43#43. Graun, Grube, Garn / an dich, Bewohner Moabs! / Ist des Ewigen Spruch. /
20192#Jeremia,48,44#44. Der vor dem Grauen flieht / fällt in die Grube / wer aus der Grube steigt / fängt sich im Garn! Denn ich bringe über es, über Moab, das Jahr ihrer Heimsuchung! ist des Ewigen Spruch.
20193#Jeremia,48,45#45. Im Schatten Heschbons halten / die der Gewalt entflüchten. / Denn Feuer fährt von Heschbon aus / und Flammenglut von Sihon vor / und frißt die Schläfe Moabs / der Heeressöhne Scheitel. /
20194#Jeremia,48,46#46. Weh dir, Moab! / Dahin das Volk Kemoschs! / Weil man gefangen deine Söhne schleppt / und deine Töchter in das Elend!
20195#Jeremia,48,47#47. Doch werde ich Moab wiederherstellen in späten Tagen! ist des Ewigen Spruch.» Bis hierher das Gericht über Moab.
20196#Jeremia,49,1#1. Über die Söhne Ammons: «So spricht der Ewige: Hat keine Kinder Jisraël? / Hats keinen Erben? / Warum beerbte Malkam Gad / und wohnt sein Volk in dessen Städten? /
20197#Jeremia,49,2#2. Drum, siehe, kommen Tage / ist des Ewigen Spruch / da laß ich dröhnen für der Söhne Ammons Großstadt / des Krieges Lärm / zum öden Schutthauf wird es / verbrannt in Feuer seine Tochterstädte / daß seine Erben Jisraël beerbe! / Ist des Ewigen Spruch. /
20198#Jeremia,49,3#3. Heul auf, Heschbon / denn verheert ist Ai / klagt, Töchter von Rabba! / Legt Sackzeug um und trauert / und irrt in den Hürden. / Denn Malkam geht ins Elend / seine Priester und die Obersten allsamt.
20199#Jeremia,49,4#4. Was rühmst du dich der Täler, daß überfließt dein Tal, abtrünnige Tochter, die auf ihre Schätze vertraute: ,Wer kann an mich kommen?'
20200#Jeremia,49,5#5. Sieh, ich bringe über dich Schrecken, ist der Spruch des Herrn, des Gottes der Scharen, allrings um dich, und ihr werdet fortgestoßen, jeder vor sich hin, und niemand sammelt die Flüchtenden.
20201#Jeremia,49,6#6. Aber nachher werde ich die Söhne Ammons wiederherstellen! ist des Ewigen Spruch.»
20202#Jeremia,49,7#7. Über Edom: «So spricht der Ewige der Scharen: Ist keine Weisheit mehr in Teman / dahin der Klugen Ratschlag / schal ihre Weisheit? /
20203#Jeremia,49,8#8. Entflieht! Sie wenden sich! / Tiefunten kauern sich Dedans Bewohner / denn über Esaw bring ich seinen Sturz / die Zeit, da ichs ihm ahnde. /
20204#Jeremia,49,9#9. Wenn Winzer dir gekommen / beließen sie nichts nachzulesen? / Wenn Diebe in der Nacht / verdürben sie, sich zur Genüge; /
20205#Jeremia,49,10#10. doch ich, ich decke Esaw auf / enthülle sein Verstecktes / er birgt sich, kann es nicht! / Verheert sein Same / und seine Brüder, seine Nachbarn - er ist dahin! /
20206#Jeremia,49,11#11. Laß deine Waisen - ich will sie erhalten / und deine Witwen solln auf mich vertraun.
20207#Jeremia,49,12#12. Denn so spricht der Ewige: Sieh, denen es nicht gebührte, den Becher zu trinken, die müssen ihn trinken - und du wolltest frei ausgehn? Wirst nicht frei ausgehn, sondern trinken wirst du!
20208#Jeremia,49,13#13. Denn bei mir habe ich geschworen, ist des Ewigen Spruch, daß zum Gezischel, zum Schimpf, zur Verwüstung und zur Verwünschung Bozra werden soll, und alle seine Städte sollen Wüsteneien werden für ewig.
20209#Jeremia,49,14#14. Die Kunde hörte ich vom Ewgen / ein Bote an die Völker ist entsandt. / Tut euch zusammen, kommt daran / steht auf zum Kampf! /
20210#Jeremia,49,15#15. Denn sieh / ich mach dich unter Völkern klein / verachtet unter Menschen / Graun über dich. /
20211#Jeremia,49,16#16. Verführt hat dich des Herzens Frevelmut; / der du in Felsens Klüften wohnst / die Berghöh hältst - / höhst wie der Adler du dein Nest / hol dort dich herab! / Ist des Ewigen Spruch.
20212#Jeremia,49,17#17. Und Edom wird zum Gezischel, allwer an ihm vorbeizieht, schnaubt und zischt über all seine Wunden.
20213#Jeremia,49,18#18. Wie die Zerstörung Sedoms, Amoras und ihrer Nachbarn, spricht der Ewige, wird kein Mann dort wohnen, kein Mensch darin verweilen.
20214#Jeremia,49,19#19. Sieh, wie der Löwe, der vor des Jardens Hochstand aufsteigt zur beständigen Aue, so jage ichs im Augenblick davon. Wo wär ein Jungmann dann, daß ich daran ihn stellte? Denn wer ist wie ich, und wer will mich zum Treffen stellen, und wer ist der Hirt, der vor mir bestünde?
20215#Jeremia,49,20#20. Darum hört den Plan des Ewigen, den er geplant über Edom, und seine Gedanken, die er gedacht über die Bewohner von Teman: Ob nicht die Buben / der Herde sie schleppen / sich nicht entsetzt / ihre Trift über sie! /
20216#Jeremia,49,21#21. Von ihres Falles Dröhnen / erbebt die Erde / Geschrei am Schilfmeer / da tönt ihr Hall. /
20217#Jeremia,49,22#22. Sieh, wie der Adler steigt es, fliegt / und breitet seine Flügel über Bozra / da wird das Herz der Helden Edoms / an jenem Tag / wie Weibes Herz in Kindeswehn.»
20218#Jeremia,49,23#23. Über Dammesek: «Beschämt Hamat und Arpad / da schlimme Kunde sie gehört, verzagt / im Meer ein Fischlein / so kanns nicht ruhn. /
20219#Jeremia,49,24#24. Schlaff ward Dammesek / kehrt sich zur Flucht / ein Zittern faßt es / Krampf, Wehen packts / wie die, die gebärt. /
20220#Jeremia,49,25#25. Wie ist verlassen nicht die Stadt des Ruhms / die Burg meiner Wonne! /
20221#Jeremia,49,26#26. Drum fallen ihre Burschen / auf ihren Plätzen / und alle Krieger kommen um an jenem Tag! / Ist Spruch des Ewigen der Scharen. /
20222#Jeremia,49,27#27. Da leg ich Feuer an die Mauer von Dammesek / daß die Paläste Ben-Hadads es frißt.»
20223#Jeremia,49,28#28. Über Kedar und die Reiche von Hazor, die Nebuchadrezzar, der König von Babel, schlug: «So spricht der Ewige: Auf! Steigt gegen Kedar / verheert des Ostens Söhne! /
20224#Jeremia,49,29#29. Die Zelte und die Schafe raubt man ihnen / Behänge und Geräte all / treibt die Kamele ihnen fort / ruft über sie: ,Graun ringsum!'
20225#Jeremia,49,30#30. Flieht, flüchtet schnell, tiefunten kauert, ihr Wohner von Hazor! ist des Ewigen Spruch. Denn geplant hat gegen euch Nebuchadrezzar, der König von Babel, einen Plan, er trachtet gegen euch ein Trachten.
20226#Jeremia,49,31#31. Auf! Zieht gegen das sorglose Volk, das sicher wohnt! ist des Ewigen Spruch. Nicht Türen hat es noch Riegelbalken, selbstsicher wohnen sie.
20227#Jeremia,49,32#32. Nun werden ihre Kamele zum Raub, die Menge ihres Viehs zur Beute. Und ich zerstreue sie in alle Winde, zu Ecken und Enden, von allseits bring ich ihren Sturz! ist des Ewigen Spruch.
20228#Jeremia,49,33#33. Dann wird Hazor zur Hausung der Schakale, Einöde für ewig, kein Mann wird dort wohnen, kein Mensch drin verweilen.»
20229#Jeremia,49,34#34. Was als Wort des Ewigen an Jirmejahu, den Gottbegeisteten, erging  über Elam, im Anfang der Regierung Zidkijas, des Königs von Jehuda, besagend:
20230#Jeremia,49,35#35. «So spricht der Ewige der Scharen: Ich breche Elams Bogen / das Erste ihrer Kraft!
20231#Jeremia,49,36#36. Und ich bringe  über Elam vier Winde von den vier Enden des Himmels und zerstreue sie in alle diese Winde. Da wird kein Volk sein, wohin nicht Versprengte Elams kommen werden.
20232#Jeremia,49,37#37. Und ich lasse Elam verzagen vor ihren Feinden und vor denen, die ihnen nach dem Leben trachten, und bringe über sie Unheil, die Glut meines Angesichts, ist des Ewigen Spruch, und entsende hinter ihnen her das Schwert, bis ich ihnen garaus gemacht habe.
20233#Jeremia,49,38#38. Und ich stelle meinen Thron in Elam auf und vernichte von dort König und Obere, ist des Ewigen Spruch.
20234#Jeremia,49,39#39. Es wird aber sein in späten Tagen, da werde ich Elam wiederherstellen, ist des Ewigen Spruch.»
20235#Jeremia,50,1#1. Das Wort, das der Ewige redete über Babel, über das Land der Kasdäer, durch Jirmejahu, den Gottbegeisteten:
20236#Jeremia,50,2#2. «Verkündet bei den Völkern, ruft es aus / höht Stangenzeichen / ruft laut aus / hehlt nimmer, sprecht: / Erobert ist Babel / zuschanden Bel / verzagt Merodach / zuschanden ihre Bilder / verzagt ihre Götzen!
20237#Jeremia,50,3#3. Denn heraufgezogen ist dagegen ein Volk vom Norden, das macht sein Land zur Öde, daß kein Bewohner darin ist, von Mensch bis Vieh - entflohen, fortgezogen!
20238#Jeremia,50,4#4. In jenen Tagen und zu jener Zeit, ist der Spruch des Ewigen, werden die Söhne Jisraëls kommen, sie und die Söhne Jehudas zusammen, weinend werden sie gehen und den Ewigen, ihren Gott, suchen.
20239#Jeremia,50,5#5. Nach Zijon werden sie fragen / dorthin des Wegs ihr Antlitz: / ,Kommt!' / Sie schließen an den Ewgen sich / zu ewgem, unvergeßnem Bund. /
20240#Jeremia,50,6#6. Verlorne Herde war mein Volk / die ihre Hirten irren ließen. / Auf Bergen ließen sie sie treiben / von Berg zu Höhe zogen sie / vergaßen ihr Lager. /
20241#Jeremia,50,7#7. Allwer sie fand, der fraß sie / und ihre Feinde sprachen: / ,Wir büßens nicht!' - / Dafür, daß sie dem Ewigen gesündigt / der ihre rechte Aue / und ihrer Väter Hoffen / der Ewige.
20242#Jeremia,50,8#8. Flieht fort aus Babel / zieht aus der Kasder Land / seid wie die Böcke vor den Schafen. /
20243#Jeremia,50,9#9. Denn sieh, ich wecke / und führ heraus an Babel / gewaltger Völker Schar / aus Nordens Land / die reihen sich dagegen / von dort wird es erobert. / Des Pfeile - wie ein Held, der würgt / der leer nicht heimkehrt. /
20244#Jeremia,50,10#10. So wird das Kasderland zur Beute / satt rauben dran all ihre Plündrer! / Ist des Ewgen Spruch. /
20245#Jeremia,50,11#11. Ja, freut euch, ja, frohlockt / ihr Plündrer meines Erbes! / Ja, stürmet, wie die Jungkuh losstampft / und jauchzet wie die Ritter! /
20246#Jeremia,50,12#12. Zu Scham kommt tief eure Mutter / blaß wird, die euch gebar. / Der Völker Zukunft, seht, wird Wüstenei / Dürrland, Gesenke. /
20247#Jeremia,50,13#13. Vom Groll des Ewgen wird es unbewohnt / wird ganz zur Öde. / Allwer vorbei an Babel zieht / schnaubt auf und zischt / ob aller seiner Wunden! /
20248#Jeremia,50,14#14. Reiht rings euch gegen Babel / all ihr Schußbogenspanner! / Schießt drauf! Schont nicht des Pfeils! / Weil es dem Ewigen gesündigt. /
20249#Jeremia,50,15#15. Umlärmt es rings! / Da streckt es seine Hand / hinsinken seine Pfeiler / zerbersten seine Mauern! / Des Ewgen Rache gilt es / rächt euch an ihm! / Wie es getan, so tut man ihm! /
20250#Jeremia,50,16#16. Tilgt aus den Sämann aus Babel / den Sichelschwinger zu des Schnittes Zeit! / Vor wütendem Schwert / kehrt jeder sich zu seinem Volk / flieht jeglicher nach seinem Land.
20251#Jeremia,50,17#17. Versprengtem Lamm gleicht Jisraël / das Löwen scheuchten. / Als erster fraß es der König von Aschschur, und jetzt als letzter nagte ihm die Knochen Nebuchadrezzar, der König von Babel.
20252#Jeremia,50,18#18. Darum spricht so der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Ich ahnde es am König von Babel und an seinem Land, wie ichs geahndet am König von Aschschur.
20253#Jeremia,50,19#19. Und ich führe Jisraël zurück zu seiner Aue, daß es weide auf dem Karmel und dem Baschan, und auf dem Gebirg Efraim und dem Gil'ad seine Seele sättige.
20254#Jeremia,50,20#20. In jenen Tagen und zu jener Zeit, ist des Ewigen Spruch, da wird man die Schuld Jisraëls suchen - doch sie ist nicht mehr, und die Sünden Jehudas - und sie sind nicht zu finden, denn ich vergebe denen, die ich übriglasse.»
20255#Jeremia,50,21#21. Über das Land Merataim: «Zieh hinauf dagegen und gegen die Bewohner von Pekod. Verwüste und banne hinter ihnen her, ist des Ewigen Spruch, und tu ganz, wie ich dir geboten.
20256#Jeremia,50,22#22. Kriegslärm im Land / gewaltiger Sturz! /
20257#Jeremia,50,23#23. Wie ward zerhaun und brach / der Hammer aller Welt! / Wie ward zum Entsetzen / Babel bei den Völkern! /
20258#Jeremia,50,24#24. Ich leg dir Schlingen / ja, du verfingst dich, Babel / du merktest nichts! / Ertappt bist du, gefaßt / weil du den Ewigen herausgefordert! /
20259#Jeremia,50,25#25. Auftat der Ewige sein Rüsthaus / holt seines Grimmes Waffen vor. / Denn Werk gibts für den Herrn / den Gott der Scharen / im Land der Kasder. /
20260#Jeremia,50,26#26. Rückt weither dran! / Tut auf seine Scheuern / häufts hoch wie die Haufen / dann bannt es / es bleib ihm kein Rest! /
20261#Jeremia,50,27#27. Zerstört! / All seine Stiere / sie sinken zur Schlachtung! / Weh ihnen, da ihr Tag gekommen / ihrer Ahndung Stunde. /
20262#Jeremia,50,28#28. Da, Lärm von Flüchtenden, Entronnenen / aus Babels Land / um in Zijon des Ewgen, unsres Gottes, Rache zu verkünden / die Rache für seinen Tempel. /
20263#Jeremia,50,29#29. Ruft gegen Babel Schützen auf / alle Schußbogenspanner / belagert es ringsum / nichts bleib ihm entronnen! / Zahlt ihm nach seinem Tun / tut ganz ihm, wie's getan / weil es dem Ewigen gefrevelt / dem Heilgen Jisraëls.
20264#Jeremia,50,30#30. Darum werden ihre Jungmannen auf ihren Plätzen fallen, und alle ihre Kriegsleute werden umkommen an jenem Tag, ist des Ewigen Spruch.
20265#Jeremia,50,31#31. Ich will an dich, Sadon-1-! / Ist der Spruch des Herrn / des Gottes der Scharen / denn gekommen ist dein Tag / die Zeit, da ich dirs ahnde. / -1) Frevelmut.++
20266#Jeremia,50,32#32. Da stürzt Sadon und fällt / und niemand hilft ihm auf! / Ich lege Brand an seine Städte / der frißt alldarum.
20267#Jeremia,50,33#33. So spricht der Ewige der Scharen: Bedrückt sind die Söhne Jisraëls und die Söhne Jehudas allsamt, und alle ihre Fänger halten sie fest, weigern sich, sie zu entlassen.
20268#Jeremia,50,34#34. Ihr Erlöser ist stark, der Ewige der Scharen ist sein Name. Er wird ihren Rechtsstreit führen, um der Erde Ruhe, den Bewohnern Babels aber Unruhe zu geben.
20269#Jeremia,50,35#35. Schwert über die Kasdäer! ist des Ewigen Spruch, und über die Bewohner Babels, über seine Obersten und seine Weisen!
20270#Jeremia,50,36#36. Schwert über die Räte, daß sie verdummen, Schwert über seine Helden, daß sie verzagen!
20271#Jeremia,50,37#37. Schwert über seine Rosse und Wagen und über das ganze Volksgemisch in seiner Mitte, daß sie zu Weibern werden! Schwert über seine Schätze, daß sie geplündert werden.
20272#Jeremia,50,38#38. Dürre über seine Wasser, daß sie vertrocknen! Denn ein Land der Götzenbilder ist es, und mit seinen Schreckgebilden treiben sie Wahnsinn.
20273#Jeremia,50,39#39. Darum werden (dort) hausen Luchs und Fuchs und Wüstenvögel darin weilen, aber besiedelt wird es nimmer sein für ewig, nicht bewohnt sein für und für.
20274#Jeremia,50,40#40. Wie die Zerstörung Gottes an Sedom, Amora und dessen Nachbarn, ist des Ewigen Spruch, so wird dort kein Mann wohnen, kein Mensch darin verweilen.
20275#Jeremia,50,41#41. Sieh, Volk kommt von Norden / eine große Nation / und viele Könige stehn auf / von der Erde Fernen. /
20276#Jeremia,50,42#42. Schußbogen führen sie und Spieß / erzgrausam, ohn Erbarmen / ihr Lärmen toset wie das Meer / auf Rossen reiten sie / gerüstet wie ein Mann zum Krieg / gegen dich, Maid Babels! /
20277#Jeremia,50,43#43. Hört' Babels König seine Kunde / erschlafften seine Hände / da packte die Angst ihn / der Gebärenden Zittern.
20278#Jeremia,50,44#44. Sieh, wie der Löwe, der von des Jardens Hochstand aufsteigt zur beständigen Aue, so jag ich sie im Augenblick davon. Wo wär ein Jungmann dann, daß ich daran ihn stellte? Denn wer ist wie ich, und wer will mich zum Treffen stellen, und wer ist der Hirt, der vor mir bestünde?
20279#Jeremia,50,45#45. Darum hört den Plan des Ewigen, den er geplant über Babel, und seine Gedanken, die er gedacht über das Land der Kasdäer: Ob nicht die Buben / der Herde sie schleppen / sich nicht entsetzt / die Trift über sie! /
20280#Jeremia,50,46#46. Vom Ruf: ,Erobert ist Babel!' / erbebt die Erde / Geschrei erschallt bei den Völkern.
20281#Jeremia,51,1#1. So spricht der Ewige: Sieh, ich erwecke gegen Babel und gegen die Bewohner von Leb-Kamai-1- des Verderbens Geist. -1) ,Herz meiner Widersacher', Kasdäer.++
20282#Jeremia,51,2#2. Und ich entsende gegen Babel Worfler, die worfeln es und leeren sein Land, da sie dagegen stehn ringsum am Tag des Unheils.
20283#Jeremia,51,3#3. Hei, spannt der Spanner seinen Bogen, hei, hebt er sich im Panzer. So schont seine Jungmannen nicht, bannt all sein Heer!
20284#Jeremia,51,4#4. Und es fallen Erschlagene im Land der Kasdäer und Durchbohrte in seinen Gassen.
20285#Jeremia,51,5#5. Denn nicht verwitwet ist Jisraël und Jehuda von seinem Gott, dem Ewigen der Scharen. Denn jener Land ist voll der Verschuldung gegen den Heiligen Jisraëls.
20286#Jeremia,51,6#6. Flieht aus Babel, und rette jeder sein Leben, daß ihr nicht umkommt durch seine Sünde! Denn eine Zeit der Rache ist es für den Ewigen, Vergeltung zahlt er ihm heim.
20287#Jeremia,51,7#7. Ein goldner Becher war Babel / in des Ewigen Hand / der trunken machte alle Erde. / Vom Wein drin tranken die Völker / drum rasten die Völker. /
20288#Jeremia,51,8#8. Fiel plötzlich Babel und brach; / Oh, heult darob! / Bringt Balsam für seinen Schmerz / vielleicht wird es heil! /
20289#Jeremia,51,9#9. Wir heilten an Babel, doch wards nicht heil / so laßt es, gehn wir, jeder in sein Land. / Denn an den Himmel rührt sein Strafgericht / ragt an die Wolken. /
20290#Jeremia,51,10#10. Hervorgebracht hat unser Recht der Ewige! / Kommt, künden wir in Zijon / des Ewgen, unsres Gottes, Werk.
20291#Jeremia,51,11#11. Sucht aus die Pfeile und füllet die Köcher! Erweckt hat der Ewige den Geist der Könige von Madai, denn gegen Babel ist sein Trachten, es zu verderben. Denn des Ewigen Rache gilt es, Rache für seinen Tempel.
20292#Jeremia,51,12#12. Gegen Babels Mauern höht Stangenzeichen! Verstärkt die Wache, stellt Wächter auf, rüstet den Hinterhalt! Denn wie er getrachtet, so hat der Ewige es ausgeführt, was er über die Bewohner von Babel verkündet.
20293#Jeremia,51,13#13. Die du wohnst an vielen Wassern / reich bist an Schätzen / dein Ende ist da / das Maß deines Raffens!
20294#Jeremia,51,14#14. Geschworen hat der Ewige der Scharen bei seiner Seele: Ja, ob ich dich auch mit Menschen füllte gleich Heuschrecken, so wird man gegen dich den Hedadschrei erheben.
20295#Jeremia,51,15#15. Der schuf in seiner Kraft die Erde / das Festland rüstete in seiner Weisheit / in seiner Kunst den Himmel spannte. /
20296#Jeremia,51,16#16. Hebt er die Stimme, braust im Himmel Wasser / läßt Wolken schweben von der Erde Ende / er schuf dem Regen Blitze / und läßt den Wind aus seinen Kammern fahren. /
20297#Jeremia,51,17#17. Dumm steht da, ohne Wissen jeder Mensch / in Schanden jeder Feinschmied ob des Bilds / Lug ist sein Gußbild, ist kein Odem drin. /
20298#Jeremia,51,18#18. Wahn sind sie, Truggemächt / zu ihrer Ahndung Zeit gehn sie zugrunde. /
20299#Jeremia,51,19#19. Nicht ist wie dieses Jaakobs Anteil! / Denn Schöpfer ist des Alls er / und (Jisraël) seines Erbes Stamm / der Ewige der Scharen ist sein Name.
20300#Jeremia,51,20#20. Ein Hammer bist du mir / des Kampfes Waffe; / ich hämmre mit dir Völker / vernichte mit dir Reiche: /
20301#Jeremia,51,21#21. Ich hämmre mit dir Roß und Reiter / ich hämmre mit dir Wagen und den Fahrer /
20302#Jeremia,51,22#22. ich hämmre mit dir Mann und Weib / ich hämmre mit dir Greis und Knaben / ich hämmre mit dir Bursch und Maid. /
20303#Jeremia,51,23#23. Ich hämmre mit dir Hirt und Herde / ich hämmre mit dir Bauer und Gespann / ich hämmre mit dir Statthalter und Vögte.
20304#Jeremia,51,24#24. Und ich werde Babel und allen Bewohnern des Kasdäerlands all ihre Bosheit, die sie Zijon angetan haben, vor euren Augen heimzahlen, ist des Ewigen Spruch.
20305#Jeremia,51,25#25. Ich will an dich, Verderberberg, ist des Ewigen Spruch, der verderbt die ganze Erde. Und ich strecke meine Hand gegen dich und wälze dich von den Felsen und mache dich zum Brandberg.
20306#Jeremia,51,26#26. Dann nimmt man von dir nicht Eckstein noch Grundstein, sondern ewige Öde wirst du! ist des Ewigen Spruch.
20307#Jeremia,51,27#27. Höht Stangenzeichen im Land, stoßt ins Horn unter den Völkern, weiht dagegen Nationen, ruft auf dagegen die Reiche Ararat, Minni und Aschkenas, bestellt Beamte dagegen, führt heran Rosse gleich dichtstarrendem Heuschreckenschwarm.
20308#Jeremia,51,28#28. Weiht dagegen Nationen, die Könige von Madai, seine Statthalter und alle seine Vögte, und alles Land seiner Herrschaft.
20309#Jeremia,51,29#29. Da bebt die Erde und zittert, denn es kommt zustande gegen Babel des Ewigen Trachten, das Land Babel zur Öde zu machen, ohne Bewohner.
20310#Jeremia,51,30#30. Die Helden Babels lassen vom Kampf, sie sitzen in den Burgen, erschlafft ist ihre Kraft, sie wurden zu Weibern. Sie setzen in Brand ihre Wohnungen, zerbrochen sind ihre Riegelbalken.
20311#Jeremia,51,31#31. Läufer dem Läufer entgegenläuft und Melder dem Melder, dem König von Babel zu melden, daß seine Stadt an allen Enden erstürmt ist
20312#Jeremia,51,32#32. und die Furten besetzt; das Röhricht hat man durch Feuer ausgebrannt, und die Kriegsleute sind bestürzt.
20313#Jeremia,51,33#33. Denn so spricht der Ewige der Scharen, der Gott Jisraëls: Die Tochter Babel gleicht der Tenne / da man drin tritt; / ein Weilchen noch, so kommt ihr / die Zeit des Schnitts! /
20314#Jeremia,51,34#34. ,Gefressen hat mich / in Wirrnis mich gestürzt / Nebuchadrezzar, Babels König / mich hingestellt, ein leer Gefäß / verschlungen wie ein Drache mich / gefüllt sich seinen Wanst mit meinem Köstlichsten / mich fortgetrieben. /
20315#Jeremia,51,35#35. Mein Raub, mein Fleisch auf Babel!' / spricht Zijons Sassin / ,Mein Blut auf Kasderlands Bewohner!' / spricht Jeruschalaim. /
20316#Jeremia,51,36#36. Darum spricht so der Ewige: / Ich streite deinen Streit / und räche deine Rache / ich dörr sein Meer / und trockne seine Quelle. /
20317#Jeremia,51,37#37. Und Babel wird zu Steingehäuf / der Schakale Hausung / Geschnaub und Gezisch / weil keiner drin wohnt.
20318#Jeremia,51,38#38. Wie Löwen brüllen sie gesamt / sie knurren wie die Leuenjungen. /
20319#Jeremia,51,39#39. Da sie erhitzt sind, rüst ich ihr Gelage / und mach sie trunken, daß sie fröhlich werden / und schlafen dann den ewgen Schlaf / und nicht erwachen! / Ist des Ewigen Spruch. /
20320#Jeremia,51,40#40. Ich laß wie Lämmer sie zur Schlachtung sinken / wie Widder samt Böcken.
20321#Jeremia,51,41#41. Wie ward doch Scheschach-1- erobert / genommen aller Erden Stolz! / Wie ist zum Entsetzen worden / Babel bei allen Völkern! / -1) Babel.++
20322#Jeremia,51,42#42. Aufstieg über Babel das Meer / im Toben seiner Wogen wards bedeckt. /
20323#Jeremia,51,43#43. Seine Städte wurden zu Öde / zu Dürrland, Gesenke / ein Land, darin kein Mann wohnt / durch das kein Mensch vorbeizieht.
20324#Jeremia,51,44#44. Und ich wills ahnden an Bel in Babel, und ich hole seinen Fraß ihm aus dem Maul, und nicht mehr werden Völker zu ihm strömen. Auch die Mauer Babels ist gefallen.
20325#Jeremia,51,45#45. Zieht fort aus ihm, mein Volk, und rettet jeder sein Leben vor der Zornglut des Ewigen.
20326#Jeremia,51,46#46. Und daß nicht euer Herz erzage und ihr euch fürchtet bei dem Gerücht, das im Land vernommen wird. In dem (einen) Jahr kommt das Gerücht und nach ihm im (andern) Jahr das Gerücht, und Raub ist im Land, und Herrscher (folgt) auf Herrscher.
20327#Jeremia,51,47#47. Darum, sieh, kommen Tage, da ahnde ichs an den Götzenbildern Babels, und sein ganzes Land wird zuschanden, und all seine Erschlagenen fallen in ihm.
20328#Jeremia,51,48#48. Da jubeln über Babel Himmel und Erde und alles was in ihnen ist, denn von Norden kommen ihm die Plünderer, ist des Ewigen Spruch.
20329#Jeremia,51,49#49. Auch (für) Babel mußten fallen die Erschlagenen Jisraëls, auch für Babel fielen Erschlagene der ganzen Erde.
20330#Jeremia,51,50#50. Ihr Schwertentronnene, zieht fort, bleibt nimmer stehn! Denkt aus der Ferne an den Ewigen, und Jeruschalaim komme euch in den Sinn.
20331#Jeremia,51,51#51. Wir waren beschämt, denn wir hörten Schimpf, es deckte die Scham unser Antlitz, denn Fremde kamen über die Heiligtümer des Hauses des Ewigen.
20332#Jeremia,51,52#52. Darum, sieh, kommen Tage, ist des Ewigen Spruch, da ahnde ichs an seinen Götzen, und in seinem ganzen Land stöhnen Erschlagene.
20333#Jeremia,51,53#53. Ob auch Babel an den Himmel stiege und (dort) die Höhe seiner Macht befestigte - von mir aus werden ihm Plünderer kommen! ist des Ewigen Spruch.
20334#Jeremia,51,54#54. Jammergeschrei schallt aus Babel, gewaltige Zerschmetterung aus dem Land der Kasdäer.
20335#Jeremia,51,55#55. Denn der Ewige verheert Babel und tilgt (alles) aus ihm mit lautem Schall; es brausen seine Wogen wie viele Wasser, das Tosen ihres Halles schallt.
20336#Jeremia,51,56#56. Denn es kommt daran, an Babel, der Plünderer, seine Helden werden gefangen, zerbrochen sind ihre Bogen, denn ein Gott der Vergeltung ist der Ewige, heimzahlen wird er.
20337#Jeremia,51,57#57. Und ich mache trunken ihre Oberen und Weisen, ihre Statthalter, Vögte und Helden, und sie werden schlafen den ewigen Schlaf und nicht erwachen! ist der Spruch des Königs, der Ewige der Scharen ist sein Name.
20338#Jeremia,51,58#58. So spricht der Ewige der Scharen: Die Mauer Babels, die breite, sie wird zerstört, und ihre hohen Tore in Brand gesteckt. So mühen Völker sich für nichts und Nationen fürs Feuer und ermatten.»
20339#Jeremia,51,59#59. Das Wort, das Jirmejahu, der Gottbegeistete, Seraja, dem Sohn Nerijas, des Sohnes Mahsejas, gebot, als der mit Zidkijahu, dem König von Jehuda, im vierten Jahr seiner Regierung nach Babel ging; und Seraja war der Lagermarschall.
20340#Jeremia,51,60#60. Da schrieb Jirmejahu all das Unheil, das über Babel kommen sollte, in ein Buch, all diese Worte, die über Babel geschrieben sind.
20341#Jeremia,51,61#61. Und Jirmejahu sprach zu Seraja: «Wenn du nach Babel kommst, so sieh zu und verlies alle diese Worte.
20342#Jeremia,51,62#62. Und sprich: ,Ewiger, du hast über diesen Ort verkündet, ihn auszutilgen, daß kein Bewohner darin bleiben soll, von Mensch bis Vieh, sondern Einöde für ewig soll es werden.'
20343#Jeremia,51,63#63. Und es wird sein, wenn du fertig bist, dieses Buch zu verlesen, so binde daran einen Stein und wirf es in den Perat.
20344#Jeremia,51,64#64. Und sprich: ,So wird Babel versinken und nicht emporkommen ob des Unheils, das ich über sie bringe! . . .'» «Und ermatten.» Bis hierher die Worte Jirmejahus.
20345#Jeremia,52,1#1. Einundzwanzig Jahre war Zidkijahu alt, als er König wurde, und elf Jahre regierte er in Jeruschalaim; und der Name seiner Mutter war Hamutal, Tochter Jirmejahus, aus Libna.
20346#Jeremia,52,2#2. Und er tat, was böse ist in den Augen des Ewigen, ganz wie Jehojakim getan hatte.
20347#Jeremia,52,3#3. Denn nach dem Zorn des Ewigen geschah es an Jeruschalaim und Jehuda, bis daß er sie hinwegwarf vor seinem Angesicht. Und Zidkijahu empörte sich gegen den König von Babel.
20348#Jeremia,52,4#4. Und es war im neunten Jahr seiner Regierung, im zehnten Monat, am Zehnten des Monats, da kam Nebuchadrezzar, der König von Babel, er und sein ganzes Heer, wider Jeruschalaim heran, und sie lagerten davor und bauten rings darum einen Wall.
20349#Jeremia,52,5#5. So kam die Stadt in Belagerung bis zum elften Jahr des Königs Zidkijahu.
20350#Jeremia,52,6#6. Im vierten Monat, am Neunten des Monats, der Hunger aber war stark in der Stadt, und das Volk des Landes hatte kein Brot,
20351#Jeremia,52,7#7. da wurde die Stadt erbrochen, und alle Kriegsleute flohen und gingen des Nachts aus der Stadt auf dem Weg durch das Tor zwischen den Mauern am Garten des Königs, während die Kasdäer rings um die Stadt lagen, und sie zogen den Weg zur Niederung.
20352#Jeremia,52,8#8. Da setzte das Heer der Kasdäer dem Könige nach, und sie holten Zidkijahu in den Niederungen von Jereho ein, sein ganzes Heer aber hatte sich von ihm verlaufen.
20353#Jeremia,52,9#9. Und sie ergriffen den König und brachten ihn hinauf zum König von Babel nach Ribla im Land Hamat, und der sprach ihm Gericht.
20354#Jeremia,52,10#10. Dann schlachtete der König von Babel die Söhne Zidkijahus vor seinen Augen ab, und auch alle Obersten Jehudas schlachtete er in Riblata ab.
20355#Jeremia,52,11#11. Und die Augen Zidkijahus blendete er und fesselte ihn mit ehernen Ketten, und der König von Babel brachte ihn nach Babel und tat ihn ins Haus des Gewahrsams bis zum Tag seines Todes.
20356#Jeremia,52,12#12. Aber im fünften Monat, am Zehnten des Monats - es war das neunzehnte Jahr des Königs Nebuchadrezzar, des Königs von Babel - kam Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, der vor dem König von Babel Dienst hielt, nach Jeruschalaim.
20357#Jeremia,52,13#13. Und er verbrannte das Haus des Ewigen und das Königshaus, und alle Häuser Jeruschalaims und jedes große Haus verbrannte er im Feuer.
20358#Jeremia,52,14#14. Und alle Mauern Jeruschalaims ringsum rissen sie nieder, das ganze Heer der Kasdäer, das mit dem Obersten der Leibwächter war.
20359#Jeremia,52,15#15. Aber vom armen Volk und den Rest des Volkes, der in der Stadt geblieben war, und die Überläufer, die zum König von Babel abgefallen waren, und die übrige Menge führte Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, fort,
20360#Jeremia,52,16#16. und von den Ärmsten des Landes ließ Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, zurück als Winzer und Ackerleute.
20361#Jeremia,52,17#17. Und die ehernen Säulen, die zum Haus des Ewigen gehörten, und die Fahrgestelle und das eherne Meer, das im Haus des Ewigen war, zerbrachen die Kasdäer und brachten all ihr Erz nach Babel.
20362#Jeremia,52,18#18. Und die Töpfe und die Schaufeln und die Messer und die Sprengbecken und die Schalen und alle erzenen Geräte, mit denen man Dienst tat, nahmen sie mit.
20363#Jeremia,52,19#19. Und die Becken und die Pfannen und die Sprengbecken und die Töpfe und die Leuchter und die Schalen und die Becher, wo Gold war, das Gold, und wo Silber war, das Silber, nahm der Oberste der Leibwächter mit.
20364#Jeremia,52,20#20. Die Säulen, zwei, das Meer, eins und die Rinder, zwölf, aus Erz, die unter den Gestellen waren, die König Schelomo für das Haus des Ewigen gemacht hatte; nicht zu wägen war das Erz aller dieser Geräte.
20365#Jeremia,52,21#21. Und die Säulen, achtzehn Ellen war die Höhe einer Säule, und ein Faden von zwölf Ellen ummaß sie, und ihre Dicke war vier Finger, als Hohlgefüge.
20366#Jeremia,52,22#22. Und eine Krönung von Erz war darauf, und die Höhe einer Krönung war fünf Ellen, und ein Gitter und Granaten an der Krönung ringsum, alles aus Erz, und gleich diesen bei der zweiten Säule, und auch Granaten.
20367#Jeremia,52,23#23. Der Granaten waren so sechsundneunzig nach außen hin, alle Granaten waren hundert an dem Gitterwerk ringsum.
20368#Jeremia,52,24#24. Dann nahm der Oberste der Leibwächter Seraja, den Oberpriester, und den Zweitpriester Zefanja und die drei Schwellenhüter mit,
20369#Jeremia,52,25#25. und aus der Stadt nahm er einen Höfling, der über die Kriegsleute bestellt war, und sieben Männer von denen, die das Antlitz des Königs sehen, die sich in der Stadt vorfanden, und den Schreiber des Heeresobersten, der das Volk des Landes zum Heeresdienst aushob, und sechzig Mann vom Volk des Landes, die sich in der Stadt vorfanden,
20370#Jeremia,52,26#26. die nahm Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, und führte sie zum König von Babel nach Ribla.
20371#Jeremia,52,27#27. Und der König von Babel schlug sie und tötete sie zu Ribla im Land Hamat. So mußte Jehuda fort von seinem Boden.
20372#Jeremia,52,28#28. Dies ist das Volk, das Nebuchadrezzar hinwegführte: Im siebenten Jahr: Dreitausenddreiundzwanzig Jehudäer.
20373#Jeremia,52,29#29. Im achtzehnten Jahr Nebuchadrezzars, aus Jeruschalaim: Achthundertzweiunddreißig Seelen.
20374#Jeremia,52,30#30. Im dreiundzwanzigsten Jahr Nebuchadrezzars führte Nebusar'adan, der Oberste der Leibwächter, an Jehudäern fort: Siebenhundertfünfundvierzig Seelen. Alle Seelen: Viertausendsechshundert.
20375#Jeremia,52,31#31. Und es war im siebenunddreißigsten Jahr der Fortführung Jehojachins, des Königs von Jehuda, im zwölften Monat, am Fünfundzwanzigsten des Monats, da erhob Ewil-Merodach, der König von Babel, im Jahr, da er König wurde, das Haupt Jehojachins, des Königs von Jehuda, und führte ihn aus dem Gefängnis heraus.
20376#Jeremia,52,32#32. Und er redete gütig mit ihm und setzte seinen Thron über den Thron der Könige, die bei ihm in Babel waren.
20377#Jeremia,52,33#33. Und er änderte seine Gefängniskleider, und er speiste beständig vor ihm alle Tage seines Lebens.
20378#Jeremia,52,34#34. Und sein Unterhalt wurde ihm als steter Unterhalt vom König von Babel gewährt, des Tages Satz an seinem Tag, bis zum Tag seines Todes, alle Tage seines Lebens.

17724#Jesaja,1,1#1. SCHAU Jescha'jahus, des Sohnes des Amoz, die er geschaut über Jehuda und Jeruschalaim in den Tagen Usijahus, Jotams, Ahas, Jehiskijahus, der Könige von Jehuda:
17725#Jesaja,1,2#2. «Hört, Himmel, horche, Erde / denn der Ewige redet: / hab Söhne großgezogen, hochgebracht / doch sie verrieten mich. /
17726#Jesaja,1,3#3. Es kennt der Ochs seinen Eigner / der Esel den Trog seines Herrn / Jisraël kennts nicht / mein Volk merkt nichts. /
17727#Jesaja,1,4#4. Weh, sündig Volk / Nation, mit Schuld beschwert / der Übeltäter Brut / Verderbersöhne! / Verlassen haben sie den Ewigen / den Heiligen Jisraëls verworfen / sind rückwärts entwichen. /
17728#Jesaja,1,5#5. Worauf euch noch schlagen / da ihr fortfahrt im Trotz! / In Weh jedes Haupt / und wund alles Herz. /
17729#Jesaja,1,6#6. Vom Fußblatt bis zum Haupt / ist nichts dran heil / Verletzung, Strieme, Eiterwunde / nicht ausgedrückt und nicht verbunden / noch aufgeweicht mit Öl! /
17730#Jesaja,1,7#7. Euer Land - verödet / eure Städte - im Feuer verbrannt / euer Boden - vor euch / verzehren ihn Fremde / und eine Öde, wie ,der Fremden' Zerstörung. /
17731#Jesaja,1,8#8. Blieb übrig Zijons Tochter / wie ,die Hütte im Weinberg' / wie ,der Nachtplatz im Gurkenfeld' / wie ,die bewahrte Stadt'. /
17732#Jesaja,1,9#9. Hätt nicht der Ewige der Scharen / den Rest uns, so gering, gelassen / wir wären wie Sedom / wir glichen Amora.
17733#Jesaja,1,10#10. Hört an des Ewgen Wort / ihr Ratsherrn Sedoms! / Vernehmt die Weisung unsres Gottes / ihr Volk Amoras! /
17734#Jesaja,1,11#11. Wozu mir eurer Schlachtung Fülle / spricht der Ewige / hab satt die Hochopfer von Widdern / der Hochrinder Fett / das Blut der Farren, Lämmer, Böcke / ich mag es nicht! /
17735#Jesaja,1,12#12. Kommt ihr, vor meinem Antlitz zu erscheinen / wer fordert dies aus eurer Hand? / Daß meine Höfe es zerstampft? /
17736#Jesaja,1,13#13. Bringt nimmermehr des Truges Gabe / das Rauchwerk, Greuel ist es mir / Neumond und Sabbat / zur Versammlung rufen / ich mags nicht, Aberkult und Festmahl! /
17737#Jesaja,1,14#14. Eure Neumonde, Feste / haßt meine Seele / sind mir zur Bürde worden / kanns nicht ertragen. /
17738#Jesaja,1,15#15. Und breitet ihr die Hände / verhüll ich euch meinen Blick / und häuft ihr auch Gebet / ich hör es nimmer! / Voll Blut sind eure Hände. /
17739#Jesaja,1,16#16. Wascht, reinigt euch / schafft eurer Tagen Arg mir aus den Augen / laßt Übeltat! /
17740#Jesaja,1,17#17. Lernt gut tun / sucht Recht / bringt Heil Bedrängtem / schafft Recht der Waise / führt Streit der Witwe!
17741#Jesaja,1,18#18. Kommt her und laßt uns rechten / spricht der Ewige: / Wenn eure Sünden wie der Scharlach sind / solln sie wie Schnee erweißen? / Wenn rot wie Purpur / wie Wolle sie sein? /
17742#Jesaja,1,19#19. Wollt ihrs und hört / sollt ihr des Landes Bestgut zehren. /
17743#Jesaja,1,20#20. Doch weigert und trotzt ihr / seid ihr vom Schwert gefressen / denn des Ewigen Mund hats geredet.
17744#Jesaja,1,21#21. Wie ward zur Dirne / die treue Stadt / die Rechterfüllte / drin Rechtlichkeit wohnte / und nun - die Mörder. /
17745#Jesaja,1,22#22. Dein Silber ward zu Schlacken / dein Wein verfälscht mit Wasser. /
17746#Jesaja,1,23#23. Deine Führer: Aufrührer, Diebesbanden; / Bestechung liebt alles / und jagt nach Zahlung. / Der Waise schaffen sie nicht Recht / der Witwe Streit kommt nicht an sie. /
17747#Jesaja,1,24#24. Drum ist der Spruch des Herrn / des Ewigen der Scharen / des Hehren Jisraëls: / Hei! Will an meinen Hassern mich erletzen / und mich an meinen Feinden rächen. /
17748#Jesaja,1,25#25. Will kehren meine Hand an dich / wegschmelzen wie mit Lauge deine Schlacken / entfernen all deinen Abscheid. /
17749#Jesaja,1,26#26. Dann will ich wiederbringen deine Richter wie zu Anfang / und deine Räte wie zu Anbeginn. / Danach, da nennt man dich den Ort der Rechtlichkeit / die treue Stadt. /
17750#Jesaja,1,27#27. Zijon wird durch das Recht erlöst / und seine Wiederkehrer in Gerechtigkeit. /
17751#Jesaja,1,28#28. Zerschmettrung aber Treulosen und Sündern allgesamt / und die den Ewigen verlassen, schwinden. /
17752#Jesaja,1,29#29. Gehn ja zuschanden an den Bäumen / daran ihr Lust habt / ihr müßt erblassen ob der Gärten / die ihr gewählt. /
17753#Jesaja,1,30#30. Denn ihr sollt wie der Baum sein / des Blätter welken / und wie der Garten / der kein Wasser hat. /
17754#Jesaja,1,31#31. Dann wird der Hort zur Lunte / und der ihn macht, zum Funken / und brennen beide mitsammen / und keiner löscht.»
17755#Jesaja,2,1#1. Das Wort, das Jescha'jahu, Sohn Amoz', geschaut über Jehuda und Jeruschalaim:
17756#Jesaja,2,2#2. «Und es wird sein in späten Tagen / da wird gegründet stehn der Berg mit des Ewigen Haus / obenan vor den Bergen / und ragend über die Höhn / und strömen zu ihm alle Völker. /
17757#Jesaja,2,3#3. Da ziehen viele Stämme hin und sprechen: / ,Kommt, steigen wir hinan zum Berg des Ewgen / zum Haus von Jaakobs Gott / daß er uns seine Wege weise / und wir in seinen Pfaden wandeln!' / Denn von Zijon geht Weisung aus / und von Jeruschalaim Wort des Ewigen. /
17758#Jesaja,2,4#4. Und er wird richten zwischen den Nationen / entscheiden vielen Völkern. / Sie schmieden ihre Schwerter dann zu Pflügen / und ihre Lanzen um zu Winzermessern; / nicht hebt Volk wider Volk ein Schwert / sie lernen nicht mehr Krieg.
17759#Jesaja,2,5#5. Haus Jaakobs, kommt / und laßt uns wandeln in des Ewgen Licht!
17760#Jesaja,2,6#6. Verstoßen hast du ja dein Volk, Haus Jaakob. / Weil voller sie als Ostland / an Ehebrechern wie die Pelischtäer / und von der Fremden Kinder wimmeln. /
17761#Jesaja,2,7#7. Ward voll sein Land an Silber und an Gold / kein Ende ihren Schätzen; / ward voll sein Land von Rossen / kein Ende seinen Wagen; /
17762#Jesaja,2,8#8. ward voll sein Land von Götzen / man wirft vor seiner Hände Werk sich nieder / vor dem, was ihre Finger machten. /
17763#Jesaja,2,9#9. Da duckt der Mensch / und sinkt der Mann. / Hast ihnen nicht vergeben.
17764#Jesaja,2,10#10. ,Hinein in Felsen / verscharr dich im Staub / vor des Ewigen Schrecken / und seiner Hoheit Glanz!'
17765#Jesaja,2,11#11. Der stolze Blick des Menschen wird gesenkt / gebeugt der Männer Hochmut / erhaben ist der Ewige allein an jenem Tag.
17766#Jesaja,2,12#12. Denn einen Tag gibts für den Ewigen der Scharen / ob allem was da stolz und hoch / und allem was da ragt / daß es sich duckt:
17767#Jesaja,2,13#13. Ob allen Zedern auf dem Libanon / den hohen, ragenden / und allen Eichen des Baschan; /
17768#Jesaja,2,14#14. ob allen stolzen Bergen / und allen ragenden Höhn; /
17769#Jesaja,2,15#15. ob jedem hohen Turm / und jeder festen Mauer; /
17770#Jesaja,2,16#16. ob allen Tarschischschiffen / und allen Seglern der Lust. /
17771#Jesaja,2,17#17. Gesenkt wird da des Menschen Stolz / geduckt der Männer Hochmut / erhaben ist der Ewige allein an jenem Tag. /
17772#Jesaja,2,18#18. Die Nichtslein - völlig schwindets. /
17773#Jesaja,2,19#19. Dann kommen sie in Felsenhöhlen / und Erdenlöcher / vor des Ewigen Schrecken / und seiner Hoheit Glanz / da er ersteht, die Erde zu erschüttern /
17774#Jesaja,2,20#20. - an jenem Tag wirft fort der Mensch / seine Silbernichtse / die goldnen Nichtse / die man zur Niederwerfung sich gemacht - zu Maulwürfen und Fledermäusen /
17775#Jesaja,2,21#21. hinein in Felsenspalten, Steingeklüft / vor des Ewgen Schrecken / und seiner Hoheit Glanz / da er ersteht, die Erde zu erschüttern.
17776#Jesaja,2,22#22. Laßt doch vom Menschen / in dessen Angesicht der Odem; / denn wes ist er zu achten!
17777#Jesaja,3,1#1. Denn sieh, der Herr, der Ewige der Scharen / entzieht Jeruschalaim und Jehuda / Stützstab und Stützstock / alle Stütze des Brots / und alle Stütze des Wassers /
17778#Jesaja,3,2#2. den Recken und Kriegsmann / den Richter und Begeisteten / Orakler und Altmann /
17779#Jesaja,3,3#3. der Fünfzig Obern und den Angesehnen / Ratsherrn und Zaubermeister und Beschwörungskenner. /
17780#Jesaja,3,4#4. Ich setze Knaben ihnen ein zu Obern / und Buben sollen ihrer schalten. /
17781#Jesaja,3,5#5. Da drängt das Volk / Mann gegen Mann / und einer auf den andern / erfrecht sich Knabe gegen Greis / Schandbube gegen Ehrenwerten.
17782#Jesaja,3,6#6. Packt einer doch den Bruder in des Vaters Haus: / ,Rock hast du - mußt uns Ratsherr sein / und dieser Einsturz da dir untertan!' /
17783#Jesaja,3,7#7. Da hebt der an an jenem Tag und spricht: / ,Ich mag (die Krone) nicht umwinden / in meinem Hause ist nicht Brot noch Rock; / o, macht mich nicht zum Volkesherrn.' /
17784#Jesaja,3,8#8. Denn niederstürzt Jeruschalaim / Jehuda fällt / da ihre Zunge und ihr Tun hin zu dem Ewigen / zu trotzen vor den Augen seiner Herrlichkeit. /
17785#Jesaja,3,9#9. Die Markung ihres Angesichts zeugt wider sie / und ihren Frevel - wie Sedom - / tun kund sie, hehlen nichts. / Weh ihrer Seele / denn sich erwirken sie Unheil.
17786#Jesaja,3,10#10. Sprecht: ,Der Gerechte, wohl ihm! / Weil ihrer Taten Frucht sie essen. /
17787#Jesaja,3,11#11. Weh ihm, dem Frevler, schlimm!' / Denn seiner Hände Lohn wird ihm geschehn.
17788#Jesaja,3,12#12. Mein Volk, seine Zwingherrn sind Buben / und Weiber gebieten ihm. / Mein Volk, deine Führer: Verführer / und deines Wandelns Weg verwirren sie.
17789#Jesaja,3,13#13. Auf tritt zum Streit der Ewige / steht da, die Völker zu richten. /
17790#Jesaja,3,14#14. Der Ewige kommt ins Gericht / mit seines Volkes Ältesten und Obern. / Und ihr habt abgeleert den Weinberg / der Raub vom Armen ist in euren Häusern. /
17791#Jesaja,3,15#15. Was kommt euch an, daß ihr zerschlagt mein Volk / zermalmt der Elenden Antlitz! / Ist Spruch des Herrn / des Gottes der Scharen.
17792#Jesaja,3,16#16. Und der Ewige sprach: Weil hochmütig sind die Töchter Zijons, einherschreiten mit gerecktem Hals und aufgeschminkten Augen, gehen trippelnden Gangs und mit ihren Füßen tänzeln,
17793#Jesaja,3,17#17. wird der Herr den Scheitel der Töchter Zijons vergrinden und ihre Schläfe abkahlen.
17794#Jesaja,3,18#18. An jenem Tag raubt der Herr die Pracht der Fußspangen und der Sönnchen und Möndchen,
17795#Jesaja,3,19#19. die Tropfenperlen, Kettchen und Schleier,
17796#Jesaja,3,20#20. die Kopfbunde, Schrittkettlein und Gebinde und Seelenbüchslein und Amulette,
17797#Jesaja,3,21#21. die Ringe und Nasenreifchen,
17798#Jesaja,3,22#22. die Prachtgewänder und Überkleider und Schals und Umwürfe,
17799#Jesaja,3,23#23. die Tücher und Hemdchen und Turbane und Schleier.
17800#Jesaja,3,24#24. Dann wird statt Balsam - Moder sein, und statt der Schärpe - Strieme, und statt des Haargekräusels - Glatze, und statt des Trommeljubels - Sackzeug; / so statt der Schönheit! Denn statt der Schönheit . . .:
17801#Jesaja,3,25#25. Deine Männer fallen durchs Schwert / und deine Heldenmacht im Kampf. /
17802#Jesaja,3,26#26. Da ächzen, stöhnen sie an ihren Pforten / und ausgeleert sitzt sie am Boden.
17803#Jesaja,4,1#1. Da packen sieben Weiber einen Mann an jenem Tag und sprechen: ,Unser Brot wolln wir essen / mit unserm Gewand uns kleiden / nur sei dein Name über uns genannt / nimm von uns unsre Schande!'
17804#Jesaja,4,2#2. An jenem Tag wird des Ewigen Sproß zu Lust und Herrlichkeit sein, und des Landes Frucht zum Stolz und zur Zier für die Entronnenen Jisraëls.
17805#Jesaja,4,3#3. Und sein wirds: Der Restling in Zijon und was geblieben in Jeruschalaim - heilig wird man es heißen - alles was zum Leben verzeichnet ist in Jeruschalaim.
17806#Jesaja,4,4#4. Wenn abgewaschen der Herr den Unflat der Töchter Zijons und das Blut Jeruschalaims weggespült aus seiner Mitte durch das Brausen des Gerichts und das Brausen der Wegtilgung,
17807#Jesaja,4,5#5. dann schafft der Ewige über der ganzen Stätte des Berges Zijon und über seinen Versammlungen Gewölk am Tag und feuriger Lohe Glanz des Nachts, denn über aller Herrlichkeit ist es ein Schirmdach.
17808#Jesaja,4,6#6. Und ein Gehütt ist es zum Schatten bei Tag vor der Glut und zu Burg und Bergung vor Wetterstrom und Regenguß.
17809#Jesaja,5,1#1. Will singen vor Jedidi-1- / meines Liebsten Lied ob seines Weinbergs. / Einen Weinberg hatte Jedidi / in der Pracht eines Mannes von Schamen-2-. / -1) Schelomo.   2) Schunem.++
17810#Jesaja,5,2#2. Der grub ihn um / entsteinte ihn / bepflanzte ihn mit Edelrebe / und baute einen Turm darin / auch eine Kelter haut' er in ihm aus / und hoffte, daß er Trauben bringe; / da bracht er Stinkkraut.
17811#Jesaja,5,3#3. Und nun, ihr Bürger von Jeruschalaim / und Männer von Jehuda / nun richtet zwischen mir und meinem Weinberg: /
17812#Jesaja,5,4#4. was noch zu tun blieb für meinen Weinberg / und ich ihm nicht getan! / Warum erhofft ich, daß er Trauben bringe / und bracht er Stinkkraut?
17813#Jesaja,5,5#5. Und nun will ich euch kundtun / was ich mit meinem Weinland tu: / Wegreißen sein Gehege / habs der Kahlfraß! / Umbrechen seine Mauer / habs Zerstampfung! /
17814#Jesaja,5,6#6. Und mach draus Ödland / nicht beschnitten, nicht behackt / aufschießts, verhegt und verlegt / und den Wolken gebiet ich / nicht Regen drauf zu gießen.
17815#Jesaja,5,7#7. Denn Weinland des Ewigen der Scharen / ist Haus Jisraël / und die Männer von Jehuda / sein gezärtelt Pflänzling. / Und er hofft auf Rechtsmaß / und sieh da: Grindfraß / auf Heil / sieh: Wehgeheul!
17816#Jesaja,5,8#8. Weh, die da rücken Haus an Haus / und Feld heran an Feld / bis mehr kein Raum / und ihr dichtan gesiedelt seid im Land. /
17817#Jesaja,5,9#9. In meinen Ohren (spricht) / der Ewige der Scharen: / Ob nicht die vielen Häuser Öden werden / die großen und die schönen unbewohnt. /
17818#Jesaja,5,10#10. Denn zehn Joch Weinland bringen einen Eimer / ein Haufe Aussaat bringt nur einen Scheffel.
17819#Jesaja,5,11#11. Weh, die, frühmorgens sich erhebend / nach Rauschtrank rennen / spät nachts hin sitzend / der Wein sie hitzt /
17820#Jesaja,5,12#12. und ist da Zither, Harfe, Pauke, Flöte / und Wein ihr Gelage. / Des Ewgen Tun, das schaun sie nicht / und seiner Hände Wirken sehn sie nimmer. /
17821#Jesaja,5,13#13. Darum muß fort mein Volk / aus Unverstand / und sein Gepränge: Hungerleider / und sein Getümmel: Ausgedörrt vor Durst. /
17822#Jesaja,5,14#14. Darum sperrt weit Scheol auf ihren Schlund / reißt auf den Rachen ohne Maß / da fährt hinab sein Prunk und sein Getümmel / und sein Gelärm und was da froh in ihm. /
17823#Jesaja,5,15#15. Da duckt der Mensch / und sinkt der Mann / der Stolzen Blicke sinken. /
17824#Jesaja,5,16#16. Hehr ist der Ewige der Scharen im Gericht / der heilge Gott geheiligt in Gerechtigkeit.
17825#Jesaja,5,17#17. Und Lämmer weiden wie auf ihrer Trift / markige Böcke weilen da und fressen.
17826#Jesaja,5,18#18. Weh, die die Schuld festhalten mit der Falschheit Banden / wie mit des Wagens Seil die Sünde! /
17827#Jesaja,5,19#19. Die sprechen: / ,Bring schnell er, schleunig doch sein Werk / damit wirs sehn / daß nahe, komme doch / der Plan des Heilgen Jisraëls / daß wir ihn kennen!'
17828#Jesaja,5,20#20. Weh, die da heißen Böses gut / und Gutes bös / aus Dunkel machen Licht / und Licht zu Dunkel / aus bitter machen süß / und süß zu bitter!
17829#Jesaja,5,21#21. Weh, die da weise sind in ihren Augen / vor ihrem Angesicht verständig!
17830#Jesaja,5,22#22. Weh, die da Helden, Wein zu trinken / und tapfre Mannen, Rauschgetränk zu mischen /
17831#Jesaja,5,23#23. die Recht dem Schuldgen geben für Bestechung / und des Gerechten Recht ihm rauben!
17832#Jesaja,5,24#24. Darum: / wie Feuers Zunge Stoppeln frißt / Heu in der Flamme schwindet / wird ihre Wurzel wie der Moder sein / und ihre Blüte wie der Staub verfliegen / weil sie verschmäht des Heiligen der Scharen Weisung / das Wort des Heilgen Jisraëls verworfen. /
17833#Jesaja,5,25#25. Drum flammt ob seinem Volk des Ewigen Antlitz / er reckt die Hand aus wider es und schlägts / daß zittern die Berge / und ihre Leichen sind wie Kehricht mitten auf den Gassen. / Bei all dem kehrt nicht um sein Zorn / und noch bleibt seine Hand gereckt.
17834#Jesaja,5,26#26. Da höht er ein Panier den Völkern in der Ferne / und pfeift herbei es von der Erde Enden / und sieh, schnell, flink kommt es heran. /
17835#Jesaja,5,27#27. Kein Müder ist, kein Strauchelnder dabei / es schläft und schlummert nicht / nicht löst sich seiner Lenden Gurt / und nimmer reißt der Riemen seiner Schuhe. /
17836#Jesaja,5,28#28. Des Pfeile spitz / des Bogen alle straff; / sind seiner Rosse Hufe Kiesel gleichgeachtet / und seine Räder wie der Wirbelsturm. /
17837#Jesaja,5,29#29. Gebrüll hats wie der Löwe / und wie die Bestien brüllt es / dröhnt auf und packt die Beute / bringts fort, und keiner rettet. /
17838#Jesaja,5,30#30. Los dröhnt er über ihm an jenem Tag / wie Meeres Dröhnen / man blickt zur Erde / sieh, banges Dunkel / erdunkelt ist das Licht in seinen Kammern.»
17839#Jesaja,6,1#1. Im Todesjahr des Königs Usijahu: «Ich sah den Herrn / auf einem Throne sitzend, hoch, erhaben / und seine Schleppen füllten den Tempel. /
17840#Jesaja,6,2#2. Branddrachen standen über ihm / sechs Flügel, je sechs Flügel hatte einer / mit zweien deckte er sein Antlitz / mit zweien deckt' er seine Beine / mit zweien flog er. /
17841#Jesaja,6,3#3. Und rief da der zu dem und sprach: / ,Heilig, heilig, heilig / der Ewige der Scharen / die ganze Erde füllend seine Herrlichkeit.' /
17842#Jesaja,6,4#4. Da wankten die Stützen der Schwellen / vor dem Hall des Rufers / und das Haus füllte sich mit Rauch. /
17843#Jesaja,6,5#5. Und ich sprach: / ,Weh mir, denn ich vergehe / denn Mann unreiner Lippen bin ich / und unter Volk unreiner Lippen weil ich; / den König haben ja, den Ewigen der Scharen / geschaut meine Augen.' /
17844#Jesaja,6,6#6. Da schwebte zu mir einer von den Drachen / in seiner Hand einen Glühstein / mit einer Zange hatt er ihn genommen / vom Altar oben /
17845#Jesaja,6,7#7. und ließ ihn meinen Mund berühren / und sprach: / ,Sieh, deine Lippen hat das nun berührt / so weicht deine Schuld / und deine Sünde ist gesühnt.' /
17846#Jesaja,6,8#8. Da hörte ich des Herren Stimme sprechen: / ,Wen soll ich senden / und wer geht für uns?' / Und ich sprach: / ,Hier bin ich / sende mich!' /
17847#Jesaja,6,9#9. Und er sprach: / ,Geh hin und sprich zu diesem Volk: / Hört, hört und merkt nicht / seht, seht und faßt nicht auf! /
17848#Jesaja,6,10#10. Laß grob sein dieses Volkes Herz / und seine Ohren schwer / seinen Blick verklebt / daß mit den Augen es nicht sieht / nicht hört mit seinen Ohren / sein Herz nicht merkt / es umkehrt, und ihm Heilung wird.' /
17849#Jesaja,6,11#11. Und ich sprach: / ,Bis wann, o Herr?' / Und er sprach: / ,Bis daß die Städte wüste liegen ohne Wohner / die Häuser ohne Menschen / der Boden zur Öde verwüstet!' /
17850#Jesaja,6,12#12. Entfernen wird der Ewige die Menschen / und groß wird die Verlassenheit im Land. /
17851#Jesaja,6,13#13. Und ist drin noch ein Zehntteil / so wird auch dieses wieder der Vertilgung. Wie Eiche und wie Terebinthe / wo nur bei Abwurf / Neupflanzung drin wird / kommt heilger Same als ihre Pflanzung.»
17852#Jesaja,7,1#1. Und es war in den Tagen Ahas', des Sohnes Jotams, des Sohnes Usijahus, des Königs von Jehuda, da zogen herauf Rezin, der König von Aram, und Pekah, der Sohn Remaljahus, der König von Jisraël, gegen Jeruschalaim, zum Kampf dawider; doch man vermochte nicht, es zu bekämpfen.
17853#Jesaja,7,2#2. Und es war dem Haus Dawids gemeldet: «Gelagert hat sich Aram samt Efraim», da bebte sein Herz und das Herz seines Volkes wie Waldbäume vor dem Sturm beben.
17854#Jesaja,7,3#3. Da sprach der Ewige zu Jescha'jahu: «Geh doch hinaus, Ahas entgegen, du und Schear-Jaschub, dein Sohn, an das Ende der Leitung des obern Teichs, an die Straße des Walkerfeldes.
17855#Jesaja,7,4#4. Und sprich zu ihm: Klär ab, bleib ruhig; fürchte nicht, und dein Herz zage nicht vor diesen zwei rauchenden Feuerstümpfen, beim Zornbrand Rezins und Arams und des Sohnes Remaljahus.
17856#Jesaja,7,5#5. Weil wider dich Arges ersonnen Aram, Efraim und Remaljahus Sohn und gesprochen:
17857#Jesaja,7,6#6. Wir wollen hinauf über Jehuda, wollen es schrecken und es aufbrechen für uns und zum König drin machen den Sohn Tabeals.
17858#Jesaja,7,7#7. So spricht Gott der Herr: 8. Wird nimmer werden / und nimmer sein! /
17859#Jesaja,7,8#Denn Anfang in Aram machts mit Dammesek / und Anfang in Dammesek mit Rezin / und in noch fünfundsechzig Jahren / ist als ein Volk gestürzt Efraim; /
17860#Jesaja,7,9#und Anfang in Efraim machts mit Schomeron / und Anfang machts in Schomeron mit Remaljahus Sohn! 9. Wenn ihr nicht glaubt, so - weil euch nicht zu glauben!»
17861#Jesaja,7,10#10. Und weiter redete der Ewige zu Ahas und sprach:
17862#Jesaja,7,11#11. «Verlang ein Wunderzeichen dir vom Ewgen, deinem Gott. / Erbitte, daß es tiefer gehe / oder hoch nach oben.»
17863#Jesaja,7,12#12. Da sprach Ahas: «Ich will nichts fordern / und will den Ewgen nicht versuchen!»
17864#Jesaja,7,13#13. Und er sprach: «Hört ihr doch, Dawids Haus! Ists euch zu wenig, Menschen zu verneinen / daß ihr auch meinen Gott verneint!
17865#Jesaja,7,14#14. Drum wird der Herr euch selbst ein Wunderzeichen geben: Sieh hier, das junge Weib wird schwanger und gebiert einen Sohn und heißt seinen Namen Immanu-El-1-. -1) Gott mit uns.++
17866#Jesaja,7,15#15. Rahm und Honig wird er essen, sobald er lernt das Schlechte meiden und das Gute wählen.
17867#Jesaja,7,16#16. Denn ehe der Knabe lernt das Schlechte meiden und das Gute wählen, wird verödet sein der Boden, vor dessen beiden Königen dir graut.
17868#Jesaja,7,17#17. Bringen wird der Ewige über dich und über dein Volk und über deines Vaters Haus Tage, wie sie nicht gekommen seit dem Tag, da Efraim von Jehuda ging: Den König von Aschschur.
17869#Jesaja,7,18#18. Und sein wird es an jenem Tag: / da pfeift der Ewige der Fliege / die an dem Ende von Mizraims Strömen / sowie der Biene, die im Land Aschschur. /
17870#Jesaja,7,19#19. Die kommen, lagern sich gesamt / in der Schluchten Rinnen / und in der Felsen Ritzen / in allen Hecken und in allen Büschen. /
17871#Jesaja,7,20#20. An jenem Tag schert ab der Herr / mit dem Messer, gedungen von jenseits des Stroms / - dem König von Aschschur - / das Haupt, das Haar der Beine / und auch den Kinnbart rafft er. /
17872#Jesaja,7,21#21. Und sein wird es an jenem Tag / da hält ein Mann sich eine Jungkuh und zwei Schafe. /
17873#Jesaja,7,22#22. Und weil man Milch soviel erzeugt / so ißt man Rahm; / ja, Rahm und Honig ißt / allwer da übrig ist im Land.
17874#Jesaja,7,23#23. Und sein wirds an jenem Tag, da wird all die Stätte, wo tausend Reben sind, um tausend Schekel, verhegt und verlegt sein.
17875#Jesaja,7,24#24. Mit Pfeil und Bogen kommt man dahin; denn verhegt und verlegt wird das ganze Land sein.
17876#Jesaja,7,25#25. Und alle Berge, die beherdet sind, sollen stehn mit Herden; dorthin kommt nicht das Schießen vom Verhegten und Verlegten; sie bleiben Treibplatz für den Ochsen und Trottfeld für das Schaf.»
17877#Jesaja,8,1#1. «Und der Ewige sprach zu mir: ,Nimm dir ein großes Tuch und schreib darauf, auf den Umwurf eines Kindes: Für Maher-Schalal-Hasch-Bas-1-.' -1) Bald-Beute-Rasch-Raub.++
17878#Jesaja,8,2#2. Da nahm ich mir zuverlässige Zeugen, Urija, den Priester, und Secharjahu, den Sohn Berachjahus.
17879#Jesaja,8,3#3. Drauf nahte ich mich der Gottbegeisteten, und sie ward schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach der Ewige zu mir: ,Nenne seinen Namen: Maher-Schalal-Hasch-Bas.
17880#Jesaja,8,4#4. Denn eh der Knabe lernt ,Vater' und ,Mutter' rufen, wird man forttragen Dammeseks Reichtum und die Beute Schomerons vor den König von Aschschur.'
17881#Jesaja,8,5#5. Und weiter redete der Ewige zu mir und sprach:
17882#Jesaja,8,6#6. ,Weil dieses Volk verschmäht / die Wasser des Schiloah, die gelinde laufen / und Freude findet an Rezin / und dem Sohn Remaljahus /
17883#Jesaja,8,7#7. drum, siehe, läßt der Herr auffluten über sie / des Stromes Wasser, die gewaltigen und reichen / den König von Aschschur und alle seine Pracht; / das steigt über all seine Betten / und tritt über all seine Ufer /
17884#Jesaja,8,8#8. und fließt durch Jehuda / es flutet, strömt über / zum Hals heran reichts / und seiner Fittiche Weitung / füllt deines Landes Breite.' Immanu-El!-1- -1) «Mit uns Gott!»++
17885#Jesaja,8,9#9. Schlagt, Völker, zerschmettert / aufhorchet, all der Erde Fernen! / Umrüstet euch, zerschmettert / umrüstet euch, zerschmettert! /
17886#Jesaja,8,10#10. Plant Plan - er bricht / beredet Rat - er wird nicht; / denn: Mit uns Gott!
17887#Jesaja,8,11#11. Denn so sprach der Ewige zu mir / da seine Hand mich packte / und warnte mich, zu wandeln dieses Volkes Weg / und sagte: /
17888#Jesaja,8,12#12. ,Heißt nicht Bindung / allwas dies Volk Bindung heißt / und was es fürchtet, fürchtet nicht / und schreckt nicht davor. /
17889#Jesaja,8,13#13. Den Ewigen der Scharen / ihn heiligt / und er sei eure Furcht / er euer Schrecken. /
17890#Jesaja,8,14#14. Doch das wird sein fürs Heiligtum: / Zum Stein des Anstoßes / und zum Fels des Strauchelns / für beide Häuser Jisraëls / zur Falle und zur Schlinge / für den Bewohner von Jeruschalaim. /
17891#Jesaja,8,15#15. Und straucheln werden darin viele / und stürzen und zerbrechen / umgarnt, gefangen werden.'
17892#Jesaja,8,16#16. ,Bind ein die Bezeugung / die Weisung siegle auf den Bändern!' /
17893#Jesaja,8,17#17. So harr ich des Ewgen / der birgt sein Antlitz / vor Jaakobs Haus / und hoffe auf ihn. /
17894#Jesaja,8,18#18. Sieh, ich und die Kinder / die mir der Ewige gegeben / sie sind zu Wunderzeichen und zu Wahrbeweisen / in Jisraël / vom Ewigen der Scharen / der thront auf Zijons Berg.
17895#Jesaja,8,19#19. Und wenn sie zu euch sprechen: ,Befraget doch Balgzauberer und Beschwörer / die Zischer und Flüsterer! / Befragt ein Volk nicht seine Göttlichen / nicht für die Lebenden die Toten /
17896#Jesaja,8,20#20. um Weisung und Bezeugung?' Ob die nicht sagen werden: ,Gleich jener Wüste / die keinen Morgen hat; /
17897#Jesaja,8,21#21. zieht wer dort durch / ist er erstarrt und hungrig; / da ist es, wenn er hungert / kommt er in Grimm / flucht seinem König, seinem Gott / kehrt sich nach oben; /
17898#Jesaja,8,22#22. und zu der Erde schaut er / sieh, Drang und Dunkel / Verschmachten in Angst / in Dunkelheit verstoßen. /
17899#Jesaja,8,23#23. Denn kein Verschmachten kennt / des die Bedrängnis jetzt; / dem ersten hat er's leicht gemacht: / Im Lande Sebulun, im Lande Naftali; / dem Spätern macht er's schwer: / Den Weg des Meers / drüben am Jarden / den Umkreis der Völker.'
17900#Jesaja,9,1#1. Das Volk, das im Finstern wandelt / schaut großes Licht / die Todesdunkelland bewohnen / Licht strahlt über ihnen. /
17901#Jesaja,9,2#2. Gemehrt hast du das Volk / ihm groß gemacht die Freude; / sie freun sich vor dir / wie man sich freut beim Schnitt / wie sie da jubeln / wenn Beute sie teilen. /
17902#Jesaja,9,3#3. Denn seiner Bürde Joch / und seines Nackens Stange / den Stecken seines Treibers / zerbrachst du wie an Midjans Tag. /
17903#Jesaja,9,4#4. Denn jeder Stiefel, der im Schrecken stampfte / und das Gewand, das sich im Blut gewälzt / zum Brande wirds, des Feuers Fraß. /
17904#Jesaja,9,5#5. Denn ein Kind ist uns geboren / ein Sohn uns gegeben / es ruht der Schatz auf seiner Schulter / und man heißt seinen Namen: / Pele-Joëz-El-Gibbor-1- / der Beute Vater / des Wohles Vogt. / -1) Wunder-plant-der-starke-Gott.++
17905#Jesaja,9,6#6. Daß reich ist der Schatz / und des Wohls kein Ende / an Dawids Thron / und seinem Königtum / es aufzurichten und zu stützen / mit Recht und Rechtlichkeit / von nun ab bis in Ewigkeit. / Des Ewigen der Scharen Eifer wird dies wirken.
17906#Jesaja,9,7#7. Ein Wort entsendete der Herr in Jaakob / das fällt in Jisraël. /
17907#Jesaja,9,8#8. Und merken wirds das Volk allsamt / Efraim, Schomerons Bewohner / die da in Stolz und Hochmut sprechen: /
17908#Jesaja,9,9#9. ,Backsteine stürzten / baun wir mit Quadern! / Maulfeigenbäume umgehaun / ersetzen wir Zedern!'
17909#Jesaja,9,10#10. Da höht der Ewige die Dränger um Rezin darob / und stachelt seine Feinde. /
17910#Jesaja,9,11#11. Aram von vorne / und die Pelischtäer hinten / die fressen Jisraël mit vollem Maul. Bei alldem kehrt nicht um sein Zorn / und noch bleibt seine Hand gereckt. /
17911#Jesaja,9,12#12. Doch kehrt das Volk zu dem nicht, der es schlägt / den Ewigen der Scharen sucht man nicht. /
17912#Jesaja,9,13#13. Austilgt der Ewige von Jisraël / da Haupt und Schwanz / Palmdach und Binse / an einem Tag. /
17913#Jesaja,9,14#14. Altmann und Angesehner / das ist das Haupt / und der Begeistete, des Luges Weiser / das ist der Schwanz. /
17914#Jesaja,9,15#15. Da wurden dieses Volkes Führer: Irreführer / und die Geführten ihm: Verwirrte. /
17915#Jesaja,9,16#16. Drum freut sich seiner Burschen nicht der Herr / und seiner Waisen und der Witwen barmts ihn nicht; / denn alles ist da ruchlos, böse handelnd / und aller Mund nur schändlich redend. Bei alldem kehrt nicht um sein Zorn / und noch bleibt seine Hand gereckt. /
17916#Jesaja,9,17#17. Brennt ja wie Feuer Frevel / frißt was verhegt ist und verlegt daran / und zündet in des Waldes Dickicht / daß hoch im Rauch sie wirbeln. /
17917#Jesaja,9,18#18. Vom Grimm des Ewigen der Scharen / durchglühts die Erde / und wird wie Feuers Fraß das Volk. / Schont keiner des andern: /
17918#Jesaja,9,19#19. man haut zur Rechten ein / bleibt hungrig / und frißt zur Linken / wird nicht satt; / frißt jeder seines Armes Fleisch: /
17919#Jesaja,9,20#20. Menaschsche - Efraim / und Efraim - Menaschsche; / vereint sie gegen Jehuda. Bei alldem kehrt nicht um sein Zorn / und noch bleibt seine Hand gereckt.
17920#Jesaja,10,1#1. Weh! Die da setzen Unheilssatzung / Vorschreiber, Unrecht schreiben sie; /
17921#Jesaja,10,2#2. der Armen Rechtsanspruch zu beugen / das Recht zu rauben meines Volkes Elenden; / daß Witwen ihre Beute werden / und sie die Waisen plündern. /
17922#Jesaja,10,3#3. Was wollt ihr tun am Tag der Ahndung / und beim Verderben, das von fernher kommt? / Zu wem wollt ihr um Beistand flüchten / wo eure Herrlichkeit belassen? /
17923#Jesaja,10,4#4. Duckt unter den Gefangenen man nicht hin / muß unter den Erschlagenen man fallen. Bei alldem kehrt nicht um sein Zorn / und noch bleibt seine Hand gereckt.
17924#Jesaja,10,5#5. Weh, Aschschur, meines Zornes Rute / ein Stecken meines Grimms ist er für sie. /
17925#Jesaja,10,6#6. Los auf ein ruchlos Volk entsend ich ihn / und gegen meines Grolles Stamm entbiet ich ihn / um Beute zu erbeuten, Raub zu raffen / zur Tretung es zu machen / wie Gassenstaub. /
17926#Jesaja,10,7#7. Doch er, nicht also denkt er / sein Herz, nicht so es trachtet; / nein, zu vertilgen steht in seinem Herzen / und auszurotten Völker, nicht gering. /
17927#Jesaja,10,8#8. Denn er spricht: / Sind meine Amtsherrn / nicht allsamt Könige? /
17928#Jesaja,10,9#9. Ist nicht wie Karkemisch und Kalno / und nicht wie Arpad und Hamat / nicht wie Dammesek Schomeron? /
17929#Jesaja,10,10#10. Wie meine Hand gegriffen zu des Götzen Königreichen / ihr Bildwerk, mehr wars als Jeruschalaims, Schomerons! /
17930#Jesaja,10,11#11. Ja, wie ich Schomeron getan und seinen Götzen / so tu Jeruschalaim ichs und seinen Bildern!
17931#Jesaja,10,12#12. Doch sein wirds, wenn vollendet / der Herr sein ganzes Werk / auf Zijons Berg und in Jeruschalaim: / da such ich heim die Frucht des Hochmuts / des Königs von Aschschur / und das Gepränge / von seiner Augen Hochfahrt! /
17932#Jesaja,10,13#13. Denn er sprach: / Durch meiner Faust Kraft hab ich es geschafft / durch meine Weisheit, weil ich so gescheit; / so rückt ich fort der Völker Grenzen / raubt ihre Schätze / und stürzt wie ein Tyrann die Wohner. /
17933#Jesaja,10,14#14. Faßt wie zum Vogelnest mir meine Hand / zu der Völker Reichtum / und wie verlaßne Eierchen man rafft / hab ich die Erde all gerafft / und war da keiner, der den Flügel regte / den Schnabel sperrt' und piepste.
17934#Jesaja,10,15#15. Rühmt sich die Axt / ob dem, der mit ihr haut? / Prahlt über den die Säge / der sie schwingt? / Wie wenn der Stab die schwänge, die ihn heben / der Stecken den erhöbe, der kein Holz? /
17935#Jesaja,10,16#16. Drum schickt der Herr der Ewige der Scharen / ins Fett ihm Darre / und unter seiner Herrlichkeit brennt Brand / wie Feuers Brand. /
17936#Jesaja,10,17#17. Jisraëls Licht, es wird zum Feuer / sein Heiliger zur Flamme; / die loht und frißt ihm / was verlegt ist und verhegt / an einem Tag. /
17937#Jesaja,10,18#18. Die Herrlichkeit von Wald und Fruchtgefild / tilgt er ihm von der Seele bis zum Fleisch; / sein wird es wie vom Mottenfraß gefressen. /
17938#Jesaja,10,19#19. Und seiner Waldesstämme Rest / zu zählen ist er / ein Knabe zeichnets auf.
17939#Jesaja,10,20#20. Und sein wird es an jenem Tag / da wird nicht mehr der Rest von Jisraël / und wer entronnen ist vom Haus Jaakob / auf den sich stützen, der es schlägt; / er stützt sich auf den Ewigen / den Heilgen Jisraëls, in Treuen. /
17940#Jesaja,10,21#21. Ein Rest kehrt um / ein Rest Jaakobs / zum starken Gott. /
17941#Jesaja,10,22#22. Denn wäre Jisraël, dein Volk / wie Sand des Meers / ein Rest kehrt darin um; / Austilgung ist verhängt / fortspülend in Gerechtigkeit. /
17942#Jesaja,10,23#23. Ja, Tilgung und Verhängnis schafft / der Herr, der Gott der Scharen / in aller Erden Mitte.
17943#Jesaja,10,24#24. Darum spricht so der Herr / der Gott der Scharen: / Nicht fürchte, mein Volk / das wohnt auf Zijon / vor Aschschur dich, der mit dem Stock dich schlägt / und seinen Stecken über dich erhebt! / In Mizraims Weise: /
17944#Jesaja,10,25#25. Denn noch ein Knappes, wenig nur / vergeht der Groll / mein Grimm zu ihrer Tilgung. /
17945#Jesaja,10,26#26. Dann schwingt ob ihm / der Ewige der Scharen eine Peitsche / wie Midjan er am Orebfelsen schlug / gleich seinem Stabe überm Meer / hebt hin nach seiner Weise zu Mizraim. /
17946#Jesaja,10,27#27. Und sein wird es an jenem Tag: / Da schwindet seine Last von deiner Schulter / sein Joch von deinem Hals, / das Joch zerstört vor Grabesdunkel.
17947#Jesaja,10,28#28. Er kommt durch Ajjat / vorbei an Migron / Michmas vertraut er seinen Troß. /
17948#Jesaja,10,29#29. Den Paß passieren sie / in Gebas Nachtplatz nachten sie; / aufzittert Rama / Gib'at-Schaul flieht. /
17949#Jesaja,10,30#30. Laß deine Stimme gellen, Bat-Gallim / lausch Laischa, antwort Anatot! /
17950#Jesaja,10,31#31. Fliehn muß Madmena / Schutz suchen Gebims Wohner. /
17951#Jesaja,10,32#Noch soll in Nob er heute halten / 32. er hebt die Hand zum Berg der Maid Zijon / Jeruschalaims Höhe.
17952#Jesaja,10,33#33. Sieh an, der Herr, der Ewige der Scharen / zerspellt mit Sturmgewalt den Wipfel / die Hochaufragenden sind umgehaun / die Hehren sinken nieder. /
17953#Jesaja,10,34#34. Hinschlägts des Waldes Dickicht mit dem Eisen / es stürzt der Libanon durch einen Mächtigern.
17954#Jesaja,11,1#1. Und keimen wird ein Reis aus Jischais Stamm / ein Schößling ihm aus seinen Wurzeln fruchten. /
17955#Jesaja,11,2#2. Und ruhen wird auf ihm des Ewgen Geist / ein Geist von Weisheit und von Einsicht / ein Geist des Rates und der Kraft / Geist von Erkenntnis und des Ewgen Furcht. /
17956#Jesaja,11,3#3. Und es durchgeistet ihn mit Furcht des Ewigen / daß nicht nach seiner Augen Schaun er richte / und nicht nach seiner Ohren Hören Recht entscheide: /
17957#Jesaja,11,4#4. Er richtet in Gerechtigkeit die Armen / entscheidet in Geradheit Recht den Niederen im Land. / Er schlägt das Land mit seines Mundes Stab / gibt Tod mit seiner Lippen Hauch dem Schuldigen. /
17958#Jesaja,11,5#5. Gerechtigkeit ist seiner Lenden Gurt / Wahrhaftigkeit der Gürtel seiner Hüften. /
17959#Jesaja,11,6#6. Dann weilt der Wolf beim Lamm / der Panther lagert mit dem Böcklein hin; / und Kalb und Bestie mit dem Hochrind beieinander / dieweil ein kleines Knäblein sie geleitet. /
17960#Jesaja,11,7#7. Da weidet Kuh mit Bärin / beisammen lagern ihre Jungen / der Löwe frißt dem Rind gleich Stroh. /
17961#Jesaja,11,8#8. Es spielt der Säugling an der Natter Loch / und nach des Basilisken Gift / streckt das Entwöhnte seine Hand. /
17962#Jesaja,11,9#9. Man schädigt nicht, vernichtet nicht / auf meinem ganzen heilgen Berg / weil voll das Land ist mit des Ewigen Erkenntnis / wie Wasser das Meer bedecken. /
17963#Jesaja,11,10#10. Und sein wird es an jenem Tag: / die Wurzel Jischais wird ein Baum / der steht zum Richtscheit für die Völker: / ihm werden Nationen nachgehn; / und seine Weilstatt dient der Herrlichkeit.
17964#Jesaja,11,11#11. Und es wird sein an jenem Tag: Da (hebt) wiederum, zum zweiten Mal, der Herr seine Hand, um loszukaufen seines Volkes Rest, der übrigbleibt von Aschschur und Mizraim, von Patros und von Kusch, von Elam und von Schin'ar und Hamat und von den Seelanden des Meeres.
17965#Jesaja,11,12#12. Und er höht ein Richtscheit für die Völker / und sammelt die Zersprengten Jisraëls / zusammen schart er die Verlaufenen Jehudas / von den vier Enden der Erde. /
17966#Jesaja,11,13#13. Da schwindet hin der Neid Efraims / Jehudas Dränger werden ausgetilgt. / Efraim neidet nicht Jehuda / Jehuda drängt nicht Efraim. /
17967#Jesaja,11,14#14. Sie fliegen an die Flanke gegen die Pelischter, meerwärts / mitsammen plündern sie des Ostens Söhne; / Edom und Moab sind im Zugriff ihrer Hand / und Ammons Söhne ihnen im Gehorsam. /
17968#Jesaja,11,15#15. Mit Netzen leert der Ewige Mizraims Meereszunge / und hebt die Hand hin ob dem Strom / mit seines Sturmes Glutwind / schlägt ihn zu sieben Bächen / daß man mit Schuhen dreintritt. /
17969#Jesaja,11,16#16. Und eine Straße wird / für seines Volkes Rest / der übrigblieb von Aschschur / wie eine ward für Jisraël / am Tag, da's aufzog aus Mizraimland.
17970#Jesaja,12,1#1. Und sprechen wirst du an jenem Tag: ,Ich huldige dir, Ewiger / daß du mir zürntest / wendet sich dein Zorn / du tröstest mich. /
17971#Jesaja,12,2#2. Sieh, Gott ist meine Rettung / ich bin getrost / bin unverzagt; / denn Macht und Kraft ist Jah, der Ewge, mir / er ward mir Rettung. /
17972#Jesaja,12,3#3. So schöpfet Wasser in Freude / aus der Rettung Quellen.'
17973#Jesaja,12,4#4. Dann sprecht an jenem Tag: ,Dem Ewgen huldigt / ruft an seinen Namen / tut bei den Völkern seine Taten kund / sagt an, daß erhaben sein Name. /
17974#Jesaja,12,5#5. Lobsingt dem Ewigen / denn Stolzes tat er; / kund werde dies / auf aller Erden. /
17975#Jesaja,12,6#6. Aufjauchz und juble / du, Zijons Sassin / weil groß in deiner Mitte / der Heilge Jisraëls.'»
17976#Jesaja,13,1#1. Ausspruch über Babel, den Jescha'jahu, der Sohn Amoz', erschaut:
17977#Jesaja,13,2#2. «Auf umnachtetem Berg / höht Stangenzeichen / erhebet Zuruf ihnen / höht die Hand / daß sie einziehen / in der Edlen Pforten. /
17978#Jesaja,13,3#3. Ich habe aufgeboten / die ich mir geweiht / gerufen schon die Helden mein zu meinem Zorn / meines Stolzes Frohe. /
17979#Jesaja,13,4#4. Ein Hall, Getümmel in den Bergen / gleich wie gewaltgen Volks / ein Hall, Gebraus von Königreichen / gescharter Völker: / der Ewige der Scharen mustert Heer der Schlacht. /
17980#Jesaja,13,5#5. Die kommen aus der Ferne Land / von Himmels Ende / der Ewige und seines Grimmes Waffen / zu tilgen alle Erde. /
17981#Jesaja,13,6#6. Heult auf, denn nahe ist des Ewgen Tag / kommt wie Verheerung vom Gewaltigen. /
17982#Jesaja,13,7#7. Drum sinken alle Hände / schmilzt jeglich Menschenherz. /
17983#Jesaja,13,8#8. Bestürzt sind sie / sie packen Krämpfe, Wehen / wie die Gebärende sie zittern. / Starrt einer hin zum andern / der Flamme Schein ihr Antlitz. /
17984#Jesaja,13,9#9. Sieh an, der Tag des Ewgen kommt / grausam im Grimm / und flammendem Zorn / das Land zur Öde zu machen / und ihre Sünder tilgt er draus. /
17985#Jesaja,13,10#10. Denn des Himmels Sterne / und seine Leuchten / erstrahlen nicht in ihrem Licht / erdunkelt ist die Sonne, da sie aufgeht / der Mond, er strahlt sein Licht nicht aus. /
17986#Jesaja,13,11#11. Da ahnde ich das Böse an dem Festland / und an den Missetätern ihre Schuld / ich tue ab der Frechen Stolz / und der Tyrannen Hoffart duck ich nieder. /
17987#Jesaja,13,12#12. Kostbarer mach ich Mensch als Feingold / den Mann als Ophirs Edelerz.
17988#Jesaja,13,13#13. Darum erschüttre ich die Himmel / daß auf die Erde zuckt von ihrem Platz / im Grimm des Ewigen der Scharen / am Tage, da sein Antlitz aufflammt. /
17989#Jesaja,13,14#14. Und es wird sein: / Wie gescheuchte Gazelle / wie Schafe, die keiner heimholt / kehrt jeder sich zu seinem Volk / flieht jeglicher nach seinem Land. /
17990#Jesaja,13,15#15. Allwer gefunden, wird durchbohrt / wer aufgegriffen, fällt durchs Schwert. /
17991#Jesaja,13,16#16. Zerschmettert werden ihre Kinder / vor ihren Augen / geplündert ihre Häuser / und ihre Fraun geschändet. /
17992#Jesaja,13,17#17. Sieh an, ich reize die Madäer wider sie / die Silbers nicht achten / nach Gold nicht gieren. /
17993#Jesaja,13,18#18. Die Bogen schmettern hin die Knaben / der Frucht des Leibs erbarmen sie sich nicht / der Kinder härmt sich nicht ihr Auge. /
17994#Jesaja,13,19#19. Sein wird dann Babel / der Königreiche Lust / der Prunk und Stolz der Kasder / wie Gottes Umsturzwerk / an Sedom und Amora. /
17995#Jesaja,13,20#20. Nicht stehts in Ewigkeit / nicht siedelts für und für: / nicht zeltet dort der Araber / und Hirten lassen da nicht lagern. /
17996#Jesaja,13,21#21. So lagern dort die Wüstenkatzen / und füllen Uhus ihre Häuser / es hausen dort die Steppenstrauße / und Bockgestalten tanzen da. /
17997#Jesaja,13,22#22. Es heulen Füchse auf in ihren Burgen / und die Schakale in den Lustpalästen; / bald ists, daß kommet ihre Zeit / und ihre Tage hälts nicht fern.
17998#Jesaja,14,1#1. Wenn sich der Ewge Jaakobs erbarmt / und wieder Jisraël erwählt / und ihnen Ruhe schafft auf ihrem Boden / dann schließt der Fremdling sich an sie / und sie gesellen sich zu Jaakobs Haus. /
17999#Jesaja,14,2#2. Und Völker sollen sie sich nehmen / an ihre Stätte bringen / Haus Jisraël sie sich zu eigen machen / auf des Ewigen Boden / zu Knechten und zu Mägden; / so solln sie Fänger ihrer Fänger sein / und sie so ihre Treiber knechten.
18000#Jesaja,14,3#3. Und es wird sein / am Tag, da Ruh der Ewige dir schafft / von deiner Mühsal und von deinem Bangen / und von der harten Fron, damit man dich geknechtet /
18001#Jesaja,14,4#4. da wirst du diesen Spruch anheben / auf Babels König / und sprechen: / ,Wie ist erstummt der Treiber / verstummt das Wüten! /
18002#Jesaja,14,5#5. Es brach der Ewige der Frevler Stab / der Herrscher Stecken /
18003#Jesaja,14,6#6. der Völker schlug im Grimm / nicht endenden Schlags / der knechtete in Wut Nationen / nicht schonender Hetze. /
18004#Jesaja,14,7#7. Es ruht, es feiert alle Erde / sie brechen aus in Jubel. /
18005#Jesaja,14,8#8. Auch die Zypressen freuen sich ob dir / des Libanon Zedern: / seit hin du liegst / steigt nimmermehr zu uns der Fäller. /
18006#Jesaja,14,9#9. Scheol, tief drunten, sie erschrak vor dir / deinem Kommen entgegen / es rüttelte die Refaïm auf vor dir / alle Recken der Erde / riß auf von ihren Thronen / alle Könige der Völker. /
18007#Jesaja,14,10#10. Sie alle heben an / und sprechen zu dir: / Auch du, du bist erschwacht wie wir / bist gleich uns geworden. /
18008#Jesaja,14,11#11. Gestürzt ward zur Scheol dein Stolz / das Rauschen deiner Harfen / dir unterbettet ist Gewürm / dich decken Maden. /
18009#Jesaja,14,12#12. Wie bist vom Himmel du gefallen / Helel-ben-Schahar / zur Erde hingehaun / der Lose warf um Völker. /
18010#Jesaja,14,13#13. Und du, du sprachst in deinem Herzen: / Zum Himmel steig ich auf / hoch ob den Gottessternen höh ich meinen Thron / auf dem Erscheinungsberge will ich thronen / in verborgensten Fernen. /
18011#Jesaja,14,14#14. Ja, ich besteig der Wolke Leib / setz dem Höchsten mich gleich. /
18012#Jesaja,14,15#15. Nein, zur Scheol wardst du gestürzt / in der Grube Tiefe. /
18013#Jesaja,14,16#16. Die, sehn sie dich / sie schaun dich an / betrachten dich: / ist das der Mann / der macht die Erde beben / erzittern Königreiche /
18014#Jesaja,14,17#17. das Festland wandelte zur Wüste / seine Städte zerstörte / die er gefesselt, nie zur Heimat losgab? /
18015#Jesaja,14,18#18. Die Völkerkönige allgesamt / sie ruhn in Ehren / je bei sich im Haus. /
18016#Jesaja,14,19#19. Du aber wardst aus deinem Grab geschleudert / wie ekler Sproß / umkleidet von Erschlagnen / Schwertdurchbohrten / die hingesunken zu der Grube Steinen / wie ekles Aas. /
18017#Jesaja,14,20#20. Bist nicht vereint im Grab mit jenen; / hast ja dein Land verderbt / dein Volk gewürgt; / nicht wird genannt auf ewig / der Frevler Same! /
18018#Jesaja,14,21#21. Bereitet seinen Söhnen eine Schlachtbank / ob ihrer Väter Schuld / daß sie nicht aufstehn und die Erde erben / des Festlands Fläche sich mit Städten fülle.'
18019#Jesaja,14,22#22. Auf steh ich wider sie / ist Spruch des Ewigen der Scharen / und rotte aus von Babel Ruf und Rest / und Schoß und Sproß / ist des Ewigen Spruch. /
18020#Jesaja,14,23#23. Ich mach es zu des Uhus Erbe / zu Wassersümpfen / und feg es mit dem Fegebesen der Vertilgung / ist Spruch des Ewigen der Scharen. /
18021#Jesaja,14,24#24. Geschworen hat der Ewige der Scharen, sprechend: / Obs nicht, wie ichs erdachte, so geschieht / wie ichs ersonnen, so ersteht: /
18022#Jesaja,14,25#25. Aschschur in meinem Land zu brechen / auf meinen Bergen stampfe ich es nieder; / da geht von ihnen ab sein Joch / und seine Last von seiner Schulter nieder. /
18023#Jesaja,14,26#26. Das ist der Plan, geplant / über die ganze Erde / und das die Hand, gereckt / über alle Völker. /
18024#Jesaja,14,27#27. Denn er, der Ewige der Scharen, hats geplant / wer machts zunichte? / Und seine Hand ists, die gereckt / wer will sie wenden?»
18025#Jesaja,14,28#28. Im Todesjahr des Königs Ahas war dieser Ausspruch:
18026#Jesaja,14,29#29. «Freu nimmer dich, Peleschet all / daß zerbrochen der Stock, der dich schlug; / denn aus der Schlange Wurzel wächst ein Basilisk / und ihre Frucht, Branddrache ists, geflügelt. /
18027#Jesaja,14,30#30. Es weiden dann die Erstlinge der Armen / die Elenden, sie lagern sicher nun; / doch töte ich durch Hunger deine Wurzel / und deinen Rest wird man erschlagen.
18028#Jesaja,14,31#31. Heul, Tor, schrei, Stadt / verzagt, Peleschet all! / Denn aus dem Norden kommet Rauch / selbstsicher bleibt da keiner / bei seinen Flammenzeichen. /
18029#Jesaja,14,32#32. Und was bescheidet man des Volkes Boten? / Daß er, der Ewige, Zijon gegründet / und drin sich bergen seines Volkes Arme.»
18030#Jesaja,15,1#1. Ausspruch über Moab: «Ja, über Nacht verheert ist Ar-Moab, erstorben / ja, über Nacht verheert ist Kir-Moab, erstorben. /
18031#Jesaja,15,2#2. Hinan zum Tempel steigt man und Dibon / zum Kulthaus zum Gewein; / um den Nebo, um Medeba heult Moab / auf allem Haupt ist Kahlschur / und jeder Bart: Ausraufung. /
18032#Jesaja,15,3#3. Auf seinen Gassen tun sie Sackzeug um / auf seinen Dächern, Plätzen jammert alles / zerrinnt in Weinen. /
18033#Jesaja,15,4#4. Es schreit Heschbon und El'ale / bis Jahaz schallt ihre Stimme. / Drum zetern Moabs Rüstige / es zittert ihm die Seele. /
18034#Jesaja,15,5#5. Mein Herz, es schreit um Moab / seine Flüchtigen bis Zoar / bis Eglat, Schelishija; / ja, ha-Luhits Steige / ersteigt man mit Weinen / ja, auf dem Weg von Horonaim / erheben sie Zerschmetterungsschrei! /
18035#Jesaja,15,6#6. Ja, die Wasser von Nimrim / sie werden Öden; / denn verdorrt ist das Gras / dahin die Wiese / nichts Grünes mehr! /
18036#Jesaja,15,7#7. Darum: / Der Rest, den man geschafft / und man bewahrt / hin an den Bach der Weiden schleppen sie's. /
18037#Jesaja,15,8#8. Denn es umkreist das Schreien Moabs Mark / hin bis Eglaim geht ihr Jammern / in Beër-Elim ist ihr Jammern. /
18038#Jesaja,15,9#9. Denn Dimons Wasser sind voll Blut; / denn mehr noch bring ich über Dimon: / für die Entronnenen von Moab: Löwen / und für den Rest von Adama.
18039#Jesaja,16,1#1. Schickt hin ein Lamm / des Landes Herrscher / von Sela zur Wüste / zum Berg der Maid Zijons.
18040#Jesaja,16,2#2. Dann ists: / Wie flüchtige Vögel / gescheuchtes Nest / so sind dann Moabs Töchter / an des Arnon Furten.
18041#Jesaja,16,3#3. Schaff Rat, gib Treuschutz! / Mach nachtgleich deinen Schatten / am hohen Mittag / Versprengte birg / den Flüchtenden verrat nicht! /
18042#Jesaja,16,4#4. Laß Moabs mir Versprengte bei dir weilen / sei ihnen Schirm vor dem Verheerer! / Bis daß vergeht der Presser / Verheerung endet / verschwinden die Zertreter aus dem Land. /
18043#Jesaja,16,5#5. Und aufgerichtet wird ein Thron in Treuen; / es sitzt drauf in Bewährung in Dawids Gezelt / ein Richter, forschend nach dem Recht / beflissen in Gerechtigkeit.
18044#Jesaja,16,6#6. Wir hörten Moabs Hoffart / so sehr hochstolz / von seiner Hoffart / seinem hohen, grimmen Mut / dem Unrecht seiner Räte!
18045#Jesaja,16,7#7. Drum heult ob Moab Moab / es heulet alles; / die dicken Trauben Kir-Hareschets / beseufzt ihr, ganz zermalmt.
18046#Jesaja,16,8#8. Denn Heschbons Rebland welkt / der Weinstock Sibmas / des Edeltrauben Völkerherrn betäubten / bis Ja'ser reichten / zur Wüste sich verloren; / des Schößlinge sich breiteten / ans Meer hin zogen. /
18047#Jesaja,16,9#9. Drum klage ich mit Ja'sers Klage / um Sibmas Rebe. / Ob deiner Plünderung fließt meine Träne. / Heschbon und El'ale / ob deinem Obst und deiner Ernte / fällt Hedadruf fort. /
18048#Jesaja,16,10#10. Verschwunden ist da Fröhlichkeit und Lust / vom Gartenland / im Weingelände jauchzt und jubelts nimmer / Wein in den Keltern tritt der Keltrer nicht / austilg ich Hedadruf. /
18049#Jesaja,16,11#11. Drum klagt mein Inneres um Moab / wie eine Harfe / mein Innres um Kir-Heres. /
18050#Jesaja,16,12#12. Und sein wirds / wenn es erscheint: / daß Moab ohne Macht ist an der Kultstatt / kommt in sein Heiligtum zu beten / und nichts vermag.»
18051#Jesaja,16,13#13. Dies war das Wort, das der Ewige über Moab einstmals geredet.
18052#Jesaja,16,14#14. Und nun redet der Ewige und sagt: «In dreien Jahren / wie des Mietlings Jahre / da wird gering sein Moabs Herrlichkeit / bei allem seinem großen Heer / und Rest bleibt: / wenig, winzig / unbeträchtlich.»
18053#Jesaja,17,1#1. Ausspruch über Dammesek: «Sieh an, Dammesek ist getilgt als Stadt / und wird ein Trümmerhügel. /
18054#Jesaja,17,2#2. Verlassen sind Aroërs Orte / für Herden bleiben sie; / die lagern, keiner scheucht. /
18055#Jesaja,17,3#3. Aus ists mit Vesten von Efraim / und mit der Königsherrschaft von Dammesek / und mit dem Rest Arams; / gleich wie die Herrlichkeit der Kinder Jisraëls / so solln sie sein / ist Spruch des Ewigen der Scharen. /
18056#Jesaja,17,4#4. Und es wird sein an jenem Tag: / armselig ist da Jaakobs Herrlichkeit / und ausgezehrt wird seines Fleisches Fett. /
18057#Jesaja,17,5#5. Es wird dann sein / wie wenn wer Halme rafft beim Schnitt / sein Arm die Ähren mäht. / Und sein wirds da / wie wenn er Ähren sammelt / im Geistertal: /
18058#Jesaja,17,6#6. bleibt Nachgebliebnes dran / wie Wurmzerstochenes am Ölbaum: / zwei, drei der Beeren an des Hochbergs Spitze / vier, fünf da an dem abgeschlagenen Fruchtbaum - / ist Spruch des Ewigen, des Gottes Jisraëls.
18059#Jesaja,17,7#7. An jenem Tage schaut der Mensch auf seinen Schöpfer / und seine Augen blicken hin zum Heilgen Jisraëls /
18060#Jesaja,17,8#8. er schaut nicht hin auf die Altäre, seiner Hände Werk / was seine Finger fertigten, blickt er nicht an / und nicht die Weihbäume und Sonnensäulen. /
18061#Jesaja,17,9#9. An jenem Tag sind seiner Zuflucht Städte / gleich dem verlaßnen Forst und Hochberg / die man verlassen vor den Kinder Jisraël / und Ödnis wird es. /
18062#Jesaja,17,10#10. Hast ja vergessen deines Heiles Gott / des Felsens deiner Zuflucht nicht gedacht / drum pflanzt du Pflänzlinge der Lust / und ihn besämt des Fremden Reis. /
18063#Jesaja,17,11#11. Am Tag der Pflanzung machst du's sprießen / am Morgen deine Saat erblühn - / verfliegt die Mahd am Tag des Siechtums / der Pein, unheilbar.
18064#Jesaja,17,12#12. Weh, vieler Völker Brausen / die brausen gleich der Meere Brausen / und Toben von Nationen / die toben gleich dem Toben mächtger Wasser. /
18065#Jesaja,17,13#13. Nationen gleich dem Toben mächtger Wasser toben: / Er aber fährt es an / da flieht es in die Ferne / und wird gejagt wie im Gebirge Spreu vorm Wind / und wie das Samenrädchen vor dem Sturm. /
18066#Jesaja,17,14#14. Zur Abendzeit: Sieh da, Verschwinden; / noch eh der Morgen - nichts mehr da. / Das ist der Anteil unsrer Plünderer / und derer Los, die uns beraubt.
18067#Jesaja,18,1#1. Weh! Land der Flügelschrecke / das drüben, nach den Strömen Kuschs. /
18068#Jesaja,18,2#2. Der auf dem Meere Boten sendet / im Schilfgezeug auf Wassers Fläche: / Geht, flinke Boten / zu einem Stamm, gerupft, geschunden / zu einem Volk, gescheut: / ,Von ihm! Weitab!' / Zu einem Stamm Gespeis und Ekels / vor dessen Land die Flüsse grausen.
18069#Jesaja,18,3#3. Ihr Festlandswohner, Erdensassen alle / wie Stangenzeichen man auf Bergen höht / sollt ihr ersehn / wie man ins Horn stößt / sollt ihr vernehmen. /
18070#Jesaja,18,4#4. Denn so sprach der Ewige zu mir: / Ich bleibe still, schau zu an meinem Sitz / wie Mittagsglühn beim Pflücken / wie Taugewölk bei Ernteglut. /
18071#Jesaja,18,5#5. Denn vor dem Schnitte, wenn die Blüte um / und reifend Beerchen Trauben bilden / da schneidet er mit Kneifen ab die Triebe / die Ranken tut er fort, schlägt ab. /
18072#Jesaja,18,6#6. Man läßt mitsammen sie der Berge Vögeln / und dem Getier des Landes; / daß drauf der Raubvogel sommert / und alles Landgetier drauf überwintert.
18073#Jesaja,18,7#7. Um jene Zeit wird Huldigung gebracht / dem Ewigen der Scharen / vom Volk, gerupft, geschunden / vom Volk, gescheut: / ,Von ihm! Weitab!,' / dem Stamm Gespeis und Ekels / vor dessen Land die Flüsse grausen / hin an den Ort des Namens / des Ewigen der Scharen / zum Berg Zijon.»
18074#Jesaja,19,1#1. Ausspruch über Mizraim: «Sieh an / der Ewige fährt hin auf schneller Wolke / kommt nach Mizraim; / da zittern auf vor ihm Mizraims Nichtse / das Herz Mizraims schmilzt in seinem Innern. /
18075#Jesaja,19,2#2. Ich stachle auf Mizraim an Mizraim / sie kämpfen Bruder gegen Bruder, Freund mit Freund / Stadt wider Stadt und Reich mit Reich. /
18076#Jesaja,19,3#3. Und ausgeleert wird da Mizraims Geist in seinem Innern / und seinen Rat verwirr ich; / daß Rat sie fragen bei den Nichtsen / den Totengeistern, Balgzaubrern, Beschwörern.
18077#Jesaja,19,4#4. Da liefre ich Mizraim / in eines harten Herren Hand / und soll ein grimmer König ihrer schalten / ist Spruch des Herrn, des Ewigen der Scharen. /
18078#Jesaja,19,5#5. Verronnen sind die Wasser aus dem Meer / der Strom glüht aus und trocknet. /
18079#Jesaja,19,6#6. Verlassen stehen die Kanäle / armselig, ausgeglüht die Ströme von Mazor / welk Rohr und Schilf. /
18080#Jesaja,19,7#7. Talland am Strom / an Stromes Mündung / und alle Saat am Strom: / verdorrt, zerstiebt, nicht da. /
18081#Jesaja,19,8#8. Da stöhnen die Fischer und klagen / alldie die Angel werfen in den Strom / das Netz hinbreiten auf des Wassers Fläche / sie sind verstört /
18082#Jesaja,19,9#9. zuschanden werden, die den Flachs gehechelt wirken / und Weißzeug weben. /
18083#Jesaja,19,10#10. Da wird sein Grundwerk ihm zerschlagen / und aller Lohnarbeiter Seele seufzt.
18084#Jesaja,19,11#11. Nur Narren sind die Amtsherrn Zoans / die Weisen, die dem Par'o raten / verdummten Rat. / Wie sprecht ihr zu Par'o: / ,Ein Sohn von Weisen bin ich / von Königen der Urzeit!' /
18085#Jesaja,19,12#12. Wo sind denn deine Weisen? / Laß sie es dir doch künden / daß man es weiß, was er / der Ewige der Scharen / plant mit Mizraim. /
18086#Jesaja,19,13#13. Ernarrt sind Zoans Fürsten / betört die Fürsten Nofs / sie machen irr Mizraim / ausleert es seine Stämme. /
18087#Jesaja,19,14#14. Ihm hat der Ewige gemischt im Innern / des Taumels Geist / nun machen sie Mizraim irr / in allem Tun / wie irre im Gespei der Trunkne ist. /
18088#Jesaja,19,15#15. Nun gibt es für Mizraim / nicht Werk, daran man wirkt / nicht Haupt noch Schwanz / Palmdach und Binse.
18089#Jesaja,19,16#16. An jenem Tag / da wird Mizraim wie die Weiber / und bebt und zittert vor dem Aufheben der Hand / des Ewigen, des Herrn der Scharen / die er drob hebt. /
18090#Jesaja,19,17#17. Dann wird Jehudas Boden / Mizraim zum Graun. / Wo immer einer ihn vor ihm erwähnt / da schrickt es vor dem Plan des Ewigen der Scharen / den er dawider plant. /
18091#Jesaja,19,18#18. An jenem Tage solln fünf Städte sein / im Land Mizraim / die in Kenaans Sprache reden / dem Ewigen, dem Herrn der Scharen, schwören; / ,Ir ha-Heres' wird man die eine heißen. /
18092#Jesaja,19,19#19. An jenem Tag, da wird ein Altar stehn dem Ewigen / im Land Mizraim / ein Standmal für den Ewigen an seiner Grenze /
18093#Jesaja,19,20#20. das wird zum Wunderzeichen und zum Zeugen sein / dem Ewigen der Scharen / im Land Mizraim. / Wenn sie zum Ewgen schrein vor Drängern / so schickt er ihnen einen Helfer, einen Kämpfer / der wird sie retten. /
18094#Jesaja,19,21#21. Da tut der Ewge sich Mizraim kund / und die Mizräer kennen dann den Ewigen / an jenem Tag / und dienen ihm mit Schlachtung und mit Gabe / geloben dann dem Ewigen Gelöbnis / und sie erfüllens. /
18095#Jesaja,19,22#22. Und schlagen wird der Ewige Mizraim / es schlagen und heilen; / und kehren sie zum Ewigen zurück / erhört und heilt er sie. /
18096#Jesaja,19,23#23. An jenem Tag geht eine Straße / hin von Mizraim nach Aschschur / dann kommt Aschschur hin nach Mizraim / Mizraim nach Aschschur / und dient Mizraim Aschschur.
18097#Jesaja,19,24#24. An jenem Tag steht Jisraël / als drittes zu Mizraim / und zu Aschschur / im Segen mitten im Land /
18098#Jesaja,19,25#25. womit der Ewige der Scharen segnet, spricht: / Gesegnet / mein Volk Mizraim / und meiner Hände Werk, Aschschur / und mein Besitztum, Jisraël!»
18099#Jesaja,20,1#1. Im Jahr, da der Marschall nach Aschdod kam, als ihn Sargon, der König von Aschschur, entsandte, und er wider Aschdod stritt und es eroberte,
18100#Jesaja,20,2#2. in jener Zeit redete der Ewige durch Jescha'jahu, den Sohn Amoz', und sprach: «Geh, lös das Sackgewand von deinen Lenden / und deinen Schuh zieh ab von deinen Füßen!» Und er tat so: Ging einher, nackt und barfuß.
18101#Jesaja,20,3#3. Da sprach der Ewige: «Wie mein Knecht Jescha'jahu einhergegangen nackt und barfuß drei Jahre lang, als Wunderzeichen und Wahrbeweis für Mizraim und für Kusch,
18102#Jesaja,20,4#4. so wird der König von Aschschur wegführen die Gefangenen Mizraims und die Verschleppten Kuschs, Burschen und Greise, nackt und barfuß und entblößten Gesäßes, die Scham Mizraims.
18103#Jesaja,20,5#5. Da brechen sie zusammen, schämen sich / weil Kusch ihr Aufblick / Mizraim ihr Berühmen. /
18104#Jesaja,20,6#6. Da spricht der Wohner dieser Küste jenes Tags: / ,Sieh, gehts so unserm Aufblick / dahin um Hilfe wir geflüchtet / um uns zu retten vor dem König von Aschschur / wie sollen wir entrinnen!'»
18105#Jesaja,21,1#1. Ausspruch von der Meereswüste: «Wie Stürme, durch die Mittagssteppe brausend / kommts von der Wüste / von schaurigem Land. /
18106#Jesaja,21,2#2. Gesicht, so hart, ward mir gezeigt: / der Meutrer meutert / der Verwüster wüstet; / steig an, Elam, schließ ein, Madai!
18107#Jesaja,21,3#3. Hab alles Stöhnen ausgetan. / Voll sind darum / vom Krampf meine Hüften / Wehn halten mich / wie Wehen der Gebärerin; / krümm mich vom Hören / schreck mich vom Sehn. /
18108#Jesaja,21,4#4. Irr ist mein Herz / Erschauern entsetzt mich / das Dunkel meines Sehnens / macht er mir zum Schreck. /
18109#Jesaja,21,5#5. Man richtet das Mahl - / doch Späher spähen; / man ißt und trinkt - ,Auf, Truppenführer!' / ,Salbt!' - ,Greift zum Schild!'
18110#Jesaja,21,6#6. Denn so hat zu mir der Herr gesprochen: Geh, stell den Späher! / Das, was er sieht, soll er vermelden: /
18111#Jesaja,21,7#7. Ersieht er Wagen und Gespann von Rossen / Geritt auf Eseln / Ritt auf Kamelen / und hört und horcht / hart horchend; /
18112#Jesaja,21,8#8. da ruft er: ,Der Löw (ist los)! / Auf Ausschau steh ich, Herr / des Tags beständig / auf meiner Warte halt ich / durch alle Nächte.'
18113#Jesaja,21,9#9. Und sieh, da kommt / der Männer Ritt / Gespann von Rossen. / Und er hob an und sprach: / ,Gefallen ist, gefallen Babel / all seine Götterbilder brachs zu Boden.' /
18114#Jesaja,21,10#10. Du mein Zerdroschnes / meiner Tenne Kind: / Was ich vernommen hab / vom Ewigen der Scharen / dem Gotte Jisraëls / tat ich euch kund.»
18115#Jesaja,21,11#11. Ausspruch vom Schweigen (Gottes): «Es rufet zu mir: ,Von Seïr Wächter, was gibt es?', nächtens; / ,Wächter, was gibt es?', nachts.
18116#Jesaja,21,12#12. Spricht Wächter: ,Man kommt des Morgens, kommt des Abends; / wollt ihr denn fragen, fraget zu / kehrt wieder, kommt . . .'»
18117#Jesaja,21,13#13. Ausspruch in der Steppensenke: «Im Wald der Steppensenke lasset nachten / die Wanderzüge der Dedaner! /
18118#Jesaja,21,14#14. Entgegen bringt dem Durstgen Wasser / des Temalands Bewohnern / Brot bringet vor den Flüchtenden! /
18119#Jesaja,21,15#15. Denn vor den Schwertern flüchten sie / vor entfesseltem Schwert / und vor gespanntem Bogen / und vor des Krieges Wucht.
18120#Jesaja,21,16#16. Denn so sprach der Herr zu mir: In einem Jahr noch / gleich Löhners Jahren / ists aus mit aller Herrlichkeit von Kedar /
18121#Jesaja,21,17#17. und wird der Rest der Zahl / von Kedars heldenhaften Bogenschützen / gering nur sein. Denn er, der Ewige, Gott Jisraëls / er hat geredet.»
18122#Jesaja,22,1#1. Ausspruch vom ,Tal Hisajon(s)': «Was ist dir denn / daß du, allsamt, die Dächer erstiegen /
18123#Jesaja,22,2#2. die lärmerfüllte / die rauschende Stadt / frohlockende Burg! / Sind die Erschlagnen dein nicht schwerterschlagen / nicht schlachtgetötet! /
18124#Jesaja,22,3#3. All deine Anführer mitsamt geflohn / vorm Bogen gefangen! / Allwas gefunden von dir / allsamt gefangen / weither, geflüchtet. /
18125#Jesaja,22,4#4. Drum sage ich: / Blickt weg von mir / muß bitterlich weinen; / drängt nicht, mich zu trösten / ob der Verheerung an der Tochter meines Volks.
18126#Jesaja,22,5#5. Denn einen Tag der Wirrung, Schändung und Verblendung / gibts für den Herrn, den Ewigen der Scharen / im ,Tal Hisajon(s)': / Kir kreischt und Schoa an den Berg /
18127#Jesaja,22,6#6. und Elam hält den Köcher / mit Wagenzug von Mensch und Rossen / und Kir entblößt den Schild. /
18128#Jesaja,22,7#7. Da ward es: / deiner Täler beste voll Gefährts / und hin zum Tore lagern sich die Reiter.
18129#Jesaja,22,8#8. . . . Und man entblößte die Hüllung Jehudas, und du schautest an jenem Tag auf die Rüstung des Waldhauses.
18130#Jesaja,22,9#9. Und die Risse in der Dawidsburg saht ihr, daß ihrer viele, und ihr sammeltet die Wasser des untern Teichs.
18131#Jesaja,22,10#10. Und Jeruschalaims Häuser zähltet ihr und bracht die Häuser ab, um die Mauer zu verstärken.
18132#Jesaja,22,11#11. Und ihr machtet ein Sammelbecken zwischen beiden Mauern für die Wasser des alten Teichs. Aber nicht blicktet ihr hin auf den, der es gewirkt, und auf den, der von fernher es gebildet, schautet ihr nicht.
18133#Jesaja,22,12#12. Und es rief Gott, der Herr der Scharen, an jenem Tag zu Weinen und Klagen und zu Kahlschur und Sackzeuggürtung.
18134#Jesaja,22,13#13. Doch sieh: Freude und Lust, Rindermetzen und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken: ,Gegessen, getrunken, denn morgen sind wir tot!'
18135#Jesaja,22,14#14. Da offenbart sich meinen Ohren der Ewige der Scharen: ob euch gesühnt wird diese Missetat, bis daß ihr sterbet! spricht der Herr, der Gott der Scharen.
18136#Jesaja,22,15#15. So spricht der Herr, der Gott der Scharen: Auf, geh hinein zu diesem Bevollmächtigten da, Schebna, der über das Haus bestellt ist:
18137#Jesaja,22,16#16. Was hast du hier, und wen hast du hier, daß du dir hier einen Felsenbau gehauen, der in der Höhe sich seinen Felsbau gehauen, im Gestein eine Wohnstatt sich gemeißelt.
18138#Jesaja,22,17#17. Sieh, der Ewige wirft um dich einen Umwurf, Mann, hüllt dich in Hüllung
18139#Jesaja,22,18#18. und bindet dir den Kopfbund wie zum Weilen in weiträumigem Land! Dort wirst du sterben, dorthin die Wagen deines Prunks, du Schmach des Hauses deines Herrn!
18140#Jesaja,22,19#19. Und ich stoße dich von deinem Posten, und von deiner Stellung reißt man dich hinweg.
18141#Jesaja,22,20#20. Und es wird sein an jenem Tag: Da berufe ich meinen Knecht Eljakim, Hilkijahus Sohn,
18142#Jesaja,22,21#21. und lasse ihn anziehn deinen Rock und gürte ihn mit deiner Schärpe, und deine Waltung gebe ich in seine Hand, und er wird Vater sein für die Bewohner Jeruschalaims und für das Haus Jehuda.
18143#Jesaja,22,22#22. Und ich lege die Schlüssel des Dawidshauses auf seine Schulter; er öffnet, und keiner schließt, und schließt er, öffnet keiner.
18144#Jesaja,22,23#23. Und ich habe ihn-1- eingeschlagen als Pflock an sicherer Stelle, und er diente als der Anstandsstuhl für seines Vaters Haus. -1) Schebna.++
18145#Jesaja,22,24#24. Und sie hängten an ihn allen «Anstand» seines Vaterhauses, den Mist und den Kot, alle Stuhlgeräte, von den Beckengefäßen bis zu allen Topfgefäßen.
18146#Jesaja,22,25#25. An jenem Tag - ist der Spruch des Ewigen der Scharen - weicht der Pflock, der eingeschlagen an sichrer Stelle, wird weggehauen und stürzt; und vernichtet wird die Last, die auf ihm ruht: Denn der Ewige hat geredet.»
18147#Jesaja,23,1#1. Ausspruch über Zor: «Heult, Tarschischschiffe / denn drinnen wird geplündert. / Vom Sonnenheimgang / vom Land der Kittäer / wards ihnen kund. /
18148#Jesaja,23,2#2. Still sind des Seelands Sassen / die Krämer Zidons / die Seebefahrer / die dich erfüllt. /
18149#Jesaja,23,3#3. Und vieler Wasser / die Saat vom Nil / des Stromes Ernte / war seine Einfuhr; / Markt wars der Völker. /
18150#Jesaja,23,4#4. In Scham, Zidon! / Denn Meer, des Meeres Feste sagt: / hab nicht gekreißt / und nicht geboren / nicht Burschen großgezogen / und Mädchen hochgebracht. /
18151#Jesaja,23,5#5. Kommt nach Mizraim die Kunde / erbeben bei der Kunde sie von Zor. /
18152#Jesaja,23,6#6. Hinüber nach Tarschisch / heult auf, ihr Seelandssassen! /
18153#Jesaja,23,7#7. Ist das euch die Frohe / aus der Vorzeit Frühe / deren Füße sie schleppen / in Ferne zu gasten? /
18154#Jesaja,23,8#8. Wer hat dies beschlossen / über Zor, das Bekrönte / des Händler Fürsten / des Krämer Weltgeehrte? /
18155#Jesaja,23,9#9. Der Ewige der Scharen hats beschlossen / zu schänden allen Reizes Hochmut / um zu entehren alle Weltgeehrten.
18156#Jesaja,23,10#10. Zieh hinüber / wie der Strom ist dein Land / du, Tochter Tarschischs / kein Damm mehr. /
18157#Jesaja,23,11#11. Die Hand hat übers Meer er ausgereckt / hat Reiche erschüttert. / Der Ewige hat über Kenaan geboten / zu tilgen seine Vesten /
18158#Jesaja,23,12#12. und hat gesprochen: / Nicht sollst du ferner noch frohlocken / du Ausgeraubte / die Jungfrau, Tochter Zidons. / Zu den Kittäern auf, hinüber! / Auch dort wird dir nicht Ruh. /
18159#Jesaja,23,13#13. Sieh, Kasderland / dies Volk ist nichts geworden! / Aschschur hat es gegründet für die Schiffe / hat seine Türme errichtet / seine Burgen hochgestellt - / er macht es zum Trümmerhaufen. /
18160#Jesaja,23,14#14. Heult, Tarschischschiffe / weil verheert eure Veste.
18161#Jesaja,23,15#15. Und es wird sein an jenem Tag: Da wird Zor vergessen sein siebzig Jahre, gleich eines Königs Zeit. Am Ende der siebzig Jahre aber ergeht es Zor gleich dem Sang der Dirne:
18162#Jesaja,23,16#16. ,Die Zither nimm / streich um die Stadt / vergeßne Dirne! / Spiel schöner / sing mehr / daß man dein sich erinnert!'
18163#Jesaja,23,17#17. Und es wird sein am Ende der siebzig Jahre, da bedenkt der Ewige Zor, und es kommt wieder zu seinem Buhllohn und buhlt mit allen Königreichen der Erde auf des Erdbodens Fläche.
18164#Jesaja,23,18#18. Doch wird sein Gewinn und Buhllohn dem Ewigen geweiht sein, nicht wird er aufbewahrt und aufgespeichert, sondern denen, die vor dem Ewigen weilen, wird ihr Erlös, satt zu essen und reich sich zu kleiden.
18165#Jesaja,24,1#1. Sieh, der Ewige leert ab die Erde und verheert sie, verödet ihre Fläche und zersprengt ihre Bewohner.
18166#Jesaja,24,2#2. Und es ergeht so Volk wie Priester, so Knecht wie seinem Herrn, so Magd wie ihrer Herrin, so Erwerber wie Verkäufer, so Leiher wie Borger, so Schuldherr wie Schuldner.
18167#Jesaja,24,3#3. Leer, abgeleert wird die Erde, geplündert, ausgeplündert; denn der Ewige hat dies Wort geredet.
18168#Jesaja,24,4#4. Bekümmert verkümmert die Erde / in Kummer kümmert hin das Festland / in Kummer ist der Stolz des Erdenvolks. /
18169#Jesaja,24,5#5. Die Erde war verschändet unter ihren Wohnern / weil Weisungen sie übertreten / Gesetz sie überschritten / den ewgen Bund durchbrochen. /
18170#Jesaja,24,6#6. Darum frißt Fluch die Erde / und sind verdammt, die sie bewohnen; / drum brennen aus der Erde Wohner / und bleibt von Menschen wenig. /
18171#Jesaja,24,7#7. Es kümmert der Most / verkümmert die Rebe / es stöhnen all die Herzensfrohen. /
18172#Jesaja,24,8#8. Aus ist der Pauken Jubel / hinweg der Fröhlichen Getümmel / fort Zitherjubel. /
18173#Jesaja,24,9#9. Beim Sang trinkt man nicht Wein / herb ward der Trank den Trinkern. /
18174#Jesaja,24,10#10. Zerbrochen ist die ausgeleerte Stadt / verschlossen ist dem Zugang jedes Haus. /
18175#Jesaja,24,11#11. Geweine, nach dem Wein, ist auf den Gassen / hinabgesunken alle Lust / hinweggeführt der Erde Jubel. /
18176#Jesaja,24,12#12. Geblieben in der Stadt ist Öde / und in Verwüstung trümmert sich das Tor. /
18177#Jesaja,24,13#13. Ja, so wirds in der Erde Mitte / bei den Völkern: / wie Wurmzerstochenes am Ölbaum / wie Nachgereiftes, wenn vorbei die Lese.
18178#Jesaja,24,14#14. Die heben ihre Stimme, jubeln / im Stolz des Ewgen jauchzen sie vom Meer her: /
18179#Jesaja,24,15#15. ,Darum im Lichtglanz ehrt den Ewigen / in Seegeländen ihn / des Gottes Jisraëls, des Ewgen, Namen.'
18180#Jesaja,24,16#16. Vom Erdenende hörten wir Gerufe: / ,Leid dem Gerechten!' Da sprach ich: / Es zehret, zehrt an mir / weh mir! / Die Meutrer meutern / in Meuterei die Meutrer meutern! /
18181#Jesaja,24,17#17. Graun, Grube, Garn auf dich / der Erde Wohner! /
18182#Jesaja,24,18#18. Und sein wirds: / Wer flüchtet vor des Grauens Ruf / fällt in die Grube / wer aufkommt aus der Grube / fängt sich im Garn; / denn Luken von der Höhe tun sich auf / erschüttern sich der Erde Gründe; /
18183#Jesaja,24,19#19. es birst, zerbirst die Erde / es bricht und bröckelt sich die Erde / es schwingt und schwankt die Erde. /
18184#Jesaja,24,20#20. Es wogt und wankt die Erde wie der Trunkne / und flattert wie das Nachtzelt / und auf ihr wuchtet ihr Verrat / sie stürzt und steht nicht wieder auf.
18185#Jesaja,24,21#21. Und es wird sein an jenem Tag: / Einfordern wirds der Ewige / am Heer der Höhe in der Höhe / und an der Erde Königen auf Erden. /
18186#Jesaja,24,22#22. Da werden sie zusamt gesammelt / gefangen in die Grube / verschlossen mit dem Schloß. / Doch dann nach vielen Tagen werden sie bedacht. /
18187#Jesaja,24,23#23. Blaß bleibt der Mond, beschämt die Sonne; / denn König wird der Ewige der Scharen / auf Zijons Berg und in Jeruschalaim / da wird vor seinen Greisen Herrlichkeit.
18188#Jesaja,25,1#1. Bist, Ewiger, mein Gott / dich höh ich, huldge deinem Namen; / denn Wunder wirktest du / fernher Vorausgesagtes wahr bewährt. /
18189#Jesaja,25,2#2. Hast Warte ja gemacht zu Trümmerhaufen / die kühne Burg: Verfallen. / Der Fremden Wartburg: Ewig nimmer aufgebaut. /
18190#Jesaja,25,3#3. Drum ehrt dich grimmig Volk / die Burg der trotzgen Stämme fürchtet dich. /
18191#Jesaja,25,4#4. Denn Zuflucht warst dem Niedern du / Zuflucht dem Elenden in seiner Drängnis / ein Schutz vor Wetterguß / Beschattung vor der Glut; / denn kommt der Trotzgen Wut / als Regensturm an Mauer /
18192#Jesaja,25,5#5. als Glut in Durstland / brichst du der Fremden Toben nieder. / Wie Glut durch Wolkenschatten / so schwächts der Fremden Wucht.
18193#Jesaja,25,6#6. Bereiten wird der Ewige der Scharen / für alle Völker auf diesem Berg / ein Trinkgelage duftgen Tranks / ein Trinkgelage abgeklärten Weins / Dufttrank, gemischt / Klarwein, geläutert; /
18194#Jesaja,25,7#7. fort tilgt er dann / auf diesem Berg den Fluch / der da geflucht ob allen Völkern / und das Verhängnis, das verhängt / ob allen Stämmen. /
18195#Jesaja,25,8#8. Tilgt aus den Tod für immer / wischt fort dann Gott, der Herr, die Träne von jedem Antlitz / entfernet seines Volkes Schimpf / von aller Erde; / denn der Ewige hat geredet.
18196#Jesaja,25,9#9. Und man spricht an jenem Tag: ,Sieh unser Gott ists / auf den wir hoffen, daß er uns befrei / der Ewge dies, auf den wir hoffen / wir jubeln, freun uns seiner Hilfe.' /
18197#Jesaja,25,10#10. Ruht ja des Ewgen Hand auf diesem Berg / und drunter eingestampft wird Moab / so wie man Stroh verstampft / im Düngerhaufen. /
18198#Jesaja,25,11#11. Wie er drin seine Hände spreizt / wie sie der Fortgeschwemmte ausspreizt im Verschwimmen / drückt seinen Stolz er nieder / mitsamt dem Spreizen seiner Hände. /
18199#Jesaja,25,12#12. Die Veste, Hochburg deiner Mauern / senkt er hinab, drückt nieder sie / bringt sie zu Boden, in den Staub.
18200#Jesaja,26,1#1. An jenem Tag wird man dieses Lied singen im Land Jehuda: ,Burg, uns zur Macht / Sieg setzt er / Wälle und Wehr. /
18201#Jesaja,26,2#2. Tut auf die Tore / einziehe das gerechte Volk / das Treue wahrt! /
18202#Jesaja,26,3#3. Geschöpf, sich stützend, schützt du / Friede, Friede; / weil auf dich sein Vertraun.
18203#Jesaja,26,4#4. Vertrauet auf den Ewgen immerzu / gewiß, auf Jah, den Ewgen / den Fels der Ewigkeiten. /
18204#Jesaja,26,5#5. Denn er erniedrigt / die hochauf thronen / die ragende Stadt / er bringt sie nieder / hinab zu Boden / bringt sie zum Staub /
18205#Jesaja,26,6#6. daß sie der Fuß zertritt / des Armen Füße / die Tritte der Geringen.
18206#Jesaja,26,7#7. Der Pfad für den Gerechten ist Geradheit / grad bahnst du der Gerechten Gleis. /
18207#Jesaja,26,8#8. Selbst auf dem Wege deines Richtens / harrn, Ewiger, wir dein. / Nach deinem Namen, deinem Anruf, geht / der Seele Sehnen. /
18208#Jesaja,26,9#9. Mit meiner Seele sehn ich mich / nach dir bei Nacht / ja, mit dem Odem in mir such ich dich; / denn wenn der Erde wird dein Richten / da lernen Rechtlichkeit des Festlands Wohner. /
18209#Jesaja,26,10#10. Wird Gnade teil dem Bösewicht / der nicht gelernt Gerechtigkeit / im Land der Gradheit Krummes tut / und nicht des Ewgen Hoheit schaut? /
18210#Jesaja,26,11#11. O Ewger / sollen deine Hand erhoben sie nicht schauen? / Sie werden schauen / und solln beschämt sein: / das Eifern um das Volk / das Feuer auch wird deine Feinde fressen. /
18211#Jesaja,26,12#12. Du Ewiger, du schaffst uns Heil / denn unsrer Taten Maß auch / hast du uns gewirkt.
18212#Jesaja,26,13#13. O Ewger, unser Gott / es herrschten ob uns Herren außer dir / bei dir allein berufen wir / bei deinem Namen. /
18213#Jesaja,26,14#14. Die Toten leben nimmer / die Schatten stehn nicht auf / drum, weil du abgerechnet, sie vernichtet / du ihr Gedenken ausgetilgt hast.
18214#Jesaja,26,15#15. Gemehrt hast du zum Volk, o Ewiger / gemehrt zum Volk, wo du verehrt / entfernet aller Erde Enden. /
18215#Jesaja,26,16#16. O Ewger, in der Engnis suchten sie dich auf / da sie in Not, war ihnen deine Zucht Beschwörung: /
18216#Jesaja,26,17#17. ,Wie eine Schwangre, nahe dem Gebären / sich windet, schreit in ihren Wehn / so wurden wir vor dir, o Ewiger. /
18217#Jesaja,26,18#18. Wir waren schwanger, wanden uns / wie wir geboren - Wind! / Heil schufen wir dem Lande nicht.' Des Festlands Wohner hattens nicht erhofft.
18218#Jesaja,26,19#19. Aufleben sollen deine Toten / erstehen meine Leichen. / Erwacht und jubelt, die im Staub ihr haust! / Denn Tau des Lichtes ist dein Tau / zu Boden, zu den Schatten läßt du's fallen. /
18219#Jesaja,26,20#20. Geh hin, mein Volk / hinein in deine Kammern / und schließe deine Türen hinter dir. / Birg dich ein kleines Weilchen / bis fort der Grimm. /
18220#Jesaja,26,21#21. Denn sieh, der Ewge kommt von seiner Stätte / die Schuld des Erdenwohners an ihm heimzusuchen / da legt die Erde bloß ihr Blut / und deckt nicht länger ihre Totgeschlagnen.
18221#Jesaja,27,1#1. An jenem Tag, da sucht der Ewge heim / mit seinem Schwert, dem harten, großen, starken / den Liwjatan, die Schlange, die sich strafft / und Liwjatan, die Schlange, die sich krümmt / und er erschlägt das Ungeheuer in der See /
18222#Jesaja,27,2#2. an jenem Tag. Des Gärweins Garten, singt ihm zu. /
18223#Jesaja,27,3#3. Ich war, der Ewige, sein Hüter / ich tränkte alleweile ihn / daß ja sein Laub nichts misse / ich hütete ihn Nacht und Tag. /
18224#Jesaja,27,4#4. Zorn hatt ich nicht. / Wer macht' ihn mir / verhegt, verlegt! / Im Kampf drauf ging ich gegen sie / verbrenn sie mitsammen. /
18225#Jesaja,27,5#5. Wie? Hielt er meine Wehr? / Schüf Heil mir? / Heil schafft er mir /
18226#Jesaja,27,6#6. daß Blütenpflanzen Jaakob wurzeln macht / voll wird der Frucht des Festlands Fläche. /
18227#Jesaja,27,7#7. Hat er geschlagen, wie sein Schläger schlug? / Ward da gemordet, wie man ihm Gemordete ermordet? / Wie bei der Mispel / wenn sie sich breitet / so solln sie sich verranken!
18228#Jesaja,27,8#8. Er raunt in seinem rauhen Sturm / am Tag des Ostwinds: /
18229#Jesaja,27,9#9. Drum sei dadurch gesühnet Jaakobs Schuld / das sei die ganze Frucht der Tilgung seiner Sünde: / daß es die Altarsteine alle / macht wie zerschlagnes Kalkgestein / daß nicht bestehn Weihbäume, Sonnensäulen.
18230#Jesaja,27,10#10. Denn feste Stadt ist einsam / Flur preisgegeben / verlassen wie die Wüste; / dort grast das Kalb / dort lagert es / frißt weg ihre Zweige. /
18231#Jesaja,27,11#11. Ist dürr ihr Laub / so werden sie gebrochen; / die Frauen kommen / sie heizen Brand damit. / Denn nicht ein Volk von Einsicht ist es; / darum erbarmt sich seiner nicht sein Schöpfer / sein Bildner schenkt ihm keine Gnade.
18232#Jesaja,27,12#12. Und es wird sein an jenem Tag: / da klopft der Ewge aus / von des Stromes Ähre / bis zum Bach Mizraims; / und ihr, ihr werdet aufgesammelt eins zu einem / ihr Kinder Jisraël. /
18233#Jesaja,27,13#13. Und es wird sein an jenem Tag / da wird man stoßen in gewaltges Horn / da kommen die in Aschschurs Land Verlornen / und die Verstoßenen im Land Mizraim / und werfen hin sich vor dem Ewigen / auf heilgem Berge, in Jeruschalaim.
18234#Jesaja,28,1#1. Weh! Stolzer Kranz der Trunkenen Efraims / und Blütensproß, seines Prunkes Zier / auf dem in Ölung stolzen Haupt / der Weinbetäubten. /
18235#Jesaja,28,2#2. Sieh, Starkes und Gewaltges hat der Herr / wie Hagelguß, Verderbens Sturm / wie Guß von Wasser, mächtig flutend. /
18236#Jesaja,28,3#3. Er tuts herab zu Boden mit der Hand / mit Füßen wird zertreten / der stolze Kranz der Trunkenen Efraims. /
18237#Jesaja,28,4#4. Da wird der Blüten Sproß seines Prunkes Zier / auf dem in Ölung stolzen Haupt / wie Frühgereiftes vor der Ernte: / ersieht sie, wer sie sehen mag / wie sie in seiner Hand noch, schlingt er sie.
18238#Jesaja,28,5#5. An jenem Tag / da wird der Ewige der Scharen / zum Kranz der Zier / der Krone Pracht / für seines Volkes Rest; /
18239#Jesaja,28,6#6. zum Geist des Richtens / für den, der sitzt zu richten / zur Siegeskraft für die / die Kampf zum Tore kehren.
18240#Jesaja,28,7#7. Doch diese auch im Weine taumeln / im Rauschtrank schwanken: / der Priester, Gottbegeistete / im Rauschtrank taumeln / sind wirr vom Wein / sie schwanken vom Rauschtrank / sie taumeln in der Schau / sie wanken beim Orakel. /
18241#Jesaja,28,8#8. Denn alle Tische sind da voll / Gespei, Kotbrei / bis daß kein Raum. /
18242#Jesaja,28,9#9. Wem da Erkanntes weisen / und wen Erhörtes lehren? / Der Milch Entwöhnte / der Brust Entnommene?
18243#Jesaja,28,10#10. Denn: Breikind an Breikind / Breikind an Breikind / Speikind an Speikind / Speikind an Speikind / ein Kleinchen da / ein Kleinchen dort.
18244#Jesaja,28,11#11. Ja, in andrer Sprache und fremder Zunge / soll er zu diesem Volke reden. /
18245#Jesaja,28,12#12. Da er zu ihnen sprach: / Dies ist die Ruhe: / Schafft Ruh dem Müden / und dies die Rast! Da wollten sie nicht hören.
18246#Jesaja,28,13#13. Ergeht an sie des Ewgen Wort / Breikind an Breikind / Breikind an Breikind / Speikind an Speikind / Speikind an Speikind / ein Kleinchen da / ein Kleinchen dort. / Auf daß sie gehn / und rückhin stürzen und zerbrechen / und sich verstricken und gefangen werden.
18247#Jesaja,28,14#14. Drum hört des Ewgen Wort / ihr törichten Leute / ihr Herrscher dieses Volkes in Jeruschalaim!
18248#Jesaja,28,15#15. Denn ihr sagt: / ,Wir haben Pakt geschlossen mit dem Tod / und mit Scheol Vertrag gemacht: / Wenn stürmend Strömen anfährt / kommts nicht an uns; / wir haben Lug uns ja zum Schutz gemacht / bei Trug uns geborgen.'
18249#Jesaja,28,16#16. Darum spricht so Gott, Herr: Sieh an, ich gründe einen Stein in Zijon / den Stein zum Wachtturm / den Eckblock, wuchtend / grundgegründet; / du, der da glaubt, wills nicht beeilen!
18250#Jesaja,28,17#17. Da mach ich Recht zum Lot / Gerechtigkeit zur Wage. / Dann fegt der Hagel fort des Truges Schutz / und das Versteckte schwemmt die Flut /
18251#Jesaja,28,18#18. wird ausgelöscht der Pakt euch mit dem Tod / und euer Schutzvertrag mit der Scheol hat nicht Bestand / wenn stürmend Strömen anfährt / hat euch Zertramplung. /
18252#Jesaja,28,19#19. Wie sie heranfährt, packt sie euch / denn Morgen fährt für Morgen sie heran / bei Tag und Nacht. Dann wird das Spuckerchen im Schaudern Erhörtes verstehn.
18253#Jesaja,28,20#20. Denn das Metall, es reicht nicht / um sich zu formen / knapp ist der Guß / sich einzugießen.
18254#Jesaja,28,21#21. Denn wie am Berge Perazim / steht auf der Ewige / fährt auf so wie im Tal bei Gib'on; / sein Werk zu wirken: / wild sein Werk / und seine Tat zu tun: / fremd seine Tat.
18255#Jesaja,28,22#22. Und nun zeigt euch nicht töricht / daß sich nicht straffen eure Fesseln. / Denn Tilgung und Verhängnis hör ich / vom Herrn, dem Gott der Scharen / ob aller Erde.
18256#Jesaja,28,23#23. Horcht auf und höret meine Stimme / vernehmt und höret meinen Spruch! /
18257#Jesaja,28,24#24. Pflügt all den Tag der Pflüger um zu säen / bricht auf und furcht er seinen Boden? /
18258#Jesaja,28,25#25. Ists nicht, wenn dessen Fläche er bereitet / daß Dill er ausstreut, Kümmel sät / den Weizen, Hirse absetzt / die Gerste abgesondert / den Emmer abgegrenzt? /
18259#Jesaja,28,26#26. Er hat ihn ja zum Rechten unterwiesen / sein Gott es ihn gelehrt. /
18260#Jesaja,28,27#27. Wird Dill ja mit der Walze nicht gedroschen / noch über Kümmel Wagenrad gerollt. / Nein, mit dem Stecken wird der Dill geklopft / der Kümmel mit dem Stab. /
18261#Jesaja,28,28#28. So, wirds im Kampf zermalmt / wird mans nicht immerzu zerdreschen / er wird ihm seines Wagens Rad vernichten / daß seine Rosse es nicht malmen. /
18262#Jesaja,28,29#29. Auch das ging aus vom Ewigen der Scharen / der Wunderbares plante, Großes hat ersonnen.
18263#Jesaja,29,1#1. Weh, Gotteslöwe-1-, Gotteslöwe / die Burg Dawids, belagert! / Fügt Jahresfrist zum Jahr / dann umringen es Umkreiser. / -1) Ariël.++
18264#Jesaja,29,2#2. Bang mach ich da dem Gotteslöwen / und ist da Wimmern und Weinen / und ist's mir wie bei einem Gotteslöwen. /
18265#Jesaja,29,3#3. Ich lasse lagern wie im Kreis um dich / einengen dich mit Schanzen / und Bollwerk stellen wider dich. /
18266#Jesaja,29,4#4. Erniedert sprichst du von der Erde her / und aus dem Staub dumpft deine Rede / kommt wie beim Balgbeschwörer erdher deine Stimme / und aus dem Boden wispert deine Rede. /
18267#Jesaja,29,5#5. Dann wird wie dünner Staub die Menge deiner Fremden; / wie Spreu, verfliegend der Tyrannen Haufen. / Da ist es blitzeplötzlich: /
18268#Jesaja,29,6#6. vom Ewigen der Scharen wirds bedacht / im Donner und im Zucken und gewaltgem Schall / Gewittersturm und fressend Flammenfeuer. /
18269#Jesaja,29,7#7. Dann ist wie Traum, wie Nachtgesicht / die Menge all der Völker / die um den Gotteslöwen sich geschart / und alle seine Gegnerscharen und sein Fanggerät / und die's bedrängen. /
18270#Jesaja,29,8#8. Und es wird sein: / So wie der Hungrige es träumt: sieh da, er ißt / dann wacht er auf, und seine Seele hungert / und wie der Durstige es träumt: sieh da, er trinkt / dann wacht er auf / und seine Seele schmachtet / so wird es mit dem Hanfen all der Völker / die gegen Zijons Burg sich scharen.
18271#Jesaja,29,9#9. Starr stiert, erstarrt / blind blickt, erblindet! / Sind trunken, nicht vom Wein / sie taumeln, nicht vom Rauschtrank. /
18272#Jesaja,29,10#10. Denn ausgegossen hat auf euch der Ewige / Betäubungshauch / geschlossen eure Augen / die Gottbegeisteten / die Seher, eure Häupter / hat er verhüllt.
18273#Jesaja,29,11#11. Da ward die Schau von allem euch wie Worte des versiegelten Buchs, daß, gibt man es einem Schriftkundigen und spricht: ,Lies doch dies', er da sagt: ,Ich kann nicht, denn es ist versiegelt.'
18274#Jesaja,29,12#12. Und gibt man das Buch einem, der nicht schriftkundig ist und spricht: ,Lies doch dies', da sagt er: ,Ich bin der Schrift nicht kundig.'
18275#Jesaja,29,13#13. Dann sprach der Herr: Weil dieses Volk sich naht / mit seinem Mund, mit seinen Lippen ehrt es mich / jedoch sein Herz bleibt fern von mir / weil ihre Furcht vor mir geworden / Gebot von Menschen, angelernt - /
18276#Jesaja,29,14#14. darum, sieh, will ich weiter / noch Wunder wirken diesem Volk / verwunderliche Wunder! / Da schwindet seiner Weisen Weisheit / und seiner Klugen Klugheit birgt sich.
18277#Jesaja,29,15#15. Weh, die da vor dem Ewgen tief / den Plan verstecken / daß in der Dunkelheit ihr Werk / und sprechen: / ,Wer sieht uns / wer erkennt uns?' /
18278#Jesaja,29,16#16. Verkehrtheit euch! / Ist wie der Ton der Bildner gleich zu halten / daß Werk von seinem Wirker spräche: / ,Hat mich nicht gewirkt!' / und das Gebild von seinem Bildner sagte: / ,Versteht es nicht!' /
18279#Jesaja,29,17#17. Fürwahr, noch ein klein Weilchen / da wandelt sich der Libanon zum Fruchtgefild / und wird das Fruchtland zu Gestrüpp gerechnet. /
18280#Jesaja,29,18#18. Es hören dann an jenem Tag die Tauben / des Buches Worte / aus Dunkel und aus Finsternis dann sehn / der Blinden Augen. /
18281#Jesaja,29,19#19. Zuwachsen wird da den Gebeugten / im Ewgen Freude / der Menschen Elende, sie werden / im Heilgen Jisraëls erjauchzen. /
18282#Jesaja,29,20#20. Denn weg ist der Tyrann / zuend der Freche / und alle ausgetilgt, die Trug betreiben /
18283#Jesaja,29,21#21. die Menschen mit dem Wort zu Fehle bringen / dem Rechtweiser im Tor die Falle legen / und den Gerechten in das Nichts verlocken.
18284#Jesaja,29,22#22. Darum spricht so zu Jaakobs Haus der Ewige / der Abraham erlöst: / Nicht soll nunmehr zuschanden werden Jaakob / und nunmehr nicht sein Angesicht erbleichen. /
18285#Jesaja,29,23#23. Denn schaut er seine Kinder / meiner Hände Werk in seiner Mitte / wie meinen Namen sie erheiligen / sie heiligen den Heilgen Jaakobs / die Gottheit Jisraëls verehren /
18286#Jesaja,29,24#24. dann lernen, die da irren Geistes, Einsicht / die Schwätzer nehmen Lehre an.
18287#Jesaja,30,1#1. Weh, widerspenstge Kinder / ist des Ewigen Spruch / zu tätgen Ratung / und nicht von mir / Verhängnis zu verhängen / und nicht von meinem Geist / um aufzuhäufen Sünd auf Sünde! /
18288#Jesaja,30,2#2. Die gehn, hinabzuziehen nach Mizraim / und haben meinen Ausspruch nicht erfragt / um sich zu bergen in des Par'o Bergung / und Schutz zu suchen in Mizraims Schatten. /
18289#Jesaja,30,3#3. So wird des Par'o Bergung euch zur Schande / die Zuflucht in Mizraims Schatten zur Beschämung. /
18290#Jesaja,30,4#4. Da waren seine Obersten in Zoan / und seine Boten kamen bis Hanes. /
18291#Jesaja,30,5#5. All das zuschanden! / Zu einem Volk, das ihnen nimmer nützt / nein, nicht zu Hilfe, nicht zu Nutzen / allein zu Schande, ja, zu Schmach.
18292#Jesaja,30,6#6. Last für des Südlands Tiere / in einem Land von Drang und Druck / draus Leu und Löwenbrut / wo Schlange, Brandflugdrache / da schleppen sie auf Eselsrücken ihre Habe / und auf dem Höcker von Kamelen ihre Schätze / zu einem Volk, das nimmer nützt. /
18293#Jesaja,30,7#7. Mizraim - leer und nichtig hilft es / drum hab ich es benannt: / Geprahle sind sie; / Stillsitzen!
18294#Jesaja,30,8#8. Jetzt komm / und schreib auf eine Tafel auf vor ihnen / und zeichne auf ein Buch es ein! / Daß es für späte Tage sei / für immer, bis in Ewigkeit. /
18295#Jesaja,30,9#9. Denn Trotzvolk ists / verleugnende Kinder / sind Kinder, die nicht hören wolln / des Ewgen Weisung; /
18296#Jesaja,30,10#10. die zu den Sehern sagten: / ,Sollt nicht sehn!' / Und zu den Schauern: / ,Schaut uns nichts Gerades! / Erzählt uns Glattes / erschauet Täuschendes! /
18297#Jesaja,30,11#11. Geht ab vom Weg / biegt ab vom Pfad / schafft vor uns fort / den Heilgen Jisraëls!'
18298#Jesaja,30,12#12. Darum spricht so der Heilge Jisraëls: / Weil ihr dies Wort verachtet / und bauet auf Erpressung und Verdrehung / und drauf euch stützt /
18299#Jesaja,30,13#13. drum soll euch werden diese Schuld / wie Wasserdurchbruch, stürzend / Geström an ragende Mauer / daß plötzlich, jählings kommt ihr Bruch /
18300#Jesaja,30,14#14. und sie zerbricht / wie Töpferkram zerbricht / zersplitternd ohne Schonung / daß sich bei seinem Splittern / nicht eine Scherbe findet / um Feuer drin zu fassen aus dem Brand / und Wasser aus der Grube drin zu schaben.
18301#Jesaja,30,15#15. Denn so sprach Gott, der Herr / der Heilge Jisraëls: / ,In Umkehr und in Ruhe werdet ihr gerettet / in Stille und Vertraun kommt euer Sieg.' / Ihr aber wolltet nicht /
18302#Jesaja,30,16#16. und sprachet: ,Nein! / Auf Rossen fliehen wir!' / - Drum sollt ihr fliehen. / ,Auf Flinkem reiten wir!' / - Drum: Flink euch die Verfolger. /
18303#Jesaja,30,17#17. Eintausend vor dem Anschrei Eines / beim Schrei von Fünfen flüchtet ihr / bis daß ihr übrig bleibt wie Pfahl auf Bergesspitze / und wie das Stangenzeichen auf der Höhe.
18304#Jesaja,30,18#18. Drum harrt der Ewige / euch zu begnaden / und drum erhebt er sich / sich euer zu erbarmen / denn Gott des Rechtes ist der Ewige / beglückt, alldie sein harren!
18305#Jesaja,30,19#19. Denn, Volk in Zijon / das in Jeruschalaim wohnt / du sollst nicht weinen. / Er wird dir Gnade geben / auf deiner Klage Ruf. / Wie er gehört / so hat er dir entgegnet. /
18306#Jesaja,30,20#20. Und gab der Herr euch Brotes karg / und Wassers knapp / nicht mehr entziehet sich dein Unterweiser / und deine Augen sollen deinen Weiser sehn.
18307#Jesaja,30,21#21. Und deine Ohren hören hinter dir ein Wort, das sagt: / Dies ist der Weg, auf dem ihr geht / geht ihr zur Rechten, und geht ihr zur Linken.
18308#Jesaja,30,22#22. Dann werdet ihr verunreinigen den Überzug deiner silbernen Schnitzgötter und die Gewandung deines goldenen Gebilds, du wirfst sie weg wie Ekles, Kot heißt du es.
18309#Jesaja,30,23#23. Er aber gibt den Regen deiner Saat, mit der den Boden du besäst, und das Brot des Bodenertrags, und es wird fett und reich. Es grast dein Vieh an jenem Tag auf weiter Flur;
18310#Jesaja,30,24#24. und die Rinder und die Eselsfüllen, die den Acker bearbeiten, werden salziges Mengfutter fressen, das geworfelt mit Schwinge und Wurfgabel.
18311#Jesaja,30,25#25. Und sein werden auf jedem hohen Berg und jeder sich erhebenden Höhe Bäche, Wasserläufe am Tag des großen Würgens, wenn Türme stürzen.
18312#Jesaja,30,26#26. Dann wird des Mondes Licht der Sonne gleichen, und der Sonne Licht wird siebenfach sein, wie Licht von sieben Tagen, am Tag, da der Ewige den Bruch seines Volkes verbindet und den Schlag seiner Wunde heilt.
18313#Jesaja,30,27#27. Sieh an, des Ewgen Name kommt von ferne / das Antlitz flammend, Wucht im Brand / die Lippen voller Grimm ihm / und seine Zunge wie ein fressend Feuer /
18314#Jesaja,30,28#28. sein Hauch wie strömender Fluß / der bis zum Hals durchteilt / zu jochen Völker in der Falschheit Joch / Leitseil zur Irre an der Nationen Wangen. /
18315#Jesaja,30,29#29. Da ist euch Singen wie zur Nacht der Festesweihe / und Herzenslust, wie einer schreitet unter Flöten / zu kommen auf des Ewgen Berg / zu Jisraëls Fels. /
18316#Jesaja,30,30#30. Da läßt der Ewge hören seiner Stimme Schall / und schauen seines Armes Wucht in wütgem Zorn / und Lohe fressenden Feuers / und Prasseln, Wetterguß und Hagelstein. /
18317#Jesaja,30,31#31. Ja, vor des Ewgen Schall schrickt Aschschur nieder. / Drein schlägt er mit der Rute.
18318#Jesaja,30,32#32. Und sein wirds, allwo grundwärts fährt der Stab / den da der Ewge auf ihn niedersenkt / mit Pauken und mit Zithern. / Und in der (Hand-)Erhebung Kampf bekämpft er es:
18319#Jesaja,30,33#33. Denn zugerüstet ist seit jeher Brandgerüst / auch das, dem Melech(opfer) ists bereitet / getieft, geweitet / sein Meiler: Feuer, Holzes viel. / Des Ewgen Odem zündet drin wie Schwefelstrom.
18320#Jesaja,31,1#1. Weh, die hinab um Hilfe nach Mizraim ziehn / und sich auf Rosse stützen / die da auf Wagen trauen, da sie viel / auf Reiter, weil sie gar so stark / nicht aber schauen auf den Heilgen Jisraëls / und nach dem Ewigen nicht fragen. /
18321#Jesaja,31,2#2. Doch er auch macht' es weise, brachte Unheil / und seine Worte nahm er nicht zurück. / Und er steht auf ob der Verbrecher Haus / und ob der Helferschaft der Übeltäter. /
18322#Jesaja,31,3#3. Mizraim aber, Mensch ists und nicht Gott / und ihre Rosse Fleisch, nicht Geist / und streckt der Ewge seine Hand / so stürzt der Helfer / und fällt der Hilfling / und allesamt vergehn sie.
18323#Jesaja,31,4#4. Denn so sprach der Ewige zu mir: So wie der Löwe knurrt / das Großgetier an seinem Raub / - wird aufgeboten wider ihn der Hirten Schar / er schrickt vor ihrer Stimme nicht / und duckt sich nicht vor ihrem Lärmen - / so fährt der Ewige der Scharen nieder / zur Heerschau auf den Berg Zijon / und seine Höhe.
18324#Jesaja,31,5#5. Wie Vögelchen, flatternd / so schirmt der Ewige der Scharen / Jeruschalaim / umschirmend, rettend / abkreisend, bergend.
18325#Jesaja,31,6#6. Kehrt um zu dem / dem tief getrotzt / die Kinder Jisraël!
18326#Jesaja,31,7#7. Denn an jenem Tag verachten sie ein jeder seine Silbergötzen und seine goldnen Götzen, die sündhaft euch die Hände schufen.
18327#Jesaja,31,8#8. Da fällt Aschschur, doch nicht durch Mannes Schwert, und Schwert, nicht eines Menschen, wird es fressen. Da flüchtets vor dem Schwert, und seine Jungmannschaft verfällt der Fron.
18328#Jesaja,31,9#9. Und sein Hort vergeht vor Graun, es schrecken vor dem Stangenzeichen seine Obern, ist des Ewgen Spruch, der eine Brandstatt hat in Zijon und einen Herd in Jeruschalaim.
18329#Jesaja,32,1#1. Sieh, nach Gerechtigkeit soll König sein der König / und nach dem Recht solln Amtsherrn amten; /
18330#Jesaja,32,2#2. sein soll der Mann wie Sturmversteck, Gewitterbergung / wie Wasserbäche in der Dürre / wie wuchtgen Felsens Schatten in schmachtendem Land. /
18331#Jesaja,32,3#3. Dann werden nicht der Schauer Augen kleben / und solln der Hörer Ohren horchen /
18332#Jesaja,32,4#4. das Herz der Überstürzten faßt Erkenntnis / rasch spricht der Stammler Zunge Klares. /
18333#Jesaja,32,5#5. Nicht heißt der Schurke mehr ein Edler / und den Gemeinen nennt man nimmer vornehm. /
18334#Jesaja,32,6#6. Denn: Schurke, wer da schurkisch redet / und dessen Herz das Arge schafft / Gemeinheit übend / Beirrung redend um den Ewigen / leer lassend die Begier des Hungernden / den Trank entziehend Durstigem. /
18335#Jesaja,32,7#7. Und ein Gemeiner: Des Gemäße böse / der da auf Ränke sinnt / durch Lügenreden Arme zu verderben / den Elenden im Urteilsspruch. /
18336#Jesaja,32,8#8. Doch Edler: Wer auf Edles sinnt / und der zu edlem Tun bereitsteht.
18337#Jesaja,32,9#9. Selbstfeste Frauen, auf, hört meine Stimme / ihr, sichre Mädchen, horchet meiner Rede! /
18338#Jesaja,32,10#10. Zum Jahr die Tage - sollt ihr zittern, Sichre / weil hin die Lese / kein Heimsen kommt.
18339#Jesaja,32,11#11. Selbstfeste, schreckt / ihr Sichern, zittert! / Werft ab, entblößt euch / Sack gürtet um die Lenden. /
18340#Jesaja,32,12#12. Auf die Brüste schlägt man / um die köstlichen Felder / die fruchtende Rebe /
18341#Jesaja,32,13#13. um meines Volkes Acker / der auf in Dornen schießt, verhegt. / Ob all der Häuser der Lust / der fröhlichen Stadt! /
18342#Jesaja,32,14#14. Denn der Palast - verlassen / der Stadt Gelärm - vorbei / Hochburg und Wartturm / zu Höhlen worden / für Ewigkeit / der wilden Esel Lust / der Herden Weide. /
18343#Jesaja,32,15#15. Bis aus der Höhe über uns / ein Geist sich gießt / daß Wüste wird zu Gartenland / das Gartenland gilt als Gestrüpp. /
18344#Jesaja,32,16#16. Dann wohnt in Wüste Recht / und weilt Gerechtigkeit im Gartenland. /
18345#Jesaja,32,17#17. Dann wird als der Gerechtigkeit Erwirken: / Friede / des Rechtes Schaffen: / Ruh und Sicherheit / für Ewigkeit. /
18346#Jesaja,32,18#18. Da weilt mein Volk in Friedens Aue / in sichern Heimen / selbstfesten Ruhestätten /
18347#Jesaja,32,19#19. und in der Senke, im Gesenke, wo der Wald ist / und in der Tiefe, wo getieft die Stadt, /
18348#Jesaja,32,20#20. laß euch ich siedeln, die ihr sät an allen Wassern / frei streifen laßt den Fuß von Rind und Esel.
18349#Jesaja,33,1#1. Weh, du Verheerer, wo dich nichts verheert! / Du Meutrer, dem da keiner meutert! / Kommst du zuend, Verheerer / verheert es dich / bist du mit Meutern fertig / so meuterts wider dich.
18350#Jesaja,33,2#2. Gib, Ewiger, uns Gunst / dein hoffen wir! / Sei du, ihr Arm an allen Morgen / uns Rettung auch zur Zeit der Not. /
18351#Jesaja,33,3#3. Vom Hall des Brausens flüchten Völker / erhebst du dich, verlaufen sich Nationen. /
18352#Jesaja,33,4#4. Da sammelt sich euch Beute / wie sich der Heuschreck sammelt / wie da die Bäche brausen, braust es drin. /
18353#Jesaja,33,5#5. Erhaben ist der Ewge, ja, er thront in Höhe; / er füllt Zijon mit Recht und Rechtlichkeit. /
18354#Jesaja,33,6#6. So wird Bewährung deinen Zeiten / ein Hort der Hilfe, Weisheit und Erkenntnis / des Ewgen Furcht, sie ist sein Schatz.
18355#Jesaja,33,7#7. ,Sieh, Gotteslöwen sind' - so schrein sie - ,draußen!' - Die Friedenskünder weinen bitterlich!
18356#Jesaja,33,8#8. Verödet sind die Straßen / weg ist der Wandrer. / Er hat den Bund zerrissen / verworfen Städte / des Menschen nicht geachtet. /
18357#Jesaja,33,9#9. In Kummer kümmert hin das Land / beschämt ist, abgewelkt der Libanon / es ward Scharon der Steppensenke gleich / und leergeschüttelt Baschan und Karmel.
18358#Jesaja,33,10#10. Nun will ich aufstehn / spricht der Ewige / nun hoch mich richten / nun erheben. /
18359#Jesaja,33,11#11. Ihr schwangert: Heu / gebäret: Stroh / - dies euer Sinn. / Das Feuer wird euch fressen. /
18360#Jesaja,33,12#12. Da werden Völker wie zu Kalk verbrannt / wie abgeschlagne Dornen, die im Feuer flammen.
18361#Jesaja,33,13#13. Hört an, ihr Fernen, was ich tat / erkennt, ihr Nahen, meine Kraft! /
18362#Jesaja,33,14#14. Da schrecken in Zijon die Sünder / es packt die Ruchlosen ein Beben: / Wer könnt uns weilen, wo das Feuer frißt / wer könnt uns weilen in der ewgen Glut? /
18363#Jesaja,33,15#15. Wer rechtens wandelt, Gradheit redet / Raubgeld verschmäht vom Abgepreßten / die Hände schüttelt, nicht Geschenk zu fassen / das Ohr verstopft, von Blutschuld nicht zu hören / die Augen schließt, das Böse nicht zu schaun: /
18364#Jesaja,33,16#16. Der wird in Höhen wohnen / wie Felsenburgen ist sein Hort / sein Brot, gegeben ists / sein Wasser während.
18365#Jesaja,33,17#17. Den König schaun in seiner Schönheit deine Augen / sie sehens in der Ferne Land. /
18366#Jesaja,33,18#18. Dein Herz, es raunt: ,Was denn? / Wo ist der zählt, wo ist der wiegt / wo ist er, der die Türme zählt?' /
18367#Jesaja,33,19#19. Das dreiste Volk, du siehst es nicht / Volk tiefer Lippe, unverständlich / verkrümmter Zunge, ohne Sinn. /
18368#Jesaja,33,20#20. Schau Zijon, unsrer Festbegegnung Stadt! / Da sehn Jeruschalaim deine Augen / als sichres Heim, Gezelt, nicht abzubrechen / des Pflöcke nimmer auszuheben / und keines seiner Seile reißt. /
18369#Jesaja,33,21#21. Nein, Hirte ist der Ewige uns dort: / ein Ort mit Flüssen, Strömen, weitumarmend / fährt drauf kein Ruderboot / und kommt kein stolzes Schiff hinüber. /
18370#Jesaja,33,22#22. Denn er, der Ewige, ist unser Richter / der Ewge unser Satzungsgeber / der Ewge unser König / er wird uns retten. /
18371#Jesaja,33,23#23. Schlaff fallen deine Seile / sie strammen nicht des Mastes Stamm / sie straffen nicht das Segel. / Dann teilt man Beute sich in Menge / die Lahmen schatzen Schatzung. /
18372#Jesaja,33,24#24. Und kein Bewohner spricht: ,Bin (schuld)beschmutzt', / das Volk, das drinnen weilt / ist schuldentbürdet.
18373#Jesaja,34,1#1. Naht, Völker, zu hören / und Nationen, horchet auf! / Es hörs die Erde und was sie erfüllt / das Festland und allwas drauf sprießt! /
18374#Jesaja,34,2#2. Denn: Zorn vom Ewigen auf alle Völker / und Grimm auf all ihr Heer / hat sie gebannt / zum Schlachten hingegeben /
18375#Jesaja,34,3#3. und ihre Totgeschlagnen hingeworfen / und ihre Leichen - aufsteigt ihr Gestank; / zerfließen da von ihrem Blut die Berge. /
18376#Jesaja,34,4#4. Es morschet alles Himmelsheer / rollt wie ein Schriftbund sich der Himmel ein / und all sein Heer welkt ab / wie Laub welkt an der Rebe / wie Welkendes am Feigenbaum. /
18377#Jesaja,34,5#5. Sobald mein Schwert im Himmel sattgetrunken / sieh, fährt es auf Edom herab / auf meines Bannes Volk zum Strafgericht. /
18378#Jesaja,34,6#6. Das Schwert des Ewigen ist voll mit Blut / vom Schmer durchfettet / vom Blut der Lämmer und Böcke / vom Nierenfett der Widder. / Ein Metzgen hält der Ewige in Bozra / und große Metzelei im Land Edom. /
18379#Jesaja,34,7#7. Wildstiere stürzen da mit ihnen / und Farren samt Stierriesen. / Durchtränkt wird da ihr Land vom Blut / ihr Staub vom Schmer durchfettet.
18380#Jesaja,34,8#8. Denn Tag der Rache ists dem Ewigen / Jahr der Vergeltung für Zijons Befehdung. /
18381#Jesaja,34,9#9. Da wandeln seine Bäche sich zu Pech / sein Staub zu Schwefel / und wird sein Land zu lohem Pech. /
18382#Jesaja,34,10#10. Bei Nacht und Tag erlischt es nicht / steigt ewig auf sein Qualm / für Zeit um Zeiten dörrt es fort / für Ewigkeiten wandert keiner drin. /
18383#Jesaja,34,11#11. Zum Erbe nimmts der Nachtkauz und der Uhu / und Eul und Rabe hausen drin / er spannt daran die Schnur der Leere / Lotsteine der Verödung. /
18384#Jesaja,34,12#12. Die Edlen sein? / Wo dort kein Königtum, sie zu berufen! / Und alle seine Obern sind ein Nichts. /
18385#Jesaja,34,13#13. Aufschießen die Paläste ihm in Dornen / und Nesseln, Disteln ihm in seinen Vesten / es ward zur Hausung der Schakale / Gehöft für Wüstenvögel. /
18386#Jesaja,34,14#14. Zusammen treffen Heuler mit Hyänen / ein Wüstenbock begegnet da dem andern / nur dort hat Rast die Lilit / und findet Ruhstatt sich. /
18387#Jesaja,34,15#15. Die Eule nistet dort und legt; / aufplatzt es, gackert sie in seinem Schatten. / Nur dort versammeln sich die Beutevögel, eins zum andern.
18388#Jesaja,34,16#16. Forscht in des Ewgen Schrift und lest: / Nicht eins davon bleibt aus / nicht misset eins das andre. / Denn sein Mund hats befohlen / sein Hauch hat sie versammelt /
18389#Jesaja,34,17#17. er ihnen Los geworfen / und seine Hand es ihnen mit der Schnur geteilt. / Für immer sollen sie's besitzen / für Zeit um Zeiten drinnen hausen.
18390#Jesaja,35,1#1. Aufjauchze Wüste und Öde / und juble die Steppe / und blühe gleich der Wiesenblume. /
18391#Jesaja,35,2#2. Froh blühe sie und juble / recht Freun und Frohruf. / Die Herrlichkeit des Libanon wird ihr geschenkt / die Pracht des Karmel und Scharon. / Sie sollen schaun des Ewgen Herrlichkeit / die Pracht unsres Gottes. /
18392#Jesaja,35,3#3. Stärkt die erschlafften Hände / die Knie, die brechen, festigt. /
18393#Jesaja,35,4#4. Sagt denen, die gehetzten Herzens: / Erstarket, fürchtet nicht! / Sieh, euer Gott mit Rache kommt / mit Gottvergeltung: / er kommt und rettet euch. /
18394#Jesaja,35,5#5. Dann tun sich auf der Blinden Augen / der Tauben Ohren öffnen sich. /
18395#Jesaja,35,6#6. Dann hüpfet wie der Hirsch der Lahme / froh ruft des Stummen Zunge / weil in der Wüste Wasser vorgebrochen / und Bäche in der Steppensenke. /
18396#Jesaja,35,7#7. Und Glutland wird zum Teich / Durstgrund zu Wassersprudeln / die Trift, das Lager der Schakale / ergrünt in Schilf und Rohr.
18397#Jesaja,35,8#8. Und Bahn ist dort und Weg / geweihter Weg ist er geheißen / Unreiner darf ihn nicht begehn / und er, für sie läuft er, der Weg / daß Unerfahrene nicht irren. /
18398#Jesaja,35,9#9. Gibt keinen Löwen da / und Raubgetier ersteigt ihn nicht / man findets dort nicht. / Da ziehen die Befreiten /
18399#Jesaja,35,10#10. des Ewgen Ausgelöste kehren wieder / und kommen nach Zijon in Frohruf / und Freude für die Ewigkeit auf ihrem Haupt. / Die Wonne und die Freude treffen ein / und fliehen Gram und Seufzen.»
18400#Jesaja,36,1#1. Und es war im vierzehnten Jahr des Königs Hiskijahu, da zog Sanherib, der König von Aschschur, hinauf gegen alle befestigten Städte von Jehuda und bemächtigte sich ihrer.
18401#Jesaja,36,2#2. Und es sandte der König von Aschschur den Oberschenken-1- von Lachisch aus nach Jeruschalaim zum König Hiskijahu mit gewaltiger Heeresmacht, und er hielt an der Leitung des obern Teiches auf der Straße zum Wäscherfeld. -1) Rabschake.++
18402#Jesaja,36,3#3. Da begab sich zu ihm hinaus Eljakim, der Sohn Hilkijahus, der über das Haus gesetzt war, und Schebna, der Schreiber, und Joah, der Sohn Asafs, der Vortragende.
18403#Jesaja,36,4#4. Da sprach zu ihnen der Oberschenk: «Sagt doch zu Hiskijahu: So spricht der große König, der König von Aschschur: Was ist das für ein Verlaß, darauf du vertraust?
18404#Jesaja,36,5#5. Ich meine, Lippenrede bloß ist Rat und Stärke (dir) zum Krieg? Nun, auf wen vertraust du, daß du dich wider mich empört hast?
18405#Jesaja,36,6#6. Sieh, du vertraust auf die Stütze dieses geknickten Rohrs - auf Mizraim - das, so sich jemand darauf stützt, in seine Hand dringt und sie durchbohrt; so ist Par'o, der König von Mizraim, für alle, die auf ihn vertrauen.
18406#Jesaja,36,7#7. Wenn du aber zu mir sprichst: ,Auf den Ewigen, unsern Gott, vertrauen wir!' - ist er es nicht, dessen Kultkammern und Altäre Hiskijahu entfernt hat, da er zu Jehuda und Jeruschalaim sprach: ,Vor diesem Altar sollt ihr euch niederwerfen!'
18407#Jesaja,36,8#8. Nun denn, verwette dich doch mit meinem Herrn, dem König von Aschschur: Ich will dir zweitausend Rosse geben, ob du dir wohl Reiter darauf setzen kannst?
18408#Jesaja,36,9#9. Und wie willst du auch nur einen Provinzhauptmann, einen der geringsten Knechte meines Herrn zur Umkehr bringen? Doch du verläßt dich auf Mizraim für Wagen und Reiter!
18409#Jesaja,36,10#10. Nun denn, bin ich ohne den Ewigen wider dies Land heraufgezogen, es zu verderben? Der Ewige hat zu mir gesprochen: ,Zieh hinauf nach diesem Land und verdirb es.'»
18410#Jesaja,36,11#11. Da sprachen Eljakim und Schebna und Joah zum Oberschenken: «Rede doch zu deinen Knechten aramäisch, denn wir verstehen es; rede nicht jehudäisch zu uns vor den Ohren des Volkes, das auf der Mauer ist.»
18411#Jesaja,36,12#12. Da sprach der Oberschenk: «Hat etwa zu deinem Herrn und dir mein Herr mich geschickt, diese Worte zu reden, nicht zu den Leuten, die auf der Mauer sitzen, um mit euch ihren Kot zu essen und ihren Harn zu trinken?»
18412#Jesaja,36,13#13. Und der Oberschenk trat hin und rief mit lauter Stimme jehudäisch und sprach: «Hört die Worte des großen Königs, des Königs von Aschschur:
18413#Jesaja,36,14#14. So spricht der König: Mag Hiskijahu euch nicht täuschen, denn er kann euch nicht retten.
18414#Jesaja,36,15#15. Und mag Hiskijahu euch nicht auf den Ewigen vertrösten, indem er spricht: ,Erretten wird uns der Ewige, nicht wird diese Stadt in die Hand des Königs von Aschschur gegeben werden.'
18415#Jesaja,36,16#16. Hört nicht auf Hiskijahu, denn so spricht der König von Aschschur: Tut Huldigung bei mir und kommt zu mir heraus und eßt, jeder von seinem Weinstock und jeder von seinem Feigenbaum, und trinkt, jeder das Wasser seiner Zisterne,
18416#Jesaja,36,17#17. bis ich komme und euch in ein Land wie euer Land hole, ein Land von Korn und Most, ein Land von Brot und Weinbergen.
18417#Jesaja,36,18#18. Daß Hiskijahu euch nicht verführe, da er spricht: ,Der Ewige wird uns retten!' Haben denn die Götter der Völker jeder sein Land gerettet vor der Hand des Königs von Aschschur?
18418#Jesaja,36,19#19. Wo waren die Götter von Hamat und Arpad, wo die Götter von Sefarwaim, und haben sie Schomeron vor meiner Hand gerettet?
18419#Jesaja,36,20#20. Wer ist da unter allen Göttern dieser Länder, die ihr Land vor meiner Hand gerettet, daß der Ewige Jeruschalaim vor meiner Hand retten sollte?»
18420#Jesaja,36,21#21. Aber sie schwiegen und erwiderten ihm kein Wort, denn es war des Königs Befehl, der sagte: «Ihr sollt ihm nicht erwidern!»
18421#Jesaja,36,22#22. Dann kam Eljakim, der Sohn Hilkijahus, der über das Haus gesetzt war, und Schebna, der Schreiber, und Joah, der Sohn Asafs, der Vortragende, mit zerrissenen Kleidern zu Hiskijahu und berichteten ihm die Worte des Oberschenken.
18422#Jesaja,37,1#1. Es war nun, als der König Hiskijahu das hörte, da zerriß er seine Kleider und hüllte sich in Sackzeug. Und er ging in das Haus des Ewigen.
18423#Jesaja,37,2#2. Und er sandte Eljakim, der über das Haus gesetzt war, und Schebna, den Schreiber, und die Ältesten der Priester, in Sackzeug gehüllt, zu Jescha'jahu, dem Gottbegeisteten, dem Sohn Amoz'.
18424#Jesaja,37,3#3. Und sie sprachen zu ihm: «So spricht Hiskijahu: Ein Tag der Not, der Züchtigung und Schmähung ist dieser Tag, denn da die Kinder bis zum Durchbruch gekommen, ist keine Kraft da zum Gebären.
18425#Jesaja,37,4#4. Vielleicht hört der Ewige, dein Gott, die Worte des Oberschenken, den sein Herr, der König von Aschschur, gesandt, den lebendigen Gott zu schmähen, und züchtigt ob der Reden, die der Ewige, dein Gott, gehört hat; so erhebe denn ein Gebet für den Rest, der sich noch findet.»
18426#Jesaja,37,5#5. So kamen die Diener des Königs Hiskijahu zu Jescha'jahu,
18427#Jesaja,37,6#6. und Jescha'jahu sprach zu ihnen: «So sollt ihr sprechen zu eurem Herrn: So spricht der Ewige: Fürchte nicht wegen der Worte, die du gehört, mit denen die Burschen des Königs von Aschschur mich gelästert haben.
18428#Jesaja,37,7#7. Sieh, ich gebe ihm einen Geist ein, daß er eine Kunde hört, in sein Land zurückkehrt, und ich ihn durch das Schwert fälle in seinem Land.»
18429#Jesaja,37,8#8. Und der Oberschenk kehrte zurück und traf den König von Aschschur, gegen Libna kämpfend, denn er hatte gehört, daß er von Lachisch aufgebrochen war.
18430#Jesaja,37,9#9. Er hatte aber über Tirhaka, den König von Kusch, gehört, besagend: «Sieh, er ist ausgezogen, gegen dich zu kämpfen.» Als er dies hörte, sandte er Boten an Hiskijahu und ließ sagen:
18431#Jesaja,37,10#10. «So sollt ihr sprechen zu Hiskijahu, dem König von Jehuda: Mag nicht dein Gott dich täuschen, auf den du vertraust, zu sagen: ,Jeruschalaim wird nicht in die Hand des Königs von Aschschur gegeben werden.'
18432#Jesaja,37,11#11. Sieh, du hast gehört, wie es die Könige von Aschschur mit allen Ländern gemacht, sie zu bannen, und du solltest gerettet werden?
18433#Jesaja,37,12#12. Haben etwa die Götter der Völker, die meine Väter verderbt haben, sie gerettet, Gosan und Haran und Rezef und die Söhne Edens, die in Telassar?
18434#Jesaja,37,13#13. Wo ist der Melech von Hamat und der Melech von Arpad und der Melech der Stadt Sefarwaim, Hena und Iwwa?
18435#Jesaja,37,14#14. Da nahm Hiskijahu die Briefe aus der Hand der Boten, las es, ging hinauf in das Haus des Ewigen, und Hiskijahu breitete es vor dem Ewigen aus.
18436#Jesaja,37,15#15. Dann betete Hiskijahu vor dem Ewigen und sprach:
18437#Jesaja,37,16#16. «Ewiger der Scharen, Gott Jisraëls, der über den Kerubim thront, du bist Gott, du allein, für alle Königreiche der Erde, du hast den Himmel und die Erde gemacht.
18438#Jesaja,37,17#17. Neige, Ewiger, dein Ohr und höre! Öffne, Ewiger, dein Auge und sieh! Und höre alle Worte Sanheribs, der da gesandt hat, den lebendigen Gott zu schmähen!
18439#Jesaja,37,18#18. Wahr ist es, Ewiger, verwüstet haben die Könige von Aschschur alle Länder-1- und ihr Land -1) Völker.++
18440#Jesaja,37,19#19. und ihre Götter ins Feuer getan - denn nicht Götter sind sie, sondern Werk von Menschenhänden, Holz und Stein - und haben sie vernichtet.
18441#Jesaja,37,20#20. Nun aber, Ewiger, unser Gott, hilf uns vor seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde erkennen, daß du, Ewiger, du allein bist.»
18442#Jesaja,37,21#21. Da sandte Jescha'jahu, der Sohn Amoz', an Hiskijahu und ließ ihm sagen: «So spricht der Ewige, der Gott Jisraëls: Was du zu mir gebetet hast wegen Sanheribs, des Königs von Aschschur (habe ich gehört).
18443#Jesaja,37,22#22. Dies ist das Wort, das der Ewige über ihn geredet hat: Es spottet dein / es höhnet dein / die Jungfrau, Tochter Zijon / sie schüttelt hinter dir das Haupt / die Maid Jeruschalaim. /
18444#Jesaja,37,23#23. Wen hast du da geschmäht, beschimpft / und gegen wen die Stimme du erhoben? / Hast deine Augen hoch gehoben / hin an den Heilgen Jisraëls! /
18445#Jesaja,37,24#24. Durch deine Boten schmähtest du den Herrn / und sprachst: / Mit meiner Wagen Menge / hab ich der Berge Höh erstiegen / den fernsten Libanon / hieb nieder seiner Zedern schlanken Wuchs / erlesener Zypressen / drang vor zu seines Gipfels Ende / seines Gartens Wald. /
18446#Jesaja,37,25#25. Ich habe mich gekühlt, getrunken / die Wasser / und trocknete mit meiner Sohlen Tritt / alle Ströme des Himmelsgebindes. /
18447#Jesaja,37,26#26. Hast du es nicht gehört / längsther hatt ichs gemacht / von Urzeittagen, da hab ichs geformt. / Nun hab ichs kommen lassen, und es ward / zu wüstem Steingehäuf / die festen Städte zu veröden; /
18448#Jesaja,37,27#27. und ihre Wohner, kurzen Arms / verschreckt, beschämt / sind Kraut des Feldes worden / Grün der Flur / Gras auf den Dächern / Abgegilbtes vor dem Halm.
18449#Jesaja,37,28#28. Dein Sitzen und dein Gehn und Kommen kenn ich / und dein Auftoben wider mich. /
18450#Jesaja,37,29#29. Drum weil dein Toben wider mich / dein Sorglostun zu meinen Ohren drang / leg meinen Haken ich an deine Schnauze / und meinen Zaum in deine Lefzen / und bringe dich zurück des Wegs / den du gekommen.
18451#Jesaja,37,30#30. Und dies sei dir das Wunderzeichen: In diesem Jahr Nachwuchs essen und im zweiten Jahr Brachwuchs und im dritten Jahr sät und mäht, pflanzt Weinberge und eßt ihre Frucht.
18452#Jesaja,37,31#31. Und ansetzen wird das Gerettete, das vom Haus Jehudas übrig bleibt, Wurzel unten und Frucht schaffen oben.
18453#Jesaja,37,32#32. Denn von Jeruschalaim geht aus ein Rest, und ein Gerettetes vom Berg Zijon - der Eifer des Ewigen der Scharen wird es wirken.
18454#Jesaja,37,33#33. Darum spricht so der Ewige über den König von Aschschur: Nicht wird er kommen in diese Stadt, wird keinen Pfeil dahin abschießen, wird nicht mit Schilden vor sie rücken und keinen Wall wider sie aufschütten.
18455#Jesaja,37,34#34. Auf dem Weg, den er gekommen, dort wird er zurückkehren, und in diese Stadt wird er nicht kommen! ist des Ewigen Spruch.
18456#Jesaja,37,35#35. Und ich schirme diese Stadt, sie zu retten, um meinetwillen und um meinen Knecht Dawid.»
18457#Jesaja,37,36#36. Da zog ein Bote des Ewigen aus und schlug im Lager Aschschurs hundertfünfundachtzigtausend. Und da man am Morgen aufstand, sieh, da waren alle Leichen, tot.
18458#Jesaja,37,37#37. Da brach Sanherib, der König von Aschschur, auf, zog fort und kehrte um, und er blieb in Ninewe.
18459#Jesaja,37,38#38. Es war aber, als er sich im Haus seines Gottes Nisroch niederwarf, da erschlugen ihn Adrammelech und Sar'ezer, seine Söhne, mit dem Schwert, und sie entflohen nach dem Land Ararat. Und König wurde sein Sohn Esar-Haddon an seiner Statt.
18460#Jesaja,38,1#1. In jenen Tagen erkrankte Hiskijahu auf den Tod. Da kam zu ihm Jescha'jahu, der Sohn Amoz', der Gottbegeistete, und sprach zu ihm: «So spricht der Ewige: Bestelle dein Haus, denn sterben wirst du und nicht leben!»
18461#Jesaja,38,2#2. Da kehrte Hiskijahu sein Gesicht zur Wand, betete zum Ewigen
18462#Jesaja,38,3#3. und sprach: «Ach, Ewiger, gedenke doch, wie ich in Wahrhaftigkeit und mit ganzem Herzen vor dir gewandelt bin und was recht in deinen Augen getan habe!» Und Hiskijahu weinte heftig.
18463#Jesaja,38,4#4. Da erging das Wort des Ewigen an Jescha'jahu, besagend:
18464#Jesaja,38,5#5. «Geh und sprich zu Hiskijahu: So spricht der Ewige, der Gott deines Vaters Dawid: Gehört habe ich dein Gebet, deine Tränen gesehen, sieh, ich füge zu deinen Tagen fünfzehn Jahre;
18465#Jesaja,38,6#6. und aus der Hand des Königs von Aschschur errette ich dich und diese Stadt und schirme diese Stadt.»
18466#Jesaja,38,7#7. Dies aber sei dir das Wunderzeichen vom Ewigen, daß der Ewige dies Wort ausführen wird, das er geredet.
18467#Jesaja,38,8#8. Sieh, ich lasse den Schatten der Stufen, der an den Stufen des Ahas mit der Sonne hinuntergegangen ist, um zehn Stufen zurückgehn; und die Sonne ging um zehn Stufen zurück, an den Stufen, die sie hinuntergegangen war.
18468#Jesaja,38,9#9. Aufzeichnung Hiskijahus, des Königs von Jehuda, da er krank war und von seiner Krankheit auflebte:
18469#Jesaja,38,10#10. «Ich dachte / in Verstummen meiner Tage muß ich ziehn / in die Tore Scheols / bin abberufen meiner Jahre Rest. /
18470#Jesaja,38,11#11. Ich dachte / nimmer schau ich Jah, Jah / in der Lebenden Land / nie mehr erblick ich Menschen / bei den Bewohnern der Vergänglichkeit /
18471#Jesaja,38,12#12. ist abgebrochen, fortgewandert meine Welt von mir / wie Hirtenzelt. / Hab wie der Weber ich mein Leben rechtgebunden / reißts von dem Bund mich ab / vom Tag zur Nacht machst du mich fertig; /
18472#Jesaja,38,13#13. mach ichs zum Morgen wieder glatt - / malmts wie der Löwe alle meine Knochen / vom Tag zur Nacht macht es mich fertig. /
18473#Jesaja,38,14#14. Wie Schwalbenvögelein so zwitschre ich / ich girre wie die Taube / es schmachten hin zur Höhe meine Augen. / Erpressung, Ewiger, an mir! Mir bürge! /
18474#Jesaja,38,15#15. Was soll ich reden, da er mirs verheißen / und ers getan. / Rastlos bin ich aus allem meinem Schlummer / ob meiner Seele Bitternis. /
18475#Jesaja,38,16#16. Herr über die, die leben / und über alles, worin meines Odems Leben! / Machst mich gesunden / laß mich leben! /
18476#Jesaja,38,17#17. Sieh, mir zum Heil war Bitternis mir bitter / und du begehrtest meine Seele / aus der Vernichtung Grube / denn du warfst hinter deinen Rücken / all meine Sünden. /
18477#Jesaja,38,18#18. Denn nicht Scheol, sie huldigt dir / Tod rühmt dich nicht / nicht harren, die zur Grube sinken / auf deine Wahrheit. /
18478#Jesaja,38,19#19. Was lebet, lebt, das preist dich / wie heute ich. / Ein Vater tuts den Söhnen kund / ob deiner Wahrheit. /
18479#Jesaja,38,20#20. O Ewger, mir zu helfen / und mir mein Saitenspiel zu spielen / all unsre Lebenstage / am Haus des Ewigen.»
18480#Jesaja,38,21#21. Dann sprach Jescha'jahu: «Man hole eine Feigenfrucht und verreibe sie auf der Geschwulst, daß er genese!»
18481#Jesaja,38,22#22. Und Hiskijahu sprach: «Was ist das Wunderzeichen, daß ich in des Ewigen Haus hinaufziehn werde?»
18482#Jesaja,39,1#1. Zu jener Zeit schickte Merodach-Bal'adan, Sohn Bal'adans, König von Babel, Briefe und Geschenk an Hiskijahu. Und er hatte gehört, daß er krank gewesen und genesen war.
18483#Jesaja,39,2#2. Und Hiskijahu freute sich über sie und zeigte ihnen sein Schatzhaus, das Silber, das Gold, die Spezereien, das würzige Öl und sein ganzes Zeughaus und alles, was sich in seinen Schätzen fand; es gab nichts, was Hiskijahu ihnen in seinem Haus und in seiner ganzen Herrschaft nicht gezeigt hätte.
18484#Jesaja,39,3#3. Da kam Jescha'jahu, der Gottbegeistete, zum König Hiskijahu und sprach zu ihm: «Was haben diese Männer gesagt, und woher sind sie zu dir gekommen?» Da sprach Hiskijahu: «Aus fernem Land sind sie zu mir gekommen, aus Babel.»
18485#Jesaja,39,4#4. Da sprach er. «Was haben sie in deinem Haus gesehen?» Und Hiskijahu sagte: «Alles, was in meinem Haus ist, haben sie gesehen, da war nichts, was ich ihnen nicht gezeigt hätte in meinen Schatzkammern.»
18486#Jesaja,39,5#5. Da sprach Jescha'jahu zu Hiskijahu: «Höre das Wort des Ewigen der Scharen!
18487#Jesaja,39,6#6. Sieh, Tage kommen, da wird alles, was in deinem Haus ist und was deine Väter aufgespeichert haben bis auf diesen Tag, nach Babel fortgetragen werden, nichts wird übrig bleiben, spricht der Ewige.
18488#Jesaja,39,7#7. Und von deinen Kindern, die aus dir hervorgehn, die du zeugen wirst, werden sie nehmen und sie werden Höflinge sein im Palast des Königs von Babel.»
18489#Jesaja,39,8#8. Da sprach Hiskijahu zu Jescha'jahu: «Gut ist das Wort des Ewigen, das du geredet!» Und er sprach: «Wird doch FRIEDE und Gewähr sein in meinen Tagen!»
18490#Jesaja,40,1#1. «Getröstet, tröstet mein Volk / spricht euer Gott! /
18491#Jesaja,40,2#2. Zusprecht dem Herz Jeruschalaims / und ruft ihm zu / daß voll seine Fron / bezahlt seine Schuld / weil es empfangen aus des Ewgen Hand / gedoppelt für all seine Sünden.
18492#Jesaja,40,3#3. Ein Hall, es ruft: / ,Bahnt in der Wüste des Ewigen Weg / ausebnet im Gesenke eine Straße unserm Gott. /
18493#Jesaja,40,4#4. Soll jedes Tal sich heben / sich senken jeder Berg und jede Höhe / das Kluftversteck zu Ebne werden / und Bergesketten zu Freital.' /
18494#Jesaja,40,5#5. Da tut sich auf des Ewgen Herrlichkeit / es schaut sie alles Fleisch mitsammen; / denn des Ewigen Mund hats geredet.
18495#Jesaja,40,6#6. Ein Hall, es spricht: / ,Ruf aus!' / Und er spricht: ,Was ausrufen?' / All Fleisch ist Gras / und alle seine Treue wie des Feldes Blüte! /
18496#Jesaja,40,7#7. Es dorrt das Gras / es welkt die Blüte / da sie des Ewgen Windhauch angeweht. / So ists, Gras ist das Volk. /
18497#Jesaja,40,8#8. Es dorrt das Gras / es welkt die Blüte / doch unsres Gottes Wort besteht in Ewigkeit.
18498#Jesaja,40,9#9. Auf hohen Berg steig dir hinan / Frohbotin an Zijon / heb kraftvoll deine Stimme / Frohbotin an Jeruschalaim! / Heb hoch sie, fürchte nicht! / Sprich zu Jehudas Städten: / ,Sieh, euer Gott! /
18499#Jesaja,40,10#10. Sieh, Gott, der Herr / er kommt mit Starkem / sein Arm ihm waltend / sein Lohnen, sieh, mit ihm / sein Werkentgelten ihm voran. /
18500#Jesaja,40,11#11. Er weidet wie ein Hirte seine Herde / im Arm holt er die Lämmchen heim / trägt sie an seinem Schoß / geleitet hin die Mutterschafe.'
18501#Jesaja,40,12#12. Wer hat die Wasser mit der Hohlhand ausgemessen / die Himmel mit dem Spann errechnet / den Erdstaub mit dem Drittling ausgefaßt / Gebirge mit der Richte abgewogen / die Höhen mit der Wage? /
18502#Jesaja,40,13#13. Wer mißt des Ewgen Sinn / ein Mann sein Planen / daß ers ihm künde? /
18503#Jesaja,40,14#14. Mit wem berät er, der ihn unterwiese / und ihn belehrte in des Rechtes Pfad / der ihn Erkenntnis lehrte / und ihm den Weg der Einsicht wiese? /
18504#Jesaja,40,15#15. Sieh, Völker: Wie im Fluge hochgehoben / der Wolken Fetzen gleich zu achten / sieh, Eilande hebt auf er wie den Himmelsdunst. /
18505#Jesaja,40,16#16. Und Libanon reicht nicht zum Brand / und sein Getier reicht nicht zum Hochopfer. /
18506#Jesaja,40,17#17. Die Völker alle - wie ein Nichts vor ihm / um Nichts und Nie bei ihm zu achten.
18507#Jesaja,40,18#18. Und wem wollt Gottheit ihr vergleichen / und welch Gebilde gleich ihr werten? /
18508#Jesaja,40,19#19. Das Bildnis, das ein Werkmeister umgossen / mit Gold der Schmelzer ausgeflickt / mit Silberkettchen von dem Feinschmied? /
18509#Jesaja,40,20#20. Mesukkan-, Teruma-holz, das nicht faulet, wählt er / geschickten Werkmann sucht er sich / ein Bildnis zu bereiten, das nicht wankt. /
18510#Jesaja,40,21#21. Wißt ihr es nicht? / Hört ihr es nicht? / Wars euch vom Anbeginn nicht kundgetan? / Habt ihr der Erde Grundbau nicht erkannt? /
18511#Jesaja,40,22#22. Der thronet ob der Erde Wall / daß ihre Wohner sind wie Kerfe / wie feinen Dunst den Himmel spannt / ihn weitet wie ein Zelt zum Wohnen /
18512#Jesaja,40,23#23. der Fürsten kehrt zum Nichts / der Erde Richter macht gleich einem Nie; /
18513#Jesaja,40,24#24. nie recht gepflanzt, nie recht gesät / nie recht ihr Stamm im Boden wurzelnd / da schon verbläst es sie, und sie vertrocknen / und Sturm trägt sie wie Spreu hinweg.
18514#Jesaja,40,25#25. Und wem wollt, daß ich gleiche / ihr mich vergleichen? / spricht der Heilige. /
18515#Jesaja,40,26#26. Hebt hoch auf eure Augen / schaut: / Wer schuf die? / Der nach der Zählung vorführt ihre Schar / sie alle ruft mit Namen; / ihm, reich an Macht und stark an Kraft / versagt sich keines.
18516#Jesaja,40,27#27. Warum doch sprichst du, Jaakob / und redest, Jisraël: / ,Verborgen ist mein Wandel vor dem Ewigen / und meinem Gott mein Recht entzogen.' /
18517#Jesaja,40,28#28. Weißt du es nicht / hast du es nicht gehört: / Ein Gott, allewig ist der Ewige / der schuf der Erde Enden / ermüdet nicht, ermattet nicht / des Einsicht unergründlich. /
18518#Jesaja,40,29#29. Er gibt dem Müden Kraft / Ohnmächtigen schafft er Stärke. /
18519#Jesaja,40,30#30. Da werden müd die Jungen und ermatten / die Burschen brechen nieder; /
18520#Jesaja,40,31#31. doch die des Ewgen harren, tauschen neue Kraft / sie höhn die Schwingen, Adlern gleich / sie rennen, nicht ermüdend / sie schreiten, ohn Ermatten.
18521#Jesaja,41,1#1. Still, zu mir, Küstenlande / laßt die Nationen Vollmacht neuern; / laßt sie heran, daß sie dann reden / zusammen wollen wir zum Rechtsstreit nahn. /
18522#Jesaja,41,2#2. Wer hats von Sonnenaufgang aufgeweckt / den Rechtsmann sich zu Füßen herberufen / gelegt vor ihn die Völker / bezwungen Könige / macht sie dem Staube gleich mit seinem Schwert / wie Spreu verweht mit seinen Waffen? /
18523#Jesaja,41,3#3. Er jagt sie, und er zieht im Heil / den Pfad, den man mit Füßen nie begangen. /
18524#Jesaja,41,4#4. Wer hats gewirkt und ausgeführt? / Der rief vom Urbeginn die Ewigkeiten / ich bins, der Ewige / der Erste / und mit den Letzten bin ich es. /
18525#Jesaja,41,5#5. Die Seelande, sie schauens und erschauern / der Erde Enden sind in Eifer / sie nahn und kommen.
18526#Jesaja,41,6#6. Hilft eins dem andern / und spricht zu seinem Bruder: ,Mut!' /
18527#Jesaja,41,7#7. Der Schnitzer festigt so den Schmelzer / der mit dem Hammer glättet, den der schlägt im Schlag / sagt von der Lötung: ,Gut ists,' / und festigt es mit Nägeln / damits nicht wanke.
18528#Jesaja,41,8#8. Du aber, Jisraël, mein Knecht / Jaakob, den ich erwählt / du, Same Abrahams, der mich geliebt /
18529#Jesaja,41,9#9. du, den ich von der Erde Enden festgefaßt / aus ihren Winkeln dich berufen / zu dir gesprochen: Bist mein Knecht / hab dich erwählt, dich nicht verworfen. /
18530#Jesaja,41,10#10. Nicht fürchte, denn mit dir bin ich / nicht bange, denn ich bin dein Gott. / Ich kräftige dich, ja, bring dir Hilfe / ja, stütze dich mit meiner Siegerrechten. /
18531#Jesaja,41,11#11. In Schmach und Schanden, sieh / alldie sich wider dich entflammen. / Sie sind wie nichts und schwinden / die dir in Fehde; /
18532#Jesaja,41,12#12. du suchst sie, wirst sie nimmer finden / die dir im Streit / wie nichts und null so werden / die dir im Kampf. /
18533#Jesaja,41,13#13. Denn ich, der Ewige, dein Gott / faß fest deine Rechte / der zu dir spricht: / Nicht fürchte / ich helfe dir. /
18534#Jesaja,41,14#14. Nicht fürchte, Würmchen Jaakob / ihr Menschlein Jisraëls! / Ich helf dir, ist des Ewgen Spruch / und dein Erlöser ist der Heilge Jisraëls. /
18535#Jesaja,41,15#15. Sieh an, ich mache dich zum Drescherschlitten / neu, vielschneidig; / wirst Berge dreschen und zermahlen / und Höhen machen wie Spreu. /
18536#Jesaja,41,16#16. Du worfelst sie / Wind rafft sie auf / und Sturm zerstiebt sie; / und du jauchzt auf im Ewigen / berühmst dich mit dem Heilgen Jisraëls.
18537#Jesaja,41,17#17. Die Armen, Elenden / die Wasser suchen, und ist keines da / im Durst lechzt ihre Zunge / ich, ich, der Ewige, erhöre sie / ich, Jisraëls Gott, laß sie nicht. /
18538#Jesaja,41,18#18. Ich öffne an den Auen Ströme / und in den Tälern Quellen. / Ich mache Wüste zum Wasserteich / der Dürre Land zu Wasserbornen. /
18539#Jesaja,41,19#19. Ich setze in die Wüste Zeder / Akazie, Myrthe, Ölbaum / ich pflanze im Gesenke die Zypresse / die Esche, Buchsbaum, allgesamt /
18540#Jesaja,41,20#20. damit mans sieht und es erkennt / aufmerkt und es versteht zugleich / daß dies des Ewgen Hand geschaffen / der Heilge Jisraëls es hat gewirkt.
18541#Jesaja,41,21#21. Bringt euren Rechtsstreit vor / so spricht der Ewige / heran mit euren Vollmachten / spricht Jaakobs König. /
18542#Jesaja,41,22#22. Laßt sie es bringen und uns zeigen / was sich ereignen wird: / das Frühre, was es ist, tut kund / daß unser Herz wir richten / wir seinen Ausgang kennen; / sonst laßt das Künftige uns hören. /
18543#Jesaja,41,23#23. Tut kund, was später kommen wird / daß wir erkennen, daß ihr Götter seid / ja, Gutes wirkt und Übel / wir fürchtend insgesamt es sehn. /
18544#Jesaja,41,24#24. Sieh, ihr als Nichts, und euer Werk als nichtig! / Ein Greuel, wer euch wählt.
18545#Jesaja,41,25#25. Erweckt hab ich vom Norden, und er kam / vom Sonnenaufgang, der sich meines Namens nennt / daß er auf Fürsten komme, wie auf Lehm / und wie der Töpfer Ton zerstampft. /
18546#Jesaja,41,26#26. Wer hats vom Urbeginn gekündet / daß wir es wissen / von ehedem, daß wir da sagen: Recht!? / Nein, war kein Melder / nein, kein Verkünder / nein, hörte keiner eure Worte. /
18547#Jesaja,41,27#27. Als Erster sagt ich Zijon: Sieh, da sind sie! / Und bracht Jeruschalaim Freudeboten! /
18548#Jesaja,41,28#28. Und schau ich, ist da keiner / von diesen keiner, der geraten / wo ich sie fragte, daß sie Antwort gäben. /
18549#Jesaja,41,29#29. Sieh, alle nichtig / null ihre Werke / nur Luft und leer ihr Bildwerk.
18550#Jesaja,42,1#1. Sieh da, mein Knecht, den fest ich halte / von mir erwählt, den meine Seele liebt / gegeben hab ich meinen Geist auf ihn / Recht für die Völker macht er frei. /
18551#Jesaja,42,2#2. Nicht schreit er, nicht erhebt er / nicht läßt er draußen seine Stimme hören. /
18552#Jesaja,42,3#3. Geknicktes Roh zerbricht er nicht / den Docht, erdunkelnd, löscht er nicht. / Zu Wahrem macht er frei das Recht. /
18553#Jesaja,42,4#4. Nicht dunkelnd und nicht knickend / bis er auf Erden Recht gesetzt / und seine Weisung Seelande erharren.
18554#Jesaja,42,5#5. So spricht der Ewge, Gott / der Himmel Schöpfer, der sie ausgespannt / die Erde unterbauet hat, mit ihrem Sprießen / der Odem gibt dem Volk auf ihr / und Lebensatem denen, die drauf wandeln. /
18555#Jesaja,42,6#6. Ich hab, der Ewge, rechtens dich berufen / die Hand dir festgefaßt / hab dich gebildet, dich bestimmt / als Volkes Bundeshüter / der Nationen Leuchte /
18556#Jesaja,42,7#7. zu öffnen blinde Augen / frei aus dem Kerker den Gefangenen zu führen / vom Haus der Haft, die da im Finstern sitzen. /
18557#Jesaja,42,8#8. Ich bins, der Ewige / das ist mein Name / und meine Ehre schenk ich keinem andern / noch meinen Ruhm dem Bildwerk. /
18558#Jesaja,42,9#9. Das Frühre, sieh, es ist gekommen / und Neues tu ich kund / bevor es sproßt, laß ichs euch hören.
18559#Jesaja,42,10#10. Lobsingt dem Ewgen neuen Sang / und seinen Ruhm vom Erdenende / die ihr das Meer befahrt und was es füllt / die Seelande und deren Wohner. /
18560#Jesaja,42,11#11. Anstimmen laßt die Wüste / samt ihren Orten / Gehöfte, wo Kedar wohnt / aufjubeln sollen die Bewohner Selas / herrufen von der Berge Gipfel. /
18561#Jesaja,42,12#12. Laßt sie dem Ewgen Ehre geben / und seinen Ruhm erzählen in den Seelanden. /
18562#Jesaja,42,13#13. Der Ewge wie ein Held bricht auf / und wie ein Kriegsmann fährt er auf im Eifer / lärmt auf und schmettert / ermannt sich gegen seine Feinde.
18563#Jesaja,42,14#14. Verstummt war ich von je / hielt schweigend an mich; / wie die Gebärerin, so will ich schrein / will schnaufen und schnauben mit eins; /
18564#Jesaja,42,15#15. will Berge trocknen und Höhen / und all ihr Grün erdörren / will Ströme machen zu Ländchen / ausdörren Wasserbecken. /
18565#Jesaja,42,16#16. Führ Blinde hin auf ungekanntem Weg / auf ungekannten Pfaden leit ich sie / mach Finsternis vor ihnen her zum Licht / und Höckerland zu Ebne. / Dies sind die Dinge, die ich tu / ich laß sie nicht. /
18566#Jesaja,42,17#17. Zurück entweichen, schmachbeschämt / die baun auf Bildwerk / die da zum Gußwerk sprechen: / ,Ihr seid uns Gott.'
18567#Jesaja,42,18#18. Ihr Taube, hört / ihr Blinde, schaut und seht! /
18568#Jesaja,42,19#19. Wer war da blind / wenn nicht mein Knecht / und taub so wie mein Bote, den ich sandte? / Wer blind wie der ,Vollkommne' / verblendet wie der Knecht des Ewigen? /
18569#Jesaja,42,20#20. Hat viel gesehn / es nicht beachtet / mit offnem Ohr / erhört er nichts. /
18570#Jesaja,42,21#21. Doch wollt der Ewge ihn / damit er sich bewähre / und groß und herrlich zeige seine Weisung. /
18571#Jesaja,42,22#22. Doch das war Volk / beraubt, geplündert / verstrickt in Löchern alle sie / in Kerkerkammern wegversteckt. / Dem Raub verfallen, ohne Retter / dem Plündern, und sprach keiner: / ,Gib wieder!'
18572#Jesaja,42,23#23. Wer unter euch, der merkt' auf dies / hört' zu und es vernahm für später: /
18573#Jesaja,42,24#24. ,Wer hat der Plündrung preisgegeben Jaakob / und Jisraël den Räubern? / Wars nicht der Ewige / dem wir gesündigt?' / In seinen Wegen wollten sie nicht wandeln, auf seine Weisung sie nicht hören. /
18574#Jesaja,42,25#25. Da goß er Grimm auf ihn in seinem Zorn / und die Gewalt des Kriegs / das lohte rings um ihn, er merkt' es nicht / steckt' ihn in Brand, nahms nicht zu Herzen!
18575#Jesaja,43,1#1. Und nun / so spricht der Ewige / dein Schöpfer, Jaakob / dein Bildner, Jisraël: Nicht fürchte / denn ich löse dich / ich rufe dich bei Namen / mein bist du! /
18576#Jesaja,43,2#2. Wenn du durch Wasser schreitest / bin ich bei dir; / und durch die Ströme / daß sie dich nicht verfluten; / gehst du durch Feuer / wirst du nicht gebrannt / und Flamme sengt dich nicht. /
18577#Jesaja,43,3#3. Denn ich, der Ewge, bin dein Gott / der Heilge Jisraëls dein Retter; / ich geb Mizraim hin als deine Lösung / und Kusch, Seba an deiner Statt. /
18578#Jesaja,43,4#4. Weil teuer du in meinen Augen / geehrt, und ich dich liebe / so geb ich Menschen hin an deiner Statt / und Völker für dein Leben. /
18579#Jesaja,43,5#5. Nicht fürchte! Denn mit dir bin ich. / Vom Osten bring ich deinen Samen / und aus dem Westen hol ich dich zusammen; /
18580#Jesaja,43,6#6. ich sprech zum Norden: Gib! / Zum Süden: Halte nicht zurück! / Laß meine Söhne kommen aus der Ferne / und meine Töchter von der Erde Ende /
18581#Jesaja,43,7#7. allwas mit meinem Namen sich benennt. / Zu meiner Ehre hab ich es geschaffen / gebildet, ja gemacht.
18582#Jesaja,43,8#8. Hervor das Volk / blind, hats auch Augen / taub, haben sie auch Ohren: /
18583#Jesaja,43,9#9. Die Völker alle sind versammelt / vereinet die Nationen; / wer unter ihnen tat dies kund / ließ Früheres uns hören? / Laßt ihre Zeugen sie gestellen / und sich bewähren / auf daß man sage: ,Wahr ists!' /
18584#Jesaja,43,10#10. Ihr seid mir Zeugen / ist des Ewgen Spruch / und Knecht mein, den ich auserwählt / daß ihr erkennet und mir glaubt / einseht, daß ich es bin; / vor mir war nie ein Gott gebildet / und nach mir wird da keiner sein. /
18585#Jesaja,43,11#11. Ich, ich bin es, der Ewige / und außer mir kein Retter. /
18586#Jesaja,43,12#12. Ich, ich hab es gekündet und gerettet. / Ich hab es hören lassen / war da kein Fremder unter euch. / Ja, ihr seid meine Zeugen / ist des Ewgen Spruch / und ich bin Gott; /
18587#Jesaja,43,13#13. auch heutab bin ich es / und keiner, der aus meiner Hand errettet! / Ich wirke, und wer wollt es wenden?
18588#Jesaja,43,14#14. So spricht der Ewge, euer Löser / der Heilge Jisraëls: / Um euretwillen hab nach Babel ichs entfesselt / hab flüchtig alle sie hinabgeführt / zu den Kasdäern auf den Schiffen ihres Klagens. /
18589#Jesaja,43,15#15. Ich bin der Ewge, euer Heiliger / der Schöpfer Jisraëls / und euer König.
18590#Jesaja,43,16#16. So spricht der Ewige / der in dem Meere Straße schuf / und in gewaltgen Wassern einen Pfad /
18591#Jesaja,43,17#17. herausführt' Wagen und Roß / Heermacht und Streitkraft. / Zusammen lagen sie / stehn nimmer auf / sie waren ausgelöscht / wie Docht verglommen. /
18592#Jesaja,43,18#18. Gedenkt des Frühern nicht / Vormaliges beachtet nicht! /
18593#Jesaja,43,19#19. Sieh, Neues schaffe ich / jetzt sproßts / erkennt ihrs nicht? / Ja, durch die Wüste leg ich einen Weg / in Öde Ströme. /
18594#Jesaja,43,20#20. Es ehrt mich das Gewild des Feldes / Schakale, Wüstenvögel; / weil ich in Wüste Wasser gebe / und Ströme in die Öde / mein mir erwähltes Volk zu tränken. /
18595#Jesaja,43,21#21. Das Volk, das ich für mich gebildet / soll meinen Ruhm erzählen.
18596#Jesaja,43,22#22. Doch mich riefst du nicht, Jaakob / daß du um mich dich mühtest, Jisraël. /
18597#Jesaja,43,23#23. Nicht hast du mir die Lämmer deiner Hochopfer gebracht / mit deinen Schlachtopfern mich nicht geehrt; / hab mit dem Mehlopfer dich nicht in Dienst gehalten / noch dich bemüht mit Weihrauch. /
18598#Jesaja,43,24#24. Nicht kauftest du um Silber Würzrohr mir / hast mit der Opfer Fett mich nicht getränkt. / Doch du, mit deinen Sünden hieltest mich in Dienst / hast mich bemüht durch deine Missetaten. /
18599#Jesaja,43,25#25. Ich, ja, ich bins / der deine Freveltaten meinetwillen auslöscht / und deiner Sünden will ich nicht gedenken. /
18600#Jesaja,43,26#26. Ruf an mich, wollen miteinander rechten / erzähle du, damit du Recht behältst. /
18601#Jesaja,43,27#27. Dein erster Ahne hat gesündigt / und deine Sprecher fielen ab von mir. /
18602#Jesaja,43,28#28. Da schändet ich des Heiligtumes Fürsten / und gab dem Banne Jaakob preis / und Jisraël der Schmähung.
18603#Jesaja,44,1#1. Und nun, hör, Jaakob, mein Knecht / und Jisraël, den ich erwählt. /
18604#Jesaja,44,2#2. So spricht der Ewige, dein Schöpfer / dein Bildner, der vom Mutterschoß dir beisteht / nicht fürchte, Jaakob, mein Knecht / und Jeschurun, den ich erwählt. /
18605#Jesaja,44,3#3. Denn Wasser gieß ich aus auf Dürstendes / und Rieselndes auf Trockenland. / Ich gieße meinen Geist auf deinen Samen / und meinen Segen über deine Sprossen. /
18606#Jesaja,44,4#4. Da sprießen sie, dem Grase gleich / wie Weiden an den Wasserbächen. /
18607#Jesaja,44,5#5. Der sagt: ,Des Ewgen bin ich', / und der nennt sich mit Jaakobs Namen / und jener zeichnet seine Hand: ,Des Ewgen' / und heißt sich mit dem Namen Jisraëls.
18608#Jesaja,44,6#6. So spricht der Ewge, König Jisraëls / und sein Erlöser, er, der Ewige der Scharen. / Ich bin der Erste, ich der Letzte / und außer mir gibts keinen Gott. /
18609#Jesaja,44,7#7. Wer ist wie ich? Der rufe / und künde es und leg es vor mir dar; / seit ich der Urzeit Volk gegründet / und Künftiges und was da kommen wird / laßt sie es ihnen künden! /
18610#Jesaja,44,8#8. Bangt nicht und zittert nicht! / Ließ ichs nicht längsther dich vernehmen / ich habs gekündet, und ihr seid mir Zeugen: / Gibt einen Gott es außer mir? / Da ist kein Hort / ich kenn ihn nicht.
18611#Jesaja,44,9#9. Die Schnitzwerkbildner, alle nichtig / und ihre Köstlichen, sie nutzen nichts / und ihre Zeugen, sie / sie sehen nicht und fühlen nicht / daß sie zuschanden werden. /
18612#Jesaja,44,10#10. Wer formte einen Gott / und gösse Bildwerk / da es nichts nützt? /
18613#Jesaja,44,11#11. Sieh, alle ihm Verbundnen sind zuschanden / und sie, die Meister, vor den Menschen; / laßt alle sich zusammenscharen: / da stehn sie, zittern / und sind zuschanden allesamt. /
18614#Jesaja,44,12#12. Der schmiedet Eisen um zur Axt / und werkt mit Blasebalg / und formts mit Hämmern / und schaffts mit seinem kräftgen Arm. / Doch, hungert er / vergeht die Kraft; / trinkt er kein Wasser / wird er matt. /
18615#Jesaja,44,13#13. Der schnitzt am Holz / er senkt die Lotschnur / umreißt es mit dem Buntstift / machts fertig mit dem Winkelmaß / umreißt es mit dem Zirkel; / so macht er es wie Mannes Bau / wie eines Menschen Prunk / in einem Haus zu wohnen. /
18616#Jesaja,44,14#14. Um es zu schneiden, hat er Zedern / nahm Steinbaum und Eiche / die ließ er sich erstarken von des Waldes Bäumen. / Er pflanzte Nadelholz / der Regen bracht es hoch. /
18617#Jesaja,44,15#15. Das dient zum Brennen für den Menschen; / er nahm davon und wärmt sich / auch heizt er an, backt Brot / auch macht er einen Gott / wirft sich ihm nieder / schafft es zum Bild / bückt sich davor. /
18618#Jesaja,44,16#16. Die Hälfte hat im Feuer er verbrannt / hat auf der Hälfte Fleisch zu essen sich gebraten / den Braten, daß er satt wird / ja, sich gewärmt, gesprochen: / ,Wohl, warm ist mir! / Ich merk die Glut!' /
18619#Jesaja,44,17#17. Und was da blieb / zum Gott gemacht / zu seinem Bildwerk, davor er sich bückt / sich niederwirft und zu ihm betet / und spricht: / ,Errette mich, bist ja mein Gott!' /
18620#Jesaja,44,18#18. Sie kennens nicht und merkens nicht; / hats ja verklebt, daß sie nicht sehen, ihre Augen / daß sie nicht einsehn, ihre Herzen. /
18621#Jesaja,44,19#19. Und nimmt es nicht zu Herzen / hat kein Erkennen, kein Verstehen, sich zu sagen: / ,Die Hälfte hab davon im Feuer ich verbrannt / auf seiner Glut auch Brot gebacken / Fleisch ausgebraten und verzehrt; / und was dran übrig mach ich mir zum Popanz / zum Holzklotz, davor ich mich bücke?' /
18622#Jesaja,44,20#20. Wer Asche nachgeht / den hat betrogner Sinn verführt. / Er rettet nimmer seine Seele. / Doch spricht er nicht: / ,Ist denn nicht Lug in meiner Rechten?'
18623#Jesaja,44,21#21. Des denke, Jaakob / und Jisraël, weil du mein Knecht; / hab dich gebildet / du bist mein Knecht / bleibst, Jisraël, mir unvergessen! /
18624#Jesaja,44,22#22. Wie Nebel lösch ich deine Missetaten / und wie die Wolke deine Sünden / kehr um zu mir / denn ich erlöse dich. /
18625#Jesaja,44,23#23. Aufjubelt Himmel, denn der Ewge hats getan! / Frohlockt, der Erde Tiefen / brecht, Berge, aus in Jubel / der Wald und jeder Baum darin / weil Jaakob der Ewige erlöst / an Jisraël er sich verherrlicht.
18626#Jesaja,44,24#24. So spricht der Ewige, dein Löser / dein Bildner aus dem Mutterschoß: / Ich bins, der Ewige, der alles schafft / der ich den Himmel ausgespannt allein / die Erde unterbauet nur aus mir! /
18627#Jesaja,44,25#25. Der bricht der Zaubrer Wunderzeichen / zu Narren macht Orakler / macht Weise rückwärts kehren / aus ihrer Klugheit Torheit. /
18628#Jesaja,44,26#26. Der seines Knechtes Wort erstellt / und seiner Boten Vorsage erfüllt / der von Jeruschalaim spricht: / ,Es sei besiedelt!' / und von Jehudas Städten: / ,Sie seien aufgebaut / und ihre Trümmer richt ich auf'; /
18629#Jesaja,44,27#27. der zu der Wassertiefe spricht: ,Versiege / und deine Ströme leg ich trocken'; /
18630#Jesaja,44,28#28. der da von Koresch spricht: ,Mein Hirt / und all mein Wollen, er erfüllts'; / und von Jeruschalaim, da er spricht: / ,Sei es gebaut / die Tempelhalle sei gegründet!'
18631#Jesaja,45,1#1. So spricht der Ewige / von Koresch, seinem Gesalbten / des Rechte ich erfaßt / um vor ihm Völker hinzustrecken / entblößt den Königen die Lenden / um vor ihm Pforten aufzutun / und Tore, daß sie unverschlossen. /
18632#Jesaja,45,2#2. Ich schreite vor dir her / und ebne die Wälle / zerschmettre eherne Tore / zerhau der Riegelbalken Eisen. /
18633#Jesaja,45,3#3. Ich gebe dir die Schätze aus dem Dunkel / Verscharrtes in Verborgenheit / auf daß du weißt / daß ich der Ewige / der mit dem Namen dich berief / Gott Jisraëls. /
18634#Jesaja,45,4#4. Um meinen Knecht, um Jaakob / um Jisraël, das mir erwählt / berief ich dich bei deinem Namen / benannte dich, wo du mich nicht gekannt. /
18635#Jesaja,45,5#5. Ich bin der Ewige / sonst keiner / und außer mir ist da kein Gott. / Hab dich gegürtet / wo du mich nicht gekannt. /
18636#Jesaja,45,6#6. Damit man sonnenaufgangs es erkenne / und untergangs, daß nichts ist außer mir. / Ich bin der Ewige, und keiner sonst /
18637#Jesaja,45,7#7. der Helle bildet, Dunkel schafft / Heil wirkt und Übel schafft / ich bins, der Ewige / der all dies tut. /
18638#Jesaja,45,8#8. Träuft, Himmel oben / von Heil die Höhen rieseln / auftue sich die Erde / sie tragen Glück als Frucht / Heil sproßt es allgesamt; / ich hab, der Ewge, es geschaffen.
18639#Jesaja,45,9#9. Ach, rechtet mit ihrem Bildner / die Scherbe unter irdnen Scherben? / Spricht da der Ton zum Bildner: / ,Was tust du' / dein Werk, das keine Hände hat? /
18640#Jesaja,45,10#10. Ach, der zum Vater spricht:  ,Was zeugst du' / und zu dem Weib: / ,Was kreißt du?'
18641#Jesaja,45,11#11. So spricht der Ewige / der Heilge Jisraëls / sein Bildner: / Das Künftge fraget mich / ob meiner Kinder / ob meiner Hände Werk / heißt mich (erzählen)!
18642#Jesaja,45,12#12. Ich hab die Erde, ich, gemacht / den Menschen drauf hab ich geschaffen. / Ich, meine Hände spannten aus den Himmel / und all ihr Heer hab ich entboten. /
18643#Jesaja,45,13#13. Ich, ich hab ihn erweckt in Heil / und alle seine Wege will ich ebnen; / er soll, er meine Stadt erbaun / die mir Verschleppten frei entlassen / und nicht um Zahlung, nicht um Gunstgeschenk / so spricht der Ewige der Scharen. /
18644#Jesaja,45,14#14. So spricht der Ewige: / Mizraims Mühertrag / der Sold von Kusch / und die Sabäer, Männer des Tributs / dir falln sie zu / dein solln sie sein / dir nach sie gehn / in Ketten ziehn. / Dir werfen sie sich nieder / zu dir sie beten. / In dir nur ist Gottheit / und keiner sonst, kein Gott. /
18645#Jesaja,45,15#15. Nur du bist Gott des, der sich birgt / Gott Jisraëls, der Helfer. /
18646#Jesaja,45,16#16. Zu Schande, ja zu Schmach / sind worden sie alle / zusamt in Schanden wandern sie / des Bildwerks Schnitzer. /
18647#Jesaja,45,17#17. Befreit wird durch den Ewgen Jisraël / Freiheit für Ewigkeiten / nie trifft euch Scham noch Schande / auf ewig, immerzu!
18648#Jesaja,45,18#18. Denn so spricht der Ewige / der Himmel Schöpfer, er, der Gott / er, der die Erde bildete, sie machte / er, der sie hat gegründet / nicht leerhin sie geschaffen / zum Wohnen sie gebildet: / Ich bins, der Ewige, und keiner sonst. /
18649#Jesaja,45,19#19. Nicht in Verborgenheit hab ich geredet / von Dunkellandes Stätte / nicht hab zu Jaakobs Samen ich gesprochen: / Sucht leerhin mich! / Ich bin der Ewige / ich rede Wahrheit / tu Gradheit kund. /
18650#Jesaja,45,20#20. Tut euch zusammen, kommt / rückt aneinander allesamt / Entronnene der Völker! / Die wissen nichts / die da ihr Holzbild tragen / und flehn zu einer Gottheit, die nicht hilft. /
18651#Jesaja,45,21#21. Verkündet, bringt es vor / ja, laßt zusammen sie beraten. / Wer ließ ureinst dies hören / hat urlängst es verkündet? / War ich es nicht, der Ewge / und kein Gott außer mir? / Ein Gott, heilbringend, helfend; / ist keiner außer mir. /
18652#Jesaja,45,22#22. Kehrt euch zu mir, daß Heil euch wird / all ihr Grenzen der Erde / denn ich bin Gott / sonst keiner. /
18653#Jesaja,45,23#23. Bei mir hab ich geschworen / aus meinem Mund kam Wahrheit / ein Wort, das nicht zurückkehrt; / daß mir sich beuge jedes Knie / und schwöre jede Zunge. /
18654#Jesaja,45,24#24. ,Nur bei dem Ewgen hab ich' / - so spricht man - / ,mir Heil und Macht.' / Kommt es zu ihm, so werden sie zuschanden / alldie da gegen ihn entbrannten. /
18655#Jesaja,45,25#25. Im Ewigen wird siegen und sich rühmen / aller Same Jisraëls.
18656#Jesaja,46,1#1. Geknickt ist Bel / Nebo gebrochen / geworden ihre Bilder / des Wildes und des Viehs. / Die euch als Träger / sie waren schwerbeladen / mit Last bis zur Erschöpfung; /
18657#Jesaja,46,2#2. da knickten, brachen sie mitsammen / und konnten so die Last nicht retten / sich selber nicht; / als Beute ging es fort. /
18658#Jesaja,46,3#3. Hört auf mich, Jaakobs Haus / und aller Rest vom Hause Jisraël / die ihr mir aufgeladen seid vom Mutterleib / getragen seid vom Mutterschoß! /
18659#Jesaja,46,4#4. Und bis ins Alter bin ich es / und bis zum Greistum schlepp ich es; / ich, ich hab es gemacht / und ich, ich trags / ich schleppe und ich rette.
18660#Jesaja,46,5#5. Wem wollt ihr mich vergleichen und gesellen? / Mich paaren, daß wir glichen? /
18661#Jesaja,46,6#6. Die Gold aus ihrem Beutel schütten / und Silber mit dem Wagscheit wägen / sie dingen einen Feinschmied / der machts als Gott; / sie beugen sich und fallen nieder. /
18662#Jesaja,46,7#7. Da tragen sie ihn auf der Schulter / sie schleppen ihn und stelln ihn ab / an seinen Platz. / Da steht er nun / von seinem Orte rückt er nicht. / Und schreit auch wer zu ihm / er gibt nicht Antwort / er hilft ihm nicht aus seiner Not.
18663#Jesaja,46,8#8. Gedenket dessen und ermannt euch / Abtrünnige, nehmt es zu Herzen! /
18664#Jesaja,46,9#9. Gedenkt des Frühern aus der Urzeit! / ja, ich bin Gottheit, keiner sonst / Gott, nichts mir gleich. /
18665#Jesaja,46,10#10. Der ich vom Anfang her das Ende künde / und von der Urzeit, was noch nicht geschehen / des Plan, sprech ich, besteht / und all mein Wollen führ ich aus. /
18666#Jesaja,46,11#11. Der aus dem Ost Raubvögel ruft / aus fernem Land den Mann für meinen Plan; / wie ich gesprochen, mach ichs kommen / hab es geformt und führ es aus. /
18667#Jesaja,46,12#12. Hört auf mich, die ihr ,hohen Sinns' / die fern vom Heil. /
18668#Jesaja,46,13#13. Hab nah mein Heil / ist nicht mehr fern / und meinen Sieg / er säumet nicht; / ich schaff in Zijon Sieg / für Jisraël mein Prangen.
18669#Jesaja,47,1#1. Hinab, sitz hin im Staub / Maid, Tochter Babels / sitz hin zur Erde, ohne Thron / du Tochter der Kasdäer / denn nicht heißt man dich ferner / die Feine und Verwöhnte. /
18670#Jesaja,47,2#2. Die Mühle nimm / Mehl mahle / tu ab dein Schleiertuch / zieh fort die Schleppe / mach bloß den Schenkel / durchwate Ströme. /
18671#Jesaja,47,3#3. Enthüllt wird deine Blöße / ja, sichtbar deine Schmach; / will Rache nehmen / stoß mich an Menschen nicht. /
18672#Jesaja,47,4#4. Erlöser uns / der Ewige der Scharen ist sein Name / der Heilge Jisraëls.
18673#Jesaja,47,5#5. Sitz hin, verstummt / geh ein ins Dunkel / du Tochter der Kasdäer / denn nicht mehr heißt man dich / der Königreiche Herrin. /
18674#Jesaja,47,6#6. Ich zürnte auf mein Volk / da schändet ich mein Erbe / gab sie in deine Hand. / Du schenktest ihnen kein Erbarmen / auf Greise bürdetest du schwer dein Joch /
18675#Jesaja,47,7#7. und sprachst: / ,Für ewig werd ich Herrin sein!' / Noch nahmst du dies dir nicht zu Herzen / bedachtest nicht sein Ende. /
18676#Jesaja,47,8#8. Doch nun / hör dies, du Feine / du sicher Thronende / die spricht in ihrem Herzen: / ,Ich, keiner sonst! / Ich bleib nicht Witwe / ich kenn kein Kindersterben.' /
18677#Jesaja,47,9#9. Nun kommt dies beides dir / im Nu an einem Tag: / Verwaisen und Verwitwen / sie kommen ungeahnt an dich / trotz deiner Zauber Fülle / bei deiner Runen Erzgewalt. /
18678#Jesaja,47,10#10. Warst sicher dir in deiner Bosheit / du sprachst: / ,Es sieht mich keiner!' / Du, deine Klugheit und dein Wissen / verwirrten dich / da du in deinem Herzen sprachst: / ,Ich, keiner sonst!' /
18679#Jesaja,47,11#11. Nun kommt auf dich ein Unheil / kannsts nicht erforschen / befällt Verhängnis dich / kannst es nicht sühnen; / kommt über dich urplötzlich Graun / du kennst es nicht. /
18680#Jesaja,47,12#12. Tritt an mit deinen Runen / mit deiner Zaubereien Fülle / daran du dich gemüht von deiner Kindheit! / Mag sein, kannst was erwirken / mag sein, du schreckst es weg. /
18681#Jesaja,47,13#13. Hast nichts erreicht / mit deines Beirats Menge; / laß vor sie treten und dir helfen / die Himmelsdeuter, Sternegucker / die nach den neuen Monden künden / von dem, was an dich kommt.
18682#Jesaja,47,14#14. Sieh an, sie sind wie Stoppeln / das Feuer brennt sie / sie retten nicht ihr Leben / aus der Flamme Gewalt: / ist keine Glut zum Wärmen / kein Brand, davor zu sitzen! /
18683#Jesaja,47,15#15. So sind dir die, um die du dich gemüht / die deine Zauberer aus deiner Jugend. / Ein jeder seines Weges fortgeirrt / hilft keiner dir.
18684#Jesaja,48,1#1. Hört dies, Haus Jaakob / die mit dem Namen Jisraëls sich nennen / hervorgegangen aus Jehuda / die bei des Ewgen Namen schwören / den Gott von Jisraël berufen / doch nicht in Wahrheit / und nicht in Rechtlichkeit /
18685#Jesaja,48,2#2. wo nach der heilgen Stadt sie sich benennen / auf Jisraëls Gott sie sich stützen / des Name Ewiger der Scharen.
18686#Jesaja,48,3#3. Das Frühere, längst hab ichs kundgetan / aus meinem Munde kams, ich ließ es hören / hab plötzlich es getan, und es traf ein. /
18687#Jesaja,48,4#4. Wußt ich doch, daß du hart / und Eisenband dein Nacken / und deine Stirn von Erz /
18688#Jesaja,48,5#5. so tat ich längst dirs kund / bevor es kam, ließ ich dichs hören / daß du nicht sagst: / ,Mein Götze hats getan / mein Schnitzwerk und mein Gußbild es geboten.' /
18689#Jesaja,48,6#6. Du hast gehört, schau alles / und ihr / wollt ihrs nicht künden? / Ich ließ das Neue dich / von nun ab hören / Verwahrtes, was du nicht gekannt. /
18690#Jesaja,48,7#7. Jetzt wards geschaffen, nicht schon längst / und vor dem Tag. / Du hast es nicht gehört / daß du nicht sprichst: / ,Habs ja gekannt!' /
18691#Jesaja,48,8#8. Hast nichts gehört / hast nichts gewußt / noch hat sich je dein Ohr geöffnet. Habs ja gewußt / du wirst, mußt treulos sein. / Verräter warst vom Mutterschoß an du geheißen. /
18692#Jesaja,48,9#9. Um meines Namens willen / blieb ich in Langmut / um meinen Ruhm / hab ich mich dir bezähmt / dich nicht zu tilgen. /
18693#Jesaja,48,10#10. Ich hatte dich geläutert; / nicht in des Silbers / in Elends Schmelze hab ich dich erprobt. /
18694#Jesaja,48,11#11. Um meinet-, meinetwillen tu ich dies; / wie dürft mans schänden? / Und meine Ehre geb ich anderm nicht.
18695#Jesaja,48,12#12. Hör auf mich, Jaakob / und Jisraël, das mir berufen: / Ich bin es, ich, der Erste / ich auch der Letzte. /
18696#Jesaja,48,13#13. Ja, meine Hand, sie gründete die Erde / und meine Rechte hat die Himmel ausgespannt / ich rief sie auf / da standen sie zusamt. /
18697#Jesaja,48,14#14. Tut alle euch zusammen, hört! / Wer unter ihnen tat dies kund? / Der Ewge, der ihn liebt / tat seinen Willen an Babel / sein Arm an den Kasdäern. /
18698#Jesaja,48,15#15. Ich, ich hab es geredet / ja, ihn gerufen / hab ihn herbeigeholt / so hatt' sein Weg Erfolg. /
18699#Jesaja,48,16#16. Heran zu mir, hört dies / hab ichs vom Anfang nicht / da's im Verborgnen war, gekündet? / Von Stund ab, da es ward / war ich dabei; / und jetzt hat mich entsandt / Gott, Herr, und dessen Geist.
18700#Jesaja,48,17#17. So spricht der Ewige, dein Löser / der Heilge Jisraëls: / Ich lehr, der Ewige, dein Gott / zu wirken dich / weis an dich auf dem Wege, den du gehst. /
18701#Jesaja,48,18#18. Wenn du, wo ich geboten, mir gehorcht / es gliche einem Strom dein Glück / dein Heil des Meeres Wellen; /
18702#Jesaja,48,19#19. dann wäre wie der Sand dein Same / wie seine Körnchen deines Leibes Sprossen / nicht ausgerottet, nie getilgt / vor mir sein Name.
18703#Jesaja,48,20#20. Zieht aus von Babel / eilt fort aus der Kasdäer Land / mit Jubelschall tut kund / laßt hören dies / tragts hin bis zu der Erde Ende / sprecht: / ,Erlöst hat er, der Ewge / seinen Knecht Jaakob.' /
18704#Jesaja,48,21#21. Sie dursten in den Öden nicht / da er sie führt; / und Wasser aus dem Felsen ließ er ihnen rieseln / er spaltete den Fels / da strömten Wasser.
18705#Jesaja,48,22#22. Kein Heil / spricht der Ewige / den Frevlern!
18706#Jesaja,49,1#1. Hört, Seelande, auf mich / horcht auf, ihr Nationen aus der Ferne! / Der Ewge hat vom Mutterleibe mich berufen / von meiner Mutter Schoß mit Namen mich genannt. /
18707#Jesaja,49,2#2. Er machte meinen Mund wie scharfes Schwert / im Schatten seines Armes barg er mich; / er machte mich zum ausgesuchten Pfeil / in seinem Köcher barg er mich /
18708#Jesaja,49,3#3. und sprach zu mir: / Mein Knecht bist du / du, Jisraël, daran ich mich berühme. /
18709#Jesaja,49,4#4. Und ich, gemeint hatt ich: / vergeblich hab ich mich gemüht / für Leer und Lug die Kraft vertan. / Doch nein, mein Recht ist bei dem Ewigen / mein Werklohn steht bei meinem Gott. /
18710#Jesaja,49,5#5. Nun aber spricht der Ewige / der mich vom Mutterschoß / zum Knecht ihm hat gebildet / zurück, zu sich hin Jaakob zu bringen / daß Jisraël zu ihm wird heimgeholt / daß ich geehrt bin in des Ewgen Augen / und Gott ward meine Stärke. /
18711#Jesaja,49,6#6. Da spricht er: / Gering dafür, daß du mir Knecht / ists Jaakobs Stämme aufzurichten / und die Bewahrten Jisraëls zurückzubringen, / so mach ich dich zum Licht der Völker / daß reicht mein Heil bis zu der Erde Ende.
18712#Jesaja,49,7#7. So sagt der Ewige / der Löser Jisraëls, sein Heiliger / dem, der des Lebens spottet / das Volk verabscheut / vom Knecht der Herrscher: / die Könige, sie werdens sehn und sich erheben / die Fürsten und sich niederwerfen / des Ewgen wegen, der bewährt / des Heilgen Jisraëls, der dich erkoren. /
18713#Jesaja,49,8#8. So spricht der Ewige: / Zur Zeit der Huld erhör ich dich / am Tag des Heiles helf ich dir / hab dich geformt und mache dich / zu Volkes Bundeshüter / das Land erstehn zu machen / um zuzueignen Eigentum, verödet. /
18714#Jesaja,49,9#9. Zu sagen den Gefangnen: Kommt hervor! / Zu denen, die im Dunkel: Zeigt euch frei! / An Wegen solln sie weiden / an allen Aun ist ihre Trift. /
18715#Jesaja,49,10#10. Sie hungern nicht und dursten nicht / nicht schlägt der Glutwind sie, noch Sonne / denn ihr Erbarmer führt sie an / geleitet sie an Wasserquellen. /
18716#Jesaja,49,11#11. All meine Berge mache ich zum Weg / und meine Straßen laufen droben. /
18717#Jesaja,49,12#12. Sieh, diese kommen aus der Ferne / und jene, sieh, von Nord und West / und die hier aus dem Land der Sinier. /
18718#Jesaja,49,13#13. Jauchzt auf, ihr Himmel, und frohlocke, Erde / ihr Berge, brecht in Jubel aus; / hat doch der Ewige sein Volk getröstet / und seiner Armen sich erbarmt.
18719#Jesaja,49,14#14. Es sprach Zijon: / ,Verlassen hat der Ewge mich / mein Herr mich vergessen.' /
18720#Jesaja,49,15#15. Vergißt ein Weib ihr Brustkind / daß sichs erbarm des Sohns aus ihrem Schoß? / Wenn solche selbst vergessen - / ich, ich vergeß dich nicht. /
18721#Jesaja,49,16#16. Sieh, auf die Hände mir hab ich dich eingezeichnet / hab deine Mauern ständig vor mir. /
18722#Jesaja,49,17#17. Her eilen deine Kinder; / die dir Zerstörer und Verheerer / ziehn weg von dir. /
18723#Jesaja,49,18#18. Heb ringsum deine Augen / und schau / sie alle sammeln sich / sie kommen zu dir. / Ich lebe! / Ist des Ewgen Spruch / sie alle, wie Geschmeid legst du sie an / schnürst um sie wie die Braut. /
18724#Jesaja,49,19#19. Wo deine Trümmer, Öden, dein zerstörtes Land / da ists zu eng dir nun vor Wohnern / und fort sind deine Verderber. /
18725#Jesaja,49,20#20. Noch sprechen vor deinen Ohren / die Kinder, dir geraubt: / ,Eng ist der Raum mir / rück ab mir, daß ich sitze!' /
18726#Jesaja,49,21#21. Und sprichst in deinem Herzen: / ,Wer hat mir die geboren? / War ich der Kinder doch beraubt und einsam / verbannt, verstoßen; / und die, wer zog sie groß? / Sieh, ich war ja allein geblieben - / woher nun diese?' /
18727#Jesaja,49,22#22. So spricht Gott, Herr: / Sieh, zu den Völkern heb ich meine Hand / und an die Nationen höh ich mein Panier / da bringen deine Söhne sie im Brustbausch / und deine Töchter trägt man auf der Schulter. /
18728#Jesaja,49,23#23. Und Könige sind deine Wärter / und ihre Fürstinnen dir Ammen; / das Angesicht zur Erde falln sie vor dir nieder / und lecken deiner Füße Staub. / Dann weißt du es, daß ich der Ewge bin / daß, die mein harren, nie zuschanden werden.
18729#Jesaja,49,24#24. Nimmt man vom Helden Beute? / Entrinnt des Siegers Fang? /
18730#Jesaja,49,25#25. Denn so spricht der Ewige: / Des Helden Fang auch wird genommen / und Beute des Gewaltgen mag entrinnen; / und ich mit deinen Hadrern hadre ich / und deinen Kindern bring ich Rettung. /
18731#Jesaja,49,26#26. Und fressen laß das eigne Fleisch ich deine Quäler / daß sie wie Most von ihrem Blute saufen / und alles Fleisch erkennt / daß ich, der Ewige, dein Retter / und dein Erlöser ist der Hehre Jaakobs.
18732#Jesaja,50,1#1. So spricht der Ewige: / Wo ist denn eurer Mutter Scheidebrief / mit dem ich sie verstoßen / wer ists von meinen Schuldherrn / dem ich euch verkauft? / Um eurer Sünden willen waret ihr verkauft / ob eurer Freveltaten ward verstoßen eure Mutter. /
18733#Jesaja,50,2#2. Warum, kam ich, war keiner da / rief ich, gab keiner Antwort? / War kurz mein Arm, kurz zum Erlösen / und keine Kraft in mir zu retten? / Sieh, durch mein Schelten trockne ich das Meer / schaff Ströme um in Wüste; / es faulen ihre Fische, weil kein Wasser / verderben vor Durst. /
18734#Jesaja,50,3#3. Ich kleide die Himmel in Düster / und Sackzeug mach ich ihre Hülle.
18735#Jesaja,50,4#4. Gott, Herr / er gab mir der Belehrung Zunge / das Stammeln zu verstehn / dem Redemüden / erweckt des Morgens / des Morgens weckt er mir das Ohr / zu lauschen nach Belehrung. /
18736#Jesaja,50,5#5. Gott, Herr, er öffnet' mir das Ohr / ich trotzte nicht / trat nicht zurück. /
18737#Jesaja,50,6#6. Den Rücken bot ich den Schlägern / und meine Wangen den Raufern / barg nicht mein Antlitz / vor Schimpf und Speien. /
18738#Jesaja,50,7#7. Doch Gott, der Herr, er hilft mir / darum beschimpfts mich nicht. / Drum mache ich mein Antlitz wie den Kiesel / weiß, nimmer werde ich zuschanden. /
18739#Jesaja,50,8#8. Nah ist, der Recht mir schafft; / wer streitet mit mir? / Laßt uns zusammenstehn! / Wer hat mit mir zu rechten? /
18740#Jesaja,50,9#9. Er nahe mir! / Sieh, Gott, der Herr, er hilft mir / wer ists, der mich beschuldigt? / Sieh an, sie alle schleißen wie Gewand / die Motte frißt sie!
18741#Jesaja,50,10#10. Wer fürchtet unter euch den Ewigen / hört auf die Stimme seines Knechts? / Wer düster wandelt, keinen Lichtschein sieht / vertraue auf des Ewgen Namen / und stütze sich auf seinen Gott. /
18742#Jesaja,50,11#11. Sieh an, ihr alle, die ihr Feuer zündet / euch Flämmchen rüstet / geht hin in eures Feuers Glut / den Flämmchen, die ihr angezündet. / Von meiner Hand ward dieses euch. Die ihr in Qualen lieget:
18743#Jesaja,51,1#1. Hört auf mich, die dem Heil ihr nachgeht / den Ewigen suchet / schaut auf den Fels, draus ihr Gehauen / und auf den Grubenschacht, draus ihr erbohrt; /
18744#Jesaja,51,2#2. auf Abraham schaut, euren Vater / auf Sara, die euch hat geboren. / Hab ihn als einen ja berufen / und ihn gesegnet und gemehrt. /
18745#Jesaja,51,3#3. Es tröstet ja der Ewge Zijon / er tröstet alle seine Trümmer / macht seine Wüste Eden gleich / und sein Gesenke wie des Ewgen Garten. / Die Wonne und die Freude trifft man drin / die Huldigung, des Jubels Hall.
18746#Jesaja,51,4#4. Horch mir, mein Volk / lausch, meine Nation, mir zu! / Denn Weisung geht von mir aus / mein Rechtsspruch als der Völker Licht.
18747#Jesaja,51,5#5. Im Nu, nah ist mein Heil / auf geht mein Helfen / und meine Arme richten Völker / mein harren Seelande / und warten meines Arms. /
18748#Jesaja,51,6#6. Hebt auf zum Himmel eure Augen / und schaut zur Erde drunten; / denn wie der Rauch zerstiebt der Himmel / die Erde morscht wie ein Gewand / und ihre Wohner sterben hin wie Mücken. / Doch meine Hilfe bleibt für Ewigkeit / mein Heil, es endet nicht. /
18749#Jesaja,51,7#7. Auf mich hört, die das Recht ihr kennt / du Volk, das meine Weisung hat im Herzen: / nicht fürchtet Schimpf von Menschen / und schrecket nicht vor ihrem Schmähn. /
18750#Jesaja,51,8#8. Denn wie Gewand frißt sie die Motte / und wie die Wolle zehrt die Schabe sie. / Mein Heil jedoch besteht für ewig / und meine Hilfe Zeit um Zeiten.
18751#Jesaja,51,9#9. Auf, auf / hüll dich in Kraft / des Ewgen Arm! / Auf, wie in Vorwelttagen / Urzeitgeschlechtern! / Warst du es nicht, der Rahab niederhieb / durchbohrte den Drachen? /
18752#Jesaja,51,10#10. Warst du es nicht, der trocknete das Meer / der Urflutherrin Wasser / der legt durch Meerestiefen einen Weg / drauf die Erlösten zogen? /
18753#Jesaja,51,11#11. Und die vom Ewgen Losgekauften kehren wieder / und kommen nach Zijon in Jubel / mit ewger Freude auf dem Haupt; / die Wonne und die Freude treffen ein / es fliehen Kümmernis und Seufzen.
18754#Jesaja,51,12#12. Ich bins, ich, der euch tröstet. / Wer, du, der fürchtet / vor Menschlein, sterblich / und vor dem Erdenkind / das man zum Grase tut? /
18755#Jesaja,51,13#13. Und du vergißt des Ewgen, deines Schöpfers / der Himmel ausgespannt / die Erde hat gegründet / und bangst beständig, alletag / vor des Bedrängers Wut / wie er da zu verderben sucht? / Und wo bleibt des Bedrängers Wut? /
18756#Jesaja,51,14#14. Er eilt im Amtskleid: Aufgetan! / Daß er zur Grube hin nicht sterbe / und er des Brotes nicht ermangle.
18757#Jesaja,51,15#15. Ich aber bin der Ewige, dein Gott / der grollt dem Meer, daß seine Wellen tosen / der Ewige der Scharen ist sein Name. /
18758#Jesaja,51,16#16. Ich legte meine Worte dir in deinen Mund / im Schatten meiner Hand verdeckt ich dich / zu pflanzen Himmel / zu gründen Erde / zu Zijon zu sprechen: / ,Mein Volk bist du.'
18759#Jesaja,51,17#17. Raff auf dich, raff dich auf / steh auf, Jeruschalaim / die du getrunken aus des Ewgen Hand / den Becher seines Grimms / des Taumelbechers Kelch / getrunken, ausgeschlürft. /
18760#Jesaja,51,18#18. Führt keiner sie / von allen Söhnen, die sie hat geboren / faßt keiner ihre Hand / von allen Kindern, die sie großgezogen? /
18761#Jesaja,51,19#19. Zwei sinds, die dich betroffen / wer zeigt dir Mitleid? / Verheerung und Sturz / und Hunger und Schwert / wie soll ich dich trösten? /
18762#Jesaja,51,20#20. Umnachtet liegen deine Söhne / vornan in allen Straßenecken / wie brandgezeichnet / die von des Ewgen Grimm erfüllt / dem Schelten deines Gottes. /
18763#Jesaja,51,21#21. Drum hör dies, Ärmste / die trunken, nicht vom Wein. /
18764#Jesaja,51,22#22. So spricht dein Herr, der Ewige, dein Gott, der streitet für sein Volk: / Sieh an, ich nehm aus deiner Hand / den Taumelbecher / den Krugkelch meines Grimms / sollst fortan du nicht trinken. /
18765#Jesaja,51,23#23. Ich gebe ihn in deiner Quäler Hand / die da zu deiner Seele sprachen: / ,Duck hin, daß wir hinüberschreiten', / du machtest deinen Leib dem Boden gleich / und wie die Flur den Schreitenden.
18766#Jesaja,52,1#1. Auf, auf / hüll dich in deine Kraft, Zijon! / Zieh an die Prachtgewänder / Jeruschalaim, heilge Stadt. / Denn nicht mehr soll dich betreten / ein Ungelöster und Befleckter. /
18767#Jesaja,52,2#2. Entschüttle dich vom Staub, steh auf / Gefangenschaft Jeruschalaims / mach frei dir deines Halses Fesseln / Gefangne, Tochter Zijons. /
18768#Jesaja,52,3#3. Denn so spricht der Ewge: / Umsonst ward ihr verkauft / und ohne Geld seid ausgelöst. /
18769#Jesaja,52,4#4. Denn so spricht Gott, der Herr: / Erstwillig nach Mizraim zog mein Volk hinab / um dort zu gasten / und Aschschur hat um nichts es ausgepreßt. /
18770#Jesaja,52,5#5. Und nun, was hab ich hier? / Ist des Ewigen Spruch; / ist ja umsonst mein Volk genommen / es tollen, die's beherrschen / ist des Ewgen Spruch / und ständig, alletag gelästert ist mein Name. /
18771#Jesaja,52,6#6. Drum soll mein Volk erkennen meinen Namen / darum an jenem Tag / daß ichs bin, der geredet / ich bin es!
18772#Jesaja,52,7#7. Wie lieblich auf den Bergen / des Frohboten Tritte / der Frieden kündet / Glück meldet / Heil kündet / der spricht zu Zijon: / ,König ward dein Gott!' /
18773#Jesaja,52,8#8. Horch / deine Späher heben Ruf / zusamt sie jubeln; / denn Aug an Auge schauen sie / wie nach Zijon der Ewige zurückkehrt. /
18774#Jesaja,52,9#9. Jauchzt auf und jubelt allesamt / Jeruschalaims Trümmer / getröstet hat der Ewige sein Volk / erlöst Jeruschalaim. /
18775#Jesaja,52,10#10. Bloßstreift der Ewge seinen heilgen Arm / vor aller Völker Augen / und alle Erdenenden schauen / unsres Gottes Hilfe. /
18776#Jesaja,52,11#11. Fortziehet, fort / zieht aus von dort / unrein ists, rührts nicht an / zieht aus aus seiner Mitte / rein haltet euch / die ihr des Ewigen Geräte tragt. /
18777#Jesaja,52,12#12. Denn nicht in Hasten sollt ihr ausziehn / und nicht im Flüchten wandern / denn vor euch schreitet hin der Ewige / und eure Nachhut ist Gott Jisraëls.
18778#Jesaja,52,13#13. Sieh, Glück erschaut mein Knecht / er steigt, emporgetragen, raget hoch. /
18779#Jesaja,52,14#14. Wie viele sich bei dir entsetzt / weil so entstellt vom Menschlichen sein Aussehn / und die Gestalt ihm vor den Erdenkindern - /
18780#Jesaja,52,15#15. so macht er viele Völker staunen / verschließen Könige ob ihm den Mund; / denn nie Erzähltes schauen sie / und was sie nie erhört / des werden sie gewahr.
18781#Jesaja,53,1#1. Wer glaubte unsrer Kunde / des Ewgen Arm, wem ward er offenbar? /
18782#Jesaja,53,2#2. Aufstieg er wie ein Schößling vor sich hin / und wie die Wurzel aus des Durstes Land. / Hatt nicht Gestalt noch Hoheit / daß wir ihn ansähn / kein Aussehn, daß wir sein begehrten. /
18783#Jesaja,53,3#3. Verachtet und gemieden von den Menschen / ein Mann der Schmerzen und vertraut mit Krankheit / und daß vor ihm das Antlitz man verbarg / verachtet, daß wir ihn nicht zählten. /
18784#Jesaja,53,4#4. Doch unser Kranken ists, das er getragen / und unsre Schmerzen, er hat sie gelitten. / Wir aber glaubten ihn behaftet / von Gott geschlagen und erniedert. /
18785#Jesaja,53,5#5. Er aber ward durchbohrt ob unsrer Frevel / zermalmt um unsre Sünden / die Züchtigung für unser Wohl lag auf ihm / durch seine Striemen ward uns Heilung. /
18786#Jesaja,53,6#6. Wir alle irrten wie die Schafe / ein jeder seines Weges kehrten wir; / der Ewge aber schickt' ihm zu / unser aller Schuld. /
18787#Jesaja,53,7#7. Bedrängt, war er gebeugt / und öffnet' nicht den Mund / wie Lamm, zur Schlachtung hingeführt / und wie das Schaf, verstummt vor seinen Scherern / und öffnet' nicht den Mund. /
18788#Jesaja,53,8#8. Aus Haft und aus Gericht ward er geholt / und seinen Umlauf, wer kann ihn erzählen / wie abgeschnitten er aus Lebens Land? / Ob meines Volkes Frevel traf ihn Schaden /
18789#Jesaja,53,9#9. und gab bei Übeltätern man sein Grab / bei dem, der reich an seinen Todessünden; / ob er doch Raub nicht übte / kein Trug in seinem Mund war. /
18790#Jesaja,53,10#10. Der Ewge aber wollte ihn zerschlagen / er macht' ihn krank / ob du es merkst, daß Schuldopfer sein Leben. Er schaut noch Samen / lebt noch lang / des Ewgen Wollen soll durch ihn noch glücken. /
18791#Jesaja,53,11#11. Nach seiner Seele Pein tränkt er sich satt / durch seine Kenntnis schafft er Recht Gerechtem / mein Knecht, den Großen / und ihre Sünden trug er; /
18792#Jesaja,53,12#12. drum geb ich Anteil mit den Großen ihm / und mit den Mächtgen teilt er Beute / weil er dem Tod sein Leben hingegossen / und unter die Verräter war gezählt / wo er der Großen Sünde trug / und der Verräter Schickung auf sich nahm.
18793#Jesaja,54,1#1. Kindlose, juble / die nicht geboren / brich aus in Jubel, jauchze / die nicht gekreißt / denn mehr sind der Verwaisten Kinder / als der Vermählten / spricht der Ewige. /
18794#Jesaja,54,2#2. Spann weit den Raum deines Zeltes / man strecke die Behänge deiner Wohnstatt / spare nicht / lang mache deine Stricke / und deine Pflöcke ramme! /
18795#Jesaja,54,3#3. Denn rechts und links hin brichst du aus / dein Same, er beerbt die Völker / verheerte Städte werden sie besiedeln. /
18796#Jesaja,54,4#4. Nicht fürchte! / Wirst ja nicht zuschanden. / Sei nicht beschämt! / Du wirst ja nicht erblassen. / Denn deines Maidtums Schmach wirst du vergessen / und deines Witwenstandes Schimpf nicht mehr gedenken; /
18797#Jesaja,54,5#5. denn Gatte ist dein Schöpfer dir / der Ewige der Scharen ist sein Name / und dein Erlöser ist der Heilge Jisraëls / der ganzen Erde Gott ist er geheißen. /
18798#Jesaja,54,6#6. Denn wie ein Weib / verstoßen und verstörter Seele / ruft dich der Ewige / wie Weib der Jugendzeit / da sie verschmäht war / spricht dein Gott. /
18799#Jesaja,54,7#7. In schwachem Schelten / hab ich dich verlassen / in starker Liebe / hol ich dich heim. /
18800#Jesaja,54,8#8. In Zorneszucken / barg ich mein Antlitz / ein Nu vor dir; / in ewger Treue lieb ich dich / spricht dein Erlöser / der Ewige.
18801#Jesaja,54,9#9. Wie Noahs Wasser ist mir dies / wo ich geschworen, daß nicht mehr / die Wasser Noahs fluten ob der Erde / so schwöre ich, dir nimmermehr zu zürnen / noch dich zu schelten.
18802#Jesaja,54,10#10. Denn mögen Berge weichen / und Höhen wanken / mein Treuvertrag weicht nicht von dir / und meines Heils Bündnis wankt nicht / spricht dein Erbarmer / der Ewige.
18803#Jesaja,54,11#11. Du Elende, umstürmt und nicht getröstet / sieh an, ich leg in Bunterz deine Steine / und gründe dich in Saphiren /
18804#Jesaja,54,12#12. und mach Rubine deine Zinnen / und deine Toren zu Karfunkeln / all dein Bereich zu edlem Stein. /
18805#Jesaja,54,13#13. Und alle deine Kinder sind vom Ewigen belehrt / und groß ist deiner Kinder Heil. /
18806#Jesaja,54,14#14. Im Recht wirst du errichtet / bleib ferne von Bedrückung / - du hast ja nichts zu fürchten - / und von Bestürzung / - denn sie naht dir nicht. /
18807#Jesaja,54,15#15. Sieh, schürt zu Streit wer / nichts wird da ohne mich / wer mit dir streitet / er fällt ob dir. /
18808#Jesaja,54,16#16. Sieh, ich, ich schuf den Schmied / der bläst der Flamme Balg / die Waffe fördert als sein Werk / und ich, ich schuf den, der verdirbt / um zu zerstören. /
18809#Jesaja,54,17#17. Jedwede Waffe, wider dich geformt / dringt nimmer durch / und jede Zunge, die mit dir zu rechten sich erhebt / setzt du ins Unrecht: / das ist das Erbe für des Ewgen Knechte / ihr Recht von mir her / ist des Ewgen Spruch.
18810#Jesaja,55,1#1. Auf, all ihr Durstenden / zieht hin zum Wasser / und wer kein Geld hat / kommt, schaffet an und eßt / ja, geht, schafft Korn euch ohne Geld / und ohne Zahlung Wein und Milch. /
18811#Jesaja,55,2#2. Was sollt ihr Silber wägen / für - was kein Brot / und euren Mühertrag / um was nicht sättigt? / Hört ihr auf mich / so eßt ihr Köstliches / verwöhnt an Fett sich eure Seele. /
18812#Jesaja,55,3#3. Neigt euer Ohr / und kommt zu mir / hört, und es lebe eure Seele! / Ich will euch stiften ewgen Bund / die Treuverheißungen Dawids, bewährt.
18813#Jesaja,55,4#4. Sieh an, zum Warner für die Völker hab ich ihn bestellt / zum Fürsten und Gebieter der Nationen. /
18814#Jesaja,55,5#5. Sieh, Volk, das du nicht kennst / rufst du herbei / und Volk, das dich nicht kennt / es eilt zu dir / um deinen Gott, den Ewigen / den Heilgen Jisraëls / denn er verherrlicht dich.
18815#Jesaja,55,6#6. Strebt zu dem Ewigen / da er sich finden läßt / ruft an ihn / da er nah ist! /
18816#Jesaja,55,7#7. Der Frevler lasse seinen Weg / der Mann des Unheils seine Pläne / er kehre um zum Ewgen / daß er sich sein erbarme / zu unserm Gott / weil reich er im Verzeihn. /
18817#Jesaja,55,8#8. Denn nicht sind meine Pläne eure Pläne / nicht eure Wege meine Wege / ist des Ewigen Spruch. /
18818#Jesaja,55,9#9. Wie hoch die Himmel ob der Erde ragen / so überragen meine Wege eure Wege / und meine Pläne eure Pläne. /
18819#Jesaja,55,10#10. Denn wie vom Himmel fällt der Regen und der Schnee / und dorthin nicht zurückkehrt / er habe denn durchtränkt die Erde / sie fruchten und sie sprossen lassen / und Saat gegeben für den Sämann / und Brot dem Essenden /
18820#Jesaja,55,11#11. so ists mit meinem Wort / das kommt aus meinem Mund: / Nicht kehrt es leer zu mir zurück / es habe denn gewirkt / was ich gewollt / und durchgeführt / wozu ich es entsandt.
18821#Jesaja,55,12#12. In Freuden sollt ihr ausziehn / in Frieden ihr geleitet werden / die Berge und die Höhen brechen aus / vor euch in Jubel / und alle Bäume des Gefilds / sie klatschen in die Hände. /
18822#Jesaja,55,13#13. Statt des Gestrüpps sproßt die Zypresse / und statt der Nessel sprießt die Myrthe; / das wird dem Ewigen zum Ruhm / zu ewgem Wunderzeichen / nimmer ausgetilgt.
18823#Jesaja,56,1#1. So spricht der Ewige: / Wahrt Recht / und übt Gerechtigkeit / denn nah ist meine Hilfe / am Kommen / mein Rechtssieg / am Sichtbarwerden.
18824#Jesaja,56,2#2. Beglückt der Mensch / der solches tut / das Erdenkind / das daran festhält: / den Sabbat wahrt / ihn nicht zu schänden / wahrt seine Hand / daß sie nichts Böses tut. /
18825#Jesaja,56,3#3. Und sage nicht der Fremde Sohn / der sich dem Ewigen gesellt / und spreche: / ,Ausscheiden wird der Ewge mich aus seinem Volk.' / Und spreche der Verschnittne nicht: / ,Sieh an, ich bin ein dürrer Baum.' /
18826#Jesaja,56,4#4. Denn also spricht der Ewige von den Verschnittenen / die meine Sabbate bewahren / was mir gefällt, erwählen / und fest an meinem Bunde halten: /
18827#Jesaja,56,5#5. So geb ich ihnen / in meinem Haus / und meinen Mauern / Handmal und Namen / mehr wert als Söhne und als Töchter; / ich gebe ihnen ewgen Namen / der nimmer wird getilgt. /
18828#Jesaja,56,6#6. Der Fremde Söhne aber / die sich dem Ewigen gesellen / daß sie ihm dienen / des Ewgen Namen lieben / ihm sind zu Knechten; / alldie den Sabbat wahren / ihn nicht zu schänden / und fest an meinem Bunde halten /
18829#Jesaja,56,7#7. die bringe ich zu meinem heilgen Berg / laß sie sich freun in meinem Haus des Betens / mit ihren Hoch- und Schlachtopfern / zur Huld auf meinem Altar / wird ja mein Haus ein Haus des Betens heißen / für alle Völker. /
18830#Jesaja,56,8#8. Der Spruch von Gott dem Herrn / der heimholt die Verstoßnen Jisraëls: / Noch hol ich heim dazu / zu seinen Heimgeholten.
18831#Jesaja,56,9#9. Des Feldes Tiere alle / kommt her zum Fraß / all das Getier im Wald! /
18832#Jesaja,56,10#10. All seine Späher: Blinde / sie merken nichts / sind alle stumme Hunde / sie können nicht bellen, / die Träumer liegen da / schlafsüchtig. /
18833#Jesaja,56,11#11. Da sind die Hunde starker Gier / sie kennen kein ersatten / und jene - die Hirten - / verstehn nicht aufzumerken. / Sie alle kehren ihres Wegs / ein jeder seinem Raffen nach / zum äußersten. /
18834#Jesaja,56,12#12. ,Kommt her, ich bringe Wein / laßt Rauschtrank uns saufen; / und morgen solls wie heute sein / noch größer, noch viel mehr!'
18835#Jesaja,57,1#1. Der Rechtliche geschwunden / und keiner nimmts zu Herzen; / die Frommen weggerafft / weils keiner merkt. / Denn vor der Bosheit wird gerafft der Rechtliche /
18836#Jesaja,57,2#2. der wandelt in Frieden. / Auf ihren Lagern ruhn / die gradhin gewandelt.
18837#Jesaja,57,3#3. Und ihr / heran kommt / ihr Söhne der Verbuhlten / die Brut der Ehebrecher und der Buhlerin! /
18838#Jesaja,57,4#4. An wem wollt ihr Verwöhnte spielen? / Bei wem den Mund ihr weiten / die Zunge strecken? / Seid doch des Treubruchs Kinder / der Lüge Brut! /
18839#Jesaja,57,5#5. Die sich erhitzen bei den Terebinthen / und unter jedem üppgen Baum / die Kinder schlachten in den Tälern / im Grund der Felsenklüfte. /
18840#Jesaja,57,6#6. Die Gleißenden des Tales sind dein Teil / die sind, die sind dein Los / auch ihnen gossest Opferguß du hin / trugst Gabe auf. / Sollt drob ich Ruhe finden? /
18841#Jesaja,57,7#7. Auf hohem, ragendem Berg / hieltst du dein Lager / auch dorthin stiegst du / um Schlachtung zu schlachten. /
18842#Jesaja,57,8#8. Und hinter Tür und Pfosten / erstelltest du dein Zeichen; / denn hattest du von mir dich freigemacht / stiegst du hinauf / du machtest breit dein Lager. / Schloßt ab unter ihnen / mit denen, deren Lager du beliebtest / Handschlag-Vertrag. /
18843#Jesaja,57,9#9. Du zogst zum Melech hin / im Duftöl / und mehrtest deine Salben / entsandtest weithin deine Boten / tief zur Scheol hinab. /
18844#Jesaja,57,10#10. Vom weiten Marsch ermattet / sprachst du doch nicht: ,Umsonst!' / Was deine Hand belebte, fandest du / drum warst du nicht erschöpft. /
18845#Jesaja,57,11#11. Wen hattest du zu scheun, zu fürchten / daß du gelogen? / Da mein du nicht gedacht / es nicht zu Herzen dir genommen? / Blieb ich nicht stumm von je schon? / So hattest du mich nicht zu fürchten! /
18846#Jesaja,57,12#12. Ich, ich will kundtun deine ,Rechtlichkeit' / und deine Werke / sie werden dir nichts nützen. /
18847#Jesaja,57,13#13. Schreist auf du, möge dich erretten / was du zusammen dir gehäuft! / Doch alle hebt ein Wind hoch / rafft fort ein Hauch. / Doch wer bei mir sich birgt / besitzt das Land / und nimmt zu Erbe meinen heilgen Berg.
18848#Jesaja,57,14#14. Da sprichts: / ,Bahnt, bahnet / macht frei den Weg / hebt auf den Strauchelstein / von meines Volkes Weg.' /
18849#Jesaja,57,15#15. Denn so spricht er / der Hohe und Erhabne / der ewig Thronende / des Name heilig: / Hoch, heilig thron ich / und bei Zerschlagnem und Geistgebeugtem / um zu beleben der Gebeugten Geist / und zu beleben der Zerschlagnen Herz! /
18850#Jesaja,57,16#16. Denn ewighin nicht will ich hadern / und nicht für immer zürne ich / hat ja von mir der Odem sich erfacht / die Seelen, ich hab sie gewirkt. /
18851#Jesaja,57,17#17. Um seines Raffens Schuld hab ich gezürnt / und es geschlagen, mich verbergend, zürnend; / da wandelt' es verführt auf seines Herzens Weg. /
18852#Jesaja,57,18#18. Ich schaute seine Wege / und will es heilen / es leiten, Tröstung ihm gewähren / und seinen Trauernden. /
18853#Jesaja,57,19#19. Ich schaffe als der Lippen Frucht: / den Frieden / dem Fernen und dem Nahen: Frieden / das spricht der Ewige / und heil es. /
18854#Jesaja,57,20#20. Die Frevler aber sind wie aufgewühltes Meer / denn ruhen kanns nicht / aufwühlen seine Wasser Schlamm und Schmutz. /
18855#Jesaja,57,21#21. Kein Heil, spricht mein Gott / den Frevlern!
18856#Jesaja,58,1#1. Ruf mit der Kehle / unverhalten / dem Horn gleich heb die Stimme / und künde meinem Volke seine Schuld / und Jaakobs Haus seine Sünde. /
18857#Jesaja,58,2#2. Da suchen sie mich Tag um Tag / und meine Wege streben sie zu kennen / wie Volk, das übt Gerechtigkeit / und seines Gottes Recht nicht läßt / sie fragen mich nach wahren Rechtsvorschriften / erstreben Gottes Nähe: /
18858#Jesaja,58,3#3. ,Warum doch fasten wir / und siehst du's nicht / kastein wir uns / und merkst du nichts?' / Seht an, an eurem Fasttag suchet ihr Bedarf / und alldie euch sich placken, treibt ihr an. /
18859#Jesaja,58,4#4. Zu Hader, seht, und zu Gezänke fastet ihr / und dreinzuschlagen mit des Frevels Faust; / so fastet denn nicht / daß in der Höhe eure Stimme halle. /
18860#Jesaja,58,5#5. Ist das ein Fasten, wie ichs liebe? / Ein Tag, da sich der Mensch kasteit / verneigt der Binse gleich sein Haupt / und bettet Sackzeug sich und Asche? / Heißt das du Fasten / und Tag der Huld dem Ewigen? /
18861#Jesaja,58,6#6. Ist das doch Fasten, wie ichs liebe: / der Bosheit Fesseln öffnen / des Joches Bande lösen / die Unterdrückten frei entlassen / und daß ihr alles Joch zersprengt! /
18862#Jesaja,58,7#7. Ists doch, dem Hungrigen dein Brot zu brechen / die Armen, Flüchtigen ins Haus zu bringen / siehst einen Nackten du, so kleide ihn / und deinem Leibeignen entsag dich nicht!
18863#Jesaja,58,8#8. Dann bricht wie Morgendämmern vor dein Licht / und schnell erwächst Genesung dir / und schreitet vor dir her dein Recht / die Herrlichkeit des Ewgen ist dir Nachhut. /
18864#Jesaja,58,9#9. Dann rufst du, und der Ewige erhörts / du flehst, er spricht: ,Hier bin ich.' / Tust du aus deiner Mitte fort das Joch / das Fingerzeigen und Verreden /
18865#Jesaja,58,10#10. gibst deine Seele du dem Hungernden / und sättigst die gequälte Seele / dann strahlt im Dunkel auf dein Licht / und wird dein Düster wie die Mittagshelle. /
18866#Jesaja,58,11#11. Dann leitet dich der Ewige beständig / und sättigt mit Gesundung deine Seele / und kräftigt dein Gebein. / Dann wirst du wie durchtränkter Garten / wie eine Quelle, deren Wasser nicht versiegt. /
18867#Jesaja,58,12#12. Aufbaun die Deinen dann der Vorzeit Trümmer / die Gründungen aus Zeit um Zeit errichtest du / und heißen wirst du: Rißvermaurer / der Pfade Wiederbringer zur Besiedlung. /
18868#Jesaja,58,13#13. Wenn du vom Sabbat rückhältst deinen Fuß / zu schaffen dir Bedarf an meinem heilgen Tag / und heißt den Sabbat Zärtlichkeit / vom Ewigen geheiligt und geehrt / ehrst ihn, daß deine Wege du nicht tust / zu suchen dein Bedürfen und Geding zu dingen /
18869#Jesaja,58,14#14. dann kannst du bei dem Ewigen dich zärteln / ich laß dich reiten auf der Erde Leib / laß dich genießen Jaakobs, deines Vaters, Erbgut; / weil es der Mund des Ewigen geredet.
18870#Jesaja,59,1#1. Sieh, nicht zu kurz zu helfen ist des Ewgen Hand, Nicht schwer sein Ohr zu hören.
18871#Jesaja,59,2#2. Nein, eure Missetaten standen scheidend zwischen euch und eurem Gott, Und eure Sünden bargen ihm das Antlitz, euch zu hören.
18872#Jesaja,59,3#3. Denn eure Hände sind mit Blut beschmutzt / und eure Finger mit Missetat / Trug reden eure Lippen / Arg raunet eure Zunge. /
18873#Jesaja,59,4#4. Ruft keiner an in Rechten / wird nichts in Treu gerichtet. / Auf Leeres baun, Falsch reden / Trug schwangern, Arg gebären. /
18874#Jesaja,59,5#5. Sie öffnen Dracheneier / und weben der Giftspinne Fäden. / Was ißt von ihren Eiern, stirbt / aus dem Zertretnen bricht hervor die Otter. /
18875#Jesaja,59,6#6. Ihr Spinngewebe wird nicht zu Gewand / man hüllt sich nicht in ihre Arbeit / ihr Arbeiten ist Unheilsarbeit / und Raubwerk ist in ihren Händen. /
18876#Jesaja,59,7#7. Zum Bösen rennen ihre Füße / und hasten, Blut, unschuldig, zu vergießen. / Ihr Trachten - Unheilstrachten / Verheerung, Sturz auf ihren Pfaden. /
18877#Jesaja,59,8#8. Den Weg des Friedens kennen sie nicht / kein Recht auf ihren Gleisen. / Sie krümmen ihre Pfade / kennt keiner, der drauf geht, den Frieden.
18878#Jesaja,59,9#9. Darum bleibt Recht uns fern / erreicht Gerechtigkeit uns nicht / wir hoffen auf das Licht / und sieh da - Dunkel / auf Helle - doch im Düster gehn wir. /
18879#Jesaja,59,10#10. Wir tappen wie die Blinden wandentlang / und tasten wie der Augenlose. / Wir stürzen hin in Mittagshelle wie im Dämmern / in Nacht hin wie die Toten. /
18880#Jesaja,59,11#11. Wir heulen wie die Bären alle / und schluchzen wie die Tauben; / wir hofften auf Recht - / ist keines / auf Hilfe - / bleibt uns fern. /
18881#Jesaja,59,12#12. Denn viel sind unsre Treuverbrechen vor dir / und unsre Sünden, zeugend wider uns; / ja, unsre Treuverbrechen sind mit uns / und unsre Missetaten uns bewußt: /
18882#Jesaja,59,13#13. verräterisch den Ewigen verleugnen / entflüchten der Gefolgschaft unsres Gottes / Bedrückung, Abfall reden / zu zeugen, aus dem Sinn hervorzubringen / der Lüge Worte. /
18883#Jesaja,59,14#14. Ward fortgedrängt, zurück das Recht / Gerechtigkeit muß ferne bleiben; / denn auf dem Freiplatz stürzt die Wahrheit / und Grades darf da nimmer kommen. /
18884#Jesaja,59,15#15. So ward Wahrhaftigkeit beseitigt / wer Böses meidet, abgetan. Das sah der Ewige / und böse wars in seinen Augen / daß Recht nicht war. /
18885#Jesaja,59,16#16. Er sah, daß da kein Mann / starr staunend, daß da keiner zwischentrat; / so half sein Arm ihm / und seine Rechtsgewalt, sie stützt' ihn. /
18886#Jesaja,59,17#17. Er legte Rechtsgewalt an wie den Panzer / den Helm des Heiles auf sein Haupt / legt an des Rächens Kleider als Gewandung / hüllt sich den Eifer um wie einen Mantel /
18887#Jesaja,59,18#18. wie zur Vergeltung / wie um heimzuzahlen: / Grimm seinen Drängern / Vergeltung seinen Feinden! / Den Seelanden zahlt er Vergeltung. /
18888#Jesaja,59,19#19. Da fürchten sie vom Westen her / des Ewgen Namen / vom Sonnenaufgang seine Herrlichkeit. / Denn kommen wird er, drängend wie der Strom / den flüchten macht des Ewgen Odem. /
18889#Jesaja,59,20#20. Dann kommt für Zijon ein Erlöser / für die vom Abfall sich Bekehrenden in Jaakob / ist des Ewigen Spruch.
18890#Jesaja,59,21#21. Und ich: / Dies ist mein Bund mit ihnen / spricht der Ewige: / Mein Geist, der auf dir ruht / und meine Worte, die ich legt in deinen Mund / nicht sollen sie aus deinem Munde schwinden / und aus dem Munde deines Samens / noch aus dem Mund von deines Samens Samen / spricht der Ewige / von jetzt an bis in Ewigkeit.
18891#Jesaja,60,1#1. Auf, leuchte, denn es kommt dein Licht / des Ewgen Herrlichkeit erglänzt ob dir. /
18892#Jesaja,60,2#2. Denn sieh, das Dunkel deckt die Erde / und Wolkendüster die Nationen. / Doch über dir glänzt auf der Ewige / und seine Herrlichkeit wird über dir erschaut. /
18893#Jesaja,60,3#3. Da schreiten Völker hin zu deinem Licht / und Könige zu deines Scheines Glanz. /
18894#Jesaja,60,4#4. Heb ringsum deine Augen, sieh: / Sie alle sind versammelt, kommen zu dir. / Es kommen fernher deine Söhne / und deine Töchter, an der Brust gewartet. /
18895#Jesaja,60,5#5. Dann siehst du's, wirst zum Strom / erregt und weitet sich dein Herz / da über dich sich kehrt des Seelands Heer / der Völker Truppen zu dir kommen. /
18896#Jesaja,60,6#6. Schwarm von Kamelen, dich umhüllend / Midjans und Efas junge Tiere / sie alle kommen von Scheba / und Gold und Weihrauch bringen sie / und rufen aus des Ewgen Ruhm. /
18897#Jesaja,60,7#7. Die Schafe Kedars, alle scharen sich zu dir / Nebajots Widder dienen dir / zu Huld auf meinen Altar kommen sie / in meines Prunkes Haus, mit dem ich prange.
18898#Jesaja,60,8#8. Wer sind sie, die da schweben wie Gewölk / und wie die Tauben hin zu ihren Luken? /
18899#Jesaja,60,9#9. Denn meiner harrn die Seelande / und Tarschischs Schiffe vornean / um deine Kinder ferneher zu bringen / ihr Silber und ihr Gold mit ihnen / zum Ruhm des Ewgen, deines Gottes / zum Heilgen Jisraëls / weil er dir Pracht gibt. /
18900#Jesaja,60,10#10. Da baun der Fremde Söhne deine Mauern / und ihre Könige bedienen dich; / denn schlug ich dich in meinem Zorn / in meiner Huld erbarmts mich dein. /
18901#Jesaja,60,11#11. Und offen halten deine Tore ständig / bei Tag und Nacht schließt man sie nicht / dir zuzubringen Völkertruppen / und ihre Könige, einhergeführt. /
18902#Jesaja,60,12#12. Denn Volk und Königreich, das dir nicht dient, geht unter / und die Nationen werden Wust und Wüste. /
18903#Jesaja,60,13#13. Die Pracht des Libanon kommt zu dir / Zypresse, Esche, Nadelholz gesamt / zu schmücken meines Heiligtumes Ort / die Stätte meiner Füße will ich ehren. /
18904#Jesaja,60,14#14. Gehn zu dir bücklings deiner Quäler Söhne / zu deiner Füße Sohlen falln all deine Schmäher / und heißen dich des Ewgen Stadt / Zijon des Heilgen Jisraëls.
18905#Jesaja,60,15#15. Statt daß du warst gemieden und gehaßt / wo keiner durchzog / mach ich dich nun zu ewgem Stolz / zur Lust für Zeit um Zeit. /
18906#Jesaja,60,16#16. Du saugst die Milch der Völker / an königlichen Brüsten sollst du saugen / daß du erkennst, daß ich, der Ewige, dein Helfer / und dein Erlöser bin, der Hehre Jaakobs. /
18907#Jesaja,60,17#17. Statt Erzes bring ich Gold / und statt des Eisens bring ich Silber / und statt des Holzes Erz / und statt der Steine Eisen / und setz als deine Amtschaft Frieden / und dir zu Vögten die Gerechtigkeit. /
18908#Jesaja,60,18#18. Raub wird nicht mehr erhört in deinem Land / Verheerung, Sturz in deinen Marken. / Heil nennst du deine Mauern / und deine Tore: Ruhm. /
18909#Jesaja,60,19#19. Nicht wird die Sonne dir mehr sein zum Licht des Tags / und zur Erhellung dir der Mond nicht leuchten / dann wird der Ewige dir sein ein Licht für immer / dein Gott dir deine Pracht. /
18910#Jesaja,60,20#20. Nicht wird mehr untergehen deine Sonne / dein Mond nicht eingezogen. / Wird ja der Ewge dir ein ewig Licht / und voll sind deiner Trauer Tage. /
18911#Jesaja,60,21#21. Dein Volk dann: alle sie Gerechte / für immer erben sie das Land / Reis meiner Pflanzung / Werk meiner Hände, zum Berühmen. /
18912#Jesaja,60,22#22. Der Kleinste wird zur Tausendschaft / und der Geringste mächtger Stamm; / ich, Ewiger / zu seiner Zeit bring ich es rasch.
18913#Jesaja,61,1#1. Geist Gottes ruht auf mir, des Herrn / weil mich der Ewige gesalbt / Frohbotschaft den Gebeugten zu verkünden, mich entsandt / um zu verbinden die gebrochnen Herzens / um Freiheit auszurufen den Gefangnen / und den Gefesselten Auföffnen /
18914#Jesaja,61,2#2. um auszurufen: Jahr der Huld dem Ewigen / und Tag des Rächens unserm Gott! / Zu trösten alle Trauernden /
18915#Jesaja,61,3#3. es zu erstatten Zijons Trauernden / zu geben ihnen Stolz statt Staub / der Wonne Balsam statt der Trauer / des Ruhmes Mantel statt des trüben Sinns. / Und heißen wird man sie: des Heiles Bäume / des Ewgen Pflanzung, zum Berühmen. /
18916#Jesaja,61,4#4. Aufbauen sie urlängst Verfallnes / Verödetes der Ahnen machen sie erstehn / erneun die Städte des Verfalls / Verödetes aus Zeit um Zeiten. /
18917#Jesaja,61,5#5. Und stehen Fremde, weiden eure Schafe / des Fremdlands Söhne sind euch Ackerer und Winzer. /
18918#Jesaja,61,6#6. Ihr aber sollt des Ewgen Priester heißen / die Diener eures Gottes nennt man euch. / Der Völker Reichtum sollt ihr essen / und euch mit ihrer Herrlichkeit beschenken. /
18919#Jesaja,61,7#7. Statt eurer Schmach und Schande solln sie doppelt ihren Teil bejubeln / darum in ihrem Land sie doppelt erben / wird ewge Freude ihnen werden. /
18920#Jesaja,61,8#8. Denn ich, der Ewige, ich liebe Recht / ich hasse Raub mitsamt dem Unrecht / ich gebe ihren Lohn in Ehrlichkeit / und schließe ihnen ewgen Bund. /
18921#Jesaja,61,9#9. Und bei den Völkern wird bekannt ihr Same / und ihre Sprossen in der Nationen Mitte / alldie sie sehen, merken ihnen an / daß sie der Same, den der Ewige gesegnet.
18922#Jesaja,61,10#10. Laut juble ich im Ewigen / frohlockt die Seele mir in meinem Gott; / daß er mich in des Heils Gewandung hat gekleidet / mich mit des Rechtssiegs Mantel hat umhüllt / wie Bräutigam in Prunktracht feiert / die Braut sich mit dem Zierat schmückt. /
18923#Jesaja,61,11#11. Denn wie die Erde vorbringt ihr Gewächs / und seine Sämlinge der Garten sprießen läßt / so läßt der Ewige, der Herr, Gerechtigkeit ersprießen / und Ruhm vor allen Nationen.
18924#Jesaja,62,1#1. Um Zijons willen schweig ich nicht / und um Jeruschalaims rast' ich nimmer / bis aufgeht wie das Licht sein Recht / sein Heil wie lohe Fackel /
18925#Jesaja,62,2#2. daß schaun dein Recht die Völker / und deine Ehre alle Könige. / Dann heißt man dich mit neuem Namen / den dir des Ewgen Mund benennt. /
18926#Jesaja,62,3#3. Dann wirst du prächtge Krone in des Ewgen Hand / Kopfbund des Königtums in deines Gottes Faust. /
18927#Jesaja,62,4#4. Nicht nennt man fortan dich Gemiedne / dein Land heißt nimmermehr Verödete; / nein: ,Sehn mich nach ihr' nennt man dich / dein Land: ,Vermählte', / weil sich der Ewge sehnt nach dir / dein Land vermählt wird. /
18928#Jesaja,62,5#5. Wie sich der Bursch die Maid vermählt / so werden deine Kinder sich mit dir vermählen; / und wie der Bräutigam sich freut mit seiner Braut / freut deiner sich dein Gott.
18929#Jesaja,62,6#6. Jeruschalaim, über deine Mauern / hab Wächter ich bestellt / den Tag hindurch / die Nacht hinweg / sie schweigen nie. / Die ihr den Ewigen beschwört / nicht Rast euch! /
18930#Jesaja,62,7#7. Und gebt ihm Rast nicht / bis daß er gründet / bis daß er macht Jeruschalaim / zum Ruhm auf Erden. /
18931#Jesaja,62,8#8. Geschworen hat der Ewige bei seiner Rechten / und seinem mächtgen Arm: / ob ich noch fortan geb dein Korn / zum Fraß deinen Feinden / und ob der Fremde Söhne saufen deinen Most / drum du dich gemüht. /
18932#Jesaja,62,9#9. Nein, die es eingebracht, sie solln es essen / den Ewgen preisen / und die ihn eingesammelt, solln ihn trinken / in meines Heiligtumes Höfen.
18933#Jesaja,62,10#10. Zieht, ziehet durch die Tore / macht frei des Volkes Weg / bahnt, bahnt die Bahn. / Räumt sie von Steinen / höht Stangenzeichen bei den Völkern! /
18934#Jesaja,62,11#11. Sieh, laut ließ es der Ewge schallen / bis zu der Erde Ende; / sprecht zu der Tochter Zijon: / ,Da kommt dein Heil! / Dein Lohn, sieh, ist bei ihm / und sein Erwerktes vor ihm!' /
18935#Jesaja,62,12#12. Und heißen wird man sie: / das heilge Volk / des Ewigen Erlöste; / und du wirst heißen: / gesuchte, nicht gemiedne Stadt!
18936#Jesaja,63,1#1. Wer ist das, der vom Rotland kommt / bespritzt die Kleider von der Lese? / Er, machtvoll im Gewand / im Amtskleid, in der Fülle seiner Macht? / Ich bins, der redet in Gerechtigkeit / zu helfen mächtig. /
18937#Jesaja,63,2#2. Warum ist Rot dir am Gewand / sind deine Kleider wie des Keltertreters? /
18938#Jesaja,63,3#3. Getreten hab ich Kelter, ich allein / und von den Völkern war kein Mann mit mir / da trat ich sie in meinem Zorn / und stampfte sie in meinem Grimm / da spritzt ihr Saft auf meine Kleider / all mein Gewand hab ich besudelt. /
18939#Jesaja,63,4#4. Denn Tag der Rache ist in meinem Herzen / das Jahr für meine Bluterlösung ist gekommen. /
18940#Jesaja,63,5#5. Da schaut ich - war kein Helfer / ich starrte hin - und niemand stützt / so half mein Arm mir / mein Grimm, der stützte mich. /
18941#Jesaja,63,6#6. Und ich zertrat in meinem Zorn die Völker / berauschte sie mit meinem Grimm / und ließ zur Erde rinnen ihr Gespritz.
18942#Jesaja,63,7#7. Des Ewgen Liebe will ich preisen / des Ewgen Ruhmeswerke / nach alledem, was uns der Ewige erwiesen / das reiche Gute für Haus Jisraël / das ihnen er erwies durch sein Erbarmen / und nach der Fülle seiner Liebe. /
18943#Jesaja,63,8#8. Da sprach er: Sind mein Volk / sind Kinder, die man nicht verleugnet; / so ward er ihnen Helfer. /
18944#Jesaja,63,9#9. In aller ihrer Drängnis drängt es ihn / durch seinen eignen Boten half er ihnen / in seiner Liebe, seiner Güte löste er sie / und nahm sie auf und höhte sie / allewige Tage. /
18945#Jesaja,63,10#10. Sie aber trotzten, kränkten seinen heiligen Geist; / so wandelt er zum Feind sich ihnen / bekämpft er sie. /
18946#Jesaja,63,11#11. Und er gedacht der Urzeittage / des Retters seines Volkes: / Wo ist, der sie heraufgeführt vom Meer / der Hirte seiner Herde / wo, der ins Innre ihr gelegt / seinen heiligen Geist /
18947#Jesaja,63,12#12. der ziehen ließ zu Mosches Rechten / seinen prangenden Arm / die Wasser spaltete vor ihnen / um ewgen Namen sich zu schaffen /
18948#Jesaja,63,13#13. der sie durch Fluten schreiten ließ / wie das Roß in der Steppe / sie stürzten nicht. /
18949#Jesaja,63,14#14. Gleich Vieh, das in das Tal hinabsteigt / führt es des Ewgen Geist zur Ruh / so führtest du dein Volk / um stolzen Namen dir zu schaffen.
18950#Jesaja,63,15#15. Blick her vom Himmel, sieh / von deinem heilig-herrlichen Palaste / wo ist dein Eifern, deine Heldenkraft? / Das Wallen deines Mutes, dein Erbarmen / sind mir sie verhalten? /
18951#Jesaja,63,16#16. Du bist ja unser Vater; / denn Abraham weiß nicht von uns / und Jisraël, er kennt uns nicht / du, Ewiger, bist unser Vater / ,Erlöser uns von Urzeit' ist dein Name. /
18952#Jesaja,63,17#17. Warum, o Ewger, ließest du uns irren / von deinen Wegen / ließt abgehn unser Herz / von deiner Furcht? / Kehr um um deiner Knechte willen / der Stämme deines Erbguts. /
18953#Jesaja,63,18#18. Nur ein Geringes eignet' es dein heilges Volk / geschändet haben unsre Dränger dir dein Heiligtum. /
18954#Jesaja,63,19#19. Wir wurden, als ob nie du über uns geherrscht / wie über die dein Name nie genannt. Ach, daß die Himmel du zerrissest / herabstiegst, und vor deinem Antlitz / die Berge zerflossen.
18955#Jesaja,64,1#1. Wie Feuer Reisig zündet / wie Feuer Wasser siedet / um deinen Namen kundzugeben deinen Feinden / daß Völker vor dir zittern /
18956#Jesaja,64,2#2. wenn Schauriges du wirkest / wie wirs nicht hofften / daß du herabstiegst / vor dir die Berge zerflossen; /
18957#Jesaja,64,3#3. und wie von jeher man es nicht gehört / es nicht vernommen / ein Aug es nicht gesehn / daß Gottheit außer dir / dem wirkt / der ihrer harrt.
18958#Jesaja,64,4#4. Hast du geschlagen den / der freudig Recht tut / die dich auf deinen Wegen rufen? / Sieh, hattest du gezürnt, so wars da wir gefehlt; / auf jenen wären ewig wir im Heil gewesen. /
18959#Jesaja,64,5#5. So waren gleich dem Unreinen wir alle / wie Bluttuch alle unsre rechten Taten; / wir welkten alle wie das Laub / und unsre Sünden führten wie der Wind uns fort. /
18960#Jesaja,64,6#6. Und keiner, der bei deinem Namen rief / der sich erweckt, um fest an dir zu halten. / Weil du dein Angesicht verhüllt vor uns / uns ließt vergehn durch unsre Sünde. /
18961#Jesaja,64,7#7. Nun aber, Ewger, unser Vater du! / Wir sind der Ton, du unser Bildner / Werk deiner Hand wir alle. /
18962#Jesaja,64,8#8. Nicht zürne, Ewiger, fortzu / und nicht für immer denk der Schuld! / Sieh, schau doch / dein Volk sind wir alle. /
18963#Jesaja,64,9#9. Zur Wüste wurden deine heilgen Städte / Zijon ward Wüste / Jeruschalaim Ödnis. /
18964#Jesaja,64,10#10. Das Haus, uns heilig, unsre Pracht / wo unsre Väter dich gepriesen / ward Flammenbrand / all unser Köstliches / es ward Verfall. /
18965#Jesaja,64,11#11. Kannst, Ewiger, darob du an dich halten / du schweigen und uns fortzu beugen?
18966#Jesaja,65,1#1. Ließ mich erforschen denen / die nicht gefragt / mich finden denen / die mich nicht gesucht. / Ich sprach: ,Da bin ich, bin ich' / zu Volk, das nicht nach meinem Namen sich benennt. /
18967#Jesaja,65,2#2. Gebreitet halt ich meine Arme alletag / für trotzig Volk / die wandeln den unguten Weg / nach ihrem Trachten /
18968#Jesaja,65,3#3. das Volk, mich kränkend / ins Antlitz mir beständig; / die in den Gärten opfern / und an den Pappeln räuchern. /
18969#Jesaja,65,4#4. Sie sitzen in den Grüften / und nachten im Gemiednen; / sie essen Fleisch vom Schwein / und ekle Brühe ist in ihren Töpfen. /
18970#Jesaja,65,5#5. Sie sprechen: Halt dich zu dir / komm mir nicht nahe, denn ich weihe dich.' / Die, Rauch sind sie in meinem Antlitz / ein Feuer, brennend, alletag. /
18971#Jesaja,65,6#6. Sieh, vor mir ist es aufgeschrieben: / Ich schweige nicht, bis daß ichs heimgezahlt / es heimgezahlt in ihren Schoß /
18972#Jesaja,65,7#7. mitsammen eure, eurer Väter Missetaten / spricht der Ewige / die auf den Bergen räucherten / und auf den Höhen mich beschimpften. / Zumessen will ich ihren Werklohn / erstwillig, ihnen in den Schoß.
18973#Jesaja,65,8#8. So spricht der Ewige: Wie von der Traube man den Most saugt / und spricht: / Verdirb es nicht; denn Segen ist darin / so will ich tun um meiner Knechte willen / nicht alles zu verderben. /
18974#Jesaja,65,9#9. Ich will hervor aus Jaakob Samen bringen / und aus Jehuda einen Erben meiner Berge / und meine mir Erwählten solln es erben / und meine Knechte dort sich siedeln. /
18975#Jesaja,65,10#10. Und der Scharon wird Aue für die Schafe / das Tal Achor zum Lagerort der Rinder für mein Volk / die zu mir streben. /
18976#Jesaja,65,11#11. Ihr aber / die ihr den Ewigen verlasset / vergesset meinen heilgen Berg / die ihr dem Glücksgott deckt den Tisch / und füllt den Mischtrank dem Verhängnis /
18977#Jesaja,65,12#12. verhängen will ich euch dem Schwert / und alle sollt zur Schlachtbank ihr euch kauern / weil ich gerufen, und ihr nicht erwidert / geredet, und ihr nicht gehört / und ihr getan, was bös in meinen Augen / und was ich nicht begehrt, beliebtet.
18978#Jesaja,65,13#13. Drum spricht so Gott, der Herr: Sieh, meine Knechte werden essen / ihr hungern; / sieh, meine Knechte sollen trinken / ihr dürsten / sieh, meine Knechte werden sich erfreun / und ihr beschämt sein. /
18979#Jesaja,65,14#14. Sieh, meine Knechte werden jubeln / vor Herzens Lust / und ihr, ihr werdet schrein / aus Herzeleid / und aus gebrochnem Mute sollt ihr jammern. /
18980#Jesaja,65,15#15. Und lassen sollt ihr euren (Gottes)namen / zum Flucheid meinen Auserwählten: / ,So soll dich töten Gott, der Herr.' / Doch seinen Knechten wird er andern Namen nennen /
18981#Jesaja,65,16#16. dann, wer im Land sich segnet / der segnet sich mit ,Gott, bewährt', / und wer da schwört im Land / der schwört bei ,Gott, bewährt'. / Denn: / vergessen sind die alten Schöpfungen / jawohl, verhüllt vor meinen Augen. /
18982#Jesaja,65,17#17. Denn, sieh, ich schaffe neuen Himmel / und neue Erde / und nicht mehr soll des Frühern man gedenken / nicht kommts mehr in den Sinn. /
18983#Jesaja,65,18#18. Nein, jubelt und bejauchzet immerzu / was ich erschaffe! / Denn sieh, ich schaffe / Jeruschalaim: Jubel / sein Volk: Frohlocken. /
18984#Jesaja,65,19#19. Ich juble in Jeruschalaim / und frohlocke mit meinem Volk / und nicht wird mehr darin gehört / des Weinens Hall / des Wehschreis Hallen. /
18985#Jesaja,65,20#20. Nicht soll es mehr Verdammung geben / ob Kind an Tagen oder Greis / was seine Tage nicht vollendet. / Denn, der ein Knabe, stirbt zu hundert Jahren / verdammt wird, was verfehlt, mit hundert Jahren. /
18986#Jesaja,65,21#21. Sie bauen Häuser und sie wohnen / Weinberge pflanzen sie und essen ihre Frucht /
18987#Jesaja,65,22#22. nicht baun sie, daß ein andrer wohnt / nicht pflanzen sie, daß andrer ißt. / Denn wie des Baumes Tage sind die Tage meines Volkes / und ihrer Hände Werk verbrauchen meine Auserwählten. /
18988#Jesaja,65,23#23. Sie mühn sich nicht leerhin / und zeugen nicht für Schreckensschlag; / denn Same der vom Ewigen Gesegneten sind sie / und ihre Sprößlinge mit ihnen. /
18989#Jesaja,65,24#24. Und sein wirds:  Eh sie noch rufen / antworte ich / noch reden sie / und ich, ich höre. /
18990#Jesaja,65,25#25. Es weiden Wolf und Lamm mitsammen / Stroh frißt der Löwe wie das Rind / die Schlange, Staub ist ihre Speise; / man schädigt nicht / vernichtet nicht / auf meinem ganzen heilgen Berg / spricht der Ewige.
18991#Jesaja,66,1#1. So spricht der Ewige: Der Himmel ist mein Thron / die Erde meiner Füße Schemel / wo wär ein Haus / das ihr mir bauen könnt / und wo die Stätte mir zu weilen? /
18992#Jesaja,66,2#2. Dies alles hat ja meine Hand gemacht / und ward dies alles / ist des Ewgen Spruch; / und doch auf diesen blick ich / den Elenden / den, der geschlagnen Muts / und der verschreckt ob meinem Wort.
18993#Jesaja,66,3#3. Wer schlachtet Rind - und Menschen mordet / Lamm schlachtet - Hundgenick bricht / als Gabe darbringt - Schweineblut / den Weihrauch düftet - segnet Aberkult / sie haben ihre Wege so gewählt / und ihrer Greuel lüstets ihre Seele. /
18994#Jesaja,66,4#4. So will auch ich was ihnen anzutun mir wählen / und was sie ängstet ihnen kommen machen. / Weil ich gerufen, keiner Antwort gab / ich redete, und sie nicht hörten / und sie, was bös in meinen Augen, taten / und, was ich nicht gewollt, erwählten.
18995#Jesaja,66,5#5. Hört an des Ewgen Wort / die ihr verschreckt ob seinem Wort: / Es sprechen eure Brüder, die euch hassen / die euch verstoßen meines Namens wegen: / ,Mag doch der Ewge seine Herrlichkeit erweisen / daß eure Freude wir ersehn!' / Zuschanden werden sie. /
18996#Jesaja,66,6#6. Schall, Tosen von der Stadt / Schall vom Palast / Schall, wie der Ewige bezahlt / Vergeltung seinen Feinden.
18997#Jesaja,66,7#7. Eh sie gekreißt / hat sie geboren / eh ihr die Wehn gekommen / Mannkind gebracht. /
18998#Jesaja,66,8#8. Wer hat derlei vernommen / wer solches gesehn? / Kreißt sich ein Land an einem Tag? / Wie? Ward ein Volk geboren eines Schlags? / Nun denn, gekreißt hat, schon geboren / Zijon ihre Kinder. /
18999#Jesaja,66,9#9. Laß ich, der Durchbruch schafft / es nicht gebären? / spricht der Ewige / ich, der Gebären gibt / sollt ich verschließen? / spricht dein Gott. /
19000#Jesaja,66,10#10. Freut mit Jeruschalaim euch / und jubelt um sie / alldie ihr sie liebt / froh frohlockt mit ihr / alldie ihr sie betrauert. /
19001#Jesaja,66,11#11. Damit ihr saugt, ersattet / an ihrer Tröstung Brustquell / ihr schlürft und euch verwöhnt / am Born ihrer Herrlichkeit. /
19002#Jesaja,66,12#12. Denn so spricht der Ewige: / Sieh an, ich neig ihr zu / wie einen Strom das Heil / wie schwellenden Fluß / der Völker Herrlichkeit / damit ihr saugt / ihr an der Brust getragen seid / auf Knien geliebkost. /
19003#Jesaja,66,13#13. Wie einen Menschen seine Mutter tröstet / so tröst ich euch / und in Jeruschalaim seid getröstet. /
19004#Jesaja,66,14#14. Und seht ihrs / freut sich euer Herz / und das Gebein, es sprießt euch wie das Gras. / Kund tut sich da des Ewgen Hand an seinen Knechten / und seinen Feinden flucht er. /
19005#Jesaja,66,15#15. Denn, sieh, der Ewge kommt im Feuer / und wie der Sturm sind seine Wagen / um seinen Zorn in Glut zu wenden / sein Dräun in Feuers Flammen. /
19006#Jesaja,66,16#16. Mit Feuer rechtet ja der Ewge / mit seinem Schwert an allem Fleisch / und zahlreich sind des Ewigen Erschlagne. /
19007#Jesaja,66,17#17. Die heilig, rein sich geben / - an den Gärten! / Einander nach solln sie hinein / die Fleisch des Schweines essen / das Greuelgetier, die Maus / mitsamt verenden / ist des Ewgen Spruch! /
19008#Jesaja,66,18#18. Doch ich / ihr Tun und Trachten . . . So kommts, zu sammeln alle Völker und Zungen; sie werden schauen meine Herrlichkeit.
19009#Jesaja,66,19#19. Und ich setze an ihnen ein Wunderzeichen, doch laß ich von ihnen Entronnene ziehen zu den Völkern, nach Tarschisch, Pul und Lud, den Bogenführern, Tubal und Jawan, den fernen Seelanden, die meine Kunde nicht vernommen und nicht gesehen meine Herrlichkeit, daß sie bei den Völkern meine Herrlichkeit künden.
19010#Jesaja,66,20#20. Und sie werden mit allen euren Brüdern von allen Völkern Opferspende bringen für den Ewigen auf Rossen und Wagen und Kutschen und Maultieren und Rennern auf meinen heiligen Berg nach Jeruschalaim, spricht der Ewige, wie die Kinder Jisraël die Opferspende bringen werden in reinem Gefäß nach des Ewigen Haus.
19011#Jesaja,66,21#21. Und auch von jenen will ich zu Priestern, zu Lewiten nehmen, spricht der Ewige.
19012#Jesaja,66,22#22. Denn wie die neuen Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir bestehen, ist des Ewigen Spruch, so soll bestehen euer Same und euer Name.
19013#Jesaja,66,23#23. Und es wird sein: / Neumond um Neumond / und Sabbat um Sabbat / kommt alles Fleisch / sich hinzuwerfen / vor meinem Antlitz / spricht der Ewige.
19014#Jesaja,66,24#24. Und sie ziehen aus und blicken auf die Leichen der Männer, die mir abtrünnig gewesen, denn ihr Gewürm stirbt nicht, und ihr Brand erlischt nicht, und sie werden ein Abscheu sein für alles Fleisch.